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    Wilhelma Stuttgart

    Patrick Marburger:   Nachtrag: die beiden kleineren der drei Innenanlagen der Bonobos werden saniert.
    Von heute:
    Das Aquarium ist Zwecks Jubiläum noch geschmückt. Girlanden hängen an der Decke, schaut wie ein Kindergeburtstag aus. Neu ist ein Infomobil des Fördervereins.
    Bei den Straußwachteln gibt es zwei noch sehr kleine Küken.
    Die Bongos haben ein weiteres Jungtier.
    Fisch des Monats ist der Alligator-Knochenhecht.
    Beim Kleinsäugerhaus kann ich seit längerem keinen Fortschritt erkennen, dafür geht es bei den Schneeloparden voran.
    Seit dem Auszug des Weisskehl-Warans hat sich dort nichts getan.
    (07.05.2017)
    Patrick Marburger:   http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.zooumbau-in-stuttgart-wut-und-trauer-ueber-die-wilhelma-plaene.707e77a9-0837-4ecc-845a-010445b8cb89.html
    (03.05.2017)
    Michael Mettler:   P.S. Beste Aussichten hat vermutlich ein Bau mit viel Glas und Sichtbeton. Als ich den Eingangsbereich zum neuen Haus für Gorillas und Bonobos sah, drängte sich mir prompt das Wortspiel auf, dass die Wilhelma außerhalb des historischen Teils doch ein ziemlicher zoologisch-betonischer Garten ist.
    (01.05.2017)
    Michael Mettler:   Hängt vielleicht davon ab, ob man einen möglichst preisgekrönten Architektenentwurf als Prestigeobjekt vorweisen kann oder nur ein schnödes Zweckgebäude errichten möchte ;-)
    (01.05.2017)
    Sacha:   Zusammenfassend kann man also sagen, dass man sich in Stuttgart in Sachen Denkmalschutz zumindest \"flexibel\" zeigte...
    (01.05.2017)
    Michael Mettler:   Okay, aber das war von Anfang an nicht konsequent. Dass man keine Auerochsen neben den Hausrindern präsentieren konnte, war zwangsläufig klar, aber deshalb hätte man noch lange nicht Wisente auf einen Bauernhof stellen müssen - die wohlgemerkt neu angeschafft wurden und nicht etwa nur innerhalb der Wilhelma ein besseres Gehege bekamen wie die Mesos.
    (01.05.2017)
    Patrick Marburger:   Nicht das ich wüsste. Hauptargument war die vom Wildtier zum Haustier Thematik, die hat sich aber mittlerweile erledigt...
    (01.05.2017)
    Michael Mettler:   Wurde vielleicht die damalige Abtrennung des Bauernhof-Geländezipfels vom Rosensteinpark auch schon damit argumentiert, dass Nutztierhaltung zu den historischen Ursprüngen der Wilhelma gehörte, und nur deshalb bekam man den Zuschlag...? Vielleicht war ja der Ring aus grasbestandenen Koppeln um das Gebäudeensemble ursprünglich noch als Weidegatter für die Rinder beantragt worden und wurde erst nach Zuschlag noch mit anderen Tierarten bestückt - quasi als moderne Fortsetzung der Schöchle-Schlitzohr-Taktik...
    (01.05.2017)
    Patrick Marburger:   Unter anderem aufgrund des Denkmalschutzes war das Aquarium der Wilhelma ursprünglich an anderer Stelle geplant. Als man sich doch für den heutigen Standort entschied sollte ursprünglich der Festsaal als Ruine erhalten bleiben. Ein Architekt äußerte die Idee der Krokodilhalle, und in einer Nacht-und-Nebel -Aktion wurde der Saal gesprengt und abgetragen.

    Beim Shop wurde bei der Planung/Eröffnung stehts betont, dass die Planung sehr kompliziert war, da man auf die Wahrung des Charakters achten muss. Der Shop fügt sich voll in die bestehenden Gegebenheiten ein. Bemerkt habe ich das aber noch nie...

    Der komplette Rosensteinpark muss als Englischer Park erhalten bleiben. War schon bei der IGA93 ein großes Problem.
    (01.05.2017)
    Sacha:   Ist denn der Denkmalschutz so strikt, dass er keine \"Anpassung\" zulässt, sofern sie den historischen Charakter nicht zerstört? Darauf fusst nämlich meine Idee. Rein theoretisch müsste das doch gehen, da seinerzeit der Aquarien-Neubau (Krokodilhalle) und in neuerer Zeit Grossvoliere und Zooshop auch im historischen Teil der Wilhelma errichtet wurden (Und diese Anlagen entsprechen zumindest aus meiner Sicht nicht mal dem historischen Charakter).
    (01.05.2017)
    Michael Mettler:   @Sacha: Grünanlagen in der Nachbarschaft von Zoos sind dir immer ein Dorn im Auge - auf der anderen Seite des Zauns ist das Gras halt immer grüner ;-) Aber: Nicht nur der historische Teil der Wilhelma, sondern auch der gesamte angrenzende Rosensteinpark steht unter Denkmalschutz (https://www.stuttgart.de/item/show/54346/1/dept/108940).

    Kein Zweifel, dass die Gaststätte Besucher in den entlegensten Zipfel des Geländes zieht. Aber man weiß doch auch schon seit Hedigers Zeiten, dass ein Pony im Zweifelsfall für den Zoobesucher attraktiver ist als ein Bongo. Die Zugwirkung von Haustieren ist nun mal enorm, soweit eine Möglichkeit direkten Kontaktes oder wenigstens der Betrachtung aus allernächster Nähe besteht (also nicht so, wie man es im Berliner Zoo links von der Scheune macht, mit doppelter Absperrung und breitem Pflanzstreifen wie bei Wildtieren - das empfinde ich als kontraproduktiv). Ich lasse mich gern eines besseren belehren, aber ich denke, die Wilhelma-Besucher würden Kühe und Pferde mehr vermissen als Vikunjas und Nandus - für die Alpakas als Blickfänger der Südamerika-Anlage habe ich ja ein \"Hintertürchen\" gelassen. Übrigens: Die \"Ur-Wilhelma\" aus Zeiten vor dem Zoologisch-Botanischen Garten hatte eine eigene Meierei. Milchvieh hat also sogar einen historischen Bezug zum Gelände, auch wenn die originale Stelle dafür nicht mehr nutzbar wäre - darauf steht der Wirtschaftshof...

    Soweit die Infrastruktur des Geheges dafür geeignet wäre, gäbe es noch die Möglichkeit, auf die Alpensteinböcke zu verzichten und dort eine Herde Vikunjas unterzubringen, um auf diese Tierart nicht verzichten zu müssen. Mit den benachbarten Brillenbären und Mähnenwölfen bliebe dann ein kleiner Südamerika-Teil erhalten - auch wenn diese Ecke des Geländes keinen eigentlichen Geo-Teil bildet.
    (01.05.2017)
    Sacha:   @MM: Ist in Stuttgart und sagt zuvor keinen Ton (okay, war ohnehin in den USA).

    Ich gebe Dir bez. der Attraktivität des Schaubauernhofs in der Wilhelma recht, möchte aber zugleich anfügen, dass ein Teil der Attraktivität dieses Bereichs auch der zweiten Gaststätte zuzuschreiben ist.

    Auch ich fände einen neuen, vielleicht kleineren, dafür thematisch passenden Schaubauernhof (schwäbischer Riegelhausstil, mit Badenwürtembergischen oder zumindest deutschen/europäischen Haustierrassen) sinnvoll. Allerdings würde ich die Aufopferung der Südamerika-Wiesen nur zähneknirschend akzeptieren;)

    Darum Frage an Wilhelma-Experten: Könnte man hierfür nicht doch etwas vom benachbarten Parkgelände abzwacken? Vielleicht mit einer \"wilhelminisch-maurischen\" Anlage, so dass sie thematisch in den Park passt und die \"Gesamtheit\" nicht stört, kostenfrei zugänglich ist, aber direkt an die Wilhelma grenzt und über einen Ein-Ausgang mit dieser verbunden wäre?

    An Trampeltiere und Mesopotam. Damhirsche in einer Anlage habe ich auch schon nachgedacht.

    Flusspferde auf der Grosskatzenfreianlage fände ich eine gute Idee. Wobei ich auch schon überlegt habe, die (zumindest Innen) völlig missglückte neue Anlage für afrikanische Menschenaffen abzureissen und an deren Stelle eine Afrikanische Sumpflandschaft ähnlich Beauval (Fr) zu bauen, also mit Flusspferden (mit Unterwassereinblick), einer wasser-nahen Antilpenart, diversen Vögeln, Fischen und ggf. weiteren aquatischen Tieren. Die Gorillas und Bonobos würden dann in eine neu zu errichtende Anlage anstelle der alten Menschenaffenanlage und des Aufzuchthauses umziehen, die Orangs ziehen sonstwohin um oder werden abgegeben.
    Ich fand zwar anfangs die Idee einer Flusspferdanlage direkt am/im Neckar genial. Nach reiflicher Überlegung bin ich aber davon abgekommen. Einerseits ist diese Stelle schlecht kontrollierbar (Vandalen, Unfälle, Müll), zudem besteht weitere Gefahr bei Hochwasser für Tier und Mensch.
    (01.05.2017)
    Michael Mettler:   Ich habe mir bei meinem Besuch am Samstag den Schaubauernhof noch mal genau angesehen, bevor er demnächst der Abrissbirne zum Opfer fällt (schließlich komme ich nur alle Jubeljahre mal nach Stuttgart). Dort war übrigens mehr Publikum versammelt als an vielen Wildtieranlagen, und da frage ich mich durchaus, ob man auf eine solche Einrichtung verzichten bzw. sie auf ein Schaf- und Ziegengehege im Asienteil reduzieren sollte. Wobei ich wegen der Geländesituation durchaus Verständnis dafür habe, dass ein großer Elefantenkomplex nur an der vorgesehenen Stelle umsetzbar ist. Aber trotzdem müsste man nicht auf einen Schaubauernhof verzichten. Wenn man sich auf die Arten und Rassen beschränken würde, die wirklich zum Thema Bauernhof passen, sprich Wisente, Trampeltiere, Mesopotamische Damhirsche außen vor ließe (und es können auch weniger Hühnerrassen sein, dafür würde ich eher Enten und Gänse dazu nehmen), könnte man einen neuen Schaubauernhof problemlos auf der Fläche der Südamerika-Anlage errichten. Da Alpakas mittlerweile in unseren Landen zu den immer beliebteren Nutztieren zählen, wären selbst diese in einem solchen neuen Bauernhofbereich nicht verkehrt untergebracht.

    Natürlich werden jetzt wieder die Haustiergegner unter den Zoofans aufschreien, weil dann Vikunjas, Maras, Nandus, Pekaris und Ameisenbären weichen müssten. Andererseits wird aber auch immer auf den Bildungsauftrag der Zoos gepocht, und dafür ist doch nun der Schaubauernhof mit seinem Konzept und seinen bedrohten Rassen eigentlich ein Paradebeispiel. Ja, natürlich könnte man die Tiere auch auf einem Arche-Hof irgendwo im Stuttgarter Raum halten. Aber dann zeigt mir doch bitte mal einen solchen Hof, der analog zur Wilhelma pro Jahr ein Potenzial von über 2 Mio. Besuchern anhand von lebenden \"Botschaftern\" (wie das bei Wildtieren immer genannt wird) darüber informieren kann, dass Schnitzel nicht in der Plastikfolie im Supermarkt heranwachsen und wie artgerechte Nutztierhaltung aussehen kann.

    Statt des asiatischen Streichelzoos könnten genauso gut Trampeltiere und Mesos in den neuen Asienbereich umziehen - vielleicht sogar als vorderasiatische Gemeinschaftshaltung. Wäre schließlich auch nicht unstimmiger, als Vikunjas zusammen mit Großen Ameisenbären als Pseudo-Lebensraumpartner zu präsentieren.

    Angesichts der Flusspferdhaltung in der Wilhelma fühle ich mich in dem Gedanken bestätigt, dass es nicht unbedingt einen teuren Unterwassereinblick braucht, um Besucher für Hippos zu begeistern. Auch an der klassischen Stuttgarter Anlage versammelte sich nicht wenig Publikum, mehr sehe ich z.B. in Hannover vor dem \"Hippo-Aquarium\" auch nicht stehen. Auch da ein wenig quergedacht: Würde man eine neue Anlage für die Asiatischen Löwen auf der Fläche des Flusspferdhauses und seiner Außenanlagen errichten, könnte man im Gegenzug nutzen, dass die jetzige Großkatzenfreianlage im Grunde ohnehin schon ein Becken ist und auf der Fläche des Raubtierhauses ein neues Flusspferdhaus errichten. Wie gesagt, muss ja nicht mit Unterwassereinblick sein... Ließe sich an dieser Stelle sogar in den benachbarten Themenbereich Afrika einpassen.
    (30.04.2017)
    Patrick Marburger:   http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.wilhelma-in-bad-cannstatt-flusspferde-am-neckar-bleiben-wohl-ein-traum.5b678ba6-2e04-47e9-8b91-4c1dab7a5844.html

    Falls nicht schon berichtet: Totenkopfäffchen und Tinamus haben Jungtiere.
    Von heute:
    Eingang und Ausgang vom Aquarium wurden mit großen Fotomotiven aufgewertet, schaut gut aus. Man feiert schließlich dieses Wochenende den 50. Geburtstag. (http://www.wilhelma.de/nc/de/aktuelles-und-presse/pressemitteilungen/2017/26042017-50-jahre-aquarium.html)
    Auf dem Schaubauernhof gibt es weitere Ferkel, Lämmer und Zicklein.
    Die Bongos haben ein Jungtier.
    Ein Trampeltier ist wieder da, hoffentlich kommt es zum erhofften Nachwuchs. Noch ist das Tier nicht bei seinen Artgenossen.
    (29.04.2017)
    Oliver Muller:   Also ich denke, der Asienkomplex ist jetzt einfach das nächste Projekt und hat nicht den Anspruch, alle asiatischen Arten zu beherbergen. Auch kann ich mir nicht vorstellen, dass alle sonstigen Projekte damit abgehakt sind. Vor allem kann ich mir nicht vorstellen, dass der Zoodirektor im letzten Jahr so ungeniert Details ausgeplaudert hätte, wenn alles völlig in den Sternen steht. Ich denke, das Fahrplan ist der aus dem vergangenen Jahr und das Land als Träger hat jetzt erst mal die erste Tranche genehmigt.
    (26.04.2017)
    Patrick Marburger:   Maik (weitere Flusspferde gibt es nicht mehr) soll zeitnah abgegeben werden, wohin weiß ich nicht. Von Planungen bzgl. einer Anlage auf dem Gelände der Wilhelma wüsste ich nichts. (Der StZ-Artikel, der die offizielle Veröffentlichung vorweg nahm schrieb davon, widerspricht sich selbst aber) Es gibt noch die Idee, die Flusspferde am Neckar außerhalb des Geländes der Wilhelma (also auch frei zugänglich) zu zeigen. In einem der Artikel wurde die Finanzministerin sinngemäß mit; \"Das ist eine Idee, aber mehr derzeit nicht\" zitiert. Das spricht Bände!
    (26.04.2017)
    Adrian Langer:   Was soll jetzt eigentlich mit den Flusspferden werden? Ist deren Aufgabe jetzt beschlossen?
    (26.04.2017)
    Patrick Marburger:   Vergessen: falls Asien wirklich auf dieses Areal (und Teile der mutmaßlich nicht geografisch geordneten Anlage für Bären und Klettertiere) beschränkt ist wird auch spannend was aus dem Rest des Raubtierhauses, der Haltung von Nordpersischen Leoparden (eh nur noch 1,0 Aman) und Japanmakaken (aussterbende Gruppe) wird,
    (26.04.2017)
    Patrick Marburger:   In einem Artikel schrieb die Bild, dass das alte Menschenaffenhaus für Orangs umgebaut wird. Aber das schrieb eben nur die Bild....
    Falls das thematisierte Areal der ganze Asienteil ist (so hätte ich die Artikel verstanden) muss man hoffen, dass die Haubenlanguren (und die Gibbons) zu den Begleittierarten der Elefanten zählen. Für diese sind ja alleine außen 243 Quadratmeter eingeplant, daher hoffe ich darauf. Auch hoffe ich, dass die Hirscheber im Dickhäuterhaus II (aktuell Flusspferd Maik, zukünftig Tapir) bleiben können.
    (26.04.2017)
    Oliver Muller:   Klingt ja alles nicht schlecht, auch wenn es ja deutlich abgespeckt ist gegenüber den Eckpunkten, die schon veröffentlicht wurden. Aber habe ich das übersehen, oder was soll geschehen in Sachen Orang utan-Neubau und den anderen asiatischen Affen?
    (26.04.2017)
    Patrick Marburger:   Hier noch ein Artikel mit noch mehr Infos. Aber ein richtiger Masterplan wäre auch mal schön..
    http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.plaene-fuer-wilhelma-wilhelma-will-elefanten-und-tiger-zuechten.9edfc876-d4a3-4b98-a8ec-768a139ba66b.html
    (24.04.2017)
    Patrick Marburger:   Hier gibt es einige Infos mehr:
    http://www.bild.de/regional/stuttgart/wilhelma-zoo/will-elefanten-zuechten-51427006.bild.html
    (Tolle Quelle...)
    (24.04.2017)
    Adrian Langer:   http://www.swr.de/swraktuell/bw/stuttgart/neues-grosses-elefantengehege-fuer-wilhelma/-/id=1592/did=19423628/nid=1592/16dlinn/

    2020 soll die neue Elefantenanlage gebaut werden.
    (24.04.2017)
    Patrick Marburger:   Zum \"Sonderfall\" des Schaubauernhofes habe ich gerade noch etwas gefunden: https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Gartenbauausstellung_1993#Rosensteinpark

    Ich hoffe, dass es daran nicht scheitert.
    (21.04.2017)
    Patrick Marburger:   Ich muss gestehen, dass ich den Haustieren jetzt nicht besonders nachtrauere. Die Entscheidung (so es denn eine ist) finde ich sowohl überraschend als auch nachvollziehbar. In der Wilhelma gibt es sehr wenige zusammenhängende Flächen auf denen man bauen kann. Hier setzen Botanik und Historie sehr enge Grenzen. Von den 30 Hektar bleibt wenig Gelände übrig, dass uneingeschränkt bebaut werden darf. Dass der Schaubauernhof wohl abgerissen werden darf überrascht mich. Die Fläche erhielt die Wilhelma damals zur IGA93, damals wurde sehr betont, dass es um einen Bauernhof und nicht um ein klassisches Zoogehege geht. Wenn man damals das Gelände für Elefanten (nur als Beispiel) gewollt hätte, kann ich mir nicht vorstellen, dass das geklappt hätte.
    Über Individuen für das neue Gehege der Elefanten ist mir nichts bekannt. Dafür ist es mE auch noch viel zu früh. Der Artikel (auf welchen Quellen auch immer er fußt) gibt ja als frühesten(!) Termin für Spatenstiche irgendwann in 2018 an. Das Projekt ist so viel ich weiß noch nicht einmal ausgeschrieben, von der Machbarkeitsstudie hört man auch nichts mehr, nun ändert sich scheinbar sogar der Standort, der mittlere Zweistelligemillionenbetrag klingt mehr als Vage, bzgl. der Finanzierung habe ich noch nie etwas gehört, auf Teilen des Areals stehen Tiere und Gebäude, auf anderen wird gebaut. Daher hält sich mein Optimismus stark in Grenzen, auch wenn ein baldiger Bau wünschenswert wäre.

    Ob die Flusspferde nun an den Neckar oder auf den Bauernhof kommen wird im Artikel nicht ganz klar. In der Einleitung steht das eine, im Text das andere.
    (21.04.2017)
    Adrian Langer:   Ich persönlich finde es doch schade, dass Haustierrassen (besonders die berohten) für Exoten weichen müssen. Daher begrüße ich sehr die Pläne des Zoo Magdeburg. Aber ich hoffe, dass den Elefanten dadurch eine entsprechend große Anlage zugesprochen wird! Weiß jemand wo neue Tiere herkommen sollen? Ich könnte mir ja vorstellen, dass der Kewaclan von Berlin nach Stuttgart zieht!
    (21.04.2017)
    Patrick Marburger:   http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.wilhelma-richtet-sich-neu-aus-heimische-tiere-muessen-exoten-weichen.1aa0dbed-923a-47df-a09d-03d2cb28c0f1.html
    (21.04.2017)
    Patrick Marburger:   Die Sepien sind nicht mehr in der Schau!
    (15.04.2017)
    Patrick Marburger:   Von den letzten Besuchen:
    Das Gehege der Bambusnattern wurde umgestaltet, schaut gut aus.
    Bei den Sepien sah ich nur noch ein Tier.
    Schneeziegen sind es wieder zwei, hoffentlich klappt es mit der Zucht.
    Der Weisskehlwaran ist ausgezogen, ihn friert es! Er sitzt jetzt HdK im Terri, Rückkehr ungewiss,
    Die Löwen sind nun auch Innen zu sehen, Die vermeintlichen Tapeten sind zum Teil massive Tafeln. Ich will nicht wissen wie viel man dafür ausgegeben hat! Schaut gut aus aber an Infos sind jetzt nur die 0815-Schilder zu finden. Hoffentlich wird das noch mehr.
    Bei Dumai hängen jetzt die alten Schilder wieder, auch neu ist eine Bildergalerie. Die beiden dazwischenliegenden Trakte (Schneeleo und Leopard) wirken im Besucherraum recht trostlos.
    Von der Vogelgrippe ist nichts mehr zu spüren. Einzig die Seeadler sitzen noch bei den Gänsegeiern. Dort bleiben sie auch vorerst: einige Geier brüten und man möchte sie durch eine Fangaktion nicht stören,
    (11.04.2017)
    Patrick Marburger:   Von heute:
    Bei den Sepien sah ich nur zwei Exemplare, aber dies will nichts heißen (hoffe ich zumindest). Der juvenile Felsleguan (bei Schmuckbaumleguan und Krötenechse) ist nicht mehr in der Schau, Der große Masken-Igelfisch wurde durch einen kleinen Langstachel-Igelfisch ersetzt. Der Landbereich der Nordamerikalandschaft wurde neu gestaltet, schaut gut aus. Summa summarum bleibt die Feststellung, dass sich in den letzten Monaten (und vor allem in jüngster Zeit) viel im Aquarium/Terrarium getan hat und dieses dadurch weitaus attraktiver (in Sachen Anlagen) und exklusiver (in Sachen Bestand) ist. Hoffentlich klappt in der Krokodilhalle zeitnah etwas, die ist echt unterbesetzt. Fisch des Monats ist die Große Meersau. Etwas bedauerlich: am Aquarium selbst wird zwar auf die Aktion hingewiesen, welche Art aber gemeint ist erfährt man erst dank einem Plakat am Ausgang.
    Die Wände im Besucherbereich der Löwen im Raubtierhaus wurden mit einer Fototapete gestaltet, hoffentlich kommt da noch Beschilderung, die über die normale hinausgeht. Nach außen dürfen die Tiere noch nicht, der Besucherbereich innen ist noch abgesperrt.
    Am 15. März gab es Ferkel bei den Schwäbisch-Hällischen.
    Die Weissnacken- und Mandschurenkraniche sind wieder da; sonst nichts neue bzgl. Vogelgrippe.
    (18.03.2017)
    Patrick Marburger:   Von heute:
    Neu im Aquarium sind mind. vier Sepien, die das erste Becken (ehemals Hummer) bezogen. Auch neu sind zwei Europäische Hornottern, die das seit längerem in Umbau befindliche Terrarium bezogen. Der Zitteraal wurde durch ein deutlich kleineres Exemplar ersetzt. Ausgeschildert, aber offensichtlich nicht mehr vorhanden, ist der Masken-Igelfisch.
    Fertig, aber (wohl aufgrund der Vogelgrippe) noch nicht besetzt, ist die Voliere der Gänsesäger. Bei den Gänsegeiern wurden die Schutzmaßnahmen aufgrund der Vogelgrippe demontiert, anderen Orts sind sie weiterhin vorhanden.
    Wie unten beschrieben zogen jetzt die Raubtiere um, nur die beiden Hauptattraktionen fehlen noch. Deren Anlage wird innen und außen umgestaltet. Die gut gemachten Schilder über Tiger wurden demontiert, hoffentlich werden die unten wieder aufgehängt.
    Eine Schneeziege und ein Kamel, die ich bereits vermisste, sind zum Decken ausgeliehen worden. Wäre schön wenn es bald Nachwuchs gibt.
    Die Umgestaltungen am Ausgang des Amazonienhauses sind abgeschlossen (Kunstfels+Botanik), schaut gut aus. Wobei ich nicht behaupten könnte, dass es vorher schlechter wirkte.
    Die Ausstellung der Zitrusfrüchte ist wieder aufgebaut worden und noch größer als die letzten Male.
    Die Außenanlage der Gorillas wurde wie schon beim Bau vorgesehen unterteilt, warum weiß ich nicht.
    (12.03.2017)
    Patrick Marburger:   Jetzt ist es also offiziell: http://www.wilhelma.de/nc/de/aktuelles-und-presse/pressemitteilungen/2017/09032017-rueckkehr-der-loewen.html
    (10.03.2017)
    Justus Bauer:   Weiß zufällig jemand, wie groß die einzelnen Gehege im Raubtierhaus sind?

    (19.02.2017)
    Patrick Marburger:   Raubtierhaus aktuell:
    Trakt I: 1,0 Nordpersischer-Leopard
    Trakt II: 1,0 Schneeleopard
    Trakt III: 0,1 Schneeleopard
    Trakt IV: 0,1 Sumatra-Tiger

    Raubtierhaus in Naher Zukunft:
    Trakt I: 0,1 Sumatra-Tiger (da es dort ein Wasserbecken gibt)
    Trakt II: 1,0 Nordpersischer Leopard (kann durch Gittergang problemlos umziehen)
    Trakt III: 1,1 Schneeleopard (separiert, kann durch Gittergang problemlos umziehen)
    Trakt IV: 2,0 Asiatischer Löwe (da größte Außenanlage)

    Dafür wird mit Dumai bereits ein Kistentraining durchgeführt. Man möchte aufgrund ihres Alters eine Narkose vermeiden. Gegen Ende des Jahres (wenn es so schnell geht) ziehen dann die Schneeleoparden aus. Ich nehme an, dass dann wie geplant ein schwarzer Jaguar kommt. Dies wird m.E. aber schwierig, da der eigentlich ja auch ein Wasserbecken braucht und beide belegt sind.
    (18.02.2017)
    Patrick Marburger:   Von heute:
    Bei den Nandus wurde offensichtlich der Weißling durch ein naturfarbenes Exemplar ersetzt.
    Beim Kleinsäugerhaus und den Schneeleoparden wird gearbeitet, aber ob das (insb bei den Schneeleos) dieses Jahr was wird?
    Das Terrarium des Kaiserskorpions wird umgestaltet. Ebenfalls umgestaltet wird der Bereich oberhalb des Ausganges des Amazonienhauses: die Bepflanzung und die Futterplätze wurden entfernt, dezenter Kunstfels angebracht. Mal schauen wie es fertig aussieht, hatte den Beton eigentlich nie als störend empfunden.

    (18.02.2017)
    Patrick Marburger:   Auch in Stuttgart scheint die Aufstallpflicht aufgehoben zu sein: Geflügel auf dem Bauernhof, Strauße und Helmperlhühner (schon lange nicht mehr gesehen) waren draußen. Bei anderen Arten (Greifvogel, Kranich, Papageien) sind die Schutzmaßnahmen noch nicht demontiert.
    Schon jetzt gibt es zwei kleine Kamerunschafe.
    Fisch des Monats ist der Garibaldifisch.

    @ Michael Mettler: interessante Infos, danke! Bin mal gespannt wohin man dann Maik bringt, hoffentlich sucht man wieder eine gute Unterbringung.
    (06.02.2017)
    Michael Mettler:   Flusspferdbulle Mike hatte nicht nur ein Jungtier mit Rosi, wie es in diesem Artikel heißt, sondern mindestens sechs. Allerdings kamen zwei davon nicht auf und zwei zogen auf direktem oder indirektem Weg (nach zwischenzeitlicher Haltung in Magdeburg) in asiatische Zoos um.

    Mikes Vater Gino soll in Antwerpen mindestens 18 Kälber gezeugt haben, Mikes Mutter Hermien ist eine Tochter des enorm fruchtbaren Ex-Züricher Paares Kiboko und Hippa. Eigentlich bemerkenswert, dass Mike trotzdem ein genetisch wertvoller Bulle sein soll.
    (03.02.2017)
    Patrick Marburger:   http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.was-plant-die-wilhelma-2017-der-loewe-feiert-sein-comeback.68147f06-6c61-4397-ba40-3f3c1abbd526.html

    Und hier jetzt alle Infos, die man sich bisher über die bereits erwähnten Artikel zusammen suchen musste. Klingt aus meiner Sicht erfolgsversprechend.
    (26.01.2017)
    Patrick Marburger:   http://www.wilhelma.de/nc/de/aktuelles-und-presse/pressemitteilungen/2017/24012017-rueckblick-und-ausblick.html

    Wie verheize ich die Meldung eines Jungtiers bei den Hirschebern möglichst effektiv?
    (24.01.2017)
    Patrick Marburger:   http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.jahresbilanz-2016-die-wilhelma-zaehlt-jetzt-richtig.8aef8ffa-cb02-4fdd-bdbd-1ddf57a56e2b.html

    Also wird Maik (Flusspferd) die Wilhelma verlassen. Bedauerlich, aber bei den gegebenen Umständen verständlich. Wird spannend wo man ihn unterbringt, Flusspferde gelten ja als nicht gerade leicht absetzbar(?). Ferner wird spannend was mit dem Haus passiert. Umbauen oder abreißen für Schabrackentapire und Hirscheber hört man seit Jahren hier und da, aber ob aktuell dafür das Geld da ist? So viel ich weiß gelten männliche Schabrackentapire als recht schwer absetzbar und das Zwergflusspferd-EEP sucht doch auch neue Halter, da etwas in das (unveränderte) Haus aufzunehmen (am ehesten dann ohne Zucht) wäre aus meiner Sicht auch nach heutigen Ansprüchen möglich, aber ob man dies tun wird? Hoffentlich gibt es keinen langen Leerstand wie z.B. beim Gehege der Gorillas.
    (24.01.2017)
    Patrick Marburger:   http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.bilanz-der-wilhelma-in-stuttgart-zahl-der-besucher-ist-2016-zurueckgegangen.5b922565-dca3-4f3d-a456-f7e7016cf661.html

    Kurzfassung: Besucherzahlen sanken von 2,3 Mio. auf 1,3 Mio. Insbesondere macht sich hier die Umstellung von Schätzung zu tatsächlicher Zahl bemerkbar. Nach alter Rechnung wären es 2,2 Mio. Für diesen Rückgang sollen Wetter (wie immer) und Verkehr verantwortlich sein. Für 2017 stehen nun Kleinsäugerhaus, Schneeleo und evtl. Löwen auf der Agenda. Bin gespant was davon dann dieses Jahr auch wirklich etwas wird und ob es jetzt schlecht ist, dass die Sunda-Gaviale nicht erwähnt werden. (In der Fördervreinszeitschrift, die im Dezmber verschickt wurde, standen sie noch)
    (24.01.2017)
    Patrick Marburger:   Von gestern:
    Das Gehege der Geiselspinne wurde neu gestaltet, nun ist das der Ornamentvogelspinne nicht besetzt. Aufgrund leicht zugefrorener Wassergäben durften Tiger, Bären und Co nicht nach draußen. Das \"Vogelhaus\" in der Gewächshausreihe ist nun komplett eingerüstet. Dadurch ist das Kamelienhaus eine Sackgasse und davor muss man zum Verlassen des Komplexes auch rückwärts zurück in den Wintergarten. Bei Hornotter, Zwergflusspferd, Schneeleopard, Gänseseger und Kleinsäugerhaus waren keine großartigen Veränderungen sichtbar. Bei den Limburgern gibt es ein Kalb, dieses lebt bei den Skudden.
    (22.01.2017)
    Patrick Marburger:   Von heute:
    Es gibt jetzt, anlässlich des 50. des Aquariums, einen Fisch des Monats. Dies ist für den Januar die Fetzenseenadel. Diese sind jetzt in ein kleineres Becken gezogen. Wenn ich nicht irre sind es zwei weniger. Am Becken selber gibt es einen großen Aufkleber und auf einem Plakat zum Fisch des Monats wird über Jubiläum, Seenadeln und die Möglichkeit für diese eine Patenschaft zu übernehmen informiert. 500 Euro wer ist dabei? (;
    Bei den Straußwachteln scheint es nur noch ein Küken zu sein.
    Die Voliere der Gänsesäger und der erste Part der Subtropenterrassen wirken weitgehend fertig, hoffe das es nicht mehr lange dauert.
    (14.01.2017)
    Michael Mettler:   @Patrick Marburger: Kein Problem, die Informationen zur Vogelgrippe sind in offiziellen Texten nicht ganz eindeutig bzw. zoologische Denkweise und behördliche Formulierung passen nicht unbedingt zusammen. Die Stallpflicht bzw. die Absicherung von Außenausläufen und -volieren sollen laut Verordnung dazu dienen, den Kontakt der gehaltenen Vögel mit \"Wildvögeln\" bzw. deren Ausscheidungen zu vermeiden, und auch das Futter muss geschützt vor \"Wildvögeln\" aufbewahrt werden. Allerdings ist laut Verordnung nicht jeder wilde Vogel ein Wildvogel, sondern einige zoologische Ordnungen (Hühnervögel, Gänsevögel, Greifvögel, Eulen,
    Regenpfeiferartige, Lappentaucherartige, Schreitvögel) werden als \"Wildvögel\" definiert, während alle anderen - obwohl wild lebend, wie z.B. eben auch Singvögel - nicht dazu gerechnet werden: https://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/geflpestschv/gesamt.pdf

    Wenn man die Sachlage etwas überspitzt ausdrückt , dann muss selbst ich als Hobbyhalter von Zwerghühnern (also weder Schau- noch Produktionsbetriebsstätte) während der Stallpflichtzeit dafür sorgen, dass z.B. kein Haubentaucher Zugang zu meinem Körnerfutter hat, kein Steinkauz in meinen Stall eindringen und kein Kot eines den Garten überfliegenden Alpenstrandläufers im Hühnerauslauf landen kann (weil u.a. Eulen, Regenpfeiferverwandte und Lappentaucher zu den \"Wildvögeln\" gerechnet werden), während Sperlinge, Krähen und Stadttauben ebenso theoretisch darin ein und aus fliegen, sich am Futter bedienen und alles vollsch... dürften (weil Sperlingsvögel - wozu ja auch die Rabenvögel zählen - und Tauben NICHT zu den \"Wildvögeln\" der Verordnung gerechnet werden).
    (07.01.2017)
    Patrick Marburger:   Da habe ich offenbar tatsächlich falsche Informationen verbreitet, z.B. http://www.lbv.de/ratgeber/vogelschutz/voegel-fuettern/vogelgrippe-fuettern.html. Ich bitte um Entschuldigung, ist halt die Schwierigkeit wenn Informationen nicht aus erster Hand kommen. Naja, vielleicht bezog sich die Info auch einfach auf einen etwas älteren Fall: https://www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article8354341/Singvoegel-sind-gefaehrliche-Vogelgrippe-Verbreiter.html

    In der Wilhelma wird ein Bionik-Lehrpfad geplant. Klingt noch nicht wirklich konkret: http://www.vdi-suedwest.de/wuerttembergischer-ingenieurverein/veranstaltungen/?tx_cas_event%5Bevent%5D=AA88595C7A054A7DAE047400A9C0C5FE&tx_cas_event%5Baction%5D=show&tx_cas_event%5Bcontroller%5D=Event&cHash=e2c52c5012c3c6e106093564c61b7f64
    Zu dem Thema gab es vor Jahren in der Wilhelma mal eine Ausstellung. Damalige Pressemitteilung: http://www.wilhelma.de/nc/de/aktuelles-und-presse/pressemitteilungen/2011/07062011-sonderausstellung-bionik.html
    (07.01.2017)
    Michael Mettler:   Dass das Vogelgrippe-Virus für Singvögel gefährlich sein soll, fände ich merkwürdig. In unserer Gegend (Raum Hannover) wurde in den Medien darauf hingewiesen, dass wilde Singvögel keine besondere Bedeutung in Zusammenhang mit der Vogelgrippe haben und tot aufgefundene Singvögel deshalb auch nicht gemeldet werden müssen (außer bei ungewöhnlicher Häufung).
    (04.01.2017)
    Patrick Marburger:   http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.zucht-im-zoo-wilhelma-als-tierische-heiratsvermittlerin.cd396f8f-c20d-4e11-bafb-7824cc07187e.html
    Interessant ist insbesondere ein Nebensatz: die Wilhelma koordiniert das Bilby-EEP.
    Von den letzten beiden Besuchen des Jahres:
    Die Hühnergänse haben vier Jungtiere, müssten eigentlich die ersten dieser Haltungsperiode sein.
    Bei den Schneeleoparden tut sich nicht viel, es wurde abgesperrt und gerodet, richtige Bauarbeiten noch nicht.
    Ich befürchte, dass es nur noch eine Schneeziege gibt.
    Trotz der Vogelgrippe sind Pinguine und Tölpel draußen, eine Sondergenehmigung liegt vor. Man diskutierte die Pingus in das Gehege von Hannibal zu setzen, dies ist mittlerweile wieder vom Tisch. Der Virus ist wohl insbesondere für Singvögel und Nutzgeflügel gefährlich, dennoch herrscht bekanntlich für das gesamte Federvieh Aufstallpflicht.
    Als ich ins Niedere Affenhaus kam und die Gibbons alle drei Gehege nutzen konnten und von den Haubenlanguren weit und breit nichts zu sehen war traf mich schirr der Schlag. Langer Rede kurzer Sinne: den Haubenlanguren geht es gut, damit die Gibbons mehr Abwechslung haben können diese stundenweise alle Gehege nutzen und die Haubenlanguren sitzen dann im rückwärtigen Bereich. Mittbekommen habe ich dies aber noch nie, ein zuständiger Tierpfleger den ich belästigte ebenfalls nicht. Wie gut es ist, dass (als die Haubenlanguren wieder zurückkamen) Gibbonkot auf dem Boden lag und mit Freude deren Futter verzehrt wurde sei dahingestellt.
    Im Kindergarten der Gorillas sind jetzt Infoschilder (Geschichte der Menschenaffenhaltung in Stgt und Mimi) aufgebaut. Diese sind zwar schön, allerdings dürfte dies wohl bedeuten, dass sobald keine mittlere Affenart (hätte ich mir für die Drills gewünscht) einzieht. Vermutlich weil man eben im Falle eines Falles nicht weiß wohin der Interimsbesatz soll.
    Wie es mit dem Dickhäuterhaus II nach dieser Serie an Todesfällen (stelle ich mir für die Belegschaft schlimm vor, der Start in 2017 müsste aber eigentlich ganz gut gelingen) weitergeht ist unklar. Es wird überlegt die Hirscheber nach oben zu holen, ein einsehbares Innengehege wäre schon was. Maik würde man gern abgeben, das in Frankfurt eine einzelne Flusspferdkuh steht hat man aber auch auf dem Schirm. Bautechnisch ist wohl zu beachten, dass die Wand zwischen Flusspferdbecken und ehem. Zwergflusspferdgehege statisch wichtig ist.
    (31.12.2016)
    Patrick Marburger:   http://www.wilhelma.de/nc/de/aktuelles-und-presse/pressemitteilungen/2016/23122016-fetzenseenadel.html
    (24.12.2016)
    Oskar Schwitters:   Hannibal kommt in Museum, Rosi hingegen. Derzeit liegt Hannibal noch in einer Gefriertruhe.
    (22.12.2016)
    Patrick Marburger:   Einen Beitrag einzufügen hat erst im dritten Versuch geklappt, daher der etwas lapidare Text. Vermutliche Ursache: Man darf sein Passwort nicht mittels Kopieren und Einfügen eingeben.

    Zum Thema: Es gibt anstelle der Bestandsliste von 2011 nun eine neue von 2015. Beim Überfliegen sah ich, dass mindestens Nagetiere, Fledertiere und Primaten fehlen?

    (18.12.2016)
    Patrick Marburger:   http://www.wilhelma.de/fileadmin/pdf/Angebote/2016/Tierbestandsliste_2015.pdf
    Neue Bestandsliste- keine Primaten mehr?!
    (18.12.2016)
    Patrick Marburger:   Von den letzten Besuchen:
    Nach Hannibal ist nun auch Rosi (Flusspferd; Gestern; 49 Jahre) verstorben. Was im Dickhäuterhaus II dieses Jahr verstorben ist, ist schon eine bedauerliche Serie: 1 Flusspferd, 1 Zwergflusspferd, 3 Hirscheber! Aktuell leben im Haus also zwei Hirscheber und ein Flusspferd. Bin mal gespannt wie man jetzt weiter macht. Im alten Zwergflusspferdgehege war ein frischer Salzstein angebracht, ob man die Hirscheber oben zeigen will? Eine nicht vermittelbare, männliche Schabrackentapirnachzucht wäre aus meiner Sicht ja eine gute Idee, aber ob man in dieses Haus noch neue Tiere holen will?
    Die Vogelgrippe hat nun zur Folge, dass alle Vögel nicht oder nur unter Schutzmaßnahmen (Folien) zu sehen sind. Mit zwei Ausnahmen: Brillenpinguin und Basstölpel. Aus der Not heraus hat man nun übrigens Gänsegeier und Seeadler vergesellschaftet.
    Zwei Jungtiere bei den Straußwachteln.
    (17.12.2016)
    Patrick Marburger:   Von heute:
    Vogelgrippe auch in Stuttgart. http://www.wilhelma.de/nc/de/aktuelles-und-presse/kurzmeldungen/detail.html?tx_ttnews%5Byear%5D=2016&tx_ttnews%5Bmonth%5D=11&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1585
    Allerdings mit für den Laien unverständlichen Folgen: Weg sind Pelikane, die Stelzvogelwiesen, Marabu, Sudan-Hornrabe, die Hühner auf dem Schaubauernhof, alle nicht betretbaren Volieren der Vogelfreiflugvoliere, sowie die asiatischen und afrikanischen Abteile letzterer. Folgerichtig noch da sind die Subtropenterrassen, Brillenpinguine, Tölpel, Pfaue, Greifvögel und Flamingos. Zusätzliche Schutzmaßnahmen an Volieren entdeckte ich nur an der Damaszenerhalle (und da bin ich mir nicht mal sicher).
    Weiteres:
    Der Weg an den Außenanlagen von Biber und (ehem.) Otter ist (wegen den Schneeleos) nicht zugänglich, das Innengehege nicht einsehbar, die Außenanlage nur schlecht. Dort zeigten sich die Bewohner allerdings so schön wie selten.
    Ein Prachtsexemplar von Weißkehl-Waran ist in das alte Gehege der Fenneks gezogen.
    Die 1,2 Säbelantilopen (mit denen sich die Wilhelma, dank des Namens Isis einen lächerlichen Skandal ins Haus geholt hat; http://www.bild.de/regional/stuttgart/wilhelma-zoo/aerger-um-zoo-tier-isis-48793200.bild.html;http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.wirbel-um-antilopen-name-in-der-wilhelma-isis-bleibt-isis.0bc4968d-381a-44bf-9221-1ef9c3e8e84e.html ) sind nun auf der Anlage. Die Vergesellschaftung scheint gut verlaufen zu sein, ein beeindruckendes Bild. Beschildert sind sie noch nicht. Ihrer Aufgabe im Erhaltungszuchtprogramm gerecht zu werden versuchen sie bereits.
    (19.11.2016)
    Patrick Marburger:   Der stellv. Revierleiter sprach explizit von einem (alleinigen) Besitzanspruch. Welche Ansprüche wer hat wird immer im Vorfeld vertraglich festgelegt. Im Falle von Savita ist es wohl so, dass ihr erstes Jungtier der Wilhelma gehört. Da man ja einer der erfolgreichsten Züchter war und ist (außer Basel und Berlin fällt mir da im deutschsprachigen Raum auf die Schnelle niemand mit besseren Bilanzen ein) kommt so bestimmt einiges zusammen (insbesondere da bei Enkeln ähnlich verfahren wird) einiges zusammenkommt ist klar, aber jedes dritte Tier in Gefangenschaft? Wie gut es ist, dass die Wilhelma-Gene so weit verbreitet sind ist eine andere Frage: die erste Zuchtkonstelation (Puri x Nanda) kam aus Basel, waren wohl Halbgeschwister. Mit Brunno hat man, als Partner der genetisch extrem wertvollen Sani, sich einen Sohn von Puri und Nanda- auf gut deutsch ein ingezüchtetes Tier- in den Bestand geholt. Sprich wenn ich nicht irre sind alle in Stuttgart geborene Nashörner leicht ingezüchtet, und das sind nicht gerade wenige. Merkt man davon eigentlich was? (Bin mir nicht ganz sicher, hieß es eigentlich nicht sogar mal, dass Inzucht Panzernashörnern überhaupt nicht schaden kann?)

    Der männliche Gavial ist übrigens mehr als vier Meter lang, man beabsichtigt Zucht. Wie das in der Halle aussehen soll weiß ich auch nicht: aufgrund ihrer Größe und dem nur dort vorführbaren Sprung wird man Tong nicht in eines der Seitenabteile verbannen (vor allem da im Hauptteil keine Möglichkeit zur Eiablage), zwei Gaviale in einem der Seitenabteile wäre aber auch nostalgisch, dass man die beiden Seitenabteile durchgängig gestalten kann wäre ideal, aber ob das möglich ist? Vor allem hieß es bei der Abgabe der zwei kleineren Leistenkrokos, da man froh ist, dass man nun wieder weniger Tiere als Abteile hat damit man zum reinigen umsperren kann,

    Beim zukünftigen Besatz des Raubtierhauses geht es mir ähnlich. Aus meiner Sicht wäre von Elefantenhaus nach Affenfelsanlage vernünftig: große Freianlage gegenwärtig Tiger, zukünftig Löwe (im neuen Haus will man auch züchten), Käfig I gegenwärtig Schneeleo, zukünftig Leopard od Tiger, Käfig II gegenwärtig Schneeleo, zukünftig Leopard od Tiger, Käfig III (mit Wasserbecken) gegenwärtig Leopard, zukünftig Jaguar.
    (28.10.2016)
    Michael Mettler:   Formell muss doch aber irgendwer das Eigentum an den Tieren innehaben, selbst wenn sie zur \"Verteilung\" für Zuchtzwecke durch ein Zuchtmanagement zur Verfügung stellt. Früher war es in Zuchtgemeinschaften zwischen zwei Zoos doch nicht unüblich, dass der Nachwuchs (und damit das Eigentum an ihm) untereinander aufgeteilt wurde. Erklären sich die 70 Nashörner dann durch Eigentumsanspruch an Kindern, Enkeln, Urenkeln usw. der Stuttgarter Stammeltern?
    (28.10.2016)
    WolfDrei:   @P. Marburger: ``70 Panzernashörner ` gehören der Wilhelma``: das ist sicher zu interpretieren, zumal ja heute nicht mehr im eigentlichen Sinne Tiere verkauft oder eingekauft werden ( ich meine die EAZA-Zoos - was nicht bedeutet, dass es das nicht mehr gibt ): es wird ``eingestellt``.
    Mein Wissen zu den Wilhelma-Rhinos: als ich erstmals die Wilhelma 1990 besuchte, gab es etwa 80 Panzernashörner in Zoos weltweit mit gehörigem Männerüberschuss. Das Wilhelma-Paar ``zeichnete`` sich gerade dadurch aus, dass es zu dem Zeitpunkt 8 Geburten hatte - alles Bullen. Offensichtlich wollte man die Zucht nicht auslaufen lassen, kümmerte sich in San Diego um eine neue Kuh - das war Jhansi. Da aber offensichtlich zur gleichen Zeit die letzte und neunte Geburt ein Weibchen brachte und - oh Schreck - Jhansi ein nicht eingeplantes weibliches Baby bekam (die heutige Betty), verblieben Jhansi und Betty im Tierpark Berlin. Soweit ich mich noch erinnere, war die damalige Nashornanlage aus der ``Betonzeit`` keinesfalls für 4 - 5 Tiere ausgelegt. Das zu meiner Interpretation.
    Möglich also, dass die Gene der Wilhelmabullen heute weltweit verbreitet sind - aber ``Eigentum``?

    (28.10.2016)
    Patrick Marburger:   Vom Patentag:
    0,2 Säbelantilopen aus Lissabon sind da (und bereits im Absperrgehege der Zebras, das Männchen lebt schon in Vergesellschaftung mit Grevy und Dorkas). Von den 200 weltweit in Zoos lebenden Panzernashörnern gehören 70 der Wilhelma?! Besatz des Kleinsäugerhauses: Rennkuckuck, Weißstirnspint, ein Kolibri, Nacktmull, Tamandua und Faultier. Eröffnung zu den Sommerferien nächsten Jahres. Bei den Schneeleoparden eröffnet man im Herbst. In die Krokodilhalle ziehen Ende diesen Jahres zusätzlich zum Leistenkrokodil (es bleibt beim Einzeltier) 1,1 Sunda-Gaviale, Zucht wird beabsichtigt. Welche Affenart in den Gorilla-KG zieht ist unklar, klang noch sehr theoretisch. Die Flusspferdanlage am Neckar ist wohl noch sehr unkonkret, das zuständige Revier erfuhr/erfährt davon nur aus der Presse. Nach dem die Schneeleos aus dem Raubtierhaus ausgezogen sind folgen Ende nächsten Jahres 2,0 Asiatische Löwen und ein schwarzer Jaguar nach.
    Sonst von heute:
    Die Voliere der Anlage für Bären und Klettertiere ist komplett eingerüstet. Einem der Kakas fehlt ein Auge (wie lange schon?), die Zwergseidenäffchen sind vom 18, Oktober, es gibt weitere 4,4 Ferkel bei den Schwäbisch-Hällischen.
    (28.10.2016)
    Patrick Marburger:   Von heute:
    Seit dem 22.10 gibt es ein Haubenlangurbaby III! Das Muttertier ist schwarz, das Jungtier wird es wohl auch.
    Der einzelne Springtamarin (bei Krallenaffe, Aguti. Faultier etc.) ist nicht mehr angeschrieben. Wieder streit mit dem männlichen Faultier?
    In der gesamten Dschelada-Anlage war stellenweise eine rote Flüssigkeit zu sein. Ich hoffe (insbesondere aufgrund der Menge) inständig, dass ich mich täusche...
    Beim Kapwaran wird fleißig gearbeitet, das lässt auf einen baldigen Einzug hoffen.
    (25.10.2016)
    Patrick Marburger:   Hundert Jahre sollst du leben!

    Heute beging Hannibal, seines Zeichens mit ordentlichem Vorsprung das älteste Zwergflusspferd der Welt, beging heute seinen 50. Geburtstag. Neben der obligatorischen Torte waren auch zig Fernsehteams u.ä. (Cannstatter Zeitung, Stuttgarter Zeitung, Stuttgarter Nachrichten, ZDF, SWR, Regio-TV, Zoofreund etc. etc.) anwesend. Wie das in dem schmalen Besucherbereich zuging mag man sich vorstellen.

    Ansonsten:
    Geburt bei den Zwergseidenäffchen (sah noch recht klein aus); an dem Waran-Gehege wird gearbeitet; den Kaiman bereits mehrmals gesehen, nun erstmals gut; das Hirscheberweibchen, welches ich im Juni hier erwähnte verstarb vor 1,5 Wochen, auf den Obduktionsbericht wird noch gewartet; Savita ist nun in Lissabon; die Säbelantilope steht nun nicht mehr im großen Absperrgehege hinten sondern in einem kleinen direkt an den zukünftigen Mitbewohnern, hoffentlich gelingt die Vergesellschaftung.
    (19.10.2016)
    Patrick Marburger:   Nachtrag: bei den Schweinen gibt es seit dem 29.09. 5,5 Ferkel; das Kalb der Hinterwälder ist bei den Skudden. Im ganzen Zoo (wenn ich mich nicht täusche sogar in jedem Tierhaus) wird die Veranstaltung an Halloween beworben, auch mit zwei großen Transparenten die dank Jahreszahl danach nicht mehr verwendbar sind.
    (08.10.2016)
    Patrick Marburger:   Von heute:
    Ich sah nur einen Brillenbären, der \"tigerte\" immer nahe dem Separierungsbereich. Keine Ahnung was dahintersteckt. Die Dorkas-Gazellen nutzen immer öfter auch das vordere drittel der Anlage, sie ein Eichhörnchen jagen sehen dürfte zu den selteneren Anblicken gehören. Im Insektarium (genauer gesagt in der Schmetterlingshalle) lebt eine Ratte. Ein Prachtexemplar, hoffentlich hält sich der Schaden in Grenzen. Es wird eine Besucherumfrage (man wird irgendwo im Zoo angesprochen) durchgeführt. Fragen waren es ca. 25. Neben den üblichen Fragen (Alter, Wohnort, Bildungsstand etc.) wurde z.B. die Häufigkeit des Besuches, das Beschilderungssystem (es wurde zwischen Orientierung und den eigentlichen Schildern an den Gehegen sogar differenziert), die Gastronomie, der Hauptgrund des Besuches, welchen der \"Zoogrundsätze\" man für am wichtigsten hält, welche Tierarten man am liebsten besucht, welche Tierarten man vermisst, was einem an einem Zooführer (Neuauflage geplant) am wichtigsten ist, wie man den Eintrittspreis einschätzt und welchen Teil des \"Dreiklangs\" man für am wichtigsten hält abgefragt. Durchgeführt wird die Umfrage vom Badischen Landesmuseum (also einer \"Tochterfirma\" o.ä.).
    (08.10.2016)
    Patrick Marburger:   Vom Infostand über das Vogel- und Kleinsäugerhaus anlässlich des Wilhelma-Tages:
    Den zukünftigen Besatz bilden (voraussichtlich): Zwergmäuse, Rennkuckuck (wird zusammen mit Vogelspinne und Schlange präsentiert, Vergesellschaftung mit X), Nacktmull (abgedunkeltes Röhrensystem), Bienenfresser (Zucht beabsichtigt, aufwändige Brutwand zu den Pflegerräumlichkeiten hin), Prachtfinken, Balistar (die im Maurischen Landhaus müssen ja dem Australien-Haus weichen), \"Asiatische Vögel\", Tupaja, , Zwergfalken, \"Kleinvögel\" und Tamanduas (Vergesellschaftung mit X). Die ursprüngliche Idee Faultier frei im Haus zu halten wurde verworfen, da zu aufwändig. Erstmal bleiben diese im JAZ, perspektivisch sollen sie ins Amazonienhaus (ob freilebend oder nicht ist noch nicht fest).

    Ansonsten:
    In das Gehege der Fransenschildkröten zog ein juveniler Breitschnauzenkaiman. Geschlüpft am 3. August.
    Im Amazonienhaus wurde über dem Besucherweg (die Kurve zur Anakonda- ehemals Leguan- hin) ein Ast mit Wärmelampe angebracht, vermutlich will man einen weiteren Stammplatz für die Leguane etablieren.
    Schon länger sah ich keine Armmolche mehr, hoffentlich sind die noch da.
    Die hinter Vogelvoliere im großen Gewächshaus (ehemals Viktoria-Regia-Haus) wurde abgerissen, in den nächsten Monaten wird sie saniert.
    Bei den Schneeleoparden liegt noch keine Baugenehmigung vor. Man hofft nächstes Jahr eröffnen zu können. Die Innenanlagen können nicht genutzt werden.
    (02.10.2016)
    Patrick Marburger:   Von heute:
    Die Säbelantilope ist aus England.
    Bei den Kühen gab es am Sa eine Geburt. Das Kalb ist an Besuchern äußerst interessiert.
    Die Pouitus lagen im hintersten Bereich der Anlage unter den Bäumen, da waren selbst die Hinterteile der beiden Przewalskis attraktiver.
    (27.09.2016)
    Patrick Marburger:   Von heute:
    Eine Säbelantilope steht im Absperrgehege der Zebras. Ein toller Neuzugang und (s.u.) sogar pünktlich. Hoffentlich klappt die Vergesellschaftung mit Zebra und Dorkas.
    Die beim letzten mal als neu genannte WG im JAZ ist wieder beendet.
    Bei den Schneeleoparden geht es nun los: Bauzäune wurden aufgestellt, die Bäume mit Schutzvorrichtungen versehen.
    Große Fortschritte auch beim Kleinsäugerhaus, es stehen bereits mehrere Wände. Nur zum Tierbestand nichts neues, ob man am Wilhelma-Tag (dort gibt es sogar einen passenden Infostand) mehr verrät?
    Bei den Anlagen von Kap-Waran und dem Gorilla-KG keine Veränderung.
    Wie bereits in den Zeitungen zu lesen sind die Bongos wieder da. Sie machen sich sehr gut auf der neuen Anlage.
    Die Przewalskis sind weg, die Poitous dort eingezogen. Schade!
    Mal schauen wann Wisent, Bison (angekündigt) und Damhirsch (meine Vermutung) weg sind. Hier ist man dabei einige Musterbeispiele für Ex-situ Artenschutz abzugeben, die bereits erfolgte Beendigung der Haltung von Onager, Addax und (wenn auch etwas länger her) Milus nicht zu vergessen. Aber gut mit Säbelantilope und McCourds-Schlangenhalsschildkröte sind auch unter diesem Aspekt nennenswerte Arten in jüngster Zeit in den Bestand gekommen.
    Laut neuem Wilhelma-Magazin wurde Hannibal operiert, das klang fast wie ein vorzeitiger Nachruf.
    (24.09.2016)
    Patrick Marburger:   Von den letzten Besuchen:
    Die Fenneks (US-Import) gingen nach Augsburg und werden durch einen Weißkehlwaran ersetzt. In Stuttgart mal wieder einen großen Waran zu sehen hätte ich nicht für möglich gehalten. Wie vor Monaten angekündigt wurden nun die Springtamarine mit den Zwergseidenäffchen vergesellschaftet. Die Zwergseiden erkunden ihr neues Domizil ausgiebig, während den Springtamarinen das Kleinzeug suspekt zu sein scheint: sie waren trotz Wetter alle im Außengehege. Die beiden Gehege sind auch durch einen bodennahen Durchgang verbunden, ob man endlich das Potential nutzt im JAZ mehr Unterbesatz zu zeigen? Bei den Kleinsäugern wird ordentlich gearbeitet, mittlerweile sieht man schon einige Wände. Das Gebäude wird massiver als ich gedacht hätte. Die Breitschnauzenkaimane haben nachgezogen, die JUVs sitzen hdK im Terrarium, schaut nicht gut aus. Gorillas und Bisons können übrigens schon länger wieder das ganze Gehege nutzen. In den verwaisten Gorilla-KG soll eine \"mittlere Affenart\" einziehen. Allerdings nur so lange bis er wieder zur Aufzucht benötigt wird. Ich persönlich würde die Drills schön finden, die könnten ein größeres Gehege sehr gut vertragen und passen in das überwiegend südamerikanische JAZ eh nicht so wirklich. Das Innengehege der Brüllaffen-Jungs ist zwar besser als ich gedacht hätte, die könnte ich mir aber im jetzigen Drill-Gehege (oder im alten Menschenaffenhaus) gut vorstellen. Die Dschelada-Quarantäne ist übrigens beendet, mal schauen ob es wieder langen Leerstand gibt.
    (18.09.2016)
    Patrick Marburger:   Gestern gab es eine Geburt bei den Vikunjas. Habe ich von Beginn bis Ende mitverfolgt. In dem Kontext war von \"geboren\" übrigens weitaus seltener zu hören als von \"geschlüpft\"... Bei Interesse gibt es ein Video und weitere Bilder (aber nicht alle 900) der Geburt per We-Transfer.
    (23.08.2016)
    Patrick Marburger:   Nachtrag:
    Die Weissnackenkraniche sind wieder da, der Kronenkranich wieder weg.
    Von heute:
    Mittlerweile mind. sieben Küken bei den Flamingos. Warum auch immer ist der Jägerlist in der Krokodilhalle nicht mehr da und auch nicht ausgeschildert. Vielleicht hatte das Leistenkroko lust auf einen Nachtisch. Die Sanierung wirkt bei den Gorillas fast abgeschlossen. Die Erdmännchen haben zwei neue Jungtiere. Die Baustelle bei den Kleinsäugern ist jetzt mittels zwei Scheiben einsehbar. Und man sieht nichts... Das Areal ist eine einzige Erdfläche, kein Fundament geschweige denn ein Gebäude vorhanden. Ob der Plan bis zum Winter das Gewächshaus zu bauen klappt wage ich zu bezweifeln.

    (30.07.2016)
    Patrick Marburger:   Von heute:
    Bei den Flamingos sind es mittlerweile mind. sechs Küken. Wie der Kurzohr-Rüsselspringer und der 2. Damhirsch sind sie aber immer noch nicht angeschrieben.
    Die Somali-Wildesel haben ein Jungtier. Da eine Stute seit zwei Besuchen nicht zu sehen war und aufgrund der Aufenthaltszeit des Hengstes ich mir Juli/August als Geburtstermin ausgerechnet hatte hoffte ich, nun habe ich es erstmals gesehen. Laut einer Besucherin kam die Meldung schon im Radio, da das Fohlen aber nur im Absperrgehege ist und am Gehege selbst kein Hinweis angebracht wurde könnte ich mir eine Verwechslung mit dem Pouito-Esel vorstellen. 11. Juli 2010 könnte der Geburtstag des letzten Fohlens gewesen sein.
    An einigen Stellen (Insektarium, Vogelfreiflugvoliere, JAZ) wurde (schon im Zeitraum meines letzten Updates) begonnen die Beschilderung auf Vordermann zu bringen, mal schauen wenn man hier konsequent sein möchte hat man noch einiges zu tun.
    (22.07.2016)
    Patrick Marburger:   Von gestern:
    Die Kurzohr-Rüsselspringer haben nur noch ein Jungtier.
    Die Strauße und Hirscheber zeigen aneinander deutliches Interesse, vielleicht klappt es diesmal.
    In das umgestaltete Terrarium der Spitzkopfnatter zog eine(?) Vietnamesische Langnasennatter. Hier hat man tolle Ergebnisse in Sachen Bestandsveredelung und Umgestaltung erzielt. Hoffentlich macht man weiter, noch haben die Mehrheit der Terrarien Betonwände.
    Bei den Mesopotamiern gibt es ein zweites Jungtier.
    (17.07.2016)
    Patrick Marburger:   Von heute:
    Seit Dienstag haben die Kurzohr-Rüsselspringer zwei Jungtiere.
    Bei den Bongos ist der Besucherbereich eine einzige (betretbare) Baustelle. Wie gesagt die Anlage selbst ist schon fertig, nur die Bongos fehlen bis Herbst...
    Die Umgestaltung bei der Spitzkopfnatter geht zügig voran, schaut wie die anderen Umgestaltungen der letzten Zeit gut aus. Vielleicht braucht man diesmal nicht ganz so lang.
    Die Flamingos haben mittlerweile mind. vier Küken, angeschrieben sind sie immer noch nicht.
    Die Aufteilung der Kontinente in der Vogelfreiflugvoliere verfällt, blöden Besuchern sei dank, immer mehr.
    Das tote Jungtier bei den Blutbrustpavianen ist nicht mehr da. Ich finde es toll, dass das Haus jetzt nicht mehr nur aus Leerstand besteht, hoffentlich schaut man dass dieser Zustand nicht nach dem Auszug der Dscheladas (bald; wie lange dauert in einem solchen Fall eigentlich eine Quarantäne?) und den drei Orangs (wohin damit?) wieder einkehrt. Gerade die Drills haben durch den JAZ-internen Umzug (der mit den Greifstachlern ein hohes Opfer forderte) nur geringfügig profitiert.
    Die Sanierung des Gorilla-Kindergartens scheint fast fertig zu sein, es ist jetzt nur noch ein Gehege. Mal schauen wie es mit dem weitergeht...
    (09.07.2016)
    Patrick Marburger:   Kleines Update von heute:
    Bei den Flamingos sind es mittlerweile mindestens drei Jungvögel.
    Im Gehege der Klunkerkraniche war der Kronenkranich von gegenüber. Achja die Paradies brüten schon wieder, da ist die letzten male aber eh nichts bei herausgekommen.
    Bei den Alpakas gibt es zwei Jungtiere, eines davon war schon bei meinem letzten Besuch da.
    Die Biber haben Jungtiere. Gesehen habe ich nur eines, muss aber bei diesem Innengehege nichts heißen.
    Einer der Brillenbären bewegte sich heute ausgiebig im Wasser, so noch nie gesehen.
    Bei den Grevys laufen zZ vergesellschaftungsversuche mit dem neuen Hengst, man möchte züchten.
    Bezüglich der Dscheladas war ich zu voreilig. Das Tier wurde immer noch von der Mutter getragen. Es hat schon etwas seltsames wenn das Tier bei der Fellpflege des toten Jungtiers beobachtet. Wird das langsam nicht gesundheitsgefährlich? Wie wurde denn in vergleichbaren Fällen gearbeitet (wie lange, auch vor den Kulissen)? Bin froh dass es darüber keine Berichterstattung im Stil von Bild oder so gab, hoffentlich bleibt das so. Ich habe übrigens keinen Besucher bemerkt der die Info oder gar das tote Jungtier entdeckt hat.
    (01.07.2016)
    Nikolas Groeneveld:   Schlechte Nachrichten aus der Wilhelma.
    Auch das zweite Hirscheberjungtier ist inzwischen an einem angeborenen Herzfehler gestorben.
    Damit verbleiben drei Hirscheber in der Wilhelma.
    (01.07.2016)
    Patrick Marburger:   Nachträglich nachgetragene Nachträge im Monolog: Die Flamingos haben ein erstes Küken. Zahlreiche Tiere brüten. Ist aber noch nicht angeschrieben. Ebenfalls nicht angeschrieben ist das bereits erwähnte Hirscheber Jungtier und ein (vermutl. bereits etwas älteres) Jungtier der Kleinen Kudus. Bei letzteren erzielt man bzgl. der Vergesellschaftung deutliche Fortschritte. Wie kommts?
    (25.06.2016)
    Patrick Marburger:   Das Gehege der Spitzkopfnatter ist \"wegen Umbau zur Zeit nicht besetzt\". Hoffentlich dauert das nicht wieder so lange... In jedem Fall wird bereits gearbeitet. Bei den Bongos habe ich mich zu früh gefreut: die Anlage ist zwar bereits fertig bis Herbst werden aber nur Hornrabe und Marabu dort sein. Die Außenanlagen des AS-Amazonienhauses habe ich heute erstmals (also seit dem Umbau versteht sich) besetzt gesehen. Moritz (Orang) hat man mit den beiden verbleibenden alten Weibchen vergesellschaftet. Die anderen beiden sind schon weg. Mal schauen was man mit den drei \"Problemtieren\" macht, vermitteln will man sie, aber welcher Zoo bietet hier schon freiwillig Asyl. Bei den Steinböcken sind es nun mehr drei Jungtiere. Das Ferkel der Hirscheber sah ich, allerdings nur innen, sprich es gibt leider kein Bild. Bei den Dscheladas trug ein Tier einige Tage ein totes Jungtier. Mittels eines Infoschilds wurden die Besucher darüber aufgeklärt. Um 15:00 dann Abbruch des Besuches, da es unwetterartig regnete, eine Viertelstunde später schien die Sonne....
    (25.06.2016)
    Patrick Marburger:   In der aktuellen Berichterstattung ist von dem toten Jungtier mal wieder nichts zu lesen, wahrscheinlich hat man nach dem Theater mit Corinna Angst vor noch mehr schlechter Presse. (Auch wenn sie in beiden Fällen jeglicher Grundlage entbehrt.) Vielleicht veröffentlicht ein Frank Albrecht oder ein anderer guter Freund der Wilhelma die Sache mit dem 2. Jungtier, daher wäre es aus meiner Sicht klug gewesen den Todesfall nicht zu verheimlichen. Zu den Bongos dieser Link:http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.bongo-gehege-der-wilhelma-nimmt-formen-an-zoo-setzt-auf-afrikanische-kunst.5ca19892-ac14-4753-890c-cf8f5b1d93b2.html. Wie viele Millionen Frankfurt für die Umgestaltung gebraucht hätte? Was ich mich gefragt habe: wäre es eigentlich möglich in dem ganz schmalen (und unterhalb vom Absperrgehege kaum genutzten) Gehege der Okapis Ducker unterzubringen und diesen Zugang zu Bongos und Okapis (mittels kleinen Öffnungen im Zaun) zu gewähren?
    (23.06.2016)
    Patrick Marburger:   Einige Neuigkeiten vom heutigen Besuch:
    Das Leistenkrokodil \"Deng\" ist tot. Schuld sind in das Becken geworfene Gegenstände, dabei gibt es schon immer große Warnschilder (die immer mehr werden). Hier befürchte ich, dass man sich bald über eine millionenteure und gänzlich unattraktive Nachrüstung der Halle (bspw. mittels Glasscheiben) Gedanken machen muss. Aktuell lebt der Weißling also alleine in der Halle.
    Von einigen lärmintensiven Bauarbeiten im Besucherbereich abgesehen wirkt die Anlage der Bongos weitgehend fertig. Da die Fertigstellung ja für Juni bzw. die Jahresmitte angekündigt war, dachte ich dass das ein schönes Weihnachtsgeschenk gibt, aber die Variante ist sowohl ungewöhnlich, als auch besser. Marabus und Sudan-Hornrabe sind bereits eingezogen. Falls man (wie es aussieht) nicht zwischen der schmalen Anlage mit Wassergraben und der großen Anlage der Gruppe trennt, würde dies bedeuten, dass die Weibchen erstmals mit den drei Vögeln in Kontakt kommen würden. Bei der Infohütte bin ich mir nicht sicher, ob das (wie im Zoofreunde-Forum zu lesen war) wirklich eine wird, bisher sieht es nur nach einer Sitzgelegenheit aus, hoffentlich kommen doch noch Schilder.
    Das weibliche Hirscheber Juv (Geburtsgewicht: unter 600 Gramm) hat es trotz Zufütterung im zwei Stundentakt nicht geschafft. Dem männlichen Juv (Geburtsgewicht: 700 Gramm, aktuell etwa 1 kg) geht es gut. Meine Vermutung in Bezug auf das neue Weibchen war richtig, es ist tatsächlich der letztjährige Nachwuchs aus Chester.
    Bei den Dscheladas wird eine Verkleinerung der Gruppe vorgenommen. Die Tiere gehen nach Kalifornien bzw. Frankreich. Zur Zeit befinden sie sich in der Vorquarantäne im alten Menschenaffenhaus. Also geht es (wie bei den Klammeraffen auch) wenn es sein muss doch... Die Planungen für eine Männergruppe (siehe altes Wilhelmamagazin) sind im Sande verlaufen. Gegangen wäre es um die jetzige Anlage der Japanmakaken, da diese zu nah an der Zuchtgruppe ist wäre dies schlecht.
    Bei den Steinböcken gibt es zwei Jungtiere.
    (17.06.2016)
    Patrick Marburger:   Aufnahme war zu groß und wird vom zurecht schneiden auch nicht besser. Der Vater der Jungtiere müsste übrigens ein anderer sein, zum Muttertier kann ich nichts sagen.
    (14.06.2016)
    Patrick Marburger:   @ Michael Mettler: mit weiteren Bildern wird es schwierig, das Tier wird ja nicht in der Gruppe bleiben. Beobachten werde ich die Sache aber weiterhin. Hoffentlich anbei eine miserable Aufnahme von Juni 2014.
    Noch ein Nachtrag zu meinem Bericht: die drei letztjährigen Juvs der Gänsegeier sind in Bulgarien, zur Auswilderung.
    In Bezug auf Sani steht ja in Zooführern usw., dass sie ein nepalesisches Staatsgeschenk war. Hat hier jemand weitere Infos? Spannend für mich wäre bswps. an wen das Geschenk ging (idR ja an eine konkrete Person) und zu welchem Anlass. Auch wären detailierter Infos als \"Staatsgeschenk aus Nepal\" (wie in den Führern steht) spannend, genauso wie das mit diesem Artikel zusammenpasst: http://old.himalmag.com/component/content/article/3080-Round-up-of-regional-news.html
    (14.06.2016)
    Michael Mettler:   Meiner Erinnerung nach habe ich noch nie ein Markhorjungtier mit solchen weißen Abzeichen gesehen und fände es interessant, irgendwann mal ein Foto von ihm in späterem Alter sehen zu können. Eine schlichte Farbmutation ist ja nicht auszuschließen, andererseits wurde anlässlich einer Studie in Wien vor einiger Zeit unerwarteterweise Hausziegen-Einkreuzung in Markhoren verschiedener, in der Zusammenfassung nicht namentlich genannter Zoos festgestellt - auch sowas kann sich natürlich irgendwann farblich \"herausmendeln\"...
    (10.06.2016)
    Patrick Marburger:   Ich komme gerade von der Mitgliederversammlung des Fördervereins:
    Bei den Hirschebern gibt es seit Dienstag 1,1 Jungtiere. Das Weibchen ist etwas schwächlich. Daher hat man sich entschlossen etwas Milch zu zu füttern. Man ist aber zuversichtlich, dass beide Jungtiere aufkommen.
    Ab Herbst werden Säbelantilopen (Artenschutzauftrag!) die Gemeinschaftshaltung von Dorkas-Gazellen und Zebras bereichern.
    Beim Kleinsäugerhaus liegt das Baugesuch der Stadt Stuttgart vor. Bis Winter möchte man bauen. Im Winter den Innenausbau vornehmen. Im Frühjahr eröffnen. Die Mischung aus Zoologie (Vögel, Kleinsäuger) und Botanik (Insektivoren) wurde sehr hervorgehoben, zum Besatz allerdings kein Wort.
    Bei der Schneeleopardenanlage möchte man bald (nur noch Kleinigkeiten) das Baugesuch einrechen. Man spricht nun davon dass die Fläche vervierfacht wird. Es wird drei Abteile geben. Die Eröffnung ist im Sommer 2017 vorgesehen. Der Förderverein zahlt 300.000 Euro.
    Beim Elefantenpark ist die Machbarkeitsstudie fertig. Beim anstehenden Wettbewerb sollen nur Personen die bereits ein derartiges Projekt gebaut haben zugelassen werden. Die Mittel für das Projekt sollen im Doppelhaushalt 2020/21 stehen. Vorher kann auch nicht gebaut werden. Zum Thema Begleittierarten wurde nichts gesagt.
    Der Masterplan wurde nun erneut dem Ministerium zur Prüfung vorgelegt. Es wurde eine Prioritätenliste nachgereicht. Diese umfasst sechs Projekte und die nächsten 10-15 Jahre.
    Das Maurische Landhaus muss aufgrund der Nutzung als Tropenhaus saniert werden. Das neue Thema heißt- immer noch- trockener Eukalyptuswald. Nachttiere, Beuteltiere, darunter Koalas: mehr wurde nicht gesagt. Der Verein steuert eine Million bei. Die Eröffnung ist für 2019 vorgesehen. Eine Machbarkeitsstudie soll es vorher geben.
    (09.06.2016)
    Patrick Marburger:   Suptropenterrasse kommt nicht von Suppe, sondern von Subtropen? Naja, auf die Rechtschreibung sollte es nicht ankommen...

    Die jüngste Schraubenziege anbei,
    (04.06.2016)
    Patrick Marburger:   Von heute: bei den Markohren sind es mittlerweile vier Jungtiere. Als weiteres Geburtsdatum ist der 29. angeschrieben. Ob das jüngste noch fehlt oder an einer der drei Termine es zwei Geburten (oder Zwillinge) gab kann ich nicht sagen. Das jüngste hat übrigens- im Gegenteil zu seinen Halbgeschwistern- eine weißliche Färbung im Gesicht und insbesondere an den Beinen. Ist das etwas ungewöhnliches? Seit die Juvs da sind ist das Männchen nicht mehr auf der Anlage. Die Poitou-Esel sind mit einer Ausnahme auf dem Tennhof. Ich konnte mit niemandem sprechen, daher kann ich nicht sagen warum. Der Auffenbergs-Waran ist nicht mehr angeschrieben. Traurig! Grund? Bei den Flamingos und Basstölpeln wird gebrütet, abwarten ob mit Erfolg. Letztes Jahr gab es bei den Tölpeln ein Jungtier, das nicht aufkam. Wie viele Jungtiere es bei den Mähnenschafen und Dscheladas sind kann ich nicht sagen, in jedem Fall werden es bei jedem Besuch mehr. Ersteres freut Dumai, letzteres dürfte dem Koordinator Kopf zerbrechen bereiten. Zusätzlich zu der Restaurierung im Maurischen Garten (schon länger) wird nun auch an der unteren Suptropenterrasse gearbeitet. Ob es die großen Baumaßnahmen zur Stabilisierung werden?

    Ein neuer Hirscheber anbei. Könnte es das letztjährige Ferkel aus Chester sein, oder ist das Tier schon älter?
    (04.06.2016)
    Patrick Marburger:   @ Michael Mettler: dann ist ja gut. Eine derartige Dachgestaltung kannte ich bisher nicht (nach Norddeutschland ist es von Stuttgart halt eine respektable Strecke) und war deshalb etwas skeptisch.
    (27.05.2016)
    Michael Mettler:   @Patrick Marburger: In Norddeutschland nennt man solche Dächer Reetdächer (Reet = plattdeutsch für Ried, Schilf). Das Material wird hier (und auch z.B. in Dänemark) seit Jahrhunderten für Wohnhäuser, Ställe, Scheunen usw. (auch für sehr große Dachflächen) genutzt und hält lange (wenn auch nicht ewig). Im Zoo Hannover sind diverse Gebäude und Schutzdächer im Afrika-Bereich seit anderthalb bis zwei Jahrzehnten damit in Gebrauch (sehr zur Freude der Haussperlingpopulation, die darin tolle Nistmöglichkeiten findet), Erneuerungen des Dachmaterials sind hier m.W. nur in großen Abständen nötig.
    (27.05.2016)
    Patrick Marburger:   Das jüngere der beiden Schraubenziegen hoffentlich anbei.
    (27.05.2016)
    Patrick Marburger:   Nach längerer Abwesenheit einige Jungtiere: mehrere Totenkopfäffchen (14. 04.; 21. 04.; 02. 05.); weitere Mähnenschafe; 2 Zwergseidenäffchen (22.05.); 2 Markohre (15.05. und 25.05.); Nilgänse; Weißstörche und ein Mesopotamischer Damhirsch. Die Klammeraffen-Gruppe die im alten Menschenaffenhaus provisorisch untergebracht war lebt jetzt hinter den Kulissen. Die Vermittlung in andere Zoos erfolgt jetzt stück für stück. Hintergrund sind nicht nur (die damals angegeben) Rangkämpfe sondern auch die Gefahr von Inzucht. Bei den Okapis und Giraffen sind jetzt die Individuen beschildert. Portrait; Name; Geschlecht; Geburtsdatum; Geburtsort. Die Schilder hat man sinnvoller Weise nicht gesammelt sondern an der jeweiligen Box angebracht. Bei den Gorillas (unteres Gehege) und dem Gorillakindergarten werden gerade die Baumängel behoben. Man ist also vermutl. ein Jahr hinter dem ursprünglichen Zeitplan. Bei den Nasenbären arbeitet man jetzt intensiver mit Beschäftigungsfutter. Die Anlage der Bongos ist fast fertig und sieht sehr gut aus. Auf so manche Spielerei (Mosaike an einer noch im Rohbau befindlichen Infohütte; aus Holz geschnitzte Masken an der Gehegebegrenzung etc.) hätte ich zwar verzichten können aber es ist ein deutlicher Gewinn für Besucher und Tier!

    Die zukünftige Infohütte hoffentlich anbei. Mal schauen wie das Dach (so erfolgte die Gestaltung auch an drei anderen Stellen) einen Winter später ausschaut. Ob es hier nicht Möglichkeiten bei denen nicht so oft nachgebessert werden muss gegeben hätte?
    (27.05.2016)
    Oliver Muller:   Ich hoffe ja doch, dass irgendwann noch der komplette und offizielle Masterplan veröffentlicht wird...
    (06.05.2016)
    Patrick Marburger:   http://www.cannstatter-zeitung.de/lokales/stuttgart_artikel,-pama-und-zella-muessen-sich-noch-gedulden-_arid,2043879.html
    Aus dem langen aber inhaltslosen Artikel: Baustart Elefant nicht vor 2019 (da die Zeit davor für einen Architektenwettbewerb nicht reicht....); Baustart Kleinsäuger: August, Innenausbau: Winter, Eröffnung Frühjahr 2017; Schneeleopard: Baugesuche bald, Eröffnung Sommer 2017
    (06.05.2016)
    Patrick Marburger:   @ Ottmar Muller: Seit längerem ist offiziell, dass die Faultier wieder einziehen werden. Beim Patentag (s.u.) wurden Tamanduas und Nacktmulle als weitere Bewohner genannt. Allerdings stand kurz danach in der Zeitung, dass der Tierbesatz noch nicht feststehe. Der Abriss des Flusspferdhauses ist mittlerweile geplant. Dies klingt mir allerdings nach sehr langfristig. Es geht darum dort einen Neubau für Hirscheber und Schabrackentapire (Quelle: Führung bei Zoohistorica) zu errichten.
    (06.05.2016)
    Ottmar Muller:   Ich bin froh, dass man nicht warten muss, bis das Großprojekt Elefantenhaus endlich in Angriff genommen werden kann, sondern dass auch kleinere Projekte verwirklicht werden. Ist denn auch schon bekannt, welche Arten in das neue Kleinsäugerhaus einziehen sollen? Und das Flusspferdhaus wird dann wohl auch früher oder später abgerissen?
    (06.05.2016)
    Patrick Marburger:   @ Michael Mettler: Aktuell ist die Nachttierabteilung zu meiner außerordentlichen Freude (Achtung ironisch) ja geschlossen. Wäre spannend ob/wie die gegenwärtig genutzt wird. Das Maurische Landhaus soll ja Australien-Haus werden. Hierfür ist m.W. auch eine neue Nachttierabteilung geplant. Bei den im Zuge der Zoohistorica bzw. dem Patentag bereits genannten Teilen des Besatzes (Kowari, Tüpfelbeutelmarder, Bilby, evtl. Schnabeligel) drängt sich dies auch auf. Klar kann man die Arten auch ohne Nachttierhaus halten, dies wäre allerdings gänzlich unattraktiv. Ich meine dass es hieß, dass die gegenwärtige Substanz komplett heraus gerissen wird. Hier frage ich mich ob dies von Nöten ist: Beutelmarder in den Flugraum, Kowaris und Bilbys in die Gehege an die Stirnseiten und Zwerggleitbeutler (noch nie als Besatz genannt) in das schmale, zuletzt von Zwergschläfern genutztes Gehege. Den vorderen Raum könnte man dann wie die Treppe und die Volieren auf dem \"Dach\" des NTH abreisen. Dies würde es möglich machen im dadurch vergrößerten Areal unten Koalas (Unterbesatz: Schnabeligel sowie Langnasenpotoroos oder Woylie) und einige Terrarien (bzgl. des Riesenwaransimport in die Staaten könnte man hier ins Träumen kommen...) unterzubringen. Aber gut: vermutlich wird die Bausubstanz derartiges nicht zulassen.
    (01.05.2016)
    Michael Mettler:   Eine neue Haltungsmöglichkeit für Leoparden so zu planen, dass man im Bedarfsfall auf eine wärmebedürftigere Unterart umsteigen kann, finde ich allerdings gar nicht so falsch. Das würde ich mir dann allerdings auch für die Tiger wünschen...

    \"Warmhaus\" ist natürlich relativ. Auch für Indische Löwen ist kein Tropenklima nötig, also wird sich die Innentemperatur in Grenzen halten (und ausreichen, um den Besuchern im Winter eine Aufwärmmöglichkeit zu bieten). Die bisherige Haltung der Persischen Leoparden findet m.W. ebenfalls in einem Warmhaus statt. Dass die Perser Kälte vertragen, heißt schließlich im Umkehrschluss nicht, dass sie Wärme nicht mögen.

    @Patrick Marburger: Wenn im neuen Elefantenpark auch ein Nachttierbereich entstehen soll, wird vermutlich die Nachttierabteilung im Maurischen Landhaus verschwinden?
    (01.05.2016)
    Patrick Marburger:   @ Oliver Müller: Ja, so war das gemeint. Die Tiger Umstellung von Sumatra auf Amur war ja schon seit Monaten bekannt (s.u.). Kosten hin oder her sehe ich hier auch keine wirkliche Notwendigkeit. Michael Mettler spekulierte (ebenfalls s.u.), dass es darum geht nicht ein im Winter komplett verwaistes Areal zu haben. Diese würde bedeutend mehr Sinn machen, als mit Kosten oder Größe (s.u.) zu argumentieren. Abwarten muss man aber so oder so: jetzt will man in den nächsten 20 Jahren 140 Millionen Euro investieren. Woher nehmen wenn nicht stehlen? Wenn man sich anschaut welche Summen in den letzten 20 Jahren in die Wilhelma investiert wurden scheint mir dies mehr als ambitioniert. Außer man glaubt an die Idee einen großen Sponsor zu finden. Aber warum sollte dies jetzt funktionieren und in den letzten Jahrzehnten nicht? Der Kreis der Verdächtigen (Daimler, Porsche etc.) bleibt ja gleich.
    (01.05.2016)
    Oliver Muller:   @Patrick: Habe ich das richtig verstanden - kalte Nordpersische Leoparden im Warmhaus und die seltenen Sumatratiger müssen für 08/15-Amurtiger weichen, vielleicht sogar, weil kein Platz im Warmhaus ist?
    (01.05.2016)
    Patrick Marburger:   Gute Frage.... Zumal man auf Amur-Tiger umsteigt damit nur zwei Arten in das teuere Warmhaus ziehen.
    (30.04.2016)
    Holger Wientjes:   Warum sollen die Perser in einem Warmhaus untergebracht werden ?
    (30.04.2016)
    Patrick Marburger:   Inoffizielles bzgl. Baumaßnahmen und Zukunftsplänen der Wilhelma:

    Volumen des Masterplans 140 Millionen Euro.

    Beim Kleinsäugerhaus geht es schleppend voran. Die Baugenehmigung lässt auf sich warten. Aufgrund von Brandschutzauflagen musste komplett umgeplant werden. Der Abriss der alten Substanz gestaltete sich komplizierter: es war mehr Beton im Boden als kalkuliert. Der Termin (Ende 2016) beleibt.

    Die Schneeleopardenanlage hat 600 Quadratmeter, dies entspricht circa einer Verdreifachung der Fläche. Der Architektenwettbewerb ist abgeschlossen. Visualisierungen wurden diese Woche der Belegschaft präsentiert. Demnächst werden diese am neuen Infomobil ?Schneeleoparden? präsentiert. Unter den Architekten gab es auch einen der nur die aktuelle Fläche umplante. Begründung: Der Rest ist ja nur Hang? Es wird eine Brücke für Besucher geben. Unter dieser können sich die Schneeleoparden zurückziehen. Damit sie dies nicht permanent tun werden beheizte Liegeflächen eingebaut. Kosten werden mit 1,5 Millionen kalkuliert.

    Die Koalas im Maurischen Landhaus sollen noch vor Eröffnung des Elefantenparks einziehen. In Duisburg sollen bereits konkrete Individuen ?reserviert? sein. Kosten 3 Millionen.

    Beim Elefantenpark soll ein Vortragsaal und eine Nachttierabteilung integriert werden. Pama und Zella werden nicht umziehen. Die Stadt beteiligt sich an den Kosten, da sie eigentlich das Bauareal des Rosensteintunnels wieder rekonstruieren müsste. Da dies aber nicht erwünscht ist wird das Geld in das Fundament des Hauses investiert. Kosten 24 Millionen+.

    Im Raubtierbereich (exkl. Anlage für Bären- und Klettertiere) werden künftig drei Formen gehalten. In einem Warmhaus Asiatische Löwen und Nordpersiche Leoparden (toll, Halter werden ja gesucht). Ohne betretbares Haus leben die Amurtiger. Was ist mit den Geparden?

    Niederes Affenhaus, JAZ, Altes Menschenaffenhaus und Schwingaffen-Insel werden abgerissen. Dies muss schnell geschehen, da ansonsten die Gebäude z.T. unter Denkmalschutz gestellt werden und dies will man nicht. Langfristig soll eine große Halle für Haubenlanguren, Orangs und mehr (?Vielzweckhaus?) entstehen.

    Mit Ausnahme des Dickhäuterhauses I werden alle Gebäude der 68-er/73-er Generation abgerissen.

    (30.04.2016)
    Patrick Marburger:   http://www.wilhelma.de/nc/de/aktuelles-und-presse/pressemitteilungen/2016/26042016-koelpin-in-eaza-council-gewaehlt.html
    (26.04.2016)
    Patrick Marburger:   Wie versprochen der neue Hardun
    (19.04.2016)
    Patrick Marburger:   Bild wird nachgereicht, sorry.
    (19.04.2016)
    Patrick Marburger:   Eine Mischung aus Nachträgen vom So. und Neuigkeiten von meinem heutigen Besuch:
    Im Alten Menschenaffenhaus leben keine Klammeraffen mehr. Hier zog zuletzt ja eine Kleingruppe ein, da es Rangstreitigkeiten gab. Ich nehme an, dass man die Tiere abgegeben hat, wissen tue ich es aber nicht. Viele Tiere (Flusspferd mit Baby in rekordverdächtigem Alter; Hirscheber; Gorilla; Bonobo; Haubenlangur etc. etc.) nutzten beim heutigen Wetter die Außenanlagen ausgiebig. Meine Sichtungsbilanz in Bezug auf Nachwuchs bei den Mähnenschafe kann ich nun auf drei Tiere aufstocken. In der bald endenden (zumindest wenn die obligatorische Verlängerung ausbleibt) Sonderausstellung lebt wohl nicht nur ein Gecko. Sondern 1,1 Semi-Adult. Heute sah ich zwei Harduns, Foto hoffentlich anbei. Die Erdmännchen müssten Junge haben. Im Afrikateil der Vogelfreiflugvoliere leben nicht beschilderte Gelbkehl-Frankoline (0,2 zzgl. der 1,1 in der Voliere im Gewächshaus). In den Volieren an der Damaszenerhalle leben 1,0 Temnick-Tragopan (nicht beschildert) und ein nicht beschilderter Wiedehopf.
    (19.04.2016)
    Patrick Marburger:   Und zu guter letzt der Faultiernachwuchs. Das letzte Jungtier lebt übrigens nach wie vor bei den Sakis. Und wär ist der Herr im Haus? Das Faultier!
    (18.04.2016)
    Patrick Marburger:   Beweisfoto des Nachwuchses der Mähnenschafe hoffentlich anbei.
    (18.04.2016)
    Patrick Marburger:   Einige wenige Neuigkeiten vom gestrigen Besuch.
    Die Freilandterrarien sind wieder besetzt. In dem Neuen an der Krokodil-Halle sind wie in der obligatorischen PM verkündet Harduns eingezogen. Im deutschen sind sie auch nur als solche Beschildert. Allerdings ist als wissenschaftl. Name Stellagama stellio daani angegeben. Demzufolge müssten es sich um Angehörige des Daan-Harduns handeln. Wären gemäß ZTL dann die einzigen in Europa. Gesehen habe ich die Tiere- dem Wetter sei dank- noch nicht. Nach mehrmonatigem Leerstand ist das Terrarium der Greifschwanz-Lanzotter wieder besetzt. Eingezogen ist eine Ceylon-Lanzotter. Ich sah statt zwei nur eine Chimäre. Die Verluste (falls es erneut ein solcher ist) sind mehr wie respektabel. Ist dies in anderen Haltungen (@ Berlin-Experten) ebenfalls der Fall? Der letzte (grundsätzlich unsichtbare) Otter wurde nach Bern abgegeben. Einziehen sollen die benachbarten Biber. Ob man die Idee von Ottern im Wassergraben der Steinböcke (s.u.) verworfen hat? Die Außenanlagen am Amazonienhaus sehen fast fertig aus. Wie ich bereits schrieb etwas höher, ansonsten Identisch. Den Bambus zwischen Hauptweg und Besucherbereich vor den Gehegen hat man jetzt entfernt. Grund? Da ich die letzten Monate über am JAZ nur einen der beiden Brüllaffen-Männer sah, fragte ich nach. Die beiden haben sich gestritten und schieben deshalb jetzt Schichtdienst. Ich kenne die Innengehege zwar nicht, aber schön stelle ich mir das nicht vor. An der Anlage der Bongos wird fleißig gearbeitet. Sogar am So waren Bauarbeiter vor Ort. Erneuerung der Palisadenwände im Gehege, Bau von Unterständen etc. Meine Vermutung, dass an einer der Stellen Glasscheiben zum Einsatz kommen ist falsch. Bild diesbezüglich hoffentlich anbei. Die Handaufzuchten bei den Gorillas gingen ja nach Dublin. Jetzt ist der Kindergarten komplett abgeklebt. Man saniert. Ob MKs einziehen oder man für den Fall der Fälle auf Interims-Besatz verzichtet weiß niemand offensichtlich so genau. Hier fragt man drei Insider und hat fünf Antworten... Die Magnolienblüte neigt sich dem Ende zu. Im Gegenzug sind jetzt die Beete wieder bepflanzt. Wirkt wesentlich aufwändiger und prachtvoller wie die vergangenen Jahre. Im Wintergarten fehlen viele Bananenstauden und der Moosteppich ist extrem Lückenhaft. Jahreszeitlich angemessen gibt es viele Jungtiere. Insbesondere auf dem Bauernhof, aber auch bei den Mähnenschafe und Dscheladas (beide noch nicht angeschrieben) sowie alle Jahre wieder bei den Faultieren (02.04.16). Die Brillenpinguine brüten fleißig.
    (18.04.2016)
    Klaus Schueling:   Schwarm aus Augsburg verdoppelt den Bestand

    Mit einem Mal war die beschauliche Atmosphäre im Schmetterlingshaus der Stuttgarter Wilhelma verflogen: Quirliges Treiben brach gestern Nachmittag aus, als eine Kindergruppe entdeckte, dass die Pfleger nach und nach einen großen Schwarm der farbenfrohen Falter fliegen ließen ? gerade erst eingetroffen aus Augsburg. Dort waren die mehr als 300 fliegenden Gaukler die Stars einer Sonderausstellung in der Tropenhalle des Botanischen Gartens, die mit den Ferien zu Ende gegangen ist. Dessen Leiter Bernhard Winzenhörlein brachte die Tiere nach Stuttgart, wo sie den üblichen Bestand der Wilhelma für einige Wochen verdoppeln.

    Die Kinder waren völlig in den Bann gezogen. Denn die für ihre Flatterhaftigkeit bekannten Falter wollten sich nach der Reise ausruhen und setzten sich zunächst auf alles in ihrer Nähe: auch Finger, Arme, Schultern, Köpfe und selbst Nasen von Besuchern. In der Wilhelma mit ihrem dauerhaften Schmetterlingshaus sind solche filigranen Flugkünstler das ganze Jahr über zu bestaunen, doch nicht immer in dieser Zahl. Die Tiere kommen sonst als verpuppte Raupen in die Wilhelma, wo die Besucher deren Metamorphose zum Schmetterling in einer Vitrine betrachten können. So schlüpfen die schillernden Schönheiten kontinuierlich, aber in größerem Zeitabstand. Ihre Lebensspanne reicht je nach Art von einigen Tagen und Wochen bis zu einem halben Jahr. Deshalb lohnt sich der Besuch in der Schmetterlingshalle durch den Zuwachs aus Augsburg vor allem im April besonders.

    Auch die Mitbewohner der Schmetterlingshalle, die Flugfüchse, dürften überrascht gewesen sein. Plötzlich bevölkerten viele Falter die Fruchtspieße, die als Futter für die Fledertiere aufgehängt sind. Die Kinder sorgten sich, dass nun auch die Schmetterlinge zum Vesper für die Flughunde werden. Doch Pflegerin Susanne Finckh-Friedrich konnte sie beruhigen: ?Anders als Fledermäuse, die Insekten fressen, sind Flugfüchse reine Vegetarier, die sich von Früchten ernähren. Sonst wäre dies bald keine Schmetterlingshalle mehr.?

    Bild: Der Flugfuchs und die neu eingetroffenen Schmetterlinge bildeten eine friedliche ?Tischgemeinschaft? an den Fruchtspießen. Foto: Wilhelma
    (07.04.2016)
    Patrick Marburger:   http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.wilhelma-projekt-elefantenhauskoennte-in-zwei-jahren-starten.9604186f-fa59-40f6-b23e-8abf35913513.html

    Klingt nicht gerade positiv. Und was mich schon wieder freut, ist dass indirekt schon wieder gegen Herrn Prof. Dr. Jauch gestichelt wird. Ist dass jetzt die Zeitung oder die Direktion? Wenn letzteres zutreffen sollte wäre dies nicht gerade ideal. Zumal man aus dem Elefantenhaus Erfurt nicht nur Lobeshymnen hört...
    (02.04.2016)
    Patrick Marburger:   @ Sacha: die Auerhühner sind tatsächlich weg. Man hat vor einiger Zeit (September?) die Volieren minimal umgestaltet und dabei verschwanden die Auerhühner. Dies obwohl man hier an einem Auswilderungsprogramm teilnahm. Soll verstehen wer will... Das neue Flusspferdhaus soll unmittelbar an den Neckar, also auf die andere Straßen- und Stadtbahnseite. Die Straße soll allerdings verschmälert werden. Am zukünftigen Standort befinden sich aktuell die gelben Container. Keine Sichtung bei den Kakas ist schade, da muss viel Pech dabei gewesen sein ): Die Info mit dem Salz- und Süßwasser kannte ich nicht, danke. Hier bin ich Wikipedia auf den Leim gegangen: \"Leistenkrokodile sind die einzigen Krokodile, die im Salz- und Süßwasser leben.\"
    (28.03.2016)
    Oliver Muller:   @Sacha: So wie ich es verstanden habe soll die Flusspferd-Anlage tatsächlich auf die andere Straßenseite - als eine Art Zooschaufenster.
    (28.03.2016)
    Sacha:   @War am Ostersonntag mit Familie in der Wilhelma. Bestäuber-Ausstellung sehr interessant. Für mich neu waren nebst den von Patrick Marburger erwähnten Arten auch China-Bambushuhn (letztes Jahr nicht gesehen, obwohl gem. zootierliste schon im Bestand) und Schmuck-Taggecko. Kaka leider nicht gesehen. Dagegen fand ich an der Damaszenerhalle keine Auerhühner mehr. Hab ich da einen Abgang verpasst?
    Wird meines Erachtens Zeit, dass die neue Elefantenanlage gebaut wird. Hoffentlich wird der Rosensteintunnel bald fertig.
    Frage: Wo genau soll die - zumindest angedachte - künftige Flusspferdanlage hinkommen? Ich habe immer mal was gelesen von \"am Neckar\". Aber da ist doch die Strassenbahnlinie (plus zumindest jetzt noch die Strasse) dazwischen. Und wie soll man dann künftig von Zuffenhausen her kommend das Parkhaus erreichen?
    @Patrick Marburger: Danke für Deine News aus der Wilhelma, die ich immer gerne lese. Kleine Anmerkung zu den Krokodilen. Nebst dem Leistenkrokodil kann auch das Spitzkrokodil im Salz- und Süsswasser leben. https://en.wikipedia.org/wiki/American_crocodile

    (28.03.2016)
    Patrick Marburger:   Jungtiere aktuell bei Kurzohr-Rüsselspringern und Brillenblattnasen. Neu im Bestand- in der Afrika-Voliere im Gewächshaus- sind 1,1 Gelbkehl-Frankoline. Die beiden zur Renovierung geräumten Becken im Bereich einheimisches Süßwasser sind wieder besetzt: alter Besatz. Ausführlich wird das Thema Neozoen erläutert. Bei den Bongos wird fleißig gebaut. Ein Unterstand entsteht. Außerdem wurde an einer Stelle an der Gehegebegrenzung gearbeitet. Ich nehme an, dass man an dieser Stelle eine Scheibe einsetzen wird. An einem Teil der Baumstämme sind Schnitzereien zu finden, hoffentlich wird es nicht mehr an solchen \"Extras\" von denen die Tiere nichts haben.
    Ein netter Dialog heute bei den Okapis: Kind: \"Ist das ein Zebra?\" Mutter: \"Nein ein Tapir.\"

    @ Michael Mettler: zum letzten Absatz volle Zustimmung. Was ich interessant finde ist, dass trotz diesem Trend in den letzten Jahren mind. vier Zoos im deutschsprachigen Raum respektable Summen für die Haltung von Nilkrokodilen in die Hand genommen haben, aber nur ein Zoo dies für Leistenkrokodile getan hat. Ich persönlich halte Leistenkrodile eigentlich für interessanter: Vorführen eines Sprungs, die Möglichkeit ein Weißes Exemplar zu zeigen und didaktisches den Titel als vielleicht größtes Krokodil und als einziges Kroko das im Salz- und im Süßwasser leben kann.
    (20.03.2016)
    Michael Mettler:   Die Entscheidung für die Breitschnauzenkaimane ist allerdings schon sehr lange her, da ist es nicht so verwunderlich, wenn sich die Situation inzwischen geändert haben sollte. Wer heute einen Besatz mit einer nicht allzu großen Krokodilart plant (und dabei nicht geo-gebunden ist), landet vermutlich eher als damals bei gefährdeteren Arten wie Stumpf- oder Philippinenkrokodil.

    Artenschutz hin oder her: Ich finde durchaus, dass auch groß- bis riesenwüchsige Krokodilarten in Zoos vertreten bleiben sollten, wenn die baulichen Möglichkeiten bestehen bzw. geschaffen werden können. Es sind immerhin sehr beeindruckende Tiere, und wer als ONB mit den TV-Dokus über gnu-fressende Krokodilriesen aufgewachsen ist, den reißt ein Stumpfkrokodil im Zoo vermutlich nicht so sehr vom Hocker. Ist ja ein bisschen so, als würde man in Zoos auf Riesenkängurus verzichten und nur noch Parmawallabys zeigen...
    (14.03.2016)
    Patrick Marburger:   @ Michael Mettler: die Frage ist idT interessant, und mit je mehr Personen man darüber spricht desto mehr Antworten hat man. Eigentlich bestanden ja von Anfang an derartige Ambitionen. Prof. Dr. Jauch ließ sich ja bei der Eröffnung der Halle mit dem Satz zitieren: \"Ich möchte Krokodile in der Wilhelma schlüpfen sehen\". Bei einer Führung an der ich letztes Jahr teilnahm wurde erwähnt, dass man Nachzuchten nicht absetzen kann und auch keinerlei Pläne hegt. Jetzt kommt ein Mann, zur Zucht. Das soll verstehen wer will! Allerdings würde ich mir da keine allzu großen Hoffnungen/Sorgen machen, sie müssen erst einmal miteinander harmonieren und dann auch noch züchten. Als gerade einfach gilt die Reproduktion bei Krokos (auch explizit bei Leisten?) ja nicht.
    Bei den Breitschnauzen-Kaimanen ist die Situation ähnlich unübersichtlich. Man hat sich für diese Art entschieden, da Nachzuchten gut absetzbar sein sollen. Laut VdZ-Website hat die Wilhelma schon erfolgreich nachgezogen. Wenn die Kaimane jetzt Eier in einen Bruthügel legen würden, müsste man diese verfüttern. Grund: Nachzuchten nicht absetzbar. (Letztere Info durch die gleiche Führung)
    (13.03.2016)
    Michael Mettler:   Gibt es denn in der Zoowelt tatsächlich potenzielle Abnehmer für Leistenkrokodil-Nachzuchten? Der Trend geht doch schon lange zu kleinwüchsigen und/oder viel stärker bedrohten Krokodilarten.
    (12.03.2016)
    Patrick Marburger:   Drei kleine News von heute:
    In der Krokodilhalle leben tatsächlich nur noch die zwei großen Weibchen, Die anderen beiden gingen in eine große Tropenhalle nach Belgien (Wo?). Man hat nun den Krokos eines der Seitenabteile zugeschlagen und hat nun auch ein Absperrgehege für Reinigungsarbeiten. Man will als nächstes ein Männchen aus Thailand importieren und evtl. auch züchten.
    Das Wimmelbuch über die Wilhelma ist im Shop erhältlich. Dafür konnte man sich auch malen lassen... Kleinformatig, 10 ? teuer und aus meiner Sicht scheußlich. Gut zugegebenermaßen darf ich mich auch nicht zur Zielgruppe zählen. Solang es der Wilhelma Geld bringt soll es recht sein. Noch zum lästern: Zahllose baulich Ungenauigkeiten, Sichtscheibe für das Unkraut vor dem Flusspferd-Außengehege, Rote Brüllaffen (als Freigänger), Graue Riesenkängurus und ein Mähnenwolf den man problemlos als Hyäne deklarieren könnte... (;
    Am Gehege der Brüllaffen und der Bongos/Okapis wird fleißig gebaut. Die fast fertig sanierte Außenanlage der Brüllaffen gefällt mir gut, etwas höher als früher. Bei den Bongos hat man die Absperrgehege und die Sichtschutz-\"Mauern\" mit natürlich wirkenden Holzpfeilern kaschiert und einen Unterstand (?) gebaut.
    (12.03.2016)
    Patrick Marburger:   Das seit Monaten leere Terrarium der Greifschwanz-Lanzotter wurde nun umgestaltet. Also Kunstfels an die Rückwand etc. Hat man vor einer Woche schon beim Benachbarten Terrarium und vor längerem bei den Klapperschlangen gemacht. Sieht toll aus! Hoffentlich bearbeitete man so Stück für Stück alle Terrarien. Nur einen Besatz hat das Landsotter-Terrarium immer noch nicht....
    Die Kongopfauen bekamen außen zwei Sandbäder, wurden schon rege genutzt. Bei den Giraffen gibt es einen neuen Paten, schon wieder. Was an Großpatenschaften in den letzten zwei Jahren vermittelt wurde ist beeindruckend. Eine interessante Info (hoffentlich) anbei: auch Veranstaltungstechnisch tut sich mehr. Zur Zeit gibt mir die Krokodilhalle rätsel auf: bei den letzten beiden Besuchen sah ich nur die beiden großen Leistenkrokodile. Was ist mit dem Rest? Das große und eines der kleinen Abteile sind mittlerweile verbunden. Ein neues Auto im Giraffen-Look hat die Wilhelma übrigens auch.
    (05.03.2016)
    Patrick Marburger:   Noch einige Nachträge: Abgesehen von dem seit Monaten leer stehenden Terrarium der Greifschwanz-Lanzotter sind nun auch 2 Aquarien im Bereich Kaltes Süßwasser unbesetzt, her wird umgestaltet. Nach mehreren Monaten (schon mehr als 1/2 Jahr?) ist wieder ein Kronenkranich im Gehege. Selbstverständlich war er während der Abwesenheit (man wollte die Kraniche in Ruhe brüten lassen) beschildert. Nach mehreren Wochen Leerstand sind die beiden Volieren im Gewächshaus am Haupteingang wieder besetzt. Die Ausstellung zum Thema Zitrusfrüchte wurde wieder aufgebaut, die wird jedesmal größer. Eventuell wird noch dieses Jahr einer der Orangs abgegeben. Mal schauen ob tatsächlich und wohin. Ich halte die Gruppe(n) ja nicht für vermittelbar, aber abwarten... Bei den Schimpansen habe ich schließlich auch nicht geglaubt, dass man einen Abnehmer findet.
    (27.02.2016)
    Patrick Marburger:   Heute morgen gab es eine Geburt bei den Bonobos. Die Serie ist schon toll: an diesem Samstag ein Bonobo, am letzten Samstag ein Haubenlangur und am vorletzten Samstag ein Bonobo. Mal schauen welcher Primat den nächsten Samstag übernimmt... (; Beim Haubenlangur lief die letzte Geburt wohl etwas schwer. Am Dienstag musste man das Muttertier sogar in Narkose legen, man hatte Angst dass sich Teile der Nachgeburt noch im Mutterleib befinden. Das Rätselraten bzgl. der Fellfarbe geht weiter: laut einer heutigen Führung ist die Schwanzspitze von einem der Jungtier nun doch grau. Heute hatte man das Gefühl, dass alle Tiere das frühlingshafte Wetter ausnutzen. Die Braunbären sah ich schon Jahre nicht mehr baden. Bei den Nestorpapageien war heute auch viel los. Die Keas badeten und die Kakas zeigten sich- in der Voliere platziertem Futter sei Dank- ausgiebig. Von den Baumaßnahmen sind auch die Okapis betroffen. Die Außenanlagen sind für den Besucher kaum einsehbar und die Tiere können diese nur eingeschränkt nutzen. Wenn ich das was ich gesehen habe richtig interpretiert habe ging heute eine der Jungtiere der Seelöwen in den ZooParc de Beauval.
    (27.02.2016)
    Patrick Marburger:   @ WolfDrei: ich habe mit einer Tierpflegerin gesprochen die meinte, dass wenn die Tiere sich nach dem Babyfell schwarz färben die Schwanzspitze von Anfang an leicht gräulich ist. Ich meine (bin mir also nicht sicher) dass die Färbung nicht vererbt wird, also als Glücksspiel abläuft. Die gegenwärtige Gruppe in Stuttgart besteht aus 1,4 adulten Tieren sowie 0,1,1 juv Exemplaren. Der Vater der Jungtiere ist schwarz gefärbt, während beide Mütter blond sind. Die anderen beiden Weibchen sind schwarz. Bei einer könnte es noch ein Jungtier geben (was man den Tieren aber nicht ansieht und nicht überprüft), bei der anderen nicht. Letztere hat (wie das Gibbonweibchen) ein Hormonimplantat. Im Gegenteil zu den anderen Weibchen war sie schon Mutter, mehrmals sogar. Eine neue Trächtigkeit möchte man ihr nicht zumuten. Außerdem entstünden bei 4 Jungtieren Platzprobleme.
    (20.02.2016)
    WolfDrei:   Na ja - anfangs sind ja alle blond. Wie steht es da eigentlich mit dem Herrn Gregor Mendel?- bzw. der Gruppenzusammensetzung schwarz - blond? Nach 2 Monaten wird es sich ja zeigen.
    (20.02.2016)
    Patrick Marburger:   Heute morgen kam Haubenlangur Nr. II zur Welt. Vermutlich (!) sind beide Jungtiere blond. Jetzt gibt es noch ein Weibchen wo man auf ein Jungtier hoffen könnte.
    (20.02.2016)
    Patrick Marburger:   Aufnahme war zu groß...
    (06.02.2016)
    Patrick Marburger:   Die Qualität der Aufnahme bleibt zwar bescheiden, sollte aber besser als die gerade eben eingestellte sein.
    (06.02.2016)
    Patrick Marburger:   Nach Besuch Nr. 4 in der neuen Ausstellung bleibt mein positiver Eindruck bestehen. Die Sichtungsbilanz kann ich bzgl. Mäuse auf 0,0,3 aufstocken. Geckos sah ich noch nie.
    Bei den Bongos steht ein Bagger in der Anlage. Auch deshalb nicht zu sehen sind Hornrabe und Marabu.
    Die Klammeraffengruppe wurde aufgeteilt. Der Sohn startete einen erfolglosen Machtkampf gegen den Senior-Chef. Jetzt ist der Großteil der Gruppe auf der Insel und ein anderer Teil im untersten Gehege des alten Menschenaffenhauses.
    Heute kam das m.W. erste Jungtier 2016 zur Welt. Und was für eins: ein kleiner Bonobo. Geburt war heute circa zwischen 10 und 11 Uhr.
    (06.02.2016)
    Patrick Marburger:   @ WolfDrei: gemeint sind keine Tiere sondern Fleischfressende Pflanzen. Die Wilhelma beherbergt eine der größten Sammlungen dieser Gruppe überhaupt, und diese möchte man auch zeigen. Bisher gibt es sie ja nur vereinzelt im Gewächshaus und den Suptropenterrassen. Ein Teil der Sammlung war vor circa zwei Jahren übrigens im Wechselschauhaus ausgestellt. Ich persönlich würde es ja begrüßen wenn man das neue Gebäude rein zoologisch nutzen würde; müsste auch mehr Besucher bringen. Ich vermute allerdings dass man im einzigen zoologisch-botanischen-Garten in Deutschland eben unter dem Druck steht diese beiden Komponenten so oft wie möglich miteinander vereinen zu können.
    (31.01.2016)
    WolfDrei:   @Patrick Marburger: Was wäre denn artlich unter \"Vögel mit Insektivoren\" zu verstehen? Insektivore Reptilien? Der Begriff \"Kleinsäuger\" wäre ja schon begrifflich \"abgedeckt\".
    (31.01.2016)
    Patrick Marburger:   Ich bin\'s schon wieder... Am 27.12. gab es einen Zuchterfolg der Klammeraffen. Heute erstmals fotografiert.
    (30.01.2016)
    Patrick Marburger:   Ist im Laufe dieser Woche neu angebracht worden.
    (30.01.2016)
    Patrick Marburger:   Die Bongos sind jetzt tatsächlich weg, getan hat sich noch nichts. Im Aquarium (letztes großes Becken: Korallenriff) ist ein neuer und nicht beschilderter Rochen eingezogen. Seit Wochen ist die neue (und im Tiergarten beworbene) Voliere nicht besetzt. Nun ist auch die 2. Voliere (australisch) leer. Bei beiden ist von \"technischen Problemen\" die Rede. Die neue Sonderschau gefällt mir gut, sie glänzt (wie immer) durch detailreiche Gestaltung. Zahlreiche Schilder sorgen für die didaktische Komponente, kann ich auf Wunsch hier einstellen. Tierbestand:
    0,0,2 Striemengrasmäuse (evtl. mehr)
    3,0 Kalongs (also nicht wie auf allen Schildern/Flyern/Plakaten abgebildet Flughunde)
    0,0,X Hummeln (freilebend)
    0,0,X Schmeißfliegen
    0,0,X Taggecko (nicht gesehen)
    1,0 Tacazzenektarvogel
    1,1 Rotfüssiger Honigsauger
    (30.01.2016)
    Patrick Marburger:   http://www.wilhelma.de/nc/de/aktuelles-und-presse/pressemitteilungen/2016/26012016-sonderschau-bestaeubung.html

    Kling toll, ich kenne die Schau allerdings noch nicht. Müsste m.W, eine Prämiere sein dass die Ausstellung nicht ausschließlich botanisch gestaltet ist. Hoffentlich nicht das letzte mal, eine zoologisch-botanische Ausstellung macht in einem zoologisch-botanischen-Garten durchaus sinn, und didaktisch lässt sich dadurch ohnehin viel mehr als bei einer rein zoologisch oder botanischen Ausstellung vermitteln.
    (26.01.2016)
    Patrick Marburger:   Heute eine interessante Huftierführung mitgemacht: im großen und Gazen einige neue Erkenntnisse.
    Bei den Giraffen herrscht Zuchtstopp Gegenwärtig im Bestand sind 1,1 adult sowie 1,1 Nachzucht. Von letzterem soll 1,0 bald abgegeben werden ursprünglich in einen afrikanischen Zoo, ist aber aufgrund irgendwelcher Schwierigkeiten noch nicht sicher
    Bei den Grevys (0,4) soll zeitnah ein Hengst kommen man möchte züchten,
    Die Webervögel werden abgegeben da es zu wenige sind eine Erhöhung der Individuenzahl verbietet die Volierengröße, Nachfolger werden Turakos.
    Die Bongos ziehen voraussichtlich (Wetter) nächste Woche auf den Tennhof. Die Anlage wird neu gemacht. Türen austauschen, Fundament erneuern, Strukturierung überarbeiten etc. Ich glaube nicht dass man eine starke Änderung feststellen wird. Von einem Teil der Stallungen kann ich gerne Bilder einstellen. Gerade die Dorkas-Gazellen überraschten mich diesbezüglich: zahlreiche Boxen (für die Einzelaufstallung gedacht) die zu einer großen Einheit zusammengeschlossen sind. Wenn das Ganze einsehbar wäre gäbe es wahrscheinlich Zoos die das Laufhalle nennen würden.
    (23.01.2016)
    Patrick Marburger:   Sind im Laufe dieser Woche neu ins JAZ gezogen. Leben in einer WG mit Unau, Weißgesichtsseidenäffchen, Goldkopf Löwenäffchen und Zwergseidenäffchen. Hintergrund: seit einigen Monaten ist der Boden der Anlage mit Rindenmulch bedeckt. Darin fühlen sich manch ungebetene Gäste (Schaben etc.) wohl, diese sollen von den Vögeln gefressen werden. Zur Eingewöhnung wurde die Glasscheibe im unteren Drittel bemalt, damit die Vögel nicht gegen die Scheibe laufen.
    (17.01.2016)
    Patrick Marburger:   http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.wilhelma-2016-loewenhaltung-wird-eine-wichtige-rolle-spielen.14d09702-929c-4e1a-8c5c-0f4f7359483f.html

    http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.veraenderungen-im-zoo-was-die-wilhelma-im-jahr-2016-plant.89f87cac-250e-4485-bfce-329348eb69fb.html

    Die beiden Links sind m.E, interessant. Im Vergleich zu dem was ich hier im September/Oktober schrieb teils widersprüchlich, mal schauen was davon jetzt gilt... Ich finde es um ehrlich zu sein etwas außergewöhnlich, dass im Rahmen von Führungen ein zig faches mehr erzählt wird, als der Presse gesagt wird.
    (07.01.2016)
    Patrick Marburger:   Jetzt erst ist das Jungtier auch offiziell.

    http://www.wilhelma.de/nc/de/aktuelles-und-presse/pressemitteilungen/2016/04012016-haubenlanguren.html

    Man beachte die Programmierfehler auf der Website, mal schauen wie lange die Behebung dauert (;
    (04.01.2016)
    Patrick Marburger:   Ein Weihnachtsgeschenk wie es schöner kaum sein könnte: am 23. Dezember kam nach m.W. sechs Jahren Pause wieder ein Haubenlangur zur Welt. Heute konnte ich das Tier erstmals fotografieren. Am 19.12. gab es übrigens Zwillinge bei den Zwergseidenäffchen.
    (28.12.2015)
    Sacha:   Gut möglich, dass die Mehrzahl der Nacktnasenwombats NICHT aus eigener Zucht stammt. Zucht gibt es trotzdem (als Beispiel: http://www.wired.com/2012/11/zooborns-next-generation-gallery/)
    Ausserdem würde ja nichts dagegen sprechen, Nacktnasenwombat-Waisen und -Verkehrsopfer in Europäische Zoos zu senden, wenn man sie ohnehin nicht wieder auswildert. Insofern verstehe ich die \"Logik\" der australischen Behörden nicht, warum sie es Duisburg, Hannover und Planckendael offenbar so schwer machten.

    (04.10.2015)
    Michael Mettler:   @Sacha: In Zusammenhang mit dem Wombat-Sammelimport für Duisburg, Hannover und Planckendael vor einigen Jahren hieß es in Hannover, es wäre einfacher gewesen, zoogeborene Haarnasenwombats aus Australien zu bekommen (weil es für diese ein Zuchtprogramm gebe) als Nacktnasenwombats (die dort normalerweise NICHT gezüchtet würden, weil ohnehin ständig Waisen und Verkehrsopfer in die Zoos gelangen). Hat sich bei den Nacktnasen seither in den australischen Zoos etwas geändert?
    (03.10.2015)
    Sacha:   Ich will hier ja niemandem die Freude verderben, aber: Erst müssen sie mal hier sein.
    Ist schon erstaunlich, dass die Aussies selbst bei Arten, die in deren Zoos weiter verbreitet sind und gut gezüchtet werden (z.B. Haar- und Nacktnasenwombats, Beutelmarder und Beutelteufel) erst geklemmt haben bis zum geht nicht mehr und nun plötzlich auch Arten exportieren lassen, von denen der Zoobestand viel geringer ist. Fehlen nur noch Numbat und Schnabeltier...:)
    (03.10.2015)
    WolfDrei:   Muss ich ja gar nicht nach Australien!!!! Das wäre toll!
    (02.10.2015)
    Michael Mettler:   Ich hätte nie gedacht, dass mal Bilbys in für mich erreichbare Gefilde kommen würden... Es gibt eben nicht nur den oft beklagten Artenschwund in unseren Zoos, sondern ab und zu auch mal erstaunliche Ausrufezeichen durch neu (oder nach langer Zeit wieder) importierte Arten.
    (02.10.2015)
    Patrick Marburger:   Ich habe zwar nicht viel neues wollte es aber trotzdem erwähnen:

    Jungtiere
    Hirscheber und Okapi sind trächtig. Das gegenwärtige Hirscheberjungtier geht nach Berlin. Die Gillens-Waran Nachzuchten gingen nach Tschechien. Man tauschte die Tiere und hat jetzt 1,2.

    Australien-Haus
    Grund für die Umwidmung ist nebst offensichtlichen Gründen, dass die hohe Luftfeuchtigkeit dem Sandstein zusetzt. Die Tüpfelbeutelmarder sind jetzt offiziell. Der Bestand soll außerdem Bilbys beinhalten. Diese gelangen durch eine Kooperation zwischen der EAZA und dem australischen Zoobestand nach Europa. Leipzig bekommt die Tiere auch, außerdem wird ein EEP eingerichtet. Besser spät als nie: bei der Zoohistorica-Führung war auch von einem Comeback der Schnabeligel die Rede.

    Elefantenpark
    Machbarkeitsstudie liegt beim Ministerium. Baustart 2018. Bauzeit 2 Jahre.

    Vogel- und Kleinsäugerhaus
    Geplant wird mit u.a. Tamanduas, Faultieren und Nacktmullen. Abgebildet war ein Gelber-Tamandua. Baustart ist im Frühjahr 17. Ein halbes Jahr Bauzeit ist geplant.
    (02.10.2015)
    Michael Mettler:   @Tim Meschke: Wenn es wirklich das im 1990er Jahresbericht zuletzt erwähnte Tier war, wäre es zum Zeitpunkt meiner Aufnahmen (1982) bereits um 11 Jahre alt gewesen.
    (14.09.2015)
    Tim Meschke:   Das Gürteltier sieht wirklich sehr klein aus. Dass das Tier ein Jungtier ist, kann man wohl ausschließen, oder?
    @Michael Mettler: Danke für die Bilder. Die sind wirklich gut.
    (14.09.2015)
    Patrick Marburger:   @ Michael Mettler: Danke für Bilder und Infos!!! Bei der Bestimmung kann ich als absoluter Laie nicht behilflich sein. Mal schauen ob man von jemandem im Forum eine 2. Meinung einholen kann. Falls- was ich nicht glaube- sich niemand findet könnte maneines der Bilder vielleicht an dieser Stelle einstellen: https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Redaktion_Biologie/Bestimmung
    (14.09.2015)
    Michael Mettler:   Hier ist die sehr auffällige Behaarung gut zu sehen.
    (14.09.2015)
    Michael Mettler:   Hier nun die angekündigten Bilder des \"historischen\" Gürteltiers. Wenn man die Dimensionen der früheren Kleinsäugervitrinen kennt, ist aus dem nebenstehenden Foto schon etwas einschätzbar, wie klein das Tier war. Auch wenn über dreißig Jahre Abstand natürlich die Erinnerung täuschen können, würde ich behaupten, dass es in etwa die Größe eines Europäischen Igels hatte.
    (14.09.2015)
    Michael Mettler:   Und noch ein Schmankerl aus dem JB 1990: Dort hieß es, dass die Nachttierabteilung im Maurischen Landhaus veraltet sei (eröffnet 1962) und sich eine Sanierung nicht mehr lohne (weshalb man übrigens im Untergeschoss des damals angedachten Amazonienhauses eine neue bauen wollte). Nicht nur, dass die Nachttierabteilung auch 25 Jahre nach dieser Äußerung noch besteht - jetzt soll sie sich sogar noch für den Umbau zu einer Australienabteilung eignen...!
    (12.09.2015)
    Michael Mettler:   Die \"Pseudo-Chinchillaratte\" taucht im JB 1990 nicht auf. Als Abgaben sind dort nur 8 Degus Octodon degus angegeben - interessanterweise eine genauere Angabe als in der Tierbestandsliste des selben Jahrgangs, da sind es \"X\" (also zahlenmäßig nicht erfasste) Abgänge. Ist aber gut möglich, dass der O. lunatus in Privathand abgegeben wurde. Den hätte ich damals zu Vergleichszwecken auch gern übernommen, vielleicht hätte er dann schon einige Jahre früher seinen deutschen Namen erhalten ;-)

    Zufällig fiel mein Blick in der Rubrik \"Todesfälle\" des JB 1990 noch auf die Angabe \"1,0 Weißborstengürteltier (19 Jahre alt)\" - das könnte das fragliche Exemplar gewesen sein. Inzwischen habe ich mir in der ZTL noch die Fotos des Weißhaar-Borstengürteltiers (Chaetophractus vellerosus) angesehen, das genauso klein ist wie das Zwerggürteltier und ihm offenbar ziemlich ähnelt - im Gegensatz zum erheblich größeren Weißborsten-Gürteltier (Euphractus sexcinctus). Mit meiner damaligen Nachbestimmung bin ich mir jetzt gar nicht mehr so sicher. Ich werde mal versuchen, meine Dias von damals abzufotografieren (einscannen kann ich sie leider nicht), vielleicht hat jemand aus dem Forum mehr Erfahrung in der Bestimmung von Gürteltieren.
    (12.09.2015)
    Patrick Marburger:   @ Michael Mettler: die Jahresberichte kenne ich. Bei Chinchillaratte hätte ich aber auch nicht reagiert. Wieder etwas gelernt- Danke! Den entsprechenden JB habe ich nicht, steht dort wohin das Tier abgegeben wurde? Wäre interessant, da die ZTL nur Stuttgart als ehemaligen Halter listet. Die Idee von weiteren Küstendegus klingt interessant. Vielleicht steckt in dem ein oder anderen Degu in Europa noch ein kleines Stückchen Küste.
    (12.09.2015)
    Michael Mettler:   Übrigens kann es sein, dass im gleichen Zeitraum auch anderswo, aber unerkannt Küstendegus gehalten wurden (möglicherweise zusammen mit Gewöhnlichen Degus). Es gab damals eine Importwelle aus Chile in den deutschen Tierhandel, die neben Reptilien (z.B. diversen Erdleguanen und Chile-Tejus) auch einige Kleinsäugerarten in Privathand und in Zoos brachte, darunter auch Degus und (wirkliche) Chinchillaratten.
    (12.09.2015)
    Michael Mettler:   @Patrick Marburger: Ist dir für deine Nachsuche bekannt, dass die Wilhelma seit mindestens Berichtsjahr 1989 jährlich Tierbestandslisten herausgibt, aus denen sich so einiges herausrecherchieren lässt? Für die Jahrgänge 1989 bis 1994 erschienen zudem sogar Jahresberichte.

    Ich habe in den fraglichen Tierbestandslisten nach dem Küstendegu gesucht und die Bestätigung gefunden: 1989/90 war ein einzelnes männliches Tier im Bestand, das 1990 abgegeben wurde. Da laut ZTL die Haltung schon 1988 begann, weiß ich natürlich nicht, ob es im ersten Jahr noch Artgenossen gab. Gelistet ist das Tier mit einem falschen deutschen Namen \"Chinchillaratte\" (der gehört eigentlich zur Gattung Abrocoma). O. lunatus hatte zu dieser Zeit m.W. noch gar keinen eigenen deutschen Namen, die deutsche Bezeichnung \"Küstendegu\" dürfte es erst seit 2002 geben.
    (12.09.2015)
    Patrick Marburger:   @ Michael Mettler: Danke für die Erklärung des Zwerggürteltieres. Wenn es als Weißborsten bestimmt war kann ich in den Zooführern lange suchen ( ; Ort und Zeit der Weiborsteneinträgen in den Führern stimmen mit Ihrem Bericht eindeutig überein- nochmals Danke.

    Beim Küstendegu müssten Sie ebenfalls richtig liegen. Hätte mir eigentlich selber auffallen müssen...
    (12.09.2015)
    Michael Mettler:   @Patrick Marburger: Der Eintrag zum Zwerggürteltier könnte von mir und aus Zeiten stammen, in denen in der ZTL noch nicht mit ausgiebigen Quellenangaben gearbeitet wurde. Bei meinem ersten Wilhelma-Besuchen ab 1982 fand ich im Kleinsäugerhaus ein (Einzel-?)Tier vor, das laut meinen Notizen als \"Weißborstengürteltier\" ausgeschildert war. Das war meine erste Begegnung mit dieser Art, deshalb glaubte ich dem Schild noch. Erst später kamen mir anhand meiner Dias Zweifel, denn das Stuttgarter Gürteltier war im Vergleich zu anderen Weißborsten-Gürteltieren winzig, und seine Ohren waren in der Relation zum Kopf größer; allerdings hatte es tatsächlich weiße Borsten (und zwar extrem lange). Anhand der mir damals zur Verfügung stehenden Literatur hatte ich es dann als Zwerggürteltier nachbestimmt. Passt auch zu den in der ZTL zu findenden Fotos dieser Tierart.

    Zum Küstendegu kann ich zwar nichts Definitives beitragen, aber die beiden Fotos in der ZTL könnten dem Hintergrund nach zu urteilen sogar in der Wilhelma entstanden sein. Die Boxen der (vom Eingang aus gesehen) linken Vitrinenreihe im Kleinsäugerhaus bestanden aus solchem Eternit-Material.
    (12.09.2015)
    Patrick Marburger:   Ich habe meine Recherchen zur Geschichte der Wilhelma mit der ZTL abgeglichen. Einige Arten kenne ich die nicht gelistet werden aber auch von der Haltung einiger Arten die in der ZTL gelistet werden kenne ich teile nicht. Mein größtes Interesse diesbezüglich gilt Zwerggürteltier, Zwergbeutelmarder, Südliches Weißbartpekari, Küstendegu, Rotscheitelmangabe und Ceylonleopard. Hat hier jemand Infos die über das was in der ZTL steht hinausgehen? Kann jemand manche der Arten als Gerücht widerlegen? Kann jemand die nicht belegten Infos der ZTL bestätigen? Schon mal danke im Voraus. Tut mir leid die Liste ist länger geworden als mir lieb ist.
    @ Holger Wientjes: gerne.
    (11.09.2015)
    Holger Wientjes:   P.S.: Habe den Eintrag in der ZTL bezüglich der Anoas geändert. Danke für die Info !
    (08.09.2015)
    Holger Wientjes:   Merkwürdige Aussage bezüglich der Vergesellschaftungen ! Dann dürfte die - anscheinend doch funktionierende - WG aus Grevys und Dorcas ja auch beendet werden. Macht für mich keinen Sinn.
    (08.09.2015)
    Patrick Marburger:   @ Michael Mettler: die Anoas sind wieder eine der Arten wo die ZTL nicht aktuell ist. Pascal (letztes Anoa der Wilhelma) verstarb im Oktober 14 24-jährig an Krebs. Nicht nur, dass Anoas keine Publikumslieblinge sind die Bedrohung spricht ebenfalls für sie. Die vorgeschlagene WG habe ich in meinen Spinnereien in ähnlicher Weise ebenfalls. Aber eben nur ich ( ; Dr. Kölpin erklärte, dass er eine bedrohte Art grundsätzlich nicht in einer Vergesellschaftung halten will. Dennoch plant er eine Brazza/Gorilla WG und die zahlreichen bestehenden WGs mit bedrohten Arten wird er ja wohl kaum beenden... Das man die Hannoveraner WG kopieren könnte liegt nahe. Passt aber mit der Ankündigung bzgl. Vergesellschaftung bedrohter Arten nicht zusammen.
    (08.09.2015)
    Michael Mettler:   P.S. Anoa laut ZTL noch im Bestand, aber ebenfalls hinter den Kulissen. Eine Art, die übrigens statt Schabrackentapiren thematisch gut neben die Hirscheber passen würde, und wenn man deren Anlagen übernetzen würde, könnte man glatt noch Schopfmakaken darin halten... Aber Anoas sind nun mal leider auch keine \"Publikumstiere\".
    (08.09.2015)
    Michael Mettler:   @Patrick Marburger: Vielleicht lässt sich die Andeutung mit der Afrikasavanne, den Wildeseln und Dorkas so deuten, dass mit der mittelgroßen Antilopenart Addax gemeint sind und an eine Wüstenanlage nach hannoverschem Vorbild gedacht wird. Dort hatte ja die Kombi Wildesel/Addax/Dorkas funktioniert, die Gazellen sind aus anderen Gründen abgegeben worden - siehe unten. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass die Wilhelma auf Zebras verzichten wird.

    Bei den Elefanten kommt vielleicht noch der Punkt hinzu, dass man bei diesen Tieren die Chance sieht, mit einem spektakulären neuen Gebäude/Architektendenkmal prunken zu können. Das ginge allerdings auch mit einem großen neuen Flusspferdhaus an gleicher Stelle, wenn man auf die Rüsselträger verzichten würde. Wappentiere lassen sich ändern - siehe Köln...
    (08.09.2015)
    Patrick Marburger:   @ Michael Mettler: die Vikunjas sind nicht weg- hier irrt die ZTL. In ihrem Gehege hat man sich ein bisschen um den Rasen bemüht, sie leben daher auf dem Tennhof. Ende September kommen sie wieder in die alte Anlage. Die Zwergflusspferde habe ich gezielt hinterfragt, nach dem Tod Hannibals war\'s das. Sehr schade! Anoas und Kretas gibt es in der Wilhelma aber ja bereits nicht mehr. Die Kretas vielleicht noch Hinter den Kulissen aber dies bezweifle ich massiv. Und selbst wenn für den Besucher ist das herzlich egal. Bzgl. der Unterbringung der Hirscheber/Takine habe ich mich offensichtlich missverständlich ausgedrückt. Es geht nicht um eine Umrüstung sondern um einen Neubau. Die Andeutung bzgl. einer eventuellen Afrikasavanne kann ich nicht einordnen. Er sicherte ja nur die Haltung von Dorkas und Somalis zu. Was das für die anderen Arten bedeutet? Die Art wie Dr. Kölpin DIE und nicht EINE 3. Bärenart andeutete könnte man so interpretieren, dass es um Pandas geht. Die Haltungsaufgabe von Bison/Wisent ist auch wegen des Artenschutzes sehr Schade. Es gibt ja nicht viele bessere Beispiele, insbesondere nicht im Tierbestand der Wilhelma. Aber gut bei den Platzbedingungen der Wilhelma ist es nicht verwunderlich, dass platzintensive und nachrangig attraktive Arten wie Antilopen und Rinder zusammengekürzt werden.
    Den Standort zwischen Elefant und Raubtier kann ich mir nicht so wirklich vorstellen. Kölpin meinte ohnehin, dass den Platz den man für die Elefanten habe das Minimum für eine artgerechte Unterbringung sei. Eigentlich wäre es ja so einfach: Elefanten abgeben. Dann müsste man kaum Arten weg kürzen und ich glaube, dass die Besucher dies verzeihen würden. Zumindest dann wenn man dort Publikumslieblinge hält. Aber dank Wappentier und Starrsinn im Ministerium besteht diese ideale Option ja nicht.
    (08.09.2015)
    Michael Mettler:   @Michael Gradowski: Zumindest bin ich mir sicher, dass der Normalbesucher keine Haustier-Wildtier-Apartheid betreibt, wie es manche Zoofans tun. Dafür habe ich einfach zu oft etwas von \"Büffeln\" vor den Gehegen von Watussirind, Yak, Hochlandrind & Co. gehört und meiner Erinnerung nach noch nie \"das sind ja nur Haustiere\". Spannend ist, was Eindruck macht. Der riesige weiße Yakbulle, den ich aus Erfurt in Erinnerung habe, hat viele Besucher bestimmt nicht weniger beeindruckt als der Bisonbulle!
    (08.09.2015)
    Michael Gradowski:   @Michael Mettler: Ob Wildrinder von den Besuchern als spannender empfunden werden als Hochlandrinder, kann ich nicht sagen, auf jeden Fall erlebe ich immer wieder ein großes Ah und Oh bei den Bisons. Gerade deren Bullen mit den mächtigen Köpfen machen beim Besucher schon mächtig Eindruck, vor allem wenn man sehr nah an sie rankommt. Erfurt ist dafür ein gutes Beispiel, wie begeistert Besucher von diesen Tieren sind, wenn der Bulle direkt am Zaun steht :-) Aber du hast recht, die großen Hörner von einigen Hausrassen fehlen ihnen natürlich. Ich bin ja selbst in Berlin immer wieder vom Steppenrindbullen begeistert. Und auch wenn das Hochlandrind sicher eine tolle und beeindruckende Rasse ist, ist es trotzdem schade, wenn die Wilhelma ganz auf Wildrinder verzichtet. Zumal es ja, wie du es in deiner Aufzählung gezeigt hast, um die Huftiere gar nicht gut bestellt ist, was wirklich traurig ist.
    (08.09.2015)
    Michael Mettler:   @Patrick Marburger: Für eine asiatische Bärenart gäbe es ja noch einiges Überraschungspotenzial im Zuge der Neubauten von Raubtier- über Tapir-/Hirscheber- bis Elefantenhaus. Unter dem Gesichtspunkt des \"Winterprogramms\", das ich in Bezug auf den Tiger-Wechsel angeführt habe, würde z.B. eine Anlage für Kragenbären zwischen Tapiren und Elefanten durchaus Sinn machen - ggfs. sogar so, dass die Bären im Winter deren Flächen in Abwesenheit der \"Hauptmieter\" zeitweise nutzen können.
    (08.09.2015)
    Michael Mettler:   Wenn die bisherigen Sumatratiger für die Besucher nicht eindrucksvoll genug sein sollen, dann liegt das aber auch an deren Präsentation. Bei einem leichten Grubeneffekt und Blick über einen breiten Wassergraben kommt natürlich nicht so gut rüber, dass auch ein Sumatraner keineswegs ein \"kleines Kätzchen\" ist.

    Mit den Abgaben von Anoa, Wisent und Bison wäre die Wilhelma dann komplett wildrinderfrei. Ob das Publikum Wisente und Bisons spannender findet als Hochlandrinder? Ich denke eher, dass die Besucher die Wildrinder gar nicht vermissen werden, wenn die Sparte \"groß, zottig und mit Hörnern\" neu besetzt wird.

    Mein letzter Besuch in Stuttgart ist sechs Jahre her, ich habe gerade mal meine damaligen Notizen (Wildsäuger-Artenliste) mit dem aktuellen Bestand (Zootierliste) und den in diesem Thread erwähnten Planungen abgeglichen. Von den schon 2009 vorhandenen vier Einhuferarten sollen also zwei weg. Von den damals 25 Paarhuferarten (Mufflon und Kreta-Wildziege aus alter Gewohnheit als Wildsäuger gerechnet) sind 6 schon jetzt Geschichte (Wildschwein, Vikunja, Klippspringer, Mendesantilope, Defassa, Mufflon), wobei das im Fall des Klippspringers (war schon damals nur noch ein Einzeltier) allerdings mit der Gesamtsituation der Art in europäischen Zoos zusammenhängt. Defassa und Mendesantilope wurden den Anlagen für Gorillas und Bonobos \"geopfert\", Wildschwein und Mufflon der Neukonzeptionierung des Bauernhofes, für das Vikunja kenne ich den Grund nicht. 5 weitere Hornträger stehen jetzt auf der Abgabeliste (Bison, Wisent, Anoa, Takin, Kreta-Wildziege), hinter das Flusspferd setze ich unter den gegebenen Umständen mal ein ganz dickes Fragezeichen, und wenn das Flusspferdhaus für Tapire und Hirscheber umgerüstet werden soll, dürfte wohl auch das letzte alte Zwergflusspferd keine Nachfolger mehr bekommen. Die Frage, was mit den Mesopotamischen Damhirschen passieren wird (immerhin die einzige Hirschart in der Wilhelma), die ja eigentlich noch nie zum Thema Bauernhof gepasst haben, wurde in diesem Thread schon in den Raum gestellt.

    Was bleibt also (Haustiere nicht einbezogen)? Zwei Arten Einhufer (Grevyzebra und Somali-Wildesel), zwei Arten Schweine (Hirscheber und Halsbandpekari), Okapi, Netzgiraffe, drei Antilopenarten (Bongo, Kleiner Kudu, Dorkasgazelle), vier Arten Gebirgswiederkäuer (Schneeziege, Mähnenschaf, Markhor, Alpensteinbock). Oder auch die nicht alle? Halsbandpekaris sind keine bedrohte Art und die Südamerika-Anlage steht zur Diskussion (s.u.), das Gehege der Markhore ist meiner Erinnerung nach schautechnisch nicht gerade ein Schmuckstück.

    Auch ich freue mich übrigens sehr, dass die Wilhelma an den Dorkasgazellen festhalten will. Offenbar hadert man in Stuttgart nicht so sehr mit dem Zuchtprogramm dieser Form wie in Hannover; hier wurde ja die (sehr erfolgreiche) Haltung beendet, weil man äußerst unzufrieden mit der EEP-Koordination war.
    (08.09.2015)
    Patrick Marburger:   @ Michael Mettler: die Vorbilder des Amazonienhaus sind mir selber auch nicht klar. Irgendwie glaube ich, dass es niemanden gibt der da noch durchblickt...
    @ Michael Gardowski: die Wilhelma wäre dann tatsächlich Wildrinder frei. Von drei auf null Formen in weniger als einem Jahrzehnt dürfte diesbezüglich Seltenheitswert haben... Das im Zuge der Vage angedeuteten Afrikasavanne Wildrinder kommen kann ich mir nicht vorstellen. Die größten Rinder wären dann die Hochlandrinder. Tiger und Brüllaffen sind mir wie die Takine vollkommen unverständlich. Als es um die Brüllaffen ging habe ich nur Teile verstanden bin mir aber zu 99% sicher, dass es so stimmt wie ich es geschrieben habe.

    Bei der Bärenandeutung werde ich nicht so recht Schlau wo man das realisieren könnte. Unten ein Kombiniertes Orang/Bärenhaus kann ich mir genauso wenig vorstellen wie die aktuelle S-Amerikaanlage. Was Dr. Kölpin mit dieser plant? In meinem Bericht von der Führung war das \"eine\" vor dem \"die\" durchgestrichen da hat sich Kölpin bei der Führung selbst korrigiert.
    (08.09.2015)
    Michael Gradowski:   @Patrick Marburger: Auch von mir danke für deinen ausführlichen Bericht. Die Planungen klingen wirklich interessant, schön daß man auch weiterhin mit Hirscheber und Dorcas plant, sehr schade dagegen das Ende von Onager und Takin. Auch überrascht bin ich, daß man die Haltung von Bison UND Wisent beendet, ich habe immer gedacht, daß wenigstens eine Büffelart fast schon ein Muss ist für einen Großzoo. Hat die Wilhelma denn ansonsten andere große Wildrindarten?
    Deinen Unmut über die Brüllaffen kann ich sehr gut nachvollziehen, ist in meinen Augen völlig unverständlich. Ich bin bei deiner Meinung zu den Geokonzepten ganz bei dir; wenn Raritäten nur abgegeben werden, weil sie nicht ins Konzept passen, dann stimmt mM nach etwas ganz und gar nicht. Genau aus solchen Gründen bin ich auch kein großer Freund des Ganzen, zumal es langsam aber sicher überhand nimmt. Man könnte meinen, ohne Geokonzept funktioniert heute gar nichts mehr. Auch die Aussage zu den Tigern ist gelinde gesagt etwas \"merkwürdig\". Die von Michael Mettler angesprochene Winterhärte ist sicher ein besseres Argument als die Art nur nach der Größe auszusuchen, denn das ist einfach nur lächerlich und in gewisser Weise widersprüchlich. Bei den Katzen ist es wichtig eine möglichst spektakuläre, große Art zu zeigen, gleichzeitig will man sich aber von solch beeindruckenden, großen Wildrindern wie Bison und Wisent verabschieden obwohl die beim Besucher doch eigentlich auch immer sehr gut ankommen?
    Im Großen und Ganzen sind die Pläne auf jeden Fall spannend, vor allem das Australienhaus könnte was Tolles werden.
    (08.09.2015)
    Michael Mettler:   @Patrick Marburger: Also wird das Amazonienhaus jetzt von BERGregenwald (Angabe auf HP und in Zooführern) auf TIEFLANDregenwald umgestellt. Weil...???? Sofern die Weißkopfsakis und Goldkopf-Löwenäffchen noch im Haus sind, würden die doch zu einem Thema Tapajos auch nicht mehr passen.

    Ansonsten denke ich zu den Planspielen, dass ein neuer Zoodirektor heutzutage einfach mit großen Visionen antreten MUSS, wenn er Entscheidungsträger und Geldgeber zu Neuem animieren will.

    @Holger Wientjes: Amurtiger haben nun mal den Vorteil, auch bei kalten Temperaturen ständig draußen gezeigt werden zu können. Wenn man sich den Tierbesatz dieses Teiles der Wilhelma und die dortigen Zukunftsplanungen anschaut, dann dominieren dort zukünftig noch stärker wärmebedürftige Arten, bei denen der Besucher bei kaltem Wetter serienweise vor leeren Außenanlagen steht. Amurtiger würden das durchbrechen, somit könnte das auch ein Auswahlkriterium sein.
    (07.09.2015)
    Gudrun Bardowicks:   Danke für den ausführlichen Bericht. Die Aufgabe der Brüllenaffenhaltung kann ich auch nicht nachvollziehen. Auch sehe ich keinen Sinn darin, Amutiger in einem heizbaren Stallgbäude unterzubringen, aber vielleicht ist ja nur für die Asiatischen Löwen und vielleicht die Geparden ein neues Warmhaus geplant und die Tiger bekommen einen nicht heizbaren Stall.

    Die Abgabe von den bedrohten Anoas, Onagern und Takins finde ich schade, aber ansonsten klingen die Pläne gut. Mal sehen, was davon umgesetzt wird. Gespannt bin ich auf das geplante Australienhaus.
    (07.09.2015)
    Holger Wientjes:   Nun ja, da muss man ja froh sein, dass nicht alle Zoodirektoren ihre Tiere nach der Grösse aussuchen... Den \"Zoo der grossen Tiere\" hat er ja in Erfurt gehabt.
    (07.09.2015)
    Patrick Marburger:   @ Holger Wientjes: bzgl. Sibirer hat Herr Dr. Kölpin erklärt, dass er wenn grundsätzlich Sibirer halten würde, da sie aufgrund der Größe für die Besucher spektakulär sind. Sie seien schon etwas anderes wie die gegenwärtigen Kätzchen.
    An eine vollständige Realisierung glaube ich leider nicht. Wenn man sich anschaut wie das Finanzministerium (FM) bisher mit der Wilhelma umgegangen ist wird man jetzt keinen 90% Neubau finanzieren. Der Förderverein kann viel, aber DAS im Alleingang ist zu viel. Das vielversprechende Planungen dank dem FM nicht realisiert werden können ist häufig. Der Wilhelmaausbau (ab 1968) ist ein Bruchteil der Planungen. Wenn das FM erkennen würde welches Potential in der Wilhelma steckt wäre hier viel mehr möglich. Das in den 80er Jahren geplante Delfinarium wäre ein Schritt in die richtige Richtung gewesen. Das Ministerium wird aber erst verstehen was die Sparsamkeit der letzten 50 Jahre bedeutet wenn die Wilhelma nicht mehr in der obersten Liga spielt.
    Die Anoas mussten de facto auch aufgrund der Elefanten weg und die Hinter-den-Kulissen-Haltung war auch daher erforderlich. Beides geschah zwar während der Bauphase des Menschenaffenhauses wäre hierfür aber m.W. nicht erforderlich gewesen. Die Bisonvergrößerung auf dem Gebiet der beiden Arten wäre auch nicht unbedingt erforderlich gewesen.
    (07.09.2015)
    Holger Wientjes:   Warum man auf Amurtiger umstellen möchte, die sich dann anscheinend ein Warmhaus mit einer tropischen Art (Asiat. Löwen, sehr löblich) teilen werden, habe ich nicht so recht verstanden.

    P.S.: Sorry für die Rechtschreibfehler unten. Kann man leider nicht nachträglich ändern.
    (07.09.2015)
    Holger Wientjes:   Danke für die umfangreiche Berichterstattung ! Bin sehr gespannt, ob das alles auch nur annähernd so umgesetzt werden wird.

    Im Grossen und Ganzen gefallen mir die Planungen ziemlich gut. Vor allem das Festhalten an Arten wie Hirschebern, Somali-Wildeseln oder Dorcas. Weiterhin auch die Planungen mit australischen Tieren oder der Nachttierbereich. Sollte man letzteren wie geplant in ein neues Elefanten-Haus integrieren, entsteht vielleicht eine Neuaflage des alten Erfurter Hauses, was sehr wünschenswert wäre.

    Auf der anderen Seite steht aber auch einmal mehr der Verlust von Arten wie Onager oder Takin aufgrund eines Neubaus für Elefanten, die anscheinend nach wie vor ein Prestigeobjekt darstellen und ohne die man kein \"grosser\" Zoo ist. Egal was es kostet...
    Auch die geplante abgabe der Brüllaffen kann nur Kopfschütteln erzeugen ! Es wäre, auch bei der kleinen Ausgangsbasis, sicherlich möglich Rote Brüllaffen (gerade für einen erfahrenen Halter) zu bekommen. Allein Köln züchtet ja regelmässig.

    Sympathisch und leider bezeichnend für den Bau, finde ich die Aussage bezüglich des Menschenaffen-Hauses. Mit diesem Backs hat man sich in Stuttgart wohl keinen gefallen getan.
    Zu hoffen bleibt, dass die nicht weiter erwähnten Primaten im Zoo bleiben !
    (07.09.2015)
    Patrick Marburger:   Zitat aus dem Wilhelmamagazin: \"Den zu unseren Voraussetzungen passenden, immergrünen Tieflandregenwald fanden wir an einem Seitenarm des Amazonas: das 545.000 Hektar große Schutzgebiet \"Floresta Nacional do Tapa-jos\". Dies stand aber in einem recht neuen Magazin und wurde als neues Vorbild verkauft könnte sein, dass im ZG-Artikel den ich im Hinterkopf hatte noch ein anderes Vorbild gegeben war, muss ich noch suchen.
    (07.09.2015)
    Patrick Marburger:   @ Michael Mettler:
    Australische Kalongs sind mir auch schon ins Auge gestochen, sehe ich als nicht dramatisch. Aber die Abgabe der Brüllaffen dadurch zu rechtfertigen ist dann natürlich geistreich.... Welcher Teil muss ich noch nachschauen dürfte damals im ZG gestanden haben.
    Ob wenn wirklich der Bolivien her müsste ist mir nicht bekannt. Bei nur zwei europäischen seniculus Züchtern bin ich nicht überzeugt, dass man die Tiere ohne weiteres bekommt.
    Das die Bären/Klettertieranlage nicht einem Kontinent zugeordnet wird finde ich gut- mir gehen die ganzen Geokonzepte inzwischen zu weit. Wenn man nur aufgrund eines solchen Konzeptes Raritäten abgibt läuft meiner Ansicht nach etwas sehr schief. Gut ich muss zugeben, dass ich in meinen Spinnereien den Anlagenkomplex auch einem Kontinent (Nordamerika) zugeordnet habe, aber auch nur da es bei mir nicht auf die Beschaffbarkeit der Tiere ankommt...
    Meine Formulierung bezüglich des Bauernhofes ist in der Tat unglücklich. So hatte Dr. Kölpin seine Bestandsauswahl aber gerechtfertigt. Ein Entwicklungszwischenschritt wird bei den Arten ja gezeigt. Wenn auch nicht der große Schritt zwischen erster Domestikation und Perfektion. Die Bezoar mussten damals unabhängig vom Konzept weg, da die Arbeiten für den Rosensteintunnel begannen. Keine Frage ein Zoointernerumzug wäre aber bestimmt möglich gewesen.

    Noch zwei nachgetragene Nachträge: Für den Elefantenpark müssen die Strauße an dieser Stelle weg. Außerdem fungiert der Elefant als Bindeglied zwischen der Wilhelma (Wildtiere) und dem Bauernhof (Haustiere).

    P.S. für das Überlesen von Rechtschreibfehlern u.ä. danke ich herzlich! ( ;
    (07.09.2015)
    Michael Mettler:   @Patrick Marburger: Danke, das war ja wirklich eine informationsgeladene Führung!

    Also, Schwarze Brüllaffen sind unpassend für ein Amazonienhaus, aber Malaiische Flughunde passen in ein Australienhaus? Hm. Welchen Teil Amazoniens soll denn das Haus zeigen? Müsste wohl irgendwas in Richtung Bolivien sein, wenn die Totenkopfäffchen (in der Wilhelma Bolivianische) besser passen und Rote Brüllaffen nicht zu bekommen sein sollen (das würde nur auf den Bolivianischen Roten Brüllaffen A. sara passen, denn A. seniculus wird ja in zwei europäischen Zoos gezüchtet).

    Die Notwendigkeit, eine europäische oder südamerikanische Bärenart zu halten, sehe ich aus ähnlichen Gründen nicht. Der Bären-/Bergtierbereich enthält offenbar auch in den Zukunftsplänen weiterhin eine interkontinentale Artenmischung, da käme es auf eine nordamerikanische oder asiatische Bärenform nun auch nicht mehr an.

    Hinterwälder und Limpurger Rind sowie SH-Schwein sind aber alles andere als industrielle Hochzuchtrassen (genau deshalb werden sie ja als \"alte Haustierrassen\" in Zoos und auf Archehöfen \"erhaltungsgezüchtet\"). Und wenn man Beispiele für primitive Haustierrassen zeigen will, hätte man doch die Kreta-Wildziegen nicht entfernen müssen...?
    (07.09.2015)
    Patrick Marburger:   Flusspferde
    Sollen nach seinem Willen an den Neckar ziehen. Realisierungschance lt. ihm 50:50. Unterwassereinblick innen und außen geplant.

    Noch ein Nachtrag: Dr. Kölpin befürchtet, dass die Schneeziege in Zoos (weltweit) aufgrund neuer Gesetze (Verbot von Wildfängen) ausstirbt. Um dies hinauszuzögern sollen die beiden Weibchen in Stuttgart mit einem eng verwandten Männchen züchten.

    Zum Schluss muss ich auch noch meinen Senf dazugeben: Planungen klingen toll (Australienhaus). Allerdings wäre interessant was er mit Klammeraffen, Languren, Gibbons, dem JAZ-Besatz, den Affenfelsanlagen und dem Vogel- und Kleinsäugerhaus vor hat. Die Haltung von Brillenbären ist für mich nicht nachvollziehbar, Herkunft der Nachbarn hin oder her. Die Haltungsaufgabe der Takine ist aus meiner Sicht unnötig: einfach die Steinböcke aufgeben oder die Greifvogelvoliere nicht bauen. Interessant wäre natürlich was die spektakulären Planungen bezüglich Begleittierarten im Elefantenpark sind. Bei der Haltungsaufgabe von Brüllaffen- nur wegen eines Geokonzeptes- hört bei mir das Verständnis auf!
    (07.09.2015)
    Patrick Marburger:   Suptropenterrassen

    Restaurierung in Kombi mit Neubau der Volieren und Artenreduktion. Vier Themenbereiche: Neuseeland (Kea, Kaka), Südamerika, Südostasien und Australien (Kookaburra).

    Greifvögel

    Kurzfristig: die Seeadler ziehen in die seit Monaten leere Bartgeiervoliere. Die Seeadlervoliere wird mit Kolkraben besetzt. Langfristig: Die Gänsegeiervoliere wird um die Schmeeterlingswiese (Der Hang ohne Blumen und Schmetterlinge neben dran) erweitert. Bewohner in einer Vergesellschaftung: Gänse-, Bart- und Schmutzgeier. (Angaben ohne Gewähr)

    Amazonienhaus

    Brüllaffen werden abgegeben, Totenkopfäffchen rücken nach. Grund: das Amazonienhaus zeigt einen ganz bestimmten Fleck Regenwald in dem Rote und nicht Schwarze Brüllaffen leben. Die Roten bekommt man nicht, daher muss die Art ganz dran glauben. (Angaben ohne Gewähr)

    Neues Menschenaffenhaus

    Dafür könne er nichts, das habe er geerbt. Wenn die Aufzuchtstation leer steht sollen Brazza rein: Vergesellschaftungsversuch.

    Altes Menschenaffenhaus

    Neubau für Orang-Utans. Kein Wort bezüglich Gibbons, Languren, Klammeraffen, JAZ.

    Gegen Ende der Führung noch eine Andeutung: „Im Masterplan habe ich noch eine die 3. Bärenart, aber Mal schauen“.
    (07.09.2015)
    Patrick Marburger:   Schaubauernhof

    Urwildpferde und Wisent sollen gehen, Hochlandrinder kommen. Man will immer eine relativ ursprüngliche Domestikation (Hochland, KuneKune) und eine industriell Hochgezüchtete Version (Schwäbisch-Hällische, Hinterwälder, Limburger) zeigen.

    Elefantenpark

    Bisons, Onager und Takine weichen. Die Anlagen sind auf einen adulten und einen Jungbullen sowie auf sechs Kühe mit Nachwuchs ausgelegt. Viele Begleittierarten seien angedacht (u.a. Nachttierabteilung). Was geplant ist sei spektakulär er wolle aber noch nicht konkret werden, da er nicht weiß ob das Finanzministerium mitspielt. Er liebäugle mit Königskobras.

    Flusspferdhaus

    Das Haus wird abgerissen. Dort entsteht ein Haus für Schabrackentapire und Hirscheber. Allerdings nicht in Vergesellschaftung. Beide Arten sollen ganzjährig zu sehen sein. Den Hirschebern scheint er sich eh verschrieben zu haben: demnächst kommen Tiere aus den Staaten und mit Indonesien sei man auch schon recht weit.

    Elefanten- Nashornhaus

    Umbau für 1,2 Panzernashörner. Vier Anlagen entstehen, die Besucherbereiche werden innen verkleinert.

    Raubtierhaus

    Das Haus wird abgerissen, ein Gebäude für Asiatische Löwen und Sibirische Tiger entsteht. Auf die Wiese davor ziehen Geparde.
    (07.09.2015)
    Patrick Marburger:   Ist ein bisschen viel geworden daher in Raten.

    Maurisches Landhaus

    Die Gewächshäuser bleiben unverändert erhalten. Das Hauptgebäude wird zum Australienhaus. Im Tagtierbereich (wie der bisherige) werden u.a. Koalas gepflegt. Im Nachttierbereich (wie der bisherige) werden Kowaris und männliche Kalongs gehalten (Nachzuchtenreduktion da Absatzschwierigkeiten). Baustart 2017. Als einer der Teilnehmer „Tüpfelbeutelmarder“ in den Raum war widersprach Kölpin nicht- Grund zur Hoffnung???

    Anlage für Bären- und Klettertiere

    Brillen- und Braunbäranlagen werden zusammengelegt, zuungunsten der Braunbären. Man hatte den Eindruck, dass er die Brillenbären gar nicht will allerdings aufgrund der S-Amerikaanlage und der Steinböcke eine südamerikanische- oder europäische Art braucht. Die Otter ziehen in den Wassergraben der Steinböcke. Die Otteranlage wird von den Bibern genutzt. Die Eisbärenanlage wird vergrößert, der Besucherbereich verkleinert. Die Besucher sollen: „durch die Anlage geführt werden“. Die Schneeleoanlage wird um den bisher nicht genutzten Hang erweitert. Eine leichte Terrassierung ist erforderlich. Die Anlage soll Naturboden haben und Kunstfels nur dezent eingesetzt werden. Es sind drei Anlagen vorgesehen. Kölpin deutete mit Verweis auf den Architektenwettbewerb etwas von einer Hängebrücke an.

    Südamerika-Anlage

    Diese steht wohl zur Diskussion, er wollte nur für die Ameisenbären garantieren.

    Afrikanische Huftieranlage

    Nicht viel konkretes, ehr Ausweichmanöver. Dorkas und Somalis sollen bleiben. Andeutung bezüglich einer Afrikasavanne und einer mittleren Antilopenform.
    (07.09.2015)
    Michael Mettler:   @Patrick Marburger: Da ich am Treffen nicht teilnehmen konnte, würden mich die Planungen schon interessieren.
    (07.09.2015)
    Patrick Marburger:   Herr Dr. Kölpin hielt bei der Zoohistorica am Samstag eine tolle Führung- Masterplanpräsentation wäre treffender gewesen. Falls Interesse besteht könnte ich versuchen zu skizzieren was er sagte.
    (07.09.2015)
    WolfDrei:   Habe gesucht: eine helle Gruppe aus Dortmund.
    (02.08.2015)
    Rüdiger Krichel:   Sollten das in einen anderen Treat verlegen sorry
    (02.08.2015)
    Rüdiger Krichel:   sorry ist eine Massaigiraffe aus Basel zum Vergleich mit der Fellmaserung !
    (02.08.2015)
    Rüdiger Krichel:   eine hellere Form aus Dortmund im Vergleich dazu !
    (02.08.2015)
    Rüdiger Krichel:   irgendwas gelingt mir nicht !
    (02.08.2015)
    Rüdiger Krichel:   so ein Test
    (02.08.2015)
    Rüdiger Krichel:   hier ein paar Angolabilder
    (02.08.2015)
    WolfDrei:   @Holger Wientjes: Mag auch so sein. Da der Name des Forum-Teilnehmers so oft bisher nicht auftauchte, nahm ich an , \"Beistand\" leisten zu wollen.
    Zu den Illustrationen im HMW: Das ist ja eine Heidenarbeit mit hoher Abstraktionsfähigkeit, aus einer ganzen Bandbreite \"das Tier\" in der Fleckenvariabilität und der Farbe zu treffen. Bisher scheint das durchaus gelungen. Ich erinnere mich aber auch an ein besonderes helles Tier von angolensis aus der Anfangsgruppe des TP. Die Dortmunder habe ich nicht so sehr vor meinem \"geistigen\" Auge.
    (02.08.2015)
    Holger Wientjes:   @WolfDrei: Ich hatte die Frage von Justus Bauer eher so verstanden, dass er die einzelnen Individuen in der Wilhelma auseinanderhalten möchte !?

    Aber davon ab, finde ich die abgebildete angolensis sehr dunkel. Ich kenne live nur die Tiere aus Dortmund. Dort habe ich noch nie auch nur ein annähernd so denkles Exemplar gesehen. Auch von Bildern/Filmaufnahmen kenne ich die UA nur deutlich heller.
    (02.08.2015)
    WolfDrei:   2. Abbildung, etwas beschnitten
    (02.08.2015)
    WolfDrei:   2. Abbildung
    - westafrikanische Giraffe G. c. peralta: Niger
    - Tippelskirch-oder Massaigiraffe, auch Weinblattgiraffe G. c. tippelskirchi: Südkenia und Tansania
    - Kap- Giraffe G. c. giraffa: Mozambique, Simbabwe, Südafrika

    Aus nicht verständlichen Gründen sind nicht abgebildet worden die Nubische Giraffe (G. c. camelopardalis), die Tschadgiraffe (G. c. antiquorum) und, manchmal als eigene Unterart genannt, die Thornicroft-Giraffe aus Sambia

    (02.08.2015)
    WolfDrei:   @Justus Bauer: Wenn auch “moderne” Untersuchungen behaupten, dass genetisch gesehen sich die verschiedenen Arten/Unterarten nicht sehr unterscheiden, so sind sie doch hinsichtlich ihres Aussehens je nach Vorkommensgebiet in der Färbung sehr unterschiedlich. Man sollte aber nicht verkennen, dass es kaum noch Überschneidungsgebiete einzelner Unterarten gibt und so die Tiere eines Vorkommensgebietes immer “einheitlicher” im Aussehen werden. Geschätzt wird eine Gesamtbestand von 100 000 Tieren, die seltenste ist die nordwestliche Unterart peralta mit ca. 400 Tieren, die nur im Staate Niger leben und die vor 25 Jahren mit ca. 50 Tiere den Tiefststand erlebten.

    In der 1. Abbildung aus dem “Handbuch der Süugetiere der Welt“ sehen wir von links beginnend:
    - Netzgiraffe Giraffa camelopardalis reticulata; Südsomalia, Kenia
    - Angolagiraffe G. c. angolensis: Namibia, Botswana
    - Ugandagiraffe G. c. rothschildi: Uganda, Kenia

    (02.08.2015)
    Patrick Marburger:   Die Kune-Kune sind seit April da. Im Dezember 14 kamen deshalb die Wildschweine weg. Genauergesagt wachte schon einige Monate zuvor das Männchen aus einer Narkose nicht auf. Die Jungtiere konnte man m.W. abgeben und das Weibchen wurde getötet, Die Wildschweine mussten weg, da es ja ein Bauernhof ist. Der Wisent und die Przewalskis müssen deshalb auch noch weg. In Bezug auf die frei werdenden Anlagen hört man etwas als Erweiterung der Reitbahn. Hochlandrinder waren für das Gehege auch schon im Gespräch. Was davon aktuell ist und warum die Mesopotamischen bleiben können?
    (01.08.2015)
    Tim Meschke:   Auf dem Gelände der ehemaligen Gehege der Wildschweine, Mufflons und Bezoarziegen leben jetzt übrigens ein Kune-Kune-Schwein und nicht rassenzugeordnete Schafe und ein Ziegenbock.
    (01.08.2015)
    Patrick Marburger:   @ Holger Wientjes ich würde mich da nicht zu früh freuen. Tanreks und Viscachas sind schon weg. Im neuen Bau sind als absolutes Alleinstellungsmerkmal (; bereits Faultiere eingeplant. Die kosten wie die neuen Insektivoren Platz. Sprich das gibt einen Artenkahlschlag. Hier einen vernünftigen Tierbestand zu zeigen bräuchte eine größere Version. Von mehr Platz war aber leider nie die Rede. Vielleicht hält man sich damit aber auch nur zurück- wäre fast zu schön um wahr zu sein.
    (27.07.2015)
    Patrick Marburger:   @ Tim Meschke: die Bezoar werden vor den Kulissen nicht gehalten. Die mussten ja vor einiger Zeit wegen den Vorbereitungsarbeiten vom Rosensteintunnel weg. Damals hieß es, dass sie hinter die Kulissen ziehen. Wäre interessant ob sie da noch sind. M.E. kommen nur zwei Standorte in Betracht und an beiden sind sie nicht. Das es noch einen 3. potentiellen Ort gibt wo die Wilhelma die Bezoar unterbringen könnte bezweifle ich. Ich befürchte ehr, dass man sie doch abgegeben hat, oder sich das Ganze biologisch gelöst hat. Letzteres wäre bei der Zuchtgruppe aber verwunderlich.
    (27.07.2015)
    Justus Bauer:   Hallo,
    kann mir jemand vielleicht sagen, wie man die Giraffen unterscheidet ?
    (26.07.2015)
    Rüdiger:   23.06.15
    Neuer Zuchterfolg bei den seltenen Okapis

    Erneute Freude im Giraffenhaus der Wilhelma: Wie bei der viel beachteten öffentlichen Geburt der Netzgiraffe Dschibuto Ende Januar kam jetzt auch eine kleine Waldgiraffe am späten Samstagnachmittag im Beisein der Tierpfleger auf die Welt. Damit Okapi-Kuh Ibina und ihr Kälbchen in Ruhe eine gute Bindung aufbauen können.
    Jetzt fehlt nur der Name ???
    (25.07.2015)
    Rüdiger:   Okapijunges geboren im Juni , die Zucht geht weiter , jedes Jungtier zählt.
    Weiss jemand das Geschlecht und Name ?
    (25.07.2015)
    Tim Meschke:   Weiß jemand, ob die Bezoarziegen wirklich hinter den Kulissen sind? Ich möchte nämlich in der nächsten Woche in die Wilhelma und fände es wirklich schade, sie nicht zu sehen. Dann wäre damit eine weitere Art aus den deutschen Großzoos verschwunden...
    (24.07.2015)
    Heidemarie Busch:   Das sagt Herr Kölpin zu den 'Problemen' bei den Menschenaffen und zu den Zukunftsplänen

    http://www.bild.de/regional/stuttgart/wilhelma-zoo/wilhelma-will-elefanten-zucht-40704304.bild.html


    (27.04.2015)
    Jana Müller:   Die Wilhelma gehört dem Land Baden-Württemberg, dieses ist auch verantwortlich für die Neubauten. Die Wilhelma hat dieses Menschenaffenhaus sich nicht selbst ausgesucht, es war das Land, die den Architekten den Zuschlag gegeben haben. Weder Verwaltung noch Tierpfleger konnten bei der Planung und Gestaltung des Hauses mitwirken.

    Ich finde vor allem die Außenanlagen sehr gelungen, innen sieht es durch den Beton für das menschliche Auge nicht gerade schön aus, aber den Affen scheint es zu gefallen. Sie halten sich viel lieber drinnen auf als draußen, auch bei schönem Wetter. Manche Gorillas gehen auch nur sehr ungerne nach draußen.

    Bezüglich des Mulchbodens innen: Dieser wird auch so gut es geht von den Gorillas gemieden, sie gehen lieber auf dem Beton. Man kann beobachten, dass sich manche Tiere nur mit Holzwolle unter den Füßen auf dem Mulchboden fortbewegen, um diesen nicht zu berühren.
    (26.04.2015)
    Sacha:   @Maximilian Schulz: Also im ersten Moment dachte ich wirklich, dass Du das mit der Innenanlage ERNST gemeint hast bzw. diese in positivem Licht siehst...

    Ich hoffe inständig, dass die Architekten Hascher und Jehle NIE MEHR eine Zooanlage bauen (und auch als Mensch würde ich wohl kaum freiwillig in eine ihrer Bauten ziehen, wenn die ähnlich aussehen wie das Haus für Afrikanische Menschenaffen in der Wilhelma). Wenn man das gesehen hat, schimpft man nicht mehr über den "Einheitsbrei" von Rasbach.
    (08.04.2015)
    Maximilian Schulz:   @Michael Mettler: Mir fällt außerdem gerade ein, dass die Architekten, die das Projekt realisiert hatte, keine Zooarchitekten waren - was nicht allzu ungewöhnlich ist - geschweige denn bisher ein zooarchitektonisches Projekt realisiert hatten.
    Allerdings, wenn ich mir ihre Homepage und die darauf präsentierten realisierten Projekte anschaue, wird mir schnell klar, warum das Affenhaus so aussieht; offenbar haben die Herren Hascher und Jehle einen Drang zum "Betonmassiv". Den Größenwahn haben sie passend in das Haus integriert aber die Liebe zur Massivität, viel Glas und viel Beton konnten sie offenbar nicht ablegen.
    Link: http://www.baunetz.de/architekten/HASCHER_JEHLE_Architektur_projekte_1332855.html

    (08.04.2015)
    Maximilian Schulz:   @Michael Mettler: Stimmt, aber war nur ironisch gemeint.
    Auch Ihren Erkenntnisse in "punkto Hygiene" kann ich nur zustimmen.
    Ich vermute das hatte Kostengründe?
    Womöglich lässt sich ein Klettergerüst aus Baumstämmen nach ein paar Jahren, wenn die Rinde weg ist und der Stamm dementsprechend demoliert ist, schlechter austauschen bzw. teurer. Ich gebe Ihnen auch voll Recht, dass Frankfurt und Leipzig ihre Primaten (insb. Menschenaffen) viel besser halten.
    Selbst in München kann man im "Urwaldhaus" Gorillas und Schimpansen im Grün (!) finden - und das ganzjährig. (Wobei hier der Platzfaktor zu bemängeln ist.)
    Ich hoffe, dass zumindest der Neubau für die asiatischen Primaten besser wird und die Tiere auch im Haus Grün spüren und nicht nur sehen lässt.
    (08.04.2015)
    Michael Mettler:   @Maximilian Schulz: Das "Sitzpolster" ist allerdings auf weibliche Bonobos während ihrer Empfängnisbereitschaft beschränkt. Alle anderen Hausbewohner müssen "ohne" auskommen.

    Aus diversen anderen Zoos ist und war zu hören, dass die Fortschritte der vergangenen 30, 40 Jahre in punkto Hygiene und Krankheitsprävention heutzutage die Nutzung natürlicherer Materialien und Strukturen bei vielen Tierarten und vor allem bei Primaten erlauben, was sich ja besonders auffällig in Menschenaffenanlagen wie in Leipzig und Frankfurt niederschlägt. Diesbezüglich vertritt die Wilhelma offenbar einen gegenteiligen Standpunkt...?
    (08.04.2015)
    Maximilian Schulz:   @Sacha: Das neue Menschenaffenhaus -besser: das neue Affenhaus für afrikanische Menschenaffen- war, wie du vermutet hast, Prof. Jauchs letztes Projekt.
    Ich kann dir nur bedingt zustimmen, was das neue Haus anbelangt. Natürlich wirkt viel Beton auf den ersten Blick nicht schön. Auch die Tatsache, dass zusätzlich viel Metallstangen und ordentlich Glas verbaut wurden, fand ich nicht immer schön. Keine Frage: das Haus ist äußerst modern.
    Man sieht eben sehr gut, dass wir im 21. Jh. der Zooarchitektur angelangt sind; zum einen sind da der viele Beton und die recht funktionelle Instandhaltung des Gebäudes - der Beton, die Glasscheiben und das viele verzinkte Metall sorgen für eine sehr einfach bereitstellbare Hygiene und ermöglichen den Pflegern recht schnell, Gehege zu reinigen etc.: dadurch ermöglicht man Krankheiten - bzw. den verursachenden Erregern - eine geringere Chance, die Tiere krank zu machen. Zusätzlich besitzt das Haus weitere moderne Einrichtungen: das Dach ist bepflanzt, um die Energiekosten zu regeln, es gibt extra Rückzugsgehege für alle Tiere, es stehen verschiedene Personalräume und ein OP-/Behandlungs-Zimmer zur Verfügung...
    Nun zur Frage:
    Das Substrat, das man in beiden Tiergehegen (bei Bonobo und Gorilla) finden kann, ist eine Pinienrindenmulchschicht. Sie stellt einen geeigneten Bioflor dar, der richtig lebt und auch Urin verdaut...und noch weich ist, allerdings denke ich, dass der viele Beton mit der Zeit unangenehm zum Sitzen und Liegen wird - auch wenn man Holzwolle etc. verteilt. Effektiv stellt er den größten Bereich dar und hätte wohl besser mit einer Art Linolgummiboden oder Hartgummiboden, den man übrigens auch gut reinigen kann, ausgestattet werden sollen.
    Auch was die Außenanlagen betrifft, kann ich die neuen Konzeptionen nur loben. Die Gehege sind äußerst gut strukturiert, nicht nur für den Besucher (Zooarchitektur des 20. Jh. und davor) sondern auch für Tier und vor allem für Pfleger „benutzerfreundlich“, die Anlagen sind von den hauseigenen Botanikern genial bepflanzt worden - diese Möglichkeit hat natürlich nur die Wilhelma; auch die neue Aufzuchtstation für die Menschenaffenbabys ist mit ihrer Nähe zu den Artgenossen sehr fortschrittlich. Groß und Klein können nicht nur Blickkontakt aufnehmen. Auch Berührung, Spielen und gemeinsames Herumtoben wird ermöglicht.
    Was ich persönlich kritisiere, ist die Größe des Hauses, die mit dem neuen Gutachten an die Mindestanforderung an die Haltung von Säugetieren vom Mai 2014 gerade übereinstimmt - wenn ich richtig gerechnet habe.
    Auch finde ich, ließe sich in manchen Bereichen, z.B. im Mittelteil des Gebäudes, ruhig ein höheres Gehege, vor allem für die Bonobos, einrichten.
    Sehr gut hat das, wie ich finde, Leipzig in seinem "Pongoland" geregelt. Auch die Außengehege der Bonobos gefielen mir in der Wilhelma, wären sie noch höher, besser. Allerdings denke ich, dass bei 15m+ die Netzkonstruktion nicht mehr ganz so gut funktioniert hätte und man es dann mit einem Graben (Wasser) hätte regeln müssen (wie in Leipzig) - wozu allerdings, wie ich vermute, der Platz fehlte.
    Ansonsten kann und muss ich einfach nur sagen, dass ich vom neuen Menschenaffenhaus begeistert bin, weil ich der Meinung bin, dass es wirklich ein Meilenstein in der Wilhelmageschichte darstellt und - zumindest was die Modernität betrifft - ganz neue Maßstäbe setzt.
    @Sacha: dieser Link ist vielleicht noch nützlicher als mein Geschwafel oben...http://www.wilhelma.de/fileadmin/images/neuigkeiten/Menschenaffenhaus/Brosch%C3%BCre_Affenhaus_2013.pdf
    Bild: Bonobo scheint vom "Sitzpolster" gegen die Härte des Betons geschützt zu sein.

    (08.04.2015)
    Sacha:   Ich würde ja gerne über Deinen Scherz lachen, wenn der Umstand nicht so traurig wäre...;):(

    sollte übrigens "habe IHN" heissen.
    (06.04.2015)
    Michael Mettler:   Na Sacha, das siehst du aber zu eng ;-) Schließlich laufen die Innenräume des neuen Hauses unter dem Motto "Mehr Natur":
    http://www.wilhelma.de/fileadmin/images/neuigkeiten/Menschenaffenhaus/Brosch%C3%BCre_Affenhaus_2013.pdf (siehe Seite 10)

    Und das gesamte Haus "schafft die Illusion eines Naturraumes":
    http://www.guggenberger-ott.de/docs/projekte_wilhelma.html

    (06.04.2015)
    Sacha:   Ich nutzte das trockene Wetter am Ostersonntag zu einem Familienausflug in die Wilhelma.

    Der Bestand ist an vielen Stellen ziemlich ausgedünnt, was - wie ich zu meinem Leidwesen zugegeben muss - nicht überall schlecht ist.

    Aber da wir gerade von schlecht reden. Wie um Himmels Willen ist diese schreckliche neue Menschenaffenhaus zu erklären?!! Bei meinem Besuch im letzten Jahr fielen mir die dunklen Innenräume auf, die mit rein künstlichen, meist metallenen Kletterstrukturen vollgestopft sind. Dieses Mal trat dies noch deutlicher in Erscheinung, wohl weil sich auch in den schmalen Besuchergängen die Leute drängten.
    Bei den Gorilla gibt es wenigstens etwas natürliches Substrat (Rindenmulch?), sonsten sowohl bei denen wie bei den Bonobos Beton so weit das Auge reicht. Und das in einem Zooneubau des 21. Jahrhunderts!!!!! Auch meine Frau, die sich normalerweise nicht so um Zooarchitektur kümmert, fiel dies auf und sie war gelinde gesagt entsetzt. Zitat: "Sieht im Prinzip genau gleich aus wie das alte Haus, mit ein wenig grösseren Gehegen". Dem ist nichts hinzuzufügen. Bei einem Wettbewerb um die misslungenste Neuanlage in einem Zoo würde die Wilhelma damit locker den ersten Preis gewinnen - und das weltweit!
    Fairerweise sei gesagt, dass die Aussenanlage wesentlich besser sind, mit vielen natürlichen Elementen (Gras, Baumstämme, Büsche etc.) und die Gitternetzkonstruktion bei dem Bonobos relativ "leicht" daherkommt.
    Trotzdem: Wie konnte so etwas passieren? Und wie konnte man diesen Bau absegnen? Ich hoffe, dass nicht Ex-Direktor Jauch dafür der Hauptverantwortliche ist (fürchte allerdings, es ist so). Würde es echt bedauern, habe ich als sehr anständige und höfliche Person kennengelernt.
    Kennt jemand die Details?
    (06.04.2015)
    Sacha:   Ich weiss zwar nicht unbedingt mehr, bin mir aber trotzdem sicher, dass das nur eine vorübergehende Lösung ist, bis das Geld für einen Neubau vorhanden ist. In der Wilhelma stehen ja noch einige Bauprojekte an, namentlich eine neue Elefantenanlage. Die gibt es leider auch nicht gratis;)
    (26.05.2014)
    Oliver Müller:   @Zollifreund: Mir war auch nicht klar, dass Stuttgart im Schwarzwald liegt...;-)

    @alle: Es hiess doch ursprünglich mal, dass das alte Menschenaffenhaus nach dem Auszug der Afrikaner "für die Orang Utans umgebaut" werden sollte. Das ist doch aber etwas anderes als Käfige umnutzen. Weiss da jemand mehr?
    (26.05.2014)
    zollifreund:   Da schon lange kein Up-Date mehr aus Stuttgart erfolgt ist, hier ein paar Neuerungen, die mir diese Woche aufgefallen sind:
    - das Bisongehege wird durch das alte Onager- und das Anoagehege erweitert
    - die Onager sind nun hinter die Takinen gezogen ( und daher leider nicht direkt zu besuchen)
    - die Beozarziegen und Mufflons mussten der Baustellen "Rosensteintunnel" weichen
    - neu war eine Anlage für europäische Schildkröten am Aquarium
    - im Raubtierhaus leben nun Sumatratiger, Persischer Leopard, Schneeleopadin mit Nachwuchs und nochmals ein Perser ( dessen Innenanlage gerade saniert wird)
    - die Gorillakäfige stehen leer, die alten Bonobakäfigen wurden den Orangs zugeschlagen
    - und dann gab es ein chin. Riesensalamander im Aquarium - " er macht Erhohlungsurlaub im Schwarzwald " so das entsprechende Hinweisschild am Becken :-) Mir war aber gar nicht bewusst, dass die Wilhelma einen chin. Riesensalamander hat. Im Nachtierhaus war der Salamander doch immer als Japaner ausgeschildert( oder irre ich mich da?). Dieses Becken wird jetzt übrigens von Axolotl bewohnt.
    (25.05.2014)
    Ottmar Müller:   Die ehemaligen Serval- und Jaguarkäfige wurden zusammengelegt und werden nun von einem der beiden Persischen Leoparden bewohnt.
    (19.05.2014)
    Jörn Hegner:   hält die wilhelma jetzt keine servale mehr . was ist dafür heute drin in diesen käfig beim raubtierhaus .
    (18.05.2014)
    Jan Jakobi:   Das darf doch nicht wahr sein!
    Eine Seltenheit ist es leider nicht, wenn auch nicht unbedingt in den letzten Jahren.
    (10.02.2014)
    Wilhelma:   Anton ist tot:
    Eisbär stirbt an verschluckter Besucherjacke

    In der Nacht auf Montag ist in der Wilhelma der Eisbär Anton gestorben. Todesursache war ein Fremdkörper. Gefunden wurden Teile einer verschluckten Jacke oder auch Tasche, die einem Besucher vermutlich aus Unachtsamkeit ins Gehege gefallen war. Anton wurde 25 Jahre alt.

    Wildtiere neigen dazu, sehr lange Leiden und Krankheiten zu verbergen, da jedes Anzeichen voSchwäche in der Wildbahn sofort von Feinden ausgenutzt wird. Dass mit Anton etwas nicht stimmte, wurde jedenfalls erst klar, als er sich seltsam verhielt und anfing, Gewebestücke zu erbrechen. Tierarzt und Tierpfleger verabreichten ihm daraufhin sofort Abführmittel, wodurch er schließlich weitere Teile des Fremdkörpers ausschied. Offenbar jedoch nicht alles, Anton starb schließlich an schweren Darmverletzungen und -entzündungen, wie erste Untersuchungen im Veterinäruntersuchungsamt am Montagvormittag ergaben. Warum der Eisbär die Tasche samt Jacke überhaupt gefressen hat, anstatt sie nur zu zerlegen, wie er es schon mit anderen Fundstücken in seinem Gehege getan hat, ist auch den Tierpflegern ein Rätsel. „Es muss etwas sehr Leckeres darin gewesen sein, dem Anton nicht widerstehen konnte“, vermuten seine Pfleger Andreas Wössner und Jürgen Deisenhofer.

    Leider ist es keine Seltenheit in Zoos, auch in der Wilhelma nicht, dass Besucher versehentlich oder leichtfertig Gegenstände in Wasserbecken und Gehege fallen lassen. Bei den Eisbären hat auch ein Elektrozaun an einem Großteil der Gehegescheiben nicht verhindern können, dass in den letzten 20 Jahren rund 200 Kinderschuhe im Wasser landeten, ebenso wie rund 50 Schnuller pro Jahr, zahllose Mützen, Fotoapparate, Handys und Brillen. Nur wenn Besitzer oder Beobachter rechtzeitig den Vorfall oder Verlust melden, besteht eine Chance, vor allem die größeren Gegenstände rechtzeitig zu entfernen. „Hätten wir gewusst, dass etwas im Gehege war, hätten wir Anton vielleicht noch retten können“, so Tierarzt Tobias Knauf-Witzens. „Denn dann hätte eventuell ein Brechmittel noch die restlichen Teile zum Vorschein bringen können. Wir bitten die Besucher daher dringend, auf ihre Sachen sehr gut zu achten, auf keinen Fall etwas in die Gehege zu werfen und jeden Verlust sofort zu melden.“

    Sicher ist: Anton ist nicht das erste Opfer von Fremdkörpern in Gehegen, die hier am Ende in den Tiermägen landen. Vor vielen Jahren starb Flusspferd Egon an einem Darmverschluss, verursacht durch einem Tennisball, und auch den letzten See-Elefant der Wilhelma, Charly, kostete ein verschlucktes Stofftier das Leben. Ohne den Vorfall mit der Jacke hätte Anton noch gut zehn bis 15 Jahre leben können. Er wurde am 13.12.1989 im Karlsruher Zoo geboren und war 1992 gemeinsam mit drei anderen jungen Eisbärinnen in der neu eröffneten Anlage für Bären und Klettertiere der Wilhelma eingezogen. 2007 wurden er und die Eisbärin Corinna die Eltern von Wilbär, der heute im Orsa-Park in Schweden lebt.

    (10.02.2014)
    Wilhelma:   Laternen-Workshop aus der Reihe „Wilde Wochenenden“:
    Mit selbstgebastelten Tier-Laternen abends durch die Wilhelma

    Am Freitag, dem 1. November, und am Sonntag, dem 3. November 2013, lädt die Wilhelmaschule in ihrer Reihe „Wilde Wochenenden“ kleine wie große Besucher erstmals zu einem herbstlichen Laternen-Workshop ein. An beiden Tagen können die Teilnehmer ab 14 Uhr im Wilhelmaschulgebäude unterhalb der Geiervoliere Laternen mit Tier- und Pflanzen-Motiven basteln – ob unter fachlicher Einleitung oder nach eigenen kreativen Ideen. Das Bastelmaterial wird gegen einen Unkostenbeitrag von 2 Euro zur Verfügung gestellt, solange der Vorrat reicht (ein Set pro Kind). Eine Anmeldung für den Workshop ist nicht erforderlich.

    Ab 17.15 Uhr kann dann jeder sein Kunstwerk gleich vor Ort ausprobieren und bei einem gemeinsamen, rund halbstündigen Laternen-Umzug durch die abendliche Wilhelma tragen – zu den Eisbären, durch das Mammutbaumwäldchen, am Aussichtspavillon Belvedere vorbei, durch die Subtropenterrassen und den Maurischen Garten wieder zurück. Beim Umzug sollte jedes Kind von einem Erwachsenen begleitet werden. Und natürlich darf jeder seine Laterne anschließend mit nach Hause nehmen.
    (29.10.2013)
    Wilhelma:   Nachwuchs bei den Schneeleoparden
    Aller guten Dinge sind drei

    Gleich drei hübsche, gestreifte Wollknäuel können die Besucher seit Kurzem in ihrem Gehege nahe der Eisbären beim Spielen, Schmusen und Schlafen beobachten: Denn drei Schneeleoparden auf einen Streich, ein Kätzchen und zwei Kater – von den Tierpflegern Laila, Karim und Kamal genannt –, brachte Mutter Kailash im Juli zur Welt. Die ersten Monate blieb das Trio in der unterirdischen Wurfbox, doch nun, pünktlich zum ersten größeren Kälteeinbruch des Jahres, haben sie diese verlassen. Aber keine Sorge: Mutter Natur hat die Kleinen für ein Leben in Schnee und Eis ja bestens ausgestattet ...
    Die ursprüngliche Heimat der Schneeleoparden oder Irbisse, wie sie auch heißen, sind die unwirtlichen Hochgebirge Zentralasiens. Ein extremer Lebensraum, an den die Tiere hervorragend angepasst sind: Ihr sehr dichtes Fell schützt sie wirkungsvoll vor Winterkälte wie Sommerhitze, und große Pfoten – die beim Nachwuchs geradezu riesig wirken – verhindern wie Schneeschuhe, dass die rund 40 Kilogramm schweren Tiere im Schnee einsinken. Frieren werden Laila, Karim und Kamal im kommenden deutschen Winter also ebenso wenig wie ihre Eltern: die Katze Kailash und der Kater Ladakh, die im Sommer 2010 in Zürich bzw. Amnéville zur Welt kamen. Als die beiden Anfang 2012 in der Wilhelma erstmals aufeinander trafen, sah es allerdings gar nicht so aus, als würden sie jemals gemeinsam Eltern werden. Im Gegenteil: Sie konnten sich partout nicht riechen, Ladakh biss Kailash durchs Gitter sogar eine Ohrspitze ab. Doch damals waren die zwei ja noch pubertierende, zickige Teenager. Zudem sind Irbisse eher Einzelgänger und suchen in der Natur nur zur Paarungszeit die Nähe des anderen Geschlechts. Und so hat sich mit Erreichen der Geschlechtsreife auch die Abneigung zwischen Kailash und Ladakh recht rasch in Zuneigung verwandelt, das Flirten und Schmusen wollte gar kein Ende mehr nehmen – und blieb nicht ohne Folgen. Die entpuppen sich derzeit als rechtes „Trio Infernale“, dessen raue Spiele sogar den Eltern mitunter zu viel werden. Besonders beliebt: Wilde Attacken auf die buschigen langen Schwänze von Mama und Papa. Um ihre Ruhe zu haben, bleibt diesen dann oft nur die Flucht auf höher gelegene, für die kleinen „Plagen“ (noch) unerreichbare Liegeflächen. Würfe von ein bis vier Jungtieren sind bei Irbissen üblich, meist sind es zwei. Anfangs sind diese dunkel behaart, blind und wiegen etwa 450 Gramm. Nach sieben bis zehn Tagen öffnen sie die Augen, nach etwa zwei Monaten verlassen sie erstmals ihre Wurfhöhlen, auch in der Wildnis. Allerdings ist dort ihre Überlebenschance deutlich geringer als im Zoo, mit geschätzten 2.000 Tieren gehören Irbisse zu den seltensten Arten der Erde. Trotz strengem Schutz in ihren Heimatländern werden sie weiter gewildert, ihr Lebensraum schrumpft. Im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) erfasst sind derzeit rund 220 Schneeleoparden, etwas über 400 Tiere leben in Zoos weltweit. Die Wilhelma hält die Art seit 20 Jahren und fünf Jungtiere wuchsen hier auf, bevor Kailash und Ladakh die Zahl jetzt auf acht erhöht haben.
    Übrigens: Vom kuscheligen Outfit der drei Raubkätzchen sollte man sich nicht täuschen lassen: Auch ihre Krallen sind schon scharfe Waffen, Streichelversuche wären gefährlich. Ein respektvoller Abstand ist zum Schutz von Mensch wie Tier daher angesagt und wird derzeit vorsichtshalber durch eine zusätzliche Absperrung vor dem Gehege unterstützt. Ob man Laila, Karim und Kamal wach oder schlafend antrifft, ist zudem Glückssache. Aber gerade junge Katzen brauchen nach dem Toben ja schließlich auch wieder eine tüchtige Mütze voll Schlaf ...

    Foto: Wilhelma
    (11.10.2013)
    Wilhelma:   Vikunja-Fohlen in Wilhelma geboren
    Marie bringt Leben in die Südamerika-WG

    Die Südamerika-Wohngemeinschaft der Wilhelma hat Zuwachs bekommen: Am 23. September 2013 erblickte Marie das Licht der Welt. Sie ist der jüngste Nachwuchs der nun fünf Tiere umfassenden Vikunjaherde und dazu auch noch ein ganz besonderer. Denn seit langem ist Marie das erste, weibliche Vikunja-Fohlen, welches in der Wilhelma geboren wurde.
    Ihre Mutter Xenia und ihre beiden Tanten Lara und Lima haben immer ein wachsames Auge auf Marie. Dabei haben sie ziemlich viel zu tun. Denn Marie tollte schon kurze Zeit nach ihrer Geburt ausgelassen auf der Südamerikaanlage herum. Ganz zur Freude von Churo, dem im Februar gebornen, männlichen Artgenossen. Auch für die Alpakas, unter deren große Herde sich die Vikunjas derzeit mischen, ist Marie eine willkommene Abwechslung. Nur Vater Casper hat Marie noch nicht kennen gelernt. Dieser lebt vorübergehend auf dem Tennhof, der nichtöffentlichen Wilhelma-Außenstelle, bis das Vikunjagehege renoviert ist. Nur so können Marie und die anderen Vikunjas gemeinsam mit den eng verwandten Alpakas gehalten werden. Casper würde für viel Unruhe sorgen und sich nicht nur für seine Weibchen interessieren. Mischlinge zwischen dem Wildtier Vikunja und dem Haustier Alpaka sind aber nicht erwünscht.
    Auch wenn die Vikunjas in der deutlichen Unterzahl sind, stechen sie mit ihrer zierlicheren Statur und ihrem hellbraunen, golden schimmernden Fell aus der Herde hervor. Einer südamerikanischen Sage nach, bekam die wunderschöne Jungfrau Vikunja von einem hässlichen König einen goldenen Mantel geschenkt, als Dank dafür, dass sie ihn heiratete. Noch heute trägt das Vikunja dieses Vlies, welches für die wildlebenden Vikunjas Fluch und Segen zugleich ist. Zum einen brachte es die Vikunjas fast bis an den Rand der Ausrottung, denn Vikunjawolle ist die teuerste Wolle der Welt. Die kleinsten Neuweltkamele wurden deswegen lange Zeit erbarmungslos gejagt und an den Rand der Ausrottung gebracht. Zum anderen schützt das dichte Fell die Vikunjas vor den kalten Bergwinden in ihrem Lebensraum, dem südamerikanischen Andenhochland in Höhenlagen von 3500 bis 5500 Metern. Außerdem sichert ihre begehrte Wolle heute ihr Überleben. Denn in einigen Landstrichen werden die wildlebenden Vikunjaherden wieder auf traditionelle Art alle zwei Jahre zusammengetrieben, die eingefangenen Tiere geschoren und anschließend wieder frei gelassen. Pro Tier können so gerade einmal 150 Gramm gewonnen werden. Das Geld, welches durch den Verkauf der kostbaren Wolle eingenommen wird, bleibt größtenteils vor Ort in der Heimat der Vikunjas. Hierdurch ist bei der Bevölkerung das Interesse sehr groß, die Andenkamele zu schützen. So haben sich in den letzten Jahren die Bestände der Vikunjas erholt und es streifen nun wieder um die 200.000 Tiere durch die Hochlagen der Anden.

    Foto: Wilhelma
    (01.10.2013)
    Wilhelma:   Spannende Kurzvorträge in der Wilhelma-Schule

    Tierisch schlau – verblüffende Geistesleistungen im Tierreich

    Am Sonntag, dem 29. September 2013, können die Besucher im Wilhelmaschulgebäude unterhalb der Geiervoliere wieder Erstaunliches und Wissenswertes über die Denk- und Geistesleistungen von Tieren lernen – ob von Affen, Krähen, Kraken oder sogar von Bienen. In einem kurzweiligen Vortrag präsentiert die Diplombiologin Sabine Ratzel großen wie kleinen Wilhelma-Besuchern echte „Schlaumeier“ unter den Tieren und erzählt unter anderem von tüftelnden Kraken, von Schweinen, die sich im Spiegel erkennen, und von Menschenaffen, welche die Gebärdensprache beherrschen. Der Vortrag aus der Reihe „Wilde Wochenenden“ findet um 15 Uhr und ein zweites Mal um 16 Uhr statt. Die Teilnahme ist im Wilhelma-Eintritt enthalten, kleine Spenden für den Gorillaschutz sind jedoch jederzeit willkommen.

    (23.09.2013)
    Klaus Schueling:   Unterstützung gesucht

    Wir schaffen es nicht mehr, die große Anzahl der eintreffenden Pressemeldungen zeitnah ins Forum zu übernehmen, daher:

    Wer sich vorstellen könnte, das Einstellen von Pressemeldungen aus der Wilhelma in das Forum zeitnah zu übernehmen, möge sich bitte bei mir per E-Mail (mail@schueling.de) oder telefonisch (0251 311523) in Verbindung setzen.
    (19.09.2013)
    Wilhelma:   Nachwuchs bei den Faultieren
    Erfolgreiche Faulpelze

    Was Faultierdame Marlies seit Ende Juni auf dem Bauch herumträgt, ist das Ergebnis einer echten Erfolgsgeschichte: Ihr bereits neuntes Jungtier in der Wilhelma. Seit ihrem ersten Rendezvous vor zwölf Jahren sind die Zweifingerfaultiere Marlies und Mike, zumindest in Sachen Nachwuchs, keineswegs faul gewesen.
    Wenn Marlies kopfüber durch ihr Gehege zwischen Kleinsäuger- und Vogelhaus hangelt oder auch faul in einer der Ecken liegt, ist das noch namenlose Jungtier schon gut zu erkennen. In den ersten Monaten nach der Geburt lässt es sich kaum vom dichten Pelz der Mutter unterscheiden. Seine Namenlosigkeit rührt daher, dass sich das Geschlecht bei Faultieren nicht so einfach erkennen lässt und einer tierärztlichen Nahuntersuchung bedarf. Und so lange Marlies ihren Nachwuchs fürsorglich durch das Gehege trägt, werden die beiden nicht getrennt, um Stress zu vermeiden. Ob es ein Männchen oder Weibchen ist, wird erst wichtig, wenn für den Nachwuchs ein neues Zuhause gefunden werden muss, denn mit den Eltern Marlies und Mike ist der Platz in der Wilhelma schon belegt. Mit ungefähr eineinhalb Jahren wird das Jungtier die Wilhelma verlassen und in einem anderen Zoo einen guten Platz zum Faulenzen sowie einen passenden Partner finden.
    Faultiere sind tatsächlich die Erfinder der Langsamkeit. Dies hat nichts mit Faulheit zu tun, sondern Methode. Wer sich vor allem von Blättern, Blüten und Knospen ernährt, muss eben schauen, wie er die wenigen Nährstoffe aus den schwer verdaulichen Zellulose-Snacks optimal nutzt. Sprich, regelmäßige Verdauungsschläfchen und ein konsequentes Energiesparprogramm sind unerlässlich, rund 16 Stunden Siesta pro Tag sind keine Seltenheit. Im Urwald hat das Zeitlupentempo aber noch einen weiteren Vorteil: Da Greifvögel vor allem schnelle Bewegungen wahrnehmen, übersehen sie die trödelnden Faultiere im Blattwerk leicht. Zumal diese einen Tarnumhang tragen, bestehend aus grünen Algen, die sich im immerfeuchten Fell ansiedeln. Der entschleunigte Lebensrhythmus der Faultiere spiegelt sich zudem in ihrer geringen Körpertemperatur wider, die eher an Reptilien erinnert, sowie in einer der niedrigsten Stoffwechselraten im Säugetierreich: Nur etwa alle acht Tage steigen Faultiere vom Baum, um ihre Geschäfte zu erledigen. Heimisch fühlen sie sich auf dem Boden allerdings nicht. Denn mit ihren langen Gliedmaßen und kräftigen, hakenartigen Klauen finden sie zwar an jedem Ast Halt, am Boden aber kommen sie damit nur mühsam vorwärts. Selbst im Wasser geht es da flotter, denn Faultiere sind recht gute Schwimmer.
    Urwaldflüsse durchschwimmen wird das kleine Wilhelma-Faultier wohl nie. Dafür kann es aber auch die nächsten Monate ein sicheres, beschauliches Dasein im „Hotel Mama“ führen, wachsen, gedeihen und schließlich in einen anderen Zoo umziehen. Dann ist auch wieder Platz auf Marlies Bauch für das nächste Faultierchen.

    (19.09.2013)
    Wilhelma:   Save the Rhinos:
    Nashorntag in der Wilhelma

    Am Sonntag, dem 22. September 2013, ist „Welt Nashorntag“ und auch die Wilhelma beteiligt sich mit einem Infostand im Nashornhaus daran. Von 10 Uhr bis 16 Uhr informieren die Tierpfleger über die Bedrohung der Nashörner in freier Wildbahn. Es werden Bilder aus dem indischen Kaziranga Nationalpark gezeigt, wo die Wilhelma seit 2005 ein Schutzprojekt zur Erhaltung der letzten Panzernashörner Indiens unterstützt. Hierfür werden auch am diesjährigen „World Rhino Day“, der von der Naturschutzorganisation „Save the Rhino International“ ins Leben gerufen wurde, Spenden gesammelt. Insgesamt wurden für die wildlebenden Nashörner von der Wilhelma bisher fast 60.000 EUR gesammelt. Ziel ist es, am Nashorntag diese Marke zu überschreiten. Jeder kann die Wilhelma dabei unterstützen: Entweder durch direkte Spenden oder den Kauf des exklusiven „Nashornweins“ vom Weingut Gerhard Aldinger. Hier fließt ein Teil des Erlöses direkt in den Schutz der Indischen Panzernashörner. Der Wein kann direkt beim Weingut Gerhard Aldinger bezogen werden.
    Weltweit sind alle Nashornarten vom Aussterben stark bedroht. Hauptgrund ist die in den letzen Jahren wieder zunehmende Wilderei. Vor allem in Asien blüht der Schwarzmarkt für das begehrte Horn, welches in der Traditionellen Chinesischen Medizin als Mittel gegen Fieber oder Schmerzen eingesetzt wird. Mit fatalen Folgen für die Nashörner. Denn die Tiere werden in Afrika und Asien zur leichten Beute von kriminellen Banden, die oftmals besser ausgerüstet sind, als die Wildhüter, die die Nashörner schützen.

    (18.09.2013)
    Wilhelma:   Aus der Reihe „Wilde Wochenenden“ der Wilhelma-Schule:
    Ein kulinarischer Rundgang zu essbaren Wildpflanzen

    Am Sonntag, dem 22. September 2013, lädt der Experte und Buchautor Dr. Markus Strauß jeweils um 15 Uhr und um 16 Uhr zu einem kleinen „kulinarischen“ Rundgang zu essbaren Wildpflanzen und „wildem Sommergemüse“ in der Wilhelma ein.
    Denn in unseren heimischen Wiesen und Wäldern – und auch im Wilhelma-Park – wachsen erstaunlich viele Wildpflanzen, die zum Verzehr geeignet sind. Welche der Gewächse genießbar oder sogar besonders gesund sind und wie sie auf leckere Art den Speiseplan bereichern können – das und mehr lernen die Teilnehmer des Rundgangs.

    Treffpunkt ist das Wilhelmaschulgebäude unterhalb der Geiervoliere;
    die Teilnahme ist im Eintrittspreis der Wilhelma enthalten, kleine Spenden für den Gorillaschutz sind jedoch jederzeit willkommen.

    (16.09.2013)
    Wilhelma:   Was Sie schon immer über die Wilhelma wissen wollten ...
    20. Wilhelma-Tag – Einblicke erhalten, fragen, mitmachen

    Am 15. September findet – wie jedes Jahr eine Woche nach Ende der Sommerferien – wieder ein großer „Wilhelma-Tag“ statt, und das bereits zum 20. Mal. Auch diesmal erhalten die Besucher spannende Einblicke in Bereiche hinter den Kulissen des Zoologisch-Botanischen Gartens, von der Futterküche über die Anzuchthäuser bis hin zur Krankenstation. Außerdem können vor allem die Kinder auf vielerlei Weise selbst aktiv werden, ob beim Basteln von Beschäftigungsmaterial für Affen, beim Baumklettern oder Pflanzentopfen.
    Zu verdanken ist der Wilhelma-Tag dem Verband der Zoo-Tierpfleger in Deutschland, die vor 20 Jahren einen „Zoo-Tag“ anregten. In der Wilhelma wurde daraus die einzige zoologisch-botanische Spielart, gestaltet wird der Tag von Tierpflegern, Gärtnern und Parkpflegern, Azubis und Wilhelma-Pädagogen in Eigenregie. Nur am Wilhelma-Tag können die Besucher beispielsweise die botanischen Anzuchthäuser hinter den Kulissen besichtigen und Blicke in die Futterküche oder den Behandlungsraum des Tierarztes werfen. Zudem finden sie an den Info-Ständen der Tierpfleger, Gärtner und Parkpfleger reichlich Anschauungsmaterial rund um Tiere, Pflanzen, Futtermittel und Co. und können den Mitarbeitern nach Herzenslust Fragen stellen. Was frisst ein Flamingo, was ein Flusspferd? Müssen Elefanten auch zum Zahnarzt? Wie schnell wächst eine Palme und wann blühen Kakteen? Am Ende des Tages verstehen die Besucher dann viel besser, wie ein Zoologisch-Botanischer Garten funktioniert – und wie aufwändig sein Betrieb ist. In der Wilhelmaschule können sich die Kinder Motive auf die Gesichter schminken lassen und an einem Info-Stand viel über Raubtiere lernen, bevor sie nebenan, am Stand der Parkpflege, beim Baumquiz teilnehmen, Baumscheiben schneiden oder unter professioneller Anleitung der Firma Blattwerk einen Baum erklimmen. Eine feste Größe am Wilhelma-Tag ist inzwischen außerdem der beliebte Tierpfleger-Eignungstest, den die Auszubildenden auf der Ginkgo-Wiese bei den Flamingos durchführen und bei dem die Besucher sowohl ihr zoologisches und botanisches Wissen, als auch ihr Geschick am Schubkarren unter Beweis stellen müssen. Nicht zuletzt gibt es im Betriebshof wieder überzählige Pflanzen Marke Wilhelma-Eigenanbau zu kaufen – praktische Tipps für ihre Pflege inklusive. Auch die Wilhelma-Begleiter des Fördervereins tragen mit Info-Mobilen und kostenlosen Führungen ihren Teil zum Programm bei und die Kinderturnstiftung bietet für Kinder und ihre Eltern eine Führung durch die Bewegungsstationen der Kinderturnwelt in der Wilhelma an.
    Das komplette Programm gibt es als PDF zum Download unter www.wilhelma.de/wilhelmatag und es wird am Wilhelma-Tag als Faltblatt am Eingang verteilt. Der Eintritt kostet übrigens trotz der zusätzlichen Einblicke, Attraktionen und Aktionen nicht mehr als an einem ganz „normalen“ Wilhelma-Tag: Erwachsene zahlen 14 Euro, Kinder die Hälfte.

    (11.09.2013)
    Zoo Osnabrück:   Das Quartett ist komplett:
    Auch das vierte Bonobo-Baby ist auf der Welt

    Im März, Mai und Juli waren bereits drei Bonobo-Babys in der Wilhelma geboren worden, am 15. August erblickte nun auch „Nummer vier“ das Licht der Welt. Damit ist die Bonobo-Truppe innerhalb von nur fünf Monaten um vier Tiere auf 16 angewachsen. Und die Besucher können in den Innen- und Außengehegen der neuen Menschenaffenanlage gleich vier Mütter samt ihren unterschiedlich alten Babys bobachten. Während dabei der fünf Monate alte Erstgeborene, Lubao, schon neben Mama Liboso im Gras umherkrabbelt und neugierig an Kleeblättchen knabbert, ist das jüngste Kind hinter den schützenden Armen seiner Mutter Haiba bislang kaum zu sehen. Da sich somit sein Geschlecht noch nicht bestimmen ließ, hat es bislang auch noch keinen Namen erhalten.
    Im Gegensatz zu den hierarchisch organisierten Gorillas, bei denen ein Silberrücken der Chef und alleiniger Vater allen Nachwuchses in der Familie ist, sieht das bei Bonobos anders aus. Bei diesen herrscht eher ein Matriarchat und damit in gewisser Weise auch Damenwahl – jeder Mann in der Gruppe könnte somit der Vater sein. Während bei den drei zuletzt geborenen Bonobo-Babys wohl noch eine Weile im Dunkeln bleiben wird, wer jeweils der Vater ist, wurde dieser bei dem Ende März geborenen Lubao schon identifiziert: Es ist Kasai, der Sohn von Chipita, und mit achteinhalb Jahren der jüngste Mann bei den Wilhelma-Bonobos. Weitere Anwärter auf die noch nicht geklärten Vaterschaften sind die jeweils etwa 33-jährigen Männer Mobikisi und Zorba.
    Dass bei Lubao der Vater schon ermittelt werden konnte, ist allerdings nur dem Umzug ins neue Affenhaus zu verdanken. Da die erwachsenen Tiere für diesen ohnehin in Narkose gelegt werden mussten, bot sich die Chance, dem Sohn der schlafenden Liboso unbemerkt ein paar Haare samt Wurzeln für einen DNA-Test zu stibitzen – sprich, auszureißen. Wäre die Mutter wach gewesen, hätte sie den kurzen Wehschrei ihres Babys den Pflegern als Vertrauensbruch übelgenommen. Außerdem wurden bei den Untersuchungen damals auch Ultraschallaufnahmen von allen Tieren erstellt – und so die Schwangerschaften drei weiterer Bonobofrauen entdeckt. Nach fünf Jahren Kinderlosigkeit kündigte sich in der Gruppe also ein regelrechter Babyboom an. Jetzt, vier Monate nach dem Umzug, ist das erwartete Baby-Quartett endlich komplett. Dabei sind alle vier Kleinen offenbar nicht nur gesund, sondern haben auch Glück mit ihren Müttern: Alle vier kümmern sich bestens um ihren Nachwuchs – jede auf ihre Art abhängig von der jeweiligen Erfahrung als Mutter und dem Alter des Babys. Liboso etwa, deren ältere Tochter Nayembi ebenfalls in Stuttgart lebt, lässt ihrem fünf Monate alten und immerhin schon acht Zähne tragenden Lubao mittlerweile recht viel Spielraum. Auch Hermien, der Mutter des im Juli geboren Bobali, merkt man durch ihre gelassene Art an, dass sie bereits mehrere Kinder aufgezogen hat. Die frischgebackenen Erst-Mütter, die beiden elf- und zwölfjährigen Frauen Banbo und Haiba dagegen, sind noch deutlich vorsichtiger und tragen ihre Kinder, die kleine Alima und das noch namenlose Kind, sichtbar enger am Körper.

    Foto: Haiba und ihr noch namenloses Baby. Meist presst sie es schützend so eng an den Körper, dass es weder leicht zu sehen, geschweige denn gut zu fotografieren ist. (Foto: Hermann Vollmer)
    (27.08.2013)
    Wilhelma:   Lange „Wilde Wochenenden“ in der Wilhelmaschule:
    Dia-Vortrag über „Fleischfressende Pflanzen“ und Figurentheater für Kinder

    Am kommenden Wochenende hat die Wilhelmaschule zwei Angebote aus der Reihe „Wilde Wochenenden“ in petto: Am Samstag, dem 31.8., dreht sich in einem Dia-Kurzvortrag alles um Fleischfressende Pflanzen. Jeweils um 15 und 16 Uhr stellt der Insektivoren-Experte und Buch-Autor Thomas Carow verschiedene Vertreter dieser außergewöhnlichen Pflanzengruppe vor und zeigt Fotos von den Naturstandorten. Auch auf die Pflege und Kultur der heiklen Gewächse geht er ein.

    Am Sonntag, dem 01.09. führt dann das Orpheus-Theater um 15.30 Uhr das Figurentheaterstück „Die kleine Meerjungfrau“ nach dem Märchen von Hans-Christian Andersen für Kinder ab 4 Jahren auf. Die Kinder werden dabei aktiv in einzelne Szenen des etwa 50 Minuten dauernden Stücks einbezogen, das von Schauspielern und mit Stabpuppen aufgeführt und mit Live-Musik untermalt wird. Die Teilnahme an den Veranstaltungen ist wie immer im Eintrittspreis enthalten, kleine Spenden für den Gorillaschutz sind aber jederzeit willkommen.
    (27.08.2013)
    Wilhelma:   Artenreiche Südamerika-WG:
    Von Andenkamel bis Ameisenbär

    Besonders artenreich präsentiert sich derzeit die tierische Wohngemeinschaft auf der großen Südamerika-Anlage oberhalb der Bärengehege. Hier leben in der Regel Alpakas, Nandus und Maras zusammen. Derzeit sind jedoch als zweite Kleinkamelart die Vikunjas vorübergehend eingezogen, die sonst ein eigenes Gehege bewohnen. Und sogar einen der eher zurückgezogen lebenden Ameisenbären bekommt man jetzt hin und wieder zu Gesicht – nämlich eine neue junge Ameisenbärin namens „Colada“.
    Seit Juni dieses Jahres verstärkt sie die Südamerika-WG der Wilhelma – die erst einjährige Ameisenbärin Colada aus dem Zoo Duisburg. Ihre Wurzeln liegen jedoch in Stuttgart: Denn hier ist ihre Mutter geboren, lebt aber seit Ende 2011 als Zuchtleihgabe der Wilhelma im Ruhrpott und ihr Name „Pina“ lieferte den dortigen Tierpflegern die Steilvorlage, die im Juni 2012 geborene Tochter „Colada“ zu taufen. In der Wilhelma ist zudem nach wie vor Coladas Großmutter, die 14-jährige Daniela, zu Hause. Und weil die Enkelin noch jung ist und bislang nicht ganz so viel Wert auf Ruhe und feste Schlafenszeiten zu legen scheint wie ihre übrige, eher nachtaktive Verwandtschaft, können nun auch die Wilhelma-Besucher mit etwas Glück mitunter einen Ameisenbär durchs Gehege streifen sehen.
    Dieses Gehege teilen die beiden außergewöhnlich gebauten Südamerikanerinnen mit den langen Schnauzen und buschigen Schwänzen mit jeder Menge Mitbewohner. Zum Beispiel mit 16 Alpakas, einer domestizierten Art, sowie vier Vikunjas als einer Wildform der Neuweltkamele. Außerdem hoppeln aktuell drei Maras – große, auch Pampashasen genannte Nagetiere – durchs Gras, das obendrein zwei Nandus als südamerikanische Vertreter der Laufvögel durchschreiten. Zeitweilig sind hier überdies die Halsbandpekaris los, eine kleine, aber sehr umtriebige Nabelschweinart. Zu umtriebig für die schon älteren Nandus und die ruhebedürftigen Ameisenbären, weshalb diese auch nicht gleichzeitig mit den Pekaris auf die große Anlage gelassen werden. Ansonsten sind ähnliche Gemeinschaftshaltungen wie die Südamerika-WG der Wilhelma aber in vielen Zoos verbreitet und haben sich bewährt. Denn obwohl es in tierischen wie in menschlichen WGs auch mal „Knatsch“ geben kann, bedeutet die Art der Haltung immer auch Unterhaltung für die Bewohner – von den Zoologen „Behavioural Enrichment“ genannt. Und zur „Verhaltensbereicherung“ der Tiere ebenso wie zur Unterhaltung der Besucher tragen sicher auch die erfrischenden Duschen aus dem Wasserschlauch der Tierpfleger bei, welche vor allem die Alpakas und Vikunjas jetzt, während der heißen Sommertage, sichtlich genießen.

    Foto: Wilhelma
    (22.08.2013)
    Wilhelma:   Splish splash ...!
    Spritziger Badespaß für die Keas

    Die nächste Hitzewelle kann ruhig kommen – zumindest aus der Sicht der Keas! Diese neuseeländischen Papageien leben auf den Subtropenterrassen, dem im Sommer eindeutig heißesten Ort in der Wilhelma. Und wenn die Temperaturen gar zu sehr steigen, hilft auch bei Vögeln mitunter nur ein „Sprung“ ins kühle Nass. Ein spritziges Vergnügen, denn die Keas pflegen dann oft genüsslich ihr – bis auf die rötlichen Flügelunterseiten – olivgrünes Federkleid. Dabei schütteln sie sich kräftig, um das frische Wasser wie unter der Dusche über den ganzen Körper zu verteilen. Ein kühles Bad nehmen können die vier Wilhelma-Keas dabei immer, wenn ihnen danach ist: Die Tierpfleger sorgen dafür, dass die Vogel-Planschbecken stets gut gefüllt sind.

    Foto: Marco Cini
    Spritzige Kea-Dusche: Wenn die neuseeländischen Vögel baden, bleibt kein Federchen trocken.
    (16.08.2013)
    Wilhelma:   Kostenlose Sonderführungen zu „Fleischfressenden Pflanzen“:
    Insektivoren hautnah – vor und hinter den Kulissen

    Ob Kobralilie, Sonnenkrug, Schrecklicher Tau oder Gelbe Schlauchpflanze: Die Welt der Insektivoren oder Fleischfressenden Pflanzen ist so eigenartig wie vielfältig. Kostenlose Führungen durch die aktuelle Sonderausstellung über diese Pflanzengruppe bieten die Wilhelma-Gärtner Jürgen Rühle und Thomas Lehnen an. Vier Termine stehen zur Wahl: der 22.8. (14.30 Uhr), der 23.8. (15.30 Uhr), sowie am 28.8. und 5.9. (jeweils 16 Uhr). Die Teilnehmerzahl pro Führung ist auf maximal 15 Personen begrenzt, eine Anmeldung daher unbedingt unter der Rufnummer 0711/5402-0 erforderlich.
    Jede der Führungen dauert ca. 1,5 Stunden und beinhaltet sowohl einen Rundgang durch die Sonderausstellung als auch durch die Anzuchthäuser für Insektivoren hinter den Kulissen. Dabei erfahren die Besucher aus fachkundiger erster Hand viel Spannendes über die Pflanzen, die Insekten jagen und verzehren, und warum sie dies tun. Außerdem dürfen die Teilnehmer einen Blick ins Innere von Fallen werfen und schauen, wie viel und welche Beute die jeweilige Pflanze schon gemacht hat. Treffpunkt für die angemeldeten Teilnehmer ist rechtzeitig vor Führungs-Beginn beim entsprechenden Schild unter dem Ginkgo-Baum, dieser ist vom Haupteingang aus kommend nach der Flamingowiese gegenüber des Wintergartens zu finden.

    Thomas Lehnen, Eva Augart und Jürgen Rühle (v.l.) haben die neue Sonderausstellung gestaltet, Lehnen und Rühle bieten Wilhelma-Besuchern nun auch kostenlose Sonderführungen durch die Welt der Insektivoren an. (Foto: Wilhelma)
    (13.08.2013)
    Wilhelma:   Langes „Wildes Wochenende“ in der Wilhelmaschule:
    Dia-Vorträge über Blindenhunde und schlaue Tiere

    Am kommenden Wochenende können die Besucher sowohl am Samstag als auch am Sonntag in der Wilhelmaschule unterhalb der Geiervoliere einen Dia-Vortrag aus der Reihe „Wilde Wochenenden“ besuchen: Am 17.8. wird der anspruchsvolle Job des Blindenhundes vorgestellt, am 18.8. widmet sich ein weiterer Vortrag den erstaunlichen Denkleistungen von Tieren. Weitere Infos und Termine gibt es unter “www.wilhelma.de“ in der Rubrik „Wilhelmaschule“.
    Den Kurzvortrag über die Blindenhunde am 17.8. hält der Wilhelma-Tierpfleger Mathias Roese, der selbst Blindenführhunde ausbildet. Schier Unglaubliches leisten diese Tiere, wenn es darum geht, das Augenlicht ihrer Frauchen und Herrchen zu ersetzen und sie sicher von A nach B zu geleiten. Schier unglaublich ist auch, was die Biologin Sabine Ratzel dann am 18.8. in ihrem Kurzvortrag vorstellt: nämlich echte tierische „Käpseles“, wie Schlaumeier, Intelligenzbestien und Co. im Schwabenland genannt werden. Und die gibt es nicht etwa nur unter den Menschenaffen oder bei den Delphinen, sondern auch Krähen, Kraken und Bienen haben erstaunliche Denkleistungen vorzuweisen. Die Vorträge finden an den beiden Tagen jeweils um 15 und um 16 Uhr statt, die Teilnahme ist wie immer im Eintrittspreis enthalten, kleine Spenden für den Gorillaschutz sind aber jederzeit willkommen.

    Foto: Dass Blindenhunde intelligent sind, ist bekannt. Aber auch viele andere Tiere bis hin zu den Bienen haben erstaunlich viel „auf dem Kasten“ – wie die Vorträge der Wilhelmaschule am Wochenende verraten.
    (12.08.2013)
    Wilhelma:   Die Gorillafamilie entdeckt ihr Außengehege:
    Gorillas im Grünen

    Seit Anfang Juli nutzen die Bonobos ihre Außengehege in der neuen Anlage für Afrikanische Menschenaffen, seit wenigen Tagen ist nun auch für die Gorillas der Weg nach draußen frei. Aber erst nach und nach wagten die Mitglieder der Gorillafamilie den Vorstoß ins Unbekannte. Nach erstem großen Staunen über die unendlichen grünen Weiten lockte und beschäftigte die Tiere – genau wie die Bonobos – aber vor allem eines: das saftige neue Nahrungsangebot in Form von Gräsern, Klee, Kräutern und ganzen Sträuchern voller leckerer Blätter. Beim Umherstreifen, Futtern und Genießen ihres neuen Lebensraums in den Außengehegen können die Besucher die Gorillas und Bonobos derzeit täglich von 10 Uhr bis 15 Uhr beobachten – danach wieder im Haus –, und die handaufgezogenen Gorillakinder sind täglich von 10 bis 11 Uhr und von 14 bis 15 Uhr in ihrem Freiluftspielplatz.
    Dass die Gorillas etwas länger auf ihren ersten Ausflug warten mussten, hatte einen guten Grund, und der heißt Tuana: Die Gorillafrau kam im Juni aus Hannover nach Stuttgart und wurde in den letzten Wochen in die Gruppe integriert. So eine Einführung in die Gesellschaft ist in Gorillakreisen allerdings mit einigen Turbulenzen, jeder Menge Imponiergehabe bis hin zu Prügel- und Beißattacken verbunden, durch die der Silberrücken seine Vormachtstellung als Chef und die anderen Damen ihren Rang im Harem deutlich machen. Zunächst musste also wieder Ruhe in der Familie eingekehrt und die Lage stabil sein, bevor die nächste große Unbekannte, das Außengehege, in Angriff genommen werden konnte. Besonders spannend: Wie unterschiedlich doch die „matriarchalisch-anarchistisch“ organisierten Bonobos und die hierarchisch strukturierten Gorillas diese Herausforderung annahmen. Während bei den Bonobos Anfang Juli fast alle gleichzeitig und sehr rasch aus dem sicheren Innengehege nach draußen strebten und das Terrain sondierten, ließen sich die Gorillas viel mehr Zeit – und die Frauen warteten zunächst, was der Chef tun würde. Als Kibo durch die Last seiner Verantwortung für Frauen und Kinder aber zögerte, nahm die emanzipierte alte Dame Undi das Zepter in die Hand. Nach erstaunten Blicken auf den freien Himmel über ihr und die grüne Weite unter ihr, spazierte sie als erste durch die offenen Schieber nach draußen, drehte ein bis zwei Runden, kostete vom Grün und zog sich dann vorerst wieder ins Innengehege zurück. Die anderen Frauen warteten weiter, dass Kibo den ersten Schritt tun würde, und hielten auch ihre vorwitzigen Kinder energisch zurück, wenn diese ihre Nasen zu weit hinaus streckten. Der Bann war erst gebrochen, als Kibo bei ersten kurzen Erkundungsgängen die Lage sondiert hatte und schließlich mit der alten Mimi losgezogen war, um draußen die Sträucher das Fürchten zu lehren und mit blätterreicher Beute in Form abgebrochener Äste zurückzukehren. Zusätzliche Sicherheit vermittelte den Tieren ein Führungsseil, das die Pfleger zwischen der Ausstiegsluke und einem Baum gespannt hatten. Sich an dieser Schnur entlang hangelnd konnten die Tiere immer weiter in den fremden „Dschungel“ vordringen, aber notfalls sofort den Weg zurück in die vertraute Umgebung finden – ein Angebot, dass einige kleine wie große Gorillas gerne nutzten, selbst der Silberrücken. Jetzt, drei Tage vorsichtigen Herantastens später, genießen alle Tiere – bis auf Mutasi, der die Außenanlage immer noch nicht geheuer ist – bereits sichtlich die neuen Weiten und Weiden des großen Naturgeheges, wie ihr wiederholtes „Wohlfühl-Brummeln“ zeigt. Und die Besucher können endlich auch die Gorillafamilie, vom Silberrücken Kibo bis zur kleinen Milele, auf der grünen Wiese spazieren gehen sehen.

    Foto (Wilhelma): Bevor Silberrücken Kibo nicht das Terrain sondiert hatte, wagten sich die Mütter mit Kindern nicht ins unbekannte Gelände.
    (06.08.2013)
    Wilhelma:   Bilder, Infos und mehr über Gorillas, Orang-Utans und Co.:
    Thementag „Menschenaffen“ in der Wilhelmaschule

    Am kommenden Sonntag, dem 4. August 2013, dreht sich in der Wilhelmaschule alles um unsere nächsten Verwandten, die Menschenaffen. Von 11 bis 16 Uhr werden Bilder aus den Lebensräumen von Orang-Utan, Gorilla und Co. gezeigt und über ihr Leben, ihre Bedrohung und ihre Besonderheiten berichtet. Die großen und kleinen Wilhelma-Besucher können außerdem Futterboxen für die Menschenaffen der Wilhelma basteln. Dazu werden leere Schuhkartons mit Holzwolle gefüllt und darin kleine Leckerein, wie Rosinen, Nüsse oder Sonnenblumenkerne, versteckt. Die Tierpflegerinnen und Tierpfleger überreichen den Gorillas, Orang-Utans und Bonobos der Wilhelma dann die kleinen „Geschenke“ bei nächster Gelegenheit. Um an die versteckten Leckereien zu gelangen, sind die Menschenaffen einige Zeit beschäftigt und es kann keine Langeweile im Zooalltag aufkommen. Als weiteres Highlight werden Kunstwerke verkauft, die von Orang-Utan-Dame Caroline gemalt wurden. Die Erlöse kommen einem Schutzprojekt des Vereins „Orang-Utans in Not“ auf Borneo zugute. Außerdem stellen die Wilhelma-Pädagoginnen weitere von der Wilhelma unterstützten Schutzprojekte vor. Die Teilnahme am Thementag ist im Eintrittspreis enthalten, Spenden sind aber wie immer willkommen.

    Foto: H. Vollmer
    Orang-Utan Dame Caroline: Von ihr gemalte Kunstwerke werden beim Thementag verkauft, der Erlös soll dem Schutz ihrer bedrohten Verwandten auf Borneo zugute kommen.
    (30.07.2013)
    Wilhelma:   Seelöwennachwuchs in der Wilhelma:
    Kalifornische Badenixen am Cannstatter Mineralwasserstrand

    Bei den derzeitigen Temperaturen könnte man neidisch auf die Seelöwen in der Wilhelma werden. Sie räkeln sich am Rand ihres Schwimmbeckens oder suchen Abkühlung im feinsten, stets 15 Grad kühlen Cannstatter Mineralwasser. Wenn zweimal am Tag ein Tierpfleger mit den Eimern voller Heringe und Makrelen vorbei kommt, muss allerdings etwas „gearbeitet“ werden. Doch die täglichen Schaufütterungen – um 11 und 15 Uhr – sind eine willkommene Abwechslung und nicht nur für die Besucher unterhaltsam. Nur Emma und Mara, der jüngste Nachwuchs bei den Seelöwen, schauen auch dann den Alttieren bei ihrem bunten Treiben gelassen zu. Denn sie bekommen ihre tägliche Milchration ohne große Anstrengungen von ihren Müttern Evi und Mercedes frei Haus.
    Emma und Mara erblickten am 14. und 17. Juni 2013 das Licht der Welt und wurden, ganz wie es sich für Seelöwen gehört, in den ersten Tagen intensiv von ihren Müttern umsorgt. Mittlerweile sind sie relativ selbstständig und erkunden meistens zu zweit ihre Umgebung. Die Mütter kommen nur noch zum Säugen vorbei. Dies ist auch in den großen Seelöwenkolonien an den Stränden Kaliforniens zu beobachten. Während sich der Nachwuchs in Grüppchen zusammentut, begeben sich die Mütter auf die Jagd. Sie müssen viel Energie sammeln, um fettreiche Milch produzieren zu können, dank derer die Jungtiere gleich im ersten Monat ihr Geburtsgewicht von etwa sieben Kilogramm verdoppeln. Mit sechs bis acht Monaten werden sie von ihren Müttern entwöhnt und müssen sich dann selbstständig ernähren. In der Wilhelma gehen sie bei den Tierpflegern in „Lehre“ und lernen, wie man Hering und Makrele frisst.
    Vater des jüngsten Seelöwennachwuchses ist der siebenjährige Unesco. Da kurz nach der Geburt der Jungtiere bei Seelöwen die Paarungszeit beginnt, zeigt er schon wieder großes Interesse für seine Weibchen. Auch die beiden Mütter werden nicht verschont. Bei der Paarung von Seelöwen kann es, aus menschlicher Sicht, sehr ruppig zugehen. Darum sind derzeit auch die Weibchen Lucy und Suzan von der Gruppe abgetrennt, um sich von den amourösen Annäherungen Unescos zu erholen.
    Solange Emma und Mara nicht geschlechtsreif sind, interessiert sich Unesco nicht für sie. Mit ungefähr einem Jahr werden sie jedoch in einem anderen Zoo ein Zuhause finden müssen. Da Seelöwen in Haremsstrukturen – mit einem erwachsenen Bullen und mehreren Weibchen – leben, wird die Suche nach einem Platz für Emma und Mara erleichtert. Denn Weibchen sind in der Zoowelt meist gefragter.

    Foto: Wilhelma
    Sommer, Sonne und Mineralwasser: Was könnte ein Seelöwenleben noch schöner machen? Emma und Mara räkeln sich am Rand des Seelöwenbeckens der Wilhelma.
    (24.07.2013)
    Wilhelma:   Rothalsstrauß in der Wilhelma:
    Bedrohter Rothals aus Nordafrika

    Wenn der Straußenhahn durch sein Gehege stolziert, hat er nicht nur seine beiden Weibchen fest im Auge. Auch die Besucher, auf dem Weg vom Affenhaus zum Schaubauernhof, kommen kaum an ihm vorbei, ohne scharf von der Seite beäugt zu werden. Dass es sich bei dem großen Vogel um eine wahre Rarität handelt, ist auf den ersten Blick nur schwer zu erkennen. Denn der neue Hahn in der Wilhelma trägt noch nicht den für seine Art typischen roten Hals zur Schau. Noch ist er eher blassrosa, was sich aber mit zunehmendem Alter ändern wird.
    Strauß ist nicht gleich Strauß. Einstmals fast in ganz Afrika zu finden – zumindest dort, wo sich die weiten Grassteppen und Halbwüsten erstrecken –, sind Strauße heute aus dem Norden des Kontinents fast vollkommen verschwunden. Woher ein Straußenhahn stammt, sieht man ihm sehr leicht an seinem Halse an. Während die südafrikanische Strauße einen grau-bläulichen Hals vorweisen, zeigen ihre nordafrikanischen Verwandten eine rötliche Färbung. Ganz nach dem Motto: Zeig mir deinen Hals und ich sage dir, woher du kommst.
    Während die blauhälsige Verwandtschaft im südlichen Afrika heute relativ häufig ist und außerdem gerne in Straußenfarmen gehalten wird, sind die rothalsigen Vertreter Nordafrikas in freier Wildbahn vom Aussterben bedroht. Einst auch nördlich der Sahara weit verbreitet, fielen die Strauße der Modewelt des 18. und 19. Jahrhunderts in weiten Teilen zum Opfer. Wegen ihrer begehrten Federn wurden sie gejagt und fast vollständig ausgerottet. Nur noch kleine Restbestände der Rothalsstrauße haben diesen Modetrend in unzugänglichen Gegenden bis ins 21. Jahrhundert überlebt. Da aber in diesen Gegenden immer wieder bürgerkriegsähnliche Zustände herrschen, wurde entschieden, eine Zoopopulation des seltenen Vogels aufzubauen.
    Koordiniert vom Erlebniszoo Hannover, wurden 2011 mit staatlicher Genehmigung insgesamt 24 Eier aus freier Wildbahn in einem marokkanischen Nationalpark entnommen und in Hannover künstlich ausgebrütet. 15 Jungvögel schlüpften und wurden auf verschiedene Zoos in Europa und den USA verteilt. Auch die Wilhelma beteiligt sich seit kurzem an dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für die vom Aussterben bedrohten Rothalsstrauße.
    Da jedoch derzeit nur ein einzelnes Männchen ein Zuhause suchte, wurde es vorübergehend mit zwei aus einer Straußenfarm stammenden Blauhalsstraußen vergesellschaftet, damit er nicht vereinsamt, bis neue Rothalsstrauße aus Nachzuchten des EEP oder aus Afrika zur Verfügung stehen.

    Foto: Wilhelma
    (18.07.2013)
    Wilhelma:   Kurzvorträge in der Wilhelmaschule aus der Reihe „Wilde Wochenenden“:
    Alles über Fledermäuse, die Schatten der Nacht

    Um die "Schatten der Nacht", die Fledermäuse, geht es am Sonntag, dem 21. Juli 2013, in einem spannenden Dia-Kurzvortrag der Wilhelmaschule (unterhalb der Geiervoliere) aus der Reihe „Wilde Wochenenden“. Er findet um 15 Uhr und ein zweites Mal um 16 Uhr statt. In dem Vortrag stellt die Fledermausexpertin und Zoopädagogin Ewa Paliocha verschiedene Arten von Fledertieren vor und erzählt von den erstaunlichen Fähigkeiten, Jagdtechniken und besonderen Bedürfnissen der dämmerungs- und nachtaktiven Insektenjäger. Die Teilnahme am Vortrag ist im Wilhelma-Eintritt enthalten, kleine Spenden für den Gorillaschutz sind aber jederzeit willkommen.

    Foto (Martin Paliocha): Eine Zweifarbfledermaus: Wie alle heimischen Arten steht sie aufgrund von Wohnungsnot, Insektiziden und Veränderungen ihres Lebensraums unter Naturschutz.
    (16.07.2013)
    Wilhelma:   Wilde Wochenenden am 14.7. der Wilhelmaschule:
    Kurzweiliger Dia-Vortrag über einheimische Amphibien

    Am kommenden Sonntag, dem 14.7.2013, können die Besucher der Wilhelma erneut einen Dia-Vortrag aus der Reihe „Wilde Wochenenden“ besuchen, bei dem die Teilnahme bereits im Eintritt enthalten ist. Diesmal dreht sich alles um unsere einheimischen Amphibien – um Frösche, Lurche und ihre besondere Lebensweise, die das feuchte Element und das Land gleichermaßen als Lebensraum einschließt. Welche Eigenschaften Feuersalamander, Wasserfrosch und Co. mitbringen, um an Wasser, Erde und Luft gleich perfekt angepasst zu sein, verrät der Biologe Michael Eick bei seinem Dia-Vortrag um 15 und um 16 Uhr in der Wilhelmaschule unterhalb der Geiervoliere. Die Besucher erfahren überdies, welche Arten es bei uns gibt, aber auch, warum viele davon zunehmend vom Aussterben bedroht sind. Außerdem werden einige lebende Amphibien anwesend sein – zum Beispiel die Korallenfinger-Laubfrösche aus den Terrarien der Wilhelmaschule.

    Zwar keine einheimische Amphibie, aber in der Wilhelmaschule zu Hause – ein Korallenfinger-Laubfrosch aus Australien. (Foto: Wilhelma)
    (12.07.2013)
    Wilhelma:   Nach dem ersten Bonobo-Ausflug:
    Das Abenteuer Außengehege geht ab dem Wochenende weiter

    Premiere in den Außenanlagen des neuen Menschenaffenhauses: Am 3.7.2013 durften erstmals sieben von derzeit 14 Wilhelma-Bonobos eines der Außengehege erkunden – und nahmen es bei leichtem Regen „in Betrieb“. Nach einem Tag Pause werden sie ab morgen nun bei gutem Wetter öfter draußen zu sehen sein. Zumindest werden die Schieber offen sein, ob die Tiere dann lieber im Freien oder drinnen sein möchten, entscheiden diese selbst. Auch die vier Gorillakinder aus der Aufzuchtstation sind bei guter Witterung künftig um 11 und 14 Uhr für jeweils rund eine Stunde auf ihrem Freiluft-Spielplatz zu beobachten. Nur die Gorillas müssen mit dem Bezug ihrer Außenanlage noch warten, bis die neue Gorillafrau Tuana integriert und in die Gruppe wieder Ruhe einkehrt ist.
    Beinahe schien es, als solle der gestrige „Stapellauf“ der Bonobos nicht nur etwas verregnet werden, sondern ganz ins Wasser fallen, denn trotz geöffneter Durchgangsschieber ließ sich zunächst kein Affe blicken. Die Spannung des Publikums vor dem Gehege stieg. Doch nach zehn Minuten siegte die Neugier der Tiere, der erste Bonobo streckte den Kopf heraus – zog ihn allerdings schnell wieder ein. Ob er drinnen nur kurz Bescheid sagte, dass es was Neues zu entdecken gibt, bleibt sein Geheimnis. Kaum zwei Minuten später jedenfalls sprudelte dann auch der Rest der siebenköpfigen Vorhut und „Gehegetester“ aus dem Innenräumen an die frische Luft, Regen hin oder her. Bonobo-Frau Haiba erklomm sofort die Innenseite des Stahldaches, das sich an den höchsten Stellen fast 16 Meter hoch über das Gehege spannt. Andere hatten insbesondere das reichhaltige Angebot an Gras, Kräutern, Klee und anderen Pflanzen sogleich zum Fressen gern und langten beherzt zu. Vor allem Bonobo-Mann Mobikisi konnte sich kaum satt essen – und auch die anderen nahmen das neue Nahrungsangebot später gleich büschelweise mit, um es im Innengehege in Ruhe zu verzehren. Dort endete der erste Ausflug in die Außenanlage an diesem Tag denn auch bereits um 13 Uhr. Zu heftig war der Regen geworden, die Tiere sollten sich nicht gleich am ersten Tag erkälten. Und den ebenfalls sehr feuchten Donnerstag nach dem Debüt durften die Bonobos ebenfalls in den trockenen Innengehegen verbringen. Doch schon am kommenden Wochenende wird das Abenteuer Außengehege für sie eine Fortsetzung finden. Und spätestens ab Mitte Juli wird voraussichtlich auch der Rest der Bonobo-Gruppe in den Genuss von Himmel, Gras und frischer Luft kommen.

    Foto: Wilhelma
    Bonobo-Frau Liboso und ihr Sohn Lubao gehörten heute zu den ersten Bonobos, die das neue Außengehege erforschen durften.
    (04.07.2013)
    Wilhelma:   Eine neue Generation im Erdmännchen-Clan:
    Da waren es plötzlich acht ...

    Glatt verdoppelt hat sich in kürzester Zeit die Zahl der Wilhelma-Erdmännchen, die erst Anfang April in ihre runderneuerte und erweiterte Anlage nahe der Netzgiraffen eingezogen waren. Denn Ende Mai brachte das dominante Weibchen im bis dato vierköpfigen Rudel der südafrikanischen Schleichkatzen, gleich vier Jungtiere auf einen Streich zur Welt.
    Sie sind jung, frech und haben vor allem eines im Sinn: Wie komme ich an Mamas leckere Milchquelle ran? Für dieses übergeordnete Ziel kleben die vier Erdmännchen-Kids ihrer Mutter oft äußerst hartnäckig an den Fersen. Diese aber hat durchaus nicht rund um die Uhr Lust, als Milchbar herzuhalten, und läuft vor ihrer nimmersatten Brut auch mal davon oder legt sich platt auf den Bauch, die begehrten Zitzen unter sich begrabend. Doch da hat sie die Rechnung ohne die Durchschlagskraft der Erdmännchen-Gene gemacht! Die Veranlagung zum Buddelmeister wird den Schleichkatzen schließlich in die Wiege gelegt, was heißt, dass die Kleinen in dem Fall kurzerhand versuchen, im Sand kleine Tunnel unter den Bauch und zur mütterlichen Zitze zu graben. Weit kommen sie allerdings nicht, denn Mama muss ja nicht liegen bleiben. Also beginnt die Jagd von vorn. Dabei sind sie in der Tat äußerst putzig anzuschauen, die Mini-Erdmännchen. Kein Wunder, kann sich kaum ein Besucher am Gehegerand den Ausruf „Oh wie süß“ verkneifen.
    Die ersten drei Wochen nach ihrer Geburt waren die Kleinen allerdings nicht zu sehen, sondern lagen noch nackt und blind in der geschützten, warmen Erdmännchen-Höhle unter Tage. Erst dann begannen die vier erwachsenen Tiere, sie ab und zu an die frische Luft zu schleppen, erste kurze Sichtungen des Nachwuchses wurden ab 16. Juni gemeldet. Während dieser anfangs aber meist nur kurz und tollpatschig auf der Anlage umhertaumelte, sind die Kleinen mittlerweile putzmunter und fidel. Selbst das „Männchen machen“, das für den späteren Job als Wachtposten wichtig ist, klappt inzwischen ohne umzufallen, und das Herumflitzen mit steil erhobenen Schwänzchen sowieso. Mitunter zeigen die Kleinen sogar bereits Zähne und balgen ein wenig um die Rangfolge im Erdmännchen-Kindergarten, bevor sie wieder einen Erwachsenen erklimmen und zur Matratze für die nächste kleine Siesta umwidmen. Die Älteren nehmen es gelassen, schließlich sind Kinder das A und O im Clan und werden immer von allen wie der eigene Augapfel gehütet. Im matriarchalisch strukturierten Familienverband der Surikaten, der in der Wildnis bis zu 40 Tiere umfassen kann, zeugen nämlich immer nur das dominante Weibchen und der ranghöchste Mann Nachwuchs, die anderen Mitglieder spielen Babysitter – Weibchen springen teils sogar als Ammen ein – und steigern so gemeinsam die Überlebenschancen der Kleinen. Chemische Botenstoffe des dominanten Paares verhindern die Zeugungsfähigkeit der übrigen Clan-Mitglieder, solange es selbst zuchtfähig ist. Wer aber von den zwei in Stuttgart geborenen Männchen der neue Vater und welches der beiden Weibchen aus Warschau die neue Mutter der kleinen Erdmännchennation werden würden, war anfangs noch unklar, als die vier sich im Winterquartier hinter den Kulissen kennen lernten, stritten und flirteten. Erst der Nachwuchs, der dort schon gezeugt worden sein muss und nach elfwöchiger Tragzeit zur Welt kam, brachte nun ans Licht, wer die „Ersten unter Gleichen“ im neu gegründeten Erdmännchenstaate der Wilhelma sind.

    Foto: Wilhelma
    Zwei und Zwei: Erwachsene Erdmännchen mit zwei der vier Jungtiere.
    (03.07.2013)
    Wilhelma:   Nachwuchs bei den Netzgiraffen:
    Bei Giraffenjunge „Nabil“ ist der Name Programm

    Er wurde Ende Mai geboren, ist bildhübsch und noch ein wenig schüchtern: Nabil, der jüngste Nachwuchs in der Giraffenherde der Wilhelma. Inzwischen ist er jedoch mit Mama Kiburi im Vorgehege zu sehen, und bald wird er auch gemeinsam mit seiner älteren Halbschwester Anna und deren Mutter Kitale durchs große Freigehege streifen.
    „Nabil“ – dieser Name klingt fast wie das bei uns gebräuchliche Wort „nobel“, das aus dem Französischen stammt. Und tatsächlich bedeutet es auch in der afrikanischen Sprache aus der Heimat der Netzgiraffen so viel wie „edel“. Ein durchaus passender Name jedenfalls für den gutgewachsenen kleinen Bullen, der am 30. Mai auf giraffentypische Weise zwar nicht vom Himmel aber immerhin aus über zwei Metern Höhe fiel, weil Giraffenkühe im Stehen gebären. Bei der Geburt war Nabil mit rund 1,60 Metern Höhe und geschätzten 60 Kilogramm – ausgewachsene Netzgiraffen werden bis 5,5 Meter groß und 900 Kilo schwer – dabei etwas kleiner und leichter als seine Halbschwester Anna, als diese Mitte Februar 2013 auf die Welt kam. Auch im Wesen unterscheiden sich die beiden: Während Anna eher dem frechen „Hallo-hier-bin-ich-Typ“ entspricht und von Anfang an neugierig und unerschrocken die Welt eroberte, hält sich Nabil bislang vornehm zurück. Das liegt aber wohl weniger an seinem Namen als am Geschlecht, wie Tierpfleger Matthias Berndt beobachtet hat: „Unserem Eindruck nach treten weibliche Kälber insgesamt mutiger und forscher auf, während die Buben eher vorsichtige Mamakinder sind.“
    Auch in puncto Bewegungsfreude hat Anna gegenüber dem Halbbruder die Nase vorn, was aber sicher nicht an dessen schlechterer Grundausstattung liegt, denn lang und kräftig sind Nabils Beine auch. Abgesehen davon ist eine gewisse Faulheit – oder nennen wir es „Energiesparprogramm“ – bei Giraffenkälbern sogar gesund. Auch in der Wildnis sieht man sie nicht wie andere Tierkinder ständig herumtollen, sondern eher gemessenen Schrittes hinter ihren Müttern herschreiten oder im Schatten herumstehen. Gerade in der Savanne brauchen die Kälber jede Kalorie, um möglichst schnell zu wachsen und damit als Appetithappen für Löwen, Hyänen und Co. uninteressant zu werden. Und sie brauchen wachsame, wehrhafte Giraffenmütter –- was diese deshalb in hohem Maße von Natur aus sind, sogar im sicheren Zoo. Schon deshalb darf jede Giraffenmutter mit ihrem Neugeborenen in der Wilhelma mindestens eine Woche lang ein ungestörtes Mutter-Kind-Dasein im vorübergehend geschlossenen Giraffenhaus führen. Danach ist ihre Bindung ausreichend gefestigt und selbst die fürsorgliche Kiburi soweit entspannt, dass das Publikum nicht länger draußen bleiben muss. Jetzt, über drei Wochen nach Nabils Geburt, wird es zudem nicht mehr lange dauern, bis er und Kiburi zusammen mit Anna und Kitale ins große Freigehege gelassen werden. Um die Mütter vor männlichen Annäherungsversuchen zu schützen, bleiben der Vater der Kälber, der 13-jährige Bulle Hanck, sowie die beiden Halbstarken Casper und Malik dann jedoch im Vorgehege – und dürfen die Außenanlage in nächster Zeit nur im Wechsel mit den Kühen und ihrem Nachwuchs nutzen.

    Foto (Wilhelma): Ein hübscher Kerl - der knapp vier Wochen alte Giraffenbulle Nabil.
    (27.06.2013)
    Wilhelma:   Nachwuchs bei den Mandschurenkranichen:
    Doppeltes Glück bei den Glücksbringern

    Fast kann schon von einer kleinen Tradition gesprochen werden: Pünktlich Ende Mai sind bei den Mandschurenkranichen der Wilhelma erneut Küken geschlüpft. In diesem Jahr erkunden gleich zwei Jungvögel das Gehege nahe der Damaszenerhalle. Dabei werden sie von ihren Eltern mit Argusaugen bewacht. Bis sie so groß sind wie diese, wird es aber noch einige Monate dauern. Sind sie ausgewachsen, verlassen die Jungvögel die Wilhelma, um in einem anderen Zoo hoffentlich selbst für Nachwuchs zu sorgen.
    Als vor vier Jahren in der Wilhelma zum ersten Mal Mandschurenkraniche das Licht der Welt erblickten, war die Überraschung groß. Niemand hatte bei dem damals noch sehr jungen Kranichpaar, das 2008 aus der lettischen Hauptstadt Riga nach Stuttgart gekommen war, so schnell mit Nachwuchs gerechnet. Mittlerweile ziehen die Mandschurenkraniche, die im Gehege an der Lindenallee zwischen Damaszener Halle und Seelöwenbecken leben, bereits das vierte Jahr in Folge erfolgreich Nachwuchs auf. Kein Wunder, dass die Altvögel diesen zusehends routinierter betreuen – ein Job, den stets beide Elternteile gemeinsam erledigen.
    In ihrer fernöstlichen Heimat gelten Mandschurenkraniche als Glücksbringer. Sie stehen für eheliche Treue sowie für ein langes Leben. In Japan werden daher bei Krankenbesuchen aus Papier gefaltete Kraniche verschenkt. Im Japanischen heißen die Vögel zudem „Tanchō“, was so viel wie „Rotkäppchen“ bedeutet. Den Namen verdanken die Tiere ihrem roten Kopfschmuck, der sich von dem ansonsten schwarz-weißen Gefieder deutlich abhebt. Neben ihrem beeindruckenden Erscheinungsbild – sie werden 1,5 Meter groß, bis zu zehn Kilogramm schwer und haben eine Flügelspannweite von bis zu 2,5 Metern – begeistern Mandschurenkraniche mit ihren aufwendigen Balztänzen. Ihr „Kranichballett“ lässt sich in freier Wildbahn jedoch leider nur noch selten beobachten. Denn dort macht den Vögeln vor allem die Zerstörung ihrer Lebensräume zu schaffen. Ihre Population brach in den 1980er Jahren massiv ein, in Japan wurden nur noch 33 Tiere gezählt. Heute haben sich die Bestände dank intensiver Schutzbemühungen etwas stabilisiert und umfassen weltweit immerhin wieder rund 2000 Brutpaare. Doch gerade in China und Russland sind ihre Lebensräume nach wie vor sehr gefährdet. Wegen ihrer Bedrohung und Seltenheit wird die Zucht der Mandschurenkraniche bereits seit 1987 in einem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) koordiniert. Mit über 400 Vertretern dieser Vogelart verstärken die europäischen Zoos derzeit den weltweiten Bestand; die Wilhelma trägt seit 2010, als der erste Nachwuchs schlüpfte, zur Erhaltung der schönen Kranich-Art bei.

    Foto: Wilhelma
    (20.06.2013)
    Wilhelma:   „Wilde Wochenenden“ in der Wilhelmaschule:
    Dia-Vortrag „Rettet den Tiger!“

    Am Sonntag, dem 23. Juni 2013, lädt die Wilhelmaschule die Besucher zu einem Kurzvortrag des Fotografen Jörg Edelmann ein – mit beeindruckenden Bildern aus den natürlichen Lebensräumen der Tiger in Indien. Zudem berichtet der Naturschützer über die zahlreichen Gefahren, die das Überleben der letzten Tiger auf unserer Erde bedrohen. Der Vortrag findet um 15 Uhr und um 16 Uhr statt. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis der Wilhelma enthalten, Spenden für den Gorillaschutz sind aber jederzeit willkommen.

    Foto (Wilhelma): Ein Sumatratiger in der Wilhelma. Auch diese Art ist wie mittlerweile alle Tigerarten sehr bedroht.
    (17.06.2013)
    Wilhelma:   Sonderausstellung in der Wilhelma:
    Insektivoren – wenn Pflanzen jagen

    Fleischfressende Pflanzen üben nicht nur auf Hobbygärtner eine gewisse Magie aus. Ihre erstaunlichen Anpassungen an für Pflanzen zum Teil sehr unwirtliche Lebensräume, machen sie so faszinierend. Auch der Gruselfaktor kommt natürlich nicht zu kurz. Die ausgeklügelten Fallen, mit denen Insektivoren – wie Fleischfressende Pflanzen wissenschaftlich genannt werden – auf Insektenjagd gehen, lassen so manchem Betrachter einen Schauer über den Rücken laufen. Die Sonderausstellung „Insektivoren – wenn Pflanzen jagen“ widmet sich vom 12. Juni bis zum 15. September 2013 im Wechselschauhaus, welches vom Wintergarten aus erreicht werden kann, dieser Pflanzengruppe.
    Fleischfressende Pflanzen gibt es fast überall auf der Welt. Ob in den Hochmooren des Schwarzwaldes oder auf den Tafelbergen Mittelamerikas; in der australischen Wüste oder dem asiatischen Regenwald. Die Landschaften, die von den Wilhelma-Gärtnern nachgebaut wurden, sind wie Suchbilder. Manche Fleischfressende Pflanzen stechen sofort ins Auge, sei es wegen ihrer Blüten, den farbenprächtigen Fallen oder ihrer Größe. Viele dieser Pflanzen sind aber recht klein. So sieht man den einheimischen Rundblättrigen Sonnentau zwischen Torfmoosen versteckt nur bei genauem Hinschauen. Mit seinen klebrigen Blättern fängt er Insekten und verdaut sie über seine Blattoberflächen.
    In den Biotopen, in denen sich Insektivoren wohl fühlen, haben andere Pflanzen wenig Chancen zum Überleben. Licht und Wasser gibt es zwar meistens im Überfluss, doch die nötigen Nährstoffe fehlen. Diese holen sich die Insektivoren, indem sie Insekten und anderen Kleinlebewesen Fallen stellen. Neben den Klebefallen des Sonnentaus, werden diese Fallentypen allesamt in der Wilhelma-Sonderausstellung vorgestellt: Seien es die Fallgruben der Kannenpflanzen, die gefüllt mit Verdauungssäften, tausenden von Ameisen auf einmal zum Verhängnis werden können. Oder die wie Mundwerkzeuge aussehenden Klappfallen der Venusfliegenfalle, die sich bei Berührung durch ein Insekt schließt, dieses verdaut und nach der Mahlzeit die unverdaulichen Reste regelrecht wieder „ausspuckt“. Aber auch die schnellste Pflanze der Welt zeigt die Sonderausstellung: den Wasserschlauch. Diese artenreichste Gattung Fleischfressender Pflanzen kann in ihren Fangblasen, die sich an ihren Wurzeln befinden, einen Unterdruck erzeugen und so blitzschnell – in weniger als zwei Millisekunden – ihre Beute ansaugen.
    Normalerweise zeigt die Wilhelma einen Teil ihrer Insektivorensammlung im Sommer auf der Subtropenterasse in vier Schaukästen. In diesem Jahr werden im Laufe der Sonderausstellung über 100 verschiedene Arten in Nachbildungen ihrer natürlichen Lebensräume im Wechselschauhaus präsentiert. Die Sammlung Fleischfressender Pflanzen der Wilhelma umfasst insgesamt 300 Arten und Sorten. Mit der Sonderausstellung „Insektivoren – wenn Pflanzen jagen“ knüpft der Fachbereich Botanik an eine lange Tradition der Wilhelma an. Sie geht auf den ersten Wilhelma-Direktor Albert Schöchle, der 1949 einen großen Erfolg mit der „Aquarienschau“ feierte. Heute sind es vor allem botanische Themen, mit denen die Sonderausstellungen die Wilhelma-Besucher erfreuen.
    (13.06.2013)
    Wilhelma:   Spannende Kurzvorträge in der Wilhelma-Schule:
    Tiere als unsere Freunde und Helfer

    Am Sonntag, dem 16. Juni 2013, können die Besucher im Wilhelmaschulgebäude unterhalb der Geiervoliere Erstaunliches und Wissenswertes über Tiere erfahren, die uns Menschen im Alltag unterstützen. Jeweils um 15 Uhr und um 16 Uhr berichtet die Diplombiologin Nicola Hoffmann in einem rund halbstündigen Vortrag zum Beispiel über Assistenzhunde für Diabetiker und Delfine, die brasilianischen Fischern beim Fischfang helfen, außerdem über Minenspürratten, die Landminen aufspüren können, oder auch über Fische, die Ärzte bei der Behandlung von Hautkrankheiten unterstützen. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis der Wilhelma enthalten, kleine Spenden für den Gorillaschutz sind jedoch jederzeit willkommen.

    Eine Minenspürratte in Tansania, die von der dort ansässigen gemeinnützigen Organisation „Apopo“ für humanitäre Einsatzzwecke ausgebildet wurde. (Bildnachweis: Apopo /Tansania)
    (10.06.2013)
    Wilhelma:   Neues aus dem Affenhaus:
    Babyboom bei den Bonobos und Neuzugang bei den Gorillas

    Es tut sich was im neuen Menschenaffenhaus: Am Freitag, den 24. Mai, kam bei den Bonobos der erste Nachwuchs im neuen Domizil zur Welt, und am Dienstag, dem 4. Juni, die achtjährige Gorillafrau „Tuana“ aus dem Erlebnis-Zoo Hannover an. Während die Besucher die kleine Tochter der Bonobo-Frau „Banbo“ bereits sehen können, wird Tuana die erste Zeit in Quarantäne hinter den Kulissen verbringen müssen – aber dank der Konstruktion des Hauses immerhin von Anfang an mit Sichtkontakt zu ihrer zukünftigen Familie.
    Das erste Bonobo-Baby, das im neuen Haus geboren wurde, ist ein Mädchen – vom Tierpflegerteam wurde es Alima genannt. Die Mutter ist Banbo: Alima ist ihr erstes Kind und sie selbst wurde ursprünglich in Twycross, England zusammen mit ihrer Schwester von Hand aufgezogen. Trotzdem hat sich Banbo von Anfang an anstandslos und sehr fürsorglich selbst um ihren Nachwuchs gekümmert. Die kleine Alima ist zudem die Erstgeborene von drei Bonobo-Babys, die während des Umzugs ins neue Affenhaus beim Gesundheits-Check auf Ultraschallbildern entdeckt wurden. Zwei weitere werden somit folgen und hoffentlich ebenfalls gesund zur Welt kommen. Bereits kurz vor dem Umzug hatte Bonobofrau Liboso zudem ihren Sohn Lubao zur Welt gebracht. Ein kleiner Baby-Boom also, der umso spannender erscheint, als es bei den Bonobos davor fünf Jahre lang gar keinen Nachwuchs gegeben hatte – als hätten alle damit bis zum Umzug in ein größeres Zuhause gewartet. Wer jeweils die Väter der Babys sind, lässt sich nur per DNA-Analyse herausfinden. In Frage kommen drei Männer: Mobikisi, Zorba oder gar der jüngste im Bunde, Chipitas neunjähriger Sohn Kasai.
    Auch bei den Gorillas gab es Zuwachs, allerdings ist dieser schon erwachsen und kam am 4.6. wohlbehalten aus Hannover an: die achtjährige Gorillafrau Tuana. Etwa zehn bis 14 Tage muss sie im Quarantänebereich bleiben, bevor die Integration in die Familie beginnen kann. Die Eingliederung erfolgt Schritt für Schritt – vom ersten Schnupperkontakt durchs Gitter bis zur Zusammenführung mit einzelnen Familienmitgliedern. Ihr Wechsel nach Stuttgart kam auf Empfehlung des EEP (Europäisches Erhaltungszuchtprogramm) für Gorillas zustande. Da Tuana bereits geschlechtsreif ist, musste in Hannover zuletzt verhütet werden, um Inzucht mit Vater Buzandi zu vermeiden. Auf ihrer Reise in die Wilhelma begleitet haben die Gorillafrau drei vertraute Pfleger, darunter Klaus Meyer, der Tuana von klein auf kennt. Er und seine Kollegen attestieren Tuana ein ruhiges, freundliches und kinderliebes Wesen, das auch bei Kibo und seinen Damen hoffentlich schnell auf Gegenliebe und weniger auf Eifersucht stoßen wird. Und noch einen Vorteil hat Tuana im Gepäck: Im Gegensatz zu den meisten Stuttgarter Gorillas kennt sie Freiluftgehege mit Grasboden und Wassergraben bereits, sie könnte also bei der Gewöhnung der anderen an die neue Außenanlage eine vertrauensbildende Vorreiterrolle einnehmen. Bevor die Gruppe aber dieses „Neuland“ betritt, sollte Tuana integriert sein. Zudem hat die feuchtkalte Witterung im Mai das Anwachsen der Neupflanzungen verzögert – es wird also noch dauern, bis die Gorilla-Außenanlage in Betrieb genommen werden kann. Etwas schneller gehen könnte es dafür bei den Bonobos und den Handaufzuchten. Aber auch sie werden in ihren Außenanlagen voraussichtlich nicht vor Ende Juni zu sehen sein.

    Foto (H. Vollmer): Alima, das jüngste Mitglied der Bonobo-Gruppe, geboren am 24. Mai, mit ihrer Mutter Banbo.
    (05.06.2013)
    Wilhelma:   Kurzvorträge in der Wilhelmaschule aus der Reihe „Wilde Wochenenden“:
    Vom guten Bienenhonig, der aus der Stadt kommt

    Am Sonntag, dem 9. Juni 2013, bietet die Wilhelmaschule zwei Dia-Kurzvorträge rund um Bienenzucht und Honigproduktion in der Stadt an – einmal um 15 Uhr und ein zweites Mal um 16 Uhr. Gehalten werden die Vorträge von Richard Odemer: Er ist Imker aus Leib und Seele und betreut auch in der Wilhelma vier Bienenvölker, deren Stöcke rund um das Natur-Info-Center der Umweltakademie nahe des Schaubauernhofs zu finden sind. In Bild und Text erzählt der Bienenexperte den Wilhelma-Besuchern, warum Bienenzucht gerade in der Stadt erstaunlich erfolgreich ist und wie Honig entsteht – kleine Kostproben inklusive. Die Teilnahme an einem der Vorträge ist wie immer im Eintrittspreis enthalten, kleine Spenden für den Gorillaschutz sind aber jederzeit willkommen. (Weitere Infos zum Bienenexperten und seiner Arbeit: www.filderhonig.de)

    Foto (Richard Odemer): Honigbienen im Anflug an den Bienenstock
    (04.06.2013)
    Wilhelma:   Australien-Ausstellung in der Wilhelma:
    Kurztripp nach „Down Under“

    Ganz Baden-Württemberg ist fest in der Hand von Wolken, Regen und kalten Winden. Ganz Baden-Württemberg? Nein, in der Wilhelma trotzen die unbeugsamen Mitarbeiter der Fachbereiche Parkpflege und Botanik dem trüben Wetter und sorgen für blühende Landschaften. Die Botanik bietet bei ihrem Griff in die Trickkiste dabei auch dieses Jahr wieder eine Rundreise durch den Australischen Kontinent an – ohne dafür Tausende von Flugmeilen zurücklegen zu müssen. Vom tropischen Queensland bis zur Südküste: Die Pflanzenvielfalt von Down under und zwei Vertreter aus dessen Tierreich können die Besucher bis zum 15. September 2013 in den Gewächshäusern bestaunen.
    Australien ist mehr als nur rote Wüste und Eukalyptuswälder: Üppige, tropische und subtropische Regenwälder, Heidelandschaften und Sanddünen in den Küstenregionen bilden Kontraste zum typischen Australienbild. Über 100 Arten aus der vielfältigen, australischen Pflanzenwelt zeigt die Ausstellung in nachgebildeten Lebensräumen im Gewächshaus, das sich an den Wintergarten anschließt. In der Vielfalt des tropischen Regenwaldes sticht eine Pflanze hervor, die man normalerweise nur in verarbeiteter Form kennt: Rattan. Kaum einer weiß, dass diese Schlingpflanze zu den Palmengewächsen zählt. Die bis zu 200 Meter langen Triebe der Rattanpalme haken sich mit ihren Stacheln bei anderen Pflanzen ein und finden so Halt. Am auffälligsten sticht aber die Wüstenerbse mit ihren feuerroten Blüten ins Auge. Die mit unseren Erbsen verwandte Blume wächst neben einem künstlichen Termitenhügel und streckt ihre einzige, lange Wurzel im Boden nach Wasser aus.
    Fast wie eine Pflanze sehen auch die Tiere aus, die es das erste Mal in die Australienausstellung geschafft haben. Gute getarnt sitzen die Australischen Gespenstschrecken auf Brombeerzweigen im Terrarium kurz vor dem Gewächshausausgang. Auf den ersten Blick sehen sie selbst wie vertrocknete Brombeerblätter aus. Bei genauerer Betrachtung machen sie zudem ihrem Namen alle Ehre: Zum Schutz vor Fressfeinden sind sie stachelbewehrt und wirken tatsächlich gespenstisch. Ihr Terrarium teilen sich die Schrecken mit einer Seidenspinne, die hier in ihrem riesigen Netz sitzt. Für noch mehr Authentizität der australischen Landschaften sorgen Wandmalereien, die an die traditionelle Kunst der australischen Ureinwohner erinnern. Hier schlängelt sich eine Schlange über die rote Wand, dort hüpft ein Känguru neben den Besuchern einher. Natürlich haben die Wandmalereien in der Wilhelma nicht den Anspruch, die Vielschichtigkeit der traditionellen Kunst der Aborigines darzustellen. Sie gehört zu den ältesten Kunstformen der Welt und steckt voller mystischer Symbolik, die sich nur den australischen Ureinwohnern erschließt.
    Mit dieser vielfältigen Kombination aus Pflanzen, Tieren und Kultur bietet die kleine Ausstellung das ideale Kontrastprogramm zum trüben, nasskalten Wetter draußen. Um nach Australien zu reisen muss derzeit also nicht die halbe Welt umrundet werden. Denn „Australien“ liegt gar nicht so weit entfernt – in der Wilhelma am Neckar.

    100 australische Pflanzenarten, Termitenhügel, Traumbilder der Aborigines und Gespensterschrecken: Die Australien-Ausstellung zeigt ein Stück „Down under“ auf kleinstem Raum. (Fotograf: Th. Hörner)
    (31.05.2013)
    Ottmar Müller:   Ich habe kürzlich eine Mail an die Wilhelmaverantwortlichen geschrieben und Fragen bezüglich der anstehenden Projekte gestellt: Das mit dem Elefantenhaus wird noch eine ganze Weile dauern, da zuerst der Rosensteintunnel unter dem geplanten Standort gebaut werden soll; dieser wird frühestens 2019 fertig!

    Davor sollen, je nach Finanzierungsmöglichkeit, andere Bauvorhaben realisiert werden. Genaueres wurde mir nicht beschrieben, aber sollen wohl u.a. tatsächlich die Gehege der Orangs und der Raubkatzen modernisiert/neu gabaut werden.

    Nächstes Jahr kommt der neue Direktor,wahrscheinlich wird man dann konkreter planen.
    (29.05.2013)
    Jana Müller:   Es soll wohl erst dann umgebaut werden, wenn das neue Elefantenhaus gebaut wurde.
    (29.05.2013)
    Oliver Müller:   Mit dem Auszug der Afrikaner sollte ja das alte Menschenaffen-Haus zum Orang-Utan-Haus umgebaut werden. Weiß man da schon Näheres?
    (29.05.2013)
    Wilhelma:   Nachwuchs bei den Goldstirnklammeraffen:
    Kleine Kletten im mütterlichen Fell

    Zwei kleine Klammeraffen vergrößern die Affenbande auf der Affeninsel gegenüber des alten Menschenaffenhauses: ein Junge namens Itsch und ein Mädchen namens Paru. Der bereits Ende Januar vom Affenweibchen Siesta geborene Itsch ist dabei inzwischen groß und aktiv genug, um von den Besuchern sofort entdeckt zu werden. Die erst einen Monat alte Paru dagegen klammert sich nach Art aller kleiner Klammeraffen noch fest an den Bauch ihrer Mutter Sophie und ist daher leichter zu übersehen.
    Meister im Klammern – das müssen kleine Klammeraffen schon von ihrer Geburt an sein. Für sie ist sie überlebenswichtig, denn Abstürze können fatal enden, vor allem wenn sie aus den Wipfeln hoher Urwaldriesen erfolgen. Zudem sind die Baumakrobaten mit dem langen Greifschwanz oft sehr schwungvoll unterwegs – ob in ihrer Heimat, dem südamerikanischen Dschungel, oder in ihrem Kletterparcours in der Wilhelma. Der Schwanz mit der haarlosen, lederartigen Innenfläche an der Spitze ist dabei ihre fünfte Hand: Diese leistet beim Ausbalancieren größerer Sprünge ebenso gute Dienste wie als Greifwerkzeug und Sicherheitsleine, die sich schnell und fest um jeden Ast wickeln lässt. Selbst die Kleinsten setzen den Schwanz schon eifrig ein, um in jeder Lage fest mit Mama verbunden zu bleiben: Dazu winden sie ihn als zusätzlichen Klammerhaken hinten um den mütterlichen Schwanzansatz. Während die kleine Paru diese Technik noch intensiv anwendet und sich auf ihre Rolle als Klette konzentriert, ist Itsch schon weiter: Er löst sich auch schon mal aus der Umklammerung, wechselt die Position und reitet bei Mama auf dem Rücken. Einige Lebensmonate und Trainingseinheiten später werden aber sicher beide mit den anderen Artisten auf der Anlage mithalten können: Neben den Müttern Sophie und Siesta leben hier Vater Beppo, die Weibchen Fudge und Speedy sowie ältere Geschwister und Halbgeschwister von Itsch und Paru – elf Tiere gehören derzeit zur Goldstirnklammeraffenbande.
    Im Englischen heißen Klammeraffen wegen ihrer langen, sehnigen Gliedmaßen – wobei die Arme deutlich länger sind als die Beine – übrigens „Spinnenaffe“. Die indigenen Ureinwohner dagegen nennen die Tiere wegen ihrer langen Hände und der, bis auf den weit zurückgebildeten Daumen, extrem langen Finger „Maquisapa“, was „Langhandaffe“ bedeutet. Den Namenszusatz „Goldstirn“ verdankt die in der Wilhelma lebende Unterart wiederum dem hellen Dreieck auf der Stirn, das bei jedem Tier anders aussehen oder ganz fehlen kann. Bei Jungtieren wie Itsch und Paru sucht man den Fleck ohnehin noch vergeblich. Rund ein Jahr werden sie gesäugt, mit rund zwei Jahren sind sie selbstständig. Im Zoo werden Klammeraffen bis zu 35 Jahre alt, in der Natur verhindern Raubtiere und Menschen ein so hohes Alter. Da obendrein ihr Lebensraum, der Regenwald Venezuelas, Kolumbiens, Ecuadors, Perus und Brasiliens, zunehmend den Motorsägen zum Opfer fällt, ist ihr Bestand gefährdet.

    Foto: Wilhelma
    (29.05.2013)
    Wilhelma:   Thementag „Reptilien“ aus der Reihe „Wilde Wochenenden“:
    Von einzigartigen Echsen und schuppigen Schönheiten

    Wie sehen eigentlich Krokodil-Eier aus? Oder eine Schildkröte von innen? Und warum fahren Schlangen regelmäßig aus der Haut? Antworten darauf erhalten große und kleine Wilhelma-Besucher beim Thementag „Reptilien“ am Sonntag, dem 2. Juni 2013 zwischen 11 und 16 Uhr in der Wilhelmaschule unterhalb der Geiervoliere. Dort warten die pädagogischen Mitarbeiter mit Infos und jeder Menge Anschauungsmaterial – wie etwa Skeletten, Schädel und Schlangenhaut – auf, das betrachtet, erforscht oder auch angefasst werden kann. Wer von Reptilien bereits fasziniert ist, wird voll auf seine Kosten kommen. Wer sie bislang eher unheimlich findet, wird anschließend mit mehr Verständnis für ihre Lebens- und Verhaltensweisen nach Hause gehen. Die Teilnahme am Thementag aus der Reihe „Wilde Wochenenden“ ist wie immer im Eintrittspreis der Wilhelma enthalten, kleine Spenden für den Gorillaschutz sind aber jederzeit willkommen.

    Foto: Glenn Bartoletti/Wikimedia
    Schuppige Schönheiten wie diese Königsnatter werden beim Thementag auch „persönlich“ anwesend sein.
    (29.05.2013)
    Wilhelma:   Zwei Kleine Kudus geboren:
    Schön, selten und schnell mal auf der Flucht

    Zwei Kälber kamen dieses Frühjahr bei den Kleinen Kudus zur Welt – das weibliche Tier nannten die Tierpfleger „Naska“, das Böckchen „Kiti“. Wer nun aber nicht weiß, dass Kudus schöne, schlanke Antilopen aus Ostafrika sind und es sie auch in der Wilhelma gibt, dem sei beim nächsten Besuch ein genauer Blick ins Giraffengehege empfohlen. Denn hier streifen die Kleinen Kudus zeitweilig als WG-Mitglieder umher, sofern sie sich nicht gerade in ihr „Privatgehege“ direkt dahinter zurückgezogen haben. Die besten Chancen, die grazilen Tiere zu Gesicht zu bekommen: am frühen Vormittag, am frühen Abend – oder auch zwischendurch, je nach Geduld, Aufmerksamkeit und scharfem Auge des Betrachters.
    Schon seit 1983 leben Kleine Kudus in der Wilhelma im Gehege unmittelbar hinter den Giraffen, und mit dem jüngsten Nachwuchs Naska und Kiti wurden bereits 70 Jungtiere hier geboren. Doch während die erwachsenen Tiere über eigens eingerichtete Durchgänge immer mal wieder im Giraffengehege nebenan auftauchen – mit Vorliebe etwa, um bei den großen Nachbarn von deren Luzerne und Laub zu naschen – bleiben die Kälber in den ersten Lebenswochen für die Besucher unsichtbar. Denn in der Natur wie im Zoo warten die Nestablieger anfangs in ein Versteck geduckt auf die Rückkehr ihrer Mütter samt nächster Milchmahlzeit. Erst, wenn sie kräftig genug sind, um bei einer mutmaßlich nötigen Flucht mit der Herde mitzuhalten, werden sie in die Kudu-Gemeinschaft eingeführt. Auch Naska und Kiti haben mittlerweile die Reifeprüfung bestanden und dürfen die Herde begleiten. Damit können die Besucher die Kälber nun ebenfalls zeitweilig mit ihren Müttern Nala und Maya sowie der Kuh Chiara – alle drei selbst gebürtige Stuttgarterinnen – im und hinter dem Giraffengehege umherziehen sehen. Zur Kudu-Population der Wilhelma gehört überdies der Bock Samurai, zwei Weibchen aus anderen Zoos sollen im Laufe des Jahres die Herde verstärken.
    Die ursprüngliche Heimat der schlanken Antilopen sind die Dornbuschsavannen und Akazienwälder Ostafrikas. Auch hier ziehen sich die vorwiegend nacht- und dämmerungsaktiven Tiere tagsüber meist ins schützende Dickicht zurück und suchen offene Flächen nur zur Futtersuche auf – Laub, Gras, Kräuter und Früchte stehen auf dem Speisezettel. Dabei bleiben die Kleinen Kudus stets wachsam, fangen mit ihren großen, beweglichen Ohren wie mit Parabolantennen selbst das leiseste Geräusch ein und sind allzeit bereit, ihr Heil in der Flucht zu suchen. Zumal es an Feinden in ihrer Umgebung nicht mangelt: Neben Raubkatzen, Hyänen, Pavianen gehören natürlich auch menschliche Jäger dazu. Auf der Flucht vollbringen die Tiere wahre Höchstleistungen: Bis zu acht Meter weite und zwei Meter hohe Sätze sind nicht selten. Dabei zeigen sie die weiße Unterseite ihres Schwanzes – ein weithin sichtbares Warnsignal für Artgenossen. Zu einer Herde gehören meist vor allem Mütter und ihr Nachwuchs, erwachsene Böcke stoßen in der Regel nur zur Paarungszeit zu ihnen. Sie sind deutlich größer als die Weibchen, werden bis zu 100 Kilo schwer und tragen lange, geschraubte Hörner, die Weibchen sind hornlos. Im Gegensatz zu den verwandten Großen Kudus ist bei den Kleinen Kudus auch das Verbreitungsgebiet klein: Es beschränkt sich auf Tansania, Kenia, Somalia, Äthiopien und den Jemen, die Art ist zudem als schutzbedürftig eingestuft.

    Foto: Wilhelma
    Die Kleinen Kudus sind selbst in der sicheren Wilhelma naturgemäß stets auf der Hut, wie ihre Körpersprache inklusive der gespitzten Ohren auf den Bildern zeigen – und ergreifen bei mutmaßlicher Gefahr sogleich die Flucht.
    (24.05.2013)
    Wilhelma:   „Wilde Wochenenden“-Kurzvortrag in der Wilhelma-Schule:
    Die bemerkenswerten Leistungen der Blindenhunde

    Am Sonntag, dem 26. Mai 2013, stellt der Wilhelma-Tierpfleger und Ausbilder von Blindenführhunden, Mathias Roese, den Besuchern in einem Kurzvortrag seine spannende Arbeit vor. Er berichtet, wie man die richtigen Welpen für den anspruchsvollen Job als Blindenführhund auswählt, wie man sie trainiert und welche erstaunlichen Fähigkeiten diese Hunde entwickeln können. Manche finden beispielsweise sogar in Städten, die sie nie zuvor betreten haben, zuverlässig die richtige Bankniederlassung für ihren blinden menschlichen Begleiter! Die Vorträge finden jeweils um 15 Uhr und um 16 Uhr in der Wilhelmaschule unterhalb der Geiervoliere statt. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis der Wilhelma enthalten, kleine Spenden für den Gorillaschutz sind aber jederzeit willkommen.

    Foto: S. Reska
    (23.05.2013)
    Wilhelma:   Wilde Wochenenden und erstes Besucherwochenende im neuen Affenhaus:
    Thementage und Aktionen für den Gorillaschutz

    Am 14. Mai hat Minister Nils Schmid der Wilhelma die neue Anlage für afrikanische Menschenaffen feierlich überantwortet, seit dem 15. Mai ist sie für die Besucher geöffnet. Das kommende lange Pfingstwochenende bietet somit reichlich Gelegenheit, sich die Anlage anzuschauen, ihre Bewohner kennen zu lernen – und die vielen neuen Informationsangebote im und am Haus zu nutzen: ob die Schautafeln, interaktiven Medienstationen, das Besucher-Kino oder das Info-Mobil der Wilhelma-Begleiter. Aber auch in der Wilhelmaschule dreht sich an Pfingsten alles um die Menschenaffen: Hier sind zum zweiten Mal Ranger aus dem Virunga-Nationalpark zu Gast, um über ihre schwierige Arbeit vor Ort zu berichten.
    Während vor dem neuen Affenhaus an Pfingsten Bananen und Tombola-Lose zugunsten des Gorillaschutzes im Virunga-Nationalpark verkauft werden, erfahren die Besucher in der Wilhelmaschule unterhalb der Geiervoliere, warum jede Hilfe für die Gorillas dringend benötigt wird. Denn in der Wilhelmaschule sind von Samstag, dem 18.5., bis Montag, dem 20.5., täglich von 11 bis 16 Uhr zwei Park-Ranger zu Gast, die von ihren Einsätzen zur Rettung der bedrohten Berggorillas in der Demokratischen Republik Kongo berichten. Mit von der Partie sind auch ihre „Congohounds“ sowie deren Ausbilderin, Marlene Zähner. Diese Congohounds sind Bluthunde und spielen mittlerweile eine wichtige Rolle beim Schutz der Berggorillas: Sie werden eigens ausgebildet, damit sie den Rangern als Beschützer und Spürhunde beim Kampf gegen die Wilderei zur Seite stehen. Jeweils um 11 Uhr, 13 Uhr und 15 Uhr zeigt das Team aus dem Virunga-Park in einem 30-minütigen Film zunächst eindrucksvolle Bilder von ihrer Arbeit vor Ort und beantwortet im Anschluss daran die Fragen der Besucher.
    Die Teilnahme am Thementag ist im Eintrittspreis der Wilhelma enthalten, Spenden sind aber wie immer willkommen. Denn vor allem solche Spenden ermöglichen es der Wilhelma, Artenschutzprojekte wie den Gorillaschutz im Virunga-Park unmittelbar zu unterstützen. Allein im Jahr 2012 kamen dank verschiedener Sammelaktionen und des Handyrecycling-Projekts 10.000 Euro zusammen, die direkt an die Helfer im Kongo überwiesen werden konnten. Weitere Infos zum Virunga-Park und Congohoundprojekt finden sich im Internet unter „www.gorillacd.org“.


    Foto: gorilla.cd/Zähner
    Der Minister für Finanzen und Wirtschaft Dr. Nils Schmid vor dem Gorillakindergarten mit den Handaufzuchten im „Zwiegespräch“ mit dem Gorillajungen Tebogo.
    (23.05.2013)
    Wilhelma:   Volles Programm am kommenden Wilhelma-Wochenende:
    Botanische Muttertagsaktion, Mundartlesung und essbare Wildpflanzen

    Am kommenden Sonntag ist Muttertag – wie wäre es da mit einem selbst gestalteten Pflanzentöpfchen? Kinder, die ihre Mütter damit überraschen möchten, können auch dieses Jahr wieder bei der Aktion „Pflanzentopfen zum Muttertag“ der Wilhelma-Gärtner mitmachen. Die Aktion findet am 11. Mai vor dem Wintergarten gegenüber der Flamingowiese statt. Dabei können die Kinder verschiedene Blüh- und Grünpflanzen unter kompetenter Anleitung der Wilhelma-Gärtner selbst eintopfen, phantasievoll schmücken und die Ergebnisse am nächsten Tag stolz ihren Müttern überreichen. Das Angebot gilt während des gesamten Samstags ab 10 Uhr – so lange der Vorrat reicht.
    Wer sich anschließend noch auf lehrreiche Weise amüsieren möchte, kann ebenfalls am Samstag, dem 11. Mai, eine der heiteren Mundart-Lesungen der Biologin und Reutlinger Autorin Petra Zwerenz mit dem Titel „Mo dr Aff no Mensch sei derf“ besuchen. Der jeweils rund 20-minütige Vortrag aus der Reihe „Wilde Wochenenden“ widmet sich verschiedenen tierischen Fragen und beantwortet sie hintergründig, verblüffend und mit schwäbischem Humor gewürzt. Die Vorträge finden um 15 Uhr und um 16 Uhr in der Wilhelmaschule unterhalb der Geiervoliere statt.
    Am Sonntag, dem 12. Mai, wird es bei den „Wilden Wochenenden“ dann kulinarisch. Welche Wildkräuter bei uns jetzt im Frühjahr wachsen und welche davon essbar sind, das erfahren die Wilhelma-Besucher von dem Wildpflanzenexperten und Buchautor Dr. Markus Strauß. Er lädt jeweils um 15 Uhr und um 16 Uhr zu einem „Crashkurs“ in Sachen essbare Wildpflanzen ein, bestehend aus einem kurzen Dia-Vortrag und einem kleinen botanischen Rundgang in der Wilhelma. Veranstaltungsort ist ebenfalls das Wilhelmaschulgebäude unterhalb der Geiervolieren.
    Eine Anmeldung ist für keine dieser Veranstaltungen und Angebote erforderlich, die Teilnahme ist jeweils im Eintrittspreis der Wilhelma enthalten!

    Foto: Wilhelma
    „Pflanzentopfen zum Muttertag“: Die Aktion der Wilhelma-Gärtner hat mittlerweile Tradition und findet bei jedem Wetter statt – notfalls unter einem Zeltdach wie auf diesem Foto von 2012.
    (08.05.2013)
    Wilhelma:   Kurzvorträge in der Wilhelmaschule aus der Reihe „Wilde Wochenenden“:
    Alles über Fledermäuse, die Schatten der Nacht

    Um die "Schatten der Nacht", die Fledermäuse, geht es am Sonntag, dem 5. Mai 2013, in einem spannenden Dia-Kurzvortrag der Wilhelmaschule (unterhalb der Geiervoliere) aus der Reihe „Wilde Wochenenden“. Er findet um 15 Uhr und ein zweites Mal um 16 Uhr statt. In dem Vortrag stellt die Fledermausexpertin und Zoopädagogin Ewa Paliocha verschiedene Arten von Fledertieren vor und erzählt von den erstaunlichen Fähigkeiten, Jagdtechniken und besonderen Bedürfnissen der dämmerungs- und nachtaktiven Insektenjäger. Die Teilnahme am Vortrag ist im Eintritt in die Wilhelma enthalten, kleine Spenden für den Gorillaschutz sind jedoch jederzeit willkommen.

    Foto: E. Paliocha
    (03.05.2013)
    Wilhelma:   Der Umzug ins neue Affenhaus ist komplett:
    Die Gorillafamilie und die Handaufzuchten haben ihr Heim eingeweiht

    Am 30.4. war die Gorillafamilie der Bonobogruppe gefolgt und ins neue Menschenaffenhaus eingezogen, am 1. Mai wurde sie nun erstmals in ihre neuen Innengehege gelassen: Zuerst betrat die 50-jährige Seniorin Mimi ohne zu zögern das neue Reich, dann folgten die übrigen Gorillafrauen samt Nachwuchs und zuletzt Silberrücken Kibo. Ruhig und zügig ging am 2. Mai auch der Umzug der „Nachhut“ über die Bühne – der vier handaufgezogenen Gorillakinder aus dem Aufzuchthaus. Die Kleinen wurden auf den Armen ihrer Pflegerinnen mit dem Auto ins neue Heim chauffiert, was vor allem den drei Gorillajungs sichtlich Spaß machte.
    Normalerweise sagt man ja, dass Veränderungen im Alter schwerer fallen als in jungen Jahren. Für Mimi, die mit 50 Jahren älteste Gorilladame der Gruppe und dreifache Ur-Ur-Großmutter, scheint das nicht zu gelten. Bedächtig aber zielstrebig und äußerlich völlig cool durchstreifte sie die neuen Gehege und sammelte zufrieden brummelnd die von den Pflegern verteilten Leckereien auf: hier ein Stück Fenchel, da ein Büschel Petersilie. Und während die anderen Familienmitglieder den noch unbekannten Naturboden aus Pinienrinde zunächst etwas vorsichtiger erkundeten, hatte Mimi diesen längst betreten, beschnuppert und sogar abgeschmeckt. „Es ist so erstaunlich wie erfreulich, dass sich gerade Mimi als die Selbstbewussteste erweist“, kommentiert dies die Primatologin Dr. Iris Weiche, die die Wilhelma-Gorillas seit Jahren beobachtet und auch ihre Eingewöhnung begleitet. Wie üblich wurde dabei zuletzt der Schieber für Haremchef Kibo geöffnet, damit er alle seine Frauen schon vorfindet. Da er sich zudem in viel größeren Gehegen wiederfand, hatte er plötzlich jede Menge zu tun, um von A nach B zu gelangen und seine „Schäfchen“ im Auge zu behalten, was ihn anfangs beunruhigte und sichtlich beschäftigte. „Er wird seiner Rolle als Silberrücken in der neuen Situation aber völlig gerecht und verteidigt seine Frauen sofort vor jeder mutmaßlichen Gefahr“, erklärt Dr. Iris Weiche. Zu beobachten und normal sei daher auch, dass sich vor allem die Weibchen mit Kindern während der ersten Zeit eng an Kibo halten. Doch insgesamt schien das neue Gehege der ganzen Familie auf Anhieb zu gefallen: Gemeinsam erkundeten die Tiere jeden Winkel, wobei immer wieder leises Brummeln zu hören war, ein Laut, mit welchem die Gorillas sich verständigen, Kontakt halten und auch Zufriedenheit ausdrücken. Solche Laute können im Haus dank der offenen, vergitterten Gehegedächer auch die Besucher künftig hören.
    „Besonders freut mich, dass Mimi nun während ihrer letzten Lebensjahre noch den größeren Komfort im neuen Affenhaus genießen kann“, sagt die Menschenaffenkuratorin Dr. Marianne Holtkötter. Immerhin war es für Mimi und die nur wenig jüngere Undi schon der zweite Umzug innerhalb der Wilhelma. Der erste liegt genau 40 Jahre zurück: 1973 ging es von einer provisorischen Unterkunft in das damals noch als modern geltende alte Menschenaffenhaus.
    Wie im Abenteuerland fühlten sich in ihrem neuen Gehege offenbar sofort die Gorillajungs Tano, Okanda und Tebogo – turnend, kraxelnd, tobend und herumalbernd nahmen sie den Raum samt den vielen Klettergelegenheiten in Beschlag. Nur Vana blieb die erste Stunde nach der Ankunft lieber im sicheren Arm der Pflegerin, bekam ein wenig Angstdurchfall und schaute sich schüchtern um, bevor die Neugier auch bei ihr die Oberhand gewann. Ansonsten verlief der Umzug der europäischen Aufzuchtstation für Gorillakinder, die von ihren Müttern nicht angenommen wurden, eindeutig am schnellsten. In zwanzig Minuten war er vorbei, denn diesmal gab es keine Narkosen und Untersuchungen hinter den Kulissen, sondern es ging vom Umzugstaxi direkt in die Gehege. Hier wird künftig der Sicht- und Schnupperkontakt durch Fenster und Gitter zur Gorillafamilie nebenan das Leben der Kleinen grundlegend verändern – und die spätere Eingliederung in eine eigene Gorillafamilie mit Sicherheit erleichtern.

    Foto: Wilhelma/M. Holtkötter
    Blick auf die nun endlich belebten Gorilla-Innengehege - mit Silberrücken Kibo rechts oben auf einer „Aussichtsplattform“.
    (03.05.2013)
    Wilhelma:   Zweiter Umzug erfolgreich beendet:
    Die Gorillafamilie ist den Bonobos ins neue Affenhaus gefolgt

    Zwei Wochen nach den Bonobos sind in einer rund neunstündigen Aktion nun auch die Gorillas ins neue Menschenaffenhaus umgezogen. Während die Bonobos sich dort bereits richtig heimisch zu fühlen scheinen und ihre großen Gehege genießen, werden die Gorillas ihr neues Domizil erstmals morgen, am 1. Mai, erkunden – und es hoffentlich ebenso gut annehmen wie ihre kleineren Verwandten. Der geplanten feierlichen Übergabe und Einweihung der Anlage durch Minister Nils Schmid am Nachmittag des 14. Mai steht somit nichts mehr im Wege. Für die Besucher ist das neue Menschenaffenhaus dann am Tag nach der offiziellen Einweihung, also ab dem 15. Mai, geöffnet.
    Wie bereits bei den Bonobos so begann auch der Umzug der Gorillas morgens früh um 5 Uhr, der Kreis der Helfer war erneut groß: Er bestand vor allem aus 18 Tierpflegern und sechs Veterinärmedizinern, wobei das von den Wilhelma-Tierärzten Tobias Knauf-Witzens und Annika Krengel geleitete Umzugsteam diesmal zusätzlich Verstärkung von drei Kardiologen sowie dem früheren Wilhelma-Tierarzt Wolfram Rietschel erhielt. Das Zusammenspiel klappte dank der Erfahrung und Routine aus dem ersten Umzug dabei fast noch besser und schneller. „Wir sind sehr erleichtert, dass wir nun auch die gesamte Gorillafamilie wohlbehalten nach oben, ins neue Haus, bringen konnten“, sagt Menschenaffenkuratorin Marianne Holtkötter aufatmend. „Alles ist dank der vielen konzentrierten Helfer wieder reibungslos und ruhig abgelaufen..“
    Zwar galt es diesmal nur sieben statt zwölf Tiere – jeweils ein Affenbaby nicht mitgerechnet – in Narkose zu legen, zu untersuchen, in gepolsterte Kisten zu betten und mit Hilfe von Gabelstaplern und Transportfahrzeug in die neue Heimat zu bringen. Doch der Kraftakt war deshalb keineswegs geringer, zumal die Gorillas deutlich größer und schwerer sind als die Bonobos. Während diese im Durchschnitt zwischen 30 und 50 Kilogramm auf die Waage bringen, wiegen die erwachsenen Gorillafrauen rund 70 bis 90 Kilo und Kibo wiegt sogar 160 Kilogramm. Für den Silberrücken haben die Wilhelma-Schreiner und -Schlosser deshalb eigens eine stabile XXL-Kiste gebaut, die allein schon 344 Kilogramm schwer ist. Mit Kibo darin erhöhte sich das Gesamtgewicht somit auf rund 500 Kilogramm. Als erste heil das neue Domizil erreichte jedoch Mimi, die Gruppenälteste, gefolgt von Mawenzi und Mutasi mit ihrer jüngsten Tochter Milele, die ohne Narkose auf Mutters Bauch liegend befördert wurde. Dann kamen Kolo und Kimbali dran, bevor Kibo und Gorillafrau Undi den Abschluss bildeten. Im neuen Haus angekommen, wurde jedes Tier im Behandlungsraum untersucht und dann in die Abtrenngehege hinter den Kulissen gelegt, wo vertraute Tierpfleger sie beim Aufwachen betreuten. „Jetzt sind wir gespannt, ob den Gorillas ihre neue Umgebung ebenso gut gefällt wie den Bonobos“, sagt Marianne Holtkötter. „Und wie beide Gruppen jeweils ihre großen begrünten Außengehege annehmen werden, wenn sie diese in ein paar Wochen betreten können. Das eigentliche Abenteuer beginnt ja jetzt erst.“

    Foto: Wilhelma/Th. Bauer
    Sie zogen als eine der ersten um: Gorillafrau Mutasi – hier unter Narkose noch schlafend – und die etwa einjährige Milele, die auf Mamas Bauch reiste, betreut von Revierleiterin Bea Jarczewski.
    (02.05.2013)
    Wilhelma:   Florierende Poitouesel-Zucht auf dem Schaubauernhof:
    Frischer Wind dank Hengstfohlen und neuer, französischer Rassestute

    Die Zucht der bedrohten Poitouesel hat in der Wilhelma mittlerweile Tradition. Seit 1993 gibt es diese Riesenesel mit dem kastanienbraunen, zotteligen Fell auf dem Schaubauernhof zu bewundern. Regelmäßig sorgen sie für Nachwuchs und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt ihrer Rasse. So kam in diesem Jahr, ausgerechnet am 1. April, das Hengstfohlen Dominique zur Welt. Er ist aber nicht der einzige Neuzugang bei den aus Frankreich stammenden Eseln. Die erstklassige Zuchtstute mit dem adelig klingenden Namen „Aleboune du Genet“ bringt frischen Wind und vor allem frisches Blut in die Herde der Wilhelma.
    Wie alle Eselfohlen, so verzaubert auch der kleine Dominique mit seinen großen Ohren, den zierlichen Beinen und der weißen Schnauze derzeit Besucher und Tierpfleger. Er ist das 21. Fohlen, das in der Wilhelma geboren wurde, seine Mutter ist die mittlerweile 18-jährige Stute Hamrah. Insgesamt umfasst die Herde derzeit sechs Tiere. Dominiques Vater Nepomuk steht dabei meistens abseits und abgetrennt von den Stuten und beobachtet seine kleine Herde aufmerksam. Bis Dominique die stattliche Größe seines Vaters erreicht, wird noch etwas Zeit vergehen. Poitouesel werden nicht umsonst mitunter auch als „Riesenesel“ bezeichnet. Sie können eine Schulterhöhe von bis zu 1,5 Meter erreichen und bis zu 450 Kilogramm schwer werden.
    Seit dem 10. Jahrhundert ist diese Eselrasse aus dem Westen Frankreichs bekannt. Sie wurde ausschließlich zur Zucht von Maultieren gebraucht. Aus ihrer Kreuzung mit großen Kaltblutpferden gingen kräftige und widerstandsfähige Maultiere hervor, die in der Landwirtschaft und als Transporttiere beim Militär eingesetzt wurden. Der Bedarf an Maultieren ging mit dem Aufkommen von Maschinen in der Landwirtschaft allerdings drastisch zurück und damit auch der Bestand der Poitouesel. Bis auf 44 Tiere war er in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts gesunken. Heute gibt es wieder über 450 Tiere, die im Zuchtbuch in Frankreich erfasst sind. Als in ihrem Bestand gesichert kann die Rasse trotzdem noch nicht gelten. Zudem gab es erstklassige „Baudet du Poitou“, wie die Rasse offiziell heißt, bisher fast ausschließlich in Frankreich. Um erstklassig zu sein, sprich zum so genannten „Livre A“ zu gehören, muss ein Poitouesel einen einwandfreien Stammbaum haben, der sich bis mindestens zur siebten Generation zurückverfolgen lässt. Dank der langen und guten Zusammenarbeit mit dem französischen Zuchtverband ist es nun der Wilhelma gelungen, eines dieser hochklassigen Tiere nach Stuttgart zu holen: die von den Pflegern kurz „Allie“ genannte Stute. Ihr offizieller Zuchtbuch-Name lautet „Aleboune du Genet“, wobei „Aleboune“ im Altfranzösischen „sie ist gut“ bedeutet. Bleibt also zu hoffen, dass ihr Name Programm ist, sie der Wilhelma-Zucht der bedrohten Haustierrasse Auftrieb verleiht und Dominique bald viele weitere Fohlen folgen werden.

    Foto: Wilhelma
    Der jüngste Poitouesel-Nachwuchs "Dominique" acht Tage nach der Geburt mit Pflegerin bzw. mit Mutter Hamrah. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die großen hübschen Ohren des Hengstfohlens noch nicht gänzlich "entfaltet" und aufgerichtet.
    (26.04.2013)
    Wilhelma:   Neues von der Anlage für Afrikanische Menschenaffen:
    Die Bonobos haben sich bereits überraschend gut eingelebt
    Die offizielle Eröffnung der Anlage durch Minister Nils Schmid ist am 14. Mai

    Vor sieben Tagen sind die Bonobos als erste Affenart in ihr künftiges Zuhause in der neuen Anlage für Afrikanische Menschenaffen eingezogen. Alle hatten den Eindruck, dass sie ihr Domizil auf Anhieb sehr gut annahmen. Dieser erste Eindruck hat nicht getrogen: Jetzt, eine Woche später, wirken die Bonobos schon überaus entspannt. In Kürze können somit auch die Gorillas umziehen. Sobald sich diese ebenfalls eingelebt haben, steht der offiziellen Eröffnung des Hauses nichts mehr im Wege. Ein Termin dafür wurde nun festgelegt: Am Nachmittag des 14. Mai wird der Minister für Wirtschaft und Finanzen und oberster Dienstherr der Wilhelma, Dr. Nils Schmid, die neue Anlage persönlich und feierlich eröffnen. Den Besuchern steht die Anlage dann ab 15. Mai offen.
    Dass sich die Bonobos im neuen Heim wohlfühlen, steht inzwischen weder für die Tierpfleger und Zoologen der Wilhelma außer Frage, noch für die junge Primatologin Nicky Staes von der Universität Antwerpen, Belgien. Sie kennt den Bonobo-Clan der Wilhelma, eine der größten Gruppen Europas, bereits von früheren Besuchen und beobachtet die dreizehn Tiere im Zuge ihrer Promotion derzeit von morgens bis abends: „Die Wilhelma-Truppe war schon immer eine der spielfreudigsten und fröhlichsten Gruppen in einem Zoo, die ich kenne – sicher auch wegen der guten Beschäftigungsprogramme der Tierpfleger. Und auch im neuen Haus waren sie nach nur vier Tagen schon überaus entspannt“, sagt Nicky Staes. Auffällig ist zudem, dass es seltener zu lautstarken Streitigkeiten unter den Tieren kommt als im alten Haus. „Wir denken, dass einerseits die noch nicht so vertraute Umgebung den Zusammenhalt stärkt, sich andererseits aber auch das größere Angebot an Platz und Ausweichmöglichkeiten schon positiv auswirkt“, erklärt die Menschenaffen-Kuratorin Dr. Marianne Holtkötter. „Denn die Bonobos können sich in den drei Innengehegen besser verteilen und aus dem Weg gehen, wenn sie wollen, dabei kleine Untergruppen bilden, wie sie das auch in der Natur tun, und sich wieder alle zusammenschließen, wenn sie es mögen. Das wird in der Fachsprache auch ‚Fission-Fusion-Sozialsystem’ genannt.“ Gerade solchen natürlichen Sozialstrukturen und Bedürfnissen der beiden Menschenaffenarten noch besser Rechnung tragen zu können, war auch eines der wesentlichen Anliegen der Wilhelma beim Neubau.
    Nun gilt es als nächstes, auch die Gorillas wohlbehalten in ihr künftiges Zuhause zu bringen. Rund 15 Stunden dauerte der Umzug bei den Bonobos, ein 18-köpfiges Tierpflegerteam, ein sechsköpfiges Tierarztteam, zwei Kardiologen, zwei Reproduktionsexperten sowie weitere Helfer waren dabei. Sicher ist: Auch bei den acht größeren und schwereren Gorillas werden der Aufwand und das Aufgebot an Umzugshelfern und medizinischen Betreuern nicht kleiner sein. Doch wenn das Zusammenspiel aller Beteiligten wieder mit der gleichen Ruhe und Konzentration erfolgt, wie beim Umzug der Bonobos, dürfte auch bei den Gorillas nichts schief gehen.

    Auch die Seniorin der Gruppe, die etwa 47-jährige Bonobofrau Kombote, hat den Umzug gut überstanden und liegt hier ganz entspannt auf einer „Holzbank“. (Foto: M. Schneider)
    (23.04.2013)
    Wilhelma:   Kurzvortrag aus der Reihe Wilde Wochenenden:
    Eulen – Auf leisen Schwingen durch die Nacht

    Nachts, wenn die meisten Menschen schlafen, schlägt die Stunde der Eulen. Im Schutz der Dunkelheit gehen sie auf Nahrungssuche und sind wahre Meister der nächtlichen Jagd. Doch wie finden sie bei wenig Licht ihre Beute? Warum kann man sie beim Fliegen nicht hören? Und welche Arten leben bei uns? Diese und mehr Fragen werden am kommenden Sonntag, dem 21. April 2013, bei einem Dia-Kurzvortrag aus der Veranstaltungsreihe "Wilde Wochenenden" beantwortet. Der Vortrag des Biologen Michael Eick über Eulen und Käuze findet einmal um 15 Uhr und ein zweites Mal um 16 Uhr in der Wilhelmaschule unterhalb der Geiervolieren statt. Michael Eick ist den interessanten Vögeln der Nacht schon seit vielen Jahren auf der Spur und berichtet mit beeindruckenden Bilden von seinen Beobachtungen. Die Teilnahme am Vortrag ist im Wilhelma-Eintritt enthalten, kleine Spenden für den Gorillaschutz sind jedoch jederzeit willkommen.

    Foto: Michael Eick
    Die beeindruckenden Augen eines Uhu.
    (19.04.2013)
    Michael Mettler:   Ist schon lustig: In anderen Zoos ist man froh darüber, wenn der Sichtbeton aus der Brutalismus-Ära zwecks Naturillusion endlich verbrämt wird, und im Stuttgarter Menschenaffenhaus feiert er fröhliche Wiederauferstehung...
    (18.04.2013)
    Wilhelma:   Liboso und Baby im neuen Haus (Foto: M. Schneider)
    (18.04.2013)
    Wilhelma:   Umzug auf Raten ins neue Menschenaffenhaus:
    Die Bonobos sind in ihrem künftigen Zuhause wohlbehalten gelandet

    Die ersten Pflanzen und Tiere sind ins neue Menschenaffenhaus eingezogen: Die Vorhut bildeten in den letzten beiden Wochen rund 70 tropische Pflanzenarten, gestern folgte als erste Affenart die Bonobos. Von zwölf zu transportierenden Tieren war man ursprünglich ausgegangen – doch am Umzugstag waren es dreizehn! Der Grund: Bonobofrau Liboso hatte der Wilhelma als kleine Osterüberraschung ein Baby beschert – und damit für eine weitere Verzögerung im Zeitplan gesorgt, damit sich Mutter und Kind gut zwei Wochen in gewohnter Umgebung und stressfrei miteinander vertraut machen konnten.
    Von morgens um 5.30 Uhr bis abends um 19 Uhr dauerte der Umzug. Das klingt nach viel Zeit, doch tatsächlich klappte alles wie am Schnürchen und viel schneller als gedacht – durchschnittlich rund eine Stunde pro Tier wurde benötigt. Zu verdanken war dies neben einer guten Organisation dem 18-köpfigen Tierpflegerteam, einem sechsköpfigen, durch externe Kräfte verstärktem Tierarztteam, zwei Kardiologen, zwei Reproduktionsexperten sowie weiteren Helfern unter Leitung der Wilhelma-Tierärzte Tobias Knauf-Witzens und Annika Krengel. In einem zunehmend routinierten Zusammenspiel legten die professionellen Umzugshelfer die Tiere in Narkose – denn ohne die sind die kräftigen Bonobos nicht zum Umzug zu bewegen –, untersuchten jedes Tier, verstauten es in Transportkisten, fuhren es zur neuen Anlage, luden es wieder aus, brachten es zum Ultraschall und dann in sein mit Namensschild versehenes Aufwachgehege. Dort konnten sich die Tiere unter den wachsamen Augen der Pfleger in Ruhe ausschlafen, dann langsam mit der Umgebung vertraut machen und ihre Artgenossen in den Nachbarkäfigen begrüßen. Bald wurden die ersten Verbindungsschieber geöffnet, um gegenseitige Besuche zu ermöglichen. Intensiv betreut von ihren vertrauten Pflegern nahmen auch die Tiere den Umzug ruhig und gelassen hin – dabei wären sie durchaus in der Lage, ihrem Unmut lautstark Luft zu machen. „Wir sind sehr froh, dass unsere Bonobos die ganze Aktion so gut verkraftet haben und vor allem, dass sie alle wohlbehalten in ihrem neuen Heim angekommen sind“, so Dr. Marianne Holtkötter, Wilhelma-Kuratorin für Menschenaffen. „Es hätte wirklich nicht besser laufen können.“ Zudem bot der Umzug die wohl einmalige Gelegenheit, alle Tiere auf Herz und Nieren zu untersuchen – und gleichzeitig ein paar nötige zahnärztliche Eingriffe vorzunehmen. Nicht zuletzt konnte das Geschlecht von Libosos Baby auf diese Weise schneller bestimmt werden: ein Junge! Jetzt wird ein Name für ihn gesucht.
    Und da alle, samt Mutter und Kind, den Umzug gut überstanden hatten, stand auch dem Plan nichts im Wege, die Bonobos gleich am nächsten Tag die großen Innengehege erkunden zu lassen. Schon früh morgens saßen sie an den Durchgängen und lugten neugierig in die unbekannten Räume, um neun Uhr gingen erstmals die Schieber auf. Nur wenige Tiere zögerten kurz, dann nahmen alle das neue Zuhause in Beschlag, durchstreiften und durchturnten es auf allen Ebenen, schrien dabei Bonobo-typisch vor Aufregung, untersuchten den neuen Naturboden aus Pinienrinde und taten bald alles, was einen Bonobo-Tag so ausmacht: das ausgelegte Futter verspeisen, sich gegenseitig das Fell pflegen, Nester aus Holzwolle bauen, ausruhen. Alle sind zuversichtlich, dass sich die Tiere bald eingelebt haben werden. Bis die Bonobos in ihre Außenanlagen können, wird es allerdings noch eine Weile dauern. Denn die neu gepflanzte Vegetation braucht mindestens vier bis sechs Wochen, um richtig anzuwachsen und grün zu werden. Als nächstes werden nun die Gorillas umziehen – wobei hoffentlich alles ebenso glatt über die Bühne gehen wird wie bei den Bonobos. Auch darüber wird die Wilhelma zeitnah berichten – und spätestens dann überdies einen definitiven Eröffnungstermin für das neue Menschenaffenhaus nennen können.

    Foto (M. Schneider): Die Bonobos nehmen am Tag nach dem Umzug ihr neues Heim in Besitz.
    (18.04.2013)
    Wilhelma:   Spannende Kurzvorträge in der Wilhelma-Schule

    Tierisch schlau – verblüffende Geistesleistungen im Tierreich
    Am Sonntag, dem 14. April 2012, können die Besucher im Wilhelmaschulgebäude unterhalb der Geiervoliere wieder Erstaunliches und Wissenswertes über die Denk- und Geistesleistungen von Tieren lernen – ob von Affen, Krähen, Kraken oder sogar von Bienen. In einem kurzweiligen Vortrag präsentiert die Diplombiologin Sabine Ratzel großen wie kleinen Wilhelma-Besuchern echte „Schlaumeier“ unter den Tieren und erzählt unter anderem von tüftelnden Kraken, von Schweinen, die sich im Spiegel erkennen, und von Menschenaffen, welche die Gebärdensprache beherrschen. Der Vortrag aus der Reihe „Wilde Wochenenden“ findet um 15 Uhr und ein zweites Mal um 16 Uhr statt. Die Teilnahme ist im Wilhelma-Eintritt enthalten, kleine Spenden für den Gorillaschutz sind jedoch jederzeit willkommen.

    Foto: Wilhelma / L. Siermann
    Auch Kraken sind zu manchen verblüffenden Leistungen fähig – zum Beispiel schrauben sie mit viel Geschick einen Dosendeckel auf, um an die Leckerei in der Dose zu gelangen.
    (10.04.2013)
    Wilhelma:   Die umgebaute Anlage ist wieder „in Betrieb“:
    Das Comeback der Erdmännchen

    Ende November 2012 begann der Umbau der Erdmännchenanlage, Anfang April 2013 war sie bezugsfertig. Vier der südafrikanischen Schleichkatzen sind jetzt in die runderneuerte Anlage eingezogen: zwei in Stuttgart geborene Männchen sowie zwei Weibchen aus Warschau. Sich kennen lernen, um die Rangfolge streiten und flirten durfte das Quartett aber schon im Winterquartier hinter den Kulissen. Somit konnten sie sich beim Einzug ganz auf die Eroberung ihres neuen Reviers nach Erdmännchen-Art konzentrieren: alles erkunden und ausgiebig markieren, Probegrabungen durchführen, Verstecke suchen – und vor allem, sich immer wieder aufwärmen oder im Innengehege von den vielen neuen Eindrücken erholen. Dann sind die Tiere trotz ihrer Rückkehr auf die Anlage für Besucher zeitweilig nicht zu sehen. Das gilt auch für einen der Tage zwischen 18. und 23.4.: Dann ist der Weg bei den Erdmännchen wegen Asphaltarbeiten voraussichtlich gesperrt. (Zeitnahe Hinweise dazu gibt’s auf www.wilhelma.de).
    Brrr, ist das kalt da draußen – fanden die Erdmännchen, als sie ihre runderneuerte Außenanlage erstmals betraten. Und schwupp, waren sie wieder durch eine der drei Verbindungsröhren in den beheizten Innenräumen verschwunden. Kein Wunder, denn so ein winterlicher Frühling, wie ihn Mitteleuropa derzeit erlebt, ist nicht gerade nach dem Geschmack der Sonnenanbeter aus Südafrika. Doch lange hielt es die neugierigen Tiere nicht in ihrem Unterschlupf. Und schon bald fanden sie, was ihnen am meisten behagt: eine kuschelige Kuhle direkt unter einem tüchtig einheizenden Wärmestrahler. Gleich unter vier solcher künstlicher Wüstensonnen sowie auf einer „Heizplatte“ können es sich die Bewohner der neuen Anlage gemütlich machen. Angebracht wurden diese in halboffenen Höhlen, unter Felsvorsprüngen und über offenen Liegeflächen, so dass die Tiere auch bei Regen im Trockenen sitzen können, ohne dass ihnen die Sicht nach oben ganz versperrt ist. Denn Erdmännchen sind von Natur aus immer auf der Hut, wobei die Gefahr in ihrer Wüstenheimat meist von oben droht, durch Greifvögel. Auch erhöhte Aussichtsplattformen gehören deshalb unbedingt in jedes artgemäße Erdmännchenheim. In der runderneuerten Anlage, deren Umbaukosten von rund 250.000 Euro der Wilhelma-Förderverein übernahm, bieten sich Felsen, Baumstämme und eine große Eichenwurzel als Wachtürme an. Von diesen aus hält immer mindestens ein Tier Ausschau nach Feinden, und das oft in der bei Besuchern beliebtesten Pose: Männchen machend. Den Hintergrund der Anlage, die beim Umbau zudem um 40 Prozent auf 120 Quadratmeter gewachsen ist, bilden nun rötliche Kunstfelsen im gleichen Look wie in der Zebra- und der Elefantenanlage nebenan sowie im neuen Gorilla-Außengehege. Ein weiteres Highlight im Erdmännchen-Reich: der etwa 12 Quadratmeter große und eigens mit einer dickeren Schicht Substrat aufgefüllte Buddelplatz: Hier können die Tiere selbst Architekt spielen und nach Herzenslust eigene Bauten anlegen. Und falls sie damit nicht zu sehr beschäftigt sind, dürfen sie natürlich auch für Nachwuchs sorgen. Dafür ist in einem Erdmännchenclan stets nur ein dominantes Paar zuständig, die anderen spielen Babysitter, was in der Natur die Überlebenschancen der Kleinen erhöht. Zudem verhindern chemische Botenstoffe des züchtenden Paares, dass die im Clan lebenden Nachkommen geschlechtsreif werden. Wer in der neu formierten Gruppe dieses Elternpaar stellen wird, dürfte sich bald zeigen. Und vielleicht gibt es ja schon im Sommer den ersten Zuwachs im neuen Heim ...

    Foto: Wilhelma
    Vom Sandboden, über Totholz bis zu Kunstfelsen im Hintergrund präsentiert sich die Anlage jetzt noch wüstenartiger.
    (10.04.2013)
    Wilhelma:   Thementag „Insekten und Co.“ in der Wilhelmaschule:
    Begegnungen mit Käfern, Spinnen und anderen Gliederfüßern

    Am Sonntag, dem 7. April 2013, widmet die Wilhelmaschule einen Thementag aus der Reihe „Wilde Wochenenden“ den Insekten und anderen Gliederfüßern. Dabei erfahren die Besucher unter anderem, dass nicht alles, was auf mehr als vier Beinen umher krabbelt, automatisch ein Insekt ist. Zwar sind sage und schreibe 80 Prozent aller beschriebenen Tierarten Insekten bzw. Kerbtiere. Auch stellen diese innerhalb des Stammes der Gliederfüßer die größte und artenreichste Klasse dar. Aber zu den Gliederfüßern gehören auch die achtbeinigen Spinnentiere sowie Tausendfüßer und Krebstiere. Von 11 Uhr bis 16 Uhr bringen die Biologen der Wilhelmaschule großen und kleinen Besuchern diese riesige, vielfältige Welt der Gliederfüßer nahe – hautnahe Begegnungen mit Wandelnden Blättern, dicken Käfern, fauchenden Schaben und sanften Vogelspinnen inklusive. Außerdem werden am Thementag einige von Insekten gefertigte „Kunstwerke“ zu sehen sein – und zwar in Form der Nester etwa von Hornissen und Wespen. Ort des Geschehens ist die Wilhelmaschule unterhalb der Geiervoliere. Der Besuch des Thementags ist wie immer im Eintrittspreis der Wilhelma enthalten, kleine Spenden für den Gorillaschutz sind jedoch willkommen.

    Foto (Wilhelma): Schmetterlinge, wie dieser Scharlachrote Schwalbenschwanz, gehören zu den Insekten, die schon ihrer Schönheit wegen beliebt sind. Aber auch andere Insekten und Gliederfüßer sind keineswegs eklig, sondern überaus faszinierend – wie die Besucher des Thementags über Insekten selbst erleben können.
    (05.04.2013)
    Wilhelma:   Osterstimmung in der Wilhelma:
    Eier ohne Ende und freier Eintritt für „Oster“ und „Hase“

    Eier und Ostern: Das gehört einfach zusammen wie – Oster und Hase. Deshalb dreht sich in der Wilhelmaschule am Osterwochenende alles ums Ei. Wer schon immer wissen wollte, was ein Straußenei wiegt oder wie ein Schlangenei aussieht: Hier wird er es endlich erfahren. „Eiei machen“ können Kinder während der Ostertage zudem bei „Osterküken“ im Jungtierauf-zuchthaus und natürlich bei Schafen und Ziegen im Streichelzoo. Nur der Osterhase wird vermutlich zu beschäftigt sein, um persönlich vorbeizuschauen. Also lädt die Wilhelma eben alle seine menschlichen Namensvettern ein: Wer mit Nachnamen „Oster“ oder „Hase“ heißt, der genießt an Ostersonn- und Ostermontag gegen Vorlage seines Ausweises freien Eintritt.
    Das Osterprogramm beginnt bereits am Karfreitag mit den Thementagen „Rund ums Ei“ in der Wilhelmaschule unterhalb der Geiervoliere. Dort können die Besucher bis einschließlich Ostermontag jeweils von 11 bis 17 Uhr Spannendes, Wissenswertes und Kurioses über die vielfältige Welt der Eier erfahren. Denn nicht nur sprichwörtlich gleicht kein Ei dem anderen: Jede Vogelart setzt bei seinen Gelegen auf ein eigenes Design und auch die Eier von Reptilien, Fischen, Insekten gibt es in allen Farben und Formen. Außerdem können Kinder und Eltern unter fachlicher Anleitung Osterschmuck basteln und an einer Osterlotterie zugunsten der bedrohten Gorillas teilnehmen. Im Jungtieraufzuchthaus haben Kinder am Ostersonn- und -montag jeweils von 11 bis 12 Uhr, 13 bis 14 Uhr sowie 15 bis 16 Uhr die Gelegenheit Küken zu kraulen. Auch die Skudden, Kamerunschafe und Zwergziegen im Streichelzoo des Schaubauernhofs nehmen gerne Streicheleinheiten entgegen – am liebsten in Kombination mit Snacks aus dem Futterautomaten. Die ersten Zicklein des Jahres wurden hier bereits geboren; und auch bei den Wildschweinen gegenüber tollen Frischlinge umher. Bei diesen sollte man wegen der bissigen Eltern Streichelversuche durch den Zaun jedoch tunlichst unterlassen! Zwar keine Osterhasen, dafür aber echte Kaninchen mit ihrem niedlichen Nachwuchs gibt es zudem im Kleinsäugerhaus zu bestaunen.
    Würden im Park obendrein schon Magnolien, Tulpen und Narzissen blühen – die Osterstimmung wäre perfekt. Doch der lange, kalte Winter hat einen Strich durch diese Rechnung gemacht. Immerhin halten rund 60.000 bunte Stiefmütterchen im Park die Stellung, die übrigen Frühblüher stehen in den Startlöchern und lauern auf wärmende Sonnenstrahlen. Eine farbenfrohe Entschädigung gibt es zudem in den Gewächshäusern: Hier stehen die Kamelien in voller Blüte und auch die Zitrus-Ausstellung im Wintergarten wird noch über die Feiertage mit frischen Farben und Düften aufwarten. Zudem kann man wieder rund um den Seerosenteich flanieren: Die Sanierung wurde rechtzeitig vor Ostern abgeschlossen.
    Übrigens: Der österliche Thementag „Rund ums Ei“ bildet den Auftakt für neue Folgen aus der Reihe „Wilde Wochenenden“, welche die Wilhelmaschule 2012 ins Leben gerufen hat. Im Angebot sind auch 2013 wieder spannende Thementage, Kurzvorträge und Workshops zu Tier-, Pflanzen und Naturschutz-themen, die wieder vor allem sonntags, teilweise aber auch samstags stattfinden. Die Teilnahme ist im Eintritt inklusive; alle Termine gibt’s auf www.wilhelma.de in der Rubrik „Wilhelmaschule“. Und zuletzt ein wichtiger Hinweis für alle, die mit dem PKW zur Wilhelma anreisen: Das Wilhelma-Parkhaus ist geöffnet, das Parkhaus Mahle derzeit aber wegen Sanierung geschlossen. Weitere Informationen zur Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder PKW finden sich auf www.wilhelma.de unter „Besuch“.

    Foto: Wilhelma
    Alles rund ums Ei“: Passend zu Ostern bietet die Wilhelmaschule spannende Einblicke in die vielfältige Welt der Eier.
    (27.03.2013)
    Wilhelma:   Wellness für Kurzohrrüsselspringer:
    Komm auf die Schaukel, Luise!

    Sie sind winzig, haben kreisrunde Knopfaugen, eine kleine bewegliche Rüsselnase und einen sehr langen Namen: Kurzohrrüsselspringer. In der Wilhelma lebt je ein Paar von ihnen im Kleinsäugerhaus sowie in einem Terrarium im Giraffenhaus. Dort haben die Tierpfleger ins Heim der Wüstenbewohner ein neues Möbelstück und Spielgerät eingebaut: eine „Schaukel“.
    Bislang hatten die Kurzohr-Rüsselspringer der Wilhelma keine Namen. Doch seit das im Giraffenhaus lebende Pärchen sich in ihrem eigens für sie aufgehängten Holzkistchen gerne mal ein wenig „verschaukeln“ lässt, heißt das Weibchen passend zum altbekannten Schlager nun „Luise“, das Männchen „Luis“. Folgerichtiger wäre für Luis allerdings der Name „Hans“ gewesen – nach Hans Albers, der das im Dreivierteltakt und in eindeutiger Verführungsabsicht vorgetragene Lied „Komm auf die Schaukel Luise“ ab 1931 bekannt gemacht hatte. Um Luise oder Luis – im wirklich-wahren Rüsselspringerleben schaukeln die beiden selten gemeinsam – in ihrer „Hollywoodschaukel“ zu sehen, braucht man etwas Glück. Denn die Tiere machen es sich darin vor allem morgens und gegen Abend gemütlich, wenn es im Haus ruhiger ist. Trubel mögen die Winzlinge mit den röhrenförmigen Näschen und den känguruartig verlängerten Hinterbeinen nämlich nicht besonders.
    Zwar erinnert das Aussehen der Rüsselspringer an Mäuse, mit Nagetieren haben sie aber nichts zu tun. Sie sind in mehreren Arten in ganz Afrika zu Hause und bilden eine eigene Säugetier-Ordnung. Ihr größter Vertreter ist das von Kopf bis Hinderteil 30 Zentimeter lange Rüsselhündchen, das in den Urwäldern des östlichen Afrika lebt. Die Kurzohrrüsselspringer dagegen sind die kleinsten ihrer Ordnung. Sie werden nur 22 bis 24 Zentimeter lang – gut die Hälfte davon entfällt auf den Schwanz – und 30 bis 50 Gramm leicht. Ihre Heimat sind die Wüsten und Halbwüsten des südwestlichen Afrika. Hier leben die wuseligen Tiere einzeln oder paarweise in bis zu einen Quadratkilometer großen Streifgebieten, wo sie häufig auf immer gleichen Pfaden umherflitzen – und auf diesen kleinen „Schnellstraßen“ bis zu 20 Stundenkilometer erreichen. Auf ihrer Speisekarte stehen in der Natur vor allem Insekten, Wurzeln und Pflanzensamen, in der Wilhelma gibt es vorwiegend Salat, Gemüse, Körner und Obst, aber auch mal Hackfleisch, Mehlwürmer, Heuschrecken und Krebse. Und während die Rüsselspringer in der Wildnis selbst auf dem Speiseplan von Greifvögeln, Schlangen und Kleinraubtieren stehen und dort daher selten älter als ein bis zwei Jahre werden, können sie im sicheren Zoo bis zu sieben Jahre lang leben. In der Natur dienen ihnen unterirdische Bauten als Unterschlupf, in den wüstenartig eingerichteten Wilhelma-Gehegen bieten kleine Felsspalten Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten. Luis und Luise haben nun überdies eine Schaukel – etwas, das sie in der Wüste sicher nicht finden würden. Doch zu gefallen scheint es ihnen darin. Wer weiß, vielleicht regt die Schaukel ja, ganz im Sinne von Hans Albers, auch ihr Liebesleben ein wenig an. Und sie fügen den 150 Nachzuchten, die es seit 1989 in der Wilhelma bereits gab, im nächsten Sommer noch zwei Winzlinge hinzu. Denn typisch für die Art sind vor allem Zwillingswürfe.

    Foto: Wilhelma
    (25.03.2013)
    Wilhelma:   Nachtrag zur Meldung vom 13.3. bezüglich der Wüsten-Krötenechsen. Passend dazu wäre dieses Bild gewesen.
    (25.03.2013)
    Joshua Förg:   Man möchte wohl am BONOBO-TV festhalten. Am Dach des Hauses wurde extra eine Satellitenschüssel angebracht ...
    (23.03.2013)
    Sascha Möller:   überschnitten:-)
    (13.03.2013)
    Sascha Möller:   @ Sacha: Das Foto dürfte aus dem Wuppertaler zoo stammen.
    (13.03.2013)
    Holger Wientjes:   Das Bild ist aus Wuppertal.
    (13.03.2013)
    Sacha:   Wobei mich noch interessieren würde, woher das Bild stammt. Scheint mir nämlich nicht ein Wilhelma-Gehege zu sein (und wenn es dort überhaupt je die Kombi Königspinguin/Eselspinguin - oder muss ich sagen "Wüsten-Krötenechse und Malachit-Zaunleguan"?:) - gab, muss das schon Ewigkeiten her sein.
    (13.03.2013)
    Regina Nieke:   @ Ottmar Müller und Patrick Kalscheuer:
    Ihr habt nicht richtig gelesen: Das IST die "gute Tarnung" der Echsen :-)
    (13.03.2013)
    Ottmar Müller:   Das sind aber komische Reptilien, mit Schnabel und Federn. Aber für das riesige Terrarium hat man bestimmt ganz schön was springen lassen :D
    (13.03.2013)
    Patrick Kalscheuer:   Wow, wieder was gelernt - mir war gar nicht klar, das Krötenechsen so lange Schnäbel haben :-)
    (13.03.2013)
    Wilhelma:   Wüsten-Krötenechsen im Terrarium:
    Kleine, stachelige „Monster“

    Lange galten die auf Ameisen-Nahrung spezialisierten Wüsten-Krötenechsen als äußerst schwierige Pfleglinge und wurden folglich nur sehr selten in Terrarien gehalten. Einfach ist ihre Haltung immer noch nicht, aber heutzutage ist das Futterproblem lösbar, und die Tiere lassen sich auch züchten. Seit Kurzem sind nun im Terrarium der Wilhelma zwei Paare dieser bizarren Reptilien zu sehen.

    Krötenechsen sind rundliche, stark abgeplattete Vertreter aus der Familie der Leguane. Charakteristisch für die Bewohner steiniger Halbwüsten: die großen Stachelschuppen am Hinterkopf und der kurze Schwanz. Die Stachelschuppen reichen bei den bis 13 Zentimeter langen Tieren als Schutz aber nicht aus – bei Gefahr drücken sich die tarnfarbenen Echsen daher platt an den Boden. Genügt das immer noch nicht, so können sie aus den Augenwinkeln Blutflüssigkeit verspritzen: ein für die meisten Gegner durchaus abschreckendes Verhalten, das man im Terrarium allerdings nicht zu Gesicht bekommt.
    Wüsten-Krötenechsen (ihr wissenschaftlicher Name lautet Phrynosoma platyrhinos) stammen ursprünglich aus dem Westen und Südwesten der USA sowie aus Mexiko. Die kleinen „Monster“ in der Wilhelma kennen die amerikanischen Halbwüsten allerdings bestenfalls vom Hörensagen – sie sind in Baden-Württemberg geschlüpfte Nachzuchten. Damit sie sich auch in Menschenobhut rundum wohl fühlen, brauchen die Sonnenanbeter richtig viel Licht. Und auch das „Catering“ muss stimmen: Krötenechsen haben sich auf den Verzehr von Ameisen spezialisiert. In der Natur hat das Vorteile: Ameisen sind hier als Futtertiere reichlich vorhanden und werden den kleinen Echsen von anderen Räubern kaum streitig gemacht. Auch im Terrarium müssen folglich Ameisen auf dem Speiseplan stehen. Falls diese nicht in ausreichender Menge verfügbar sind, stäubt man ersatzweise andere kleine Futterinsekten mit einem Pulver aus Ameisensäure und entsprechenden Spurenelementen ein.
    Noch sind die Wüsten-Krötenechsen der Wilhelma nicht ausgewachsen. Doch wenn alles gut geht, legen sie im nächsten Jahr Eier, aus denen hoffentlich die nächste Generation kleiner stacheliger Monster schlüpfen wird ...

    Foto: Ob auf Felsen, Sandboden oder Totholz: Die bizarr anmutenden Wüsten-Krötenechsen sind in ihrem Lebensraum gut getarnt – und auch im Wilhelma-Terrarium. (Quelle: Wilhelma)
    (13.03.2013)
    Wilhelma:   Die Gestaltung des Außengeheges geht weiter:
    Knorrige Eichen zum Klettern für die Gorillas

    Die Ende Januar im Forstrevier Sauhag bei Unterensingen geschlagenen Eichenstämme, die schon damals für das neue Gorilla-Außengehege ausgewählt wurden, sind heute mit einem Schwerlastkran an ihren neuen Stammplatz in der entstehenden Anlage für afrikanische Menschenaffen „eingeflogen“ worden: drei bis zu 15 Meter lange knorrige Stämme mitsamt einigen Aststümpfen und Zweigen, jeweils knapp zwei, drei und vier Tonnen schwer.
    Die Platzierung der Stämme war Maßarbeit im Zusammenspiel zwischen Kranführern, Helfern der Spezialfirma und Mitarbeitern der Wilhelma: Einer der Eichenkolosse liegt jetzt quer über dem Bachlauf wie eine Brücke, der zweite wurde aufrecht in einen zwei Meter tiefen Betonschacht versenkt, darin verkeilt und mit mineralischem Beton eingegossen, und ein dritter Stamm zwischen diesen beiden platziert. Die Stämme und ihre Lage müssen hohen statischen Anforderungen genügen, schließlich sollen sie später nicht nur als Zierde dienen. Vielmehr sollen die bis zu 270 Kilo schweren Gorillas sie aktiv nutzen können, darauf klettern, balancieren oder einfach sitzen. Die Eichenstämme kommen also dem Bewegungs- und Beschäftigungsbedürfnis der Tiere entgegen und runden das künftige Freiluftangebot aus Gras, Kräutern, Büschen, schattigen Bäumen, Bachläufen und Planschbecken ab. Obwohl bei den Gorillas, im Gegensatz zu den Bonobos im Nachbargehege, fast nur die Jungtiere echte Klettermaxen sind, so nutzen doch auch erwachsene Tiere erhöhte Sitzplätze gerne als Aussichtsplattformen. Und für diese Aufgabe kamen letztlich nur Eichen in Frage, da ihr Holz am stabilsten ist. Nicht als Klettergelegenheit zur Verfügung stehen dagegen die bereits in der Anlage wachsenden lebenden Eichen. Damit diese auch weiterhin überleben, werden sie durch Elektrozäune geschützt – sonst würden bald ihre Rinden und damit wichtige Versorgungsadern leiden. In Besitz nehmen können die Tiere ihre neuen Kletterbäume wohl frühestens im April, der genaue Zeitpunkt der Eröffnung ist noch offen, derzeit wird ein Termin noch vor Pfingsten angestrebt.

    Foto: Wilhelma
    (01.03.2013)
    Wilhelma:   Nachwuchs bei den afrikanischen Hoheiten:
    Das Giraffenmädchen Anna ist da

    Nach dreijähriger Babypause kam bei den Netzgiraffen am frühen Morgen des 17. Februar wieder ein Jungtier zur Welt – ein Mädchen, das die Pfleger „Anna“ tauften. Seine Mutter ist die elfjährige Kitale, sein Vater der 13-jährige Wilhelma-Zuchtbulle Hanck.
    Morgens kurz nach 6.45 Uhr waren erstmals ihre Vorderfüße und die Nase zu sehen – und schon rund eine halbe Stunde später, um 7.20 Uhr, war Anna auf der Welt. Im halbstündigen Takt machte sie von nun an Fortschritte: Um 8.00 Uhr stand sie erstmals auf allen Vieren, um 8.35 Uhr trank sie die ersten Schlucke aus Mamas Milchquelle, um 9.00 Uhr stakste Klein Anna bereits munter umher. Um 9.40 Uhr schließlich – so verrät der Geburtsbericht der Tierpfleger weiter – wird der kleine Neuankömmling von der übrigen Herde begutachtet und „begrüßt“. Der Rest der ersten Lebenswoche verlief dann ruhig, unspektakulär – und unter Ausschluss der Öffentlichkeit: Damit Kitale und ihr Nachwuchs ungestört ihre Mutter-Kind-Bindung festigen können, blieb das Giraffenhaus einige Tage geschlossen. Doch inzwischen ist die hübsche Anna auch für die Besucher zu sehen.
    In seiner ersten Lebenswoche hat sich das Giraffenmädchen prächtig entwickelt. Nicht nur ihrem Namen, der „anmutig“ bedeutet, macht Anna alle Ehre. Sondern sie ist auch äußerst aufgeweckt, neugierig und wenig schüchtern: Aus einer für ihr zartes Alter beachtlichen Höhe von 1,70 Metern blickt sie in die Welt und findet sie offenbar ziemlich spannend – selbst dem fremden Fotografen näherte sie sich unerschrocken und versuchte, die Kamera abzuschlecken. Die nötige Selbstsicherheit vermittelt ihr in allen Lebenslagen natürlich Mama Kitale, die wie alle Giraffenmütter gewissenhaft über ihren Nachwuchs wacht. Kommt man ihrer Kleinen zu nahe, schnaubt sie warnend. Hilft das nichts, schreitet sie entschlossen auf den Störenfried zu – und bei fast viereinhalb Metern Gesamthöhe kann man durchaus von einer beeindruckenden Drohkulisse sprechen. In der Wildbahn ist dieser ausgeprägte Beschützerinstinkt dringend nötig. Sobald die Kälber aus zwei Metern Höhe ins Leben geplumpst sind – denn ihre Mütter gebären stehend – droht höchste Gefahr. Den Sturzflug und die Landung selbst überstehen die Jungtiere zwar stets schadlos. Doch müssen sie schnellstmöglich auf die Beine kommen, damit Jäger wie Löwen, Hyänen und Co. ihre hilflose Lage nicht schamlos ausnutzen und sich den Leckerbissen unter die Kralle reißen. Allerdings sollten sich sogar diese Räuber vor den kräftigen Hufen einer wütenden Giraffenkuh in Acht nehmen. Selbst im Zoo bleiben Giraffenmütter immer auf der Hut – auch Kitale. Doch lässt sie es bei ihrem vierten Jungtier schon deutlich entspannter angehen. Vermutlich spürt sie, dass die Überlebenschancen ihrer Tochter hier viel besser sind als in der Wildbahn: Dort erreichen 50 bis 75 Prozent der Giraffenkinder nicht einmal ihr erstes Lebensjahr. Das einzige Mittel, um möglichst schnell dem „Leichte-Beute-Schema“ der Raubtiere zu entwachsen: rasch an Höhe gewinnen. Rund 0,3 Zentimeter legt ein Giraffenkind daher pro Tag zu, einen Meter im ersten Jahr. Damit jede Kalorie ins Wachstum investiert werden kann, sind Giraffen relativ ruhige Kinder, die wenig umhertollen. Und selbst die aufgeweckte Anna gönnt sich somit immer wieder eine schöne lange Siesta ...
    (27.02.2013)
    Wilhelma:   Brillenpinguine in der Wilhelma:
    Nachwuchs bei den Frackträgern

    Sie sind zwar schon fast so groß wie ihre Eltern, den obligatorischen Frack tragen sie aber noch nicht. Blaugrau ist die Trendfarbe des Winters, zumindest wenn man ein Brillenpinguinküken ist. Erst mit mehr als einem Jahr legen sie das typische schwarz-weiße Federkleid der Altvögel an und sind dann von diesen fast nicht mehr zu unterscheiden. Nur das geschulte Auge des Tierpflegers sieht die individuellen Unterschiede. Vor allem die einzelnen schwarzen Punkte auf der sonst weißen Brust sind bei jedem Vogel einzigartig angeordnet, so zu sagen der „Fingerabdruck“ der Brillenpinguine.
    Insgesamt drei Küken schlüpften im November und verstärken die 38-köpfige Brillenpinguinschar der Wilhelma. Noch sitzen sie die meiste Zeit in den sicheren Bruthöhlen. Gut bewacht von ihren Eltern. Hin und wieder schauen sie aber auch schon, was es außerhalb ihrer Höhle zu entdecken gibt. Ihren deutschen Namen verdanken Brillenpinguinen einem weißen Überaugsteifen, welches zusammen mit den rosaroten Hautpartien um die Augen entfernt an eine Brille erinnert. Anders als viele vermuten, leben Brillenpinguine nicht in der Antarktis. Ihr Lebensraum sind die Küsten des südlichen Afrika, von Namibia bis Südafrika. Hier versorgt sie der kalte Benguelastrom mit reichlich Nahrung. In der Wilhelma übernehmen dies natürlich die Tierpfleger. Täglich um 7:00 und um 14:30 Uhr bekommen die Wilhelma-Pinguine ihren Fisch – vor allem Heringe – frei Haus serviert. Nur die drei Küken werden noch von ihren Eltern mit vorverdautem Fisch versorgt. Aber nicht mehr lange. Denn mit etwa einem halben Jahr fangen die jungen Brillenpinguine selber an Fisch zu fressen.
    Brillenpinguine sind, wie alle Pinguine, hervorragend an ein Leben im Wasser angepasst. Ihre Flügel sind zu Flossen umfunktioniert, mit denen sie unter Wasser auf bis zu 25 km/h beschleunigen können. Dabei von Nutzen ist auch ihr spindelförmiger Körper, der dem Wasser wenig Widerstand bietet. Auch wenn sie bei Brillenpinguinen etwas dünner ausfällt als bei ihren antarktischen Verwandten, so wird ihr Körper doch von einer ein bis zwei Zentimeter dicken Fettschicht vor Temperaturschwankungen geschützt. Diese ist auch namensgebend für die gesamte Vogelfamilie. Denn das lateinische Wort pinguis, wovon sich Pinguin ableitet, bedeutet nichts anderes als „fett“.
    Dieses Fett wurde den Brillenpinguinen, wie auch ihren antarktischen Verwandten, zum Verhängnis. Denn Walfänger nutzten sie – aus Mangel an Alternativen – als „Brennmaterial“ für das Auskochen des Lebertrans. Darum gingen ihre Bestände drastisch zurück, in den letzten 100 Jahren um 80 Prozent. In ihrer afrikanischen Heimat werden deshalb Brillenpinguine heute als gefährdet eingestuft. Wobei heute vor allem die Überfischung und die Ölverschmutzung ihrer Lebensräume für den Bestandsrückgang verantwortlich sind. In der Wilhelma ist der Brillenpinguinbestand hingegen nicht bedroht. Hier gibt es sehr regelmäßig Nachwuchs. Dieser wandert aber bei Geschlechtsreife in einen anderen Zoo aus, da die Kolonie der Wilhelma ihre Kapazitätsgrenze erreicht hat.

    Foto: Wilhelma
    (21.02.2013)
    Wilhelma:   Bunte Vögel auf Brautschau – oder:
    Valentinstag nach Mandarinenten-Art

    Nein, es sind keine verkleideten Narren, die Aschermittwoch verpasst haben und nun das Wilhelma-Gehege der Mandschurenkraniche unsicher machen. Vielmehr sind die farbenfrohen Gesellen, die auf dem kleinen Teich ihre Pirouetten drehen, männliche Mandarinenten auf Brautschau. Passend zum Valentinstag – dem Fest der Verliebten – haben sie ihr prächtiges Federkleid angelegt und buhlen um die Gunst der unscheinbar gefärbten Weibchen.
    Dass die Mandarinenten gerade in bester Balzstimmung sind, passt nicht nur gut zur Symbolik des christlich geprägten Valentinstags. In ihrer fernöstlichen Heimat stehen die Vögel für ein ähnliches Thema – für eheliche Treue. Doch wie das mit der Symbolik mitunter eben ist, so hinkt sie auch hier ein wenig. Zwar halten sich Mandarinenten, einmal gefunden, zunächst die Treue, und die Männchen verteidigen ihre Weibchen vehement gegen Nebenbuhler. Zur nächsten Paarungszeit jedoch ist es mit der Treue meist wieder vorbei. Dann treten die Männchen erneut in Konkurrenz um die weibliche Gunst. Nichtsdestotrotz war es bei chinesischen Hochzeiten lange Zeit Brauch, dem Brautpaar als dezenten Hinweis auf das Treuegelöbnis ein zahmes Mandarinentenpaar zu schenken. Daneben landeten die Vögel wegen ihres wohlschmeckenden Fleisches regelmäßig im Kochtopf – ob auch bei Hochzeitsgesellschaften, ist nicht überliefert. Zu Zeiten der chinesischen Kaiserdynastien waren die Mandarinenten überdies das Symbol für den siebten Rang der Zivilbeamten, der so genannten „Mandarine“. Ihnen verdankt die Ente auch ihren Namen: Ihr farbenfrohes Federkleid erinnert an die Gewänder dieser chinesischen Staatsdiener.
    In der Wilhelma leben derzeit vier Männchen und zwei Weibchen dieser symbolträchtigen Entenart, die längst auch in Europa als beliebtes Ziergeflügel gilt. Vor allem wegen des Aussehens wird sie von manchen Züchtern gar als schönste Ente der Welt bezeichnet. Haben sich in der Wilhelma die Pärchen zusammengefunden, sorgen sie jedes Jahr zuverlässig für Nachwuchs. Zum Brüten möchten Mandarinenten am liebsten hoch hinaus. In der Wildbahn bevorzugen sie hohle Baumstämme, oft mitten im Wald, als Nistplatz. Das Weibchen brütet ungefähr 30 Tage. Sobald die Küken geschlüpft sind, verlassen sie das sichere Nest. Dabei springen sie aus teilweise über zehn Meter Höhe und suchen sofort das nächste Gewässer auf. Ihr geringes Gewicht und die biegsamen Knochen schützen sie vor Verletzungen bei dem Sturz aus luftiger Höhe.
    Die wilden Bestände der Mandarinente sind in den letzten Jahrzehnten stark zurück gegangen. Wie so oft, ist hieran vor allem der Verlust geeigneter Lebensräume Schuld. Dagegen ist die bereits 1745 in Großbritannien eingeführt Ente in Gefangenschaft sehr häufig zu finden. Verwilderte Parkvögel haben in Europa außerdem recht stabile Populationen gegründet – und außer in der Wilhelma brüten die auffälligen Entenvögel beispielsweise auch regelmäßig an den Stuttgarter Bärenseen.

    Foto (Wilhelma):
    Die männlichen Mandarin-Enten haben pünktlich zum Valentinstag ihr prächtigstes Federkleid angelegt, um die eher unscheinbar gefiederten Weibchen zu beeindrucken. Nach der Paarungszeit tragen auch die Erpel bald wieder ein schlichteres Outfit.
    (14.02.2013)
    Wilhelma:   Von Okapi-Amme und Tierpflegern aufgezogen:
    Die Okapi-Waise Nyota ist über den Berg

    Das im Juni 2012 geborene Okapi-Kalb Nyota hatte einen schweren Start – nur 16 Tage nach seiner Geburt war seine Mutter Kabinda gestorben. Glück im Unglück: Die Kuh Ibina sprang als Amme ein, zusätzlich erhielt Nyota Milchnahrung aus der Flasche. Der in einem Zoo bis dahin einmalige Versuch gelang. Inzwischen wiegt Nyota 108,4 Kilogramm – wie eine neue Großtierwaage aufs Gramm genau belegte – und ist somit aus dem Gröbsten heraus.
    „Wenn Nyota ein Jahr alt ist, feiern wir eine Party“, erklärt der Revierleiter für Afrikanische Huftiere, Daniel Wenning. Einen Grund zu feiern gibt es dann in der Tat. Denn erstens ist die Geschichte Nyotas bislang einmalig. Zweitens haben das Pflegerteam, die Kuratorin und die Wilhelma-Tierärzte viel Arbeit in das Überlebensprogramm des wertvollen Jungtiers investiert – und sogar externe Experten einbezogen. Zum Beispiel in Sachen Spezialmilch. Um eine solche zu entwickeln, hat das Chemische Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart (CVUA) zunächst die Zusammensetzung der letzten Muttermilch von Kabinda sowie die der Amme Ibina ermittelt. Die Milupa-Forschungsabteilung ertüftelte auf dieser Basis ein individuelles Ersatzmilchrezept. Und die Pfleger servierten das nahrhafte Ergebnis Nyota mehrmals täglich aus der Flasche. Damit sollte die Amme Ibina entlastet werden – schließlich hatte diese direkt vor der „Adoption“ bereits ein eigenes Kalb aufgezogen. Zusätzlich klügelten die Tierärzte gemeinsam mit einer Ernährungsberaterin der Uni Hohenheim für Ibina einen Speiseplan aus, der sie bei Kräften halten sollte. Das Zusammenspiel gelang, Nyota wuchs und gedieh. Zwei Monate nach der Geburt dann ein weiteres gutes Zeichen: Nyota hatte Kot abgesetzt – zum ersten Mal! Diese erstaunlich späte Produktion von Hinterlassenschaften in einem Alter zwischen 26 und 74 Tagen ist für Okapi-Kälber normal, allerdings nur von diesen bekannt und selbst der Wissenschaft noch ein Rätsel. Die Vorteile für in der Wildnis geborene Okapis allerdings liegen auf der Hand: Ohne Ausscheidungen gibt es auch weniger Gerüche, die Fressfeinde anlocken.
    Bei Nyota hat das ausgeklügelte Ernährungsprogramm, das ab dem dritten Monat durch feste Nahrung wie Luzerne, Gemüse und Blätter ergänzt wurde, jedenfalls gut angeschlagen. Sehr gut sogar: „Für ihr Alter ist Nyota mit über 100 Kilo ganz schön kräftig. Aber ein paar Reserven schaden in der Winterkälte ja nichts“, erklärt Daniel Wenning. Denn Kälte vertragen Okapis, die aus den tropischen Wäldern Zentralafrikas stammen, nicht besonders. Bei Frost sind die Tiere daher meist im beheizten Giraffenhaus anzutreffen, wo sie jedoch aus größerer Nähe zu sehen sind als im Freigehege. Auch Nyota hat hier jetzt eine eigene Schaubox, wo die Besucher sie in Ruhe betrachten können. Und das lohnt sich, denn Nyota ist „ein Bild von einem Okapi“, da sind sich Pfleger und Zoologen einig. Auch werde es langsam Zeit, dass Nyota sich abnabelt und wie ein „normales“ Okapi behandelt wird, so Wenning. Von der Milchflasche habe sie sich quasi selbst schon entwöhnt, und auch bei Ibina werde sie wohl nicht mehr lange nuckeln, zumal kaum mehr Milch fließen dürfte. Außerdem hat sich Nyotas Lebensretterin eine Babypause nun redlich verdient. Wenn weiterhin alles gut geht und das Europäische Erhaltungszuchtprogramm zustimmt, darf Nyota in der Wilhelma bleiben. Dann kann sie in rund drei Jahren mit Vitu, dem zweiten Bullen neben Nyotas Vater Xano, selbst zur Erhaltung ihrer bedrohten Art beitragen. (Infos zur aktuellen Lage der Okapis im Kongo unter www.wilhelma.de bei „Pressemitteilungen“ und auf www.okapiconservation.org)

    Foto (Wilhelma): Einmal pro Woche kontrollieren die Pfleger mithilfe einer flachen, gut begehbaren Großtierwaage, ob und wie viel Nyota zu- oder abnimmt. Da Nyota Menschenhände gewöhnt ist, macht sie die Prozedur anstandslos mit
    (01.02.2013)
    Jana Müller:   Oder eine Verletzung vom Kater? Es könnte sein, dass die beiden letztens zusammen waren, da der Kater kurzzeitig direkt neben Mescheds Gehege untergebracht war, jedoch getrennt von ihr, als ich da war. Nun ist Aman wieder in seinem "alten" Gehege.
    (28.01.2013)
    Joshua Förg:   In der zweiten Voliere von links im maurischen Landhaus ist nun ein Paar Braunkopflieste untergebracht.

    Zudem scheint Leopard Mesched derzeit Probleme mit ihrem linken Auge zu haben, es sieht sehr entzündet und vertränt aus.

    (26.01.2013)
    WolfDrei:   Trotz aller Jongliererei bei den Eintrittspreisen: 17% bleiben 17% Erhöhung! Und seit wann ist die Wilhelma der einzig Zoologisch-botanische Garten Europas? 100 km weiter z.B. liegt Mulhouse und Plzen ist auch nicht so weit - ich wiil da garnicht weiter suchen.
    (24.01.2013)
    Wilhelma:   Wilhelma-Bilanz 2012 und Ausblick auf 2013:
    2,24 Millionen Besucher im Jahr 2012 und neue Eintrittspreise ab März

    Trotz nicht immer perfektem „Zoowetter“ und Baustellen im oberen Parkteil kann die Wilhelma in puncto Besucherzahlen auf ein zufriedenstellendes Jahr 2012 zurückblicken: Rund 2,24 Millionen Menschen kamen 2012 in den einzigen zoologisch-botanischen Garten Europas. Das sind rund drei Prozent mehr als im „Schlechtwetter-Jahr“ 2010 (2,17 Millionen) und rund 2,1 Prozent weniger als im Vorjahr, das unter anderem dank günstiger Wetterverhältnisse der Wilhelma ihre bislang zweitbeste Besucherbilanz bescherte.
    Die Attraktivität der Wilhelma für die Besucher scheint ungebrochen – nach wie vor gehört die Wilhelma zu den deutschen Zoos mit den höchsten Besucherzahlen. Die Bilanz 2012 bleibt mit 2,24 Millionen Besuchern dabei ebenfalls auf fast konstant hohem Niveau. „Damit können wir summa summarum zufrieden sein“, so Wilhelma-Direktor Prof. Dr. Dieter Jauch, „zumal wir mit geringeren Besucherzahlen gerechnet hatten. Deutlich mehr Publikum erwarten wir jedoch erst nach der Eröffnung der neuen Menschenaffenanlage.“ Wann diese stattfinden kann, ist nach wie vor offen, die Baumaßnahmen sind im Verzug – der Wunschtermin der Wilhelma vor Ostern wird somit nicht klappen. Fertig wurden im letzten Jahr dafür die rund eine Million Euro teure Runderneuerung des Elefanten-Außengeheges und die neue Felsen-Umrandung des Zebra-Geheges, die aktuellen Arbeiten an der neuen Erdmännchenanlage und die Sanierung des Seerosenteichs sollen bis Ostern abgeschlossen sein. Für das Jahr 2013 werden nun möglichst wenige neue Baustellen angestrebt. Dafür werden zwei neue Spielelemente die Angebote für Kinder erweitern: ein neuer Kletterelefant beim Elefantengehege und ein Holzgorilla samt Hängematte bei der Menschenaffenanlage. Ergänzt und optimiert wird überdies das Wegweisersystem im Park.
    Neue Eintrittspreise ab 1. März 2013 – bis dahin gilt der bisherige ermäßigte Wintertarif
    So lange wie möglich wurde eine Erhöhung der Eintrittspreise hinausgezögert – trotz stetig steigender Kosten für Unterhalt, Material und Energie. Doch nach vier Jahren Preisstabilität wurde eine Tariferhöhung unumgänglich: Ab 1. März kostet der Wilhelma-Besuch für einen Erwachsenen im Normaltarif daher 14 statt wie bisher 12 Euro, für ein Kind ab sechs Jahren 7 statt 6 Euro. Einen um ca. 30 Prozent ermäßigten Tarif können die Besucher auch künftig in der Hauptsaison abends ab 16 Uhr und im Winter ganztägig nutzen: Bis Ende Februar gilt dabei noch der bisherige Wintertarif, ab 1. März zahlt ein Erwachsener dann 10 statt 8 Euro, ein Kind 5 statt bislang 4 Euro. „Auch wenn wir unseren Besuchern diesen Preisanstieg nicht ersparen können“, sagt Wilhelma-Direktor Prof. Dr. Dieter Jauch, „so gehören wir doch weiterhin zu den preisgünstigen unter den vergleichbaren Einrichtungen in Deutschland.“ Bei diesen reichen die Preise derzeit von relativ günstigen 12 Euro pro Erwachsenem im Münchener Tierpark Hellabrunn über 17 Euro im Leipziger Zoo bis hin zu 23 Euro in Hannover. Kostet der Aquariumsbesuch extra, wie bei Hagenbeck in Hamburg, werden pro Kombi-Ticket sogar bis zu 30 Euro fällig. Familienfreundlich sind in der Wilhelma zudem die ermäßigten Tarife: Sie gelten erst für Kinder ab sechs Jahren und bei Schülern und Studenten sogar bis 28 Jahre – in anderen Zoos zahlen Kinder meist früher, Schüler und Studenten oft eigene Tarife. Um nur rund 5,7 Prozent steigt der Preis für treue Stammbesucher mit Jahreskarten: Sie kosten künftig 55 statt 52 Euro, für Schüler und Studenten 28 statt 26 Euro, der Preis für eine zusätzliche Kinder-Jahreskarte kostet weiterhin nur 15 Euro. Bei Jahreskarten für Rentner, Schwerbehinderte und Partner steigen die Preise auf Forderung des Landesrechnungshofs dagegen stärker: um 25 Prozent von 32 auf 40 Euro. Auf eine Tageskarte zum Normaltarif erhält zudem wie bislang jeder Erwachsene einen „Bonus“ von einem Euro – bei Kindern sind es 50 Cent –, der umweltfreundlich mit einem Tagesticket des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS) unterwegs ist und dieses an der Wilhelma-Kasse vorlegt.

    Foto: Wilhelma
    Ab 1. März 2013 gelten in der Wilhelma höhere Eintrittspreise – ob sie an den Kassen wie dem historischen Pavillon am Haupteingang oder über den Online-Ticketshop auf www.wilhelma.de erworben werden.
    (24.01.2013)
    Wilhelma:   Wilhelma, ein Wintermärchen – oder:
    Wie die Zootiere wohlbehalten durch Eis und Schnee kommen

    Auch in der kalten Jahreszeit versinkt die Wilhelma nicht in tiefem Winterschlaf – und das nicht nur dank der beheizten Gewächshäuser, dank Aquarien- und Amazonienhaus. Vielmehr sind auch fast alle Tiere im Winter zu sehen: ob sie gerade in den Außengehegen frische Luft tanken oder sich in ihren beheizten Häusern aufwärmen. Und wenn frischer Schnee gefallen ist, steigt nicht nur für Menschenkinder, sondern auch für manche Tiere der Spaßfaktor.
    Selbst die meisten Tiere aus tropischen Regionen kommen mit dem mitteleuropäischen Winter besser zurecht, als mancher glaubt. Besonders kälteempfindliche Kandidaten dürfen eben nur für begrenzte Zeit ins Freie, um Frischluft und Sonne zu tanken. Führt Väterchen Frost ein allzu strenges Regiment, bleiben daher beispielsweise die Okapis in ihren Gehegen im Giraffenhaus, wo bei Glatteis auch die Netzgiraffen aus nächster Nähe zu sehen sind. Wegen ihres weit oben liegenden Schwerpunkts und der langen Beine rutschen die afrikanischen Hoheiten leicht aus, das Verletzungsrisiko bei Stürzen ist groß. Aber auch für andere Huftiere, etwa Antilopen, sind Eisplatten riskant: Sie warten daher ebenfalls im Stall, bis ihr Außengehege wieder eisfrei ist. Vor klirrender Kälte müssen zudem tropische Tiere mit sehr großen oder dünnhäutigen Ohren geschützt werden, wie Grevy-Zebras, Bongo-Antilopen und vor allem Elefanten. Zwar sind solche Ohren hervorragende Kühlanlagen, da sie überschüssige Wärme ableiten. Doch bei Frost drohen schnell Erfrierungen. Frostgefährdet sind auch die Gliedmaßen tropischer Affen, die somit bei Eiseskälte im Warmen bleiben. Die Wilhelma-Flamingos dagegen schützen sich selbst vor Frostschäden: durch Fußbäder im konstant 14 Grad warmen Cannstatter Mineralwasser ihres Teichs.
    Viele Tierarten können dank beweglicher Türklappen selbst wählen, wie viele Grade unter dem Gefrierpunkt sie sich zumuten wollen. So wechseln etwa die Dscheladas und Rotgesichtsmakaken auf der Felsenanlage nach Belieben ins Warme oder an die frische Luft. Nur überheizt darf es innen nicht sein: Krasse Temperaturwechsel bedeuten auch für Tiere erhöhte Erkältungsgefahr. Bei den Sonnenanbetern aus Wüsten und Tropen, wie Erdmännchen und Zebramangusten, helfen bei Frost Fußbodenheizungen oder Solarien an geschützten Plätzen im Freien. Nur wenige Tiere müssen den Winter unsichtbar in beheizten Innenräumen verbringen, etwa die tropischen Vögel in der Freifluganlage: Bei ihnen ist kein Verlass darauf, dass sie sich selbst vor dem Nachtfrost in Sicherheit bringen. Auch die Flusspferde sind bei klirrender Kälte ausschließlich im Haus zu finden, da der Hippo-Pool im Freien schnell auskühlt. Und die Sumatra-Tiger bleiben vorsichtshalber drinnen, wenn das Wasser im Gehegegraben zufriert – damit sie sich nicht aufs Eis wagen und einbrechen.
    Bei gemäßigten Temperaturen sind die meisten Tiere also auch im Winter draußen anzutreffen – und bieten nicht selten einzigartige Einblicke. Etwa, wenn frischer Schnee gefallen ist. Darin wälzen sich Raubkatzen ebenso gerne wie Mähnenschafe, Vikunjas und Alpakas. Die Japanmakaken rollen Schneebälle, die Elefanten formen welche mit dem Rüssel und vernaschen sie. Die Brillenpinguine als Südafrikaner mögen das weiße Zeug dagegen nicht sehr und verschwinden öfter in ihren Höhlen. Und eines schätzen Zootiere im Winter gar nicht: wenn mangels Besuchern die Unterhaltung fehlt. Sie belohnen daher jeden Gast mit umso mehr Aufmerksamkeit. Dieser wiederum kann Flora und Fauna der Wilhelma derzeit in aller Ruhe genießen – und das bis Ende Februar zum günstigen Wintertarif.

    Foto: Wilhelma/Hörner
    (16.01.2013)
    Wilhelma:   30 kleine Glücksbringer auf dem Schaubauernhof: Viel Schwein im neuen Jahr!

    Was für eine herrliche Sauerei: Gleich 30 Ferkel aus drei Würfen quieken, grunzen, toben und rennen derzeit auf dem Schaubauernhof um die Wette. Wenn so viele kleine Glücksschweine nicht ein gutes Zeichen für das kommende Jahr sind! Dabei scheint gerade das Schwäbisch-Hällische Schwein wie geschaffen für die Rolle als Glücksbringer. Hat es doch selbst schon echt „Schwein gehabt“ und konnte der Welt als wertvolles Nutztier erhalten werden.
    Der Schwäbisch Hälllische Eber „Rapper“ und die drei Sauen „Ina“, „Liesel“ und „Lissi“ haben diesen Herbst ganze Arbeit geleistet: Mehr als 30 Ferkel in zwei Alters- und Größenklassen setzten sie gemeinsam in die Welt – so groß war der Sauhaufen auf dem Schaubauernhof zuletzt 2006! Seit dem Sommer 2011, seit der dreijährige Rapper und seine Gefährtinnen für die Erhaltung ihrer Rasse sorgen, wurden im Saustall der Wilhelma somit schon über 80 Ferkel geboren. Der imposante Eber mit der dekorativen weißen Schwanzquaste kommt bei den Damen also offenbar nicht nur gut an, sondern seine Bemühungen tragen auch reichlich Früchte. Was nebenbei gut für die schlanke Linie zu sein scheint, denn trotz seiner stattlichen 360 Kilogramm macht Rapper eine gute Figur. Aber auch die Sauen können es kurz vor der Geburt eines großen Wurfs auf über 300 Kilogramm bringen – allerdings specken sie während des Säugens gleich wieder rund 50 Kilogramm ab. Kein Wunder, denn bis zu 16 Ferkel auf einmal können auf dem Schaubauernhof an den Zitzen der Sauen hängen.
    Die Zucht der Wilhelma floriert also. Aber das scheint nur gerecht. Schließlich war es der Gründer der Wilhelma, König Wilhelm I, der auch das Schwäbisch Hällische „erfand“: Er ließ chinesische Maskenschweine aus England einführen und in wildschweinähnliche Landrassen einkreuzen. Bis in die 1950er Jahre war die Neuschöpfung des Königs „der Renner“ im Ländle. Danach wäre sie jedoch ums Haar von modernen mageren Modellen verdrängt worden, 1970 galt es gar als ausgestorben. Doch einige sture Bauern retteten die robusten, auch „Mohrenköpfle“ genannten Schweine quasi in letzter Minute und starteten mit wenigen Tieren eine neue Zucht. Dass das Comeback klappte, ist aber auch den Feinschmeckern zu verdanken. Weil sie das fette, schmackhafte Fleisch sehr goutierten, wurde die Zucht wirtschaftlich wieder interessant. Als Mitglied der „Züchtervereinigung Schwäbisch Hällisches Schwein“ trägt die Wilhelma ebenfalls dazu bei, die steigende Nachfrage zu befriedigen. Sprich, der Schaubauernhof züchtet die Tiere wie ein richtiger Bauernhof auch für den Verzehr. Sind die Ferkel alt genug, werden sie an kleine Nebenerwerbsbetriebe abgegeben, wo sie bei guter Haltung gemästet werden, bis sie etwa 100 Kilogramm wiegen. Davor führen die rosa-schwarzen Glücksbringer auch in der Wilhelma ein angenehmes Leben bei Vollpension und vielseitigem Wellness-Angebot vom hauseigenen Schlammbad bis zum Solarium. Und erfreuen dabei kleine wie große Besucher – bis Ende Februar 2013 überdies noch zum günstigen Wintertarif.

    Foto (Wilhelma): 14 Ferkelchen auf einen Streich: Rund eine Woche nach der Geburt Anfang November fanden noch alle Winzlinge locker Platz an den Zitzen.
    (03.01.2013)
    Wilhelma:   Die Fütterung der Leistenkrokodile:
    Tong macht große Sprünge

    Jeden Montag um 14 Uhr ist „Showtime“ in der Krokodilhalle des Aquariums. Dann steht die Fütterung der Krokodile auf dem Programm. Es gibt Huhn, und zwar für jede der vier Panzerechsen eines. Aber aus dem Wasser springt für das Huhn nur eine: Tong, das weiße Leistenkrokodil.
    Sechs Jahre und viel Geduld hat der Tierpfleger Harald Aberle gebraucht, bis sich Tong das Huhn im Sprung schnappte – was selten zu beobachten sein dürfte, zumal nur wenige Zoos Leistenkrokodile halten. Immer höher schraubte sich die Echse von Mal zu Mal, inzwischen ragt sie mitunter bis zu den Hinterbeinen aus dem Wasser. Tongs drei Mitbewohnerinnen in der Krokodilhalle lassen es bequemer angehen: Sie strecken lediglich den Kopf heraus, reißen das zahnstarrende Maul auf und verschlingen das hineingeworfene Huhn quasi am Stück. Das war’s dann für diese Woche. Auch in ihrer Heimat in Südostasien, Indien und Australien sind die Echsen nicht gefräßiger. Im Gegenteil: Bis zu einem Jahr kommen Leistenkrokodile notfalls ohne Nahrung aus. Bei guter Versorgungslage wachsen sie zu den größten lebenden Reptilien der Erde heran: Weibchen werden fast vier, Männchen bis zu sechs Meter lang und eine Tonne schwer. „Salzwasserkrokodil“ wird die Echse auch genannt, da sie in küstennahen Flüssen und Sümpfen ebenso wie im Meer vorkommt. Auf der Reise in neue Jagdgründe wurden einige Exemplare schon 1000 Kilometer vom Land entfernt gesichtet. Aber egal wo ein Leistenkrokodil auftaucht: Kaum ein Beutetier ist vor ihm sicher, große Büffel ebenso wenig wie unvorsichtige Menschen. Trotzdem ist der Mensch für Tongs wilde Verwandte gefährlicher als umgekehrt: Die Art gilt als bedroht – zu begehrt war und ist ihre schön gemusterte Haut.
    In der Wilhelma hat die Haltung von Leistenkrokodilen Tradition: Ein großes weißes Exemplar lebte hier von 1967 bis 2000, maß zuletzt viereinhalb Meter, wog 500 Kilogramm und war weit über Stuttgart hinaus als „Der Weiße“ bekannt. In der Wildnis kommt die weiße oder gelbliche Farbe kaum vor – so auffällige Tiere fallen frühzeitig Fressfeinden zum Opfer. In Farmen dagegen überleben sie: Von Millionen dort geborenen Krokodilen ist angeblich jedes 20.000ste weiß. Auch die Wilhelma-Tiere stammen von thailändischen Farmen und heißen entsprechend Deng, „die Rote“, Sue, „die Hübsche“, Nunu, „die Kleine“ und Tong, „die Goldene“. Alle vier wurden 2000 geboren, sind heute zwischen 60 und 130 Kilo schwer und zwischen 2,40 und 3,20 Meter lang, die größte – und damit meist Chefin im Ring – ist Deng. Vom sicheren Steg in der Krokodilhalle aus können die Besucher das Quartett täglich beim Schwimmen, Dümpeln, Sonnenbaden erleben – und natürlich montags bei Harry Aberles Krokodil-Show, nach der die Besucher ihn zudem persönlich befragen können.
    Regelmäßige Fütterungen vor Publikum mit und ohne solche Tierpflegersprechstunden gibt es auch im Winter bei weiteren Tieren, etwa bei Seelöwen, Pinguinen, Raubkatzen und Piranhas. Und wer die Wilhelma bei der Fütterung, Unterbringung und Haltung ihrer Tiere unterstützen möchte, kann die meisten auch „paten“. Alle Fütterungstermine sowie Infos zu den Patenschaften gibt es unter www.wihelma.de!

    Foto: Harald Löffler
    Das weiße Leistenkrokodil Tong auf dem Sprung nach dem Huhn in Tierpfleger Harald Aberles Händen.
    (13.12.2012)
    Wilhelma:   Die neue Menschenaffenanlage der Wilhelma:
    Positive Resonanz der Tierschutzbeauftragten und des Fördervereins
    Genauer Eröffnungstermin ist noch ungewiss

    Der Bau der neuen Anlage für Afrikanische Menschenaffen der Wilhelma strebt seiner Vollendung entgegen, auch die Gestaltung der Außenanlagen ist weit gediehen. Allerdings liegen die Maßnahmen laut einer Baubesprechung am Montag, dem 4.12., derzeit zwei Monate hinter dem bisherigen Zeitplan zurück. Eine Eröffnung im Frühjahr wird trotzdem weiterhin angestrebt, ob sich der ursprüngliche Wunschtermin vor Ende des ersten Quartals 2013 einhalten lässt, ist jedoch ungewiss. Derweil hat die Anlage bei geführten Besichtigungsrundgängen sowohl von der Baden-Württembergischen Landesbeauftragten für Tierschutz als auch von den Mitgliedern des Wilhelma-Fördervereins viel Lob geerntet.
    „Gut Ding will Weile haben – dieser Spruch bestätigt sich auch bei unserer Menschenaffenanlage“, so Prof. Dr. Dieter Jauch. „Aber wir haben von Anfang an gesagt, dass wir im Hinblick auf die Funktionalität – zum Wohl der Tiere, aber auch der Pfleger und Besucher – in keiner Bauphase Kompromisse eingehen werden, auch am Ende der Bauzeit nicht.“ Die Prioritäten-Reihenfolge der Wilhelma, bei der „das Tier in punkto Gehegegestaltung an erster Stelle steht“, begrüßte auch die Tierärztin und Landesbeauftragte für Tierschutz Dr. Cornelie Jäger, als sie sich bei einem Besuch selbst ein Bild von der Anlage machte. Zudem seien „in die Anlage enorm viele Detailüberlegungen eingeflossen, die ein Außenstehender so leider gar nicht alle sehen und nachvollziehen kann“. Ihr Fazit: „Mit dieser Anlage kommt die Wilhelma ihrer Vorbildfunktion nach.“
    Wie Dr. Jäger, so erhielt auch der Verein der Freunde und Förderer der Wilhelma, der immerhin die Hälfte der Kosten für die Anlage trägt, vorab die Gelegenheit zu einer exklusiven Besichtigung der Anlage. Über 3300 Mitglieder nahmen das Angebot wahr und zeigten sich von der Komplexität des Gebäudes und ihrer Infrastruktur beeindruckt, wie die zahlreichen positiven Eintragungen im Gästebuch des Fördervereins belegen: „Schön zu sehen, wo das viele Geld hinfließt – es ist jeden Euro wert“, lautete ein Kommentar, „die langen Planungen und die bisherige bauliche Umsetzung wirken sehr, sehr wohlüberlegt zum Wohle der Affen und Menschen“, besagte ein anderer. Zwei weitere Fördermitglieder brachten es auf ihre Weise auf den Punkt: „Es wird so schön. Im nächsten Leben will ich Affe in der Wilhelma werden.“ Und: „Haltet mir ein Zimmer frei!“
    Die Aussichten, dass die Anlage am Ende auch bei allen anderen Besuchern und insbesondere bei den Tieren großen Anklang finden wird, stehen also gut. Umso mehr fiebert die Wilhelma der Fertigstellung entgegen. Dass sich diese nochmals verzögern könnte, ist ein kleiner Wehrmutstropfen – noch ist nicht absehbar, ob sich die aktuell zwei Monate Verzug noch hereinholen lassen. Sicher dagegen ist, dass die Gorillas und Bonobos erst dann einziehen werden, wenn alles funktionsfähig und wohnlich eingerichtet ist. Sobald es soweit ist, will die Wilhelma zeitnah darüber informieren, ebenso, sobald ein Termin für die feierliche Eröffnung genannt werden kann.

    Das künftige Gorilla-Innengehege (Foto: K. Molthagen)
    (04.12.2012)
    Wilhelma:   Es weihnachtet in der Wilhelma:
    Von Nikoläusen, Weihnachtsgewürzen und anderen Advents-Aktionen

    Am bevorstehenden Nikolaustag und an den Adventssonntagen will die Wilhelma ihre Besucher mit vorweihnachtlichen Angeboten und Aktionen auf die Festtage einstimmen. Das Programm reicht von Besuchen des Weihnachtsmanns über Infostände rund um Weihnachtsgewürze bis hin zur Advents-Tombola zugunsten der bedrohten Berggorillas. Und wer mit Vor- oder Nachnamen „Nikolaus“ oder „Nikola“ heißt, genießt am 6. Dezember sogar freien Eintritt in die Wilhelma. Der Wintertarif macht einen Besuch jedoch derzeit für alle preiswert: Von November bis Ende Februar gibt es Tagestickets rund 35 Prozent günstiger als im Sommer, etwa im Online-Ticketshop auf der Wilhelma-Internetseite.
    Alle Adventssonntage wieder kommt dieses Jahr der Weihnachtsmann in die Wilhelma, wo er jeweils von 12.30 Uhr bis 15 Uhr im Schuler-Restaurant gastiert. Hier beglückt er Kinder mit Geschichten und kleinen Geschenken, während die Erwachsenen Weihnachtsspezialitäten wie Glühwein und Gebäck genießen können. Am 6. Dezember ab 11 Uhr kann es zudem passieren, dass die Besucher dem Nikolaus ganz unvermittelt irgendwo im Wilhelma-Park begegnen – was sich lohnen könnte, denn natürlich trägt er einen gut gefülltem Sack über der Schulter.
    Wer schon immer wissen wollte, welche Gewürze unsere Weihnachtsplätzchen so lecker machen, wo diese Gewürze wachsen, wie sie aussehen, riechen und schmecken, kommt überdies am Advents-Infomobil im Nutzpflanzenhaus auf seine Kosten. Betreut wird das Mobil an den Adventssonntagen von 11 bis 15 Uhr von freiwilligen Helfern des Vereins der Freunde und Förderer, den Wilhelma-Begleitern. Jeweils um die gleiche Zeit ist im Menschenaffenhaus eine Advents-Tombola aufgebaut. Zu gewinnen gibt es neben Sachpreisen eine Tierbegegnung mit Flusspferd oder Faultier sowie Wilhelma-Eintrittskarten. Der Erlös kommt den letzten Berggorillas im Virunga-Nationalpark zugute – und den Menschen, welche die Tiere dort unter Einsatz ihres Lebens schützen.
    Wer es in der Adventszeit trotz allem nicht schafft, die Wilhelma zu besuchen, kann sich ein Stück von ihr nach Hause holen: in Form eines Adventskalenders zum selbst Basteln, hinter dessen 24 Türchen sich natürlich Tiere und Pflanzen aus der Wilhelma verstecken. Den von der Wilhelmaschule gestalteten Kalender gibt’s samt Bastel-Anleitung unter www.wihelma.de. Falls zudem noch jemand ein Weihnachtsgeschenk sucht: Im Online-Ticketshop auf der Wilhelma-Internetseite kann man neben Tagestickets auch Wertgutscheine für Jahreskarten komfortabel bestellen und ausdrucken. Und am Stand von „Weihnachtsmann & Co.“ auf dem Stuttgarter Weihnachtsmarkt verkauft der Direktor der Wilhelma, Prof. Dieter Jauch, am 12. Dezember von 11 Uhr bis 14 Uhr auch dieses Jahr wieder eigenhändig Blühpflanzen zugunsten von Hilfsprojekten.

    Foto (Wilhelma):
    Am 6. Dezember und an den Adventssonntagen gastiert der Weihnachtsmann in der Wilhelma – den Pinguinen hat er bereits vorab einen Höflichkeitsbesuch abgestattet.
    (04.12.2012)
    Jana Müller:   Schade, das andere wohl auch, denn es hängt auch kein Schildchen mehr über die Jungtiere vom Juni am Gehege, nur noch das vom letzten Dezember und der jetzige Wurf.
    (29.11.2012)
    Ottmar Müller:   Eines der Jungtiere vom Juni ist auf jeden Fall verstorben :(
    (28.11.2012)
    Jana Müller:   Was ist denn mit den Jungtieren vom Juni??

    (28.11.2012)
    Wilhelma:   Affennachwuchs im Miniformat:

    Zwillinge bei den Zwergseidenäffchen

    Wie fast jedes Jahr haben die Zwergseidenäffchen der Wilhelma rechtzeitig vor Weihnachten
    wieder zwei kleine Geschenke beschert: Am 8. November kamen Zwillinge zur Welt. Da bereits
    die Eltern Chico und Ica echte Zwerge sind – schließlich gilt die Art als die kleinste unter den
    echten Affen – muss man die anfangs daumengroßen Zwergenkinder beinahe mit der Lupe
    suchen. Zu finden sind die tagaktiven Krallenäffchen aus Südamerika im Jungtieraufzuchthaus
    zwischen Amazonien- und Menschenaffenhaus.
    Vier Tiere zählt der unbedarfte Betrachter auf den ersten Blick im Zwergseidenäffchen-Gehege. Aber
    was ist das? Eines der Äffchen sieht etwas unförmig aus, irgendwie – ausgebeult. Doch plötzlich
    bewegt sich eine der kleinen „Beulen“, bekommt Beine und einen Schwanz und schließlich taucht aus
    dem beige-gelb-grünlichen Fell ein winziges, zerknautschtes Gesicht auf. Jetzt erkennt man auch den
    zweiten kleinen Wicht im seidigen Fellkragen von Papa Chico. Denn er ist es, der seine beiden
    Jüngsten huckepack – eins vorn rechts, eins hinten links – spazieren trägt. Bei Zwergseidenäffchen
    ist Babysitting nämlich keinesfalls reine Frauensache. Immer nur das ranghöchste Weibchen pro
    Gruppe bekommt Nachwuchs, meist zweieiige Zwillinge, und bis auf das Säugen kümmert sich
    anschließend die ganze Familie um die Nesthäkchen. Oft reichen die Mütter die kleinen „Bälger“
    sogar unmittelbar nach der Geburt an Papa und Co. weiter. Nicht so Ica, die seit 2011 die neue Frau
    an Chicos Seite ist: Sie zaudert immer ein wenig, bevor sie ihre Babys anderen anvertraut. Doch
    inzwischen scheint sie sich auf ihren erfahrenen Partner Chico voll und ganz zu verlassen. Der lebt
    seit 2001 in der Wilhelma und hat hier immerhin schon 22 Äffchen gezeugt, die letzten vier mit Ica.
    Ihre beiden Erstgeborenen, Emma und Emilia, sind inzwischen fast ein Jahr alt und es ist nur eine
    Frage der Zeit, bis auch sie als Babysitter einspringen. Bislang haben die beiden damit aber noch
    wenig am Hut. Lieber turnen sie kopfüber und kopfunter durchs Geäst, naschen Mehlwürmer und
    geben sich der gegenseitigen Fellpflege, dem „Grooming“, hin.
    Dass sich bei Zwergseidenäffchen immer mehrere Verwandte um den Nachwuchs kümmern, das hat
    Mutter Natur schlau eingefädelt, denn dadurch steigen die Überlebenschancen der Kleinen. Gut
    behütet wachsen sie heran, bis sie ein Gewicht von etwa 140 Gramm und eine Körperlänge von rund
    15 Zentimeter erreicht haben, der Schwanz misst bis zu 23 Zentimeter. Nach drei Monaten sind die
    Jungtiere entwöhnt, weitere drei Monate später kommen oft schon die nächsten Geschwister. Nach
    wenigen Wochen futtern die Kleinen bereits dasselbe wie die Eltern: In der Natur sind es Blüten,
    Früchte, Insekten und Spinnen, vor allem aber Baumsäfte. Um an diese heranzukommen, bohren die
    Äffchen mithilfe ihrer spitzen unteren Eckzähne Zapflöcher in die Rinde. In der Wilhelma ist ihr Menü
    ebenfalls abwechslungsreich: Süßer Akaziensaft, Heuschrecken und Mehlwürmer, Süßobst, Paprika,
    Tomaten und Sellerie stehen auf der Speisekarte. Serviert wird mehrmals täglich: Denn je kleiner das
    Tier, desto höher ist in der Regel der Energiebedarf pro Kilogramm Körpergewicht.

    Bild: Zwergseidenäffchen-Papa Chico trägt seine zwei Kinder huckepack durchs Geäst. Dank
    gleicher Fellfarbe sind die beiden Affenbabys gut getarnt. (Quelle: Wilhelma)
    (28.11.2012)
    Jana Müller:   3. Versuch
    (24.11.2012)
    Jana Müller:   Huch, mal sehen ob das Foto jetzt kommt
    (24.11.2012)
    Jana Müller:   Die Erdmännchen-Baustelle heute
    (24.11.2012)
    Oliver Müller:   Ich wusste gar nicht, dass es fuchsgroße Riesen-Erdmännchen gibt. Oder dann doch eher Erdmänner? ;-))
    (24.11.2012)
    Wilhelma:   Neuer Bulle bei den seltenen Bongo-Antilopen:
    Tambo – der neue starke Typ auf der Afrika-Anlage

    Die kleine Herde Bongo-Antilopen der Wilhelma hat nach dreijähriger Pause endlich wieder ein männliches Mitglied bekommen: Der neue Bulle im Ring heißt „Tambo“, was auf Suaheli „Stärke“ bedeutet, ist keine zwei Jahre alt und kam Ende Oktober aus Duisburg an den Neckar. Mittlerweile ist er auf der Anlage für afrikanische Huftiere auch für die Besucher zu sehen und dank seinem dunkleren Fell von den helleren, rotbraunen Kühen gut zu unterscheiden.
    Noch haben die Bongo-Damen Asante, Cindy, Britta und deren Tochter Wilma mit dem „Neuen“ nicht viel am Hut. Nähert er sich ihnen, weichen sie aus oder rennen gar davon. Das ist jedoch kein Wunder, denn seit dem Tod des letzten Zuchtbullen vor drei Jahren sind die Kühe keine männliche Gesellschaft mehr gewöhnt – und in der Wildbahn bleiben Kühe samt Nachwuchs ohnehin meist unter sich. Dabei will der junge Bulle bislang gar nicht viel von den Damen, sondern eigentlich nur spielen, wie Revierleiter Daniel Wenning erklärt. Genau genommen ist der im Februar 2011 geborene Tambo nämlich noch ein Teenager, erst mit zwei Jahren gelten Bongos als geschlechtsreif. Es kann also ein paar Monate dauern, bis es zwischen Tambo und den Kühen „funkt“ – und endlich wieder mit Nachwuchs zu rechnen ist. Rund 50 Kälber wurden bereits in Stuttgart geboren, seit die Wilhelma 1980 mit der Haltung und Zucht der östlichen Unterart der Waldantilopen begonnen hat.
    In ihrer ursprünglichen Heimat Kenia kommt die Bongo-Antilope nur noch in vier voneinander isolierten Gebieten vor, ein genetischer Austausch zwischen den Populationen ist daher nicht möglich. Aufgrund von Wilderei und wachsendem Druck auf den verbliebenen Lebensraum schrumpfte der Bestand stetig, 2008 ging man von nur noch 60 bis 130 Tieren in allen vier Gebieten aus. Allerdings sind Bongos auch schwer zu finden und damit zu zählen, denn sie sind sehr scheu und durch die weiße Streifen- und Fleckenzeichnung auf ihrem braunen Fell im Spiel von Licht und Schatten des Waldes gut getarnt. Die Population in den Zoos dagegen ist in einer internationalen Datenbank erfasst: Rund 370 Vertreter der östlichen Bongo-Art leben hier weltweit, also vermutlich deutlich mehr als in der Wildbahn.
    Dem natürlichen Bedürfnis nach Rückzugsorten und Sichtschutz der schreckhaften Tiere kommt die Wilhelma mit Holzpalisaden im Gehege entgegen – ein Kompromiss, um die Antilopen den Augen der Betrachter nicht völlig zu entziehen. Diesen würde in der Tat etwas entgehen, denn Bongos sind ausgesprochen schöne Tiere. Im Gegensatz zu ihren nächsten Verwandten, den Kudu- und Nyala-Antilopen, tragen bei ihnen auch die Kühe Hörner. Sie sind aber schmaler als die der Bullen und liegen enger beieinander, teils gabeln sich die Spitzen sogar wie bei der Kuh Cindy. Bis zu einem Meter lang werden die leicht gewundenen Hörner, die von Tambo können somit noch ein gutes Stück wachsen. Immerhin durchwühlt er damit schon tüchtig den Boden des Außengeheges, um sein Revier zu markieren. Es ist also sicher nur eine Frage der Zeit, bis der junge Bulle es schafft, dass ihm die Kühe nicht mehr nur die kalte Schulter zeigen – und Tambo seine wahren Stärken ausspielen kann.

    Foto: Wilhelma
    Näher als ein bis zwei Meter sind sich die Kühe – wie hier im Vordergrund Cindy – und der neue Bulle Tambo bislang nicht gekommen.
    (23.11.2012)
    Michael Mettler:   Die zoologisch-systematische Zuordnung des Erdmännchens scheint allerdings bei der Modernisierung nicht Schritt zu halten ;-)
    (21.11.2012)
    Wilhelma:   Die Erdmännchen überwintern unter Ausschluss der Öffentlichkeit:
    Mission „Schöner Wohnen“ für afrikanische Sonnenanbeter

    Die Erdmännchen gehören zu den beliebtesten Bewohnern jedes Tierparks, auch in der Wilhelma. Wer sie hier derzeit besuchen möchte, wird sie allerdings nicht am bekannten Ort hinter dem Giraffengehege vorfinden. Sie überwintern nämlich dieses Jahr hinter den Kulissen. Der Grund: Die Anlage der kleinen Wüstenbewohner wird ab sofort vergrößert, runderneuert und umgestaltet. Bis spätestens zum Frühjahr 2013 sollen die Schleichkatzen aus Südafrika jedoch in ihr Gehege zurückgekehrt sein.
    Erdmännchen sind als typische Bewohner der Kalahari sehr wärmeliebend. Die umgebaute Anlage wird nach ihrer Fertigstellung mit 120 Quadratmetern daher nicht nur etwa 40 Prozent größer sein als bisher, sondern den kleinen Sonnenanbetern noch mehr Freiluftsolarien bieten als bisher: Drei Wärmestrahler und eine „Heizplatte“ sind als Wärmequellen geplant. Diese sind in halboffenen Höhlen, unter Felsvorsprüngen und über offenen Liegeflächen angebracht, damit die Besucher die Tiere auch bei völlig unafrikanischer, mitteleuropäischer Witterung sehen können. Außerdem wird das Gehege dem natürlichen Lebensraum der Wüstentiere noch sichtbarer nachempfunden, sehr offen gestaltet sein und wüstentypisch nur spärliche Vegetation aufweisen. Selbstverständlich wird es darin für die vorsichtigen Tiere genügend Versteckmöglichkeiten geben – sowie Aussichtsplätze, damit die jeweiligen Wächter der Gruppe von einer erhöhten Warte aus die Umgebung gut im Argusauge behalten und nach potenziellen Beutegreifern absuchen können. Den Hintergrund werden Kunstfelsen im gleichen Design bilden, wie sie auch in der umgestalteten Zebraanlage direkt nebenan, im runderneuerten Elefanten-Außengehege und in der künftigen Gorilla-Außenanlage zu finden sind. Auf einem Teil ihrer Anlage dürfen die Tiere nach ihrem Einzug sogar selbst Architekt und Baumeister spielen und sich mit eigenen Pfoten einen Bau nach ihrem Geschmack anlegen.
    Einziehen werden nach dem Umbau zwei in Stuttgart geborene Männchen und zwei neue Weibchen aus Warschau. Denn als das dominante Weibchen des vorherigen Clans aufhörte, Nachwuchs zu bekommen, verlor die Gruppe ihren Zusammenhalt, einzelne Tiere vertrugen sich plötzlich nicht mehr. Das ist bei den sozialen Strukturen von Erdmännchen jedoch normal: In jedem Trupp sorgt nämlich nur ein Paar für Nachkommen, alle anderen Gruppenmitglieder spielen Babysitter und erhöhen so gemeinsam die Überlebenschancen der Kleinen. Bricht das „Alpha-Paar“ auseinander, etwa weil das Weibchen nicht mehr fruchtbar ist oder stirbt, zerfällt oft die gesamte Gemeinschaft. In der Natur wandern Tiere dann ab, andere zu, die Gruppen formieren sich neu – in Zoos geht das natürlich nur mit menschlicher Hilfe. In der Wilhelma warten die beiden Weibchen und Männchen nun hinter den Kulissen darauf, das neue Heim gemeinsam beziehen zu können. Und dann ist es sicher nur eine Frage der Zeit, bis sich bei den beliebten Schleichkatzen auch wieder Nachwuchs einstellt.

    Abbildung:
    Planungsentwurf für die neue Erdmännchenanlage, die von den Freien Landschaftsarchitekten Möhrle und Partner, Stuttgart, gestaltet wird. (Foto: Möhrle und Partner Stuttgart)
    (21.11.2012)
    Ottmar Müller:   Hier mal alle Maße für die Anlage. Das Bonobogehege ist also doch recht hoch (oder wenigstens die höchste Stelle davon).
    (14.11.2012)
    Gudrun Bardowicks:   So groß wirken die Bonobo-Anlagen auf mich nicht. Ich hätte mir eine Innenanlage ähnlich wie in Köln oder Leipzig gewünscht und keine Anlage, die doch sehr an die hier im Forum häufig kritisierte Bonoboanlage in Wuppertal erinnert. Ich vermisse eine vernünftige Höhe von mind. 6 -7 m. Zumindest wirkt die Anlage auf den Bildern recht niedrig.
    (14.11.2012)
    Joshua Förg:   Bezüglich der Drills und Geparden konnte mir keiner der Tierpfleger genaue Auskunft geben, aber die Drills könnten theoretisch hinter den Kulissen des neuen Menschenaffenhauses untergebracht werden; die Außenanlage könnten sie dann mit den Gorillas teilen.
    Anbei versuche ich hochmal, das Bild hochzuladen.
    (14.11.2012)
    Sacha:   Bez. Geparde: Der von Ottmar Müller erwähnte Grund (mangelnde Zuchtmöglichkeit) für das Auslaufen der Haltung ist für mich nicht wirklich zufriedenstellend. Schliesslich MUESSEN nicht alle Zoos züchten. Manche sind froh, wenn sie nicht mehr zuchtfähige Tiere gut unterbringen können. Und dafür ist m. E. die Anlage in der Wilhelme immer noch gut geeignet.
    (14.11.2012)
    Ottmar Müller:   Kannst du bitte nochmal versuchen die Fotos hochzuladen?
    Und hast du etwas Neues über die Zukunft der Geparden- und Drillhaltung in Erfahrung gebracht?
    (13.11.2012)
    Joshua Förg:   Hier noch ein Bild der drei Bonobo-Anlagen.
    (13.11.2012)
    Joshua Förg:   Wie bereits angekündigt war am 10. und 11. November Baustellenbesichtigung der Menschenaffenanlage für Vereinsmitglieder der Freunde und Förderer.
    Das Haus hat mir gefallen, ein wenig dominant sind die Decken- und Wandkonstruktionen.
    Die Bonobos bekommen drei Anlagen von 120, 80 und 60 Quadratmetern, den Gorillas hat man deutlich mehr Platz zugesprochen: Die kleine Innenanlage ist 200 Quadratmeter groß, am anderen Gehege waren leider keine Informationsschilder angebracht. Es zieht sich jedoch sehr in die Länge, geschätzt 300 Quadratmeter.
    Was mich sehr gewundert hat - bei der Führung erklärten Pfleger, man wolle versuchen, den Handaufzuchten Zugang zur Zuchtgruppe zu gewähren. Diese können sich aber auch jederzeit zurückziehen und Blickkontakt mit der Zuchtgruppe durch eine große Scheibe aufnehmen. Bezüglich des Zugangs zur Zuchtgruppe bin ich mir jedoch selbst nicht sicher, eine solche Aktion wäre mit sehr vielen Risiken verbunden. Neben der für Besucher sichtbaren Innenanlage gibt es hinter den Kulissen noch Unterbringungsmöglichkeiten für weitere jungen Gorillas.
    Im Haus intigriert ist ein Notstrom-Generator, der die komplette Wilhelma im Notfall versorgen kann.
    Des Weiteren gibt es im Haus auch ein Besucherkino.
    (13.11.2012)
    Wilhelma:   Gänse in der Wilhelma:
    Die schöne, seltene Verwandtschaft der Martinsgans

    Eines sei vorweg klargestellt: Anders als viele ihrer Verwandten unter den Hausgänsen überstehen die Wilhelma-Gänse den Martinstag am 11. November jedes Jahr unbeschadet. Doch bietet vielleicht gerade dieser traditionelle Gedenktag eine gute Gelegenheit, um zwei in der Wilhelma gezeigte Arten, die Rothals- und die Hawaiigans, einmal näher vorzustellen. Denn erstens wird diesen Tieren im Vergleich zu Eisbär, Affe und Co. ohnehin zu wenig Aufmerksamkeit zuteil. Und zweitens ist ihr Überleben durch ganz andere Umstände als Martinstage stark bedroht, die Hawaiigans gilt sogar als eine der seltensten Gänse der Welt.
    Schon rein äußerlich haben Rothals- und Hawaiigänse nicht viel mit den grauen oder weißen Haus- und „Martinsgänsen“ gemeinsam. Rothalsgänse gehören mit ihrem charakteristischen rotbraunen Brust- und Halsgefieder zweifelsfrei zu den schönsten Gänsen. Daneben sind ihre bräunlich und grau gefärbten Verwandten aus Hawaii zwar viel unauffälligere, aber trotzdem nicht weniger elegante Erscheinungen. Beide Arten teilen sich in der Wilhelma derzeit mit den Kranichen ein Gehege, zeitweise sind sie auch in der begehbaren Freifluganlage zu finden. Rothals- wie Hawaiigans gehören zu den so genannten Meergänsen und sind etwa gleich groß – mit einem Gewicht von eineinhalb bis zwei Kilogramm zählen sie zu den kleineren Gänsearten. Eine weitere Gemeinsamkeit: Männchen und Weibchen sehen fast gleich aus, und haben sie sich gefunden, bleiben sie sich ein Leben lang treu. Was jedoch den Lebensraum angeht, könnten die zwei Gänsearten unterschiedlicher nicht sein.
    Während Rothalsgänse im arktischen Sibirien brüten und weite Strecken zwischen Brut- und Überwinterungsgebiet zurücklegen, leben Hawaiigänse ganzjährig im tropischen Klima Hawaiis, vor allem in Bergregionen von 1500 bis 2500 Metern über dem Meeresspiegel. Ganz gänseuntypisch sind sie nicht an Wasser gebunden. In ihren Lebensräumen regnet es zwar recht viel, aber stehende oder fließende Gewässer sind Mangelware. Ihren Wasserbedarf decken sie über ihre Nahrung, die wie bei allen Meergänsen rein vegetarisch ist und aus Gräsern und Grünpflanzen besteht. Leider steht die Hawaiigans selbst auf der Speisekarte der vielen Hunde, Katzen und Ratten, die von den Menschen auf den Inseln eingeschleppt wurden. Weil überdies ihr Lebensraum schrumpft, war die Hawaiigans Mitte des 20. Jahrhunderts so gut wie ausgestorben. Nur 30 Tiere überlebten. Durch Nachzucht, unter anderem in Zoos, und Auswilderung stieg ihr Bestand auf heute wieder rund 2000 Tiere an.
    Von der Rothalsgans gibt es zwar immerhin noch etwa 40.000 Vertreter, aber auch sie gehört zu den bedrohten Arten. Diese Gänse überwintern vorwiegend in einem sehr kleinen Gebiet an der Westküste des Schwarzen Meeres. Tagsüber durchstreifen sie Wiesen und Felder nach Nahrung. Sobald es dunkel wird, suchen sie zum Schlafen sichere Gewässer auf. Dann färben Tausende Gänse den Himmel dunkel. Vor allem die Zerstörung ihrer Lebensräume, aber auch die illegale Jagd in den begrenzten Überwinterungsgebieten sind schuld, dass auch die Zahl der Rothalsgänse seit Jahren stetig sinkt.

    Foto (Wilhelma): Rothalsgänse fallen durch ihre markante, schöne Zeichnung sofort ins Auge.
    (09.11.2012)
    Wilhelma:   VERANSTALTUNGSHINWEIS

    Thementag mit Dia-Vortrag aus der Reihe „Wilde Wochenenden“:
    Alles über Orang-Utans, ihr Leben – und ihren Kampf ums Überleben

    Am Sonntag, dem 11. November, dreht sich bei einem Thementag im Wilhelmaschulgebäude gegenüber der Geiervoliere von 11 Uhr bis 16 Uhr alles um Orang-Utans. Eine Dia-Show zeigt die „Roten Waldmenschen“ in ihrer Heimat Borneo – teils in der Wildnis, teils in Auffangstationen, die für viele Orang-Utans zur letzten Zufluchtstätte werden. Denn um immer neue Plantagen anzulegen, etwa für Palmöl, wird der Urwald und damit der Lebensraum der Menschenaffen und vieler anderer Arten zunehmend zerstört. Beim Thementag erfahren die Besucher daher nicht nur, wie Orangs leben, sondern auch, wie sehr ihr Überleben als Art auf der Kippe steht. Und wie jeder ein wenig zu ihrem Schutz beitragen kann – zum Beispiel indem man beim Einkauf Produkte meidet, die Palmöl enthalten. Mehr darüber verraten auch die Info-Materialien von Schutzorganisationen wie der „Borneo Orangutan Survival (BOS)“ oder „Orangs in Not e.V.“, die am Thementag ausliegen. Außerdem können die Besucher an diesem Tag den Lauten der Orangs lauschen, Orang-Haare berühren und an einem großen „Orang-Utan-Buffet“ gegen eine Spende ab drei Euro sogar von den Lieblingsspeisen der „Waldmenschen“ kosten. Diese bestehen vor allem aus tropischen Früchten, wobei die absolute Lieblingsfrucht der Orangs die Durian ist, die aus gutem Grund auch „Stinkfrucht“ genannt wird. Wer mutig genug ist, von dieser Durian zu probieren, nimmt an einer Verlosung von fünf Orang-Utans aus Plüsch teil. Der Besuch des Thementags ist im Wilhelma-Eintritt enthalten, jede Spende für die Orang-Utans ist jedoch herzlich willkommen.

    Foto: Orang-Utans in einer Auffangstation auf Borneo – solche Stationen sind oft die letzten Zufluchtsstätten für die Menschenaffen in einem schrumpfenden Lebensraum. (Foto: Martin Dölling)
    (06.11.2012)
    Wilhelma:   VERANSTALTUNGSHINWEIS

    Thementag mit Filmvortrag in der Wilhelmaschule:
    Die Congohounds – Wie Hunde helfen, die Berggorillas zu retten

    Am Sonntag, dem 28. Oktober 2012, widmet sich die Veranstaltungsreihe „Wilde Wochenenden“ der Wilhelmaschule einem Schutzprojekt für die bedrohten Berggorillas im Virunga Nationalpark in der Demokratischen Republik Kongo. Eine wichtige Rolle dabei spielen die „Congohounds“. Das sind Bluthunde, die eigens ausgebildet werden, um die Virunga-Ranger als Begleiter, Beschützer und Spurensucher im Kampf gegen die Wilderei zu unterstützen. Der Thementag beginnt um 10 Uhr, Veranstaltungsort ist das Wilhelmaschulgebäude unterhalb der Geiervoliere. Ab 11 Uhr vermittelt hier jede Stunde ein rund 30-minütiger Film den Besuchern einen Eindruck von der Ausbildung und der schwierigen Arbeit der Ranger und ihrer Hunde. Zwei dieser Virunga-Ranger sowie die Projektleiterin des Congohoundprojekts, Marlene Zähner, sind persönlich vor Ort und beantworten im Anschluss an die Filmvorträge die Fragen der Besucher.
    Die Teilnahme am Thementag ist im Eintrittspreis der Wilhelma enthalten, Spenden sind aber wie immer willkommen. Denn Spenden wie sie ermöglichen der Wilhelma, die Gorillaschutzprojekte des Virunga Parks unmittelbar zu unterstützen. Allein in den letzten zwölf Monaten kamen dank verschiedenster Spendensammelaktionen und des seit Herbst 2009 laufenden Handyrecycling-Projekts rund 8000 Euro zusammen und konnten direkt an die Helfer im Kongo überwiesen werden. Weitere Infos zum Congohoundprojekt gibt es im Internet unter „www.congohounds.gorillacd.org “.

    Foto (gorilla.cd/Zähner): Die Bluthunde sind treue Gefährten der Virunga-Ranger (hier mit Projektleiterin Marlene Zähner) beim Kampf gegen Wilderer und beim Schutz der letzten Berggorillas.
    (23.10.2012)
    Wilhelma:   Der Persische Leopard Aman aus Köln:
    Ein neuer Partner für Mesched

    „Aman“ heißt der neue Persische Leopard der Wilhelma – was in seinen vorderasiatischen Herkunftsländern unter anderem „vertrauenswürdig“ bedeutet. Und großes Vertrauen setzt die Wilhelma nun in die Talente von Aman als künftigem Zuchtkater: In Abstimmung mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm soll er mit der seit 2002 in Stuttgart lebenden Leopardenkatze Mesched für Nachwuchs sorgen. Dieser ist dringend notwendig. Denn Persische Leoparden sind in der Wildbahn fast ausgestorben, in Zoos leben weltweit gerade einmal 112 Tiere dieser Unterart des Leoparden.
    Mit Aman hat die Wilhelma nicht nur einen hoffnungsvollen Nachfolger für den im Januar 2012 verstorbenen Zuchtkater Saracen bekommen, der 2006 in Köln geborene Leopard hat sogar familiäre Wurzeln im Schwabenländle: Aman ist nämlich der Sohn von Chadang, der in der Wilhelma 1994 zusammen mit zwei Geschwistern als Drilling das Licht der Welt erblickte. Im September traf Aman in der alten Heimat seines Vaters ein, wo er sich seither in Ruhe einleben konnte. Inzwischen ist er für die Besucher im mittleren der Raubtiergehege zu sehen. Mit seiner zukünftigen Partnerin Mesched wird er aber wohl erst im Frühjahr direkt und hautnah zusammentreffen. Zumindest durchs Gitter dürfen sich die beiden aber schon vorher sehen und beschnuppern – wobei sie hoffentlich feststellen, dass sie sich gut riechen können.
    In der Wildbahn leben Leoparden als strikte Einzelgänger und nur wenn sie „rollig“, also paarungsbereit ist, duldet die Katze hier einen Kater in ihrer Nähe. Bei Leoparden dauert die „heiße Phase“ etwa sieben Tage, während derer sich die Tiere mehrmals täglich paaren. Bei erfolgreicher Zeugung trägt die Katze rund drei Monate lang ein bis drei Jungtiere aus, die sie nach der Geburt alleine aufzieht – der Vater wäre dabei auch wenig hilfreich, hätte er doch seinen eigenen Nachwuchs eher „zum Fressen gern“. Die Jungen bleiben im Schnitt 13 bis 18 Monate bei ihrer Mutter.
    Leoparden gehören zu den Großkatzen mit dem größten Verbreitungsgebiet. Dieses reicht vom südlichen Afrika bis ins östliche Asien und umfasst heiße Steppen ebenso wie dichte Wälder und kühle Bergregionen. Der Persische Leopard ist dabei die größte Unterart und ursprünglich im nördlichen Iran, Afghanistan und dem Kaukasus zu Hause. An das Leben in deren Hochlagen bis über 3000 Meter Höhe ist er gut angepasst. So ist etwa sein Fell dichter und länger als das seiner Artgenossen aus warmen Regionen, strenge Kälte kann ihm nichts anhaben. Auf dem Speiseplan der bis zu 80 Kilogramm schweren Raubkatzen stehen in ihrer vorderasiatischen Heimat vor allem Bezoarziegen, Wildschweine, Rehe – und zur Not auch Nutztiere des Menschen. Nicht nur wegen ihres schönen Fells wurden und werden sie daher gejagt. Außerdem schrumpft und verändert sich ihr Lebensraum. Der Restbestand dieser schönen Tierart ist daher sowohl sehr klein, als auch sehr zersplittert – was ihre Überlebenschancen leider weiter vermindert.

    Foto: Wilhelma
    (19.10.2012)
    Michael Mettler:   @Jana Müller: Ja, dann meinte ich diesen Tunnel. Da ich das nur ganz oberflächlich und aus der Ferne verfolgt hatte, hatte ich es offenbar missverstanden und gedacht, das ALTE Elefantenhaus solle untertunnelt werden.

    Tja, was die vielen Baustellen betrifft: Das ist eben der Nachteil, wenn große Teile eines Zoos baulich aus der selben Ära stammen. Dann altern eben die Baumaterialien ebenso gleichzeitig auf großer Fläche wie die Ansichten darüber, wie man Tiere halten und präsentieren sollte.
    (15.10.2012)
    Jana Müller:   Ja, es gibt überall viele kleine Baustellen, es sieht fast so aus als wüsste man nicht, wo man anfangen soll.

    @Michael: Meinst du jetzt den Rosensteintunnel? Der soll mal dort gebaut werden, wo die neue Elefantenanlage mal hin soll.. bevor der Tunnel nicht gebaut ist können sie mit dem Neubau der Anlage nicht beginnen.

    Bin ja echt mal gespannt, was so als nächstes (um)gebaut wird.

    Dass das Klippspringergehege noch steht - so ein Abriss wäre doch sicher recht schnell gemacht, und das Gehege steht schon soo lange leer...
    (15.10.2012)
    Michael Mettler:   Wenn man alle in den letzten Beiträgen genannten Baumaßnahmen zusammennimmt, ist das doch nicht mehr und nicht weniger als ein Umbau der halben Wilhelma, oder? Da sollte man wohl eher in Jahrzehnten rechnen.

    Ich bin in der Materie nicht ganz drin, aber war da nicht noch was mit einer Untertunnelung der Randbereiche (Dickhäuter, Raubtiere etc.) wegen der benachbarten Verkehrsführung? Gibt es das inzwischen, oder steht es noch bevor? Denn wenn das Plateau schon durch das neue Menschaffenhauses unerwarteterweise in Bewegung gerät, dann könnten doch bei einem solchen Bauprojekt auch noch unangenehme Überraschungen lauern.
    (15.10.2012)
    Matthias Schramm:   Bei den Geparden gibt es ein kleineres zweites Gehege. Wenn man am Gehege vorbei zum alten Belvedere Pavillon geht, kann man es zwischen Büschen und Hecken erahnen. Es ist aber für die Besucher nicht weiter einsehbar. Ansonsten klingen die Wilhelmapläne alle ein bisschen vage, einen "Masterplan" scheint es nicht wirklich zu geben. Vielleicht (und das soll nicht böse gemeint sein) wartet man ja auch den in der Führungsebene anstehende Wechsel ab.
    (15.10.2012)
    Jana Müller:   Ja genau, war da nicht davon die Rede, dass man die Meerkatzen dann zusammen mit den Gorillas vergesellschaftet? Allerdings war das wohl ein Gedanke, bevor die 4 Gorillawaisen einzogen. Man plante ja mit Claudia in der Familiengruppe und einer evtl. "leeren" Aufzuchtstation.

    Wurde Tana nicht mal bei "Eisbär, Affe & Co" in einem seperaten Gehege gefüttert (wegen ihrer Krankheit?)

    Petra ist schon uralt (wird in 10 Tagen 22 Jahre alt), theoretisch könnte da jeder Tag der letzte sein...
    Zwischen den Gitteraußenkäfigen wurden überall Gitterelemente angebracht, sodass die Tiere auch außen von Käfig zu Käfig wechseln können. Hoffe, dass das nicht der ganze Umbau war. In den Gitterkäfigen lebt ja nun nur das Leopardenpärchen und Petra. Hätte man nun keinen Leopardenkater geholt, hätte man darin nur 2 Tiere gehalten - nach Petras ableben nur noch die Lopardin. Mit so wenigen Tieren hätte man perfekt umbauen können, aber nun holte man sich ja den Kater (ich nehme ja mal stark an zur baldigen Zucht). Dann kanns auch wieder voller werden...

    Ja, die Bären sind auch alle schon alt (zw. 22 und 27 Jahren) und die beiden Bärenanlagen sollen zusammengelegt werden sobald eine der Arten "in der Wilhelma ausgestorben" ist.

    Soll die Flusspferdanlage nicht auch mal dem Bau des neuen Elefantenhauses zum Opfer fallen? Die Flusspferdhaltung soll soweit ich weiß ja auch auslaufen, das Zwergflusspferd und die Flusspferdkuh sind schon sehr alt. Dann wäre noch der Flusspferdbulle übrig sowie die Babirusas. Was mit denen dann wohl geschieht?
    (14.10.2012)
    Ottmar Müller:   Es hieß, dass die Gorilla-Aufzuchtstation im neuen Haus für eine Meerkatzenart genutzt werden kann, wenn mal keine Gorillababies aufgepäppelt werden müssen. Wie das genau organisiert werden soll kann ich mir allerdings auch nicht vorstellen, da die Wilhelma ja nicht voraussagen kann, ob und wann Affenbabies verstoßen weden.

    Die Geparden können in ihrem derzeitigen Gehege nicht züchten (kein Absperrbereich), deshalb soll ihre Haltung auslaufen.

    Ich vermute, dass am Raubtierhaus erst etwas verändert wird, wenn der letzte Jaguar "Petra" verstorben ist. Genauso wird man es vermutlich beim Zwergflusspferd und den Bären handhaben.
    (14.10.2012)
    Joshua Förg:   Herr Jauch hat am Patentag einen Vortrag im Wilhelma-Restaurant gehalten. Da ich ein Totenkopfaffe als Patentier habe, war ich geladen.

    Am 10. und 11. November können alle Mitglieder der Freunde und Förderer zur Baustellenbesichtigung in die Menschenaffenanlage, da werde ich mich mal erkundigen, wie es mit Drills, Geparden und Makaken weitergeht. Vielleicht erscheint dort noch jemand aus dem Forum :)
    (14.10.2012)
    Jana Müller:   @Joshua Förg: Gibts denn irgendwo einen Link zu Jauchs Äußerungen oder woher stammen die Infos?
    (14.10.2012)
    Jana Müller:   Bei den Subtropenterassen soll nicht nur die Wand gerichtet werden, man will wohl auch neue, vor allem größere Volieren für die Vögel haben. Dazu müssen sie aber dann auch die Arten reduzieren.

    Soweit ich weiß war irgendwann mal auch nich die Rede von einer Meerkatzenart im neuen Menschenaffenhauskomplex...?
    Und ganz ehrlich.. für mich sieht es nicht so aus, als wäre die Anlage im Dezember schon nutzbar/fertig.

    Wann soll denn nun eigentlich wieder der Weg bei den Somali-Wildeseln frei werden? Eigentlich hieß es ja mal, Dezeber 2011.

    Das Jungtieraufzuchthaus soll südamerikanisch werden - da würden ja die Totenkopfaffen dann schon gut reinpassen.

    Zum jetzigen (alten) Menschenaffenhaus - das woll wohl schon nach und nach umgebaut werden bzw modernisiert werden und ein Haus für asiatische Affen werden. Evtl. kommen die Haubenlanguren dann mal in dieses Haus mit herein?

    Das mit den Drills hab ich auch mal schon irgendwo gelesen, wäre wirklich sehr wübschenswert!
    Die Japanmakaken würden dann natürlich auch gut ins alte Menschenaffenhaus passen (asiatische Affen).. aber was passiert mit den Geparden??

    Auf der Giraffenanlage soll das Gehege der Klippspringer abgerissen werden, sodass der Platz auch von den Giraffen genutzt werden kann.

    Die Erdmännchenanlage soll wie zuvor erwähnt auch neu gestaltet werden, derzelit leben dort nur noch 2 (ich glaube männliche?) Tiere.

    Was passiert denn nun mit den Raubkatzenkäfigen? Wollte man die nicht auch mal vergrößern? Innen wurden sie ja mit neuen Ästen usw. gestaltet, aber vergrößert wurde nix - anstatt man erstmal umbaut, holt man sich nen neuen Leopardenkater...
    Und Löwen will man ja glaube ich auch wieder anschaffen - weiß gar nicht wo sie die dann noch reinquetschen wollen.

    (14.10.2012)
    Ottmar Müller:   Die Drills sollen anscheinend ein Freigehege auf der Fläche der jetzigen Geparden- und Makakenanlagen erhalten, zuvor aber ins ehemalige Bonobogehege ziehen. Das JAZ soll dann nur noch südamerikanische Arten beherbergen.

    Wieso legt man nicht die Zebra- und die Giraffenanlage zu einer großen Afrikasavanne zusammen? Außerdem gibt es meiner Meinung nach wichtigere Projekte (Raubkatzen, asiatische Affen, Kleinsäuger...)
    (13.10.2012)
    Michael Mettler:   @Joshua Förg: Ich kann mir nicht vorstellen, wie man den Wilhelma-Besuchern nach Eröffnung der neuen Anlagen für afrikanische Menschenaffen klar machen will, dass das alte Haus ohne weitere Veränderungen noch ein ganz tolles Heim für die Orangs sein soll. Mit den Neuanlagen werden doch auch neue Maßstäbe für die Besucher gesetzt und im direkten Vergleich zu den Altanlagen neue Ansprüche geweckt.
    (13.10.2012)
    Joshua Förg:   Die Drills dürfen entweder die alten Anlagen für die Gorilla-Handaufzuchten nutzen, oder sie kommen ins neue Menschenaffenhaus. Dort ist wohl noch Platz vorhanden.
    Ich denke eher nicht, dass man am alten Menschenaffenhaus viel umbauen wird, die Orangs bekommen lediglich mehr Platz.

    Die Erdmännchen bekommen wie die Zebras eine Anlage mit Kunstfels.
    Was ich vergessen habe: Für die nahe Zukunft ist auch noch die Umgestaltung der Giraffen-Anlage geplant.
    (13.10.2012)
    Matthias Schramm:   Was geschieht überhaupt in der Wilhelma nach dem Umzug der Gorilas und Bonobos? Die Orangs sollen ja im alten Haus bleiben, aber ein Umbau müsste doch trotzdem stattfinden? Auch die weitere Nutzung des Jungtierhauses ist mir unklar. Große Anwärter auf eine neue Unterkunft wären hier ja dringend die Drills! In der Wilhelma selber gibt es nur Infos zum neuen Haus aber über die Entwicklung der alten Häuser ist nichts zu finden.
    (13.10.2012)
    Matthias Schramm:   Doch die Erdmännchen neben der Giraffenanlage gibt es noch (am Mittwoch gesehen). Aber der Trend zu größeren, teureren und aufwändigeren Erdmännchenanlagen scheint wohl ungebrochen.
    Man kann nur hoffen, dass nicht wirklich zig Millionen für den Erhalt der Terrassen benötigt werden sollten. Mit Sicherheit fehlt das Geld dann für den weiteren Umbau der Wilhelma und es werden noch mehr Bauvorhaben auf ungewisse Zeit verschoben!
    (13.10.2012)
    Michael Mettler:   Nicht, dass das neue Menschenaffenhaus noch hangabwärts wandert... Eine Stabilisierung der Subtropenterrassen dürfte keine leichte Aufgabe (und damit teuer) werden.

    Gibt es die Erdmännchenanlage neben den Giraffen gar nicht mehr? Warum muss eine neue gebaut werden?
    (13.10.2012)
    Joshua Förg:   Die Schildkrötenanlage wird wohl dieses Jahr nicht mehr entstehen, da ein Termin beim Denkmalschutz erst noch ansteht.

    Was die Volieren betrifft, so drücken die Wände an den Terrassen so stark gegen die Massen, die vom Menschenaffenhaus drücken an, dass sie mittlerweile 18 cm verschoben wurden. Daran hat beim bau der Anlage wohl niemand gedacht. Noch ist nicht klar, ob überhaupt neu gebaut werden soll. Die Totenkopfaffen sollen wahrscheinlich ins Jungtieraufzuchtshaus kommen.
    (13.10.2012)
    Ottmar Müller:   Ich denke auch, dass man das Geld lieber zur Verbesserung (nicht zur Verschönerung) der Tierhaltung nutzen sollte. Allerdings schön, dass ein Zoo auch mal in Erdmännchengehege investiert, diese Tiere sind bis jetzt in deutschen Zoos viel zu kurz gekommen...

    Wo soll denn die Schildkrötenanlage entstehen? Und ist schon Näheres zum Neubau der Volieren bekannt?
    (13.10.2012)
    Matthias Schramm:   Warum soll denn die Zebraanlage mit zusätzlichem Kunstfeld ausgestattet werden? Eine Seite ist bereits mit "mittelschönem" Fels eingefasst und der Zaun um die Baumgruppe ist eher unauffällig. Die anderen Gehege in diesem Bereich sind auch nur mit Zaun umgeben! Das Geld könnte mit Sicherheit auch sinnvoller investiert werden!
    (13.10.2012)
    Joshua Förg:   Natürlich kostet die Anlage 22/23 Millionen Euro :)
    (13.10.2012)
    Joshua Förg:   Gestern hat sich Dieter Jauch zu den zukünftigen Projekten geäußert.
    Die Anlage für afrikanische Menschenaffen soll voraussichtlich im Dezember fertig gestellt sein, die Bonobos sollen als erste Affenart im Januar einziehen. Offizielle Eröffnung soll im März sein. Insgesamt kostet die Anlage nicht, wie geplant, 13 Millionen, sondern ca. 23/23 Millionen Euro.
    Das Gehege für Zebras und Dorcas-Gazellen soll weiter mit Kunstfels verkleidet werden, der Zaun im Vordergrund und um die Baumgruppe sollen verschwinden. Daneben wird eine neue Anlage für Erdmännchen entstehen.
    Vom Förderverein wird eine Anlage für mediterrane Landschildkröten spendiert, quasi als Gegenleistung, da er keine neuen Gelder in die Menschenaffenanlage stecken will.
    Der geplante Abriss und Neubau der Volieren auf den Subtropen-Terrassen erfolgt 2012 nicht mehr und wurde auf ungewisse Zeit verschoben.
    (13.10.2012)
    Jana Müller:   Naja, sie sind schon seit mind. 2 Monaten zu sehen.
    (12.10.2012)
    Moritz Jochum:   Sie sind für die Besucher neu weil sie jetzt erst zu sehen sind.
    (11.10.2012)
    Jana Müller:   Ich frage mich, was jetzt noch an den Tieren "neu" ist, immerhin sind sie nun schon ein halbes Jahr im Zoo!
    (11.10.2012)
    Wilhelma:   Neue Waldhunde in der Wilhelma:
    Ein ungleiches Paar

    Wenn es Futter gibt, dann hat Kesara meistens die Nase vorn. Obwohl deutlich kleiner als ihr neuer Partner Pero, ist sie beim Finden der täglichen Fleischration klar schneller. Die beiden neuen Waldhunde der Wilhelma bringen Leben in das über den Sommer verwaiste Gehege zwischen Elefantenhaus und Tigeranlage. Bereits im April kamen die im dänischen Jesperhus geborene Kesara und der aus dem englischen Port Lympne stammende Pero nach Stuttgart. Nach ihrer Quarantäne- und Eingewöhnungszeit, die Kesara und Pero hinter den Kulissen verbrachten, setzen sie in der Wilhelma eine kleine Tradition fort. Bereits seit 1986 werden hier Waldhunde gehalten.
    Damit gehört die Wilhelma zu den wenigen Zoos in Europa, die diese kleinen, südamerikanischen Wildhunde zeigen. Nachdem 2010 das alte Weibchen Sabana starb, lebten zuletzt nur drei männliche Waldhunde in der Wilhelma. Sie wurden im März nach Leeuwarden in den Niederlangen abgegeben. Die Zusammenführung der beiden neuen Waldhunde, die auf Empfehlung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) nach Stuttgart kamen, klappte problemlos. Nun sollen Kesara, was die Junggebliebene bedeutet, und Pero die Zucht fortführen.
    Bemerkenswert bei Waldhunden ist ihr Sozialverhalten. Sie leben in einem engen Familienverband zusammen; meist ein Paar mit seinem Nachwuchs. An der Aufzucht der Jungen beteiligen sich die Männchen stärker, als dies bei anderen Hundeverwandten der Fall ist. Nicht nur, dass der Rüde bei der Geburt hilft und die Nabelschnur durchtrennt, er säubert die Kleinen auch. Zudem versorgt er die Mutter und nach ein paar Wochen ebenfalls die Jungen mit Nahrung. Auch auf den von seinem Verhalten her eher zögerlichen Pero werden diese Vaterpflichten hoffentlich bald zukommen. Übrigens brachte ihm seine vorsichtige Wesensart – die sich gut mit „Ich würde ja so gerne, aber...“ beschreiben lässt – seinen Namen ein. Dieser bedeutet auf Spanisch „aber“.
    Die Mitglieder der bis zu zehn Tiere umfassenden Waldhundrudel suchen immer wieder Körperkontakt. Mit Lauten, die an das Fiepen junger Hundewelpen erinnern, halten sie außerdem ständig akustischen Kontakt. In den dicht bewachsenen Lebensräumen der Waldhunde – Waldränder und Uferbereiche von Gewässern – ist dies sehr wichtig für den Zusammenhalt der Familiengruppe. Sehr auffällig ist ihr Körperbau, der eher an einen Marder oder Bären erinnert als an einen Hund. Mit ihrem gedrungenen und kräftigen Körper gehören Waldhunde zu den kleineren Vertretern ihrer Familie. Ihr kurzes, rotbraunes Fell und der rundliche Kopf mit den kleinen, runden Ohren sind charakteristisch für sie. Die südamerikanischen Wildhunde sind außerdem hervorragende Schwimmer.

    Foto: Wilhelma
    (11.10.2012)
    Joshua Förg:   Seit dem 18. September lebt auch wieder ein männlicher Leopard in der Wilhelma: Kater Aman kam aus dem Zoo Köln nach Stuttgart.
    (07.10.2012)
    Wilhelma:   Nachwuchs bei den Jemenchamäleons der Wilhelma:
    Kleine Meister der Entschleunigung

    Sie sind zwar erst wenige Tage alt, aber die jungen Jemenchamäleons im Wilhelma-Terrarium beherrschen bereits perfekt, was hektische Börsianer und gestresste Manager ihr ganzes Berufsleben lang nicht schaffen: Sie eilen mit Weile durch die Welt, bedächtig im Wiegeschritt einen Klammerfuß vor den anderen setzend, dabei zu jeder Zeit gesichert gegen Abstürze aller Art durch ihren beweglichen Greifschwanz. Aber der Schein trügt – ihre unabhängig voneinander beweglichen Teleskopaugen sind hellwach. Ihnen entgeht keine noch so kleine Bewegung, und wenn die klebrige, fast körperlange Schleuderzunge zum Einsatz kommt, geht alles blitzschnell.
    Dabei zeichnen sich die Winzlinge schon jetzt durch eine erstaunlich hohe Trefferquote aus. Aber wer innerhalb weniger Monate vom kleinfingerlangen Babychamäleon zu einer halbmeterlangen Echse heranwachsen will, benötigt täglich eine ordentliche Portion Insekten und kann sich nicht allzu viele Fehlschüsse leisten!
    Chamäleons bewohnen die Tropen- und Subtropengebiete Afrikas, Südeuropas und Vorderasiens. Bisher sind rund 160 Arten beschrieben, aber angesichts ihrer perfekten Tarnung und ihrer unauffälligen Bewegungsweise ist damit zu rechnen, dass noch eine ganze Reihe Arten darauf warten, von der Wissenschaft entdeckt zu werden. Eines der größten und bekanntesten Chamäleons ist das im Süden der arabischen Halbinsel lebende Jemenchamäleon, Chamaeleo calyptratus. Die Artbezeichnung leitet sich ab vom lateinischen Wort `calyptra´ (= Mütze, Haube, Schutzhelm) und nimmt Bezug auf den bei ausgewachsenen Männchen bis zu 6 cm hohen, helmartigen Kopfaufsatz.
    Jemenchamäleons werden im männlichen Geschlecht bis zu 60 cm lang, die Weibchen erreichen etwa 40 cm Gesamtlänge. Im Terrarium bleiben die Tiere in der Regel etwas kleiner. Wie alle Chamäleons sind Jemenchamäleons ausgesprochene Individualisten, die auf den Anblick von Artgenossen mit intensiven Farbwechseln, drohendem Fauchen und Präsentieren des seitlich abgeflachten Körpers reagieren. Lediglich zur Paarung kommt es zu einer Art „befristetem Waffenstillstand“ zwischen den Geschlechtern.
    Bis dahin ist es für unsere Jungchamäleons noch ein weiter Weg. Zwar beherrschen auch sie schon die hohe Kunst des stimmungsabhängigen Farbwechsels. Aber auf dem Kopf tragen sie noch keinen Helm, sondern bestenfalls ein Häubchen, und auch von innerartlicher Aggression ist noch nichts zu bemerken. Vorerst klettern sie friedlich durchs Geäst ihres kleinen Terrariums gegenüber dem Eingang zur Krokodilhalle und konzentrieren sich auf die gemeinsame Jagd nach Fliegen, kleinen Heuschrecken und anderen Insekten, immer schön nach dem Motto: „Nô net hudle .....“.
    (05.10.2012)
    Joshua Förg:   Gestern wurde in der Wilhelma in einem Kiosk eingebrochen.

    http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.blaulicht-aus-stuttgart-26-september-in-wilhelma-kiosk-eingebrochen.af602598-89f0-418f-99d4-4eab0a394885.html
    (27.09.2012)
    Wilhelma:   Gundis – nach schwieriger Familienzusammenführung zurück in der Schau:
    Das Comeback der Kammfinger

    Bei den Besuchern sind sie nicht zuletzt wegen der possierlichen „Stapel“, die sie beim gemeinsamen Kuscheln unter der Wärmelampe bilden, beliebt: die „Gundis“, auch „Kamm-finger“ genannt. Mehrere Wochen waren die nordafrikanischen Nager nicht zu sehen, jetzt sind sie ins Kleinsäugerhaus beim Wintergarten zurückgekehrt. Der Grund für ihre Abwesenheit: die nicht ganz einfache Zusammenführung zweier Grundigruppen hinter den Kulissen.
    Im Gegensatz zur Wildnis, wo es zwischen Tierherden und -gruppen einen natürlichen Austausch von Geschlechtspartnern und somit von Genen gibt, muss im Zoo nachgeholfen werden. So eine genetische Auffrischung stand vor Kurzem auch bei den Gundis an. Doch die Zusammenführung von zwei fremden Gruppen ist bei diesen Tierchen gar nicht so leicht. In der eigenen Familiengruppe, die in Afrika bis zu 20 Tiere umfassen kann, halten sie zusammen wie Pech und Schwefel, fremde Artgenossen aber sind in der Regel nicht willkommen, werden gerne attackiert und fortgejagt. Daher waren bei dem Plan, aus zwei kleinen Gruppen eine neue, größere Zuchtgruppe zu machen, viel Fingerspitzengefühl und eine gute Strategie gefragt. Schritt eins der Familienzusammenführung: die wechselseitige Gewöhnung an die Gerüche der jeweils anderen Gruppenmitglieder – denn diese spielen für das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb einer sozialen Gundi-Gemeinschaft eine wichtige Rolle. Dazu mussten die beiden Gruppen immer wieder die Boxen tauschen und in diejenige umziehen, in der vorher die „Fremden“ ihre Duftspuren hinterlassen hatten. Schritt zwei: Das Zusammenbringen beider Gruppen in einem „geruchsneutralen“ Gehege, damit keine einen Heimvorteil hatte. Den Durchbruch brachte aber erst eine Idee der Tierpfleger: Sie verteilten Knäuel aus Zeitungspapier im ganzen Gehege, die somit als Sichtschutz und raschelnde Puffer überall im Weg lagen. Das lenkte die Tiere ab und erschwerte es ihnen, sich gegen rangniedere Artgenossen zu verbünden, sie anzugreifen oder in die Ecke zu drängen. Es klappte: Inzwischen sind fünf Tiere – drei Männchen und zwei Weibchen – glücklich vereint, räkeln und stapeln sich nach Gundi-Art gemeinsam unter der Wärmelampe. Denn die Nager lieben Sonne und Trockenheit. Daher faulenzen sie auch in ihrer Heimat, den Wüsten Nordafrikas, den Großteil des Tages, ziehen sich vor der größten Hitze in Felsspalten und Höhlen zurück und gehen nur in den kühleren Abend- und Morgenstunden auf die Suche nach Essbarem: alle Arten von Pflanzen, Samen und Wurzeln. Selbst stehen die genügsamen Vegetarier auf der Speisekarte von Greifvögeln, Schakalen oder Schlangen. Wie bei den Erdmännchen schiebt daher auch bei den Gundis immer ein Tier Wache und warnt die anderen mit schrillen Alarmpfiffen vor nahender Gefahr. Dieser Eigenheit verdankt die Tierart den Namen „Gundi“, der auf Arabisch „Wächter“ bedeutet. Bei uns heißt das Gundi auch „Kammfinger“ – wegen der kleinen Borstenkämme, die über den Zehen der Hinterfüße sitzen. Diese nutzen die kleinen Wüstennager, um sich hingebungsvoll Sand und Schmutz aus dem seidigen Fell zu bürsten.

    Foto: Wilhelma
    Typisch Gundi: Haufenweise zusammenkuscheln, gerne auch gestapelt, und zusammen genüsslich ein Sonnenbad nehmen. In europäischen Zoos sind Gundis übrigens erst seit 1996 zu sehen, die Wilhelma hält die Nager seit dem Jahr 2000.
    (20.09.2012)
    Wilhelma:   VERANSTALTUNGSHINWEIS

    Aus der Reihe „Wilde Wochenenden“ der Wilhelma-Schule:
    Ein kulinarischer Rundgang zu essbaren Wildpflanzen

    In unseren heimischen Wiesen und Wäldern wachsen erstaunlich viele Wildpflanzen, die man
    essen kann. Welche zu den genießbaren Arten gehören und wie sie auf gesunde, leckere Art den Speiseplan bereichern können, das erfahren die Wilhelma-Besucher am Sonntag, dem 23. September 2012, von dem Experten und Buchautor Dr. Markus Strauß. Er lädt an diesem Tag jeweils um 15 Uhr und um 16 Uhr zu einem kleinen „kulinarischen“ Rundgang durch die Wilhelma ein. Aufgesucht werden gezielt diejenigen Wildpflanzen, die jetzt, im Frühherbst, wachsen und für den Verzehr geeignet sind. Der Rundgang wird in der Reihe „Wilde Wochenenden“ von der Wilhelmaschule angeboten, Treffpunkt für den Rundgang ist das Wilhelmaschulgebäude unterhalb der Geiervolieren. Die Teilnahme kostet nur den üblichen Wilhelma-Eintritt, kleine Spenden für den Gorillaschutz sind willkommen.
    (19.09.2012)
    Wilhelma:   Der „Wilhelma-Tag“ als großes Fest im Jubiläumsjahr des Landes Baden-Württemberg:
    Minister Nils Schmid eröffnet Wilhelma-Tag mit erweitertem Besucher-Programm

    Am 16. September 2012 ist wieder großer „Wilhelma-Tag“. An diesem erhalten die Besucher traditionell Einblicke in Bereiche hinter den Kulissen, die ihnen sonst verborgen bleiben. Diesmal gibt es überdies etwas zu feiern: das 60-jährige Jubiläum Baden-Württembergs, dessen Dienstleistungseinrichtung die Wilhelma ist. Daher erwarten die Besucher zusätzliche Höhepunkte – darunter eine Bühnenshow der bekannten SWR-Kindersendungen „OLI’s Wilde Welt“ und „Tigerenten Club“. Um 10.30 Uhr wird auf der SWR-Bühne zudem der Minister für Finanzen und Wirtschaft Dr. Nils Schmid als oberster Dienstherr der Wilhelma die Besucher persönlich willkommen heißen. Das volle Programm gibt es unter „www.wilhelma.de“.

    Zu verdanken ist der Wilhelma-Tag dem Verband der Zoo-Tierpfleger in Deutschland, die vor 19 Jahren einen „Zoo-Tag“ anregten. In der Wilhelma wurde daraus die einzige zoologisch-botanische Spielart, gestaltet wird der Tag von Tierpflegern, Gärtnern und Parkpflegern, Azubis und Wilhelma-Pädagogen: An fast 30 Stationen im Park bieten sie den Besuchern anschauliche Einblicke und Informationen. Nur am Wilhelma-Tag können die Besucher beispielsweise die botanischen Anzuchthäuser hinter den Kulissen besichtigen und Blicke in die Futterküche oder den Behandlungsraum des Tierarztes werfen. Außerdem können sie die Pfleger und Gärtner nach Herzenslust befragen und diesen teils sogar bei ihrer Arbeit helfen – ob beim Basteln von Beschäftigungs-materialien für die Affen oder beim Pflanzentopfen. Am Ende des Tages verstehen die Besucher dann viel besser, wie ein zoologisch-botanischer Garten funktioniert – und wie aufwändig sein Betrieb ist.
    Anlässlich des Landesjubiläums wurde das Programm dieses Jahr um einige Attraktionen erweitert, die Bedeutung des Tags wird durch den Besuch des Ministers zusätzlich unterstrichen. Mit dabei sind überdies die bekannten Stars aus den SWR-Kindersendungen „OLI’s Wilde Welt“ und „Tigerenten Club“, die auch in der Wilhelma schon oft Fernseh-Folgen gedreht haben. Anlässlich des Jubiläums wird es zudem ein gemeinsames Gewinnspiel von SWR und Wilhelma geben.
    Im Park treffen die Besucher auf Zauberer und Magier, auf wandelnde „Bäume“, „Blumen“ und „Tiere“ und sogar auf „Zeitzeugen“, Königin Olga und Wilhelma-Architekt Karl Ludwig von Zanth, die aus ihrem Leben erzählen. Im Insektarium dürfen die Besucher Spinnen und auf dem Schaubauernhof Schafe, Ziegen und Kaninchen streicheln – unter anderem kompetent unterstützt von Kaninchenzüchter Holger Kimmerle, der von SWR und „Tourismus Marketing Baden-Württemberg“ zum „Gesicht Baden-Württembergs“ gewählt wurde. Es gibt Kinderschminken und Baumklettern und einige überzählige Pflanzen aus eigenem Wilhelma-Anbau können die Besucher im Betriebshof sogar kaufen – praktische Tipps für die Pflanzenpflege geben die freundlichen Gärtnerinnen und Gärtner umsonst dazu. Der Eintritt kostet trotz des zusätzlichen Programms nicht mehr als an einem ganz „normalen“ Wilhelma-Tag: Erwachsene zahlen 12 Euro, Kinder die Hälfte.

    Foto: Natürlich darf auch die beliebte Seelöwen-Show im anlässlich des Landesjubiläums besonders bunten Programm nicht fehlen. (Bildnachweis: Marco Cini)

    (12.09.2012)
    Wilhelma:   Spannende Kurzvorträge in der Wilhelma-Schule:
    Tiere als unsere Freunde und Helfer

    Am Sonntag, dem 9. September 2012, können die Besucher im Wilhelmaschulgebäude unterhalb der Geiervoliere viel Wissenswertes und Erstaunliches über Tiere erfahren, die uns Menschen auf besondere Weise im Alltag unterstützen oder helfen. Jeweils um 15 Uhr und um 16 Uhr berichtet die Diplombiologin Nicola Hoffmann in einem rund halbstündigen Vortrag über Assistenzhunde für Diabetiker sowie Delfine, die brasilianischen Fischern beim Fischfang helfen, über Minenspürratten, die Landminen aufspüren können, oder auch über Fische, die Ärzte bei der Behandlung von Hautkrankheiten unterstützen. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis der Wilhelma enthalten, kleine Spenden für den Gorillaschutz sind jedoch jederzeit willkommen.

    Foto: Eine Minenspürratte in Tansania, die von der dort ansässigen gemeinnützigen Organisation „Apopo“ für humanitäre Einsatzzwecke ausgebildet wurde. (Bildnachweis: Apopo /Tansania)
    (04.09.2012)
    Wilhelma:   Nachwuchs bei den Roten Riesenkängurus:
    Kängurumann „Pepe“ macht das Dutzend voll

    Bei den Roten Riesenkängurus gibt es dieses Jahr bereits den zweiten Nachwuchs, ein Weibchen, und Kängurumann Pepes insgesamt zwölfter „Streich“. Anfang August verließ das Kleine erstmals den Beutel seiner Mutter: Erst dann wird ein Känguru offiziell als geboren ins Geburtenregister der Wilhelma eingetragen.
    Jedes Känguru wird genau genommen zwei Mal geboren. Den Mutterleib verlässt der Nachwuchs schon 33 Tage nach der Befruchtung der Eizelle – als unfertiger „Embryo“ und nicht größer als ein Fingernagel. Trotz seiner Winzigkeit krabbelt das Wesen aus eigener Kraft und instinktiv direkt in Mutters Beutel, dockt dort an der Milchquelle an und trinkt sich fortan stetig größer und kräftiger. Nach etwa vier Monaten riskiert das Jungtier den ersten vorsichtigen Blick aus dem Beutel, aber einen Ausflug wagt es frühestens nach rund einem halben Jahr: Durch den damit einhergehenden Erstkontakt zu Mutter Erde ist dann auch der zweite Teil der Kängurugeburt vollzogen. So auch beim jüngsten Nachwuchs im Wilhelma-Gehege nahe der Brillenpinguine. Er hat die Zahl der Gruppe auf derzeit acht Kängurus erhöht und ist in den letzten Wochen mächtig gewachsen: Damit wachsen aber auch die Probleme, den Körper samt langen „Haxen“ wieder ordentlich in der mütterlichen Tragetasche zu verstauen. Doch auf die zeitweilige Rückkehr in diesen kuscheligen Teil von Hotel Mama, zumal mit eingebauter Milchbar, will das kleine Känguru nicht so schnell verzichten. Wie gut, dass die Tasche äußerst dehnbar ist – allerdings sieht Mutter Känguru mit dem stark ausgebeulten Beutel allmählich doch recht unförmig aus.
    Dabei ist es nicht unwahrscheinlich, dass bereits der nächste Winzling an einer ihrer Zitzen hängt. Denn Babypausen gibt es bei Kängurus meist nicht: Oft säugt die Mutter eine ganze Zeitlang zwei Jungtiere parallel: einen unfertigen, winzigen Embryo und ein größeres Jungtier. Bis zu 15 Jahre leben Kängurus, ein ausgewachsener Roter Riesenkänguru-Mann kann anderthalb Meter groß und 90 Kilo schwer werden. Anlegen solle man sich mit ihm auch als Mensch nicht, denn bei einem Boxkampf würde das Tier gleich vier Fäuste in den Ring werfen können – besonders die kräftigen Hinterbeine sind gefährliche Schlag- und Stoßwaffen. Zum Glück gilt der Kängurumann der Wilhelma, Pepe, als friedlich. Er wurde 2007 in Stuttgart geboren, sorgt seit 2009 selbst regelmäßig für Nachwuchs – und hat mit dem jüngsten Sprössling innerhalb von nur drei Jahren jetzt sein persönliches Dutzend voll gemacht.

    Foto: Wilhelma
    Ganz schön ausgebeult: Fast schon zu groß für Mutters Tragetasche wirkt der jüngste Nachwuchs bei den Roten Riesenkängurus der Wilhelma.
    (30.08.2012)
    Wilhelma:   Thementag „Insekten und Co.“ in der Wilhelmaschule:
    Begegnungen mit Käfern, Spinnen und anderen Gliederfüßern

    Am Sonntag, dem 2. September 2012, widmet sich ein Wilhelma-Thementag aus der Reihe „Wilde Wochenenden“ den Insekten und anderen Gliederfüßern. Denn nicht alles, was auf vielen Beinen daherkrabbelt, ist ein Insekt! Zwar sind die Insekten bzw. Kerbtiere die größte und artenreichste Klasse im Stamm der Gliederfüßer, die insgesamt sage und schreibe rund 80 Prozent aller beschriebenen Tierarten stellen. Aber zu den Gliederfüßern gehören auch die achtbeinigen Spinnentiere sowie Tausendfüßer und Krebstiere. Von 11 Uhr bis 17 Uhr bringen die Biologen der Wilhelmaschule großen und kleinen Besuchern diese riesige, vielfältige Welt der Gliederfüßer nahe – hautnahe Begegnungen mit wandelnden Blättern, dicken Käfern, fauchenden Schaben und sanften Vogelspinnen inklusive. Ort des Geschehens ist die Wilhelmaschule unterhalb der Geiervoliere. Der Besuch des Thementags ist wie immer im Eintrittspreis der Wilhelma enthalten, kleine Spenden für den Gorillaschutz sind jedoch willkommen.

    Foto: Schmetterlinge, wie dieser Mormone oder Scharlachrote Schwalbenschwanz, gehören zu den Insekten, die bei uns Menschen schon wegen ihrer Schönheit einen Beliebtheitsbonus erhalten – doch faszinierende Eigenschaften haben auch andere Gliederfüßer, wie der Thementag der Wilhelma zeigen wird. (Foto: Wilhelma)
    (29.08.2012)
    Wilhelma:   Winzige Landschildkröten im Wilhelma-Terrarium:
    Kleine Raritäten aus Ägypten
    Die Erwachsenen haben auf einer Handfläche Platz, die Jungen in einem Pralinenförmchen: Ägyptische Landschildkröten gehören mit einer Panzerlänge von bis zu 14 Zentimetern zu den kleinsten Landschildkröten der Welt. Im Terrarium der Wilhelma ist eine kleine Gruppe aus erwachsenen Schildkröten und ihrem Nachwuchs zu sehen.
    Wie alle Schildkröten legen auch die Ägyptischen Landschildkröten Eier, und zwar meist zwei bis drei Gelege pro Jahr mit – je nach Größe des Weibchens – ein bis vier Eiern. Bei Bruttemperaturen von 31 bis 32 Grad Celsius schlüpfen die Jungen nach etwa 90 bis 100 Tagen. Eine frisch geschlüpfte „Testudo kleinmanni“ wiegt nur etwa sechs Gramm. Die Jungschildkröten in der Wilhelma sind zwischen Februar und April geschlüpft und seither schon kräftig gewachsen. Doch erst vor Kurzem konnten sie ihre Kinderstube hinter den Kulissen verlassen und zu den Verwandten ins Schauterrarium ziehen, wo die Besucher die Winzlinge nun bewundern können.
    In der Natur erstreckt sich das Verbreitungsgebiet der Ägyptischen Landschildkröte (Testudo kleinmanni) nur über einen etwa 50 Kilometer breiten mediterranen Küstenstreifen von Libyen bis Südisrael. Die Art ist hochgradig gefährdet, da es in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet nur noch inselartige Vorkommen gibt, und immer noch Tiere illegal der Natur entnommen werden. Die Aufnahme in den Anhang I des Washingtoner Artenschutzabkommens ist ein deutliches Alarmsignal, und ohne Schutzmaßnahmen ist die Ägyptische Landschildkröte unmittelbar vom Aussterben bedroht.
    Die Schildkröten sind zwar an das Leben in der wüstenartigen Landschaft gut angepasst, aber im Sommer wird es selbst ihnen zu heiß – sie verbringen diese Zeit eingegraben in der Sommerruhe. Ansonsten sind die Tiere ganzjährig aktiv, auch im Winter und in den kühlen Wüstennächten wird es ihnen nicht zu kalt. Ein Minimum an Feuchtigkeit ist aber auch für diese Schildkröten wichtig: Wo nicht wenigstens 50 Millimeter Niederschlag im Jahr fallen, können sie nicht existieren.

    Foto (Wilhelma/A. Mendoza):
    Eine rund eine Woche alte Ägyptische Landschildkröten im direkten Größenvergleich mit einer Original-Münze aus ihrer Heimat.
    (22.08.2012)
    Wilhelma:   „Wilde Wochenenden“ und Sommerferienprogramm der Wilhelmaschule:
    Vortrag „Rettet den Tiger!“

    Am Sonntag, dem 26. August 2012, lädt die Wilhelmaschule die Besucher wieder zu einem Kurzvortrag ein. Diesmal zeigt der Fotograf und Naturschützer Jörg Edelmann beeindruckende Bilder aus den natürlichen Lebensräumen der Tiger in Indien. Zudem berichtet er über die zahlreichen Gefahren, die das Überleben der letzten Tiger auf unserer Erde bedrohen. Der Vortrag findet um 15 Uhr und um 16 Uhr statt. Die Teilnahme ist im Eintrittspreis der Wilhelma enthalten, Spenden für den Gorillaschutz sind aber jederzeit willkommen.

    Foto (Wilhelma): Ein Sumatratiger in der Wilhelma. Auch diese Art ist wie mittlerweile alle Tigerarten sehr bedroht.
    (21.08.2012)
    Wilhelma:   Umzug von Stuttgart nach Dublin:
    Das dreijährige Gorillamädchen Claudia lebt jetzt in Irland

    Das Gorillamädchen Claudia, das seit 2010 in der Wilhelma-Aufzuchtstation für verwaiste oder von ihren Mütter nicht angenommene Gorillakinder lebte, ist vergangenen Montag in den Zoo von Dublin umgezogen, um in die dortige Gorillafamilie integriert zu werden. Da Claudia seit Anfang 2011 im Stuttgarter Menschenaffenhaus nahe der Gorillafamilie untergebracht war, wo sie von dieser lernen konnte, ist sie auf den Schritt gut vorbereitet.
    Der bisherige Lebensweg von Claudia war nicht ganz leicht: Geboren wurde sie am 2. August 2009 im Allwetterzoo in Münster. Leider starb ihre Mutter nur fünf Monate später und so kam Claudia nach Stuttgart in die offizielle Aufzuchtstation des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) für Gorillas. Dort gab es allerdings bald darauf keine geeigneten Spielgefährten mehr. Nach einem erfolglosen Versuch, Claudia im Affenpark von Romagne in Frankreich von einer Gorillafrau adoptieren zu lassen, zog das Gorillamädchen ins Menschenaffenhaus der Wilhelma. Hier wurde sie weiterhin von Tierpflegern betreut, konnte aber gleichzeitig in unmittelbarer Nähe zur Gorillafamilie leben, von dieser lernen und Kontakt halten – ein Konzept, das sich künftig, in der neuen Menschenaffenanlage, noch besser umsetzen lassen wird.
    Dabei hat Claudia vieles gelernt, was für das Zusammenleben in einer Gorillafamilie wichtig ist: Sie hatte ständigen Blick-, Geruchs- und seit einem Jahr auch direkten Kontakt zu den Gorillafrauen und -kindern. Sie weiß nun, wie man als Gorilla spielt, streitet und sich versöhnt, wie man ausweicht oder sich wehrt und dass es mitunter auch etwas rauer zugehen kann, ohne dass sie sich gleich ängstigen muss. Dabei hat sich Claudia sehr gut entwickelt, die Gorillafrauen haben sie zunehmend akzeptiert und vor allem in Kolos zweijährigem Sohn Kimbali hatte Claudia zuletzt einen guten Spielgefährten gefunden. Hätte auch Silberrücken Kibo das Gorillamädchen toleriert, hätte dieses die nächsten Jahre in der Wilhelma bleiben können. Doch leider ging dieser Teil des Plans nicht auf: Zwar war Kibo anfangs sanft und freundlich zu ihr, attackierte Claudia aber bei weiteren Kontaktversuchen im Familiengehege mehrfach heftig. Eine einfache Erklärung für dieses Verhalten gibt es nicht, ähnliche Fälle sind jedoch aus andern Zoos bekannt. Um das Gorillamädchen keinem zu großen Risiko auszusetzen, wurde gemeinsam mit dem EEP daher eine andere Gruppe für sie gesucht und im Dubliner Zoo gefunden. Am Montag ist Claudia mit Revierleiterin Bea Jarczewski nun via Auto und Flugzeug nach Irland gereist, wo sie Schritt für Schritt in ihre neue Familie integriert wird. Diese besteht aus dem als sehr tolerant bekannten Silberrücken Harry, seinen Frauen Lena und Mayani und deren Kindern. Vielleicht ein gutes Zeichen: Mayani stammt ebenfalls aus Stuttgarter Handaufzucht, wurde 2005 erfolgreich in Dublin eingegliedert und zieht derzeit ihr erstes Kind, Kambiri, selbstständig auf. Auch die ersten Berichte von Bea Jarczewski aus Dublin stimmen optimistisch: „Claudia fühlt sich offensichtlich wohl hier, isst, trinkt und wirkt ganz entspannt“, erzählt sie. „Und bei den ersten Kontakten durchs Gitter reagierten die anderen Gorillas sehr freundlich und gelassen – vor allem auch Harry.“

    Foto: Hermann Vollmer
    (17.08.2012)
    Wilhelma:   Spannende Kurzvorträge in der Wilhelma-Schule
    Tierisch schlau – verblüffende Geistesleistungen im Tierreich

    Am Sonntag, dem 19. August 2012, können die Besucher im Wilhelmaschulgebäude unterhalb der Geiervoliere Erstaunliches und Wissenswertes über die Geistesleistungen von Tieren lernen – ob von Affen, Kraken oder sogar von Bienen. In einem kurzweiligen Vortrag erzählt die Diplombiologin Sabine Ratzel großen wie kleinen Wilhelma-Besuchern unter anderem von tüftelnden Kraken, von Schweinen, die sich im Spiegel erkennen, und von Menschenaffen, welche die Gebärdensprache beherrschen. Der Vortrag aus der Reihe „Wilde Wochenenden“ findet um 15 Uhr und um 16 Uhr statt. Die Teilnahme ist im Wilhelma-Eintritt enthalten, kleine Spenden für den Gorillaschutz sind jedoch jederzeit willkommen.
    (14.08.2012)
    Wilhelma:   Neues, komfortables Ticket-System für Besucher:
    Keine Wartezeiten an der Kasse dank Online-Tickets

    Künftig können die Besucher der Wilhelma ihre Tageseintrittskarten vorab komfortabel im Internet erwerben, ausdrucken und damit – ohne Umweg über die Kassenhäuschen – direkt zum Eingang gehen. Besonders jetzt, an den besucherstarken Tagen in den Sommerferien, kann dies unnötige Wartezeiten an der Kasse ersparen.
    Ob für Erwachsene, Kinder oder ganze Familien, ob zum Sommer- oder ermäßigten Wintertarif –im neuen Online-Ticketshop auf der Internetseite der Wilhelma „www.wilhelma.de“ kann das komplette Angebot an Tageseintrittskarten bestellt werden. Zum Ticketshop gelangt man über einen sogenannten „Quicklink“ direkt auf der Startseite oder über den Menüpunkt „Besuch & Tickets“. Die Kartenbestellung erfolgt über das bekannte Warenkorbsystem, bezahlt wird per Giropay oder mit Kreditkarten der Marken VISA, Master und Maestro. Das ausgedruckte Online-Ticket kann beim Wilhelma-Besuch dann direkt am Eingang dem Aufsichtspersonal übergeben werden, der Gang zur Kasse erübrigt sich.
    Neben Tageseintrittskarten lassen sich auch Wertgutscheine für Jahreskarten aller verfügbaren Kategorien – ob einzeln, mit Partnerkarte, als Schüler- oder Familienkarte – online erwerben und sogar selbst „gestalten“: fünf verschiedene Tier- und Pflanzenmotive stehen zur Wahl. Die Ticketkäufer können die ausgedruckten Gutscheine entweder selbst nutzen oder verschenken, an den Wilhelma-Kassen (außer an der Kasse Pragstraße) erhält man gegen Vorlage eines Gutscheins dann eine personalisierte gültige Jahreskarte. Nicht zuletzt sind auch Wertgutscheine für den über 150-seitigen Wilhelmaführer, der die Tiere und Pflanzen des Zoologisch-Botanischen Gartens in Text und Bild ausführlich vorstellt, online erhältlich.
    Mehrere Monate lang wurde das neue Online-Ticketsystem ausführlich getestet und optimiert, bevor es offiziell in Betrieb ging. Mit Erfolg, wie bereits die ersten drei Wochen seit der Inbetriebnahme zeigen. Denn obwohl weder im Internet noch in der Presse bislang auf den Ticketshop hingewiesen wurde, wird das System schon sehr gut angenommen: Derzeit werden täglich Karten im Wert von 300 bis 500 Euro über den Ticket-Shop erworben.
    (08.08.2012)
    Wilhelma:   Thementag „Raubtiere“ aus der Reihe „Wilde Wochenenden“ der Wilhelmaschule:
    Eisbär, Tiger & Co. – Spannende Einblicke ins Reich der Raubtiere

    Am Sonntag, dem 5. August 2012, dreht sich beim Thementag der Wilhelmaschule aus der Reihe „Wilde Wochenenden“ alles um Raubtiere – vom Mauswiesel bis zum Sibirischen Tiger. Von 11 Uhr bis 17 Uhr werden die Pädagoginnen der Wilhelmaschule die Besucher ins Reich der Landraubtiere entführen und ihnen die Anatomie und Lebensweise von Löwe und Co. nahe bringen. Der Besuch des Thementags im Wilhelmaschulgebäude unterhalb der Geiervoliere ist im Eintrittspreis der Wilhelma enthalten, Spenden für den Gorillaschutz sind jedoch sehr willkommen.
    Wer weiß, dass auch Erdmännchen Raubtiere sind – oder sogar der bambusfressende Große Panda? Und welche Tierarten außerdem in die Ordnung „Carnivora“ gehören und was sie von Pflanzenfressern unterscheidet? Wer es genau wissen möchte und überdies herausfinden will, wie weit ein Tiger springen kann, was ein Marderhund ist und wie ein Wieselgebiss aussieht – der ist beim Thementag „Raubtiere“ am 5. August goldrichtig. Hier erfahren die Besucher an den Info-Ständen der Wilhelmaschule und mithilfe von reichlich Anschauungsmaterial von der Klaue bis zum Schädel alles Wissenswerte über Stammbaum, Systematik, Verbreitung und Artenvielfalt der Karnivoren – und leider auch so manches über die weltweite Bedrohung vieler Raubtierarten.
    (01.08.2012)
    Wilhelma:   Jungtiere bei den Alpakas:
    Zuwachs in der Südamerika-WG

    Die Wohngemeinschaft auf der Südamerika-Anlage der Wilhelma ist größer geworden. Richard, Sandro und Manu sorgen mit den anderen Alpakas immer für kurzen Rasen auf der Anlage. Die beiden gleichaltrigen Richard und Manu erblickten am 6. Juni 2012 das Licht der Welt. Aber auch Nachzügler Sandro, geboren am 26. Juni, bringt viel Leben in die Südamerika-WG, die sich die Alpakas mit Maras, Ameisenbären, Nandus und zeitweise Halsbandpekaris teilen.
    Die Zucht von Alpakas hat in der Wilhelma eine lange Tradition. Ziel ist es, möglichst viele, verschiedene Farbvarianten dieser Haustiere zu zeigen. Von weiß, beige und grau, über alle Brauntöne bis hin zu schwarz gibt es die verschiedensten Kombinationen. Der jüngste Nachwuchs passt sich farblich bestens in die Herde der Neuweltkamele ein. In dieser Saison sind Braun, Schwarz und Weiß, gerne auch gemischt, die Trendfarben. Während das weibliche Fohlen Manu langfristig die derzeit insgesamt 17 Tiere umfassende Alpakaherde verstärken wird, müssen die beiden Hengstfohlen Richard und Sandro mit zehn bis zwölf Monaten abgegeben werden. Die Herde der Wilhelma besteht, von den Fohlen einmal abgesehen, ausschließlich aus Weibchen.
    Um Inzucht zu vermeiden, sorgt jedes Jahr ein anderer Hengst für Nachwuchs. Dieser wird von anderen Züchtern ausgeliehen und bereichert zumeist einen Monat lang die Herde der Wilhelma. Im Juni des vergangenen Jahres war Cäsar von einer Alpakazucht aus dem Eisbachtal bei der Wilhelma-Herde. Das Ergebnis dieses Besuches sind Richard, Sandro und Manu.
    Alpakas sind im Grunde die Schafe Südamerikas. Denn schon seit mehreren Jahrtausenden werden sie in den Anden zur Wollgewinnung gezüchtet. Die Fasern sind sehr weich und halten besonders gut warm. Es gibt zwei Alpakatypen, die sich in Form und Länge ihrer Haare unterscheiden. In der Wilhelma wird nur das so genannte Huacaya gehalten, welches sich durch ein feine, gleichmäßig gekräuselte Faser auszeichnet. Lange, ungekräuselte Haare hingegen haben die so genannten Suri-Alpaka. Diese sind sehr selten. Nur etwa 4 Prozent der Weltpopulation weisen diese Haarform auf.
    Wie Schafe, werden auch Alpakas ein Mal im Jahr geschoren. Bis zu sechs Kilo Wolle trägt ein Alpaka mit sich herum. In der Wilhelma entstehen daraus keine Pullover oder Mützen. Vielmehr wird sie betriebsintern verwertet - als Nistmaterial in den Vogelrevieren, zur Beschäftigung bei den Raubkatzen oder auch als Bastelmaterial in der Wilhelmaschule.

    Foto: Wilhelma
    Viel Bewegung bringt der Nachwuchs in die Alpakaherde.
    (19.07.2012)
    Jana Müller:   Seelöwen:
    Jea *14.06.12 von Evi
    Nele *20.06.12 von Lucy
    Rija *23.06.12 von Mercedes
    Vater aller Jungtiere ist "Unesco"

    Okapi Kabinda war erst 9, sie wurde am 04.09.2002 in Rotterdam geboren.
    Kabinda war wohl nie wirklich gesund und immer das "Sorgenkind" im Giraffenhaus.
    Epena und Vitu waren letzten Monat übrigens wieder zusammen auf der mittleren Anlage...
    (17.07.2012)
    Wilhelma:   Weiblicher Nachwuchs bei den Robben:
    Das Trio vom Seelöwensee

    Aller guten Dinge sind drei: Wie bereits im letzten Jahr, so kamen auch im Juni 2012 wieder drei Seelöwen zur Welt – innerhalb von nur zehn Tagen. Die drei Kleinen sind diesmal durchweg weiblich und wurden von den Pflegern Jea, Nele und Rija getauft. Für den Nachwuchs gesorgt haben Seelöwenbulle Unesco und seine drei Gefährtinnen Lucy, Evi und Mercedes in mittlerweile bestens bewährter „Teamarbeit“.
    Kaum 14 Tage nachdem der Bulle Siku als letzter der drei 2011 geborenen Jung-Seelöwen nach Hamburg abgereist war, um dort später selbst für Nachwuchs zu sorgen, brachte Seelöwin Evi die kleine Jea zur Welt. Wenige Tage später folgten Nele und Rija, die Töchter von Lucy und Mercedes – schon war die diesjährige Kindergartengruppe komplett. Bei Seelöwen genießen die Jungtiere etwa eine Woche lang ein mütterliches Rundumsorglospaket, um die Mutter-Kind-Bindung zu festigen. Danach bilden die Jungtiere Cliquen und sind meist unter sich – die Mütter schauen nur noch hin und wieder zum Säugen vorbei. Das ist nun aber nicht etwa als Verhalten à la „Rabenmutter“ zu verstehen, sondern bei Robben üblich. Mit gutem Grund: Die Mütter müssen jede Menge nahrhafte, fette Milch produzieren – und dafür darf das eigene leibliche Wohl nicht zu kurz kommen. Um genug Fisch zu erbeuten, sind im Meer lange, anstrengende Jagdausflüge nötig. In der Wilhelma ist es einfacher: Hier müssen die Damen samt Unesco nur zweimal eine Viertelstunde bei den Schaufütterungen „arbeiten“, um sich ihren täglichen Fisch zu verdienen: Springen, Singen, Hering Stibitzen und aus dem Wasser Schnellen stehen unter anderem auf dem Show-Programm. Dabei baut der Seelöwentrainer nur Verhaltensweisen spielerisch ein, die ohnehin zum Repertoire der cleveren, aufgeweckten Robben gehören.
    Derweil liegt der Nachwuchs auf der faulen Haut, aalt sich beim Sonnenbad auf dem Aussichtsfelsen, planscht ein wenig im stets 15 Grad kühlen Cannstatter Mineralwasser oder kabbelt ein wenig miteinander. Sollen sie doch nebenan spritzen, springen und singen, soviel sie wollen. Hauptsache die Mütter vergessen nicht, nach der eigenen Schlemmerei die nächste Milchmahlzeit abzuliefern. Die ist schließlich die beste Garantie, dass die Seelöwenkinder ihr Geburtsgewicht von sechs bis acht Kilogramm in nur einem Monat verdoppeln können, rund und mollig werden. Bei Robben ist ein guter Speckgürtel überlebenswichtig: als Schutz vor kaltem Wasser und als Fettpolster für Fastenzeiten. In der Natur müssen die Jungtiere nach sechs bis acht Monaten ganz ohne Lehrmeister die Kunst des Fischfangs erlernen. In der Wilhelma dagegen bringen die Pfleger den kleinen Robben bei, statt Muttermilch Hering und Makrele anzunehmen. Ein knappes Jahr bleiben die Kleinen hier, dann ziehen sie in andere Zoos um. Ein „Mädelüberschuss“ entpuppt sich dabei als Vorteil: Da bei Seelöwen immer ein Bulle und mehrere Damen in einer Haremsgruppe leben, sind Weibchen naturgemäß gefragter.

    Foto: Die drei jungen Seelöwen bilden schon kurz nach der Geburt eine Kindergartengruppe.
    (11.07.2012)
    Matthias Schramm:   @Jörn Hegner: die Klippspringeranlage ist nicht mehr besetzt. Die sonst genannten Anlagen existieren nicht mehr. Dieser Bereich wird gerade durch das neue Meschenaffenhaus überbaut. Die Wasserböcke waren vorübergehend neben den Bongos untergebracht, die Tiere sind inzwischen verstorben.
    (10.07.2012)
    Jörn Hegner:   demnächst habe ich mal wieder geplant die wilhelma zu besuchen . einige tiere sind dort auch nicht mehr . wie diese klippspringer in der giraffen-anlage mit drin . was ist denn darin jetzt untergebracht . ansonsten sind auch bei der afrika-anlage die blessböcke , mendesantilopen , defassa-wasserböcke und warzenschweine nicht mehr . ist stattdessen jetzt etwas anderes . in den alten gehege von den warzenschweinen waren ja zuletzt stachelschweine habe ich gesehen vor drei bis vier jahren .
    (10.07.2012)
    Wilhelma:   Kurzvorträge in der Wilhelmaschule aus der Reihe „Wilde Wochenenden“:
    Schatten der Nacht – Fledermäuse

    Am Sonntag, dem 15. Juli 2012, bietet die Wilhelmaschule wieder spannende Kurzvorträge für die Wilhelma-Besucher an – einmal um 15 Uhr und ein zweites Mal um 16 Uhr. Diesmal geht es um die „Schatten der Nacht“, die Fledermäuse. In Bild und Wort stellt die Fledermausexpertin und Zoopädagogin Ewa Paliocha bei ihrem Vortrag verschiedene Fledertier-Arten vor und erzählt von den erstaunlichen Fähigkeiten und besonderen Bedürfnissen der dämmerungs- und nachtaktiven Insektenjäger. Der Vortrag ist frei, jeder Besucher mit Eintrittskarte kann teilnehmen, kleine Spenden für den Gorillaschutz sind jedoch jederzeit willkommen.

    Eine Zweifarbfledermaus: Wie alle heimische Arten steht sie aufgrund von Wohnungsnot, Insektiziden und Veränderungen ihres Lebensraums unter Naturschutz. (Foto: Martin Paliocha)
    (10.07.2012)
    Gudrun Bardowicks:   Ich hoffe, dass das Okapikalb bei der Adoptivmutter weiterhin gut aufwächst.
    (05.07.2012)
    Wilhelma:   Thementag „Reptilien“ aus der Reihe „Wilde Wochenenden“:
    Von einzigartigen Echsen und schuppigen Schönheiten

    Wie sieht wohl eine Schildkröte von innen aus? Welche Art Eier legen eigentlich Krokodile? Und warum häuten sich Schlangen? Antworten darauf erhalten große und kleine Wilhelma-Besucher beim Thementag „Reptilien“ am Sonntag, dem 8. Juli 2012 zwischen 11 und 17 Uhr in der Wilhelmaschule unterhalb der Geiervoliere. Dort warten die pädagogischen Mitarbeiter mit Infos und jeder Menge Anschauungsmaterial – wie etwa Skeletten, Schädel und Schlangenhaut – auf, das betrachtet, erforscht oder auch angefasst werden kann. Wer von Reptilien bereits fasziniert ist, wird voll auf seine Kosten kommen. Wer sie bislang eher unheimlich findet, wird anschließend mit mehr Verständnis für ihre Lebens- und Verhaltensweisen nach Hause gehen. Und fest steht: Wer die schuppigen Schönheiten erst einmal näher kennen gelernt hat, kann sich ihrer Faszination nicht entziehen. Die Teilnahme am Thementag aus der Reihe „Wilde Wochenenden“ ist wie immer im Eintrittspreis der Wilhelma enthalten, kleine Spenden für den Gorillaschutz sind aber jederzeit willkommen.

    Bild: Schuppige Schönheiten wie diese Königsnatter – die beim Thementag auch „persönlich“ anwesend sein wird – faszinieren eigentlich jeden Menschen, wenn dieser sie näher kennen lernt. Foto: Glenn Bartoletti/Wikimedia
    (05.07.2012)
    BjörnN:   "Kabinda" war gerade 11 Jahre alt.
    (05.07.2012)
    Holger Wientjes:   Ich hoffe, dass das Kalb aufwächst !! Wie alt war das Zuchtweibchen ? War sie schon länger krank ?
    (05.07.2012)
    Wilhelma:   Glück im Unglück bei den seltenen Waldgiraffen:
    Okapi-Kuh Ibina adoptiert das verwaiste Kalb von Kabinda

    Nur 16 Tage nach der Geburt eines weiblichen Okapi-Kalbs ist in der Wilhelma dessen Mutter Kabinda überraschend gestorben – ein großer Verlust, der obendrein zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt kam: Auch das Leben des Nachwuchses war nun bedroht. Doch das Kalb und die Wilhelma hatten Glück im Unglück: Eine der beiden anderen Okapi-Kühe der Wilhelma, Ibina, hat das verwaiste Okapi-Mädchen anstandslos adoptiert.
    Zunächst war die Freude groß über den Nachwuchs in der florierenden Okapi-Zuchtgruppe – zumal bei so seltenen Arten wie den Waldgiraffen weibliche Tiere für die Arterhaltung besonders wertvoll sind. Und so wurde das am 7. Juni geborene Kalb „Nyota“ getauft – afrikanisch für “Stern“. Doch die Freude währte nur 16 Tage, dann fanden die Pfleger Okapi-Mutter Kabinda tot in ihrer Box: Sie war einem chronischen Nierenleiden erlegen. Erste Versuche, das neue Sternchen am Okapi-Himmel mit der Flasche aufzupäppeln, scheiterten – schließlich wusste dieses schon genau, wie ein mütterliches Euter auszusehen hat. Als letzte Hoffnung blieben nur die Kuh Ibina und ihr halbjähriger Sohn Obasi, der bereits groß und kräftig genug war, um eine vorzeitige Entwöhnung von der Muttermilch zu verkraften. Aber würde Ibina die Rolle als Leihmutter und Amme spielen? Sie tat es: Ohne Umschweife nahm sie das fremde Kalb an, säugte es und leckt und pflegt es seither wie ihr eigenes. „In der Natur kommt dies bei Okapis höchstwahrscheinlich nie vor, denn dort führen Waldgiraffen ein Dasein als Einzelgänger und begegnen sich kaum“, erklärt Zoologin Dr. Ulrike Rademacher. „Auch in Zoos gab es so eine Adoption bei Okapis bislang nicht. Bei Steppengiraffen im Zoo dagegen lässt sich öfter beobachten, dass manche Kühe fremde, manchmal auch mehrere Kälber trinken lassen.“
    „Ohne Ibina wären wir aufgeschmissen gewesen“, lobt Pfleger Matthias Bernd die elfjährige Okapi-Kuh. Das Pflegerteam im Giraffenhaus ist heilfroh, dass Ibinas Milchfluss bislang ausreicht, um Nyota satt zu kriegen – und zwar mit bester Original-Okapimilch. Als Entlastung für die Amme und als Training für den Notfall, dass die Quelle doch noch vorzeitig versiegt, füttern die Pfleger inzwischen vier Mal am Tag 200 Milliliter Kuhmilch aus der Flasche zu. Dank sanfter Überredungskunst akzeptiert Nyota mittlerweile auch den künstlichen Sauger aus Menschenhand – was ihre Überlebenschancen zusätzlich steigert. Und Obasi, der ersatzweise noch etwas Milchpulver unters Obstfutter erhält, hat sich bereits recht gut damit abgefunden, dass er früher selbstständig werden musste.
    Bei den Okapis zählt jedes Tier, die Zukunft der Art steht in ihrer Heimat Zentralafrika auf der Kippe. Den Gesamtbestand von max. 20.000 bis 30.000 Tieren und ihren Lebensraum zu erhalten, ist daher Ziel eines Okapi-Projekts, das von vielen Zoos inklusive der Wilhelma unterstützt wird. Doch die politische Wirren sorgen für schwere Rückschläge: Kürzlich wurde die kongolesische Okapistation Epulu überfallen und zerstört, sechs Menschen und 13 Okapis starben. In Tierparks sind Waldgiraffen selten zu finden: In Europa leben derzeit 56 Okapis, davon sieben in Stuttgart: Epena und Ibina, ihre Söhne Kivu und Obasi, Nyota und die Bullen Xano und Vitu. Seit 1998 kamen hier zehn Okapis zur Welt, darunter vier Weibchen. Für die Besucher zu sehen ist das jüngste Kalb, Nyota, bisher kaum – wie alle Okapi-Kälber verbringt es die ersten Lebenswochen meist zurückgezogen in einem Versteck.

    Foto:
    Adoptivmama Ibina kümmert sich rührend um die Waise, säugt Nyota und leckt sie sauber. Bei guter Versorgung durch Muttermilch legen Okapi-Kälber ca. 2,5 Kilo pro Woche zu.
    (05.07.2012)
    Wilhelma:   Sommerferienprogramm 2012 der Wilhelmaschule:
    Außergewöhnliche Ferienerlebnisse für Kinder

    Spielzeuge für die Wilhelma-Gorillas basteln, einen eigenen kleinen Kräutergarten anlegen, Malen wie die australischen Ureinwohner oder nachtaktive Tiere besuchen und anschließend in der Wilhelmaschule übernachten: Von Juli bis September bietet die Wilhelma zum 5. Mal ein spannendes und vielseitiges Sommerferienprogramm für Kinder von sechs bis vierzehn Jahren an. Und das Beste: Es sind noch Plätze frei, die bei Martina Russ von der Wilhelmaschule jeweils Montag bis Freitag von 10 bis 12 Uhr unter der Telefonnummer 0711/5402-136 gebucht werden können. Das gesamte Angebot 2012 mit insgesamt neun verschiedenen Programmen gibt es zum Herunterladen auch unter www.wilhelma.de in der Rubrik der „Wilhelmaschule“. Weitere Infos zu Terminen, Anmeldung und Kosten erteilt ebenfalls Frau Russ. Die Anmeldung ist unbedingt erforderlich und Voraussetzung für die Teilnahme.

    Bild: Ebenfalls ein Angebot im Sommerferienprogramm der Wilhelma: Das Basteln von Beschäftigungsspielzeug für Tiere. Auf dem Bild befördern die Kinder gerade gemeinsam mit einer Tierpflegerin Popcorn in Bälle mit Löchern. Um ans Popcorn heranzukommen, nutzen die Menschenaffen oft Stöckchen als Werkzeuge - was Köpfchen und Geschick erfordert und sie beschäftigt. Foto: Wilhelma
    (03.07.2012)
    Holger Wientjes:   Da wäre ich mir gerade bei Menschenaffen gar nicht so sicher, ob ihnen das egal ist. Wäre mal interessant herauszufinden, welche Materialien sie bevorzugen, wenn sie eine Wahlmöglichkeit bekommen. Vielleicht wäre auch gerade diese Abwechslung nicht verkehrt. Ich kann verstehen, dass man nicht alles was sich bewährt hat aufgeben möchte. Aber fortschrittlich oder innovativ sieht ja dann auch anders aus. Und andere Zoos, die in letzter Zeit für Menschenaffen neu gebaut haben, sind ja auch neue Wege gegangen. Warum hat man dann in Stuttgart solche Bedenken ?
    (29.06.2012)
    Moritz Jochum:   Als ich eine Führung mit dem Tierarzt der Wilhelma gemacht habe sagte er dass alles was sich im alten Menschenaffenhaus bewährt hat übernommen wird und ich denke dass es einem Gorilla oder Bonobo egal ist ob seine Klettermöglichkeiten im Naturlook sind oder aus Metall
    (29.06.2012)
    BjörnN:   Die Kölner Anlage ist inzwischen auch schon 27 Jahre in betrieb und dort gibt es einen linoleumartigen Fußboden, der aber stark strukturiert ist, sodass die Tiere Zeit aufwenden müssen, um in den Wellen und Nieschen Leckereien zu finden.

    Mit persönlich gefallen weder das Plantschbecken noch die Metallelemente in Stuttgart, schon gar nicht die wuchtige Betonarchitektur, die man sich wohl von der alten Anlage abschaut, aber das ist Ansichtssache.

    Ich sehe darin keinen Unterschied zu vielfach bescholtenen Kunstfels.

    Andere Zoos lösen die Beschäftigungsmöglichkeiten mit hohen Anlagen, Seilen, Netzen etc. weitaus besser.
    (28.06.2012)
    Matthias Schramm:   "Nicht alles wird anders in der neuen Anlage – was sich im alten Haus bewährt hat, wird übernommen. Die Innengehege werden auch künftig hygienisch und sicher durch Glaswände zum Besucherbereich hin abgetrennt sein und mit altbewährten Einrichtungen wie Karussells, Planschbecken, festen und flexiblen Kletterstrukturen sowie Hängematten ausgestattet. Neu ist, dass die Tiere im neuen Haus in den Genuss eines Bodens mit Tiefstreu aus Rindenschrot („biofloor“) kommen werden. Und neben vielfältigen Beschäftigungsmöglichkeiten, die ihnen weiterhin angeboten werden, sollen den Tieren zeitweise sogar Filmvorführungen an der Gehegewand Abwechslung bieten!" Homepage Wilhelma

    Die "Karussells" sind tatsächlich die drehbaren Metalstangen, die auch bereits in den alten Käfigen montiert sind.

    In anderen Zoos, auch mit neuen Menschenaffenanlagen fällt mir auf, dass dort die Fußböden sehr häufig auch nicht aus Naturmaterialien beschaffen sind z.B. Köln oder irre ich mich da!?
    (28.06.2012)
    Jana Müller:   Gorilla Außenanlage
    (27.06.2012)
    Jana Müller:   Netz bei der Gorillakindergartenanlage
    (27.06.2012)
    Jana Müller:   Blick zur Bonobo-Anlage
    (27.06.2012)
    Jana Müller:   @Holger:
    wie gesagt, im Innenraum soll Rindenschrot als Untergrund dienen, nicht Beton.

    Das mit dem TV für die Tiere soll laut einem Bericht von swr.de "auch Impulse für die Verhaltensforschung bringen." In Twycross wurde laut diesem Bericht die Filmvorführungen getestet und die Tieren hatten wohl Spass dabei. Dort wurde der Fernseher auch bei Tieren in Quarantäne eingesetzt, die somit ohne Sozialkontakt lebten.
    Im übrigen soll der TV auch nur zeitweise "freigeschaltet" sein.

    Heute wurde auf der Bonobo-Außenanlage begonnen, das Netz über die Außenanlage zu legen. Auch über einem Teil des Gorilla-Kindergartens ist ein solches Netz angebracht worden.
    (27.06.2012)
    Ottmar Müller:   @Michael Mettler: Ich bin dafür, die Scheiben anzustreichen und die Tiere nur nachts auf die Außenanlagen zu lassen.

    Nein, im Ernst: Besucher sind für einen Zoo nunmal unvermeidlich, "Bonobo-TV" schon.
    (27.06.2012)
    Michael Mettler:   @Ottmar Müller: Und was ist mit der stundenlangen Reality-Soap, welche die die Bonobos Tag für Tag durch die Scheiben ihrer Anlage ansehen können? Wieviel Ähnlichkeit hat die denn mit ihrem Leben im Kongo...? ;-)
    (27.06.2012)
    Wilhelma:   VERANSTALTUNGSHINWEIS

    Kurzvorträge aus der Reihe „Wilde Wochenenden“ in der Wilhelma:
    „Tierisch Schlau“ – die überraschenden Geistesleistungen der Tiere

    Am Sonntag, dem 1. Juli 2012, können die Besucher im Wilhelmaschulgebäude unterhalb der Geiervoliere viel Erstaunliches und Wissenswertes über die Geistesleistungen von Tieren erfahren.
    In einem kurzweiligen Dia-Vortrag erzählt die Diplombiologin Sabine Ratzel großen wie kleinen Wilhelma-Besuchern beispielsweise von tüftelnden Kraken, von Schweinen, die sich im Spiegel erkennen, und von Menschenaffen, welche die Gebärdensprache beherrschen. Der Vortrag aus der Reihe „Wilde Wochenenden“ wird am 1. Juli zwei Mal gehalten – um 15 Uhr und um 16 Uhr. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist im Eintrittspreis der Wilhelma enthalten, kleine Spenden für den Gorillaschutz sind aber jederzeit willkommen.

    Bild: Der zahme Grünzügelpapagei Lilly aus der Wilhelmaschule ist beim „Puzzlespielen“ mit Spaß und Köpfchen dabei. Foto: Wilhelma / L. Cadd
    (27.06.2012)
    Ottmar Müller:   In Twycross wird das mit den Filmvorführungen anscheinend schon länger praktiziert. Ich halte die Idee, den Bonobos zusätliche visuelle Reize zu bieten an sich nicht für schlecht. Jedoch nur, wenn das zeitlich sehr begrenzt geschieht und wenn die Tiere Landschaften und andere Arten aus ihrem natürlichen Lebensraum zu sehen bekommen (ich glaube nicht, dass im Kongo Mäuse mit Hosen herumlaufen).
    (27.06.2012)
    Holger Wientjes:   Sehe ich auch so. Die Aussenanlagen scheinen ja wirklich gut zu werden. Innen wird´s wohl zumindest kein Kunstfelspalast, was ich aber auch nicht gerade schlimm finde. Solange die Tiere nicht auf blankem Beton laufen müssen, wovon ich nicht ausgehe, soll´s wohl was werden. Nur das "Karussell" und das "Affen-TV" macht mir nach wie vor etwas Kopfschmerzen
    (27.06.2012)
    Ulli:   Zweifelsohne eine sehr sehr große Verbesserung ... aber irgendwo auch Architekten-Selbstverwirklichung.
    (27.06.2012)
    Ottmar Müller:   Noch mehr Bilderhttp://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.bauarbeiten-in-der-wilhelma-am-see-begegnen-besucher-den-gorillas.4274d70e-31f8-414d-a6b0-6f9c1fa39ae2.html
    (27.06.2012)
    Jana Müller:   In den Innengehegen gibt es dann "biofloor" als Untergrund, das ist ein Tiefstreu aus Rindenschrot.
    Bildmaterial gibt es immer auf der Wilhelma-HP unter "Ereignis-Tagebücher" --> "Menschenaffenanlage".
    Bin heute wieder in der Wilhelma, kann dann ein paar aktuelle Fotos vom Baufortschritt machen (wobei man von innen allerdings nichts sehen wird).
    (27.06.2012)
    Michael Mettler:   @BjörnN: Naturboden kann auch aus Felsen bestehen...
    http://www.hascherjehle.de/de-projekte/anlage-fuer-afrikanische-menschenaffen-wilhelma-stuttgart.html

    Ich bin gespannt.
    (26.06.2012)
    Jan Beensen:   Gibt es schon Bildmaterial?
    Ich kann es nämlich kaum fassen...
    (26.06.2012)
    Ottmar Müller:   Wenn die ganzen Betonwände in ihrem jetzigen Zustand belassen werden (Fotos SZ) wird das weder für Menschen noch für Tiere ein schöner Ort. Ich denke doch, dass so hoch entwickelte Tiere wie Menschenaffen sehr wohl zwischen grauem Beton und hübsch bemalten Wänden unterscheiden können.

    Mit den "Karussells" sind möglicherweise auch die drehbaren Metallstangen gemeint, die es schon im alten Haus gibt.
    (26.06.2012)
    BjörnN:   Innen werden die Anlagen gestalterisch sich wohl kaum von den jetzigen abheben. Das Konzept maximaler Hygiene scheint Programm in Stuttgart zu sein, man ist damit bislang auch nicht so schlecht gefahren.

    Ich teile aber die Empfindungen meiner Vorredner, das ist weder fortschrittlich noch zeitgemäß. Den Sinn von Zeichentrickserien soll mal einer verstehen.

    Zumindest außen wird es Naturboden geben, den manche Stuttgarter Menschenaffen noch nie oder über 40 Jahre nicht spüren durften.
    (26.06.2012)
    Silke Kollrich:   Heute ist doch nicht der 1. April! Soll das wirklich ernst gemeint sein?
    (26.06.2012)
    Holger Wientjes:   Wirkt in der Tat etwas befremdlich ! Da bin ich ja mal gespannt.
    (26.06.2012)
    Liz Thieme:   Habe gerade in der Stuttgarter Zeitung Infos zur Menschenaffenanlage gelesen. Bisher dachte ich (aufgrund von Bildern), dass die recht naturnah gebaut werden soll.
    Nun lese ich solche Sachen wie: >Jehle unterstrich, dass die Anlage vor allem den hygienischen und sicherheitstechnischen Anforderungen an die Tierhaltung gerecht werde. „Das ist ein sehr funktionales Gebäude – wir wollten kein Disneyland schaffen mit Fototapete von einer Regenwaldlandschaft.“<
    Und >In den Innengehegen können die Tiere künftig in Becken planschen, auf einem Karussell herumtoben und sich anschließend in Hängematten ausruhen. Eine zusätzliche Bereicherung für die Affen soll außerdem das Bonobo-TV werden. Dabei können die Tiere künftig selbst aussuchen, was sie im Gehege anschauen wollen – Tierdokumentationen oder bunte Zeichentrickfilme.<

    Ich bin etwas geschockt von der Idee mit dem Fernsehen. Da wird über Eltern geschimpft, die ihre Kinder zur Beschäftigung vor den Fernseher hocken und bei den Affen wirds gemacht.
    Und auch das mit dem Karussel kommt mir etwas fremdartig vor.
    (26.06.2012)
    Wilhelma:   Nachwuchs bei den Markhoren:
    Die Ziegen mit den „Schlangenhörnern“

    Während Harry, der Markhor-Bock der Wilhelma, in der Sonne döst und genüsslich wiederkäut, springt sein jüngster Nachwuchs munter über die Kletterfelsen unterhalb der Bärenanlage. Vor rund einem Monat erblickten die drei kleinen Markhore, auf deutsch „Schraubenziegen“ genannt, das Licht der Welt. Seither gehen sie am liebsten gemeinsam, als Kindergartentrupp, auf Entdeckungsreise. Dabei bewegen sie sich schon fast so elegant und trittsicher über Stock und Stein wie die erwachsenen Herdenmitglieder.
    Um so imposante Hörner zu tragen wie sein Vater Harry, muss das Böckchen unter den drei jungen Markhoren wohl noch eine ganze Weile warten beziehungsweise wachsen. Bis zu beachtliche 1,6 Meter Länge können die schraubenförmigen Hörner der Böcke im Laufe ihres Lebens erreichen. Bei Markhoren tragen die Weibchen in der Regel ebenfalls Hörner, die allerdings kleiner bleiben. Ihrem markanten Kopfschmuck verdanken die aus Zentralasien stammenden Markhore auch ihren deutschen Namen „Schraubenziege“, der zudem ihre nahe Verwandtschaft zu unseren Hausziegen anzeigt. Die Bezeichnung „Markhor“ dagegen leitet sich von zwei persischen Wörtern ab: von mar für „Schlange“ und khor für „Esser“ – Markhor bedeutet also „Schlangenesser“. Da sich Schraubenziegen nicht von Schlangen, sondern rein pflanzlich ernähren, muss es eine andere Erklärung für den Namen geben. Auf der Suche danach stößt man auf eine Sage, in der ein Markhor eine Schlange tötet und verspeist. Und es gibt den Aberglauben, dass der Schaum, der den Tieren beim Wiederkäuen aus dem Mund tropft, in getrockneter Form als Gegengift bei Schlangenbissen helfen soll. Eine einfachere Erklärung liefern vielleicht die Hörner selbst, die an sich windende Schlangen erinnern.
    Wie alle Ziegenartigen sind auch Markhore an das Leben im Hochgebirge ihrer Heimat, die von Afghanistan bis Indien reicht, hervorragend angepasst. Mit Leichtigkeit erklimmen sie die steilsten Felsen, und das bis in Höhen von 3600 Metern. Anders als ihre Verwandten – etwa die Steinböcke – scharren Markhore ihre Pflanzennahrung nicht mit den Hufen unter dem Schnee hervor. Sie bevorzugen andere Methoden, um auf ihre Kosten zu kommen: Sie suchen zunächst die tiefer gelegenen, immergrünen Laubwälder auf, wo vor allem die Jungtiere und leichteren Geißen geschickt im Geäst von Sträuchern und niederen Bäumen umherklettern und das Laub abknabbern. Da sich unter ihrem Gewicht die Äste zu Boden biegen, kommen unten aber auch die Böcke und schwereren Geißen zu ihrem täglich Brot. Zerren die am Boden gebliebenen Herdenmitglieder jedoch zu stark an den Ästen, kommt es schon mal vor, dass ihre oben balancierenden Artgenossen wie reife Äpfel vom Baum fallen – dabei aber natürlich geschickt und unverletzt landen.
    In ihren natürlichen Verbreitungsgebieten sind Markhore heute leider eine seltene Erscheinung. Jagd und Lebensraumzerstörung haben sie an den Rand des Aussterbens gebracht. In Zoos findet man Schraubenziegen ebenfalls nur selten. Die zwei weiblichen und das männliche Zicklein, welche nun die Wilhelma-Herde verstärken, sind also nicht nur niedlich, sondern auch seltene Kostbarkeiten.
    (21.06.2012)
    Ottmar Müller:   Zu den Waldhunden: Die neuen Tiere sind zur Zeit hinter den Kulissen in der Quarantäne, wohin die alten sind weiß ich nicht.
    (11.06.2012)
    Wilhelma:   WICHTIGER VERANSTALTUNGSHINWEIS

    Geschlossene Veranstaltung „Dreamnight“ am 15. Juni:
    Ein abendlicher Wilhelma-Besuch exklusiv für kranke Kinder

    Am 15. Juni wird die Wilhelma ihre Pforten für die breite Öffentlichkeit ausnahmsweise schon um 17.30 Uhr anstatt wie üblich um 20 Uhr schließen. Denn an diesem Abend findet ab 18 Uhr eine geschlossene Abendveranstaltung exklusiv für kranke und behinderte Kinder statt: die „Dreamnight“. Rund 500 Kinder sowie ihre Familien erhielten eine Einladung dafür, rund 2000 Gäste werden erwartet. Für ein paar Stunden haben dann die kranken Kinder und ihre Begleiter die Wilhelma ganz für sich.
    Ins Leben gerufen wurde die „Dreamnight“ 1996 vom Zoo Rotterdam, mittlerweile wurde eine globale Bewegung daraus: 248 Zoos weltweit führen sie inzwischen durch, 85.000 Familien besuchten allein 2011 die „Traumnacht im Zoo“, also rund 350.000 Besucher. Ziel der Veranstaltung ist es, behinderten und chronisch kranken Kindern einen Zoo-Besuch zu ermöglichen, bei dem sie Tiere und Pflanzen in geschützter Atmosphäre ungestört und bedürfnisgerecht erleben können. In der Wilhelma findet am 15. Juni die mittlerweile vierte Dreamnight statt; sie beginnt um 18 Uhr und dauert bis etwa 22 Uhr – die übrigen Besucher werden daher gebeten, die Wilhelma ausnahmsweise bereits um 17.30 Uhr zu verlassen.
    Eingeladen wurden die Kinder gemeinsam von der Wilhelma, dem Olga-Kinderhospital sowie verschiedenen Förderkreisen, die sich jeweils um Kinder mit bestimmten Krankheitsbildern wie Herz- und Nierenkrankheiten, Krebs oder Down-Syndrom kümmern. Für sie alle haben sich die Wilhelma-Mitarbeiter wieder ein buntes Programm ausgedacht – mit Führungen, Fütterungen und Tierbegegnungen, Malen, Basteln und Spielen. Möglich macht die Veranstaltung vor allem der ehrenamtliche Einsatz der Wilhelma-Mitarbeiter, unterstützt von Mitgliedern des Wilhelma-Fördervereins sowie von zahlreichen Unternehmen, Institutionen und Künstlern, die ihre Leistungen oder Produkte der guten Sache kostenfrei zur Verfügung stellen.
    (11.06.2012)
    Jana Müller:   Der Wasserbock starb im April.
    Schön, dass die Bongos nun auch in das Gehege dürfen. Hoffentlich zieht bald ein neuer Zuchtbock ein.
    (08.06.2012)
    Ottmar Müller:   Der letzte Wasserbock ist wohl weg. Er ist nicht mehr ausgeschildert und die Bongos können diesen Gehegeteil nun auch nutzen.
    (07.06.2012)
    Joshua Förg:   Bei den Schwarzstörchen schlüpfte auch mindestens ein Jungvogel, man kann das Nest jedoch aufgrund einer Absperrung leider nur aus einiger Entfernung betrachten.
    (06.06.2012)
    Wilhelma:   Nachwuchs bei den Mandschurenkranichen:
    Elternglück bei den Glücksbringern

    Bereits im dritten Jahr nacheinander hat das junge Mandschurenkranich-Paar der Wilhelma Nachwuchs bekommen: Das Küken schlüpfte Ende Mai auf der Stelzvogelwiese und folgt seitdem den wachsamen Eltern auf Schritt und Tritt. Für die Wilhelma ist dies sehr erfreulich – zumal die seltene asiatische Vogelart erst seit 2008 in Stuttgart gehalten wird.
    In ihrer fernöstlichen Heimat gelten Mandschurenkraniche als die Glücksbringer schlechthin und stehen für ein gesundes, langes Leben. Trotzdem – oder gerade deshalb – wurden sie noch bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts stark bejagt. In Japan galt ein Kranich als besondere Delikatesse, die vor allem zum Neujahrsfest auf den Tisch kam. Erst nachdem die Bestände fast vollständig erloschen waren, wurde die Jagd strikt verboten, so dass es heute zumindest auf der japanischen Insel Hokkaido wieder eine stabile Population der Mandschurenkraniche gibt. Auf dem Festland, in China, der Mongolei und auf der koreanischen Halbinsel hingegen ist es um die Art nicht so gut bestellt: Hier macht den Vögeln vor allem der Verlust ihres Lebensraums zu schaffen. Sie sind auf große Sumpfgebiete angewiesen, in denen sie ungestört ihre Jungen groß ziehen können. Zudem werden ihre Überwinterungsgebiete immer häufiger trocken gelegt, um Nutzflächen für die Landwirtschaft zu gewinnen. So wurde der Mandschurenkranich zu einem der seltensten Kraniche weltweit.
    Umso erfreulicher ist, dass die Zucht dieser imposanten Vögel in Gehegen, unter anderem in der Wilhelma, gut funktioniert. Dabei legen Mandschurenkraniche in der Regel zwei Eier, die von Henne zu Henne ganz anders gefärbt sein können: von bläulich, über braun gesprenkelt – wie beim Wilhelma-Weibchen – bis hin zu schneeweiß. Dies ist einzigartig: Normalerweise haben innerhalb einer Kranichart alle Eier die gleiche Färbung. Keine Farbunterschiede gibt es bei den geschlüpften Küken – sie tragen alle ein braunes Dunenkleid, mit dem sie hervorragend getarnt sind. Zusätzlich werden sie von den Eltern mit Argusaugen bewacht und vor Feinden mutig verteidigt. Bereits mit drei Monaten sind die jungen Mandschurenkraniche so groß wie ihre Eltern und haben ihre Dunen gegen „richtige“ Federn getauscht. Während der ersten zwei Lebensjahre verrät jedoch ihr bräunliches Federkleid ihr Alter, erst danach tragen sie rein weiße und schwarze Federn. Für eigenen Nachwuchs sorgen sie ab drei bis vier Jahren, wenn sie den passenden Partner gefunden haben. Diesem bleiben sie – wie alle Kraniche – ein Leben lang treu. Um die Paarbindung zu stärken, veranstalten Mandschurenkraniche jedes Jahr aufs Neue atemberaubend schöne Tänze mit ausgefeilter, besonders figurenreicher Choreografie. Und klangvoll geht es beim Balzen ebenfalls zu: Ihre trompetenden Rufe schallen dank der gebogenen Form ihrer Luftröhre dann kilometerweit.
    Sobald das in der Wilhelma geborene Kranichküken groß genug ist, wird es in einem anderen Zoo ein neues Zuhause finden und dort mit einem passenden Partner eines Tages selbst Junge aufziehen. Damit diese bedrohte Vogelart auch in Zukunft überleben kann.
    (06.06.2012)
    Wilhelma:   Aus der Reihe „Wilde Wochenenden“ der Wilhelma-Schule:
    Ein kulinarischer Rundgang zu essbaren Wildpflanzen

    In unseren heimischen Wiesen und Wäldern wachsen erstaunlich viele Wildpflanzen, die man essen kann. Welche zu den genießbaren Arten gehören und wie sie auf gesunde, leckere Art den Speiseplan bereichern können, das erfahren die Wilhelma-Besucher am Sonntag, dem 10. Juni 2012, von dem Experten und Buchautor Dr. Markus Strauß. Er lädt an diesem Tag jeweils um 15 Uhr und um 16 Uhr zu einem kleinen „kulinarischen“ Rundgang durch die Wilhelma ein. Aufgesucht werden gezielt diejenigen Wildpflanzen, die jetzt, im Frühsommer, wachsen und für den Verzehr geeignet sind. Der Rundgang wird in der Reihe „Wilde Wochenenden“ von der Wilhelmaschule angeboten, Treffpunkt für den Rundgang ist das Wilhelmaschulgebäude unterhalb der Geiervolieren. Die Teilnahme kostet nur den üblichen Wilhelma-Eintritt, kleine Spenden für den Gorillaschutz sind willkommen.
    (05.06.2012)
    Jana Müller:   Die Waldhunde (3,0) sind schon seit Ende Februar weg, wohin sie kamen weiß ich nicht. Seitdem steht das Gehege leer.
    Scheinbar soll ein neues Zuchtpaar kommen... aber wann, keine Ahnung.

    Giraffenjungulle Leon (*2009) hat den Zoo Mitte Mai Richtung Nürnberg verlassen.
    (01.06.2012)
    Joshua Förg:   @Ottmar Müller: Was mit den Waldhunden geschehen ist, weiß ich nicht, aber der Zoo in Landau plant derzeit die Haltung von Waldhunden im ehemaligen Luchsgehege. Eventuell wurden die Waldhunde der Wilhelma schon nach Landau gebracht bzw. sind noch in der Wilhelma hinter den Kulissen, um in absehbarer Zeit nach Landau abgegeben zu werden.
    (31.05.2012)
    Wilhelma:   Zweifingerfaultiere:
    Nachwuchs bei den fleißigsten Faulpelzen der Wilhelma

    Die Zweifingerfaultiere gehören, man glaubt es kaum, zu den fleißigsten tierischen Mitarbeitern der Wilhelma: Denn jedes Jahr seit ihrem ersten Rendezvous 2004 schenkt das Zuchtpaar Marlies und Mike dem zoologisch-botanischen Garten zuverlässig ein kleines Faultierchen. Ihr achter Nachwuchs, dessen Geschlecht noch unbekannt ist, kam am 14. Mai direkt vor den Augen einiger begeisterter Besucher zur Welt.
    Geduldig und gemächlich trägt Faultiermutter Marlies ihr Jungtier durchs Gehege im Kleinsäuger- und Vogelhaus: Wie alle erwachsenen Tiere ihrer Art bewegt sie sich dabei kopfüber vorwärts, Bauch an Bauch mit ihrem Kleinen, dessen Rücken in den ersten Lebensmonaten somit noch nach oben zeigt. Bei ihrem langsamen Gehangel machen die Faultiere ihrem Namen alle Ehre. Alles funktioniert bei ihnen in Zeitlupe: von der Fortbewegung bis zur Verdauung. Doch mit „Faulheit“ hat dies ebenso wenig zu tun wie der Umstand, dass die Tiere bis zu 16 Stunden des Tages verschlafen. Vielmehr sind sie als Wunderwerke der Evolution bestens an ihren Lebensraum, die Baumkronen des mittel- und südamerikanischen Regenwaldes, angepasst. So begnügen sich Faultiere in Sachen Nahrung mit schwer verdaulichen Blättern, Knospen und Blüten. Um diese möglichst effektiv verwerten zu können, verdauen die Tiere extrem langsam und brauchen entsprechend viel Ruhe und Schlaf. Nur etwa einmal pro Woche suchen sie den Boden auf, um ihr Geschäft zu verrichten. Warum sie dieses Risiko eingehen, ist bis heute nicht endgültig beantwortet. Eine Vermutung: Die Faultiere düngen mit ihrem Kot gezielt „ihren“ Futter- und Schlafbaum mit wertvollen Nährstoffen, die im Regenwald ansonsten Mangelware sind.
    Ein weiterer Vorteil des Faultierlebens in „Slow motion“: Die langsamen Bewegungen machen die Tiere für ihre Fressfeinde, wie Harpyien – eine Greifvogelart – und Jaguare, fast unsichtbar. Unterstützt wird die perfekte Tarnung im Blätterwald durch die Algen, die im Faultierpelz siedeln und ihn grün färben. Müssen sie sich dennoch einmal verteidigen, setzen die Faultiere ihre kräftigen, bis sieben Zentimeter langen Krallen ein, die ihnen aber vor allem beim Hangeln durch die Bäume beste Dienste leisten. Die Zahl der Krallen an den Vorderbeinen ist dabei namensgebend: So besitzt das Zweifingerfaultier – im Gegensatz zum Dreifingerfaultier – vorne nur zwei Krallen.
    Und noch eine eigenartige Anpassung an die Lebensweise im feuchten Regenwald fällt bei Faultieren ins Auge: Ihren „Scheitel“ tragen sie auf dem Bauch. Der Vorteil: Das Regenwasser kann problemlos abfließen. Marlies und Mikes Jüngstes allerdings wird seinen Scheitel wie alle kleinen Faultiere noch ein Weilchen auf dem Rücken tragen. Erst wenn es selbstständig durchs Geäst hangelt, wird er auch bei ihm auf den Bauch wandern.

    Foto: Wilhelma
    Kleine Klette: Bequem auf den Bauch gebettet, trägt Faultiermama Marlies ihr Jungtier durchs Geäst.
    (31.05.2012)
    Ottmar Müller:   Laut der Zootierliste leben in der Wilhelma keine Waldhunde mehr. Weiß jemand, was mit denen geschehen ist?
    (26.05.2012)
    Wilhelma:   Nachwuchs bei den Bezoarziegen:
    Seltene Kletterkünstler aus Griechenland

    Seit Kurzem erobern zwei Zicklein das Gehege der Bezoarziegen. Trittsicherheit ist bei den wilden Stammeltern unser Hausziegen angeboren – und so tollen auch die beiden Jüngsten bereits übermütig über Stock und Stein. Und wenn die Elterntiere einmal im Weg liegen, werden auch sie als willkommenes Hindernis gesehen, das es zu überwinden gilt.
    Die beiden Zicklein sind echte Seltenheiten. Waren Bezoarziegen früher im westlichen Asien weit verbreitet, gibt es heute nur noch kleine Restbestände von ihnen. Einer davon hat sich glücklicherweise auf Kreta erhalten. Von dort stammen auch die Bezoarziegen der Wilhelma. Das Besondere an diesen Tieren ist, dass sie heute vermutlich die einzigen Wildziegen sind, die sich noch nicht mit verwilderten Hausziegen vermischt haben.
    Noch bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren Bezoarziegen auf Kreta weit verbreitet. Doch vor allem wegen ihres begehrten Fleisches und der attraktiven Hörner wurden die Tiere stark verfolgt. Daneben ist aber auch ein Aberglaube schuld daran, dass die Bezoarziegen in ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet so selten geworden sind. In den Mägen der Wildziegen bilden sich nämlich mit der Zeit unverdauliche Ballen aus verfilzten Haaren, die durch Abschlecken aufgenommen und mit der Zeit steinhart werden. Diese so genannten Bezoare – denen die Wildziegen nicht nur ihre Seltenheit sondern auch ihren Namen verdanken – galten schon im Mittelalter als Wunderheilmittel, vor allem gegen Vergiftungen.
    Die scheuen, kretischen Bezoarziegen, deren Bestand auf ungefähr 1000 Tiere geschätzt wird, bekommt heute kaum noch jemand zu Gesicht. Sie haben sich in die unzugänglichen Höhenlagen der Gebirge zurückgezogen, wo sie mit schwindelerregender Leichtigkeit auch die steilsten Hänge erklimmen. In den Bergwäldern suchen die bergtüchtigen Paarhufer Schutz und Nahrung, die vor allem aus Gräsern, Kräutern und frischen Trieben besteht. Zur Paarungszeit messen die bis zu 70 Kilogramm schweren Männchen mit ihren mächtigen Hörnern, ähnlich wie Steinböcke, in Rivalenkämpfen ihre Stärke. Denn nur die stärksten Böcke dürfen sich mit den Weibchen paaren. Sonst streifen Männer- und Mutter-Kindgruppen von bis zu 25 Tieren meist getrennt durchs Gebirge. Im Mai kommen die Jungen zur Welt. Drei Tage liegen sie in versteckten Felsnischen, dann folgen sie den Müttern über Stock und Stein. Rund sechs Monate werden sie gesäugt, bis zu zwölf Monate bleiben sie bei den Müttern.
    Die beiden in der Wilhelma geborenen Zicklein werden später in anderen Zoos zum Arterhalt beitragen, denn die Bestände der Bezoarziegen schrumpfen weiter: wegen des Holzeinschlags in ihren Lebensräumen und der mittlerweile riesigen Konkurrenz durch ihre eigenen Nachfahren, die Hausziegen.

    Foto: Wilhelma
    Eine Bezoarziege mit ihrem Zicklein.
    (24.05.2012)
    Wilhelma:   Veranstaltungshinweis

    Kurzvorträge in der Wilhelmaschule aus der Reihe „Wilde Wochenenden“:
    Vom guten Bienenhonig, der aus der Stadt kommt

    Am Sonntag, dem 27. Mai 2012, bietet die Wilhelmaschule zwei Kurzvorträge rund um Bienenzucht und Honigproduktion in der Stadt an – einmal um 15 Uhr und ein zweites Mal um 16 Uhr. Gehalten werden die Vorträge von Richard Odemer: Er ist Imker aus Leib und Seele und betreut auch in der Wilhelma vier Bienenvölker, deren Stöcke rund um das Natur-Info-Center der Umweltakademie nahe des Schaubauernhofs zu finden sind. In Bild und Text erzählt der Bienenexperte den Wilhelma-Besuchern, warum Bienenzucht gerade in der Stadt erstaunlich erfolgreich ist und wie Honig entsteht – kleine Kostproben inklusive. Die Vorträge sind wie immer frei, jeder Besucher mit Eintrittskarte kann teilnehmen, kleine Spenden für den Gorillaschutz sind aber jederzeit willkommen. (Weitere Infos zum Bienenexperten und seiner Arbeit: www.filderhonig.de)

    Foto: Richard Odemer
    "Honigbienen im Anflug an den Bienenstock"
    (23.05.2012)
    Jana Müller:   Die Betontreppe auf der Anlage wird man später wohl nicht sehen, da genau an dieser Stelle der Pool der Elefanten sein wird. Hier ist nur noch kein Wasser drin. Die Elefanten können dann entscheiden, ob sie die Treppen oder die "Rampen" nutzen, um in den Pool zu kommen.
    (18.05.2012)
    Jonas Homburg:   Irgendwie kann ich der Elefantenanlage auch nix abgewinnen. Eine naturnahe Landschaft mit Betontreppe? Das hätte man sicher geschickter lösen können.
    (18.05.2012)
    Wilhelma:   Kurzvorträge in der Wilhelmaschule aus der Reihe „Wilde Wochenenden“:
    Alles über Fledermäuse, die Schatten der Nacht

    Am Sonntag, dem 20. Mai 2012, bietet die Wilhelmaschule wieder spannende Kurzvorträge für die Wilhelma-Besucher an – einmal um 15 Uhr und ein zweites Mal um 16 Uhr. Diesmal geht es um die "Schatten der Nacht", die Fledermäuse. In Bild und Wort stellt die Fledermausexpertin und Zoopädagogin Ewa Paliocha bei ihrem Vortrag verschiedene Fledertier-Arten vor und erzählt von den erstaunlichen Fähigkeiten und besonderen Bedürfnissen der dämmerungs- und nachtaktiven Insektenjäger. Der Vortrag ist frei, jeder Besucher mit Eintrittskarte kann teilnehmen, kleine Spenden für den Gorillaschutz sind jedoch jederzeit willkommen.

    Foto: Martin Paliocha
    Eine Zweifarbfledermaus: Wie alle heimische Arten steht sie aufgrund von Wohnungsnot, Insektiziden und Veränderungen ihres Lebensraums unter Naturschutz.
    (16.05.2012)
    Holger Wientjes:   Dann warte ´mal ab, bis das Beet im Vordergrund grün geworden ist... ;-)
    (16.05.2012)
    Michael Mettler:   Das angebliche "Bild einer naturnahen Landschaft" will bei mir bei diesem Anblick nicht so recht entstehen... Trotzdem natürlich eine haltungstechnische Optimierung.
    (16.05.2012)
    Wilhelma:   Das umgestaltete Außengehege der Elefantenanlage:
    Mehr „Wellness“ für Elefanten, schönere Einblicke für Besucher

    Die Elefantenanlage der Wilhelma ist über 40 Jahre alt und besaß einen Absperrgraben, der für die betagten Elefantendamen zu gefährlich geworden war. Dieser Graben ist nun verschwunden, denn das Außengehege wurde umgebaut, ist seit Ende April bezugsfertig – und die beiden Elefantendamen Pama und Zella können darin künftig deutlich mehr Komfort genießen. Finanziert wurde der Umbau vom für die Wilhelma zuständigen Ministerium für Finanzen und Wirtschaft, die Bauleitung lag beim Stuttgarter Amt von ’Vermögen und Bau Baden-Württemberg’, beteiligt am Umbau waren überdies Landschaftsarchitekten, Ingenieure und Gartengestalter.
    Von November 2011 bis Ende April 2012 dauerte der Umbau, dann konnten die Elefanten einziehen – und sie nahmen ihre neue Außenanlage sichtlich begeistert in Besitz. Auch für den Besucher sind die Veränderungen auf den ersten Blick sichtbar: Die neue Form und die verwendeten Materialien lassen nun das Bild einer naturnahen Landschaft entstehen. Die Einfassungsmauern bestehen aus regionalem Travertin und Betonstein, weitere Travertin-Findlinge sowie eine der asiatischen Heimat der Tiere nachempfundene Bepflanzung mit Bambus und Gräsern unterstützen den natürlichen Eindruck. Die Gehegegrenzen wurden fast rundherum neu festgelegt und durch den Wegfall des Grabens hat sich die nutzbare Fläche von vorher 620 auf 830 Quadratmeter vergrößert. Die Anlage besitzt jetzt großteils einen für die Schwergewichte angenehmen Sandboden, zur Kühlung im Sommer und ganzjährigen Hautpflege dient eine Lehmsuhle von rund 50 Quadratmetern. Außerdem enthalten sind zwei Becken mit austauschbarem Substrat und acht Schubberbäume, die das Gehege gleichzeitig räumlich unterteilen. Zwei in Travertin-Felsen eingelassene Futterkästen dienen auch der Beschäftigung: Sie fordern das Geschick der Elefantenrüssel heraus und bieten sich ebenfalls als Schubberfläche an. Ein weiteres Highlight: das neue und fast doppelt so große Elefantenbad mit ca. 85 Quadratmetern Wasserfläche und 65 Kubikmetern Fassungsvermögen. Ins Bad steigen können die Elefantendamen wahlweise über Rampen oder Stufen. Das Badewasser wird durch eine moderne, nachhaltige Wiederaufbereitungsanlage gereinigt, die den Wasser- und Energieverbrauch optimiert. Auch die Besucherbereiche rund um die Elefantenanlage wurden aufgewertet. Auf der Ostseite gibt es nun einen größeren Zuschauerbereich sowie ein „Fenster“ und an der Südgrenze sogar eine richtige Besuchertribüne: Sie bietet den Besuchern einerseits Sitzgelegenheiten und andererseits den direkten Blick auf den Elefantenpool.
    Wenn die Elefanten, wie geplant, dann eines Tages in eine ganz neue Anlage umziehen, sollen die Indischen Panzernashörner das Gehege erben, das deshalb beim Umbau bereits die Haltungsanforderungen beider Tierarten berücksichtigte. Die rund eine Million Euro, die das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg für die Maßnahme bereitstellte, wurde somit ökonomisch sinnvoll und zukunftsorientiert investiert.
    (Unter www.wilhelma.de finden Sie auch die „Langfassung“ der Meldung, die z.B. weitere Details zum Komfort für die Elefanten enthält.)

    Foto (Wilhelma): Die umgestaltete Elefanten-Außengehege, von der neuen Besuchertribüne aus betrachtet.
    (16.05.2012)
    Liz Thieme:   Weiß jemand wie viele Kanadische Biber die Wilhelma hat?
    Die wollen ein männliches Tier abgeben.
    (15.05.2012)
    Wilhelma:   Neues Leben in der Kleinbären-Anlage:
    Die Nasenbärinnen sind los!

    Im Nasenbären-Gehege neben dem Amazonienhauses geht es rund: Denn vor Kurzem sind vier junge, weibliche Nasenbären aus Belgien und Dänemark eingetroffen. Und die sorgen nun mit allerhand Kapriolen und sportlichen Einlagen dafür, dass wieder Leben in die kleine Felslandschaft kommt.
    Seit von der alten Nasenbären-Generation der Wilhelma nur noch der alte Dag übrig ist, war es auf der Anlage der Nasenbären recht ruhig geworden. Dabei sind die Kleinbären aus Süd- und Mittelamerika bei den Besuchern gerade wegen ihrer munteren, verspielten Art sehr beliebt. Die quirlige Samba, die dunkle Salsa und die freche Bärtha tun nun ihr Bestes, um diesem Ruf ihrer Gattung gerecht zu werden und machen bereits die Außenanlage unsicher. Derweil leistet die vierte Neue namens Rumba dem alten Dag in einem Innengehege Gesellschaft – denn sie verträgt sich mit dem kastrierten Männchen am besten, während die anderen drei Mädels ihn bislang eher triezten.
    Tatsächlich hat das temperamentvolle „Trio Infernale“ nichts als Blödsinn im Kopf und treibt im Außengehege einen Schabernack nach dem anderen – zur Freude der Besucher. Die aktuelle Lieblingsbeschäftigung der Nasenbärinnen: Bäume zerlegen und die Rindenstücke im Verbindungsgang zu ihrem Innengehege verteilen, wo die menschlichen „Reinigungskräfte“ kaum hingelangen. Offenbar sehen Nasenbären in unseren Augen nicht nur wie kleine, verwegene Gauner aus, sie haben es wirklich faustdick hinter den Ohren. Ziemlich sportlich sind sie obendrein: Zu den täglichen Trainingseinheiten der Nasenbärinnen gehören beispielsweise so anspruchsvolle Disziplinen wie Weitsprung, Felsenklettern, Gipfelstürmen, auf Schwebebalken balancieren oder exzessives Bodenumgraben.
    In der Natur kommen Nasenbären vom Süden der USA bis nach Argentinien vor, und hier im tropischen Dschungel ebenso wie in Wüstenrandgebieten. Am liebsten sind sie aber im Wald unterwegs, und das im Gegensatz zu den anderen nachtaktiven Kleinbären-Arten vor allem am Tage. Ihren Namen verdanken die Allesfresser natürlich ihren langen und äußerst beweglichen Rüsseln, die sie auch gerne überall hineinstecken – es könnte ja sein, dass eine leckere Mahlzeit oder wenigstens etwas zum Spielen für sie drin ist. Ihren Schwanz tragen sie gern steil aufgerichtet, wenn sie oft in ganzen Trüppchen spazieren gehen. Meist leben aber nur Weibchen und Jungtiere zusammen, Männchen führen ein Singledasein. Lediglich zur Paarungszeit dürfen sie sich nähern und versuchen dann, die Weibchen mit Fellpflege und anderen Liebesdiensten zu umgarnen. Aber kaum haben sie ihre Aufgabe erfüllt, ist Schluss mit lustig und die Männer werden wieder vertrieben. Im Zoo werden daher oft reine Frauengruppen oder kastrierte Männchen mit Weibchen zusammen gehalten.

    Immer auf dem Sprung: Impressionen aus dem bewegten Leben der jung-dynamischen Nasenbärinnen, die vor Kurzem in ihr neues Heim neben dem Amazonienhaus eingezogen sind. Foto: Wilhelma
    (10.05.2012)
    Michael Mettler:   Die Wilhelma hat diesmal den Parkscout-Award "Bester Zoo 2011/12" gewonnen, Platz 2 ging an ZOOM Gelsenkirchen, Platz 3 an Hannover. Scheint aber der Gewinnerin - wenn ich es nicht übersehen habe - noch nicht mal eine Meldung auf der eigenen HP wert zu sein...?
    (10.05.2012)
    Wilhelma:   Veranstaltungshinweis

    Spannende Kurzvorträge in der Wilhelma-Schule
    Tierisch schlau – verblüffende Geistesleistungen im Tierreich

    Am Sonntag, dem 13. Mai 2012, können die Besucher im Wilhelmaschulgebäude unterhalb der Geiervoliere Erstaunliches und Wissenswertes über die Geistesleistungen von Tieren erfahren. In einem kurzweiligen Dia-Vortrag erzählt die Diplombiologin Sabine Ratzel großen wie kleinen Wilhelma-Besuchern beispielsweise von tüftelnden Kraken, von Schweinen, die sich im Spiegel erkennen, und von Menschenaffen, welche die Gebärdensprache beherrschen. Der Vortrag aus der neuen Reihe „Wilde Wochenenden“ findet am 13. Mai zweimal statt – um 15 Uhr und um 16 Uhr. Die Veranstaltung selbst ist kostenlos: Wer dabei sein möchte, zahlt nur den normalen Wilhelma-Eintritt, kleine Spenden für den Gorillaschutz sind jedoch jederzeit willkommen.

    Foto: Wilhelma / L. Siermann
    Auch Kraken sind zu manchen verblüffenden Leistungen fähig: Orakeln und Fußballergebnisse vorhersagen können sie zwar nicht wirklich – mit viel Geschick einen Dosendeckel aufschrauben dagegen schon.
    (08.05.2012)
    Matthias Schramm:   Die umgebaute Elefantenaussenanlage ist eröffnet und die neue Schlammkuhle wird von den beiden Damen gut angenommen. Da der Weg um die Aussenanlage herum aufgrund des Neubaues für die Menschenaffen gesperrt ist, ist leider der Blick auf die Elefanten zur Zeit nicht optimal.

    Wo sind die Gundis geblieben? Die Anlage war heute mit ein paar Kaninchen besetzt!

    Die roten Varis, die früher einmal Kaninchen zum Spielen hatten, haben jetzt ein paar Haushühner in der Anlage.
    (08.05.2012)
    WolfDrei:   @ O. Müller: Nach dem Bild werden es wohl Chimären/"Seeratten" (Knorpelfische) werden
    (06.05.2012)
    Ottmar Müller:   Als ich neulich in der Wilhelma war, wurde gerade das ehemalige Königspinguin-Innengehege umgebaut. Weiß jemand, welche Tiefseeetiere dort einziehen werden bzw. wann das Aquarium fertig ist?
    (05.05.2012)
    Wilhelma:   Nachwuchs bei den Gänsegeiern:
    Vom Neckar auf den Balkan – der Geschichte 2. Teil

    Eigentlich sollten die beiden 2011 in Stuttgart geborenen Gänsegeier schon in Bulgarien sein, wo auf sie ein wildes Leben in den Bergen des Balkan wartet. So zumindest war es geplant und so wurde es letztes Jahr verkündet. Doch Wintereinbruch und Schneemassen hatten die Reise vereitelt: „Buli“ und „Gari“, wie die Pfleger sie tauften, sind daher noch in der Wilhelma – und haben jetzt zwei Geschwister bekommen: „Rila“ und „Pirin“. Somit können im Herbst, beim zweiten Anlauf in Richtung Balkan, nun gleich vier Junggeier teilnehmen.
    „Geierküken-Watching“ in der Wilhelma ist nicht leicht: Gut versteckt und anfangs oft bewegungslos, liegen die Küken in ihrem Horst. Zumindest in eine der beiden Geierkinderstuben können die Besucher jedoch vom Weg oberhalb der Voliere aus hinein spähen. Wie verschieden die Geschmäcker in Sachen Wohnraumgestaltung doch sein können! Unsereiner jedenfalls findet die chaotischen Häufen aus Federn und Ästen, kurz Geierhorst genannt, wohl ziemlich ungepflegt. Mag sein. Dafür sind die Gänsegeier Profis in Sachen Landschaftspflege: Wie alle Geierarten ernähren sie sich von toten Tieren, reinigen Berg und Tal von Aas und übernehmen im Ökosystem somit die wichtige Rolle einer Gesundheitspolizei – Seuchenhygiene auf natürliche Art, sozusagen. Doch die Menschen dankten den Geiern ihre Dienste schlecht. Mangels besserem Wissen stellten sie ihnen als mutmaßlichen Nahrungskonkurrenten nach oder hungerten sie aus, indem sie totes Vieh – später dem Seuchenschutzgesetz gehorchend – selbst beseitigten, etwa auf der Schwäbischen Alb. Zwar hat der IUCN (International Union for Conservation of Nature) den Gänsegeier weltweit noch nicht als gefährdet eingestuft. Zumindest in Europa aber geht es dem großen Vogel mehr schlecht als recht. Selbst in Spanien, wo die meisten Geierpaare brüten, schrumpfen die Bestände enorm, seit eine EU-Verordnung europaweit verbietet, Kadaver für die Geier liegen zu lassen. Oft irren die Vögel auf der Suche nach Nahrungsgründen dann umher – und landen mitunter sogar einen Treffer: So hat es einige Gänsegeier auf die Insel Mallorca verschlagen, wo auch die noch größeren Mönchsgeier zu Hause sind, und brüten hier nun im Tramuntana-Gebirge.
    Auf dem Balkan waren die Gänsegeier bis vor 50 Jahren heimisch. Als man hier jedoch vergiftete Köder für Wölfe auslegte, ging es auch den Geiern an den Kragen. Mittlerweile ist die Organisation „Balkan Vulture Action Plan“ dabei, das Balkanmassiv als Heimat für die Geier wiederzubeleben. 2010 ließ sie die ersten 26 Vögel frei, weitere folgten. Dieses Frühjahr kommen 25 Gänsegeier aus Frankreich dazu und, wenn alles klappt, im Herbst auch vier „junge Wilde“ aus Stuttgart.
    Bis dahin hat das Elternpaar aber noch alle Schnäbel voll zu tun, um den gemeinsam ausgebrüteten Nachwuchs im Teamwork aufzupäppeln: anfangs mit vorverdautem Speisebrei aus eigenem Kropf, später mit ganzen Fleischbrocken. Ab etwa August verlassen die Jungen den Horst, im Herbst sind sie völlig selbstständig – und bereit für ihren großen Ausflug auf den Balkan.

    Foto: Wilhelma
    (03.05.2012)
    Wilhelma:   Thementag „Einheimische Amphibien“ in der Wilhelmaschule:
    Hautnahe Begegnungen mit Froschkönig und Co.

    Am Sonntag, dem 6. Mai 2012, dreht sich beim Thementag der Wilhelmaschule aus der Reihe „Wilde Wochenenden“ alles um Frösche, Salamander und Co. – kurz um unsere heimische Amphibienwelt. Von 11 Uhr bis 17 Uhr als Amphibienexperte vor Ort ist an diesem Tag Ernst Frey, der viele Jahre lang das Ökomobil der Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege in Karlsruhe betreute. Ort des Geschehens ist wieder die Wilhelmaschule unterhalb der Geiervoliere. Der Besuch des Thementags ist wie immer kostenlos; jeder Wilhelma-Besucher mit gültiger Eintrittskarte kann daran teilhaben.
    Ob Gras- oder Moorfrosch, Feuersalamander oder Erdkröte: Unter fachkundiger Anleitung von Ernst Frey können Kinder wie Erwachsene den verschiedensten Amphibienarten näher kommen, die der Experte für die Vorführung selbst mitgebracht hat. Dabei wird so mancher wohl auch Arten begegnen, die ihm bislang unbekannt waren, und außerdem erfahren, was Amphibien so besonders macht. Denn diese führen von Natur aus eine Art „Doppelleben“: Sie starten als Wasserwesen ins Leben, erobern später das Land und können dann dort und im Wasser gleichermaßen existieren. Mit viel Hintergrundwissen und Einfühlungsvermögen präsentiert der Experte Ernst Frey seinem Publikum die verschiedenen Vertreter aus dem Reich der Lurche und beantwortet gerne alle Fragen zu Froschkönig und Co.
    (02.05.2012)
    Tom Schröder:   @O. Müller: Nein.
    (01.05.2012)
    Ottmar Müller:   Wurde das Elefantengehege jetzt fertiggestellt?
    (01.05.2012)
    Wilhelma:   Nachwuchs bei urwüchsigen Wildschafen:
    Die kleinen „Muffel“ vom Schaubauernhof

    Zwei männliche und ein weibliches Lämmlein kamen dieses Jahr bei den Mufflons auf dem Schaubauernhof zur Welt. Damit leben derzeit sieben Vertreter dieser Wildschafe in der Wilhelma – darunter auch ein Widder, der an seinen schön geschwungenen Hörnern sofort zu erkennen ist.
    Mufflon – dieser Name bezeichnet gleich mehrere Unterarten dieses Wildschafs. In der Wilhelma zu Hause ist die kleinste und westlichste Unterart, das Europäische Mufflon, in der Jägersprache auch Muffelwild oder kurz „Muffel“ genannt. Gehalten wird die Art seit der Eröffnung des Schaubauernhofs zur IGA 1993. Da dort Haustierarten und verwandte Wildformen gleichermaßen zu sehen sein sollen, durfte auch das Mufflon als einer der mutmaßlichen Vorfahren unserer Hausschafe nicht fehlen. Uneinig ist sich die Fachwelt allerdings, ob es nicht möglicherweise umgekehrt – also das Mufflon der verwilderte Nachfahr einer alten Hausschafrasse – ist. Ebenso rätseln die Experten, ob Korsika und Sardinien die ursprüngliche Heimat des Europäischen Mufflons sind oder nur seine letzten Refugien waren, als es im übrigen Europa ausgerottet wurde. Fest steht, dass die Art nur auf diesen Inseln (noch) wild vorkam, bevor man vor rund 200 Jahren begann, sie vor allem als Jagdwild in weiten Teilen Europas anzusiedeln, auch in Deutschland und Österreich. Die östlichen Unterarten sind vom Kaukasus bis zu den Karpaten verbreitet – und auf Zypern, wo das Mufflon besonders gewürdigt wird: Hier findet man es auf Cent-Münzen ebenso wie als geflügeltes Mufflon im Logo der Cyprus Airways.
    Männlein und Weiblein unterscheiden sich beim Mufflon deutlich. Während die Schafe in ein unscheinbares, kaum gezeichnetes Braun gekleidet sind, tragen die Widder ein dunkleres, fuchsbraunes Fell mit hellem Sattelfleck, einen fast schwarzen Brustbehang und imposante, schneckenförmig gedrehte Hörner. Was nicht heißt, dass die Weibchen grundsätzlich hornlos durchs Leben gehen. Die Mufflonschafe auf Korsika etwa besitzen kleine, nach hinten gebogene Hörner, während sie bei ihren Nachbarinnen in Sardinien fehlen. Für die Widder sind die Hörner nicht nur ein schöner Kopfschmuck, sondern auch Waffen, die sie bei ihren Rivalenkämpfen donnernd aufeinander krachen lassen. Dieses vor allem in der Brunftzeit häufig vernehmbare Geräusch ist aber nicht der einzige Laut, der von Mufflons zu hören ist, denn die Tiere sind keinesfalls „maulfaul“: Schafe und Lämmer rufen sich gegenseitig mit lautem Meckern, ein durch die Nüstern ausgestoßener Zischlaut dient bei Gefahr als Alarmruf – untermalt von kräftigem Hufescharren – und die Widder versuchen die Schafe durch röchelnde und schnarrende Laute zu betören.
    In der Natur bilden die reviertreuen Tiere meist Mutterfamilien mit einem Leitschaf, die Widder stoßen nur zur Paarungszeit dazu. In der Wilhelma lebt der Mufflonmann jedoch dauerhaft bei seinen Damen und senkt jedes Mal drohend die Hörner, wenn sich diesen ein Unbefugter zu nähern wagt. Der – wie alle Wilhelma-Mufflons – namenlose dreijährige Widder kam erst 2010 aus dem Wildpark Potzberg nach Stuttgart, wo er nun bereits das zweite Jahr erfolgreich für Nachwuchs gesorgt hat.

    Die kleine Mufflon-Herde der Wilhelma besteht derzeit aus drei Schafen, drei Lämmern und dem Widder. Foto: Wilhelma
    (26.04.2012)
    Wilhelma:   Viertes Gorillababy in der Aufzuchtstation eingetroffen:
    Vanas Halbbruder Tebogo ist ihr nach Stuttgart gefolgt

    Er kam nur sechs Tage nach dem Gorillamädchen Vana im Zoo Wuppertal zur Welt und wie bei Vana so nahm auch seine Mutter, die 29-jährige Ukiwa, ihn nicht an: Der Gorillajunge Tebogo (südafrikanisch für „Geschenk“) ist daher ebenfalls in der offiziellen Aufzuchtstation des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) für Gorillas in der Wilhelma eingezogen.
    Ungefähr eine Woche nach ihrer letzten rund vierstündigen Autofahrt nach Stuttgart trafen die Wuppertaler Tierpfleger erneut mit einem Gorilla-Säugling in der Wilhelma ein. Auch der kleine Tebogo kam warm eingepackt und wohlbehalten an und kann nun die Quarantänezeit zusammen mit seiner Halbschwester Vana hinter den Kulissen verbringen – und später auch gemeinsam mit ihr im Wilhelma-Gorillakindergarten heranwachsen.
    In Wuppertal waren Grace und Ukiwa vor rund zehn Monaten offenbar fast gleichzeitig schwanger geworden, Vater beider Kinder ist das Oberhaupt von derzeit vier Gorillafrauen, der 17-jährige Silberrücken Vimoto. Wie bereits Vanas Mutter Grace so hatte auch Ukiwa bislang keine Gelegenheit, von einer erfahrenen Gorillafrau das Einmaleins der Säuglingspflege zu erlernen, wusste daher mit ihrem Neugeborenen nichts anzufangen und ließ es links liegen. Weil Säuglinge jedoch schnell unterkühlen und auch Ukiwa trotz Nachhilfeversuchen der Pfleger ihr Kind nicht beachtete, nahm Revierleiter Thomas Hammes nach Vana nun auch deren 2,2 Kilogramm schweren Halbbruder unter seine Fittiche und fütterte ihn während dessen erster Lebenswoche selbst mit der Flasche.
    Diese Aufgabe hat nach Tebogos Ankunft in Stuttgart nun das Pflegerteam der Wilhelma übernommen, das künftig somit zwei fast gleichaltrige Gorillababys und Halbgeschwister parallel aufziehen wird – ein Fulltime-Job, Nachtschichten inklusive. Zwei Pflegerinnen sind in nächster Zeit ausschließlich für Vana und Tebogo da und dürfen während deren Quarantäne auch keinen Kontakt zu den zwei älteren Gorillajungs Tano und Okanda haben. Diese werden von zwei weiteren Ersatzmüttern bzw. -vätern betreut, brauchen aber glücklicherweise beide nur noch tagsüber das Fläschchen, denn auch Tano schlummert mittlerweile nachts durch.
    Der Zoo Wuppertal sucht nun zusammen mit dem Gorilla-EEP eine Lösung, um die Chancen für Aufzuchten durch die eigenen Mütter innerhalb der Wuppertaler Gruppe zu verbessern. Solch eine Lösung kann etwa die Integration eines erfahrenen Gorillaweibchens sein, das den übrigen Frauen als Vorbild in Sachen Babysitting dient.

    Foto: Wilhelma, Th. Bauer
    Tierpfleger Thomas Hammes (li.) hat Gorillajunge Tebogo heil nach Stuttgart gebracht, wo sie von Tebogos neuer Ersatzmutter Margot Federer (re.) und Halbschwester Vana begrüßt werden.
    (02.04.2012)
    Wilhelma:   Weiteres Gorillababy in der Aufzuchtstation:
    Vier Tage altes Gorillamädchen Vana aus Wuppertal eingetroffen

    In der Aufzuchtstation der Wilhelma ist erneut ein kleiner Schützling eingezogen: das vier Tage alte Mädchen „Vana“ aus dem Zoologischen Garten Wuppertal. Es kam am Freitag, dem 16.3.2012, zur Welt – als erstes Baby der 20-jährigen Gorillafrau „Grace“, der Vater ist der 17-jährige Gorillamann „Vimoto“. Leider ist Grace in Sachen Geburt und Säuglingspflege unerfahren, zeigte sich von der neuen Aufgabe überfordert und nahm ihr Neugeborenes nicht an. Es blieb somit nur der Weg nach Stuttgart.
    Nach Tano aus Prag und Okanda aus England nun also die kleine Vana aus Wuppertal: Sie kam am Dienstag Vormittag nach viereinhalb Stunden Autofahrt, die sie fast komplett verschlief, zusammen mit zwei Pflegern heil in der Wilhelma an. Hier wird sie nun die nächsten Wochen in Quarantäne und unsichtbar für die Besucher hinter den Kulissen verbringen, von den Pflegerinnen und Pflegern in Wechselschicht rund um die Uhr betreut, gewärmt und gefüttert.
    Die Wuppertaler Gorillagruppe besteht aus fünf Tieren: Zu Vimotos Harem gehören neben Grace, die 1993 in Dublin geboren und danach selbst in Stuttgart handaufgezogen worden war, noch die 40-jährige Lomela, die 37-jährige Roseli und die 29-jährige Ukiwa, eine Tochter der früheren Stuttgarterin Dina und ebenfalls Handaufzucht. Leider hatte Grace bislang keine Gelegenheit, bei einer älteren Gorillafrau eine Geburt und Aufzucht mitzuerleben und daraus zu lernen. Für Gorillas ist dieser Anschauungsunterricht jedoch sehr wichtig, damit sie später ihre eigenen Kinder annehmen und sich richtig um sie kümmern – ein aktuelles Beispiel dafür findet sich in der Gorillagruppe der Wilhelma, wo die dreijährige Mawenzi derzeit von ihrer Mutter Mutasi und ihrer kleinen Schwester Milele das Einmaleins des Babysittens lernt. Gorillafrau Grace fehlte diese Erfahrung. Da sie sich somit nicht um ihr Baby kümmerte, es weder trug, wärmte noch säugte, nahm sich der Wuppertaler Reviertierpfleger Thomas Hammes des rund zwei Kilogramm schweren, gesunden Mädchens an und gab ihm den Namen „Vana“, was in Afrika „Erfüllung“ bedeutet. Zum Glück fühlte sich Vana bei ihm sofort wohl und nahm alle eineinhalb bis zwei Stunden ein Fläschchen mit Ersatzmilch für Neugeborene von ihm an.
    Einen Zweistunden-Rhythmus werden auch ihre neuen Ziehmütter und -väter in der Wilhelma zunächst beibehalten – was neuerliche Nachtschichten für das Pflegerteam bedeutet. Dabei war der kleine Tano aus Prag gerade soweit, dass er durchschlief und nachts keine Fläschchen mehr benötigte. Nun hieß es, die Dienstpläne neu zu schreiben, bereits eingeplanten Urlaub zu verschieben, um den nunmehr dritten Pflegling der Gorillakinderstube ebenso gut versorgen zu können wie bereits Tano und Okanda. Aber für solche Notfälle wurde die Aufzuchtstation der Wilhelma vor fast 30 Jahren schließlich eingerichtet, ihre Dienste können seither alle Zoos, die am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für Gorillas teilnehmen, nutzen. Der Vorteil einer gemeinsamen Kinderstube statt einzelner Handaufzuchten in den Herkunftzoos: Die Gorillakinder, die von ihren Müttern und Familien getrennt aufwachsen müssen, können so trotzdem von Anfang an mit Artgenossen zusammensein, eine ausschließliche Prägung auf Menschen wird verhindert.

    Fotos: Zoo Wuppertal
    (21.03.2012)
    Jana Müller:   Das Gorillababy "Vana", welches am Freitag (16.03.12) in Wuppertal geboren wurde, kommt heute nach Stuttgart. Mutter "Grace" wollte es weder tragen noch säugen.
    (20.03.2012)
    Jana Müller:   Die beiden Elefanten sind im Haus und mittags dürfen sie wohl auch mal auf die Nashornanlage (natürlich nicht gemeinsam mit den Nashörnern).
    (18.03.2012)
    Jan Beensen:   Wo sind die Elefanten eigentlich während der Bauarbeiten?
    Die/diese Aussenanlage dürfte ja wohl kaum von den Tieren betreten werden.
    (18.03.2012)
    Jana Müller:   Hier ein Foto vom 15.03.12
    (hoffe es klappt mit dem Hochladen)
    (18.03.2012)
    Jana Müller:   Nein so wie es dort zur Zet aussieht denke ich nicht, dass das klappt. Es wurden nun neue Baumstämme aufgestellt.. aber der Boden fehlt noch, Außenmauer und vom Pool hab ich auch noch nichts gesehen.
    (18.03.2012)
    Ottmar Müller:   Wie sieht's denn zur Zeit beim Elefantengehege aus? Wird der Umbau wohl bis Ostern abgeschlossen sein?
    (18.03.2012)
    Jana Müller:   Weiterer Nachwuchs:
    Wildschweine
    6 Zwergziegen
    1 Kamerunschaf
    1 Vikunja

    Im Tupaiagehege sind nun auch große Tanreks zu sehen.

    Neue Art: Bindenlaufhühnchen jetzt im ehemaligen Chin. Zwergwachtelgehege im Aufzuchthaus zu sehen.
    (15.03.2012)
    Wilhelma:   Poitoueselfohlen auf dem Schaubauernhof geboren:
    Kleiner Prinz von altem französischem Esel-Adel

    Er heißt Chiron, ist der 20. in der Wilhelma geborene Poitouesel und Vertreter einer alten gefährdeten Nutztierrasse aus der westfranzösischen Grafschaft Poitou. Sein Vater ist der elfjährige Zuchthengst Nepomuk, seine Mutter die 13-jährige Stute Laika. Rund eine Woche nach seiner Geburt hat das hübsche Hengstfohlen nun den Stall verlassen und stakst und springt für die Besucher sichtbar durchs Gehege auf dem Schaubauernhof.
    Auf die Welt kam Chiron am 3. März – vielleicht ein wenig zu früh, wie die Tierpfleger aufgrund seiner zierlichen Statur vermuten. Wie alle Poitou-Fohlen ist er anfangs in schwarzes Plüsch gekleidet, erst mit ungefähr einem halben Jahr wird er den charakteristischen braunlockigen Zottellook der erwachsenen Poitouesel annehmen. Als Hengst hat er zudem gute Chancen, einmal das Stockmaß (Schulterhöhe) von rund 1,50 Meter zu erreichen, das den Poitouesel zu einer der größten Eselrassen der Erde macht. Nur der Katalanische Riesenesel und der Mammoth Jack Stock aus den USA überragen ihn noch. Mit bis zu 450 Kilogramm gilt der Poitou jedoch als der schwerste Esel der Welt.
    Eigentlich lautet der korrekte, standesgemäße Name der Rasse ja „Baudet du Poitou“, kurz „BDP“. Zwar ist „Baudet“ einfach das französische Wort für „Esel“, doch nur die einzig wahren Vertreter des alten Esel-Adels dürfen sich mit diesem Namen schmücken. Einen über sieben Generationen lückenlosen Stammbaum müssen sie vorweisen, damit sie in die Bücher des französischen Zuchtverbands Einlass finden, einen Nummernchip und ihre Identifikationspapiere erhalten. Der Vater muss eine Zuchtzulassung der französischen Zuchtkommission besitzen und bei den Fohlen sind genetischer Abgleich und Bluttest vorgeschrieben – nur ein einziges Labor in Frankreich darf die Blutprobe untersuchen. Trotz alledem sind wirklich reinrassige Nachfahren der Tiere kaum noch zu finden. Ihre Zucht begann im 10. Jahrhundert in der Grafschaft Poitou, vom 13. bis ins 18. Jahrhundert waren sie im ganzen Südwesten Frankreichs beliebt, da sie mit Kaltblutpferden gekreuzt große leistungsfähige Maultiere hervorbrachten. Als eines Tages anstatt Esel- und Muli-Stärken aber nur noch die PS unter der Motorhaube zählten, gerieten die Poitous aufs Abstellgleis. 1977 waren lediglich 44 Esel übrig – die Stammeltern aller heutigen Nachzuchten durch Eselliebhaber, Tierparks und Zoos. Heute kann der 1988 gegründete Zuchtverband immerhin wieder rund 450 registrierte „Baudet de Poitou“ vorweisen. Dabei gehört die Wilhelma zu den wenigen Einrichtungen in Deutschland, die sich an der stark reglementierten Reinzucht beteiligen, um die bedrohte Nutztierrasse und ihre besonderen Eigenarten zu erhalten.
    Von alldem wissen die echten „BDPs“ auf dem Schaubauernhof natürlich nichts. Sie leben hier wie „Gott in Frankreich“ und trugen seit der Eröffnung des Hofs mit 20 Nachkommen zur Erhaltung ihrer Rasse bei. Neben Chiron und seiner 13-jährigen Mutter Laika gehören derzeit Chirons 17-jährige Oma Hamrah und deren einjähriger Sohn Benito sowie die 18-jährige Stute Garie zur Wilhelma-Herde – und natürlich Chirons Vater Nepomuk, der allerdings meist ein eigenes Gehege bewohnt.

    Foto: Wilhelma
    Ein Bild von einem Esel ist Chiron – sprich: bildhübsch. Den Namen teilt der Poitou-Prinz übrigens mit einem Helden der griechischen Mythologie, dem Zentauren Chiron, und einem nach diesem benannten Asteroiden.
    (15.03.2012)
    Wilhelma:   32. Gorillababy in der Wilhelma geboren:
    Milele – für immer eine waschechte Stuttgarterin

    Am Sonntagmorgen des 26. Februar hat in der Wilhelma das 32. Stuttgarter Gorillababy das Licht der Welt erblickt – ein Mädchen. Die Tierpfleger tauften es „Milele“, was auf Suaheli soviel heißt wie „für immer“. Seine frisch gebackene Mutter ist die 18-jährige Gorillafrau Mutasi. Und die scheint eine Vorliebe für Sonntagskinder zu haben: Auch Mileles dreijährige Schwester Mawenzi kam vor drei Jahren an einem Sonntag zur Welt.
    Kaum mehr als eine Woche ist es alt und sieht schon perfekt frisiert aus, mit seinem Mittelscheitel im auffällig langen Kopfhaar: das Gorillamädchen Milele. Vor allem aber wirkt es putzmunter und gesund, trinkt viel und schaut auch sonst sehr zufrieden aus seinen großen, dunklen Augen. Mit Recht, denn Mutasi – mit nunmehr drei Kindern eine erfahrene Mutter – kümmert sich vorbildlich um ihre Jüngste. Dabei klappte das Zusammenspiel zwischen den beiden von Beginn an wie am Schnürchen: Nach der Geburt und einem kleinen Vollwaschgang mithilfe der Zunge nahm Mutasi sich ihr Baby zur Brust, dieses begann brav zu nuckeln – und lässt sich seither von der Mama herumtragen, den Körper pflegen und nach Strich und Faden verwöhnen. Obwohl Mutasi nicht zu den Müttern gehört, die ihre Kinder übermäßig lange und intensiv „pampern“, so ist es für ihre dreijährige Tochter Mawenzi derzeit trotzdem nicht ganz leicht, zurückstecken und zuschauen zu müssen, wie das neue Nesthäkchen das Alleinrecht auf Mutters Milchvorräte und Arme genießt. Andererseits findet Mawenzi die kleine Konkurrentin ja selbst durchaus spannend. Und das ist gut so, denn für die Dreijährige ist die neue Situation ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Erwachsenwerden: Von Mutasi und Milele lernt sie vieles, was sie später selbst als Mutter über Geburt, Pflege und Erziehung wissen sollte.
    Wie Milele und Mawenzi sowie deren achtjährige Schwester Shira, die mittlerweile in Frankfurt lebt und dort schon erfolgreich den Silberrücken Viatu erobert hat, so ist auch Mutter Mutasi eine waschechte Stuttgarterin: Sie wurde 1994 geboren, als Tochter des früheren Silberrückens Banjo und der heute etwa 50-jährigen Mimi – die Stammesälteste ist elffache Mutter, 17-fache Groß- und 15-fache Urgroßmutter und hat auch bereits einen Ururenkel! Ebenfalls zum Clan gehören die Frauen Kolo und Undi sowie Kolos dreijähriger Sohn Kimbali; unangefochtenes Oberhaupt der Familie ist Silberrücken Kibo. Somit leben – und das ist das Schöne an der Gorillafamilie der Wilhelma – drei Generationen unter einem Dach. Außerdem versuchen die Zoologen und Pfleger derzeit, die rund zweieinhalbjährige Waise Claudia vorsichtig in die Familie zu integrieren. Ein Geduldspiel, denn alles hängt davon ab, ob Kibo das Gorillamädchen tolerieren wird. Bei ersten Kontakten durchs Gitter und im separaten Gehege schien er sie zwar zu mögen. Aber das heißt noch lange nicht, dass er den kleinen Fremdling als vollwertiges Mitglied in seinem Clan haben will. Damit die Eingewöhnung unter sorgfältiger Beobachtung und mit der nötigen Ruhe erfolgen kann, ist der Bereich direkt vor dem Gorillagehege unter der Woche derzeit vormittags für Besucher gesperrt. Doch täglich ab 13.30 Uhr – Fütterungszeit! – und am Wochenende gibt es genügend Gelegenheiten, die Familie, das neue Baby sowie die verschiedenen Facetten des Zusammenlebens im Gorillaclan live zu erleben.

    Schwester Mawenzi schaut neugierig zu, wenn Milele bei Mutasi trinkt. Foto: Wilhelma
    (08.03.2012)
    Jana Müller:   Spitzhörnchen werden ja auch Tupaia genannt.
    Mich wundert es eben, dass sie das Schild am Gehege wieder weg gemacht haben. Denn die Schilder sind ja auch vor wenigen Monaten erst neu gemacht worden.

    (06.03.2012)
    Ottmar Müller:   Laut Zootierliste gibt es auch noch Spitzhörnchen.
    (06.03.2012)
    Jana Müller:   @Ottmar Müller:
    War heute in der Wilhelma, im Tupaiagehege stand ein Futternapf, allerdings habe ich kein Tier gesehen und es ist kein Tier am Gehege ausgeschildert.

    Das Gorillababy von Mutasi ist jetzt da.
    3 Mähnenschafe wurden geboren und ein Poitouesel.
    (05.03.2012)
    Wilhelma:   Nachwuchs bei den Roten Riesenkängurus:
    Wenn Sprungweltmeister ihre ersten Hüpfer tun

    Es erinnert schon etwas an Yoga, wenn der jüngste Nachwuchs bei den Roten Riesenkängurus versucht, in den schützenden Beutel seiner Mutter zurück zu klettern. Besonders die langen Beine stören dabei und es braucht seine Zeit, bis eine bequeme Position gefunden ist. Gut nur, dass der Beutel von Crimson, so heißt die frisch gebackene Kängurumutter, sehr elastisch ist und auch ihrem über einen halben Meter großen Jungtier noch genügend Platz bietet.
    Ganz so frisch ist das Mutterglück von Känguruweibchen Crimson eigentlich gar nicht. Zwar wagt sich ihr Nachwuchs erst seit einigen Tagen für kleine Hüpfausflüge aus dem mütterlichen Beutel. Aber ungefähr sieben Monate ist es her, dass das junge Känguru noch unbekannten Geschlechts tatsächlich das Licht der Welt erblickte – nach nur 33 Tagen Schwangerschaft und gerade mal so groß wie ein menschlicher Daumennagel. Mit Hilfe ihres Geruchssinns und den bereits entwickelten Vorderbeinen finden die Känguru-Embryos eigenständig den Weg in den Beutel der Mutter. Hier saugen sich die rosigen Winzlinge an einer der zwei Milchzitzen fest und lassen diese knapp zwei Monate nicht mehr los. Mit fünf Monaten strecken sie das erste Mal ihren Kopf aus dem Beutel.
    In der Wilhelma wird ein Kängurubaby jedoch erst dann als Neuzugang gezählt, wenn es das erste Mal den Beutel seiner Mutter verlässt. Danach dauert es nochmals knapp einen Monat, bis es ihm dort zu eng wird und es fortan selbstständig herumhüpfen muss. Doch zum Trinken kann es auch noch bis zu einem Alter von einem Jahr immer wieder den Kopf in die Bauchtasche seiner Mutter stecken, selbst wenn dort mittlerweile schon das nächste Jungtier heranwächst. Denn in der Regel gebären Kängurus erneut, kurz nachdem der letzte Nachwuchs den Beutel verlassen hat.
    Rote Riesenkängurus machen ihrem Namen alle Ehre. Sie sind die größten Beuteltiere, die derzeit auf der Erde leben. Männchen können, auf den Hinterbeinen stehend, bis zu 1,80 Meter aufragen und bis zu 90 Kilogramm schwer werden. Weibchen sind in der Regel nur halb so groß. Da Kängurumänner untereinander ritualisierte Boxkämpfe um die Gunst der Weibchen austragen, wird in Zoos normalerweise immer nur ein Kängurumann gehalten. Manchmal kommt es allerdings vor, dass dieser dann seine Tierpfleger als Rivalen betrachtet und versucht, mit ihnen zu boxen. Leider ist der Mensch aber kein geeigneter Sparringspartner für ein Känguru, dessen starke Hinterbeine könnten ihn sogar schwer verletzen. Zum Glück ist „Klein Pepe“, der Kängurumann der Wilhelma, ein sanftmütiger Geselle, der in seinen Pflegern keine Konkurrenz sieht, sondern sich ganz entspannt seinen sechs Weibchen und der Arterhaltung widmet. Und so wird auch der jüngste Nachwuchs in der Gruppe wohl nicht mehr lange allein seine Hüpfrunden durchs Gehege drehen: Zwei weitere Jungtiere strecken seit wenigen Tagen bereits vorsichtig das Köpfchen aus den Beuteln der Kängurufrauen Sonja und Jennifer.

    Gar nicht so einfach, die langen Beine nach dem Ausflug wieder komplett in Mamas Tragebeutel zu verstauen. Und so lugen meist neben dem Köpfchen auch noch ein oder zwei Füße heraus. Dennoch ist das Kleine stets sicher verstaut. Foto: Wilhelma
    (29.02.2012)
    Ottmar Müller:   Ist das Tupaia-Gehege im Kleinsäugerhaus wieder besetzt?
    (24.02.2012)
    Wilhelma:   Nachwuchs bei den Dscheladas:
    Mutterglück in der Felsen-WG

    Auf der Felsenanlage in der Wilhelma rast die 44-köpfige Affenbande jeden Tag – nicht durch den Wald, aber über Stock und Stein und Mähnenschaf! Distanzierte Beobachter der munteren Tollerei sind die Klippschliefer – sie könnten zwar auch über Stock und Stein, wollen aber nicht. Sie suchen sich meist ein Sonnenplätzchen, das nicht direkt auf der Rallyestrecke der Affen und Schafe liegt.
    Ihren Lebensraum im Hochgebirge Äthiopiens teilen die Dscheladas mit den vom Aussterben bedrohten Walia-Steinböcken. Die gibt es in der Wilhelma nicht – ihren Platz nehmen hier die Mähnenschafe aus dem Atlasgebirge ein. Eine sportliche Wohngemeinschaft, denn die Mähnenschafe sind auf den Felsen ebenso gewandt unterwegs wie die Dscheladas. Den Jungtieren dienen sie gelegentlich als Reittier oder Aussichtsplattform, und ganz geschickten Äffchen manchmal sogar als Milchbar.
    Das Sozialleben der Dscheladas ist sehr interessant: Nicht die imposanten Männchen mit der langen Mähne und dem auffälligen unbehaarten Dreieck auf der Brust haben das Sagen, sondern die Weibchen. Sie suchen sich das Männchen aus, in dessen Gruppe sie leben möchten. In der Wilhelma gibt es derzeit zwei Dscheladagruppen, wobei der Harem von „Francois“ deutlich größer ist als der seines Nebenbuhlers „Jürgen“. Die beiden jüngsten Mitglieder im Affenclan sind im Januar und Februar geboren. Sie sind noch ganz von ihren Müttern abhängig, werden von ihnen gewärmt, gesäugt und herumgetragen. Bis jetzt ist noch nicht einmal das Geschlecht der beiden Jüngsten bekannt, so gut verstecken die Mütter den Nachwuchs in ihrem dichten Fell. Die Vaterschaft ist allerdings geklärt – beide sind Kinder von „Francois“.
    In freier Wildbahn gehören Dscheladas bisher nicht zu den bedrohten Arten, doch der Klimawandel am Horn von Afrika und das dadurch bedingte Vordringen der Menschen in ihre Lebensräume macht den Dscheladas zu schaffen. Stabile Populationen in Zoos sind daher wünschenswert – und so freut sich die Wilhelma über jeden Zuwachs in der „Affenbande“.
    (24.02.2012)
    Wilhelma:   Sonderausstellung über Zitrusfrüchte:
    Mediterraner Augen- und Nasenschmaus

    Mit der langweiligen und sauren „Einheitszitrone“ aus dem Supermarkt hat die Vielfalt der Zitrusfrüchte in der Wilhelma nur wenig zu tun. Was sich hinter „Buddhas Hand“, der Römischen Limette oder Sorten wie Chinotto und Bizzaria verbirgt, zeigt eine kleine Sonderausstellung der Wilhelma-Gärtner, die dieses Jahr zum dritten Mal im Wintergarten zu sehen ist. Die teils sehr seltenen Zitrusfruchtpflanzen verstecken sich normalerweise hinter den Kulissen und werden nur zur Hauptblütezeit, im Februar und März, herausgeholt.
    Ihrem Namen alle Ehre macht die wohl auffälligste Frucht in der kleinen Sonderschau: Buddhas Hand. Die aus Ostasien stammende Zitrusfrucht ähnelt mit etwas Fantasie tatsächlich einer Hand – oder auch an einen gelben, am Baum hängenden Oktopus. In ihrer asiatischen Heimat wird Buddhas Hand schon seit Jahrhunderten kultiviert und ihre kuriosen Früchte werden traditionell Buddha als Gabe dargeboten. Sie schmecken sehr süß und können roh verzehrt werden, eignen sich aber auch hervorragend zur Herstellung von Marmeladen und erfüllen mit ihrem frischen Zitrusduft das ganze Haus. Buddhas Hand gehört zu den fast fruchtfleischlosen „Zitronatzitronen“, aus deren intensiv schmeckender Schale früher das in jeder Backstube bekannte Zitronat gewonnen wurde. Sie waren wohl auch die ersten Zitrusfrüchte, die aus Asien nach Europa kamen und die schon Alexander der Große kannte und schätzte.
    Ebenfalls bemerkenswerte Früchte trägt die Bizzaria, eine wahre Kostbarkeit. Sie galt lange Zeit als ausgestorben und wurde erst vor etwa 30 Jahren in der Nähe von Florenz wiederentdeckt. Ihre mit Höckern übersäten gelben, orangefarbenen und grünen Früchte vereinen die Eigenschaften der Bitterorange und der süßen, stark duftenden Zedrat-Zitrone. Bis heute ist nicht geklärt, wie dieses „Früchtchen“ genau entstanden ist.
    Besonders in Italien als Zutat für Magenbitter wie Campari oder Limonaden heiß begehrt ist der Saft der Bitterorangen. In der Wilhelma-Ausstellung wird diese Gruppe durch die Chinotto vertreten, aus der auch die gleichnamige, dunkel-rote und bitter-süße Limonade hergestellt wird. Ihren Namen verdankt die Chinotto übrigens ihrer chinesischen Herkunft.
    Dass Limetten nicht immer sauer sein müssen, beweist die Römische Limette. Sie zählt daher auch zu den so genannten Süßlimetten und besitzt ein hellgrünes, aromatisches Fruchtfleisch, das sich – wen wundert’s – durch seinen süßen Geschmack auszeichnet. Die Römische Limette wurde schon im 17. Jahrhundert in Italien kultiviert und ihre gelben, kugeligen, an den Enden abgeflachten Früchte reifen das ganze Jahr hindurch an dem kleinen Strauch.
    Noch bis Ende März sind diese und viele andere Zitrusbäume und -büsche im Wintergarten zu bestaunen. Und da sie gleichzeitig Früchte tragen und blühen können, versüßt auch der Duft ihrer Blüten hier jeden kalten Wintertag.

    Foto (Wilhelma): Die ostasiatische Zitrusfrucht „Buddhas Hand“.
    (09.02.2012)
    Wilhelma:   Nachwuchs bei den Weißhandgibbons:
    Kindersegen im Klettergarten

    Auch wenn Kedua schon das neunte Jungtier der Weißhandgibbondame Domino ist, könnte sein indonesischer Name, welcher „Zweitgeborene/r“ bedeutet, nicht passender sein. Denn das Zweitgeborene ist Kedua derzeit tatsächlich. Seit dem 13. Dezember 2011 muss sich nämlich Narumol, Dominos 2010 geborener Sohn, die mütterliche Brust mit seinem kleinen Geschwisterchen Kedua teilen.
    Welches Geschlecht Kedua hat, bleibt vorerst noch sein Geheimnis – zu eng krallt sich das Gibbonbaby die ganze Zeit an den wärmenden Bauch von Mama Domino. Mit dem Nachwuchs hat diese jetzt alle Hände voll zu tun, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn auch der 2010 geborene Narumol bekommt noch Muttermilch zu trinken und sucht ebenfalls immer wieder den schützenden Bauch von Domino auf. Kleiner, positiver Nebeneffekt: Bei den derzeitigen Minusgraden wird Kedua doppelt gewärmt. Für Narumol bedeutet diese Situation aber, dass er schneller selbstständig werden muss. Normalerweise werden Jungtiere bis zu einem Alter von zwei Jahren von der Mutter gesäugt, bleiben aber meist noch bis zur Geschlechtsreife im Alter von rund acht Jahren im Familienverband. Dieser besteht aus einem monogam lebenden Gibbonpaar und seinen Nachkommen. In der Wilhelma sind dies die Eltern Domino und Porgy, ihre Jüngsten Kedua und Narumol sowie die bereits halbstarken Söhne Manis und Jambie. Diese beiden sind auch das beste Beispiel dafür, dass für die erfahrene Domino die gleichzeitige Betreuung von zwei Jungtieren kein Problem ist. Denn auch der 2007 geborene Manis ist nur knapp zehn Monate älter als Bruder Jambie.
    Neben der rasanten Fortbewegungsweise der Gibbons – sie bewegen sich mit Hilfe ihrer langen Arme meist hangelnd und schwingend durch den künstlichen Kletterwald – ist vor allem ihre Fellfarbe interessant. Denn diese kann stark variieren: von schwarz über braun bis hin zu sandfarben. Während Gibbonmutter Domino und Narumol „blond“ sind, trägt Kedua, genau wie sein Vater und die beiden älteren Brüder, ein schwarzes Fell. Nur die Hände sind bei allen Weißhandgibbons hell, wie der Name schon sagt, auch bei schwarzen Tieren. Über das Geschlecht verrät die Fellfarbe also nichts.
    Was die wenigsten Menschen wissen: Gibbons werden gemeinhin zu den Menschenaffen gezählt. Mit ihren großen Verwandten – Gorilla, Orang-Utan und Co. – verbindet sie der Körperbau und vor allem das Fehlen eines Schwanzes. Neben dem Schwinghangeln durch die Baumwipfel können sich Gibbons auch auf zwei Beinen laufend fortbewegen. Nur meiden sie den Boden in der Regel und springen lieber, in bis zu zwölf Meter weiten Sätzen, von Ast zu Ast.
    Weißhandgibbons sind in ihren natürlichen, ostasiatischen Lebensräumen bislang noch nicht selten. Ihre Bestände nehmen aber ständig ab, vor allem durch Jagd und Lebensraumzerstörung. Zumindest aus dem südlichen China ist die Art daher bereits verschwunden.

    Foto (Wilhelma):
    Unzertrennlich: Gibbonfrau Domino und ihr jüngster Nachwuchs noch unbekannten Geschlechts, Kedua.
    (02.02.2012)
    Frithjof Spangenberg:   Tierkörperbeseitigung ist selten würdevoll (alllein schon das Wort ...). Ein guter Präparator beschäftigt sich wenigstens noch einmal ernsthaft mit dem Tier - im Idealfall sogar mit dessen Persönlichkeit.
    (29.01.2012)
    Jana Müller:   Trotzdem, irgendwie finde ich das nicht würdig.
    (29.01.2012)
    Liz Thieme:   Warum bist du kein "Fan" von präparierten Tieren? Sie sind für die Wissenschaft extrem wichtig und daher oft auch sehr sinnvoll.
    (29.01.2012)
    Jana Müller:   Hat jemand von euch folgende Wilhelma-Magazine und könnte mal ein Foto vom Cover reinstellen?
    - 2/93
    - 1/94
    - 2/94
    - 2/95
    - 3/01
    (29.01.2012)
    Jana Müller:   Ja, nun steht das ja auch auf der HP.

    Bin ja kein Fan von präparierten Tieren :-(
    (28.01.2012)
    Liz Thieme:   Er hatte Polyserositis. Also

    Was interessant ist, was hier ja schon der Grund für eine Diskussion über ihn war:
    >Da Saracen eine für Leoparden untypische, besondere Fellzeichnung besaß, hat sein Besitzerzoo in Bristol gewünscht, dass er nach dem Tod zurück nach England kommt, um dort voraussichtlich präpariert zu werden.<
    (27.01.2012)
    Jana Müller:   Auf dem Schild am Gehege steht, dass sich sein Gesundheitszustand trotz intensiver ärztlicher Behandlung immer verschlechterte, er wurde 17,5 Jahre alt.
    (23.01.2012)
    Ottmar Müller:   Woran ist er gestorben und wie alt war er? :(
    (23.01.2012)
    Jana Müller:   Leopardenkater Saracen ist tot.
    (19.01.2012)
    Wilhelma:   Neuzugang im Jungtieraufzuchthaus:
    Gesellschaft für Gorillababy Tano

    In der europäischen Aufzuchtstation für verwaiste oder von ihren Müttern nicht ausreichend versorgte Gorillababys in der Wilhelma ist ein weiterer Bewohner eingezogen: der neun Monate alte Okanda aus dem Twycross Zoo in Großbritannien. Er ist bereits das 60ste hier aufwachsende Gorillakind. Die Wilhelma begrüßte den kleinen Neuling gestern mit einem weinenden und einem lachenden Auge: Denn einerseits ist es immer bedauerlich, wenn ein Menschenaffenkind nicht bei seiner leiblichen Mutter aufwachsen kann. Andererseits bekommt nun der bereits in der Station betreute Gorillajunge Tano aus Prag Gesellschaft.
    Sechs Monate lang war alles gut gegangen: Okandas Mutter Ozala versorgte und säugte ihr am 17. April 2011 geborenes Baby vorbildlich. Doch plötzlich wurde Okanda zusehends schwächer. Die Pfleger nahmen Ozala den Kleinen vorsorglich ab, päppelten ihn auf und gaben ihn einen Tag später zurück. Erneut verschlechterte sich Okandas Zustand. Eine Untersuchung ergab, dass Ozalas Milch nicht mehr genug Nährstoffe enthielt. Somit blieb nur die Handaufzucht, wollte man das Leben des Gorillakindes nicht riskieren. Zunächst übernahmen dies die Pfleger in Twycross und versuchten dabei, den Kontakt zwischen Okanda und seiner Mutter durch tägliche Besuche aufrechtzuerhalten. Doch die recht neue, noch instabile Kleingruppe aus Silberrücken Oumbie und den Weibchen Ozala und Asante reagierte darauf zunehmend nervös, eine Wiedereingliederung schien somit aussichtslos. Das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für Gorillas empfahl deshalb den Umzug in die Aufzuchtstation der Wilhelma – zumal hier mittlerweile Gorillababy Tano eingezogen war, Okanda also gemeinsam mit einem Artgenossen aufwachsen kann.
    Nach fast 24-stündiger Autofahrt trafen Okanda und sein Pfleger John Buchan am Dienstag wohlbehalten in Stuttgart ein. Überraschend schnell wurde der Kleine mit seinen neuen Ersatzmüttern im Aufzuchthaus warm, lachte, turnte umher und erkundete fröhlich sein neues Heim. Da Okanda zudem noch in seinem Heimatzoo gründlich untersucht wurde, darf er mit Erlaubnis des Tierarztes auch von Anfang an auf Tano treffen. Die ersten Annäherungen zwischen den Gorillakindern können die Besucher ebenfalls in Kürze „live“ im Schaugehege erleben. Zumal auch Tano hier über die tägliche „Showtime“ von 11.30 bis 12 Uhr hinaus nun häufiger zu sehen ist, ob bei Fütterungen oder beim Spielen – allerdings weiterhin zu unregelmäßigen Zeiten und je nach Tanos Rhythmus.
    Damit die beiden Jungs das Einmaleins des sozialen Gorillalebens frühzeitig kennen lernen, werden sie überdies bald die Familiengruppe regelmäßig besuchen. Tano hat seine ersten Visiten schon hinter sich und kam bei Silberrücken Kibo gleich gut an: In einer Art spontaner Sympathiekundgebung schleckte ihm der Gorillamann übers ganze Gesicht. Dass die Aufzuchtstation im neuen Menschenaffenhaus direkt neben dem Gehege der Gorillafamilie liegen wird, erleichtert später solche Kontaktanbahnungen; zudem werden die Besucher sie besser beobachten können. Weitere Infos zu den Gorillakindern gibt es auch unter „www.wilhelma.de“, etwa in den „Ereignistagebüchern“.

    Foto (Wilhelma/Siermann): Okanda bei der Ankunft in Stuttgart auf dem Arm seines englischen Pflegers John Buchan
    (19.01.2012)
    Jana Müller:   Es gibt keine Acouchis mehr, und wohl auch keine Tupaias mehr. Ins Acouchigehege zogen ja die Rüsselspringer, die beiden Tupaiagehege sehen noch unverändert aus, allerdings sind keine Tiere mehr drin. (Das eine Gehege war ja schon länger leer). Bei meinen letzten beiden Besuchen wurde auch kein Futter mehr ins Tupaiagehge gestellt - deshalb denke ich, das letzte Tier ist nun auch verstorben.
    (18.01.2012)
    Ottmar Müller:   @Jana Müller: Welche Veränderungen gab es noch bei den Kleinsäugern?
    (18.01.2012)
    Jana Müller:   Gestern zog ein weiteres Gorillababy ("Okanda", 9 Monate) aus Twycross in die Wilhelma - somit hat Tano nun Verstärkung.

    (18.01.2012)
    Jana Müller:   Gab auch noch weitere Änderungen im Tierbestand die letzten Wochen/Monate, vor allem im Vogel- Kleinsäugerhaus.

    Die neuen Schneeleoparden wurden nun zusammengeführt.
    (18.01.2012)
    Jana Müller:   Neu im Kleinsäugerhaus:
    Mattheys Knirpsmaus
    (im ehemaligen Rüsselspringergehege)
    (17.01.2012)
    Niedersachse:   Keine Ahnung. Ich bin da nur nicht unbedingt ein Freund von.
    (16.01.2012)
    Oliver Jahn:   Ja, nach diesem Plan sind Bulle und Kühe in einem Haus. War denn was anderes geplant?
    (16.01.2012)
    Niedersachse:   Bulle und Kühe in einem Haus?
    (16.01.2012)
    Michael Mettler:   Optisch nett filigran, aber das Konzept überzeugt mich nicht. Es scheint noch immer nicht bei allen Architekten angekommen zu sein, dass spitze Winkel in Außen- wie in Innenanlagen für eine Tierhaltung alles andere als optimal sind, weil sich dort Artgenossen bei einer Auseinandersetzung wunderbar in die Ecke treiben lassen. Und die Abgrenzung durch den "Elefanten-Stop" (wenn ich die kleine Schrift richtig entziffere, sollen das wohl parallel verlaufende, oben spitze Betonkanten sein) halte ich für in jeder Hinsicht unfallträchtig (und für einen Rückfall in die Zeit, als man in ähnlicher Form Eisenkanten oder Nagelreihen einsetzte). Falls z.B. ein Elefant von einem Artgenossen auf diese Dinger gerempelt wird, könnte er sich nicht nur selbst verletzen, sondern auch stolpern, hinfallen und dann zur anscheinend nicht zusätzlich gesicherten Besucherseite hin aussteigen.

    Falls DAS gebaut werden sollte, bin ich wirklich auf die Folgen gespannt.
    (16.01.2012)
    Ottmar Müller:   Hier sind ein paar Entwürfe für das Elefantenhaus, das dann vielleicht in 7 Jahren gebaut werden kann:

    http://www.archikubus.de/cms/website.php?id=/de/index/referenzen/national.htm&sid=605bcb4cc1380455610dd548d46fa330
    (16.01.2012)
    Wilhelma:   Schneeleoparden in der Wilhelma:
    Bedrohte Samtpfoten aus dem Hochgebirge

    Seit Ende Dezember ist die Anlage der Schneeleoparden in der Wilhelma nicht mehr verwaist. Denn eingezogen ist ein junges, neues Zuchtpaar: der Kater Ladakh und die Katze Kailash. Und obwohl das Wetter derzeit nicht wirklich zu ihrem Namen passt, haben sich die beiden mittlerweile gut eingelebt. In die Wilhelma kamen sie auf Empfehlung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP). Bevor jedoch mit erstem gemeinsamem Nachwuchs zu rechnen ist, wird aber noch einige Zeit ins Land gehen.
    Nachdem 2011 der alte Kater Bob gestorben und Lola als zuletzt in Stuttgart geborene Schneeleopardin im belgischen Tierpark Planckendael ein neues Zuhause und einen neuen Partner gefunden hatte, stand das Gehege nahe der Eisbärenanlage ein paar Monate leer. Doch seit einigen Tagen können der Kater Ladakh und die Katze Kailash nicht nur ihr Domizil, sondern auch sich gegenseitig inspizieren. Bislang allerdings hält sich das Interesse füreinander stark in Grenzen: „Das ist normal, denn Kailash und Ladakh sind sozusagen noch Teenager und erst in etwa einem Jahr geschlechtsreif“, erklärt Revierleiter Jürgen Deisenhofer. Zurzeit gibt jedenfalls die 2010 in Zürich geborene Kailash klar den Ton an, denn sie ist deutlich neugieriger, verspielter und lebhafter als der fast gleichaltrige Ladakh aus dem französischen Amnéville. „Ladakh ist ein echter Stubenhocker und versteckt sich oft im Innengehege vor den Blicken der Besucher“, berichtet Deisenhofer. „Aber das wächst sich mit der Zeit aus.“ Da Schneeleopardenmännchen im Schnitt größer werden als die Weibchen, werden zudem die Kräfteverhältnisse später neu verteilt.
    In ihrem natürlichen Lebensraum, den Hochgebirgen Zentralasiens, leben Schneeleoparden, auch Irbisse genannt, die meiste Zeit des Jahres als Einzelgänger. An das Leben in diesem extremen Lebensraum sind sie bestens angepasst. Die großen Pfoten verhindern, ähnlich wie Schneeschuhe, dass sie im Schnee versinken, in der extremen Kälte wärmt sie ein dichtes, langes Fell. Zusätzlichen Schutz vor Wind, Schnee und Frost bietet, um Körper und Kopf geschlungen, der lange, buschige Schwanz. Er dient obendrein bei den bis zu 15 Meter weiten Sprüngen der Irbisse von Fels zu Fels als praktisches Steuerruder.
    Schneeleoparden gehören zu den seltensten Arten unserer Erde. Ihr Bestand wird auf etwa 4000 bis 6000 Tiere geschätzt. Obwohl sie in allen ihren Heimatländern streng geschützt sind, fallen sie weiterhin Wilderern zum Opfer. Zudem macht ihnen der Verlust ihres Lebensraumes zu schaffen. Die schönen Großkatzen sind somit auch als Zoo-Bewohner besonders wertvoll: Im Europäischen Erhaltungszuchtprogramm erfasst sind derzeit rund 220 Schneeleoparden. Auch die Wilhelma hält und züchtet seit 20 Jahren Irbisse, fünf Jungtiere sind in Stuttgart bislang aufgewachsen. Und wenn die Zeit dafür reif ist, werden sich bestimmt auch bei Kailash und Ladakh noch Frühlingsgefühle einstellen – auf dass es mit weiterem Nachwuchs für diese hochbedrohte Art klappt.

    Foto (Wilhelma/Sillack): Kailashs Mitbewohner, der Irbiskater Ladakh, erblickte im Juli 2010 in Amnéville in Frankreich das Licht der Welt.
    (12.01.2012)
    Wilhelma:   Bilanz 2011 – Ausblick 2012:
    Mit 2,28 Millionen Besuchern ein gutes Wilhelma-Jahr

    Auch ohne neuen „Tierstar“ wie Eisbär Wilbär im Jahr 2008 und trotz zahlreicher Baustellen kann die Wilhelma auf ein gutes, besucherstarkes Jahr 2011 zurückblicken: Rund 2,28 Millionen Menschen kamen 2011, um die einmalige Kombination aus Zoo, botanischem Garten und historischem Park zu sehen, das sind rund 5,4 Prozent mehr als im Vorjahr (2,17 Millionen). Neben der ungebrochenen Beliebtheit der Wilhelma, insbesondere bei ihren Stammgästen, dürften dazu auch die günstigen Wetterverhältnisse vor allem im Frühjahr und Herbst 2011 einen Gutteil beigetragen haben.

    „Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden“, so Wilhelma-Direktor Prof. Dr. Dieter Jauch. „Zumal wir mit höheren Besucherzahlen eigentlich erst für die Zeit nach der Eröffnung der neuen Menschenaffenanlage gerechnet hatten, also etwa ab der zweiten Jahreshälfte 2012.“ Doch nun besuchten die Wilhelma bereits 2011 rund 5,4 Prozent mehr Menschen als 2010 – und sogar 3 Prozent mehr als im besuchstarken Jahr 2009 (ca. 2,22 Mio.). Lediglich der Rekord von 2,42 Millionen Besuchern im Ausnahmejahr 2008, der wohl vor allem Wilbär zu verdanken war, bleibt weiter unerreicht. Einen hohen Beitrag zur Besucherbilanz leisteten dabei erneut die Stammbesucher der Wilhelma: Die Zahl der verkauften Jahreskarten (Preis: 52 Euro) stieg 2011 gegenüber 2010 um 7,6 Prozent, in den letzten zehn Jahren hat sich die Verkaufszahl mehr als verdoppelt. Auch der Verein der Freunde und Förderer der Wilhelma, dessen Mitglieder für 57 Euro ein Jahr lang die Wilhelma besuchen können, ist stetig angewachsen – Ende 2011 zählte er nunmehr 27.075 Mitglieder. Wie zu erwarten, gingen parallel dazu in den vergangenen Jahren die Verkaufszahlen bei Tageskarten eher zurück. Positiv zu bewerten ist deshalb, dass 2011 auch fast 8 Prozent mehr Tageskarten verkauft wurden als im Vorjahr.

    2011 gab es im Wilhelma-Park so viele Baustellen wie selten zuvor. Zumindest das neue Wilhelmaschulgebäude am Rand des Maurischen Gartens konnte dabei noch Ende 2011 fertiggestellt und eröffnet werden. In seinen Räumen sollen etwa ab Ostern 2012 neue Angebote und Veranstaltungen auch für breitere Besuchergruppen stattfinden. Dagegen werden vor allem im ersten Halbjahr 2012 zwei Baustellen weiterhin das Bild im oberen Park mit prägen: Der Bau der Menschenaffenanlage soll bis Mitte des Jahres, der Umbau der Elefantenanlage mit neuem Dickhäuter-Pool und Besuchertribüne bis etwa Ostern abgeschlossen sein. Auch in die Instandhaltung der teils denkmalgeschützten Gebäude und die Gehegeoptimierung, etwa von Zebra- und Erdmännchenanlage, soll 2012 wieder investiert werden, insgesamt sind rund 3,8 Millionen Euro dafür veranschlagt.
    (12.01.2012)
    Wilhelma:   Orchideenblüte in der Wilhelma:
    Wo Pflanzen mitten im Winter wundersame Blüten treiben

    Eine gründliche Inventur und Artenbestimmung bei der größten Pflanzensammlung der Wilhelma, den Orchideen, ist erfolgreich abgeschlossen. Die Bilanz: Derzeit umfasst die Sammlung rund 8000 Pflanzen in 1261 Arten und Sorten. Und das Beste: Auch mitten in der kalten Jahreszeit blühen viele Orchideenarten, bewundert werden können die rund hundert Pflanzen im Warmhaus, Wintergarten und Kakteenschauhaus. Ein farbenfroher Balsam für jede vom Wintergrau geplagte Seele ...
    Regen, Kälte und Schmuddelwetter müssen leider draußen bleiben aus den Schaugewächshäusern der Wilhelma. Denn hier herrschen selbst im Winter mollige Temperaturen und es grünt und blüht an allen Ecken und Enden. Gerade auch die Orchideen treiben derzeit vielgestaltige bis bizarre Blüten in allen Farben: von Schneeweiß und Zitronengelb über Bonbonrosa bis Lilablassblau. Auf 1261 Arten und Sorten bringt es die Orchideensammlung laut aktueller Zählung, bei der jede einzelne Wild- und Zuchtform unter die Lupe genommen, bestimmt und erfasst wurde. Für die Besucher zu sehen sind allerdings immer nur diejenigen Pflanzen, die gerade blühen. Die meisten Vertreter der Sammlung verbringen die langen blütenfreien Ruhepausen als unscheinbare Blattpflanzen hinter den Kulissen.
    Doch selbst die große Sammlung der Wilhelma ist nichts im Vergleich zum Reichtum von Mutter Natur: Mit rund 20.000 Wildformen gehören Orchideen zu den größten Familien im Pflanzenreich und sie sind auf allen Kontinenten – außer der Antarktis – sowie bis in Höhen von 4000 Metern zu Hause. Und jede Orchideenart bringt andere wundersame Phantasiegebilde als Blüten hervor. Doch die Pracht ist nicht verschwendet, denn sie dient einem klaren Lebenszweck, der Fortpflanzung. Dabei versucht jede Art, durch die besondere Architektur ihrer Röhren-, Schlüsselloch- oder Fallenblüten bestimmte Spezialisten als Bestäuber anzulocken: von Bienen, Fliegen, Ameisen, Käfern und Schmetterlingen bis zu Kolibris. Auch bei der Entwicklung vom Samen zur Pflanze sind Orchideen auf Hilfe angewiesen: Sie benötigen die Ammendienste eines Bodenpilzes, damit die Samen überhaupt keimen und mit Nährstoffen versorgt werden. Ohne diese Einschränkung wäre die Welt womöglich mit Orchideen „übersät“. Denn tropische Arten bergen satte vier bis fünf Millionen winziger Samen, hiesige Arten immerhin bis zu 7000 Samen in jeder Kapsel – ein enormes Verbreitungspotenzial.
    In der Wilhelma sorgen weder Bienen noch Pilze für die Vermehrung der Orchideen, sondern die Gärtner hegen und pflegen sie in vier unterschiedlich klimatisierten Gewächshäusern. Weitere Pflanzen in neuen Arten und Sorten kommen durch den Austausch mit anderen botanischen Gärten dazu. Denn Gärtner weltweit haben aus den Wildformen längst zusätzlich Hunderttausende von Zuchtformen hervorgebracht. Kein Wunder, denn Orchideen faszinieren die Menschen seit langer Zeit, dienen ihnen als Dekoration und Heilmittel. Und zu ihrem Namen haben die Botaniker wohl die beiden Wurzelknollen des Knabenkrauts inspiriert, denn „Orchis“ ist das griechische Wort für Hoden.

    Foto (Wilhelma)
    (04.01.2012)
    Wilhelma:   Quiekende Glücksbringer in der Wilhelma:
    Jede Menge Schwein zum Jahreswechsel

    Schweine – normalerweise die Ausführung in rosa Marzipan, in der Wilhelma jedoch die schwarz-rosa „Schwäbisch-Hällischen“ – gelten traditionell als Glücksbringer zum Jahreswechsel. Diese ehrenvolle Aufgabe teilen sie sich unter anderem mit vierblättrigen Kleeblättern und Schornsteinfegern. Die beiden letztgenannten sind in der Wilhelma kaum anzutreffen, Schweine hingegen reichlich: Zwei Würfe Ferkel quieken auf dem Schaubauernhof um die Wette!

    Auf dem Schaubauernhof der Wilhelma sind zum Jahreswechsel bei den hübschen schwarzweißen Schwäbisch-Hällischen Schweinen 20 Ferkel in zwei Alterstufen zusammen mit ihren Müttern zu beobachten: Das grunzende, quiekende Familienleben zeigt glückliche Schweine der alten württembergischen Rasse in allen Größen- und Gewichtsklassen. Selbst bei diesen kühlen Temperaturen suhlen sie sich draußen in ihrem geliebten Matsch, stöbern mit ihren großen und kleinen Rüsseln in allen Ecken nach Fressbarem, jagen sich laut schreiend über den Hof und holen sich ab und an eine Streicheleinheit bei den Besuchern ab ... eine herrliche Sauerei eben!

    Diese Rasse ist für die Rolle als Glücksschwein nahezu prädestiniert, hat sie doch selbst buchstäblich „Schwein gehabt“: Entstanden vor über 100 Jahren zur Zeit Wilhelms I. und bis in die 50-ger Jahre die häufigste Rasse in Baden-Württemberg, war sie um 1970 von den modernen mageren Schweinerassen vollständig verdrängt worden und galt als ausgestorben. Liebhaber alter Haustierrassen bauten mit wenigen Tieren ein Zuchtprogramm wieder auf und retteten diese robusten und friedlichen, auch „Mohrenköpfle“ genannten Schweine sozusagen in letzter Minute. Auch die Zuchtgruppe in der Wilhelma ist der bäuerlichen Erzeugergemeinschaft angeschlossen und trägt zur Erhaltung der alten Haustierrasse bei. Ohne die Feinschmecker wäre das Experiment aber wohl nicht geglückt – nur dank der Rückkehr in die Küche sind die fetten, aber schmackhaften Tiere wieder sehr beliebt und ihre Zucht wirtschaftlich interessant.

    Mit dieser quiekenden Meute Glückbringer wünscht die Wilhelma allen ihren Freunden nah und fern Glück, Gesundheit und einen guten Start in ein friedliches, erfolgreiches Neues Jahr 2012!
    (28.12.2011)
    Jana Müller:   Es sind Blaukrönchen, keine Blauköpfchen. Es kamen die selben Vögel wieder in die Volieren, die auch vorher in den Vitrinen waren.
    Auf der anderen Seite standen ja auch Volieren, die aber schon seit ca. einem Jahr nicht mehr da sind. So wie es aussieht, kommen da auch keine mehr hin. Weiß jemand, was aus den Allfarbloris geworden ist, die drt untergebracht waren?

    Im Vogelhaus wurden endlich neue Schilder angebracht. Im Kleinsäugerhaus daneben sind ja schon seit einiger Zeit neue Schilder.
    Das Zwergaguti gibts nicht mehr (gestorben?), vor kurzem war die Vitrine leer, nun ist sie neu gestaltet und die Kurzohrrüsselspringer sind eingezogen. Sie haben nun also mehr als doppelt so viel Platz als vorher. Das ehemalige Rüsselspringerheim steht nun leer.

    Es gab Nachwuchs bei den Weißhandgibbons :-)
    (27.12.2011)
    Michael Mettler:   @Gudrun: Du meinst demnach das Blaukäppchen alias Blaukappenlori. Wenn es diese Art ist, wäre sie neu für die Wilhelma. Blaukrönchen sind hingegen laut Zootierliste schon im Bestand.
    (27.12.2011)
    Gudrun Bardowicks:   Bei den "Blauköpfchen" dürfte es sich um eine farbenprächtige Zwergloriform mit dem Namen Blauköpfchen handeln, die es auch im Loropark auf Teneriffa und im Vogelpark Walsrode zu sehen gibt, nicht um Blaukrönchen.
    (27.12.2011)
    Joshua Förg:   Sorry, vorher waren es Vitrinen.
    (26.12.2011)
    Michael Mettler:   Das sind doch aber keine Vitrinen, sondern Volieren aus einem handelsüblichen Modulsystem...?

    Interessant konzipierter Besatz: Vier "Zwergpapageien" ("Blauköpfchen" = Blaukrönchen?) aus vier verschiedenen zoogeografischen Bereichen.
    (26.12.2011)
    Joshua Förg:   Okay, wie versprochen das Bild.
    (25.12.2011)
    Ottmar Müller:   Mich interessiert es! ;)
    (25.12.2011)
    Joshua Förg:   Im Maurischen Landhaus sind wieder einige Vogelvitrinen aufgestellt; sie wirken aber weit ansprechender als die vorherigen.
    Der Besatz: Schönlori, Blauköpfchen, Augenringsperlingspapagei und Pfirsichköpfchen.

    Falls es jemanden interessiert, kann ich auch ein Foto der Vitrinen reinstellen.
    (25.12.2011)
    Niedersachse:   Der Kater soll aus Zürich sein und somit genetisch wertvoll.
    (21.12.2011)
    Ottmar Müller:   In der Wilhelma leben wieder mindestens 2 Schneeleoparden. Weiß jemand, woher sie kommen und warum das Gehege nicht vorher umgebaut wurde?
    (21.12.2011)
    Wilhelma:   Bereits zweiter Okapi-Nachwuchs des Jahres 2011:
    Willkommene Bescherung am Nikolaus-Tag

    Von so seltenen Tieren wie den Okapis kann ein Zoo gar nicht genug Nachwuchs bekommen: Umso größer die Freude in der Wilhelma, dass dieses Jahr schon das zweite Okapi-Kalb das Licht Stuttgarts erblickt hat. Mutter Ibina brachte es am 6. Dezember, also am Nikolaustag, auf die Welt. Bereits Ende Mai hatte die Okapi-Kuh Epena ein Bullenkalb geboren, das „Kivu“ getauft wurde. Bei Ibinas jüngstem Nachwuchs stehen bislang weder Geschlecht noch Name fest, denn es führt derzeit noch ein recht heimliches, zurückgezogenes Leben. Bis auf Weiteres können die Besucher es daher nur mit Glück in den Stallboxen des Giraffenhauses entdecken. Kivu dagegen folgt seiner Mutter auch ins Außengehege längst auf Schritt und Tritt – zumindest an frostfreien Tagen.
    Der mitteleuropäische Winter ist für die aus den tropisch-heißen Urwäldern des Kongo stammenden Waldgiraffen nicht gerade die liebste Jahreszeit – im Gegenteil, sie gehören wohl zu den kälteempfindlichsten Pfleglingen der Wilhelma. Kein Winterfell und keine Unterwolle schützt sie, ihr Fell ist immer gleich dünn und samtig. Daher verbringen sie in der kalten Jahreszeit nur wenige Stunden am Vormittag an der frischen Luft, den Rest des Tages bleiben sie lieber in ihren warmen Stallboxen im Giraffenhaus. Ausschließlich hier wird sich auch Ibinas mittlerweile viertes Kalb in den nächsten Wochen aufhalten und seinen Bewegungsradius immer nur gerade so sehr erweitern, wie es das Erreichen von Mutters Milchquelle erfordert. Die übrige Zeit rollt es sich im Stroh einer Box zusammen und wartet geduldig auf die nächste Mahlzeit. In der Heimat im Kongo ist dieses frühkindliche Dasein als „Ablieger“ Teil der Überlebensstrategie. Die Mutter entfernt sich dort bei ihrer täglichen Futtersuche sogar absichtlich weit von ihrem Kalb, damit es keine Raubtiere auf das Kleine aufmerksam macht. Selbst in der feindfreien Zone der Wilhelma harrt ein Okapi-Kalb jedoch instinktiv in seinem Versteck aus. Hier lassen es selbst die Pfleger so weit als möglich in Ruhe – weshalb bislang noch nicht einmal das Geschlecht sicher bestimmt ist. Und die Besucher bekommen kleine Waldgiraffen aus diesem Grund oft erst mehrere Wochen nach der Geburt erstmals richtig zu Gesicht.
    Allerdings ist es nicht selbstverständlich, dass man Okapis überhaupt in einem Zoo zu Gesicht bekommt. In Deutschland halten neben der Wilhelma nur vier weitere Zoos die seltenen Waldgiraffen, in den Tierparks weltweit leben insgesamt gerade mal knapp 150 Okapis. Davon sind derzeit allein sieben in Stuttgart zu Hause: die Kühe Epena und Ibina samt ihrem Nachwuchs, die Kuh Kabinda, der Bulle Vitu sowie der Vater von Ibinas jüngstem Kalb, der Bulle Xano.
    Doch jedes Okapi zählt, denn für die Zukunft dieser Tierart sieht es in ihrer zentralafrikanischen Heimat düster aus. Der vor zehn Jahren noch auf etwa 10.000 Tiere geschätzte Bestand im Ituri-Wald beispielsweise dürfte mittlerweile auf die Hälfte geschrumpft sein. Die Restpopulation zu erhalten, ist nun Ziel eines Okapi-Projekts, das auch die Wilhelma im Zuge des internationalen Artenschutzprogramms unterstützt.

    Fotoquelle: Wilhelma
    (21.12.2011)
    Wilhelma:   Der kleinste Affennachwuchs der Welt:
    Zwillinge bei den Zwergseidenäffchen geboren

    Vermutlich kamen die beiden Zwergseidenäffchen am 4. Dezember zur Welt, denn entdeckt haben die Tierpfleger die neu geborenen Zwillinge am Morgen des 5. Dezember – was angesichts der Winzigkeit dieser Tiere gar nicht so leicht ist. Schließlich sind sie die kleinsten echten Affen der Welt und nach der Geburt gerade mal daumengroß und 15 Gramm leicht. Auch für die Besucher ist es daher eine kleine Herausforderung, die dank ihres gelb-braunen Fells obendrein gut getarnten Zwerge in ihrem nachgebildeten Urwald im Jungtieraufzuchthaus zu erspähen.
    Zwillinge sind bei Zwergseidenäffchen die Regel, ein einziges Kind eher die Ausnahme. So auch bei dem Männchen Chico und Ica, der neuen Frau an Chicos Seite nach dem Tod seiner Gefährtin Jasper, mit der er sechs Jahre zusammengelebt und 18 Junge aufgezogen hat. Für die zweijährige Ica aus dem Zoo in Krefeld dagegen ist es der erste Nachwuchs und entsprechend überängstlich ist sie um den Schutz ihrer Kinder bemüht. Ja, nicht einmal den erfahrenen Vater Chico, der sich als emanzipierter Zwergseidenaffenmann sogleich in gewohnter Manier um seine Kinder kümmern wollte, ließ Ica anfangs an ihre Kleinen heran. Inzwischen hat sie jedoch gemerkt, dass die Zwillinge auch bei Papa in den besten Händen sind, und überlässt ihm das Babysitten gerne. Bei Zwergseidenäffchen ist es normal, dass sich der Vater und ältere Geschwister von Beginn an mit um den Nachwuchs kümmern und ihn abwechselnd auf ihren Rücken spazieren tragen. Das kommt nicht von ungefähr: In der Natur steigert die gemeinsame Übernahme von Verantwortung die Überlebenschancen der Jungtiere. Allerdings funktioniert das harmonische Familienleben inklusive Arbeitsteilung nur bei Paaren und ihrem gemeinsamen Nachwuchs, nicht mit „Stiefkindern“. Daher mussten Chicos und Jaspers Kinder nach der Ankunft von Ica auch bereits aus dem Gehege aus- oder in andere Zoos umziehen, wo sie nun selbst Nachwuchs bekommen können.
    So klein Zwergseidenäffchen nach der Geburt auch anfangen, so schnell entwickeln sie sich weiter: Schon nach wenigen Wochen beginnen sie, neben der Muttermilch auch neugierig vom Futter der Eltern zu naschen. In der Natur gehören dazu Blüten, Früchte, Insekten und Spinnen, vor allem aber Baumsäfte. In der Wilhelma gibt es ersatzweise Gummi-Arabicum, also den süßen Saft von Akazien, dazu werden Heuschrecken und Mehlwürmer, Süßobst, Sellerie, Paprika und Tomaten gereicht. Kein Wunder, dass bei diesem abwechslungsreichen Speiseplan die Jungen rasch zu vollwertigen Mitgliedern ihrer Familie heranreifen – um hier beim nächsten Nachwuchs, der schon wenige Monate nach ihrer eigenen Geburt kommen kann, dann selbst zum Babysitter zu werden.

    Foto (Wilhelma): Vater Chico trägt die Zwillinge huckepack. Auf dem Bild zu sehen ist das Gesicht des einen und die Rückenansicht des zweiten Jungtiers, das zur anderen Seite schaut.
    (14.12.2011)
    Ottmar Müller:   Komisch, dass das Schneeleopardengehege genau dann umgebaut wird, wenn Karlsruhe ein neues Gehege fertigstellt...
    (13.12.2011)
    Jana Müller:   Na, wurde ja auch Zeit, dass das Okapi endlich kommt. Hoffe man bekommt es in ein paar Monaten häufiger zu Gesicht als den kleinen Kivu.

    Das Schneeleogehege ist schon seit Wochen leer und es hängt ein Zettel am Gehege, dass das Gehege umgebaut wird. Es wird dann mit neuen Schneeleos besetzt.
    (12.12.2011)
    Joshua Förg:   Der Nachwuchs ist vom 6 Dezember und die Mutter ist Ibina.
    (12.12.2011)
    BjörnN:   Wer ist denn die Mutter des aktuellen Nachwuchses??
    (11.12.2011)
    Joshua Förg:   Bei den Okapis im Giraffenhaus gibt es auch wieder Nachwuchs...

    Die Anlage der Schneeleoparden war heute nicht besetzt, laut Zootierliste wurde das letzte Exemplar nach Belgien abgegeben. Hat jemand Infos, was mit den beiden Käfigen passiert?
    (11.12.2011)
    Wilhelma:   Gorillababy zeitweise im Aufzuchthaus zu sehen:
    Tano zeigt sich erstmals den Besuchern

    Seit 14. November ist der Gorillajunge Tano aus Prag in der Aufzuchtstation der Wilhelma, jetzt hat er seine Quarantänezeit erfolgreich beendet. Daher wird er nun auch für die Besucher zeitweilig zu sehen sein. Gelegenheiten dazu bieten sich ab 8.12. täglich zwischen 11.30 Uhr und 12 Uhr sowie während der Fütterungen, für die es allerdings keinen festen Zeitplan gibt.
    Immer wenn Tano hungrig ist und sein Fläschchen bekommt, können die Besucher künftig daran teilhaben. Dies kann zwei bis drei Mal während der Öffnungszeit des Aufzuchthauses (9 Uhr bis 16.45 Uhr) der Fall sein, findet in einem der Schaugehege statt und dauert rund eine Viertelstunde. Feste Zeiten lassen sich dafür nicht angeben, alles richtet sich nach Tanos Rhythmus. Daher wurde zusätzlich ein fester Termin eingerichtet, an dem sich eine Pflegerin mit dem Gorillababy auf jeden Fall im Schaugehege aufhalten wird: täglich zwischen 11.30 und 12 Uhr. Allerdings kann es passieren, dass die Besucher Tano das eine oder andere Mal dann nur schlafend antreffen.
    Seit rund drei Wochen wird Tano von mittlerweile drei Ersatzmüttern, den Pflegerinnen Bea Jarczewski, Margot Federer und Thali Bauer, rund um die Uhr in Wechselschicht umsorgt. Das derzeit Wichtigste im Leben des Affensäuglings: viel Schlaf, Wärme, Körperkontakt, Kuscheln und Ansprache sowie natürlich das Milchfläschchen, wann immer der Hunger plagt. Seit seiner Ankunft hat Tano rund 800 Gramm zugelegt, etwa 3300 Gramm bringt er mittlerweile auf die Waage. Überhaupt sei Tano sehr fit und kräftig für sein Alter, finden seine Pflegemütter. „Den Kopf kann er bereits seit über zwei Wochen allein halten, auch das Sitzen geht mit ein wenig Hilfe schon recht gut und inzwischen zieht er sich sogar für kurze Momente auf die Füße“, berichtet Margot Federer. „Ein Menschenbaby wäre in dem Alter dazu längst nicht in der Lage.“ Dafür plagt Tano auch bereits das, was bei Menschensäuglingen „Dreimonatskoliken“ genannt wird. Treten sie auf, tragen die Pflegerinnen den Kleinen beruhigend umher und helfen mit kleinen Massagen, die Milchnahrung leichter zu verdauen.
    Tano ist das 59. Menschenaffenkind, das in der Aufzuchtstation aufwächst – und momentan hier der einzige Zögling. Doch sollten von Hand aufgezogene Menschenaffen so früh wie möglich den Kontakt zu Artgenossen bekommen. Sofern also kein weiteres Gorillakind in die Station kommt, wird Tano baldmöglichst in die Nähe seiner Verwandten im Menschenaffenhaus umziehen. Dort kann er Sicht- und Schnupperkontakt zu Mitgliedern der Gorillafamilie aufnehmen und wird außerdem auf die zweijährige Claudia treffen, die in die Familie integriert wird, sofern Kibo sie als neues Mitglied akzeptiert. Die Bedingungen für solche Zusammenkünfte werden in der neuen Menschenaffenanlage deutlich besser sein: Da die Aufzuchtstation dort direkt neben dem Gehege der Gorillagruppe liegen wird, können die Handaufzuchten von Anfang ihre Verwandten beobachten und arttypische Verhaltensweisen lernen. Abgesehen davon, dass das neue Haus auch den Besuchern bessere Einblicke in diese Vorgänge ermöglichen wird.
    Neues zu Tano gibt es bereits seit seiner Ankunft regelmäßig unter www.wilhelma.de in den „Ereignistagebüchern“ zur Gorillakinderstube. Hier wird die Wilhelma auch zeitnah informieren, falls die Orte und Zeitpunkte, an denen Tano zu sehen ist, geändert oder erweitert werden.
    (08.12.2011)
    Wilhelma:   Nachwuchs bei den Wickelschwanzskinken:
    Echsen mit Familiensinn

    Sie sind die größten Vertreter aller Skink-Arten der Welt, stammen von den Salomonen-Inseln und haben in der Wilhelma erneut Nachwuchs bekommen: die Wickelschwanzskinke. Sehr außergewöhnliche Reptilien sind diese unter anderem wegen ihrer intensiven Brutpflege: Skinke bilden nämlich eine richtige kleine Familie, in der Mutter, Vater und Nachwuchs lange Zeit einträchtig zusammen leben. Und ziemlich gemütlich hat es das Jungtier in Hotel Mama obendrein: Nicht selten trägt es die Mutter auf ihrem Rücken huckepack durchs Geäst. Trotz ihrer Größe sind die dämmerungsaktiven Echsen im naturnah gestalteten Terrarium allerdings nicht leicht zu entdecken, denn mit ihrer grau-grün gefleckten Haut sind sie stets gut getarnt.
    Bereits seit 1975, also schon seit über 35 Jahren, hält die Wilhelma die Kletterkünstler aus den Küsten- und Bergregenwäldern der Salomonen. Ihre Urahnen kamen einst aus den Zoos von Zürich und Berlin nach Stuttgart, wo sie seither regelmäßig für Nachwuchs sorgen. Für die Weibchen der Wickelschwanzskinke heißt das, einmal im Jahr nach sechs Monaten Tragzeit ein Junges, seltener auch zwei, lebend zu gebären. Und das ist kein Pappenstiel, denn schon bei der Geburt sind Skinke 20 Zentimeter lang – immerhin ein Drittel ihrer späteren Körpergröße von bis zu 75 Zentimetern – und bringen 100 Gramm auf die Waage. Meist in der Dämmerung kommen sie zur Welt, was bedeutet, dass der Nachwuchs im Wilhelma-Terrarium in der Regel frühestens am Tag danach entdeckt wird. Bei anderen Echsen könnte es dann schon zu spät und um den Nachwuchs geschehen sein, denn einige Arten haben ihre eigenen Jungen zum Fressen gern. Nicht so die Wickelschwanzskinke, die als Vegetarier ohnehin nur Blätter und Früchte verzehren. Dafür scheinen die Skinke an ihren Jungen einen ausgesprochenen Narren gefressen zu haben: Obwohl diese vom ersten Moment an selbstständig sind, bleiben sie ganze sechs Monate lang nah bei der Mutter, werden von ihr gehegt, gepflegt und manchmal auch auf dem Rücken spazieren getragen – eine intensive, lange und damit außergewöhnliche Brutpflege für eine Reptilienart. So verwundert es vielleicht nicht, dass diese Tiere auch erst mit drei bis vier Jahren geschlechtsreif sind und im sicheren Terrarium durchaus 20 Jahre alt werden können. Allerdings sind auch im Regenwald lebende, erwachsene Wickelschwanzskinke nicht ganz wehrlos: Sie kratzen, fauchen und beißen notfalls kräftig zu, wenn Feinde und unliebsame Artgenossen ihnen in die Quere kommen. Dafür können sie anschließend auch wieder entspannt relaxen: Denn neben den Schlangen und Chamäleons sind sie die einzigen Reptilien, die gemütlich abhängen können – dank ihres praktischen Greifschwanzes, dem sie ihren Namen verdanken. Dieser dient ihnen bei den Klettertouren durchs Geäst als fünfte Hand, als Ankerhaken und Zugseil und sorgt somit in jeder Lage für sicheren Halt.

    Foto (Wilhelma): Auf Mutters Rücken durchs Geäst. So lässt es sich leben.
    (01.12.2011)
    Wilhelma:   Nachwuchs im Doppelpack bei den Grevyzebras:
    Gestreifte Hoffnungsträger einer bedrohten Art

    Die Grevyzebra-Stuten Lady und Leonie haben der Wilhelma ein schönes vorweihnachtliches Präsent beschert – und brachten am 1. und 7. November zwei hübsche, gesunde Hengstfohlen zur Welt – Hakon und Harry. Ein Geschenk ist jedes Grevyzebrafohlen auch deshalb, weil die Art in ihrer ostafrikanischen Heimat hoch bedroht ist. Ab sofort kann die Wilhelma nun die Besucher an den zwei gestreiften „Geschenken“ teilhaben lassen: Wann immer es die Witterung zulässt, werden Mütter und Söhne künftig im großen Außengehege zu sehen sein.

    Dass auch Zebras vom Aussterben bedroht sein können, weiß vermutlich nicht jeder. Und doch ist es so: Weniger als 2500 Grevyzebras gibt es laut Zählungen noch in Kenia, in Äthiopien leben vielleicht weitere 100. Dazu kommen unter 500 Tiere in 114 Zoos weltweit. Immerhin ist der Freilandbestand in letzter Zeit weitgehend stabil geblieben, doch gebannt ist die Gefahr längst nicht: Wilderei, Dürre und von Weidevieh übertragene Krankheiten machen den Tieren weiterhin zu schaffen, nur in streng geschützten Reservaten besteht somit eine Überlebenschance.

    Zur Erhaltung dieser seltenen Art haben die Grevyzebras der Wilhelma seit 1958 und inklusive der beiden Jüngsten, den Hengstfohlen Hakon und Harry, mit immerhin bereits 67 Fohlen beigetragen. Vor allem Lady gilt als eine der genetisch wichtigsten Zuchtstuten im europäischen Zoobestand. Im Jahr 2009 hatten sie und Leonie jeweils ein Stutfohlen geboren: Sissi und Nele, die ebenfalls noch in der Wilhelma leben und zu ihren Müttern und jüngeren Geschwistern stoßen dürfen, sobald die Kleinen sich mit dem Außengehege vertraut gemacht haben. Doch diesmal waren offenbar nur männliche Nachkommen „im Angebot“. Mit dafür verantwortlich ist natürlich der Vater: Er heißt Menelik – wie der erste äthiopische Kaiser –, kam nach Grevyhengst Lutz’ Tod im August 2010 als neuer Zuchthengst aus dem französischen Le Pal in die Wilhelma, führt aber meist ein Single-Dasein hinter den Kulissen. In der Natur wäre das ebenso, denn Grevyzebras leben nicht wie andere Zebraarten in „Haremsgruppen“ mit einem Hengst und mehreren Stuten, sondern sie halten es eher wie die Wildesel: Die Hengste besetzen feste Reviere und bandeln mit den durchziehenden Stuten an. Diese wiederum bilden oft lose Verbände, wirklich enge Bande existieren nur zwischen Müttern und ihrem Nachwuchs. Grevyzebras sind zudem die größte der drei Zebraarten und ihr Streifenmuster ist besonders fein – aber wie bei jedem Zebra von Geburt an so einzigartig wie ein Fingerabdruck. Dieser individuelle „Barcode“ der Zebras ist daher auch bei Bestandszählungen im Freiland sehr hilfreich, um einzelne Tiere auseinander halten zu können.

    Auch wenn gerade die Fohlen mit ihren schlanken langen Beinen und den riesigen Tütenohren ein reizender Anblick sind: Über die Wintermonate werden die Grevyzebras nicht immer von morgens bis abends im Außengehege zu sehen sein, denn als Tiere der Tropen schützt sie keine Unterwolle vor Frost. Bei Glatteis besteht obendrein Beinbruchgefahr. Daher bleiben die Grevys an manchen Tagen vorsichtshalber im Stall oder werden täglich nur für wenige Stunden an die frische Luft entlassen.

    Foto (Wilhelma): Grevyzebra-Mutter Lady und Sohn Hakon im Vorgehege, wo sie für die Besucher seither noch nicht zu sehen waren. Je nach Wetterlage wird sich das jetzt ändern.
    (25.11.2011)
    Jana Müller:   ach und... die Elefantenanlage ist nur noch ein Trümmerhaufen
    (22.11.2011)
    Jana Müller:   Ja, nur noch ein Wasserbock...

    Es gab doppelten Nachwuchs bei den Grevy-Zebras...
    (22.11.2011)
    Joshua Förg:   Lebt in der Wilhelma eigentlich nur noch ein Wasserbock?
    (20.11.2011)
    Wilhelma:   Das neue Wilhelmaschulgebäude:
    Mehr Raum für pädagogische Angebote und Naturbildung

    Nach rund einjähriger Bauzeit ist das neue Wilhelmaschulgebäude bezugsfertig, die Wilhelma-Pädagogen können es gemeinsam mit den Schulen und Kindergärten der Region in Betrieb nehmen. Mit der Eröffnung des Gebäudes eröffnen sich auch neue Möglichkeiten, das Bildungsangebot der Wilhelmaschule weiter auszubauen: mit neuen Programmen für den außerschulischen Biologieunterricht ebenso wie mit Veranstaltungen zu Naturschutzthemen.
    Rund 1200 Führungen für Schulklassen und Kindergärten führt das zwölfköpfige Team der Wilhelmaschule pro Jahr durch, bis zu 16 an einem Tag, dazu kommen seit 2009 Fortbildungen für Lehrer und Erzieher. Alle diese Programme finden im Park, in den Tier- und Pflanzenhäusern statt. Ein Gebäude für ihre Vor- und Nachbereitung fehlte jedoch, geschweige denn für wetterunabhängige, ergänzende Veranstaltungen unter einem Dach: Das frühere Wilhelmaschulgebäude, eine ältere Holzbaracke, war dafür nicht mehr geeignet. „Mit dem neuen Gebäude wird sich dies nun ändern“, freut sich Wilhelma-Direktor Prof. Dr. Dieter Jauch. „Geplant sind beispielsweise neue Kurse, bei denen die Schüler Tieren und Pflanzen näher kommen und dabei konzentriert arbeiten können – Erleben und Lernen lassen sich optimal verbinden.“ Für den Unterricht stehen im neuen Gebäude moderne Medien und Beamertechnik ebenso zur Verfügung wie schnell greifbare zoologische Anschauungsmaterialien von Fell und Krallen bis zu Tiermodellen. Sogar lebende Vertreter der Tierwelt sind bei Bedarf mit von der Partie: In den Tierraum des Gebäudes ziehen dafür zwei Papageien, Ratten, Fische, Frösche sowie Insekten und Gliedertiere ein. Doch auch zusätzliche Stippvisiten zu Pflanzen und Tieren im angrenzenden Park sind von der Schule aus jederzeit möglich.

    Ein weiterer Vorteil: Im neuen Gebäude lassen sich künftig auch Veranstaltungen und Vorträge durchführen, insbesondere zu Natur- und Artenschutzthemen und fallweise mit Beteiligung von Naturschutzorganisationen und Artenschutzexperten. „Naturkundliche Bildung muss heute immer auch Naturschutz einschließen“, sagt die Leiterin der Wilhelmaschule Stefanie Reska. „Unser Ziel ist es daher nicht nur, biologische Fakten zu präsentieren, sondern wir möchten Kinder wie Erwachsene für die Natur insgesamt begeistern und sie als Mitstreiter beim Einsatz für deren Erhaltung gewinnen.“

    Das neue pavillonartige Schulgebäude liegt in nächster Nachbarschaft zum denkmalgeschützten Maurischen Garten und Landhaus und fügt sich dank seiner niederen Bauhöhe und vielen Glasfronten harmonisch in den Park ein. Herzstück des Gebäudes ist ein Vortragsraum für bis zu 100 Personen, der dank flexibler Trennwand in zwei „Klassenzimmer“ unterteilt werden kann. Außerdem gibt es Vorbereitungsräume für das Lehrpersonal, eine Teeküche und natürlich WCs. Das Gebäude ist ebenerdig zugänglich, behindertengerecht gebaut und nicht unterkellert. Der Außenbereich enthält einen kleinen Hof, auf dem im Sommer ebenfalls einzelne Klassen betreut werden können. Die Planung des Außenbereichs der Wilhelmaschule und seine Bepflanzung, also die gesamte Landschaftsarchitektur rund ums Gebäude, übernahm der Fachbereich Parkpflege der Wilhelma.
    (17.11.2011)
    Wilhelma:   Gorillababy Tano aus Prag:
    Urenkel der ersten Wilhelma-Gorillas in Stuttgarter Aufzuchtstation eingetroffen

    Die Aufzuchtstation der Wilhelma hat einen neuen Schützling aufgenommen: den erst vor einer Woche, am 8. November, im Prager Zoo geborenen Gorillajungen Tano (Suaheli für „der Fünfte“). Weil seine unerfahrene Mutter Bikira sich um ihren Erstgeborenen nicht richtig kümmerte, brachte ihn der Prager Zoo in Abstimmung mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) in die Wilhelma, wo sich die offizielle Aufzuchtstation für Gorillas befindet. Zumindest der Herkunft nach ist Stuttgart für den kleinen Tano dabei keine absolute Fremde: Denn er ist ein Urenkel der früheren Stuttgarter Gorillas Dina und Banjo – und seine Mutter Bikira wurde 1995 bis 1998 ebenfalls in Stuttgart von Hand aufgezogen. Seine erste Nacht hat Tano im Schwabenland bereits gut überstanden – trinkend und schlafend.
    Einige Monate lang war die Aufzuchtstation der Wilhelma verwaist: Die dreijährigen Gorillajungs Monza und Upala zogen nach Romagne in eine Männer-WG, die zweijährige Claudia lebt im Menschenaffenhaus bei der Gorillafamilie, in die sie behutsam integriert wird. Doch nun ist wieder ein Neugeborenes in die Aufzuchtstation eingezogen – das 59ste, das hier aufwächst. „Leider können wir es noch nicht im neuen Haus unterbringen, wo die Aufzuchtstation direkt neben dem Gehege der Gorillafamilie liegen wird und auch die Besucher alles beobachten können“, sagt Marianne Holtkötter, die Menschenaffenkuratorin der Wilhelma. „Am besten wäre es natürlich, wenn Babys wie Tano bei ihren Müttern aufwachsen können. Aber mitunter bleibt keine Wahl.“ Weil es diese bei Tano nicht mehr gab, brachten ihn sein Tierpfleger, Tierarzt und Direktor nach Stuttgart. Hier ist er nun zunächst in Quarantäne hinter den Kulissen, für die Besucher also nicht zu sehen. Dafür wird er seine zwei Ersatzmütter Margot Federer und Bea Jarczewski in der nächsten Zeit gut auf Trab halten: Diese betreuen ihn in Wechselschicht rund um die Uhr, geben ihm alle zwei bis drei Stunden das Fläschchen. 2500 Gramm wog der Kleine bei der Ankunft, ein normales Gewicht für sein zartes Alter. Da er überdies einen altersgemäßen Appetit besitzt und von der Pflegerin schon kurz nach der Ankunft problemlos das Fläschchen annahm, sind alle zuversichtlich, dass er schnell wächst und gedeiht.
    Doch ein Gorilla braucht nicht nur Muttermilch, sondern vor allem anfangs auch die Körperwärme seiner Mutter. Da Bikira ihren Sohn jedoch nach der Geburt liegen ließ, drohte Tano zu unterkühlen und wurde vorsichtshalber in den Brutkasten gelegt. Versuche, Tano danach der Mutter zurückzugeben, scheiterten. Es blieb nur noch der Weg in die Handaufzucht, wollte man nicht den Tod des Kleinen riskieren. In der Aufzuchtstation erhält er von den erfahrenen Pflegerinnen nun neben Milch auch so viel Körperkontakt wie möglich, zwischendurch sorgt eine Wärmflasche für mollige Temperaturen, ein Klammertuch dient als Ersatz fürs Mutterfell und ein „Herzsimulator“ ahmt Mamas Herzschlag beruhigend nach. Warum Bikira sich nicht selbst um ihr Kind kümmerte, kann mehrere Gründe haben: Zum einen hat sie in ihrer vorigen Heimat Belfast offenbar von anderen Gorillamüttern bislang nichts übers Mutterdasein lernen können – ein Anschauungsunterricht, der für junge Gorillafrauen wichtig ist. Zum anderen kam sie erst im Dezember 2010 nach Prag und ihre Stellung in der Gruppe war noch nicht gefestigt. Als sich nach der Geburt andere Gruppenmitglieder neugierig näherten, war sie daher wohl nicht selbstbewusst genug, um sich ungerührt weiter ihrem Kind zu widmen, sondern ließ es liegen.
    Einer der großen Vorteile der europaweiten Aufzuchtstation für Menschenaffenkinder in der Wilhelma ist, dass die Kleinen von Anfang an mit Artgenossen zusammen sein können – was in der neuen Menschenaffenanlage auch im Hinblick auf die erwachsenen Tiere noch besser umgesetzt werden kann. Noch ist es aber nicht soweit: Sofern Tano daher weiterhin der einzige Schützling im Aufzuchthaus bleibt, was nie vorhersehbar ist, wird er jedoch baldmöglichst ins alte Menschenaffenhaus und in die Nähe von Claudia und der Gorillafamilie umziehen. Wann und wie oft die Besucher ihn also in Zukunft sehen können, ist noch offen. Die Wilhelma wird die Besucher dazu per Internet und Aushänge jedoch weiter auf dem Laufenden halten.

    Foto: Wilhelma/T. Bauer
    (v.l.n.r.: Prager Zoodirektor Miroslav Bobek, Wilhelma-Pflegerin Margot Federer, Prager Pfleger Mirek, Revierleiterin Bea Jarczewski)
    (16.11.2011)
    Liz Thieme:   @Anna, noch ist er hinter den Kulissen in Quarantäne. Soll aber so bald es geht vom Aufzuchtshaus ins Menschenaffenhaus umziehen, um dann in der Nähe von Claudia und den anderen zu sein.
    (15.11.2011)
    Wilhelma:   Der Umbau der Elefantenanlage hat begonnen:
    Mehr Wohnkomfort für die Elefantendamen

    Der Umbau der Elefantenanlage hat begonnen: Obwohl gleich nebenan noch an der neuen Menschenaffenanlage gebaut wird, wollte die Wilhelma mit der Umgestaltung des Elefanten-Außengeheges, inklusive Beseitigung des gefährlichen Absperrgrabens, nicht länger warten und den besucherärmeren Winter dafür nutzen. Die Bauleitung liegt bei der Staatlichen Vermögens- und Hochbauverwaltung Baden-Württemberg. Bis Ostern 2012 soll der Umbau abgeschlossen sein; voraussichtliche Baukosten: eine Million Euro.
    Die Elefantenanlage ist mittlerweile über 40 Jahre alt, nicht mehr zeitgemäß und besitzt zudem einen Absperrgraben, der durch den zweimaligen Grabensturz der Elefantenseniorin Vilja und deren Tod den Verantwortlichen wie den Besuchern zum Dorn im Auge wurde. Daher wird das Außengehege derzeit so umgebaut, dass der Graben verschwindet und ihre Bewohner, die beiden rund 46-jährigen Elefantendamen Pama und Zella, künftig mehr Komfort genießen können.
    Dazu wird das komplette Außengehege abgerissen, die Betonplattform entfernt und dann der Gehegeboden so angelegt, dass möglichst wenige Steigungen entstehen – angesichts der Hanglage eine echte technische Herausforderung. Das verbleibende geringe Gefälle erlaubt es den beiden betagten Elefanten, sich überall gut bewegen zu können. Einfassungsmauern aus Travertin und Betonstein sowie eine neue „asiatische“ Bepflanzung sorgen für eine naturnahe Gestaltung des Geheges. Für „Wellness“ werden ein weicher Sandboden, eine Lehmsuhle, zwei Becken mit austauschbarem Substrat, wie z.B. Rindenmulch, Torf und Kiesel, sowie ein größerer, mit nachhaltig sparsamer Wassertechnik ausgestatteter „Badepool“ sorgen. Dieser liegt dann direkt vor einer neuen Tribüne mit Sitzstufen, die den Besuchern nach dem Umbau schöne Einblicke ins Elefantendomizil bieten wird. Bis es soweit ist, müssen die Wilhelma-Gäste allerdings ein paar Einschränkungen in der Wegeführung in Kauf nehmen. Informations- und Umleitungsschilder werden vor Ort aufgestellt, zum Schaubauernhof führt während der Bauarbeiten nur der Weg entlang des Rosensteinparks.
    Rund eine Million Euro hat das Land Baden-Württemberg für den Umbau eingeplant und bereitgestellt, die Projekt- und Bauleitung liegt beim Stuttgarter Amt von Vermögen und Bau Baden-Württemberg, die Planung erfolgte gemeinsam mit Glück Landschaftsarchitektur.
    Beim Umbau des alten Elefantengeheges soll es jedoch nicht bleiben: Nach wie vor ist geplant, eine komplett neue, großzügigere Anlage zu errichten, die auch eine Herdenhaltung ermöglicht. Wann gebaut werden kann, hängt jedoch weiterhin von den Entwicklungen in Sachen Rosensteintunnel ab – vor dessen Fertigstellung kann die Elefantenanlage nicht entstehen. Sobald diese jedoch Wirklichkeit ist, profitieren auch die langjährigen Nachbarn der Elefanten, die indischen Panzernashörner, vom aktuellen Umbau: Dann werden sie das umgestaltete Gehege erben – und damit Wohn- und Lebensraum hinzugewinnen.

    Foto (Wilhelma): Entwurf zum Umbau der Elefantenanlage
    (15.11.2011)
    Jana Müller:   Die Wilhelma hat einen neuen Gorilla zur Handaufzucht: Tano wurde vor einer Woche in Prag geboren und von seiner Mutter verstoßen.

    Bin gespannt, wie die Wilhelma das nun handhabt, Claudia lebt ja bereits hinter den Kulissen des Menschenaffenhauses und wird auf die Zusammenführung mit der Familiengruppe vorbereitet.
    Das ehemalige Aufzuchtgehege im Aufzuchthaus steht leer.. da wäre der Kleine sonst ja auch der einzigeste Gorilla...

    (14.11.2011)
    Jana Müller:   War heute wieder im Zoo, der Umbau der Elefantenanlage hat nun begonnen.


    (11.11.2011)
    Wilhelma:   Nachwuchs auf dem Schaubauernhof der Wilhelma:
    Eine Kuh macht muh, viele Kühe machen Mühe

    In der Wilhelma findet allerlei mehr oder minder bedrohtes Getier eine Heimat, darunter auch heimische Nutztierrassen, die heutzutage ebenso exotisch anmuten wie Nashörner oder Tiger und ebenso stark vom Aussterben bedroht sind. Die früher zahlreichen regionalen Rinderrassen werden auf dem Schaubauernhof repräsentiert durch das Limpurger Rind aus dem Welzheimer Wald und das Hinterwälder Rind aus dem Schwarzwald. Und bei beiden Rassen gibt es derzeit Nachwuchs.
    Das Hinterwälder Rind ist eine kleine leichtgewichtige Rasse, die früher als einzige mit den Steillagen im Ländle zurecht kam. Geländegängig und wenig bodenzerstörend – so muss ein Rind für Schwarzwaldwiesen gebaut sein. Bei den Hinterwäldern in der Wilhelma wird Mutterkuhhaltung betrieben. Das bedeutet, die Kälber bleiben die ersten sechs Monate bei den Müttern in der Herde – und die insgesamt sechs Mutterkühe passen gut auf den Nachwuchs auf. Eins können aber weder wehrhafte Mütter noch Pfleger verhindern: die wenig kleidsamen, riesigen, gelben Ohrmarken! Dieser Personalausweis der Rinderunion Baden-Württemberg bleibt keinem Rindvieh erspart – ob es nun beim Bauern im Stall lebt, auf der Wiese oder im Zoo. Zur Zeit schauen gleich zwei entzückend gefleckte Kuhkälbchen neugierig in die herbstlich nebelige Welt.
    Vom einfarbig braunen Limpurger Dreinutzungsrind stehen fünf Mutterkühe im Schaubauernhof der Wilhelma. Limpurger dienten früher der Produktion von Fleisch und Milch und zogen auch noch den Wagen – solche Multitalente sind gegenüber modernen Turbokühen und reinen Fleischrindern nicht mehr konkurrenzfähig. Der Wert der alten Genreserven ist aber gar nicht hoch genug einzuschätzen. Daher ist auch das Kuhkälbchen bei dieser Rasse ein höchst erfreuliches Ereignis. Bei den als Milchvieh gehaltenen Limpurgern wachsen die Kälber getrennt von ihren Müttern auf – somit sind auf dem Schaubauernhof beide gängigen Haltungsformen repräsentiert. Die Väter der Kälber leben übrigens nicht auf dem Schaubauernhof: Wie in der Rinderzucht üblich, schickt der Zuchtverband tiefgefrorene Samenportionen zum Tierarzt, der die künstliche Besamung übernimmt. Nach einem halben Jahr wechseln die Kälber dann zum Bauern und bereiten sich auf die Karriere als Milchkuh vor. Wagen ziehen ist heute in der Landwirtschaft nicht mehr gefragt, aber die Limpurger Kühe der Wilhelma halten die Tradition aufrecht: beim alljährlichen Umzug zum Cannstatter Volksfest.

    (09.11.2011)
    Jana Müller:   Genau, der Graben soll weg, das hieß es aber auch schon letztes Jahr.
    Der Umbau hat noch nicht begonnen (es sei denn, die fingen in den letzten Tagen damit an).

    Zur Zeit wird das Schneeleopardengehege umgebaut/saniert (wie auch immer).

    Ach ja und der Jägerliest auf den Vogelterassen hat nun endlich sein Weibchen bekommen.

    (07.11.2011)
    Michael Mettler:   @Carsten Horn: An der jetzigen Anlage soll m.W. der Graben "entschärft" werden, was gleichzeitig für die spätere Nachnutzung als Nashornanlage nützlich ist.
    (07.11.2011)
    Carsten Horn:   Wird für die Rüsselmulle nicht neu gebaut oder hab ich da was falsches im Kopf?
    (06.11.2011)
    Ottmar Müller:   Hat der Umbau der Elefantenanlage schon begonnen?
    (06.11.2011)
    Wilhelma:   Vikunja-Hengst in der Wilhelma geboren:
    Casimir, das kleine Andenkamel

    Vikunja-Fohlen sind stets echte „Hingucker“ mit ihren großen, dicht bewimperten Augen, den langen, zierlichen Beinen und dem kuschelweichen, hellbraunen „Wollpullover“. Auch das am 19. Oktober geborene, jüngste Mitglied der kleinen Andenkamel-Herde der Wilhelma trägt dieses entzückende Outfit – und gleichzeitig die passende Kleidung für die kommenden kalten Herbst- und Wintertage. In Anlehnung an den Namen seines Papas „Casper“ wurde der kleine Neuankömmling „Casimir“ getauft .
    Zur Welt kam Klein Casimir an einem schmuddeligen Mittwoch Frühnachmittag im Vikunja-Stall der Südamerikaanlage oberhalb des Felsenreviers der Bären und Klettertiere – eine ruhige, unauffällige Geburt. Und so fanden die Tierpflegerinnen die Vikunjastute Lara samt ihrem kleinen Sohn eher unverhofft, aber wohlauf in der Stallbox. Als sie den Kleinen für einen ersten, kurzen Gesundheitscheck an sich nahmen, sah Mama Lara dies jedoch gar nicht gern und wurde sehr nervös – offenbar befürchtete sie hinterlistigenen Kindsraub. Doch kaum eine Minute später war Casimir schon wieder bei ihr, nach einer weiteren Stunde stand er auf seinen dünnen Beinchen und genoss erstmals Muttermilch.
    Mittlerweile ist das Vikunja-Hengstfohlen der Sonnenschein der kleinen Herde, zu der noch die „Tanten“ Lima und Xenia sowie Papa Casper gehören. Morgens läuft Klein Casimir brav hinter den anderen her ins Außengehege, wälzt sich oder tobt erstmal eine Runde und lässt sich ansonsten von Mama und seinen anderen weiblichen Fans verwöhnen. Nur Papa Casper, der nach Casimirs Geburt vorsichtshalber vier Tage getrennt von seinen Mädels verbrachte, interessiert sich nicht besonders für seinen Stammhalter. Der Harmonie tut das keinen Abbruch: Immerhin wird der Leithengst seinen Sprössling nun rund ein Jahr lang dulden, bevor er ihn als potenziellen Rivalen aus der Herde zu drängen versucht. Bei Xenias Nachwuchs von 2010, Xano, ist dies bereits geschehen. Dieser wartet deshalb momentan hinter den Kulissen, bis die Wilhelma eine neue Zoo-Heimat für ihn gefunden hat.
    Die ursprüngliche Heimat der Vikunjas, die mit Guanakos, Lamas und Alpakas zu den vier Neuweltkamelen gehören, ist das südamerikanische Andenhochland. Für das Leben in Höhenlagen bis 5500 Meter sind sie perfekt gerüstet: Ein extrem großes Herz und besonders viele rote Blutkörperchen für den Sauerstofftransport (über 14 Mio. pro Kubikmillimeter, der Mensch hat rund 5 Mio.) sorgen dafür, dass Vikunjas trotz der dünnen Höhenluft nicht aus der Puste kommen. Das kurze, störrische Hochlandgras kriegen sie dank ihres starken Gebisses klein, zumal ihre unteren Schneidezähne wie bei Nagetieren ständig nachwachsen – unter Paarhufern eine einzigartige Sache. Und vor Wind und der kalten Höhenluft schützt die Kleinkamele ihr dichtes, weiches Fell, das schon zu Zeiten der Inkas bei den Menschen Begehrlichkeiten weckte. Ohne die strengen Schutzmaßnahmen Perus wären auch die letzten Vikunjas daher wohl längst ausgerottet. Heute gilt ihr feines Haarkleid als die seltenste und teuerste Wolle der Welt.
    (26.10.2011)
    Jana Müller:   Tarika ist im März 2010 gestorben.
    (19.10.2011)
    Niedersachse:   Was ist denn aus der dritten erwachsenen Kuh Tarika geworden?
    (19.10.2011)
    Wilhelma:   Es ist wieder ein Junge:
    Zweite kleine „Hoheit“ im Giraffenhaus geboren

    Am Mittwoch, den 12. Oktober, kam im Giraffenhaus der Wilhelma endlich der längst erwartete zweite Nachwuchs des Jahres 2011 zur Welt: Und es ist erneut ein kleiner Bulle! Bereits im Juli war mit „Kasper“ ebenfalls ein Giraffenjunge geboren worden, mit der Frauenquote sieht es dieses Jahr also schlecht aus. Seit heute hat Kaspers kleiner Halbbruder auch einen Namen: „Malik“ – in der afrikanischen Sprache Swahili bedeutet das „König“. Ein passender Name für die jüngste kleine „Hoheit“, die ab sofort zusammen mit ihrer siebenjährigen Mutter Kiburi im Giraffenhaus, im Vorgehege und bald sicher auch in der Außenanlage bewundert werden kann.
    Schöne große Augen mit langen Wimpern, ein weiches Mäulchen mit vorwitzig langen Lippen und ein leicht verwundert wirkender Gesichtsausdruck – auch Kiburis zweiter Nachwuchs mit Herdenchef Hanck ist wieder ein Bild von einer Netzgiraffe geworden. Nur die Hörnchen stehen noch leicht schräg vom Kopf des kleinen Malik ab: Damit sie während der Geburt nicht störend im Weg herumstehen, liegen sie nämlich zunächst vollständig an, um sich dann Tag für Tag ein Stückchen weiter aufzurichten. Bei Malik ist dieser Vorgang fast abgeschlossen, sprich in wenigen Tagen werden die Hörnchen vollends aufgerichtet sein, wie es sich gehört. Es läuft also bislang alles ganz normal und giraffentypisch ab: von der Geburt am Morgen des 12. Oktober, die nach rund zwei Stunden und einem gebremsten freien Fall aus zwei Metern Höhe erfolgreich beendet war, über das schnelle Aufrappeln des Kleinen und seine ersten wackligen Balanceakten auf den langen Stelzen bis hin zum ersten kräftigen Schluck aus Mutters Milchquelle. Damit diese reichlich fließt, bekommt Mutter Kiburi von den Tierpflegern derzeit besonders große Portionen Luzerne, Heu, Laub und Gemüse serviert.
    Nun muss der Kleine also nur noch wachsen und gedeihen, was bei Giraffen jedoch unwahrscheinlich schnell gehen kann: Bei der Geburt sind sie rund 60 Kilogramm schwer und etwa 1,70 Meter groß – und gleich im ersten Jahr legen sie einen weiteren Meter an Höhe zu. In der Wildnis ist dies ein wichtiger Überlebensfaktor: Denn mit jedem Zentimeter wachsen dort auch die Chancen, nicht im Rachen eines hungrigen Raubtieres zu enden. Trotzdem erreichen „dank“ Beutegreifer, Krankheiten und Co. in den afrikanischen Savannen bis zu 75 Prozent der Junggiraffen nicht einmal das erste Lebensjahr. Zwar drohen in der Wilhelma keine Gefahren durch Raubtiere, dennoch bleibt nach einer Geburt das Giraffenhaus in der Regel zunächst einige Tage geschlossen – damit Mutter und Kind unter Ausschluss der Öffentlichkeit erst einmal in Ruhe ihre Bindung festigen können. Erst dann stoßen auch Malik und Kiburi zum Rest der Herde in der großen Anlage: zu Maliks älterer Schwester, der 2009 geborenen Leonie, zu der zweiten Giraffenkuh Kitale, ihrem Sohn Kasper und dessen älterem Bruder Leon sowie zu Vater Hanck.
    (19.10.2011)
    Wilhelma:   Buschkrokodile in der Wilhelma:
    Panzerechsen im Miniformat

    Die Marketingstrategen eines großen Industriekonzerns hätten es nicht besser machen können: Weil der „offizielle“ deutsche Name `Orangeaugen-Helmskink´ eher etwas holprig daher kommt, wird das kleine Reptil in Terrarianerkreisen meist als `Buschkrokodil´ bezeichnet. Das klingt ungleich spannender, und jeder denkt sofort an outback, Dschungelcamp und Lebensgefahr für unvorsichtige Schwimmer!
    Inspiriert wurde dieses Pseudonym durch vier Reihen großer, gezackter Rückenschuppen, die an die Rückenpanzerung eines Krokodils erinnern. Damit sind die Gemeinsamkeiten aber auch erschöpft. Ein ausgewachsenes Buschkrokodil wird nicht mehrere Meter, sondern mit viel Wohlwollen vielleicht 20 cm lang! Es kann weder fauchen noch brüllen, sondern gibt nur eigenartige Quaklaute von sich. Sein Schwanz, der gut die Hälfte der Gesamtlänge einnimmt, dient auch nicht dazu, mit peitschenden Schlägen große Beutetiere von den Beinen zu bringen. Er wird als letzter Rettungsanker in akuten Notsituationen einfach abgeworfen.
    Wer seinen Fressfeinden so wenig entgegenzusetzen hat, tut gut daran, ihnen möglichst ganz aus dem Weg zu gehen. Buschkrokodile führen ein heimliches Leben im Unterwuchs der feuchten Regenwälder der Tropeninsel Neuguinea. In aller Regel verlassen sie ihr Versteck erst bei Einbruch der Dämmerung. Dann entgeht den großen, von einem breiten orangefarbenen Ring umgebenen Augen selbst bei völliger Dunkelheit keine noch so kleine Bewegung. Ein jagendes Buschkrokodil bringt Tod und Verderben über Regenwürmer, Nacktschnecken, Insektenlarven und andere kleine Bewohner des Urwaldbodens...
    Offensichtlich ist diese Lebensweise recht erfolgreich, denn Buschkrokodile zeichnen sich durch eine recht geringe Fortpflanzungsrate aus. Nur alle 9 bis 10 Wochen wird ein einziges Ei gelegt, aus welchem nach etwa 55 bis 70 Tagen ein etwa 2 bis 3 Gramm schweres „Babykrokodil“ schlüpft. Ihren Nachwuchs behelligen die Eltern in der Regel nicht, erwachsene Buschkrokodile können untereinander aber recht aggressiv sein.
    Die Wilhelma-Buschkrokodile leben in einem kleinen Glasterrarium gegenüber dem Eingang zur Krokodilhalle – also ganz in der Nähe ihrer großen Namensvettern. Als Besucher muss man schon sehr genau hinschauen, um eines der Tiere in seinem Versteck zu entdecken. Leichter zu finden sind die weißen Eier, die immer wieder einmal im feuchten Bodensubstrat abgelegt werden. Sie werden entweder im Terrarium belassen oder in einem Brutapparat hinter den Kulissen erbrütet. Als Ergebnis dieser Bemühungen wächst derzeit eine neue Generation der Miniatur-Panzerechsen im Wilhelma-Terrarium heran.
    (12.10.2011)
    Joshua Förg:   Lebt das Stachelschwein (oder die Stachelschweine?), das vor dem Neubau der Anlage für Menschenaffen das ehemalige Warzenschweingehege bewohnte, noch in der Wilhelma hinter den Kulissen??
    (09.10.2011)
    Jana Müller:   Ja, Petra kann nun beide Anlagen nutzen.

    Im übrigen sind noch ein paar Tiere umgezogen:
    Tibor (Somali-Wildesel)
    Xano (Vikunja)
    Shira (Gorilla)
    (07.10.2011)
    Joshua Förg:   Kann dann Petra beide Anlagen gleichzeitig bewohnen?
    (07.10.2011)
    Jana Müller:   War vorhin im Zoo und haben ein paar News:
    - Die Wilhelma hat (mind.3) neue Nandus.
    - Die Servalkatze Joke ist im September eingeschläfert worden.
    - Neue Beschildererung im Kleinsäugerhaus.
    - Im ehemaligen Tukangehege sind die Seidenturakos eingezogen. Die Ypecaharallen, die auch in dem Gehege waren sind nun bei den Roten Sichlern untergebracht.

    (06.10.2011)
    Wilhelma:   Nachwuchs beim Hartlaub-Turako:
    Große Freude über zwei noch „hässliche Entlein“:
    Der afrikanische Hartlaub-Turako gehört zur Ordnung der Kuckucksvögel, ist also mit unserem einheimischen Kuckuck entfernt verwandt. Im Gegensatz zu ihm baut er aber ein Nest, wenn auch ein schlampiges, legt zwei Eier dort hinein und brütet sie gut zweieinhalb Wochen lang selbst aus. In der Freiflugvoliere der Wilhelma hat jetzt ein Paar sein Brutgeschäft so unauffällig gestaltet, dass alle angesichts der ausgeflogenen Jungvögel angenehm überrascht waren.
    Die Jungvögel verlassen das Nest bereits nach etwa 17 Tagen, sind dann wenig entwickelt und können zwar recht und schlecht im Geäst herum klettern, aber nicht fliegen. Vom prächtigen Gefieder der Altvögel ist da noch nicht viel zu erkennen – die Jugend kommt großteils in schlichtem Braun daher. Die roten Handschwingen sind allerdings bereits ein Hinweis auf spätere Farbenpracht. Das Rot entsteht durch einen speziellen Farbstoff, das Turacin, ähnlich unserem roten Blutfarbstoff. Auch das hübsche Grün der Erwachsenen ist kein „normales“ Vogelfarbengrün, sondern wiederum ein spezieller Farbstoff, genannt Turacoverdin, der mit unserem Gallenfarbstoff verwandt ist. Jung- und Altvögel lassen sich an der Gefiederfarbe unterscheiden, Männchen und Weibchen hingegen nicht – bei den Turakos sind beide Geschlechter gleich hübsch gefärbt.
    Die Waldvögel mit der seidigen Federtolle auf dem Kopf können hauptsächlich mit ihren Farben punkten. Der Gesang verdient seinen Namen definitiv nicht: Wegen ihrer unmelodischen Lautäußerungen werden einige Turakoarten auch „Lärmvögel“ genannt! Der alte, aus dem Niederländischen übernommene Name „Pisangfresser“ (Bananenfresser) umschreibt etwas ungenau die Ernährungsgewohnheiten: Die Vögel ernähren sich zwar von Früchten, allerdings nicht ausschließlich von Bananen!
    (06.10.2011)
    Wilhelma:   Groß, grün & gelassen:
    Riesen - Makifrösche im Amazonienhaus in der Wilhelma

    Eigentlich sind Frösche nachtaktive, bisweilen sehr scheue Wesen, die dem tagaktiven Zoobesucher oft nur wenig Freude machen. Nicht so die Riesen-Makifrösche: Ihre Größe macht es nahezu unmöglich, die grünen Riesen zu übersehen. Ihre sprichwörtliche Gelassenheit lässt sie auch bei großem Getümmel ruhig auf ihrem Sitzplatz verharren. Hektisches Wegspringen ist nicht ihr Ding – wenn ein Makifrosch den Platz wechseln möchte, tut er das mit majestätischer Ruhe. Kurzum: Der ideale Frosch für den öffentlichen Dienst!
    Der Riesen-Makifrosch ist der größte Vertreter der zu den Laubfröschen gehörenden Makifrösche. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich nahezu über das gesamte Amazonienbecken – dort tummelt er sich in den Bäumen des Regenwaldes, meist in Höhen deutlich oberhalb von 8 m. In Bodennähe findet man die grünen Riesen nur während der Fortpflanzungszeit: Dann paaren sich die Frösche auf Blättern knapp 1 m über der Wasseroberfläche und legen auf diesen Blättern auch die bis zu 250 Eier ab. Die bis zu 5 cm großen Kaulquappen können sich dann nach dem Schlüpfen direkt ins Wasser fallen lassen und entwickeln sich dort langsam zu Fröschen. Wir hoffen natürlich sehr, dass die beeindruckenden Frösche auch in der Wilhelma Lust auf Nachwuchs bekommen – selbstverständlich ist es auf jeden Fall nicht, denn Makifrösche sind da etwas heikel.
    Frösche interessieren sich nur für lebende Beute – im Regenwald wie auch im Terrarium sind dies allerlei Insekten und Spinnentiere. Im Gegensatz zu den kleinen Pfeilgiftfröschlein lässt sich ein solch stattlicher Makifrosch natürlich nur ungern mit einer kleinen Fruchtfliege abspeisen lässt – es sollte dann schon eine ordentliche Heuschrecke, Grille oder Schabe sein!
    Froschfreunde finden die Riesen-Makifrösche im Schlangenterrarium im Amazonienhaus in Gesellschaft mit den Regenbogenboas und den Stirnlappenbasilisken.
    (04.10.2011)
    Jana Müller:   Ich habe es seitdem nicht mehr gesehen.
    (25.09.2011)
    Joshua Förg:   Dafür ist das Jungtier aber sehr klein... Oder täusche ich mich da?
    (25.09.2011)
    Jana Müller:   Woher kommt diese Info? Finde das gar nicht auf der HP...

    Nochmal zum Takin-Jungtier: Habe gestern meine Fotos angeschaut und ein Foto vom 21.03. gefunden, da war das Jungtier schon da... ist also nun schon mind. ein halbes Jahr alt.
    (25.09.2011)
    Wilhelma:   Höllisch scharfe Früchtchen:
    Chilis im Wintergarten der Wilhelma

    Die Liebhaber scharfer Küche haben eine spezielle Einteilung der feurigen Früchtchen in unterschiedliche Schärfe- bzw Schmerzgrade (Scoville-Einheiten). Verantwortlich für die extreme geschmackliche Vielfalt der Chilis ist das Capsaicin, ein weder durch Kochen, Einfrieren oder Trocknen zerstörbarer sekundärer Pflanzenstoff. Den produzieren die zu den Paprikapflanzen gehörenden scharfen Schoten eigentlich zur Feindabwehr. Wem das alles zu heiß ist, muss Chilis aber nicht unbedingt essen - man kann die Pflanzen mit den vielen bunten Früchten auch einfach schön finden.

    Aus diesem Grund haben die Gärtner der Wilhelma im Wintergarten eine kleine Auswahl der verschiedenen Sorten ausgestellt: Sonnengelb, feuerrot, saftorange oder schokoladenbraun glänzen die verführerischen Früchte der Nachtschattengewächse in den leuchtenden Farben des Herbstes. Die weltweit verbreitete große Familie der Nachtschattengewächse enthält vorwiegend giftige Pflanzen, darunter viele Nutzpflanzen wie Kartoffeln, Tomaten, Tabak und Paprika sowie auch Rausch- und Medizinalpflanzen wie etwa Tollkirsche, Alraune, Bilsenkraut und Stechapfel. Das Gift Solanin kann in allen Pflanzenteilen enthalten sein, es wird durch Hitze aber zerstört. Die Früchte der Paprikapflanzen enthalten kein Solanin und können daher problemlos auch roh gegessen werden. Gemüsepaprika ist noch dazu nicht einmal scharf, aber Chili wehrt sich gegen Verzehr. Paprika ist übrigens eine sehr alte Nutzpflanze, die offenbar schon um 2500 v. Chr. in Bolivien und Peru kultiviert wurde.

    Die Naschkatzen unter den Besuchern der Wilhelma seien gewarnt – die meisten gezeigten Sorten im Wintergarten sind tatsächlich höllisch scharf und für normale Gaumen eine ausgesprochen schmerzhafte Erfahrung. Allerdings nur für Säugetiere – Vögel sind gegen die Schärfe des Capsaicins unempfindlich. Sie fressen die Früchte mit den Samen, scheiden die Samen mit dem Kot wieder aus und sorgen so für die Verbreitung der Chilis.
    (23.09.2011)
    Jana Müller:   Von der Wilhelma-HP:

    Diese Woche (ab 19.9.) werden im Seelöwensee Bau- und Sanierungs- maßnahmen durchgeführt. Die Robben sind daher derzeit nicht zu sehen, auch die Schaufütterungen müssen leider während der Sanierung ausfallen. Danke für Ihr Verständnis.

    (19.09.2011)
    Joshua Förg:   Nun habe ich gestern beim Wilhelma-Tag nachgefragt: Die Wilhelma hält tatsächlich noch hinter den Kulissen des Nachttierhauses den Plumplori "Elsbeth". Diese hat aber nur noch einen Zahn (!) und bewegt sich anscheinend kaum noch. Soviel dazu.
    (19.09.2011)
    Wilhelma:   Was Sie schon immer über die Wilhelma wissen wollten ...
    Blicke hinter die Kulissen am Wilhelma-Tag der „offenen Tür“

    Am 18. September ist – wie jedes Jahr eine Woche nach Ende der Sommerferien – wieder großer „Wilhelma-Tag“. Dann erhalten die Wilhelma-Besucher Einblicke in Bereiche hinter den Kulissen des zoologisch-botanischen Gartens, die ihnen sonst verborgen bleiben: ob in Futterküche, Krankenstation oder Pflanzen-Anzuchthäuser.

    Jedes Jahr am Wilhelma-Tag erscheint der Park wie verwandelt: An vielen Stellen sind dann Info-Stände aufgebaut – mit reichlich Anschauungsmaterial rund um Pflanzen, Tiere, Futter und Co. Im Terrarium können Schlangen, im Jungtieraufzuchthaus Küken und Kaninchen gestreichelt werden. Und an einigen Stationen laden die Tierpfleger und Gärtner die Besucher auch zum Helfen und Mitmachen ein, was vor allem bei den Kindern immer großen Anklang findet: ob es darum geht, Beschäftigungsmaterial für die Affen zu basteln, den „Eignungstest“ als künftiger Tierpfleger zu bestehen, beim Pinguin-Quiz zu punkten oder den Gärtnern beim Pflanzentopfen zu helfen. Zudem kann das Publikum den Wilhelma-Mitarbeitern an den Info-Ständen, bei den Fütterungen und Aktionen nach Herzenslust Löcher in den Bauch fragen: Was frisst ein Flamingo, was ein Flusspferd? Müssen Elefanten auch zum Zahnarzt? Wie bringt man Oleander heil über den Winter und Kakteen zur Blüte? Am Ende des Tages verstehen die Besucher dann viel besser, wie ein zoologisch-botanischer Garten funktioniert – von der Aquarientechnik, über die Futterküche und die Krankenstation bis hin zur Anzucht Tausender von Pflanzen pro Jahr. Einige überzählige Gewächse Marke Eigenanbau können die Besucher am Wilhelma-Tag im Betriebshof sogar kaufen – praktische Tipps für die Pflanzenpflege durch die freundlichen Gärtnerinnen und Gärtner nicht selten inklusive.

    Der Wilhelma-Tag ist bundesweit die einzige zoologisch-botanische Spielart des so genannten „Zootags“, den der Verband der Berufstierpfleger vor über 18 Jahren aus der Taufe gehoben hat. Tierpfleger, Gärtner und Parkpfleger gestalten ihn stets in Eigenregie und auch Wilhelmaschule und Förderverein tragen einen Teil zum Programm bei. Die ausführlichen Programme sind im Internet unter www.wilhelma.de/wilhelmatag zu finden und werden zudem am Wilhelma-Tag an Eingängen, Gewächs- und Tierhäusern ausgehängt. Der Eintritt kostet trotz der zusätzlichen Einblicke, Attraktionen und Aktionen nicht mehr als an einem ganz „normalen“ Wilhelma-Tag: Erwachsene zahlen 12 Euro, Kinder die Hälfte.

    Foto (Wilhelma): Auch die Erdmännchen finden den Wilhelma-Tag spannend – schon deshalb, weil ihr Einsatz als Fotomodels mit einer Extra-Portion Mehlwürmer honoriert wurde.
    (13.09.2011)
    Michael Mettler:   @Bernhard Brehmer: Zu den Antilopen der 80er zählten auch noch die als Schwarzrückenducker ausgeschilderten Tiere bei den Nyalas und neben den Riesenkängurus/Kasuaren, die aber wahrscheinlich Blaurückenducker waren.
    (13.09.2011)
    Jana Müller:   Das Gehege der Klippspringer steht leer.
    (13.09.2011)
    Bernhard Brehmer:   Laut Zootierliste hat die Wilhelma keine Klippspringer mehr. Weiß jemand, was nun den stilisierten Mini-Tafelberg inmitten der Giraffen-Anlage bewohnt?

    Damit ist die Wilhelma nun um eine weitere (Klein-)Antilopenart ärmer. Zu meiner Wilhelma-Phase in den 1980ern (nach Einweihung der Afrika-Anlage) gab es immerhin noch Südafrikanische Spießböcke, Addax-Antilope, Bleßbock, Rappenantilope, Elenantilope, Impala und Tiefland-Nyala, zudem noch die Weißschwanz-Gnus in den provisorischen Huftieranlagen...
    (13.09.2011)
    Bernhard Brehmer:   @ Joshua Förg: Zum ehemaligen Gehege der Plumploris: Das war nicht dort, wo heute (zumindest bei meinem letzten Besuch) die Mausmakis sind, sondern in dem einzigen hohen Gehege an der rechten Wand (gegenüber dem Flugkäfig der Fledertiere, gleich nachdem man beim Riesensalamander um die Ecke biegt). Bei meinem letzten Besuch (ist schon ein paar Jahre her) lebten dort die Wüstenschläfer. Die Gehegefront bei den Mausmakis war Mitte der 1980er Jahre wie folgt besetzt: Senegal-Galagos, Wickelbären, Katzenfrett und Nachtaffe (letzterer dann später abgelöst durch einen einzelnen Fuchskusu und dann noch später durch den Makibären)
    (13.09.2011)
    Ottmar Müller:   @Michael Mettler: Ich denke, wenn nochmal Menschenaffenjungtiere kommen, ziehen diese ins alte Menschenaffenhaus.
    (11.09.2011)
    Jana Müller:   Habe heute die drei Greifstachler sehen können. Zwar nicht wirklich gut, aber immerhin.
    Das JAH zum Südamerikahaus?
    Ach ja, bei den Goldagutis leben jetzt nachdem die Goldkopflöwenäffchen ausgezogen sind 2 Kaiserschnurrbarttamarine drin, die aus der Gruppe verdrängt wurden. Allerdings ist die Gruppe von Malou&Ant noch komplett, also mit den beiden Jungtieren vom letzten Jahr und die diesjährigen. D scheint es dann wohl noch ne 2. Zuchtgruppe hinter den Kulissen zu geben.

    Also - ein ehemaliger Gorillaaufzuchtkäfig ist ja noch leer.
    Allerdings denke ich nicht, dass da wieder ein Tier aufgezogen wird, es wäre ja dann ganz alleine ohne Sichtkontakt zu Artgenossen. Claudia wurde aus diesem Grund ja ins Menschenaffenhaus geholt.
    (11.09.2011)
    Michael Mettler:   Ist es denn so ausgeschlossen, dass die Räume noch mal zur Menschenaffenaufzucht genutzt werden? Wenn irgendwo in Europa plötzlich eine entsprechende Notsituation entstünde, bevor das neue Haus in Stuttgart fertig wird? Dann könnten doch die Greifstachler schnell wieder hinter den Kulissen landen.
    (11.09.2011)
    Ottmar Müller:   Hätte nicht gedacht, dass die Wilhelma so schnell mit der Umstrukturierung des JAH zum Südamerikahaus anfängt. Was glaubt ihr welche Tierarten noch einziehen werden?
    (11.09.2011)
    Joshua Förg:   Hier das Greifstachlergehege...
    (11.09.2011)
    Ottmar Müller:   Könnte vielleicht jemand ein Foto vom Greifstachlergehege hier reinstellen? Ich komme in nächster Zeit wohl nicht in die Wilhelma.
    (11.09.2011)
    Jana Müller:   Ja, das denke ich ja auch, denn sonst hätte man ja gleich eine große Vitrine draus machen können. Ist ja quasi so wie bei den Raubtierkäfigen ;-)

    Und nochmal zu den Bongos:
    Im Wilhelmamagazin 2/99 steht von einem Kalb namens Butterfly. Im Bongozuchtbuch ist aber nichts über ein Bongo namens Butterfly bekannt, es steht nicht drin. Hm, jemand ne Erklärung dafür?
    (10.09.2011)
    Michael Mettler:   Da es offenbar um das Nachttierhaus geht: Alle Vitrinen waren ursprünglich einzeln mit unterschiedlichen Tierarten besetzt, so habe ich es bei meinen ersten Besuchen in den 80er Jahren noch erlebt.
    (10.09.2011)
    Jana Müller:   Hier die beiden Youtube-Links zu Elsbeth, von Eisbär, Affe & Co.
    http://www.youtube.com/watch?v=ZaHOr6k6RVU
    http://www.youtube.com/watch?v=5RC2y9uJkjE

    Ob die beiden Vitrinen mal getrennt waren weiß ich nicht, könnte es mir aber gut vorstellen.

    Was ist eigentlich aus den Allfarbloris geworden? Ihre Vitrine ist ja schon seit längerem weg. Die Papualoris sind umgezogen auf die Terrassen, in den Käfig, in dem mal die Australischen Königssittiche waren. Diese sind in den Käfig des Gelbwangenkakadus gezogen. Dieser ist wohl nicht mehr da...
    Die Vitrine von den Blaukrönchen war ja auch schon länger unbesetzt. Was ist aber mit den Vitrinen auf der andern Seite? Die sehen seit dem Umbau dort auch leer aus und viel Grünzeug ist da nun drin. Oder verstecken sich die ganzen Vögel da drin immer wenn ich da bin? ^^


    Ach ja, die Goldkopflöwenäffchen leben nun wohl wieder im Amazonienhaus bei den Weißkopfsakis.
    (10.09.2011)
    Joshua Förg:   Jetzt habe ich mich mal schlau gemacht: Der Plumplori hieß Elsbeth (Bärbel ist wohl aus meiner Fantasie entsprungen :D)und lebte mit Otto bei den Mausmakis. Otto starb und Elsbeth lebte als Einzeltier in der Wilhelma. Nach einer Krankheit wurde sie in die Futterküche "verlagert" und wieder aufgepäppelt. Als Elsbeth wieder gesund war scheiterte die Wiedereingewöhnung, sie war aggressiv und biss die Mitbewohner. So wurde Elsbeth wieder zurück in die Futterküche versetzt.

    Ich hoffe, die "Geschichte" stimmt größtenteils, die Infos habe ich einer privaten Homepage entnommen.

    Lebten vor dem Tod Ottos die beiden Plumploris in einem der beiden Gehege, in denen heute die Mausmakis alleine lebten? Oder waren die beiden Vitrinen schon immer zusammen?
    (09.09.2011)
    Jana Müller:   Hm... kann mich echt an keine Bärbel erinnern. Bei youtube gibts aber n Video von Eisbär, Affe & Co von nem Plumplori. Da wird auch der Name genannt. Kann das ja morgen mal raussuchen.

    Ja, das ists eben. Bei den Bongos ist man sie sicher, obs alle sind oder ob noch irgendwo versteckt eins liegt. Habe auch schon 4 auf einmal gesehen (vor ca. 2 Wochen), aber weiß eben nicht ob da n Zuchtbock dabei ist. Xento starb ja schon 2009. Ob nun wieder ein Nachfolger da ist, weiß ich eben nicht.

    Die Takine hatten im Frühjahr dieses Jahr Nachwuchs. Das Kleine dürfte nun schon ein halbes Jahr alt sein.
    (09.09.2011)
    Joshua Förg:   Ich meine, der Lori hieß Bärbel...
    Zu den Bongos: Die Wilhelma hält meines Wissens einen Zuchtbock, den Namen von ihm kenne ich nicht. Bei meinem letzten Besuch sah ich drei Weibchen (es könnten auch mehr sein). Ich glaube, in der Gruppe ist auch ein älteres Jungtier.

    Gestern sah ich hinter dem Baustellenzaun auch noch zwei Takins mit einem Jungtier.
    (09.09.2011)
    Jana Müller:   Bärbel? Bärbel sagt mir gar nix, weiß nur dass es mal nen Plumplori namens Elsbeth gab. Aber die Wilhelma hält wohl seit 2007 keine Plumploris mehr.

    Ne andere Frage: Weiß wer, ob die Wilhelma gerade einen Bongo-Zuchtbock hat und dessen Name? Auch die Weibchen, wie heißen die uns wie viele ham die eigentlich gerade?
    (09.09.2011)
    Joshua Förg:   Hält Stuttgart eigentlich noch den Plumplori "Bärbel"?
    (08.09.2011)
    Michael Mettler:   Im - übrigens sehr lesenswerten - Buch "Der Fisch, der aus der Urzeit kam" von Hans Fricke ist zu lesen, dass sich die Wilhelma Mitte der 80er Jahre kurzzeitig erhoffte, zwei Quastenflosser zu bekommen. Fricke hatte eine Fang- und Ausfuhrgenehmigung der Komoren erhalten, und die Wilhelma hatte ihm bereits Transportbehälter zur Verfügung gestellt. Das Vorhaben wurde dann aber fallengelassen, weil man Ärger aus Naturschutzkreisen befürchtete, falls die Fische nicht überleben würden.

    Fricke machte dann übrigens von seiner Fanggenehmigung auch anderweitig keinen Gebrauch und kämpfte später gegen die Vorhaben amerikanischer und vor allem japanischer Großaquarien, Quastenflosser für Schauzwecke zu fangen.
    (08.09.2011)
    Wilhelma:   Greifstachler in der Wilhelma:
    Stachlige Schlafmützen mit Knubbelnasen

    Sie sehen aus wie wundersame Fabelwesen und tragen dicke, wie von Loriot persönlich gemalte Knollennasen: die Greifstachler. Nur zwei Zoos in Deutschland halten sie, einer davon ist die Wilhelma. Zu sehen sind die dämmerungs- und nachtaktiven Südamerikaner aber auch deshalb so selten, weil sie ihre hübschen Näschen tagsüber nur selten publikumswirksam aus ihren Schlafkisten strecken. Zudem lebte das Stuttgarter Greifstachler-Trio die letzten Jahre hinter den Kulissen. Doch jetzt sind Esperanza, Margerite und Herbie in einem der frei gewordenen Gehege im Jungtieraufzuchthaus eingezogen – wo zumindest der frühe und der späte Besucher nun mit etwas Glück eines der drolligen Tiere erspähen kann.

    Vermutlich liegt es gerade an den schönen rosa Knollennasen, dass wir Menschen Greifstachler spontan als überaus sympathisch empfinden. „Sehr weich sind diese Nasen außerdem“, wie Revierleiterin Manuela Krön-Folkers weiß, weil die Tiere ihre „Riechkölbchen“ gerne von den Pflegern streicheln lassen. „Was besonders drollig ist: Mit ihren sehr langen Barthaaren umschließen und betasten die Tiere dabei die ganze Hand.“ Auch die bedächtige Art, mit der sich die Greifstachler bei der Nahrungssuche durchs Geäst bewegen, hat Charme und Stil. Doch warum unnötig Hektik verbreiten: Blätter und Früchte muss man schließlich nicht jagen, sondern braucht sie nur abzuernten. Dass die Ernte in der luftigen Höhe von Urwaldbäumen stattfindet, ist für die mit den Meerschweinchen verwandten Nagetiere dank kräftiger Krallen und langem Greifschwanz kein Problem.

    Stachelig sind Greifstachler übrigens von Geburt an. Allerdings sind die Spießchen anfangs weich, biegsam und werden noch von den rötlichen Haaren des Babyfells überragt. Nur vier Wochen später aber haben die Stacheln „den Spieß umgedreht“, sind nun deutlich länger als das Fell und dienen dem Greifstachler fortan als fast unerschöpfliches Waffenarsenal. Die Stacheln sitzen dabei recht locker und somit schnell einsatzbereit am Körper. Dafür sitzen sie bei Angreifern, die mit ihnen unliebsame Bekanntschaft schließen, aufgrund ihrer Widerhaken umso hartnäckiger fest.

    Die Wilhelma hält diese interessante Tierart schon seit 1988, den letzten Nachwuchs gab es 2006. An diesem beteiligt war auch Herbie, der 2003 aus Buffalo, USA, nach Stuttgart kam. Esperanza stieß 2007 aus Französisch Guayana dazu und Margerite 2009 aus Frankfurt, dem zweiten deutschen Zoo, der die Art hält. Eigentlich sind diese Tiere Eigenbrötler, untereinander gelten sie als streitsüchtig. Tatsächlich kommt es auch bei Herbie und Esperanza, die fast wie ein Paar leben, hin und wieder vor, dass der eine oder andere kurzfristig aus der gemeinsamen Schlafkiste auszieht. Dann kann man plötzlich und unerwartet selbst am helllichten Tag eines der Tiere in ganzer Schönheit, wenn auch völlig verschlafen, auf dem Dach der Kiste sitzen sehen. Damit die Besucher auch sonst wenigstens Teile der stachligen Schlafmützen erspähen können, erhalten die drei baldmöglichst neue Kisten, die etwas bessere Einblicke bieten. Darüber hinaus gilt: Wer das Jungtieraufzuchthaus gleich nach der Öffnung um 9 Uhr oder nicht lange vor seiner Schließung um 18.15 Uhr besucht, hat die besten Karten, die charmanten Knubbelnasen einmal außerhalb ihres Bettes anzutreffen.

    Foto: Wilhelma
    Schlafzimmerblick - Esperanza hält heute auf dem Kistendach ihr Nickerchen.
    (07.09.2011)
    Joshua Förg:   Vielen Dank, ich werde die Wilhelma im Laufe der Woche einmal besuchen :-)
    (07.09.2011)
    Jana Müller:   Nein, sie sind nun im Jungtieraufzuchthaus untergebracht, an der Schmalseite wo früher mal die Gorillas drin waren und nach deren Umzug ins Menschenaffenhaus dann die Schwarzen Brüllaffen kurzzeitig eingezogen sind. Diese sind nun aber mittlerweile in einen anderen Zoo gegangen, sodass Platz für die Greifstachler ist.
    Auf der "langen Seite" neben den Goldagutis sind seit einiger Zeit auch schon Meißner Widderkaninchen eingezogen. Das Gehege daneben ist noch leer. Darin sitzt ein Plüsch-Gorilla mit dem Hinweis, dass die jungen Gorillas ins Menschenaffenhaus gezogen sind.
    (06.09.2011)
    Joshua Förg:   Wo sind die Greifstachler denn untergebracht? Im Nachttierhaus bei den Fledertieren?
    (06.09.2011)
    Jana Müller:   Die Wilhelma hat nun auch Greifstachler.
    (03.09.2011)
    Wilhelma:   Afrikanische Juwelen:
    Blaue Zwergtaggeckos im Terrarium

    Viele Vertreter der Gecko-Familie sind nachtaktiv und daher wenig attraktiv gefärbt. Anders ist es bei den tagaktiven Arten: Die Männchen der Zwergtaggeckos leuchten azurblau auf dem Rücken und orange am Bauch – jetzt auch in den Froschkästen im Terrarium der Wilhelma.

    Trotz seiner auffälligen Färbung wurde der Blaue Zwergtaggecko (Lygodactylus williamsi) erst Mitte des letzten Jahrhunderts entdeckt und wissenschaftlich beschrieben. Das auffällige Prachtkleid tragen dabei nur die dominanten Männchen: Weibchen und nicht dominante Männchen sind unauffällig bräunlich oder oliv gefärbt. Die Tiere verhalten sich untereinander kaum aggressiv, so dass sie in kleinen Gruppen zusammenleben können.

    Das Verbreitungsgebiet der nur knapp acht Zentimeter großen Geckos ist besorgniserregend begrenzt: Sie kommen nur im Tieflandregenwald des Naturreservats Kimboza Forest in Tansania vor. Das Klima dort verwöhnt die kleinen Insektenjäger mit tropischen 25 bis 32 Grad Celsius Tagestemperatur (nachts ist es kühler) und 50 bis 80 Prozent Luftfeuchtigkeit. Die geschickten Kletterer leben nahezu ausschließlich auf Schraubenbäumen der Gattung Pandanus. Haftlamellen an den Zehen und an der Schwanzspitze sorgen für sicheren Halt auch auf den glatten Blättern. Auf den Bäumen legen sie auch ihre Eier – jeweils im Zweierpack – ab, gut zwei Monate später schlüpfen daraus die Jungen. Auch in der Wilhelma hatten die hübschen Zwerge hinter den Kulissen schon Nachwuchs.

    Fühlt sich ein Zwergtaggecko bedroht, kann er seinen Schwanz abwerfen und das Weite suchen, während sich der Verfolger auf das zappelnde Geckoschwänzchen stürzt. Die größte Gefahr droht dem hübschen Gecko in den letzten Jahren aber nicht durch Fressfeinde, sondern durch den Menschen, da in dem Naturreservat unkontrolliert und illegal für den Handel gesammelt und die Population so stark dezimiert wird. Da man den Blauen Zwergtaggecko regelmäßig züchten kann, sollten Liebhaber dieser Art auf Nachzuchten zurückgreifen und Wildfänge meiden. Das hilft, die Art in freier Wildbahn zu erhalten.

    Foto: Wilhelma / Koch
    (01.09.2011)
    Jana Müller:   Habe mir am Wochenende mal die Mühe gemacht, diesen Thread komplett durchzulesen.

    Die Elefantenanlage hätte eigentlich schon letzten Winter umgebaut werden sollen (Graben weg), keine Ahnung wieso der Graben immernoch da ist. Bin gespannt, wann der nun wirklich weg kommt.

    Von dem Bau eines neuen Drillgeheges wusste ich noch gar nix, wäre schade, wenn die Geparden weg müssten, so lange sind die beiden ja noch gar nicht da.
    Dennoch würde ich mich sehr über ein neues Drillgehege freuen, denn ihr jetziges kann man als Zumutung bezeichnen.

    Soweit ich informiert bin, soll wohl auch ein Außengehege für Fenneks entstehen. Kann mir das aber noch gar nicht vorstellen, wo das noch angebaut werden soll.
    Außerdem sollen noch die Papageienterassen neu gemacht werden, dass sie Tiere auch mal größere Strecken fliegen können, nicht nur im Kreis. Allerdings erst nach Vollendung des Elefantenhausneubaus ist dies geplant.

    Ach ja, da die Frage nach den Okapis aufkam: Zur Zeit leben 2 erwachsene Bullen in der Wilhelma, 3 Kühe und ein männliches Jungtier. Es gibt auch noch Okapiställe neben dem Giraffenhaus.

    Übrigens ist die Seelöwin "Mercedes" nicht tot und auch nicht alt. Sie ist die jüngste der Seelöwenmädels und 9 Jahre alt.
    Eine Frage hätte aber auch noch bzgl. der Seelöwen:
    Gab es mal einen Bullen Namens "Escalon" aus einem anderen Zoo als Zuchtbulle für die Wilhelma ODER hieß ein Seelöwenbaby (*2009?) "Escalon"?
    3. Variante: Es gab beides. Den Zuchtbullen Namens Escalon und sein Jungtier, das den gleichen Namen bekam.


    (29.08.2011)
    Wilhelma:   Zwillinge bei den Kaiserschnurrbarttamarinen:
    Ein Fall für die ganze Familie

    Die Affenzwerge mit dem langen, umständlichen Namen „Kaiserschnurrbarttamarine“ haben winzigen Nachwuchs bekommen. Gleich zwei Affenbabys gilt es nun aufzuziehen. Für „die Tamarins“ kein Problem: Das Babysitten erledigen Mutter Malou, Vater Ant und der Rest der Familie in bewährter Teamarbeit. Denn bei diesen Äffchen sind auch Väter vollwertige Mütter – bis aufs Säugen natürlich. Und dem beeindruckenden Damenbart von Malou nach zu urteilen, gilt das irgendwie auch umgekehrt ...

    Die knapp drei Wochen alten Zwillinge des Kaiserschnurrbarttamarin-Paars Malou und Ant könnten für längere Zeit der letzte Nachwuchs dieser Art in Stuttgart gewesen sein. Denn die Koordinatorin des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms hat der Wilhelma einen Zuchtstopp für diese Krallenäffchen verordnet. Der Grund: Die europäische Zoopopulation dieser Art ist mittlerweile groß genug, alle Zooplätze sind weitgehend belegt, so dass in nächster Zeit nur noch die Tiere weiter züchten dürfen, deren Gene im Gesamtbestand bisher selten vertreten und damit für die Auffrischung wertvoll sind. Gerade das Wilhelma-Männchen hat seine Gene jedoch schon zu genüge weitergegeben – für den mehrfachen Vater ist mit dem diesjährigen Nachwuchs nun das Dutzend voll. Wer die beiden possierlichen Winzlinge mit den imposanten Kaiser-Wilhelm-Bärten also gerne bei der Jungenaufzucht beobachtet, hat diesmal in Stuttgart vielleicht für lange Zeit die letzte Chance dazu. Doch Tierbabys nur um deren Attraktivität willen zu produzieren, ist eben nicht das Ziel moderner Zoos. Also wird bei Tierarten mit ausreichendem Bestand notfalls verhütet: indem Einzelgänger auch zur Paarungszeit getrennt bleiben, in Gruppen oder Paarbindungen lebende Tiere ein Hormonimplantat erhalten oder in Einzelfällen auch sterilisiert werden.

    Noch ist es bei den Tamarinen der Wilhelma jedoch nicht soweit. Vielmehr halten die beiden Nesthäkchen derzeit die ganze Familie ordentlich auf Trab, wobei auch die älteren Geschwister schon fleißig einspringen. Auch zwischen Männlein und Weiblein herrscht in Sachen „Kindererziehung“ absolute Gleichberechtigung – ob im brasilianischen Tieflandregenwald oder in der Wilhelma. Bei diesen Krallenäffchen pflegen männliche und weibliche Tiere keine festen Zweierbeziehungen, sondern nur das dominante Weibchen einer Gruppe paart sich, das aber in der Regel mit mehreren Männchen – ihrem Nachwuchs zuliebe. Denn so kümmern sich echte wie potenzielle Väter um die Kleinen, man weiß ja nie, tragen diese huckepack und halten den Müttern im wahrsten Wortsinn den Rücken frei. Diese können sich dadurch ganz der Nahrungssuche widmen und die Winzlinge mit reichlich Milch versorgen. Was nicht schaden kann, denn direkt nach der Geburt misst so ein kleiner Kaiserschnurrbarttamarin ohne Schwänzchen gerade mal fünf Zentimeter und wiegt kaum mehr als eine Ansichtskarte. Dafür ist das besondere Kennzeichen und Alleinstellungsmerkmal dieser Art schon bei den Allerkleinsten zu sehen: der Bartansatz.

    Foto: Wilhelma
    (25.08.2011)
    Mirko Schmidkunz:   Sollte ein Eintrag in Nürnberg-Thread werden. Sorry.
    (19.08.2011)
    Mirko Schmidkunz:   Kann mir jemand eine möglichst vollständige Liste über die neu gehaltenen Tierarten geben, um sie dann in die Zootierliste aufzunehmen.
    (19.08.2011)
    Joshua Förg:   Okay, also nach dem Nürnberger Prinzip :-)
    (18.08.2011)
    Tom Schröder:   Das Außengehege der Elefanten wird so umgebaut, dass es nachher auch für die Nashornhaltung tauglich ist, denn diese Tierart wird das Haus und die anliegenden Anlagen dann allein nutzen.
    (18.08.2011)
    Joshua Förg:   Warum baut die Wilhelma dann de Außenanlage um, wenn doch ein neues Haus entstehen soll? Nur als Übergangslösung oder sollen dann künftig vielleicht andere Tiere einziehen?! Oder ein Bullenbereich für die spätere Zuchtgruppe?
    (18.08.2011)
    Ottmar Müller:   Noch eine Frage: Wie soll eigentlich die Gehegebegrenzung nach dem UMbau des Elefantengeheges aussehen? Wird Panzerglas zum Einsatz kommen?
    (18.08.2011)
    Ottmar Müller:   Nein, ich meinte den NEUbau der Elefantenanlage vor dem Schaubauernhof.
    (18.08.2011)
    Joshua Förg:   Die Außenanlage für Elefanten soll ja schon ab Oktober umgebaut werden. Gräben sollen verschwinden, eine größere Fläche wird entstehen.
    (18.08.2011)
    Ottmar Müller:   Und die Häuser sollen noch vor dem Elefantenhausneubau umgebaut werden?
    (18.08.2011)
    Mirko Schmidkunz:   Der Name wurde von mir selbst gewählt. Gemeint war damit ein neues Urwaldhaus für Orangs, Languren und Gibbons, das den vollständigen Abriss der alten Betonaffenhäuser vorsah. Diese Planungen sind gestorben. Jetzt soll das alte Menschenaffenhaus nur umgebaut werden.
    (18.08.2011)
    Joshua Förg:   Kann mir jemand etwas genaueres über das Tropenhaus sagen? Ich höre davon zum ersten Mal.
    (17.08.2011)
    Ottmar Müller:   Wieso sollte das Tropenhaus nicht gebaut werden? Die Elefantenanlage kann ja nicht in den nächsten 5 Jahren gebaut werden und bis dahin steht ja kein Großprojekt an.
    (17.08.2011)
    Jennifer Weilguni:   Die neuen Geparden sind ja noch gar nicht so lange da. Wäre ja wirklich schade, wenn man die schon wieder abgegen würde. Allerdings sollten natürlich bei solchen Tieren schon gute Voraussetzungen zur Zucht vorhanden sein. Und den Drills würde ich eine neue Anlage wirklich von ganzem Hezen gönnen. In ihrer momentanen Anlage kommen sie ja fast gar nicht richtig zur Geltung.
    (17.08.2011)
    Mirko Schmidkunz:   Ich kann es leider nicht sagen. Vielleicht auch aus der Zoosoap. Ich kann mich noch erinnern, wie dort Herr Jauch über den Neubau eines Tropenhauses auch für die Orangs und dass dann diese alten Häuser abgerissen werden. Aber aus diesen Plänen wird nichts werden.
    (17.08.2011)
    Ottmar Müller:   @Mirko Schmidkunz: Woher hast du die Informationen über die Drillanlage? Nicht, dass ich dir nicht glaube, aber ich interessiere mich sehr für die Zukunftspläne meines Heimatzoos :)
    (16.08.2011)
    Joshua Förg:   Die Wilhelma hat aber 2 Anlagen. Die zweite (wenn auch sehr kleine) Anlage kann auch der Besucher sehen. Wenn man Richtung Belvedere geht und dann links zu der kleinen Baumgruppe geht, kann man duch die Büsche die Anlage sehen. Die Geparden können diese Anlage jederzeit nutzen; habe aber die Tiere nur einmal zur Zusammengewöhnung gesehen.

    Warum die Wilhelma die Tiere nicht zeitweise von einander trennt, ist mir nicht klar. Ich weis, dass die Geparden bei längerem Zusammenleben ein geschwisterähnliches Verhältnis zueinander haben und nicht züchten.
    (16.08.2011)
    Mirko Schmidkunz:   Die Geparden werden auch abgegeben. Heute gilt es wohl als Standard, dass Zoos, die Geparden züchten wollen, zwei getrennte Anlagen haben. Früher war da noch anders. Auch Augsburg hat ausdrücklich betont, dass sie nicht genug Platz haben für zwei getrennte Anlagen und deswegen haben sie ihre Geparden schon abgegeben.

    (16.08.2011)
    Joshua Förg:   Und die Geparden? Soll für sie eine neue Anlage gebaut werden? Das sehe ich eigentlich als Verschwendung; Die Anlage ist doch schön und genügt den heutigen Ansprüchen, oder nicht?!
    (16.08.2011)
    Mirko Schmidkunz:   Die Japanmakaken sollen abgegeben werden. Es wurde ausdrücklich gesagt, dass die Drillanlage auf den Areal der Geparden und Makaken entstehen soll. Ich habe mich auch schon gefragt, ob man dort nicht ,ob vergesellschaftet oder nicht, eine weitere Affenart unterbringen könnte.
    (16.08.2011)
    Joshua Förg:   Werden dann die Makaken im Betsand bleiben bzw. werden sie anderorts ausgestellt?
    (16.08.2011)
    Ottmar Müller:   Soll die Drillanlage wirklich auf dem Gelände beider Gehege entstehen? Werden dann auch noch andere Affen dort einziehen?
    (16.08.2011)
    Liz Thieme:   Nur dass das ein Artikel aus 2009 ist und wir wissen selber, wie viel sich in wenigen Jahren tun kann.
    (16.08.2011)
    Mirko Schmidkunz:   In dem Artikel steht, dass man Nebelparder halten will. Das hört sich sehr gut an und war einer meiner Favoriten für die Position der asiatschen Kleinkatze. Auf der Geparden- und Makakenanlage soll doch eine neue Anlage für Drills entstehen.
    (16.08.2011)
    Ottmar Müller:   In diesem Artikel steht einiges zum neuen Raubtierhaus:
    http://content.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2115871_0_9223_-die-wilhelma-im-jahr-2020-grosse-haie-kleine-fische.html
    Ich denke, dass das bisherige Gelände, auch wenn man die Wiesen davor mit einbezieht, zu klein ist um vier Katzenarten zu halten. Vielleicht wird ja auch das Geparden- und/oder das Makakengehege mit einbezogen.
    (16.08.2011)
    Liz Thieme:   Es scheint was aktuelleres dahinter zu stecken, der Beitrag ist aus dem Mai diesen Jahres.

    Bis dahin hieß der Beitrag so: >Bis etwa 2010 soll das Raubtierhaus umgestaltet werden, bis dahin wird es in der Wilhelma keine neuen Löwen mehr geben.<
    Nun so: >Bis etwa 2010 wurde das Raubtierhaus für verbleibende Katzenarten umgestaltet. Bis zu einem Neubau wird es in der Wilhelma keine neuen Löwen mehr geben.<

    Gehe aber davon aus, dass das langfristige Planungen sind und dies eine Reaktion auf Besucheranfragen bezüglich Löwen ist.
    (15.08.2011)
    Joshua Förg:   http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelma

    Auf Wikipedia steht, es soll einen Neubau geben. Sind dies Fehlinformationen?
    (15.08.2011)
    Liz Thieme:   Steht das mit den Löwen inzwischen fest? Mir wurde gesagt, es ist nur der Wunsch der Revierpflegerin, dass wieder Löwen kommen.
    (15.08.2011)
    BjörnN:   Das Raubtierhaus soll für asiatische Großkatzen umgenutzt werden. Die Persischen Leoparden sind schon da, Asiatische Löwen sollen irgendwann folgen.
    (15.08.2011)
    Joshua Förg:   Was passiert eigentlich mit dem Raubtierhaus? In Wikipedia steht, es soll saniert werden. Die Besetzung ist sowieso ser alt (Servalkater Joke, Jaguarkatze Petra)... Werden die Anlagen leerstehen, falls ein es einen Todesfall geben wird? Die beiden Leoparden bewohnen ja beide schon jeweils zwei Anlagen...
    (15.08.2011)
    Wilhelma:   Okapi-Nachwuchs in der Wilhelma:
    Ein kleiner „Heimlichtuer“ zeigt sich endlich

    Das Licht der Welt hat das Okapi-Kalb zwar schon Ende Mai erblickt, aber erst seit Kurzem haben die Wilhelma-Besucher die Chance, ihrerseits das kleine Okapi zu erblicken. Denn die ersten Lebenswochen führen Waldgiraffen ein sehr heimliches Leben – in der Natur wie im Zoo. Während sich also bei der langhalsigen Verwandtschaft nebenan der kleine Giraffenbulle Kasper schon nach wenigen Tagen dem Publikum präsentierte, verbarg sich das Okapi-Kalb geschlagene zehn Wochen in einer Stallbox hinter den Kulissen des Giraffenhauses. Doch ab sofort ist jetzt auch „Kivu“ mit etwas Glück im Außengehege zu sichten.
    Ein kräftiger Rumpf auf langen Beinen und riesige Ohren an einem markanten Kopf: Auf den ersten Blick erinnert das Okapi-Kalb fast an einen Elch. Doch Waldgiraffen haben nun mal eine etwas eigenwillig proportionierte Gestalt – selbst ohne den langen Hals, der ihre Verwandten in den afrikanischen Savannen auszeichnet. Dafür tragen schon die Kleinsten neben einem samtig-braunen Fell hübsche, schwarz-weiße Muster an den Beinen, was einen kindlichen Wilhelma-Besucher zu der phantasievollen Art-Bezeichnung „Strumpfhosentiere“ inspirierte. Das jüngste Okapi im Bund der nunmehr sechsköpfigen Herde ist männlich, heißt nach einem Gebiet im Kongo „Kivu“ und ist der Sohn von Okapi-Kuh Epena und dem Bullen Vitu. Letzterem ist sein eigener Nachwuchs jedoch mehr oder weniger schnuppe: Mit der Zeugung hat er seine Schuldigkeit getan, der Rest ist Frauensache.

    Aber auch Okapi-Mütter betütteln ihren Nachwuchs nicht etwa rund um die Uhr, sondern sind im Dschungel oft stundenlang allein auf Nahrungssuche unterwegs, und das möglichst weit weg von ihren Kälbern. Doch nicht aus Nachlässigkeit oder Gleichgültigkeit, im Gegenteil: Dass Okapis ihre ersten Lebensmonate tief im Urawalddickicht versteckt als so genannte „Ablieger“ verbringen, dient ihrer Sicherheit. Zudem sorgen die Mütter dafür, dass Raubtiernasen ihre Kälber nicht wittern können, indem sie diese bei jedem Besuch mit ihrem langen Zungen-Waschlappen penibel sauber schlecken. Auch Epena ließ ihr Kalb von Anfang an öfter allein, was dieses stets gelassen hinnahm, sich ablegte und wartete, bis Mama zwei bis dreimal am Tag zurück kam und für jeweils etwa fünf Minuten die Milchbar öffnete. Dieses Verhalten behält ein Okapi-Kalb instinktiv auch in der feindfreien Wilhelma bei, wobei das Versteck hier statt aus Gestrüpp aus Stroh und Stallwänden besteht. Die Folge: Auch die Besucher bekommen kleine Waldgiraffen hier erst lange nach deren Geburt erstmals zu Gesicht.
    So gut wie nie zu Gesicht bekommt man die scheuen Okapis dagegen in ihrer Heimat, dem Kongo. Von rund 10.000 Tieren, die noch vor zehn Jahren hier beispielsweise im Ituri-Wald lebten, ist vermutlich nur noch die Hälfte übrig. Diesen Restbestand zu erhalten, ist Ziel eines Okapi-Projekts, das auch die Wilhelma im Rahmen des internationalen Artenschutzprogramms unterstützt. Auch die Zoopopulation ist mit weltweit rund 150 Tieren klein, sechs Tiere davon leben derzeit in der Wilhelma: neben Vitu, Epena und ihrem Nachwuchs sind es der Bulle Xano sowie die Kühe Kabinda und Ibina. Das letzte in der Wilhelma geborene Kalb, die im März 2009 geborene Zawadi, ist im April 2011 nach Leipzig umgezogen. Auch Kivu wird noch rund ein Jahr von der Mutter gesäugt und frühestens mit eineinhalb Jahren an einen anderen Zoo abgegeben werden.
    (11.08.2011)
    Joshua Förg:   Oh, ich vergaß: Die Flusspferde können jetzt auch das Tapirgehege betreten.. Es wird als Gehegeerweiterung ausgeschrieben; betreten können sie die "Erweiterung" durch den Laufgang für Pfleger. Für mich eine deutliche Aufwertung des alten Geheges!
    (08.08.2011)
    Joshua Förg:   Hatte ein wenig das Gefühl, dass der Pfleger nicht richtig informiert war.. Aber er meinte, dass ideses Projekt direkt anch der Fertigstellung der afrikanischen Menschenaffenanlage aufgegriffen werden soll. Er meinte, dass das Amazonienhaus in seiner ursprünglichen Form bleiben soll.. Vielleicht kennt jemand den Pfleger; Er ist etwas älter und arbeitet im Menschenaffenhaus - dort habe ich ihn jedenfalls öfter gesehen und sehe ihn heute noch.. Vielleicht kann jemand anders ihn noch fragen.
    (07.08.2011)
    Ottmar Müller:   Also irgendjemand in der Wilhelma hat keine Ahnung von den Zukunftsplänen...:)
    Hat der Pfleger auch gesagt wann das realisiert wird und ob das JAH davor umgebaut wird? Für Menschenaffen ist es ja viel zu niedrig und meiner Meinung nach auch von der Fläche zu klein.
    (07.08.2011)
    Joshua Förg:   Also ich habe heute in der Wilhelma einmal nachgefragt.. Der Pfleger antwortete mir, dass nicht das Amazonienhaus, sondern das Menschenaffenhaus mit dem JAH zusammengebaut werden soll; die Orang-Utans werden dann auch im JAH untergebracht sein.. Mit dem Amazonienhaus liegt laut des Pflegers eine Verwechslung vor.
    (07.08.2011)
    Ottmar Müller:   Die Klammeraffen könnte man zwischen das Amazonienhaus und das JAH umquartieren, dieser Bereich soll ja für südamerikanische Arten benutzt werden. Oder gab es schon mal eine Vergesellschaftung von Klammeraffen und Brillenbären?
    (07.08.2011)
    Mirko Schmidkunz:   Und was soll dann aus den Klammeraffen werden, die hoch bedroht sind und deren Zoobestand es eigentlich nicht zulässt, dass eine Haltung aufgegeben wird.
    (07.08.2011)
    Ottmar Müller:   Ich denke mal, dass eine Außenanlage auf dem Gelände der Klammeraffen entsteht. Jedoch sollen das alte Menschenaffenhaus und das JAH erstmal saniert werden. Ich weiß nicht, ob in diesem Zug auch ein größeres Außengehege für die Orangs entsteht.
    (07.08.2011)
    Mirko Schmidkunz:   Wenn alle drei Affenhäuser erhalten werden, wie kann man dann eine ansprechend große Außenanlage für die Orangs schaffen. Ich dachte das zumindest durch den Abriss eines Hauses man den Platz dafür bekommt.
    (07.08.2011)
    Joshua Förg:   Daran habe ich nicht gedacht, klingt aber interessant.. Gab es eine solche Vergesellschaftung schon in einem anderen Zoo?
    (06.08.2011)
    Ottmar Müller:   Kann man die Languren nicht mitvergesellschaften?
    (06.08.2011)
    Joshua Förg:   Die Brüllaffen leben ja schon im Jungtieraufzuchtshaus (Jungtiere der Zuchtgruppe, für die keine Abnehmer gefunden wurden..)

    Wenn ich eine Andeutung eines Beitrages im Zoomagazin richtig verstanden habe, soll ja auch das Haus für niedere Affen mit dem heutigen Menschenaffenhaus verbunden werden. Ich gehe also davon aus, dass eine Vergesellschaftung von Orang-Utans und Weißhandgibons geplant ist - Bleiben im Zuge dieser Veränderungen die Haubenlanguren im Bestand?
    (06.08.2011)
    Mirko Schmidkunz:   Einige Veränderungen im Vogelbestand: Der Dotter- und Fischertukan, die die Voliere im zweiten Pflanzenhaus bewohnt haben, sind verkauft worden. Zwei Hartlaubturakos haben ihr neues Domizil in Besitz genommen. Das Schild beim Motmot ist weg. Ich vermute mal das das Tier nicht mehr da ist. Die drei ersten Kleinvolieren auf dem Weg zum Nachttierhaus waren ganz abgebaut. Die Papualoris waren in eine Voliere auf der Subtropenterrasse umgezogen. In den anderen Volieren waren Allfarbloris und Blaukrönchen untergebracht. Die Zwergtimalien im Vogelhaus wurde durch Brillenvögel mit gräulchen Gefieder ersetzt. Die Paradies- und Türkistangare waren auch nicht mehr da.

    (06.08.2011)
    Gudrun Bardowicks:   Mit Viscachas, Hutiakongas, Goldagutis, Chinchillas und Zweizehenfaultieren fallen mir gleich mehrere Arten aus dem Kleinsäugerhaus ein, die man sicherlich gut im umgebauten Jungtieraufzuchthaus als Vertreter der südamerikanischen Fauna zu den dort lebenden Krallenaffen setzen könnte.
    (06.08.2011)
    Ottmar Müller:   Ich habe eine E-Mail an die Wilhelma geschrieben mit der Frage, was aus dem Jungtieraufzuchtshaus wird. Es soll erstmal saniert werden und später mit dem Amazonienhaus verbunden und für südamerikanische Arten nutzbar gemacht werden. Ich rechne mit den jetzt schon dort lebenden Krallenaffen, vielleicht kommen ja auch einige Tiere aus dem Kleinsäugerhaus.
    (05.08.2011)
    Wilhelma:   Neues Leben im Giraffenhaus:
    Giraffe Kitale und ihr kleiner Kasper
    Nach einem wahren Babyboom mit gleich drei Giraffen-Geburten im Jahr 2009 und darauf folgender einjähriger Babypause stakst ab sofort wieder ein Giraffenkind durchs Wilhelma-Gehege: der kleine Kasper, der am 21. Juli das Licht der Wilhelma-Welt erblickte.
    Ein hübscher Kerl ist Kasper mit seinen langen Beinen, dem schönen Fellmuster nach Netzgiraffenart, seinen schwarzen buschigen Hörnchen und großen, dunklen Augen mit langen Wimpern. Ganz die Mama eben. Und die heißt Kitale, ist zehn Jahre alt und kam erst 2009 aus Köln nach Stuttgart. Da ihre ebenfalls 2009 geborene Tochter Amelie leider mit nur sieben Monaten an einem Darmverschluss gestorben war, ist es umso erfreulicher, dass Kitale nun wieder ein Kalb geboren hat. Zumal sie als vorbildliche Mami gilt: Ihren Nachwuchs bewacht sie mit Argusaugen und müsste sie ihr Junges gegen einen Feind verteidigen, dann täte es sie mit fliegenden Hinterhufen und ohne Pardon.
    In den afrikanischen Savannen vermag eine Giraffe mit kräftigen Beintritten selbst Löwen, Leoparden und Hyänen in die Flucht zu schlagen. In der Wilhelma nehmen sich selbst die Tierpfleger vor einer Giraffenmutter in Acht, wenn sie ihr das tägliche Brot in Form von Luzerne, Heu, Laub und Gemüse in der Mutter-Kind-Box servieren. Doch keine Sorge: Die Besucher, die Kitale und Kasper derzeit zwar noch nicht auf der großen Anlage, aber im Giraffenhaus oder Vorgehege bewundern können, können den Giraffen ohnehin nicht zu nahe kommen. Und wer überdies von sich aus respektvoll ein wenig Abstand hält, hilft mit, dass sie Giraffenmutter gar nicht erst in nervöse Alarmbereitschaft versetzt wird. Kasper ist übrigens bereits das vierte Kind von Kitale, aber das erste, das sie gemeinsam mit dem Wilhelma-Zuchtbullen Hanck zeugte.
    Wie alle kleinen Giraffen kam auch Kasper im gebremsten freien Fall aus zwei Metern Höhe zur Welt, denn Giraffen gebären ihre Jungen nach 14 bis 15 Monaten Tragzeit im Stehen. Kein Problem für die langbeinigen Afrikaner, die solche extremen Fälle stets schadlos überstehen – zumal die Tierpfleger den Giraffen-Kreißsaal mit Stroh immer gut auspolstern. Da Kasper beschlossen hatte, pünktlich zum Dienstbeginn der Tierpfleger anzukommen, konnten diese das faszinierende Ereignis live mitverfolgen. Bereits 30 Minuten nach der Geburt stand Klein-Kasper auf seinen noch wackligen Stelzen und drängte zur Milchquelle. Dieses Tempo behalten die Jungtiere auch beim Wachstum bei: Bei der Geburt sind sie rund 60 Kilogramm schwer und etwa 1,70 Meter groß – was auch schon kein Pappenstiel ist – und gleich im ersten Jahr legen sie einen weiteren Meter an Höhe zu. In der Wildnis ein wichtiger Überlebensfaktor: Denn mit jedem Zentimeter wachsen dort die Chancen, nicht im Rachen eines hungrigen Raubtieres zu enden. Trotzdem erreichen wegen Beutegreifern, Krankheiten und Co rund 50 bis 75 Prozent der Junggiraffen nicht einmal das erste Lebensjahr.
    Vor Raubtieren braucht sich Kasper in der Wilhelma nicht zu fürchten. Und falls ihm ohne die Gefahren und Abenteuer einer echten afrikanischen Savanne sogar etwas langweilig werden sollte: Wer weiß, vielleicht bekommt er ja bald einen Spielgefährten ...
    Bild: Kasper mit seiner fürsorglichen Mutter Kitale. Fotos: Wilhelma

    (04.08.2011)
    Wilhelma:   Ein munteres Trio:
    Jetzt geht’s rund im Seelöwen-Kindergarten
    Der Juni 2010 war offenbar ein sehr fruchtbarer Monat für die Seelöwen-Truppe der Wilhelma, denn jetzt, zwölf Monate später, kamen gleich drei Tiere im Abstand von je einer Woche zur Welt: ein Junge und zwei Mädels. Damit hat sich Unesco, der seit 2007 Chef im Seelöwenring und gerade fünf Jahre jung ist, endgültig als erfolgreicher Zuchtbulle eingeführt. Schon 2009 hatte er als Dreijähriger – und damit ganze zwei Jahre vor der üblichen Geschlechtsreife – mit Seelöwin Evi den kleinen Eddy gezeugt.
    Während der 2010 geborene Eddy, der mittlerweile in England lebt, sich anfangs am liebsten in den kühlen Keller verkrochen hatte, ist das neue Nachwuchs-Trio im Seelöwensee aus anderem Garn gestrickt. Wenn sie gerade nicht von ihren Müttern gesäugt werden, räkeln sich „Siku“ und „Maha“ entweder gemeinsam auf den sonnenwarmen Steinen am Beckenrand, oder sie planschen und tauchen wie die Großen im erfrischenden, stets 15 Grad kühlen Cannstatter Mineralwasser des Seelöwenpools. Lediglich die kleine „Kitai“ zieht sich manchmal mit Mutter „Lucy“ in die verborgenen unterirdischen Gemächer zurück. Ansonsten stört es die Kleinen keinen Deut, wenn es bei den Seelöwenfütterungen hoch her geht – im Gegenteil. Sie scheinen das ganze Gespritze, Gespringe und Gesinge fast so interessiert zu verfolgen und zu genießen wie das menschliche Publikum. Mit den frischen Fischen, die dabei immer in rauen Mengen für die Seelöwentruppe abfallen – ob ehrlich verdient oder auch mal heimlich aus den Eimern geklaut – schlagen sich derweil ihre Mütter Evi, Lucy und Mercedes die Bäuche voll. Schließlich müssen sie für ihre Jungen jede Menge nahrhafte, fett- und eiweißhaltige Milch produzieren, damit ihre Babys möglichst bald schön rund und mollig werden. Bei der Geburt wiegen die Kleinen etwa sechs bis acht Kilogramm, verdoppeln dieses Gewicht dann aber schon im ersten Lebensmonat.
    In der Natur ist das überlebenswichtig, da Jungrobben ausreichend Fettpolster für Fastenzeiten anlegen müssen. Denn nach sechs bis acht Monaten, wenn Mutters Milchbar endgültig für sie schließt, müssen sie selbst lernen, wie man Fische erbeutet, Seelöwenmütter stehen als Lehrerinnen dabei nicht zur Verfügung. In der Wilhelma übernehmen es allerdings die Pfleger, den Seelöwennachwuchs an Hering und Makrele als künftige Nahrung zu gewöhnen. Und hinter den Kulissen werden bereits Plätze in anderen Zoos gesucht, wo die Jungseelöwen ab nächsten Sommer zuhause sein sollen – Reisetermin ist der Mai, bis dahin können sich die Wilhelmabesucher an dem munteren Trio erfreuen.

    Fotos: Das Seelöwen-Trio (Wilhelma)

    (27.07.2011)
    Joshua Förg:   Ich habe keine Tiere mehr auf der Außenanlage gesehen (nichts besonderes, Otter und Bieber lassen sich oft nicht blicken), aber ich denke, dass nur das Haus sarniert wird..
    (21.07.2011)
    Ottmar Müller:   @Joshua Förg: Da das mit dem Bild vom Otterhaus nicht geklappt hat: Werden nur die Innen- oder auch die Außengehege saniert?
    (20.07.2011)
    Wilhelma:   Unter Affen und Schafen:
    Nachwuchs bei den Klippschliefern

    Viele Besucher glauben, dass auf der Felsenanlage nur zwei Tierarten leben: Die Mähnenschafe und die Dscheladas. Aber es gibt es noch heimliche Mitbewohner, die sich einfach nicht so aufdrängen, sondern sich nur dem aufmerksamen Beobachter zeigen: Klippschliefer! Zur Zeit haben die niedlichen Moppel Nachwuchs, und bei schönem Wetter kann man die ganze Familie beim Sonnenbad sehen.

    Klippschliefer sind in den felsigen Trockengebieten Afrikas weitverbreitet. Die etwa hasengroßen Schliefer sind hervorragende Kletterer und sehr gesellig: Eine oder mehrere Familien bilden Kolonien mit bis zu 50 Tieren. Die Familien bestehen aus einem Männchen und mehreren Weibchen mit ihren Jungtieren. Die Männchen sind territorial – für die geruchliche Identität der ganzen Gruppe sorgt ein öliges Sekret aus einer Drüse am Rücken der Tiere. Die Kolonie leistet sich einen Wachdienst (meist ein erwachsenes Männchen), der mit gellendem Ruf vor Gefahren warnt – eine für wehrlose und schmackhafte Kleintiere durchaus sinnvolle Einrichtung! Der Wachdienst kann auf der Suche nach Greifvögeln sogar stundenlang den Himmel absuchen ohne von der Sonne geblendet zu werden – eine dunkel pigmentierte Schicht an der Iris kann über die Pupille ausgedehnt werden und fungiert so als natürliche Sonnenbrille.

    Klippschliefer ernähren sich von diversen Pflanzen, die ihnen gleichzeitig genug Flüssigkeit liefern: Sie müssen nicht trinken. Die Tiere verbringen am Tag nur etwa 1 Stunde mit Fressen – eine für reine Pflanzenfresser sehr kurze Zeit! Vom äußeren Erscheinungsbild her ist man vielleicht versucht, die kleinen Sympathieträger bei den Nagern oder den Hasenartigen anzusiedeln. Ein genauerer Blick auf die Anatomie und die DNS stellt die Schliefer aber in die Verwandtschaft der Elefanten und Seekühe!

    Die Wilhelma-Familie besteht zur Zeit aus einem Männchen, fünf Weibchen und drei Jungtieren vom 23. Juni 2011. Wie ihre wild lebenden Verwandten mögen auch die Wilhelma-Klippschliefer die Wärme: Bei Sonne aalen sie sich auf der Felsenanlage zwischen Mähnenschafen und Dscheladas, bei Kälte und Regen jedoch bleiben sie im Innenstall und lassen sich nicht blicken.
    (20.07.2011)
    Joshua Förg:   Eigentlich sollte ein Bild kommen..
    (20.07.2011)
    Joshua Förg:   Hier noch der Beweis
    (20.07.2011)
    Joshua Förg:   Ich wusste garnichts von der Renovierung des Bieber/Otterhauses... Werden womöglich neue Tiere einziehen?
    (20.07.2011)
    Sacha:   @MM: Wenn ich nichts überlesen, dann höchstens in ähnlicher Form. Und mit den Jahren können sich ja die einen oder anderen Verhältnisse ändern;)
    (16.07.2011)
    Ottmar Müller:   @Joshua Förg: Die Wilhelma darf nicht weiter in den Rosensteinpark eindringen, die Wiesen gehören meines Wissens nach der Stadt und werden nur von der Wilhelma genutzt. Es wäre möglich, dass die Wilhelma zusätzliches (Bau)Land bekommt wenn S21 realisiert wird, denn dann entstehen in anderen Stadtteilen neue Grünflächen und der Rosensteinpark wird nicht mehr so dringend benötigt. Aber das ist nur eine Theorie.
    (15.07.2011)
    Michael Mettler:   @Joshua Förg: Habe ich zwar nicht, aber kann nun nach Blick in das Buch "Die Wilhelma" von Neugebauer den Standort der Großraubtiere an der von mir unten beschriebenen Stelle bestätigen. In diesem Buch ist ein Wegeplan der Wilhelma von 1953 abgedruckt, und schon da sind die Großraubtiere in einem ehemaligen Magazingebäude links von der Wagenremise (= damaliger Elefanten- und Giraffenstall) untergebracht; erwähnt werden Tiger und schwarze Panther als "Überbleibsel" einer Indienschau sowie die schon länger vorhandenen Löwen. Im Wandelgang des Maurischen Gartens gab es zwar damals tatsächlich Tiere, aber nur Kleinvögel, Aquarien- und Terrarientiere (das heutige Aquarium wurde ja erst später gebaut).
    (15.07.2011)
    Joshua Förg:   Hat eventuell jemand ein Bild des alten Raubtierhauses oder des früheren Bärenzwingers?
    (15.07.2011)
    Joshua Förg:   Bezüglich der "Frage am Rande":
    Die Wilhelma besitzt ja schon Wiesen im Rosensteinpark für die Futterherstellung. den Besuchern ist es strengstens untersagt, die Wiesen zu betreten. Könnte mir vorstellen, dass auf diesen Wiesen sich ein Erweiterungsgelände gut finden wird.

    Einen Teil der Wiesen wird schon seit kurzem genutzt! Der Durchgang bei den Takins Richtung Schaubauernhof ist ja sein längerem gesperrt, seit kurzem auch der Durchgang bei dem Giraffen. Man wird nun vom Mammutbaumwald um das Somalia-Wildeselgehege gelotst.
    (15.07.2011)
    Michael Mettler:   @Sacha: Bin mir ziemlich sicher, dass du deine "Frage am Rande" viel weiter unten im Thread schon mal gestellt hattest, zumindest kommt mir das Thema/die Problematik bekannt vor ;-)

    Ich glaube ebenfalls nicht an eine längere Abwesenheit von Elefanten, eher an eine möglichst kurze Haltungsunterbrechung als öffentliches "Druckmittel". Vielleicht folgt man ja auch dem Heidelberger Modell. Wenn es zwischen den beiden verbliebenen Kühen Probleme gibt, könnte man ja immerhin auch nur eine (falls möglich) umsiedeln und es für die andere mit einer neuen (alten) Gefährtin versuchen - zumindest so lange, bis eine neue Anlage steht.
    (15.07.2011)
    Sacha:   @Frithjof Spangenberg: Und ich hoffe inständig, dass Du recht hast.

    Mal 'ne Frage am Rande (auch weil eine neue Elefantenanlage Platz braucht): Was müsste geschehen, damit die Wilhelma noch weiter in den Rosensteinpark "reinwachsen" könnte. Der Schaubauernhof war ja im Zusammenhang mit einer Gartenausstellung ein solcher Geländegewinn. Kann man da noch mehr "abzwacken"?
    (15.07.2011)
    Frithjof Spangenberg:   Ich glaube nicht an eine lange elefantenfreie Zeit in Stuttgart, zumal ja die Wilhelma das Elefäntle als Symboltier nutzt.
    (15.07.2011)
    Michael Mettler:   @Ottmar Müller: Eine elefantenlose Phase (oder auch nur die Eventualität einer solchen) ließe sich natürlich vorzüglich dazu nutzen, die Öffentlichkeit hinter sich zu bringen und zu Spenden zu animieren, um in einem Neubau baldmöglichst doch wieder Rüsseltiere zu zeigen... Warum muss ich nur gerade an Münster denken ;-)
    (15.07.2011)
    Ottmar Müller:   Das heißt, es wird in den nächsten Jahren wohl keine Elefanten in der Wilhelma geben. Dann bekommen die Panzernashörner wie in Nürnberg mehr Platz und vielleicht merkt die Wilhelma, dass es auch ohne Elefanten geht und baut lieber für andere Tiere.
    (15.07.2011)
    Joshua Förg:   Ich vermute, dass die Tiere in andere Zoos abgegeben werden, auch aufgrund der Unverträglichkeit beider Tiere, wie unten schon erwähnt. Die zwei alten Weibchen in eine Zuchtgruppe zu intigrieren wäre sowieso schwierig.
    (14.07.2011)
    Ottmar Müller:   Ich wusste gar nicht, dass es Molly so schlecht ging :-(. Glaubt ihr, dass sich bis zum Neubau des Elefantenhauses nur Zella und Pama das Gehege teilen?

    Hier die Tiere in der Damaszenerhalle 1965:
    Tigerkatze, Schleichkatze, Ichneumon, Weißschwanzmanguste, Marderbär, Sumpfluchs, sibirischer Luchs, Ozelot Serval und Fennek, später auch u.a. Nasenbären, Korsaks und Nebelparder.. Muss furchtbar eng gewesen sein. Das Haus beherbergt seit etwa 1990 keine Raubtiere mehr.
    (14.07.2011)
    Michael Mettler:   Wenn ich die PM richtig interpretiere, scheinen die beiden verbliebenen Kühe alles andere als dicke Freundinnen zu sein. Dann wäre der letzte Satz des Artikels womöglich eine Andeutung darauf, dass sich ihre Wege sogar noch trennen könnten...?
    (14.07.2011)
    Jan Jakobi:   Oje schon wieder ein Elefant weg...

    @Jennifer Weilguni: "Vilja" sieht auf den Bildern im Internet auch dünn aus, war aber ca. 20 Jahre älter als "Molly".

    Jetzt sind nur noch "Pama" und "Zella" da,
    "Vilja" starb letztes Jahr.

    Vor genau (gestern) drei Jahren musste ebenfalls ein Elefant wegen unheilbaren Fußleiden eingeschläfert werden: "Rhani" aus dem Zoo Leipzig.




    (14.07.2011)
    Jennifer Weilguni:   So traurig...
    Am 12 Juli habe ich die drei Damen noch besucht und auch wenn Molly sehr dünn aussah, hätte ich nicht gedacht, dass es jetzt so schnell vorbei sein könnte. Immer mehr Urgesteine verschwinden aus der Wilhelma.
    Im neuen Zooführer stehen noch alle vier Elefantendamen, inklusive Vilja.
    (14.07.2011)
    Joshua Förg:   Mein herzliches Beileid an die Tierpfleger und Herrn Jauch. Ich werde Molly nicht vergessen!
    (14.07.2011)
    Wilhelma:   Elefantenkuh Molly ist tot:
    Nach langer Krankheit von ihrem Leiden erlöst
    Am Abend des 13. Juli musste die Elefantenkuh Molly eingeschläfert werden: Seit Jahren litt sie an einer schmerzhaften Entzündung der Vorderfüße, die immer schlimmer wurde, diverse tierärztliche Behandlungen brachten keine nachhaltige Besserung mehr. In den letzten vier Wochen hatte Molly stark abgebaut. Nach einer weiteren Untersuchung unter Narkose gestern Abend wurde entschieden, ihr weitere Schmerzen zu ersparen. Jetzt trauert die Wilhelma um den Verlust des zweiten Elefanten innerhalb kurzer Zeit – fast genau vor einem Jahr war die 61-jährige Elefantengreisin Vilja gestorben. Molly wurde 45 Jahre alt und gehörte mit Pama und Zella ebenfalls schon zu den ältesten Zoo-Elefanten Europas.
    „Wir sind sehr unglücklich, dass wir Molly nicht mehr helfen konnten“, so Wilhelma-Direktor Dieter Jauch. „Aber in letzter Zeit ging es ihr zunehmend schlechter, und wer Molly kannte, sah, wie sehr sie litt.“ Seit rund 15 Jahren war die Elefantenkuh wegen ihrer entzündeten Vorderfüße Dauerpatientin der Zootierärzte gewesen – mancher befürchtete sogar, sie könne noch vor Vilja sterben. Dank intensiver tierärztlicher Betreuung, regelmäßiger Fußpflege, Fußbädern und weichen Fußmatten konnte das Fortschreiten der Krankheit zwar aufgehalten, aber nie geheilt werden. Seit Jahresbeginn hatten sich die Fußprobleme verstärkt, in den letzten Wochen hatte Molly deutliche Anzeichen von starken Schmerzen gezeigt und war immer schwächer geworden. Die letzte Untersuchung am Mittwoch Abend, an der mehrere tierärztliche Experten beteiligt waren, ergab, dass keine erfolgversprechende Behandlung mehr möglich war – man hätte Mollys Leid nur verstärkt und verlängert.
    Bekannt und beliebt wurde Molly unter anderem durch ihre Mitwirkung bei Kindergeburtstagen, Blindenführungen und dem Elefantenreiten, bei dem sie und ihre „Kollegin“ Zella die Besucher durch den Park trugen. Vor rund drei Jahren, als sich der Zustand ihrer Füße trotz eigens für sie gefertigter, schützender Schuhe verschlechterte, wurde das Elefantenreiten eingestellt – zum großen Bedauern der Besucher. Überhaupt hatte nicht nur Vilja als Altersrekordhalterin und schlitzohrige Seniorin viele Fans. Gerade Molly, die als haarigste unter den Elefantenkühen auch liebevoll „das Mammut“ genannt wurde, war eine der wichtigsten Mitarbeiterinnen in der Öffentlichkeitsarbeit des Dickhäuterreviers. Geduldig ließ sie sich bei den Elefantenbegegnungen streicheln und betasten, und wegen ihrer ruhigen, lieben Art konnte sie bei Führungen für Blinde oder behinderte Kinder eingesetzt werden. Wie alle Elefanten hatte sie natürlich ihren eigenen Charakter und „Dickkopf“. So galt sie etwa als ziemlich „schleckig“: Was sie nicht mochte, fraß sie nicht. Außerdem war sie von allen Elefanten die technisch Begabteste: Immer mal wieder überprüfte sie mit ihrem Rüssel „die Tauglichkeit“ technischer Vorrichtungen – von der Aufhängung der Absperrseile im Elefantenhaus bis hin zu den Bremsen der Rollstuhlfahrer bei den Elefantenbegegnungen. In den letzten Jahren hatte sie als Nachfolgerin der altersbedingt geschwächten Vilja die Rolle der Leitkuh übernommen. Noch bis vor Kurzem sorgte sie in der Damen-Herde für Ordnung. Doch seit ihre Kräfte nachließen, verstärkten sich die Rangeleien um die Vorherrschaft unter den Elefanten wieder.
    Als schwergewichtige Zehenspitzengänger haben Elefanten sehr empfindliche Füße, eine intensive Fußpflege ist daher fester Teil des Haltungsprogramms im Zoo. Warum gerade Molly an einer solch schweren Fußentzündung litt, ist unklar, dürfte aber mehrere Ursachen gehabt haben. Beteiligt war vielleicht auch der per Röntgenbild entdeckte Fremdkörper im Fuß, wahrscheinlich eine Bleikugel, die sie schon als junge Elefantenkuh aus Indien mitgebracht haben muss und die sich operativ nicht entfernen ließ. Zumal verletzte Elefantenfüße schlecht heilen: Leider können die schweren Tiere ihre Füße nie so schonen, wie es ein erfolgreicher Heilungsprozess erfordern würde.
    Nach Mollys Tod müssen nun zunächst alle wieder zur Ruhe kommen: Pama und Zella ebenso wie ihre trauernden Pfleger. Noch im Herbst soll dann der Umbau der alten Außenanlage inklusive Beseitigung des Grabens starten. Und gemeinsam mit dem Artkoordinator des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) wird überlegt, wie es mit der Elefantengruppe der Wilhelma insgesamt weitergeht.

    Bild v. l. n. r.: Zella, Pama und die deutlich dünnere Molly.
    Fotos: Wilhelma

    (14.07.2011)
    Michael Mettler:   @Joshua Förg: Ich habe die Wilhelma erstmals 1982 besucht, und da gab es im Maurischen Garten einschließlich des Wandelganges mit der Flüstergalerie an Tieren lediglich die beiden runden Bassins mit Seehunden und Pinguinen/Möwen. Als altes (Groß-)Raubtierhaus habe ich ein (für Besucher nicht begehbares) altes Gebäude links vom heutigen Insektarium in Erinnerung. Laut meinen Notizen von 1982 waren Sibirische Tiger im Bestand, im "neuen" Raubtierhaus lebten jedoch auch damals schon Sumatratiger (allerdings nicht auf der Freianlage, die war mit Löwen besetzt).

    Nun sind ja in der Historie der Wilhelma viele Tiere im Zuge von Sonderausstellungen in den vorher rein botanischen Garten gekommen und wurden mehr oder weniger provisorisch untergebracht (wobei sich manche der Provisorien über Jahrzehnte hinweg hielten), da würde ich nicht ausschließen, dass auch im Maurischen Garten mal Raubtierkäfige standen... Das müsste sich aber durch ältere Zooführer usw. klären lassen. In der Damaszenerhalle, die damals als Kleinraubtierhaus diente, waren m.W. immer nur Arten bis Pumagröße untergebracht.

    @Ottmar Müller: Bin mir nicht ganz sicher, aber es könnte im Kiwi-Nachthaus zu den genannten Arten auch noch Kurzkopf-Gleitbeutler gegeben haben - zusammen mit den Kuskusen und Kurzschnabeligeln untergebracht.

    @Sacha/WolfDrei: Habe nachgesehen, meine "Begegnung mit dem Makibären" war im Mai 1992.
    (14.07.2011)
    Joshua Förg:   @ Ottmar Nein, der Tierpfleger versicherte mir, dass die Raubtiere in der heutige Flüstergallerie untergebracht waren...
    (13.07.2011)
    Ottmar Müller:   Ich meinte Schwimmratten...
    (13.07.2011)
    Ottmar Müller:   @Joshua Förg: Ich glaube du meinst das Kleinraubtierhaus, also die Damaszenerhalle, die heute von einheimischen Vögeln bewohnt wird.

    @Michael Mettler: Im Nachthaus lebten außer den Kiwis Ameisenigel, Wasserratten und (Gleichfarb?)Kuskusse.
    (13.07.2011)
    Michael Mettler:   War das Kiwi-Nachthaus nicht in der historischen Wagenremise untergebracht, in der sich vorher der Stall der Trampeltiere (und ganz früher der ersten Elefanten) befand? Bilder davon habe ich nicht, meine mich aber zu erinnern, dass es drei Nachttieranlagen beinhaltete, die als Lebensraumillusionen gestaltet waren (im Kontrast zum alten Nachttierhaus, in dem die Anlagen immer sehr funktional wirkten).

    @Joshua Förg: Sibirische Tiger kann ich für das alte Raubtierhaus bestätigen, in anderen Käfigen des Komplexes saßen m.E. zeitweilig Schnee-Eulen, Kleine Pandas und Kattas.

    @Sacha: Die Vorgaben der letzten Jahre kenne ich nicht, da ich in jüngerer Zeit nur äußerst selten in Stuttgart war und im Nachttierhaus schon lange nicht mehr fotografiert habe, aber früher bestand ein Blitzverbot meiner Erinnerung nach nur vor dem Aquarium der Laternenfische im vorderen Raum).
    (13.07.2011)
    Joshua Förg:   Das alte raubtierhaus war aber meines Wissens der heutige Garten-Bereich mit dem Magnolien-Blüten, dort waren laut des älteren Raubtierpflegers mehr als 8 Raubkatzen untergebracht- anscheinend auch Ozelots uund Nebelparder. Von sibirischen Tigern weiß ich nichts, doch ich besitze noch ein "uraltes" Souvenir mit bengalischen Tigern, im Hintergrund eine begrünte Teichlandschaft.
    (13.07.2011)
    Ottmar Müller:   Hat jemand Fotos vom alten Kiwi-Haus?
    (13.07.2011)
    Sacha:   @MM: Dann hast Du das Foto sicher mit Blitz gemacht. - Und keiner hat Dich angeschnauzt??? Wenn(!) ich es richtig in Erinnerung habe, besteht dort schon seit langem (= mindestens 15 Jahre) ein Blitzverbot:)

    Joshua Förg: Richtig, das Nachttierhaus mit den Streifenkiwis (und auch anderen Australiern wie z.B. Schwimmratten) sowie das alte Raubtierhaus (mit Sibir. Tigern) lagen in der Ecke, in der heute das Amazonienhaus und das Insektarium stehen.
    (13.07.2011)
    Michael Mettler:   @WolfDrei: Bei mir blieb es ebenfalls eine (im doppelten Sinne) einmalige Begegnung, aber wenigstens konnte ich ihn im Ganzen sehen und sogar fotografieren... In der selben Vitrinenreihe wurden übrigens früher auch Katzenfretts gehatlten.
    (13.07.2011)
    WolfDrei:   So wars auch schon bei meinem 1. Besuch im Mai 90 überhaupt in Stuttgart nach dem Fall der Mauer: ein Loch mit einem geahnten Tier, Schwanz nach hinten. Der 1. und letzte Makibär für mich.
    (13.07.2011)
    Michael Mettler:   @Joshua Förg: Die Makibären (Oder der Makibär? Ich hatte damals jedenfalls nur einen gesehen) waren im noch bestehenden Nachttierhaus untergebracht. Wenn ich mich richtig erinnere, in der letzten Anlage vor dem Ausgang.
    (13.07.2011)
    Joshua Förg:   Noch eine andere Frage: Ich bin 13 Jahre alt und besuche die Wilhelma seit 8 Jahren mit einer Jahreskarte. Ich frage mich immer wieder, an welcher Stelle früher Makibären und Kiwis ausgestellt wurden. Meine Vermutungen liegen auf dem Gelände des heutigen Amazonien-Hauses, doch diese Vermutung ist vage. Könnte mit da jemand helfen? Wäre sehr nett...
    (13.07.2011)
    Joshua Förg:   Das hört man gerne :)

    @Ottmar bezüglich des Außengeheges: Bis jetzt habe ich das Zwergflusspferd nur auf der kleinen, alten Anlage gesehen, es könnte aber sein, dass es auch wahlweise in das andere Gehege darf.
    Die Gehege sind aber zur Zeit noch seperat, über einen möglichen Zusammenschluss liegen mir keine Informtionen vor.
    (13.07.2011)
    Wilhelma:   Nachwuchs bei den Poitoueseln:
    Ein bildhübscher „Plüschesel“ namens Benito
    „Benito“ – schon der fröhliche Klang dieses italienischen Namens sorgt für gute Laune, auch wenn sein tierischer Träger eigentlich Franzose ist: ein Poitouesel. Noch bessere Laune bekommt, wer das dunkelhaarige, plüschige Hengstfohlen mit seinen langen Ohren und langen, staksigen Beinen ausgelassen durchs Gehege galoppieren oder mit seiner Mutter kuscheln sieht. Zum Dahinschmelzen ...
    Selbst wer später zur größten Eselrasse der Welt gehören will, fängt einmal klein an. So auch Benito, der am 16. Juni in der Wilhelma von der Stute Hamrah geboren wurde. Bis er einmal das Stockmaß (Schulterhöhe) von über 1,50 Metern eines ausgewachsenen Poitoueselhengstes erreicht hat, wird es wohl noch ein Weilchen dauern. Noch ist Benito ganz in samtiges, dunkelbraunes Plüsch gekleidet; das lockige, lange Fell, das seine Mutter trägt, wächst ihm erst als Jährling. Gerade die langen Zottelhaare sind neben der Größe das besondere Markenzeichen dieser seltenen Eselrasse. Gezüchtet wurde sie vermutlich schon vor dem 11. Jahrhundert, ihre Blütezeit erreichte sie zwischen dem 13. und 18. Jahrhundert und benannt wurde sie nach der Grafschaft Poitou im Westen Frankreichs. Im ganzen Südwesten des Landes war die Eselrasse damals verbreitet und beliebt. Denn je größer die Esel, desto größer werden auch die Maultiere, die beim Kreuzen mit Pferden entstehen. Um besonders große, leistungsfähige Maultiere für Zug- und Tragedienste zu erhalten, wurden Poitouesel und Kaltblutrösser „kombiniert“. Häufig wurden Poitouesel auch in andere Länder und sogar in die USA exportiert, um dortige Eselrassen zu verbessern. Dann jedoch folgten Zeiten, in denen die Motorkraft die Pferde- und Eselstärken und somit deren natürliche Lieferanten allmählich verdrängte. Zum Glück waren jedoch einige französische Bauern selbst stur wie Esel und keinesfalls bereit, ihre zottigen Freunde aufzugeben. Dank ihnen, einem 1988 gegründeten Zuchtverband, Privatzüchtern und Zoos gibt es heute wieder rund 400 Tiere – wirklich gesichert ist der Bestand damit nicht.
    Die Wilhelma hält die charmanten Zotteltiere seit Eröffnung des Schaubauernhofs 1993; 18 Fohlen wurden seither hier geboren – Benito ist somit die Nummer 19. Neben ihm und seiner Mutter Hamrah gehören zur Herde natürlich Benitos Vater Nepomuk, die Stute Garie sowie Hamrahs Tochter Laika mit deren letztjähriges Fohlen Amy. Über 30 Jahre alt können diese Esel werden und bis ins hohe Alter Nachwuchs bekommen. Gegen weitere niedliche „Plüschtiere“ wie Benito hätte jedoch keiner etwas einzuwenden, auch die ebenfalls in der Herde mitlaufende Maultierstute Viska nicht: Sie ist die Folge des Seitensprungs eines Vorgängers von Nepomuk mit einer Shetlandponystute und als „Muli“ unfruchtbar. Dafür versucht sie mitunter, eines der hübschen Fohlen ihrer Herdengenossinnen zu adoptieren. Doch diese bleiben lieber bei ihren Müttern – schon der leckeren Milch wegen.

    Bild: Der kleine dunkelhaarige Poitouesel Benito und seine Mutter Hamrah
    Fotos: Wilhelma

    (13.07.2011)
    Ottmar Müller:   Sind auch die Außengehge verbunden?
    (13.07.2011)
    Joshua Förg:   Das ehemalige Innengehege des Tapirs wurde jetzt mit dem Zwergflusspferd-Gehege verbunden; Der Bulle kann jetzt beide Gehege gleichzeitig betreten.
    (13.07.2011)
    Ottmar Müller:   Ich schreibe es hier jetzt zum dritten Mal ( ;) ): Das jetzige Flusspferdhaus soll später (je nach finanzieller Lage) nur noch für Schabrackentapire genutzt werden. Ich bezweifle, dass vor dem Umbau neue Tapire einziehen. Da jedoch der Zwergflusspferdbulle schon 46 ist, und damit das älteste Tier dieser Art weltweit in einem Zoo, wird sich die Wilhelma schon in Bälde etwas einfallen lassen müssen, denn zwei leerstehende Gehege nebeneinander sind natürlich nicht optimal.

    Was die Seelöwen angeht, bei denen gibt es ja auch jetzt noch andere, zuchtfähige Tiere.
    (12.07.2011)
    Henry Merker:   Zumindest bei den Elefanten muss man sich wohl bis zum Bau des neuen Hauses gedulden.
    (12.07.2011)
    Joshua Förg:   Hallo; Ich abe eine Frage... In der Wilhelma sterben zur Zeit sehr viele alte Tiere. Thai (Tapir), Vilja(Elefant), Mercedes(Seelöwe)... Die Liste ist lang und ich nenne nur einige Beispiele - Meine Frage: Wird die Wilhelma die Tiere durch neue, zuchtfähige Tiere ersetzen, solange noch die alten Sichtbeton-Gehege vorhanden sind, oder werden erst neue Arten in den Zoo kommen, sobald eine "artgerechte" Haltung wieder möglich ist?
    (12.07.2011)
    Ottmar Müller:   Hey, hat einer zufällig Fotos vom alten Kiwi-Nachthaus oder kann dieses wenigstens ein bißchen beschreiben? :)
    (10.07.2011)
    Mirko Schmidkunz:   Ich habe in der Zootierliste festgestellt, dass in der Wilhelma vier Tangarenarten verschwunden sind. Die Paradiestangare war vor kurzem noch im Vogelhaus. Die anderen Arten werden wohl im Amazonienhaus gelebt haben. Die Anzahl der freilebenden Vögel nimmt dort weiter ab und ich finde, dass man als Besucher nicht mehr von einer bunten, vielgestaltigen Vogelfauna dort fasziniert wird. Sind die Zuchtanlagen hinter den Kulissen eigentlich schon fertig? Wer ist für die großen Verluste verantwortlich? Könnte man nicht Kassiken dort halten, die hoch attraktiv wären und mehr Leben in das Haus brächten?
    (05.07.2011)
    Wilhelma:   Die Mandschurenkraniche haben Nachwuchs:
    Zwei Küken bei Familie „Rotkäppchen“

    Letztes Jahr sorgte das Mandschurenkranich-Paar der Wilhelma deutlich früher als erwartet erstmals für Nachwuchs, dieses Jahr legte es nach: Erneut sind zwei Küken geschlüpft, die auf ihren langen Stelzen nun gemeinsam mit den Eltern über die Stelzvogelwiese stolzieren.

    Noch gleichen die beiden Ende Mai geschlüpften Küken ihren Eltern nicht gerade aufs Haar beziehungsweise die Feder: Flauschig sind sie und hellbraun – wohl der besseren Tarnung wegen – und ihre Beine und Füße wirken mindestens noch drei Nummern zu groß. In den nächsten Wochen und Monaten werden sich die Küken jedoch zu ebenso schönen, anmutigen Vögeln mausern, wie es ihre Eltern bereits sind. Auch diese fingen schließlich mal klein und braun an, und zwar 2007 im Zoo der lettischen Hauptstadt Riga, von wo sie 2008 nach Stuttgart kamen. Die eigentliche Heimat der Vogelart liegt jedoch viel ferner: in Japan und China. Dort gelten sie als Symbol für ein gesundes, langes Leben und landauf und landab ziert kein Tiermotiv häufiger Kimonos, Wandschirme oder Holzschnitte. Auch beim traditionellen japanischen Papierfalten, dem „Origami“, sind die Kraniche als Models sehr begehrt. Oft werden sie als gefaltete Papier-Vögel Kranken geschenkt, um diesen gute Besserung zu wünschen. Die Vögel bewachen außerdem den Kaiserthron in der Verbotenen Stadt und tragen angeblich sogar die Seelen Verstorbener auf ihren Rücken in den Himmel. Damit nicht genug der märchenhaften Beschreibungen, nennen die Japaner sie wegen des roten Stirnflecks auch „Tancho“ – Rotkäppchen. Allerdings würde „Schneewittchen“ ebenso gut passen, ist ihr Federkleid doch weiß wie Schnee, rot wie Blut und schwarz wie Ebenholz.

    Besonders eindrucksvoll stellen die Kraniche ihre Schönheit bei der Balz zur Schau: Wie Balletttänzer erheben sie sich auf die Zehenspitzen, umkreisen sich, spreizen Federn und Flügel und biegen Hals und Kopf bis auf den Rücken. Klangvoll untermalt wird das Schauspiel mit fanfarenartigen Rufen. Damit wollen die Kraniche nicht etwa einen neuen Partner erobern, vielmehr machen sie sich die ganze Mühe für den bestehenden Gefährten – die Vögel leben in Dauerehe, die Balz dient dazu, die Paarbindung zu festigen. Auch bei der Brutpflege halten sie zusammen: Die Henne brütet, bis das erste Küken schlüpft, dieses wird dann schon mal von Papa babygesittet, bis ein oder zwei Tage später Nummer zwei kommt. Kaum aus dem Ei schlüpft, folgen die Nestflüchter ihren Eltern bereits auf Schritt und Tritt und teilen auch rasch deren kulinarische Vorlieben. Anfangs lassen sie sich die Happen noch schnabelgerecht servieren: ob saftige Heuschrecke oder sich windender Wurm. Doch nach wenigen Tagen picken sie auch selbst eifrig nach Insekten und Co. Außerhalb der Brutzeit wird weniger geschlemmt: Dann ziehen die Vögel vegetarische Kost wie Körner, Gräser und Knollen vor.
    Dass Mandschurenkraniche als Symbol für langes Leben gelten, hilft ihnen selbst nur wenig. Sie gehören zu den am meisten bedrohten Kranicharten, auch wenn sich der Bestand dank strenger Schutzmaßnahmen etwas erholt hat. Schon seit 1987 gibt es für sie ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP), in dem derzeit über 400 in Zoos lebende Vertreter erfasst sind.

    Foto (Wilhelma): Da Kranichküken Nestflüchter sind, stelzen sie schon kurz nach der Geburt mit ihren Eltern durchs Revier – in der Wilhelma ein dank Elektrozaun fuchssicheres Gehege – und teilen auch bereits deren Lieblingsspeisen von der Grille bis zum Regenwurm.
    (01.07.2011)
    Wilhelma:   Neue „Diva-Show“ in der Wilhelma erwartet:
    Die Titanenwurz putzt sich heraus – für den nächsten Blüten-Rekord?
    Jetzt ist es sicher: Die Titanenwurz der Wilhelma ist „guter Hoffnung“, sprich, sie bildet einen neuen Blütenstand aus. Die Pflanzenart aus Sumatra ist für ihre Riesenblüten berühmt und die Stuttgarter Titanenwurz hatte gleich bei ihrem Debüt im Jahr 2005 den Weltrekord im Blütenhochbau geknackt – und hält ihn bis heute. Zum zweiten Mal erblühte sie 2008, der neue Blütenstand ist somit ihr dritter Streich. Entsprechend gespannt kann man sein, in welche Höhen er diesmal emporwächst – und mit welchen Überraschungen die launische Titanenwurz ihrem Künstlernamen „La Diva“ erneut alle Ehre machen wird.
    Derzeit gibt die Diva richtig Gas: Seit der ersten Messung am 22. Juni ist der Blütenstand der größten Blume der Welt auf 1,67 Meter angewachsen und legt aktuell täglich satte 17 Zentimeter zu. Ob sich also ein neuer Rekord ankündigt? Bei einer echten Diva weiß man nie! Dafür fit gemacht hat sie sich offenbar schon im letzten Winter: Eine Wiegeaktion ihrer Knolle im Januar 2011 ergab, dass die amtierende Rekordhalterin auf Diät war, zwölf Kilo abgenommen und mit 44 Kilo fast wieder ihr „Kampfgewicht“ aus dem Rekordjahr 2005 erreicht hatte. Damals war die Blüte der Amorphophallus titanum, wie die Pflanze mit botanischen Namen heißt, mit 2,94 Meter auf Anhieb um ganze 18 Zentimeter höher gewachsen als der vormalige Weltrekordhalter aus dem botanischen Garten in Bonn. Weil sie sich vor ihrem großen Auftritt aber reichlich zierte, erhielt sie den Titel „La Diva“. Ihre zweite „Diva-Show“ drei Jahre später fiel kaum weniger glamourös aus: 2008 wurde die Blüte zwar nur 2,34 Meter hoch, doch dafür überraschte die kapriziöse Pflanze mit einem zweiten kleineren Blütenstand, genannt „Wurzele“. Die Vergabe von „Künstlernamen“ ist übrigens keineswegs eine exklusive Marotte der Wilhelma, sondern in den botanischen Gärten weltweit Usus. Andernorts erhielten die Riesenblumen beispielsweise so illustre Zweitnamen wie Mr. Stinky, Big Jack, Titan 2 oder auch Baby, Waldo, King Richard und Titania.
    Bei allen Titanenwurzen ist es jedoch stets das gleiche Spiel: Ob und wann sie blühen, ist offen. Und auch wenn die geheimnisvolle Knolle keimt, ist noch lange nicht klar, ob sich da gerade ein Blatt oder eine Blüte herausarbeitet. Denn nur eines von beidem entwickelt sich pro Jahr. Bei der Diva steht seit 22. Juni fest, dass es eine Blüte wird. Ab diesem Moment dauert es meist noch ziemlich genau 14 Tage bis zum eigentlichen Blüh-Akt: Dieser hält dann rund 48 Stunden an, und erst am Ende entfaltet La Diva für eine einzige Stunde ihre Blütenblätter ganz – sie gleichen dann einem blutroten, umgedrehten Plissérock – und zeigt sich in voller stinkender Pracht. Ja, stinkend, denn leider hat die Diva in puncto Parfüm merkwürdige Vorlieben: Aasgeruch muss es sein. In der Natur lockt die Titanenwurz damit Fliegen und Käfer an, auf dass diese ihr als Bestäuber zu Diensten sind.
    Diesmal wird der Blütenhöhepunkt zwischen 5. und 7. Juli erwartet, der Count-down läuft also. Doch wann immer die Show beginnt, sicher ist: Notfalls wird die Wilhelma die Pforten ausnahmsweise auch abends öffnen. Damit die Diva-Fans das grandiose Schauspiel mit eigenen Augen – und Nasen – genießen können.

    Daten und Fakten zu La Diva und zum aktuellen Stand des Blütenstands:
    Die Knolle
    Die Titanenwurz besitzt eine unterirdische Knolle, aus der sich abwechselnd entweder ein einziges Blatt oder ein Blütenstand entwickelt. La Diva befindet sich seit 1994 in der Wilhelma. Damals wog ihre Knolle nur 2,5 Kilogramm. Im Rekordjahr 2005 wog die Knolle 40 Kilogramm, im April 2008 brachte sie 52,5 Kilogramm auf die Waage, beim Umtopfen im Januar 2011 waren es 44 Kilogramm.
    La Divas Residenz
    Die Titanenwurz steht im Maurischen Landhaus der Wilhelma. Zugang zur Titanenwurz über das Kakteenkuppelhaus (nicht barrierefrei).
    Erwartete Blütezeit
    Wahrscheinlich zwischen dem 5. und 7. Juli – oder früher oder später.
    Aktuelle Höhe und Gewicht
    Blütenstandshöhe am 27. Juni 2011 morgens: 1,67 Meter, am 28.6. morgens: 1,80 Meter.

    Öffnungszeiten
    Zu besichtigen zu den normalen Öffnungszeiten. Über die verlängerten Öffnungszeiten zur Blütenstandsöffnung informiert die Wilhelma kurzfristig vorab via Presseinformation und Internet.
    Homepage und Webcam
    Die Entwicklung von „La Diva“ kann auf der Homepage der Wilhelma tagesaktuell unter „www.wilhelma.de > Ereignistagebücher > Titanenwurz“ verfolgt werden. In der Schlussphase auch „live“ über eine Webcam!
    Bild: Die Titanenwurz Montag, den 27.06.11, bei einer Höhe von rund 1,67 Metern. Am Morgen des 28.06.11 zeigte das Maßband bereits 1,80 Meter an (Wilhelma).

    (29.06.2011)
    Ottmar Müller:   Der Tapir hieß Thai und ist am 4. Nov. im Alter von 26 Jahren gestorben. Laut einem Arikel der StZ soll das Haus später nur noch für Schabrackentapire genutzt werden.
    (27.06.2011)
    Wilhelma:   Vier Gorilla-Jungs werden flügge:
    Die „Junggesellen-WG“ zieht nach Frankreich um

    Seit März dieses Jahres teilen die beiden handaufgezogenen Gorilla-Jungs Monza und Upala das ehemalige Schimpansengehege im Menschenaffenhaus mit den „Halbstarken“ Meru und Lengai, die in der Gorillafamilie der Wilhelma aufwuchsen und Söhne von Silberrücken Kibo sind. Nachdem das Quartett mehrere Monate Zeit hatte, sich aneinander zu gewöhnen, ist am 28. Juni nun der Moment des Abschieds gekommen. Auf Empfehlung der Europäischen Artkommission für Gorillas ziehen die vier jungen Gorilla-Männer – begleitet von vertrauten Wilhelma-Pflegern – nach Frankreich in den Affenpark La Vallée des Singes in Romagne um. Hier sollen sie mit dem Silberrücken Ya Kwanza zusammengewöhnt werden und mit ihm gemeinsam eine neue Junggesellen-WG „begründen“.
    Monza ist bereits fast vier und Upala ist drei Jahre alt: Damit haben die beiden das Alter erreicht, in dem junge Menschenaffen üblicherweise die Aufzuchtstation und ihre menschlichen Ersatzeltern verlassen müssen und in die Familie oder Junggesellengruppe eines anderen Zoos integriert werden. Gleichzeitig war für die Gorilla-Jünglinge Meru und Lengai der Tag immer näher gerückt, an dem es zu ersten Rivalitäten mit Vater Kibo gekommen und eine Trennung von der Familie unvermeidlich geworden wäre. Es bot sich daher an, die beiden Halbwüchsigen mit Monza und Upala in einer „Junggesellengruppe“ zusammen zu bringen. Solche Männerclubs bilden Gorillas auch in der Wildnis – wenn sie als angehende Silberrücken ihre Stammfamilien verlassen müssen, bevor sie einen eigenen „Harem“ erobern oder aber gerade von einem Rivalen als Haremschef abgelöst wurden. Geeigneten Raum für den Plan bot das leer stehende Schimpansengehege: Hier konnten die vier Gorillas in vertrauter Umgebung und mithilfe vertrauter Pfleger schrittweise und behutsam zusammengewöhnt werden, was den mit jeder Neuerung verbundenen Stress in Grenzen hielt.
    Eine Dauerlösung stellt die Unterkunft im alten Menschenaffenhaus jedoch nicht dar und auch die neue Anlage ist nicht für eine zusätzliche Junggesellengruppe ausgelegt. Als geeignete spätere Heimat für Meru, Monza und Co. hat das EEP (Europäisches Erhaltungszuchtprogramm) jedoch eine neue Anlage identifiziert, die derzeit im französischen Amnéville eigens für Junggesellen gebaut wird und bis zum Frühjahr 2012 fertig sein soll. Der Affenpark in Romagne, in den die Gorillas nun umziehen, ist also nur eine Zwischenstation. Der Vorteil: Hier kann die junge „Viererbande“ aus Stuttgart durch in puncto Gorillas und Junggesellengruppen erfahrene Pfleger mit ihrem späteren Mitbewohner und Oberhaupt, dem 27-jährigen Silberrücken Ya Kwanza aus Jersey, zusammen-gewöhnt werden, bevor dann 2012 alle gemeinsam ihr Domizil in Amnéville beziehen. Pfleger von dort werden während dessen überdies in Romagne in die Gorillapflege intensiv eingelernt.
    Weitere positive Nebeneffekte: Die 14-köpfige Bonobo-Gruppe der Wilhelma kann dank des nun wieder frei werdenden Schimpansengeheges, in das dann die Orang-Utans aufrücken, mehr Platz bekommen – und so ihr natürliches Bedürfnis nach wechselnden sozialen Gruppierungen besser ausleben. Da zudem unsere letzte Handaufzucht, Claudia, derzeit in die Gorillafamilie der Wilhelma integriert wird, können die Gehege im Jungtieraufzuchthaus bis auf Weiteres ebenfalls anderweitig genutzt werden, aktuell beispielsweise als Ausweichquartier für junge Brüllaffen.

    Bilder / Steckbriefe (Fotos: Hermann Vollmer) Upala: geb. 27.5.08 in Heidelberg; weil seine Mutter Chuma sich zu wenig um ihn kümmerte, lebt er seit 18.11. in der Stuttgarter Aufzuchtstation

    (27.06.2011)
    Gudrun Bardowicks:   @Liz Thieme: Möglicherweise hast du doch recht und es war als Todesdatum auf dem Schild Ende Oktober 2010 angegeben. Ich habe das Schild leider nicht fotografiert. Aber es war um den Dreh herum.
    (20.06.2011)
    Liz Thieme:   Danke, aber auch komisch, wenn der Zoo sich nicht einig ist. Denn die Bestandsliste des Zoos vom 1.11.2010 enthält keinen Tapir mehr. Oder er ist am selbigen gestorben.
    (20.06.2011)
    Gudrun Bardowicks:   Er ist laut Anschlag am Flußpferdhaus im November 2010 an Altersschwäche gestorben. Bei meinem Besuch in der Wilhelma am 18.6.11 lebten somit in diesem Haus noch 1 Zwergflußpferd, 2 Flußpferde und ein Paar Hirscheber. Über eine Umgestaltung oder Nachnutzung dieses Hauses war noch nichts zu erfahren. Auch mindestens 1 Mishmi-Takin und die alte Steppenzebrastute zusammen mit einer Somaliwildeselstute konnte ich hinter den Kulissen entdecken. Auch gibt es dort noch Defassa-Wasserböcke, die aber im aktuellen Zooführer schon nicht mehr aufgeführt sind. Als weitere Antilopenarten sind nur noch Bongos, Kleine Kudus (mit 4 Jungtieren)und die neuen Sahara-Dorcasgazellen in der Wilhelma vorhanden.
    Frischen Nachwuchs gibt es bei den Kalifornischen Seelöwen (1 Jungtier).
    Gorillawaise Claudia ist bisher noch nicht richtig in die Gruppe integriert. Ich sah sie nur mit einer Pflegerin bei der Vorbereitung zur Fütterung in der Gorillainnenanlage. Als diese mit den Vorbereitungen fertig war, nahm sie Claudia wieder mit heraus. Die Gorillawaisen Upali und Monza schienen sich in der Junggesellengruppe mit den beiden Stuttgarter Nachzuchtmännchen allerdings mittlerweile recht wohl zu fühlen.
    (20.06.2011)
    Liz Thieme:   Hab ich es hier überlesen oder steht es wirklich noch nicht hier?!

    Der Schabrackentapir ist letzten Oktober (?) verstorben.
    (17.06.2011)
    Wilhelma:   Wer kennt schon den Australischen Triel:
    Wilhelmas next Top-Vogel

    Es hat fast endlos lange Beine, das Küken des Australischen Triels, und für die Kamera posiert es fast schon wie ein professionelles „Top-Model“. Dabei sieht es nicht nur aus wie aus dem Ei gepellt, sondern ist tatsächlich erst vor acht Tagen aus einem solchen geschlüpft. Ausgebrütet wurde das Vögelchen allerdings nicht von seiner Mutter, sondern von einem Brutapparat hinter den Kulissen der Wilhelma. Jetzt wird es von den Pflegerteam aufgepäppelt, damit das Kleine bald zu seinen Regenpfeifer-Verwandten in die Freiflugvoliere – oder auch einen anderen Zoo – umziehen kann.

    Australische Triele sind weder eine seltene, bedrohte Art, noch haben sie ein schillerndes Gefieder oder besonders wohl tönende Rufe vorzuweisen. Im Gegenteil: Aus den kräftigen Schnäbeln kommen nur klagende Flötentöne und auch das braun-weiße Federkleid ist eher unauffällig. (Aber schließlich sehen selbst menschliche Topmodels ungeschminkt meist ziemlich unscheinbar aus.) Trotzdem hat der Triel das gewisse Etwas ... nicht nur wegen dieser kräftigen langen Beine und den ausdrucksstarken großen Augen. So tragen die ausgewachsenen und dann von der Zehenspitze bis zum Scheitel rund 60 Zentimeter hohen Vögel beispielsweise auch einen schönen langen Schwanz, weswegen ihr zweiter Name auch „Langschwanztriel“ lautet.

    Für seine Aktivitäten bevorzugt der Australische Triel Dämmerung und Nacht. Dann sucht er nach all den Leckereien, die auf seinem persönlichen Speiseplan ganz oben stehen: nach Spinnen, Insekten und kleinen Wirbeltieren. In der Wilhelma darf’s aber gerne auch die schnabelgerechte Futtermischung mit Hackfleisch, kleinen Fischchen und Mehlwürmern aus dem Kochstudio der Pfleger sein. Obwohl der Triel zu den Regenpfeiferartigen gehört, lebt er in „Down under“ nicht etwa in regenreichen Regionen, sondern er bewohnt dort vor allem trockenes Grasland und Buschsavannen. Seine Nester baut der Bodenbrüter seinem genetischen Programm entsprechend einfach auf dem Boden, wo die nach 25 Tagen geduldigen Herumsitzens ausgebrüteten Eier leider auch schnell mal zur leichten Beute von Eierdieben werden.

    Insofern hat unser kleiner Triel doppelt Glück: Sein Geburts-Ei war die ganze Zeit in einem warmen Safe sicher verstaut. Und als er dann endlich vom Eidotter zum Küken herangereift war und die Eierschale zu knacken begann, warteten statt hungriger Feinde nur freundliche Pfleger auf seine Ankunft.

    Foto: Wilhelma
    Zeigt dieses Küken des Australischen Triels nicht echte Model-Qualitäten? Man beachte vor allem das possierlich ausgestellte linke Bein. Dafür gibt es heute ein Foto von uns und die Teilnahme als einziger Kandidat im Finale von „Wilhelmas next Top-Vogel“.
    (09.06.2011)
    Wilhelma:   Wer kennt schon den Australischen Triel:
    Wilhelmas next Top-Vogel

    Es hat fast endlos lange Beine, das Küken des Australischen Triels, und für die Kamera posiert es fast schon wie ein professionelles „Top-Model“. Dabei sieht es nicht nur aus wie aus dem Ei gepellt, sondern ist tatsächlich erst vor acht Tagen aus einem solchen geschlüpft. Ausgebrütet wurde das Vögelchen allerdings nicht von seiner Mutter, sondern von einem Brutapparat hinter den Kulissen der Wilhelma. Jetzt wird es von den Pflegerteam aufgepäppelt, damit das Kleine bald zu seinen Regenpfeifer-Verwandten in die Freiflugvoliere – oder auch einen anderen Zoo – umziehen kann.

    Australische Triele sind weder eine seltene, bedrohte Art, noch haben sie ein schillerndes Gefieder oder besonders wohl tönende Rufe vorzuweisen. Im Gegenteil: Aus den kräftigen Schnäbeln kommen nur klagende Flötentöne und auch das braun-weiße Federkleid ist eher unauffällig. (Aber schließlich sehen selbst menschliche Topmodels ungeschminkt meist ziemlich unscheinbar aus.) Trotzdem hat der Triel das gewisse Etwas ... nicht nur wegen dieser kräftigen langen Beine und den ausdrucksstarken großen Augen. So tragen die ausgewachsenen und dann von der Zehenspitze bis zum Scheitel rund 60 Zentimeter hohen Vögel beispielsweise auch einen schönen langen Schwanz, weswegen ihr zweiter Name auch „Langschwanztriel“ lautet.

    Für seine Aktivitäten bevorzugt der Australische Triel Dämmerung und Nacht. Dann sucht er nach all den Leckereien, die auf seinem persönlichen Speiseplan ganz oben stehen: nach Spinnen, Insekten und kleinen Wirbeltieren. In der Wilhelma darf’s aber gerne auch die schnabelgerechte Futtermischung mit Hackfleisch, kleinen Fischchen und Mehlwürmern aus dem Kochstudio der Pfleger sein. Obwohl der Triel zu den Regenpfeiferartigen gehört, lebt er in „Down under“ nicht etwa in regenreichen Regionen, sondern er bewohnt dort vor allem trockenes Grasland und Buschsavannen. Seine Nester baut der Bodenbrüter seinem genetischen Programm entsprechend einfach auf dem Boden, wo die nach 25 Tagen geduldigen Herumsitzens ausgebrüteten Eier leider auch schnell mal zur leichten Beute von Eierdieben werden.

    Insofern hat unser kleiner Triel doppelt Glück: Sein Geburts-Ei war die ganze Zeit in einem warmen Safe sicher verstaut. Und als er dann endlich vom Eidotter zum Küken herangereift war und die Eierschale zu knacken begann, warteten statt hungriger Feinde nur freundliche Pfleger auf seine Ankunft.

    Foto: Wilhelma
    Zeigt dieses Küken des Australischen Triels nicht echte Model-Qualitäten? Man beachte vor allem das possierlich ausgestellte linke Bein. Dafür gibt es heute ein Foto von uns und die Teilnahme als einziger Kandidat im Finale von „Wilhelmas next Top-Vogel“.
    (09.06.2011)
    Wilhelma:   Wer kennt schon den Australischen Triel:
    Wilhelmas next Top-Vogel

    Es hat fast endlos lange Beine, das Küken des Australischen Triels, und für die Kamera posiert es fast schon wie ein professionelles „Top-Model“. Dabei sieht es nicht nur aus wie aus dem Ei gepellt, sondern ist tatsächlich erst vor acht Tagen aus einem solchen geschlüpft. Ausgebrütet wurde das Vögelchen allerdings nicht von seiner Mutter, sondern von einem Brutapparat hinter den Kulissen der Wilhelma. Jetzt wird es von den Pflegerteam aufgepäppelt, damit das Kleine bald zu seinen Regenpfeifer-Verwandten in die Freiflugvoliere – oder auch einen anderen Zoo – umziehen kann.

    Australische Triele sind weder eine seltene, bedrohte Art, noch haben sie ein schillerndes Gefieder oder besonders wohl tönende Rufe vorzuweisen. Im Gegenteil: Aus den kräftigen Schnäbeln kommen nur klagende Flötentöne und auch das braun-weiße Federkleid ist eher unauffällig. (Aber schließlich sehen selbst menschliche Topmodels ungeschminkt meist ziemlich unscheinbar aus.) Trotzdem hat der Triel das gewisse Etwas ... nicht nur wegen dieser kräftigen langen Beine und den ausdrucksstarken großen Augen. So tragen die ausgewachsenen und dann von der Zehenspitze bis zum Scheitel rund 60 Zentimeter hohen Vögel beispielsweise auch einen schönen langen Schwanz, weswegen ihr zweiter Name auch „Langschwanztriel“ lautet.

    Für seine Aktivitäten bevorzugt der Australische Triel Dämmerung und Nacht. Dann sucht er nach all den Leckereien, die auf seinem persönlichen Speiseplan ganz oben stehen: nach Spinnen, Insekten und kleinen Wirbeltieren. In der Wilhelma darf’s aber gerne auch die schnabelgerechte Futtermischung mit Hackfleisch, kleinen Fischchen und Mehlwürmern aus dem Kochstudio der Pfleger sein. Obwohl der Triel zu den Regenpfeiferartigen gehört, lebt er in „Down under“ nicht etwa in regenreichen Regionen, sondern er bewohnt dort vor allem trockenes Grasland und Buschsavannen. Seine Nester baut der Bodenbrüter seinem genetischen Programm entsprechend einfach auf dem Boden, wo die nach 25 Tagen geduldigen Herumsitzens ausgebrüteten Eier leider auch schnell mal zur leichten Beute von Eierdieben werden.

    Insofern hat unser kleiner Triel doppelt Glück: Sein Geburts-Ei war die ganze Zeit in einem warmen Safe sicher verstaut. Und als er dann endlich vom Eidotter zum Küken herangereift war und die Eierschale zu knacken begann, warteten statt hungriger Feinde nur freundliche Pfleger auf seine Ankunft.

    Foto: Wilhelma
    Zeigt dieses Küken des Australischen Triels nicht echte Model-Qualitäten? Man beachte vor allem das possierlich ausgestellte linke Bein. Dafür gibt es heute ein Foto von uns und die Teilnahme als einziger Kandidat im Finale von „Wilhelmas next Top-Vogel“.
    (09.06.2011)
    Wilhelma:   Sonderausstellung 2011 der Wilhelma zur „Bionik“ - oder:
    Was die Technik von Pflanzen lernen kann

    Warum werden Lotos-Blätter niemals schmutzig, wieso überstehen Grashalme selbst Orkane ohne umzuknicken, wie reparieren Lianen sich selbst – und vor allem: Was können wir aus alldem für die menschliche Produkt- und Technikwelt lernen? Antworten auf diese Fragen gibt vom 8. Juni bis 18. September eine Sonderausstellung der Wilhelma, in der sich alles um die Bionik dreht – und um die Rolle der Pflanzenwelt als unerschöpfliche Inspirationsquelle dieser jungen Wissenschaft.

    Gerade die Pflanzenwelt bietet reichlich Anschauungsmaterial für Tüftler und Erfinder, Ingenieure und Architekten, die aus der Biologie für die Technik lernen wollen – was botanische Gärten zu wahren Schatztruhen für die Bionik macht. In welch vielfältiger Hinsicht, das zeigt die diesjährige Sonderausstellung der Wilhelma. Zu finden ist sie im so genannten „Wechselschauhaus“, das sich vom Wintergarten kommend links an das historische Fuchsienschauhaus anschließt, für die Besucher geöffnet ist sie vom 8. Juni bis 18. September täglich von 9 bis 18 Uhr. Für die Sonderschau haben die Botaniker und Gärtner 18 Schautafeln aus der bundesweiten Ausstellung des Verbands der botanischen Gärten durch lebende Exponate vom Bambus bis zum stachligen Osagedorn phantasievoll ergänzt: So veranschaulichen beispielsweise von der Decke hängende Mobiles die Flugeigenschaften von Pflanzensamen, perlen Wassertropfen in Kaskaden von grünen Lotosblättern oder demonstrieren Bananen-Stauden und Kakteen, wie raffiniert Pflanzen es schaffen, stabil und flexibel gleichzeitig zu sein.
    Auch die fast gleichzeitig startende „Woche der botanischen Gärten“, die bundesweit vom 11. bis 19. Juni statt findet, steht diesmal ganz im Zeichen der Bionik. Traditionell bietet die Wilhelma in dieser Woche Mitmach-Aktionen für Jung und Alt an, diesmal konzentrieren sich diese auf Pfingstsonn- und -montag sowie auf das Wochenende des 18. und 19. Juni. Dann können Kinder jeweils zwischen 10 und 18 Uhr spielerisch die Bionik entdecken: beim Klettenwurf, Lotos-Hindernislauf oder Basteln von Flugsamen. Wichtig: Diese Aktionen können nur bei trockener Witterung statt finden. Unabhängig vom Wetter dagegen stehen die Gärtnerinnen und Gärtner an diesen vier Tagen von 10 bis 17 Uhr in der Sonderausstellung bereit, um die Besucher auf bionisch besonders interessante Pflanzenmerkmale hinzuweisen, kleine Experimente anzuleiten und Fragen zu beantworten. Bei großem Interesse an diesen Angeboten sollen sie im August wiederholt werden. Darüber hinaus haben die Besucher jedoch bis Mitte September die Gelegenheit, die Sonderausstellung auf eigene Faust zu erkunden, die Pflanzen einmal mit den Augen eines Bionikers zu betrachten und dabei manchem ihrer besonderen Talente und Patente auf die Spur zu kommen. Nicht zuletzt können Lehrer und Schüler, für die das Thema Bionik ebenfalls längst auf den Lehrplänen steht, die Ausstellung als außerschulischen Lernort und anschauliche Fundgrube für den Unterricht nutzen.

    Foto:
    Erste Gäste in der Sonderausstellung „Bionik“: Hier können die Besucher unter anderem beobachten, wie Wasser und Schmutz an Lotosblättern einfach abperlen. Foto: Wilhelma
    (08.06.2011)
    Wilhelma:   Erst eins, dann zwei ... Steinböckchen in der Wilhelma geboren:
    Erstklassige Klettermaxe von Kindesbeinen an

    Im Felsenrevier der Alpensteinböcke bahnt sich ein kinderreiches Frühjahr an. Bereits zwei Jungtiere kamen nach jeweils 170 Tagen Tragzeit auf die Welt – das erste am 24. Mai, das zweite just, als diese Zeilen entstanden – zwei weitere werden noch erwartet. Derweil demonstriert das Erstgeborene, ein quicklebendiges Weibchen, schon durch halsbrecherische Sprünge über Stock und Stein, wie geländegängig selbst die Jüngsten unter diesen Kletterakrobaten sind.

    Die Nabelschnur hängt dem Geißlein noch als verschnurzeltes Band am Bäuchlein, aber von hilflosem Säugling weit und breit keine Spur. Im Gegenteil: Steinböckchen trinken zwar ein Jahr lang bei der Mutter, aber laufen können sie bereits vom ersten Tag an. Und nicht nur das: Wie die jüngsten Mitglieder der nunmehr zehnköpfigen Wilhelma-Herde zeigen, können es selbst die Jüngsten schon richtig „rocken“ lassen! Kein Fels scheint ihnen zu steil, kein Abhang zu tief, kein Vorsprung zu schmal – mit Leichtigkeit meistern sie jede Schikane im steinigen Revier. Kein Wunder bei diesen Tieren, die im Freiland schon dabei beobachtet wurden, wie sie fast senkrechte Staumauern so mühelos hinauf- und hinunterlaufen, als wären unsichtbare Treppen darin eingebaut. Ihre grandiose Leichtfüßigkeit verdanken die Alpenbewohner, die oberhalb der Baumgrenze in kargen Höhen zischen 1600 und 3500 Metern vor allem von Gräsern und Kräutern leben, insbesondere ihren gespaltenen Hufen: Die beiden Hufzehen sind einzeln beweglich und passen sich jeder Unebenheit an, verhornte scharfe Schalenränder sorgen für Trittsicherheit und die weichen, gummiartigen Innenballen verhindern das Abrutschen fast so gut, als wären sie Saugnäpfe.

    Die Wilhelma hält Steinböcke schon seit 1964 und rund 110 Tiere wurden hier geboren. So manches dieser Böckchen und Geißlein wurde später aber nicht an einen anderen Zoo oder Wildpark abgegeben, sondern in den Alpen ausgewildert. Dort waren die Steinböcke bereits Anfang des 19. Jahrhunderts fast ausgerottet worden. Nur dank eines kleinen Restbestands von 100 Tieren, Nachzuchten in Zoos, strengen Schutzmaßnahmen und einem gezielten Wiederansiedlungsprojekt
    konnte das Ruder gerade noch rechtzeitig herumgerissen werden. Heute leben in den Alpen wieder 30.000 bis 40.000 Steinböcke. Interessant ist, dass diese Tiere schon sehr früh ein ähnlicher Aberglaube an den Rand des Artentods gebracht hatte, wie er heute noch Nashörnern, Tigern und Co. zu schaffen macht. So wie deren Horn und Krallen, so sagte man einst auch vielen Körperteilen der Steinböcke wundersame Heilkräfte gegen alle möglichen Zipperlein bis hin zur schwindenden Manneskraft nach. Vor allem Bezoarsteine waren begehrt, die nichts anderes sind, als im Magen zu Kugeln verklebte Haare. Fast verwunderlich, dass die bis zu einem Meter langen, prächtigen Hörner der männlichen Steinböcke – die der Geißen erreichen nur 35 Zentimeter – nicht das Hauptobjekt der Begierde waren. Als Medizin taugen sie aber ebenso wenig wie Nashorn – oder Nägelkauen.
    (01.06.2011)
    Ottmar Müller:   Bisher dachte ich immer, in der Wilhelma währen nur die Kakas einzigartig in Europa. Jetzt habe ich in der Zootierliste im Bereich "Größere Fische" 20 deutschlandweit nur in der Wilhelma gehaltenen Arten gefunden, mit * markierte Fische sind sogar europaweit einmalig:
    Weißmaulmuräne
    Goldflecken-Schlangenaal*
    Segelantennenwels*
    Alligator-Knochenhecht
    Fähnchenmesserfisch
    Dreibartelige Seequappe
    Atlantischer Flughahn
    Seekuckuck
    Kupferrotbarsch
    Schlanker Drachenkopf
    Grüner Lippfisch
    Pfauenlippfisch
    Elefantenohrgurami*
    Marmorbrasse
    Spitzbrasse
    Quoys Papageifisch
    Gelbsattel-Meerbarbe
    Strichpunkt-Meerbarbe*
    Großer Kelpfisch*
    Doppelrückenflosser
    Macht das doch auchmal mit eurem Heimatzoo(v.a. Leipzig und Berlin haben viele Einmaligkeiten)! :)
    (29.05.2011)
    Wilhelma:   Sommerferienprogramm 2011 der Wilhelmaschule:
    Spannende Ferienaktionen für Kinder zum Mitmachen und Staunen

    Auch dieses Jahr bietet die Wilhelma während der Sommerferien wieder ein spannendes und vielseitiges Ferienprogramm für Kinder von 6 bis 14 Jahren an. Das Angebot reicht vom abendlichen Besuch bei den Fledermäusen des Wilhelma-Parks über einen mehrtägigen „Einführungskurs“ in die Ernährung der Zootiere bis hin zum gemeinsamen Gärtnern und Basteln, etwa einer Miniatur-Wilhelma für die eigene Fensterbank. Das gesamte Ferienprogramm 2011 zum Nachlesen und Herunterladen gibt es ab sofort im Internet auf der www.wilhelma.de in der Rubrik der „Wilhelmaschule“. Weitere Informationen zu den einzelnen Terminen, zu Anmeldung und Kosten erteilt überdies Martina Russ jeweils Montag bis Freitag von 10 bis 12 Uhr unter der Telefonnummer 0711/5402-136.

    (27.05.2011)
    Wilhelma:   Nachwuchs beim „König der Nacht“:
    Drei graue Wollknäuel mit orangeroten Augen

    Drei Eier hat das Uhu-Paar der Wilhelma dieses Jahr gelegt und erfolgreich ausgebrütet. Anfang Mai schlüpfen daraus flauschige, graue Uhu-Küken. Mutter und Vater Uhu bewachen sie seither mit Argus-Augen und plustern sich mächtig auf, wenn ihrer Brut ein Fremdling zu nahe kommt.
    Brüten ist bei Familie Uhu reine Frauensache. 34 Tage saß Mutter Uhu auf dem Gelege, bevor sich das erste Küken aus dem Ei pellte. Auch das Füttern übernimmt anfangs die Mutter, während der Vater in gebührendem Abstand ein wachsames, orangerotes Auge auf seine Familie hat. Erst wenn die Jungen etwas größer sind, serviert auch er ihnen die täglichen Happen direkt in den Schlund. In der Wilhelma stammen die Mäuse, Küken und Fleischstreifen für das Uhu-Menü in der Regel aus der Futterküche. Doch wehe ein kleines Tier, etwa eine Maus, kommt den Uhus versehentlich ins Gehege: Kurzerhand dient auch dieses als willkommenes Zubrot. Denn den scharfen Augen und Krallen der nächtlichen Jäger entgeht so leicht nichts – zumal sie ihren Kopf für eine perfekte Rundumsicht um bis zu 270 Grad drehen können. Menschliche Eindringlinge im Revier sind weniger willkommen: Wer das traute Familienglück zu stören wagt, kann es ebenfalls mit Krallen und Schnäbeln der Uhu-Eltern zu tun bekommen.
    Mit einer Höhe von bis zu 70 Zentimetern und einer Flügelspannweite von fast zwei Metern ist der Uhu (Bubo bubo) ein imposanter Vogel – und die größte europäische Eulenart. Unverwechselbare Kennzeichen sind die Federbüschel an den Ohren und die riesigen Augen mit der orangerot leuchtenden Iris. Auch die Küken dieser Vögel sind von Anfang an recht groß – und schauen, so scheint’s, stets ein wenig missmutig aus der grau-fusseligen Wäsche. „Süß“ ist irgendwie anders. „So etwas kann wohl nur eine Mutter lieben“, scherzten sogar schon die Tierpflegerinnen des Greifvogel-Reviers. Bis aus den drei Plüschküken ordentliche, gefiederte Uhus werden, dauert es etwa drei bis vier Monate. Dann wird das diesjährige Nachwuchs-Trio wohl an einen anderen Zoo abgegeben.
    In der Vergangenheit wurden Jung-Uhus aus der Wilhelma immer wieder ausgewildert, etwa im Schwarzwald oder auf der Schwäbischen Alb. Denn im Freiland war es lange Zeit gar nicht gut um die Art bestellt, weshalb die Bestände durch Wiederansiedlungsprogramme gestützt werden mussten. Heute soll es immerhin wieder etwa 1200 bis 1500 Brutpaare der riesigen Eule in Deutschland geben – die Population gilt derzeit als stabil, aber wegen schwankender Bruterfolge und schrumpfender Lebensräume weiterhin als gefährdet. Vor allem ausgeräumte Landschaften, schwindendes Nahrungsangebot und tödliche Gefahren wie Autoverkehr und Strommasten machen dem „König der Nacht“ das Leben schwer.

    Bild: Mama Uhu mit ihrem flaumigen Trio: Noch gleichen die grauen Küken ihren Eltern nicht gerade aufs Haar beziehungsweise auf die Feder

    (25.05.2011)
    Wilhelma:   Zwei Küken bei den Gänsegeiern:
    Born to be wild – von der Wilhelma in die Berge des Balkans
    Das Schicksal der zwei jungen Gänsegeier, die sich im März und April aus ihren Eiern schälten, ist vorherbestimmt: Sobald sie flügge sind, werden sie an einem Auswilderungsprojekt teilnehmen und eines Tages frei über den Bergen Bulgariens kreisen. Eine Berufung, die ihnen von den Tierpflegern die Namen „Buli“ und „Gari“ eingebracht hat. Damit Nomen auch wirklich ein gutes Omen ist ...
    Der Einblick in die Geier-Kinderstube in der hohen Voliere unterhalb des Koniferentälchens ist für die Besucher nicht ganz einfach. Immerhin gibt es dieses Jahr zwei Küken in den großen Geierhorsten zu sichten. Dabei steigen die Chancen, je größer die Küken werden und je höher sie ihre Schnäbel über den Horstrand hinaus recken, um an den vorverdauten – aber aus Geiersicht durchaus leckeren – Fleischbrei aus Mamas Kropf zu gelangen. Das Brutgeschäft beginnt in der Regel Ende Januar: Dann legen die Geierfrauen je ein Ei, bebrüten es im Wechsel mit ihren Geiermännern fast zwei Monate lang und ab Mitte März schlüpft pro Paar ein Küken. Das wiegt bei der Geburt rund 200 Gramm und ist anfangs ganz auf die Futterlieferungen aus der elterlichen Kropf-Küche angewiesen. Je älter das Küken, desto weniger nehmen die Eltern ihm die Arbeit durch Vorverdauen ab. Schließlich muss der Jungvogel lernen, später selbstständig große Fleischbrocken zu verschlingen. Den Speiseplan bestimmen bei Geiers ausschließlich tote Tiere – ob im Zoo oder in der Natur. Im Freiland spielten die riesigen Vögel mit Flügelspannweiten bis zu 2,80 Metern dadurch als „Gesundheitspolizisten“ lange Zeit eine bedeutende Rolle. Kein Aas blieb in ihrem Hoheitsgebiet liegen, sondern wurde von den Geiern noch aus 3000 Metern Höhe geortet, angeflogen und dann „weggeputzt“, was die Ausbreitung von Seuchen wirkungsvoll verhinderte. Doch der Mensch dankte den Bestattungsunternehmern aus der Luft ihren Service schlecht und rottete sie vielerorts aus – beziehungsweise entzog den Geiern durch die Beseitigung von Viehkadavern ihre Nahrungsgrundlage, wie etwa auf der Schwäbischen Alb. Die meisten der rund 20.000 Brutpaare Europas brüten heute in Spanien, zumal dort bis vor einigen Jahren totes Vieh an bestimmten Plätzen noch für sie liegen bleiben durfte. Aufgrund der tierseuchenhygienischen EU-Verordnungen ist es damit heute vorbei, so dass für die Geier der Tisch auch in Spanien nicht mehr reich genug gedeckt ist. Auf der Suche nach Nahrung schwärmen sie in andere Länder aus – doch da es dort nicht anders aussieht, droht ihnen nicht selten der Hungertod.
    Auch im Balkan waren die Gänsegeier bis vor etwa 50 Jahren heimisch, dann machten vor allem vergiftete Köder für Wölfe auch ihnen den Garaus. Die Organisation „Balkan Vulture Action Plan“ möchte das Balkanmassiv nun als Heimat für die Geier zurückgewinnen. Bereits 2010 hat sie die ersten 26 Vögel dort wieder in die Lüfte entlassen. Weitere werden folgen. Und mit ihnen werden auch Buli und Gari aus der Wilhelma eines Tages über die Berge und Täler Bulgariens kreisen ...

    Bild: Blick in die Geierkinderstube: Die Horste der Gänsegeier kann man nicht gerade als sauber und gepflegt bezeichnen. Aber dafür sind die großen Vögel Profis in Sachen Landschaftspflege. Denn sie beseitigen Aas und leisten damit wertvolle Dienste als Seuchenschutzbeauftragte. (Fotos: Wilhelma)

    (19.05.2011)
    Wilhelma:   Geschlossene Abendveranstaltung „Dreamnight“ am 20. Mai 2011:
    Ein bunter Wilhelma-Abend exklusiv für kranke Kinder

    Am 20. Mai 2011 wird die Wilhelma ihre Pforten für die breite Öffentlichkeit ausnahmsweise zweieinhalb Stunden früher schließen als üblich – statt um 20 Uhr schon um 17.30 Uhr. Denn an diesem Abend findet im Wilhelma-Park zum dritten Mal nach 2009 und 2010 eine geschlossene Veranstaltung exklusiv für kranke und behinderte Kinder statt: die „Dreamnight“. Eine Veranstaltung, die sich mittlerweile zu einer weltweiten Bewegung entwickelt hat: Bereits 227 Zoos in 37 Ländern auf fünf Kontinenten führen sie einmal im Jahr durch. Die Wilhelma hat diesmal rund 600 Kinder sowie ihre Familien dazu eingeladen, rund 2200 Gäste werden erwartet. Diese haben den zoologisch-botanischen Garten dann ein paar Stunden lang ganz für sich und können hier ein buntes Programm genießen, das die Tierpfleger und Gärtner ehrenamtlich für sie gestalten.

    Ins Leben gerufen wurde die „Dreamnight“ ursprünglich vom Zoo Rotterdam. Den Anstoß dazu gab die Erkenntnis, dass behinderten und chronisch kranken Kindern nur ein Zoo-Besuch unter Ausschluss der Öffentlichkeit ermöglicht, Tiere und Pflanzen wirklich ungestört und bedürfnisgerecht zu erleben. 2009 schloss sich auch die Wilhelma der wachsenden Dreamnight-Partnergemeinde an. Dieses Jahr hat sie rund 600 Kinder eingeladen, unterstützt vom Olga-Kinderhospital sowie mehreren Förderkreisen, die sich jeweils um Kinder mit bestimmten Krankheitsbildern kümmern – von Herzkrankheiten über Autismus bis Down-Syndrom. Für diese Kinder haben sich die Wilhelma-Mitarbeiter erneut ein buntes Programm ausgedacht: mit Fütterungen und Tierbegegnungen, Malen, Basteln und Spielen, Zauberei und Musik – und sogar einer Schatzsuche ist geplant. Möglich macht die Veranstaltung vor allem der ehrenamtliche Einsatz der Wilhelma-Mitarbeiter, unterstützt wird die Dreamnight überdies von lokalen Unternehmen, Institutionen und Künstlern, die ihre Leistungen oder Produkte der guten Sache ebenfalls kostenfrei zur Verfügung stellen.

    Weitere Infos zur Dreamnight: www.dreamnightatthezoo.nl

    (17.05.2011)
    Jennifer Weilguni:   Ich könnte ja jetzt sagen, dass ich alle Daten von jedem Tier der Wilhelma im Kopf habe und auf Abruf aufsagen kann --- aber das ist natürlich Quatsch (obwohl es Eindruck machen würde:-)).

    Tatsächlich aber habe ich einfach ganz bequem die Suchfunktion hier im Forum benutzt und bin über die entsprechende Pressemitteilung der Wilhelma gestolpert.
    (13.05.2011)
    Ottmar Müller:   Vielen Dank! Woher weißt du das eigentlich?
    (13.05.2011)
    Ottmar Müller:   Vielen Dank! Woher weißt du das eigentlich?
    (13.05.2011)
    Jennifer Weilguni:   Tana kommt übrigens aus Münster, falls das auch interessieren sollte?!?
    (13.05.2011)
    Jennifer Weilguni:   @Ottmar
    Kater "Twist" wurde am 22.04.2005 in Warschau geboren, Katze "Tana" am 18.03.2003.
    (13.05.2011)
    Wilhelma:   Fledermaus-Aktionstag in der Wilhelma am 15. Mai 2011

    Fledermäuse kennen lernen – und schützen helfen
    Am 15. Mai 2011 erhalten die bedrohten Fledermäuse in der Wilhelma ein eigenes Forum. Denn dann bringt die Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz (AGF) den Wilhelma-Besuchern an einem Info-Stand beim Maurischem Landhaus diese Flugakrobaten der Nacht nahe. Die Experten informieren mithilfe einer kleinen Ausstellung über die heimischen Fledermausarten, ihre Eigenheiten, Bedürfnisse und Lebensweisen, aber auch ihre Gefährdung. Bei zwei kostenlosen Sonderführungen durchs Nachttierhaus – um 11 Uhr und 13 Uhr, Treffpunkt am Info-Stand – werden zudem die hier lebenden exotischen Verwandten unserer nächtlichen Insektenjäger besucht: Brillenblattnasen, Nilflughunde und Flugfüchse. Für die Kinder steht zudem ein Basteltisch bereit, an dem sie unter fachlicher Anleitung selbst Fledermäuse basteln können.

    In Deutschland gibt es 23 Fledermausarten, die jedoch leider alle als gefährdet auf der „Roten Liste“ stehen. Denn Fledermäuse finden bei uns häufig keine Nahrung oder keine ruhigen Schlafplätze und Winterquartiere mehr. Helfen kann man ihnen beispielsweise, indem man Dachluken für sie offen lässt, alte Bäume nicht fällt, Fledermauskästen als Ersatzquartiere anbietet kein Insektengift im Garten versprüht, das ihre Nahrung tötet. Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter www.agf-bw.de

    (12.05.2011)
    Ottmar Müller:   Kann mir jemand sagen wie viele Geparde zur Zeit in der Wilhelma leben und wie alt die sind?
    (12.05.2011)
    Wilhelma:   „Familie Nilsson“ hat Nachwuchs:
    Babyboom bei den Totenkopfäffchen
    In der Gruppe der Totenkopfäffchen der Wilhelma gab es im Laufe des Aprils einen kleinen Babyboom: Vier Jungtiere wurden geboren, das letzte am 21. April. Alle Affenbabys sind nicht nur wohlauf, sondern auch immer „oben auf“. Wie kleine Jockeys reiten die vier Äffchen auf den Rücken ihrer Mütter, Tanten oder Schwestern durchs Gehege.
    Für Totenkopfäffchen liegt das Glück der Erde in den ersten vier Lebenswochen auf dem Rücken ihrer Mütter – und danach auch auf dem der anderen weiblichen Gruppenmitglieder. Denn bei den Bewohnern der südamerikanischen Regenwälder teilen sich die Affenfrauen das Babysitten. Die Tanten entlasten dadurch die säugenden Mütter. Und die älteren Schwestern und Kusinen des Nachwuchses können schon mal für den späteren eigenen „Ernstfall“ proben – ab etwa drei Jahren sind die Weibchen geschlechtsreif. Nur die Männer sind außen vor: Sie kümmern sich in der Regel nicht um den Nachwuchs, sondern nur um dessen Entstehung. Welches Männchen dabei zum Zuge kommt, bestimmen allerdings die Frauen. Wie so eine Damenwahl nach Affenart aussehen und ausgehen kann, zeigte sich 2010, als nach dem Tod des letzten Zuchtmannes Bollie gleich zwei neue Anwärter auf die Nachfolge eintrafen: Eubie und Elmo. Während sich Eubie als echter „Womanizer“ und Frauentyp entpuppte, hatte Elmo bei den Damen leider gar keine Schnitte und wurde kurzerhand „weg gemobbt“. Eubie dagegen kam, sah und siegte – auch bei den Tierpflegerinnen: „Eubie ist ein echter Glücksgriff,“ schwärmt Revierleiterin Claudia Hilke. „Die Mädels mögen ihn, er ist lieb zu den Kleinen und auch für uns Pfleger sehr umgänglich.“ So gut hat sich Eubie in der Frauengruppe eingeführt, dass er sogar außerhalb der Paarungszeit mit dieser zusammenbleiben darf – was nur wenigen Männern dieser Affenart vergönnt ist. Kein Wunder also, dass fast alle der sechs geschlechtsreifen Weibchen Eubie sogleich zum mehrfachen Vater machten: Vier Jungtiere brachten die Totenkopfäffinnen Jessi, Clarissa, Clara und Cindy im April gesund zur Welt, ein weiteres wurde leider tot geboren, ein Baby wird noch erwartet. Aber nur das Geschlecht des Erstgeborenen steht schon fest: Es ist ein Junge, den die Pfleger „Janosch“ tauften.
    Dank der jüngsten Nachkommenschaft ist die „Familie Nilsson“ der Wilhelma – in Anlehnung an Pippi Langstrumpfs „Herrn Nilsson“, dem diese Affenart ihre große Bekanntheit verdankt – nun auf 14 Tiere angewachsen. In ihrer Heimat Südamerika umfassen die „Affenbanden“ manchmal sogar über hundert Tiere. Als Erkennungszeichen der Mitglieder untereinander dient ein Duftausweis, für den sich die Affen Urin in Fell und Schwanz reiben. Ihr Speiseplan ist vielseitig: Darauf stehen Insekten ebenso wie Schnecken, Frösche, Eier, Vögel, Früchte und Sämereien. Besonders interessant: Im Verhältnis zu ihrem Körper haben Totenkopfäffchen von allen Primaten – inklusive Mensch – das größte Gehirn. Leider sind heute alle 13 Arten und Unterarten sehr bedroht. Daher gibt es auch für die in der Wilhelma gehaltenen Schwarzkappen-Totenkopfäffchen seit dem Jahr 2000 ein Europäisches Erhaltungszuchtprogramm (EEP).

    Bild: Huckepack: Die weiblichen Totenkopfäffchen tragen den Nachwuchs wie Rucksäckchen auf dem Rücken – ob als Mütter, Tanten oder ältere Schwestern. (Fotos: Wilhelma)

    (11.05.2011)
    Michael Mettler:   Kingdon hat in "Arabian Mammals" die Geschichte dieser Entdeckung wiedergegeben: Ein Einheimischer erlegte im Gebirge Jebel Halmeyn einen Bock und übergab die Hörner am nächsten Tag einem Captain der British Army, der sie nach seiner Rückkehr nach Großbritannien vom Museumsexperten untersuchen ließ. Sie wurden als Hörner eines Kleinen Kudus identifiziert, zeigen aber kleine (und nicht weiter geschilderte) Unterschiede zu Hörnern dieser Art aus Ostafrika. Kingdon selbst war bis zur Veröffentlichung des Buches 1990 keine detaillierte Beschreibung, kein Foto und kein komplettes Exemplar eines Kleinen Kudus aus dem Jemen bekannt. Er beschreibt lediglich aufgrund seiner Erfahrungen aus Ostafrika den Lebensraum im Jemen als prinzipiell gut geeignet für diese Antilopenart.

    Laut dem englischen Zootierarzt David Taylor gibt es übrigens auch vor der arabischen Küste Inseln, auf denen Scheichs afrikanische Großtiere bis hin zu Giraffen angesiedelt haben.
    (04.05.2011)
    th.oma.s:   Vermutlich wird es so sein. Allerdings kann m.E. auch ein autochtones Vorkommen nicht ganz ausgeschlossen sein. Es gab ja wohl auch am horn von afrika mal eine landverbindung (vor ca. 10000 jahren ?).
    (04.05.2011)
    WolfDrei:   Tierschenkungen der Scheichs untereinander mit Tieren gerade auch des Horns von Afrika sind so ungewöhnlich nicht (auch in der Historie)- das dürfte eher die Quelle sein. Dennoch interessant: man denke an die "Zwergelefanten" auf Borneo, möglicherweise an Bawean- und Calamianschweinshirsch. Und auf den Calamianinseln hat Marcos afrikanische Steppentiere "ausgewildert" und Tito läßt auch grüßen.
    (04.05.2011)
    th.oma.s:   @WolfDrei: http://de.wikipedia.org/wiki/Kleiner_Kudu
    (04.05.2011)
    WolfDrei:   Nanu - kleine Kudus im Jemen?
    (04.05.2011)
    Wilhelma:   Vier Kleine Kudus geboren:
    Schön, scheu – und selten zu sehen

    Bei den Kleinen Kudus erblickten dieses Frühjahr gleich vier Jungtiere das Licht der Wilhelma. Da diese hübschen Antilopen aus Ostafrika jedoch von Natur aus sehr scheu sind, bekommen die Besucher sie leider eher selten und nur mit Glück zu sehen.

    Die Kleinen Kudus sind etwas für echte Wilhelma-Kenner. Denn sie führen ein recht heimliches, zurückgezogenes Leben in einem Gehege hinter der Giraffenanlage. Diese können sie dank kleiner Durchlässe im Zaun zwar mit nutzen, sich aber nach Belieben wieder in ihr eigenes Reich zurückziehen – was für die äußerst scheuen Tiere sehr wichtig ist. Nur der aufmerksame Besucher bekommt die Kleinen Kudus daher mit etwas Geduld zu Gesicht. Am besten stehen die Chancen dafür am Morgen und in den frühen Abendstunden. Auch in ihrer Heimat Ostafrika halten die eher nacht- und dämmerungsaktiven Bewohner von Dornbuschsavannen und Akazienwäldern tagsüber meist Siesta im Schutz des Dickichts, um sich erst abends wieder auf die Pirsch nach Laub, Gras, Kräutern und Früchten zu machen.

    Auch wenn sie in der Wilhelma also oft unbemerkt bleiben: Kleine Kudus gibt es hier schon seit 1983 und bereits über 60 Jungtiere wurden in Stuttgart geboren. Genau gesagt, handelt es sich bei den jüngsten Sprösslingen um Nummer 61 bis 64. Man kann also durchaus von einer sehr erfolgreichen kleinen Zuchtgruppe sprechen. Die Jungen bleiben in der Natur wie in der Wilhelma als Nestablieger anfangs in ein Versteck geduckt und warten, bis die Mutter zum Säugen vorbei kommt. Erst wenn sie sicher genug auf den Beinen sind, stoßen sie zur Herde. Zu dieser gehören in der Wilhelma die vier frisch gebackenen Mütter Nala, Chiara, Maya und Inka – alle selbst in Stuttgart geboren – und ihr Nachwuchs sowie der Bock Samurai. Ein weiteres Männchen und das Weibchen Lea leben derzeit in der Wilhelma-Außenstation, dem Tennhof.

    Kleine Kudus sind im Gegensatz zu ihren Verwandten, den Großen Kudus, in einem eher begrenzten Verbreitungsgebiet zu finden: in Tansania, Kenia, Somalia, Äthiopien und dem Jemen. Nur die deutlich größeren, bis 100 Kilo schweren Männchen tragen lange, geschraubte Hörner, die Weibchen sind hornlos und wiegen maximal 80 Kilo. Meist bleiben die Mütter und ihr Nachwuchs unter sich, junge Männer bilden eigene Junggesellengruppen und erwachsene Böcke stoßen als Einzelgänger normalerweise nur in der Paarungszeit zu einer Herde. Auf der Flucht machen die Tiere nicht selten bis zu zwei Meter hohe und acht Meter weite Sätze, wobei sie die weiße Unterseite ihres Schwanzes präsentieren, um den anderen Herdenmitgliedern die Gefahr zu signalisieren. Zu ihren Hauptfeinden gehören Raubkatzen, Hyänen, Paviane und natürlich der Mensch. Die Art gilt heute als von „Schutzmaßnahmen abhängig“.

    Bild: Kleine Kudus: Alle neun Tiere – fünf Erwachsene und vier Jungtiere – der aktuellen Wilhelma-Herde auf ein Bild zu bekommen, ist unmöglich. Zumal die eleganten Antilopen aus Ost-Afrika stets auf der Hut

    (04.05.2011)
    Ottmar Müller:   Vor ca. einem Jahr stand in der Stuttgarter Zeitung, dass zwar ein neues Elefantenhaus gebaut werden soll, das Flusspferdhaus jedoch erhalten und für Schabrackentapire genutzt wird.

    Weiß jemand etwas über Pläne mit asiatischen Affen, Großkatzen oder Drills?
    (04.05.2011)
    Wilhelma:   Fleißige Faultiereltern:
    Mikes und Marlies’ siebter Streich
    Er kam an einem helllichten Nachmittag Anfang April und direkt vor den Augen zweier Tierpfleger und eines Besuchers im Kleinsäugerhaus zur Welt: der siebte Nachwuchs von Marlies und Mike. Damit gehört ausgerechnet das Faultierpaar mit zu den fleißigsten Zuchttieren der Wilhelma ...
    In aller Gemütsruhe und wie in Zeitlupe Arme und Beine voreinander setzend hangelt sich Marlies, das Zweifingerfaultier, kopfunter durchs Geäst im Kleinsäugerhaus. Aus ihrem Bauchfell lugt ein winziges Gesicht: das ihres mittlerweile siebten Sprösslings. Ob er Junge oder Mädchen ist, bleibt vorerst ein Geheimnis. Doch das Geschlecht wird ohnehin erst dann wichtig, wenn das Kleine alt genug ist, um an einen anderen Zoo vermittelt zu werden – wie die im letzten Jahr geborene Schwester des neuen Faultierchens, die seit Kurzem im Leipziger Zoo lebt. Insgesamt fünf Töchter und einen Sohn haben Marlies, die 2001 aus British-Guyana in die Wilhelma kam, und der seit 1994 in Stuttgart lebende Mike bereits bekommen, bevor nun ihr gemeinsamer „siebter Streich“ das Licht der Welt erblickte.
    Dieser Fleiß in Sachen Nachwuchs scheint nun gar nicht so recht zu einer Tierart zu passen, die „Faultier“ heißt. In der Tat lassen es Faultiere ansonsten eher ruhig angehen – ob in der Wilhelma oder in ihrer ursprünglichen Heimat, den Regenwäldern Mittel- und Südamerika. Doch „Entschleunigung“ ist bei diesen Tieren Programm, Kraft sparen schlicht überlebenswichtig. Da sie sich von nährstoffarmen, schwer verdaulichen Blättern und Blüten ernähren, müssen sie mit ihrer Energie gut haushalten: Nicht selten kommen sie auf 16 Stunden Verdauungsschläfchen pro Tag. Ihre Körpertemperatur können sie fast wie Reptilien auf ein Minimum absenken und auch ihr Stoffwechsel ist einer der langsamsten im Säugetierreich: Nur etwa alle acht Tage erledigen Faultiere ihr Geschäft, für das sie eigens vom Baum steigen. Allerdings fühlen sie sich am Boden ganz und gar nicht wie zu Hause. Wer ihre langen Gliedmaßen und hakenartigen Klauen betrachtet, sieht sofort, wieso. Denn diese sind zwar zum Hangeln wie geschaffen. Aber darauf zu laufen, muss sich ähnlich anfühlen wie auf Stöckelschuhen mit verbogenen Absätzen zu balancieren. Zudem müssen die Entdecker der Langsamkeit am Boden kurzzeitig ihre geliebte Kopfunter-Haltung aufgeben. Dieser verdanken erwachsene Faultiere übrigens auch den Umstand, dass der Scheitel bei ihnen auf dem Bauch statt auf dem Rücken sitzt.
    Für das kleine Faultier in der Wilhelma steht die Welt noch nicht Kopf und auch seinen Scheitel trägt es vorerst auf dem Rücken. Erst später, wenn es nicht mehr auf Mutters Bauch reitet, sondern selbst kopfunter durchs Geäst hangelt, wird der Scheitel dem Gesetz der Schwerkraft folgend auch bei ihm auf den Bauch wandern.

    Bild 4: Der siebte Nachwuchs des Faultierpaares Marlies und Mike auf dem Bauch seiner Mutter. (Fotos: Wilhelma)

    (27.04.2011)
    Wilhelma:   Volles Osterprogramm in der Wilhelma:
    Küken streicheln, Osterhasen kraulen – und Menschenaffen retten
    Rechtzeitig vor Ostern haben zwei Kea-Küken ihre Bruthöhle verlassen und die tropischen Vögel endlich wieder ihre Sommerresidenz in der Freiflugvoliere bezogen; auf den Rabatten sorgen Hunderte von Narzissen, Tulpen und Stiefmütterchen für eine bunte Osterkulisse und im Streichelzoo tummeln sich jede Menge Osterlämmer und Osterzicklein. Kurzum: Die Wilhelma ist bereit, Ostern kann kommen! Und die Besucher erwartet ein volles Programm – von österlichen Überraschungen für Klein und Groß bis hin zu Bastel- und Mitmachaktionen, deren Erlös dem Schutz der Menschenaffen zugute kommen.
    Wer hat schon einmal eigenhändig einen Osterhasen gekrault? An Ostersonntag und -montag haben vor allem die kleinen Wilhelma-Besucher die Gelegenheit dazu – jeweils zwischen 11 und 15 Uhr im Wintergarten. Wen kümmert es da schon, dass die Osterhasen eigentlich Kaninchen sind, solange das Fell so schön weich ist ... Flauschig und streichelzart sind auch die „Osterküken“, die am Osterwochenende zwischen 10 bis 16 Uhr im Jungtieraufzuchthaus auf sanfte Kinderhände warten. Von den vielen Lämmern der Skudden und Kamerunschafe sowie den Zicklein, die pünktlich vor Ostern im Streichelzoo beim Schaubauernhof auf die Welt kamen, ganz zu schweigen.
    Doch eigentlich beginnt das Osterprogramm der Wilhelma bereits am Karfreitag: Ab dann können die Kinder an einem Info-Stand unter dem Ginkgobaum vor dem Wintergarten alles über die großen und kleinen Eier aller möglicher Tierarten lernen, wie sie aussehen und wie sie im Körper entstehen. An einem anderen Stand dürfen sie selbst Ostergrastöpfchen dekorieren – und gegen eine kleine Spende mit nach Hause nehmen. Der Erlös kommt wie alle Osterspenden dieses Jahr dem Schutz der Menschenaffen zugute. Zumal am Karfreitag in der Wilhelma gleichzeitig die „Ape Week“ beginnt, die Auftakt-Woche zur Artenschutzkampagne 2011 der europäischen Zoos (wir berichteten am 5.4.). Ein Zusammentreffen, das den Besuchern diese Ostern umso mehr Aktionen zum Mitmachen und Spaßhaben beschert – vom Futterboxen-Basteln für die Wilhelma-Affen bis hin zum Kinderschminken. Zudem sind vom Ostersonntag an jeden Sonntag Infomobile vor dem Gorilla-Gehege stationiert, an denen ehrenamtliche Helfer Anschauliches und Wissenswertes rund um die Menschenaffen zeigen. Im Inneren des Menschenaffenhauses finden die Besucher weitere Infos und einen großen Gorilla, der Spenden gerne persönlich entgegennimmt. An einer Fotowand können die Besucher sich gemeinsam mit Orang-Utans und Co. fürs Familienalbum ablichten lassen und bei Sonderführungen – während der Ape-Week täglich, danach jeden 2. und 4. Sonntag im Monat – jede Menge über Menschenaffen lernen. Und darüber, was jeder von uns tun kann, um sie und ihre Lebensräume zu schützen, beispielsweise allein durch bewusstes Einkaufen. Tipps und Infos dazu erhalten die Besucher am Osterwochenende auch von Greenpeace-Mitarbeitern: Zu finden ist ihr Info-Stand ebenfalls beim Ginkgobaum gleich nach der Flamingowiese.

    Bild: Oster-„Küken“ made in Neuseeland: Zwei Keas haben just zu Ostern erstmals – und fast schon ausgewachsen – ihre Bruthöhle verlassen

    (20.04.2011)
    Wilhelma:   Klettern, rennen und springen wie die Tiere:
    Die neue „Kinderturn-Welt in der Wilhelma“ wird eröffnet

    Ab Freitag, den 15. April 2011, gibt es für die jungen Wilhelma-Besucher eine Menge Neues zu entdecken – und vor allem: zu tun. Denn an diesem Tag wird die neue Kinderturn-Welt eröffnet. Sie besteht aus neun Bewegungsparcours, an denen die Kinder nach dem Vorbild von Tieren wie Affen, Kängurus, Hasen und Co. klettern, springen, rennen und hangeln – und dabei obendrein Wissenswertes über die Tiere lernen können. Sechs dieser Spiel- und Bewegungsparcours, darunter zwei Doppelstationen, wurden eigens für die Kinderturn-Welt konzipiert und gebaut, zwei Stationen konnten in bestehende Wilhelma-Spielplätze integriert werden. Entstanden ist die Kinderturn-Welt als gemeinsames Projekt der Kinderturnstiftung Baden-Württemberg – als Initiator und Hauptförderer – des Vereins der Freunde und Förderer der Wilhelma e. V. – als zweitem großen Förderer – sowie der Wilhelma, die den Bau und die Umsetzung vor Ort maßgeblich betreut hat und mit der Eröffnung die Spielstationen übernimmt.

    Behände wie Echsen klettern die Kinder über schwingende Netze, hangeln sich durchs Balkengeäst wie die Affen, hüpfen dank Trampolinen fast so hoch wie die Kängurus, springen, balancieren, rennen, krabbeln um die Wette: In der neuen Kinderturn-Welt in der Wilhelma sind dem kindlichen Bewegungsdrang keine Grenzen gesetzt. Und welches Kind eher zu den Bewegungsmuffeln gehört, findet hier jede Menge Anregungen, das zu ändern. Motivierend und anregend sollen dabei einerseits die Zootiere selbst wirken, die in den Gehegen neben den Stationen zu sehen sind, und andererseits ihre kleinen „Stellvertreter“: die Echse Carlos, das Mufflon Mona und sieben weitere tierische Comic-Helden. Diese vermitteln auf je einer Informationstafel direkt an der Spielstation Wissen über jede Tierart, deren besondere körperliche Fähigkeiten und wie diese ihnen helfen, sich in ihren Lebensräumen zu behaupten. Zudem fordern die Comic-Tiere die Kinder auf, es ihnen gleichzutun und ihre typischen Bewegungen an der Station nachzuahmen.

    Darüber hinaus begleitet ein so genanntes „Reiseheft“ die Kinder auf ihrer Reise durch die Kinderturn-Welt – erhältlich sind diese am Startpunkt beim Brillenpinguin-Gehege, wo sie in Selbstbedienungs-Boxen zum Mitnehmen bereit liegen. Neben kindgerechten Informationen zu den Tieren und ihrer Bewegungsformen enthält das Reiseheft auch zahlreiche Spiele, Rätsel und Ausmalbilder sowie jeweils eine praktische Testaufgabe pro Station. Für jeden bewältigten Test kann sich das Kind mit einem Stempel ins Reiseheft belohnen; wer alle Stempel beisammen hat, darf sich als stolzer Inhaber des Kinderturn-Diploms fühlen. Den Erwachsenen ermöglicht die Testaufgabe überdies, die individuellen motorischen Fähigkeiten ihrer Kinder zu überprüfen und Fortschritte direkt vor Ort zu messen. Und nicht zuletzt gibt das Reiseheft den Eltern Tipps, wie sie generell mehr Bewegung in den Alltag ihrer Kinder bringen können, zum Beispiel indem sie Kinderturn-Angebote in ihrer Nähe nutzen.

    Die Ursprünge des Konzepts zur Kinderturn-Welt in der Wilhelma
    Die grundlegende Idee zu dem neuen Bewegungsangebot inmitten des zoologisch-botanischen Gartens Stuttgart geht insbesondere auf das Projekt „Kinderturnen on Tour“ zurück, der seit 2008 aktiven mobilen Kinderturn-Welt der Kinderturnstiftung. Auch hier werden Tiere von allen sieben Kontinenten zum Vorbild genommen. Deshalb lag es nahe, mit dem Konzept nun auch dort hin zu gehen, wo Kinder und Tiere sich direkt begegnen. Die Idee passte zudem ideal zu den Spielkonzepten, welche auch die Mitarbeiter der Wilhelma in den Jahren davor für ihren Park erarbeitet hatten. Einer Verwirklichung des Projekts stand dank des Einsatzes der Kinderturnstiftung als Initiator und Projektleiter sowie der Unterstützung des Fördervereins der Wilhelma somit nichts mehr im Weg, im Jahr 2010 begannen die ersten Planungen und Vorbereitungen. Eine weitere Besonderheit des Konzepts: Es ist mit dem Bildungsplan für Grundschulen und dem Orientierungsplan der Kindergärten eng verknüpft und wird in Abstimmung mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport und dem Landesinstitut für Schulsport, Schulkunst und Schulmusik umgesetzt. Der ganzheitliche pädagogische Ansatz schließt demzufolge auch die Lehrer und Erzieher in den Schulen, Vorschulen und Kindergärten ein. Diese können sich zusätzliche Informationen und Anregungen für ihren Sport- und „MeNuK“-Unterricht (MeNuK = Mensch, Natur und Kultur) in Form von Handreichungen auf der Homepage der Kinderturnstiftung herunterladen unter www.kinderturnstiftung-bw.de.

    Und die Wilhelma? Diese kann sich über eine neue Attraktion freuen. Und ihren jungen Besuchern neben einem anschaulichen Biologie- und Naturkundeunterricht nun auch ein bewegungsorientiertes Lernprogramm und viele zusätzliche Gelegenheiten zum Spielen und Austoben bieten.

    Die Philosophie der Kinderturnstiftung: Neue Wege beschreiten
    Die Kinderturn-Welt ist ein deutschlandweit einzigartiges Spielplatzkonzept, in dessen Mittelpunkt das Üben und Erproben motorischer Fähigkeiten steht. Teil des Konzepts ist es darüber hinaus, gleichzeitig kindgerechtes Wissen über die Funktionsweise der Motorik und über die Tiere zu vermitteln. Damit beschreitet die Kinderturnstiftung neue Wege in der Bewegungspädagogik und setzt einen nachhaltigen Impuls für richtige und regelmäßige Bewegung im Alltag von Kindern. Weitere Informationen unter: www.kinderturnstiftung-bw.de

    Foto: Kinderturn-Welt in der Wilhelma
    (14.04.2011)
    Wilhelma:   Kampagne zur Rettung der Menschenaffen in der Wilhelma:
    Unsere nächsten Verwandten brauchen unsere Hilfe
    Mit Beginn des Monats April startet in der Wilhelma und in anderen Mitgliederzoos des Europäischen Zoo- und Aquarienverbands (EAZA) eine neue Artenschutz-Kampagne. Sie ist den Menschenaffenarten der Erde, unseren nächsten Verwandten, gewidmet. Das Ziel der Kampagne: die Besucher über die brisante Lage dieser Arten aufklären und Spenden sammeln, um eine Stiftung gründen und Schutzprojekte dauerhaft unterstützen zu können. Die Wilhelma wird durch zahlreiche Mitmach- und Spendenaktionen sowie viel Aufklärungsarbeit dazu beitragen, dass dieses Ziel erreicht wird – ab 10. April beispielsweise auch durch sonntägliche Sonderführungen.
    Eine Million Euro wollen die über 300 europäischen Zoos und Teilnehmer an der EAZA-Kampagne bis September zusammenbekommen, die Wilhelma möchte mindestens 6.666 Euro dazu beitragen. Ein Ziel, das sie nur mit Unterstützung ihrer Besucher erreichen kann. Diese werden nun im Park immer wieder auf Spuren der Kampagne stoßen. Zum Beispiel auf Infotafeln im Menschenaffenhaus: Diese stellen unter anderem die verschiedenen Menschenaffenarten und die Situation in ihrer Heimat vor, zeigen aber auch auf, wie wir durch unser Verbraucherverhalten ihre Lebensräume bewahren helfen können – Stichworte sind hier etwa Palmöl und Tropenholz. Zudem können sich jeweils bis zu vier Personen im trauten Familienkreis aller Menschenaffenarten ablichten lassen: mit Schimpansen und Bonobos teilen wir immerhin zwischen 98 und 99 Prozent unserer Erbsubstanz DNS. Auch Sonderführungen zu den Menschenaffen, zur Kampagne und den geplanten Schutzprojekten startet die Wilhelma bereits ab Sonntag, den 10. April. Die etwa 90-minütigen Führungen finden dann fortan jeden 2. und 4. Sonntag im Monat jeweils um 11 Uhr statt und sind kostenlos – Spenden für die Kampagne dagegen sind sehr willkommen, eine Anmeldung unter der Rufnummer 5402-131 (zwischen 10 und 12 Uhr) ist erforderlich.
    Richtig Fahrt aufnehmen wird die Kampagne dann ab Karfreitag während der so genannten „Ape Week“ (Menschenaffen-Woche) vom 22. bis 29. April mit zahlreichen Aktionen für Jung und Alt vom gemeinsamen Futterboxen basteln bis zum Kinderschminken. Der Erlös daraus kommt komplett den Menschenaffen zugute. Ab dieser Woche werden außerdem jeden Sonntag von ehrenamtlichen Helfern betreute „Menschenaffen-Infomobile“ vor dem Gorilla-Gehege stationiert sein und eine Menge Wissens-wertes und Anschauliches rund um die Menschenaffen und ihre Bedrohung vermitteln.*
    Artenschutz-Kampagnen wie diese führt der europäische Zoo- und Aquarienverband EAZA seit 2000 fast jedes Jahr durch. Die erste widmete sich dem „Bushmeat“ (illegaler Handel mit Wildtierfleisch, darunter auch Affen), weitere den Tigern (ab 2002) und den Nashörnern (ab 2005). An allen war und ist die Wilhelma beteiligt und sammelt auch für diese Schutzprojekte weiterhin Spenden. Weitere Infos zur Kampagne und die Aktionen der Wilhelma gibt es auch unter www.wilhelma.de .

    Bild: Junger Orang-Utan: Diese Art ist durch die Abholzung für Palmöl-Plantagen besonders bedroht (Ch. Matzke)

    (11.04.2011)
    Wilhelma:   Erster Nachwuchs bei den blauen Skudden auf dem Schaubauernhof:
    Vom schwarzen Lamm zum blauen Schaf
    Erst seit Kurzem gibt es in der Wilhelma die alte ostpreußische Schafrasse der Skudden nicht nur in Weiß, sondern auch in „Blau“ – dank zweier neuer Schafe dieses seltenen, alten Farbschlags. Wie gewünscht hatten die beiden Damen zudem schon bei ihrer Ankunft im November etwas Kleines „im Gepäck“. Und Anfang März, nach rund 155 Tagen Tragzeit, haben sie den Nachwuchs bekommen: drei schwarze Lämmer. Ob auch sie einst blaugrau werden wie ihre Mütter, ist allerdings noch offen.
    Am Anfang sind blaue Skudden mehr oder weniger schwarz – wie die drei wenige Wochen jungen Lämmer der Wilhelma, von denen zwei auch ein paar weiße Flecken auf ihren schwarzen Wollwesten besitzen. Es ist also noch längst nicht heraus, was aus den drei Lämmern farblich einmal werden wird. Sicher ist dagegen: Das Trio – ein gemischtgeschlechtliches Zwillingspärchen und ein weiteres Weibchen – bringt derzeit ordentlich Leben in die kleine Herde. Eine ihrer Lieblingsbeschäftigungen: die älteren Schafe als Kletterfelsen nutzen und ihnen aufs wollige Dach steigen. Selbst vor dem Widder machen die Kleinen nicht Halt. Zum Glück sind die Skudden-Männer als friedliche Typen und lammfromme Väter bekannt, trotz ihrer beeindruckenden schneckenförmigen Hörnerpracht.
    Die Wilhelma hofft nun, dass sich in vier bis fünf Monaten, wenn sich die Lämmer umfärben, mindestens eines davon als blau entpuppt. Denn dieser Farbschlag ist im Bestand der ohnehin seltenen Nutztierrasse heute die weitaus seltenste Variante – obwohl gerade er bei dem ostpreußischen Landschaf einst besonders häufig vorkam. Weil sich die Züchter aber auf die steigende Nachfrage nach leichter zu färbender weißer Wolle einstellten, verschwanden die blauen Vertreter nach und nach fast völlig. Und mit ihnen nach dem 2. Weltkrieg beinahe die ganze Rasse, weil den Menschen ihr Schlachtgewicht jetzt offenbar zu gering und die Wolle zu minderwertig war. Nur Hobbyschäfer und Zoos haben verhindert, dass die Rasse ausstarb. So gehen alle heute lebenden Skudden vermutlich auf einen kleinen Bestand zurück, den der Münchener Tierpark Hellabrunn ab 1941 hielt – auch die Herde des Züchters in Nord-Württemberg, aus der die blauen Skudden der Wilhelma stammen. Heute ist die Rasse weitgehend „rehabilitiert“: Die Heideschafe werden nun als Mitarbeiter in der Landschaftspflege und in Streichelgehegen geschätzt, ihr Fleisch als Delikatesse gehandelt. Seit 1984 führt sie zudem ein Zuchtverband als eigene Herdbuchrasse und setzt sich für ihre Erhaltung ein. Damit sieht die Zukunft für diesen alten preußischen Schafadel wieder deutlich rosiger aus – und vielleicht ja auch die seiner besonders seltenen blauen Vertreter.

    (24.03.2011)
    Wilhelma:   „Feuerwehraktion“ der Robert Bosch GmbH in Feuerbach:
    Wilhelma sammelt Handys für Gorillaschutz – Bosch steuert 1507 Geräte bei
    Rund 4800 ausgediente Mobiltelefone hat die Wilhelma seit dem Start der Handy-Recycling-Aktion zum Schutz der letzten Gorillas bereits gesammelt – und dafür im Herbst 2010 den Umweltpreis der Stadt Stuttgart erhalten. Letzte Woche stieg die Zahl nun schlagartig auf über 6300 Geräte an: dank 1507 Handys, welche die Belegschaft der Robert Bosch GmbH in Stuttgart-Feuerbach gesammelt hat. Dazu „angestiftet“ hat sie der Werkfeuerwehrmann Udo Geiger. Gemeinsam mit Kollegen hat er letzte Woche – unter „notarieller Aufsicht“ der Gorillafamilie im Menschenaffenhaus – den Handy-Berg der Wilhelma übergeben.
    Dass das Recyceln alter Mobiltelefone gleichzeitig den letzten Gorillas hilft, hatte Udo Geiger vor einem dreiviertel Jahr durch den Aushang im Wilhelma-Menschenaffenhaus erfahren: Dieser klärt auf, dass Teile der Handys das Metall Tantal enthalten, welches wiederum aus dem Roherz Coltan gewonnen wird. Coltan aber wird in Zentralafrika abgebaut – oft unter Einsatz von Kinderarbeit und teils mitten in der Heimat der letzten Berggorillas. Konsequentes Recycling kann also dazu beitragen, Ressourcen, Lebensraum und Gorillas zu schonen. Ohnehin auf der Suche nach einer Lösung für die alten Handys der Werkfeuerwehr von Bosch, brachte Geiger diese Information auf die Idee, in der gesamten Firma Bosch Mobiltelefone zu sammeln. Unterstützt von seinem Kollegen Rainer Strietter von der Abteilung Entsorgung und mit Erlaubnis der Werkleitung brachte er an den vier Haupttoren Sammelboxen an. Im Mai 2010 startete die Aktion, seither wuchs der Handy-Berg stetig. Mit dem Ergebnis, dass Geiger und Strietter der Wilhelma jetzt 1507 Geräte übergeben konnten. Das bedeutet aber nicht das Ende der Aktion. Vielmehr wollen die beiden Initiatoren sie nun auf weitere Standorte von Bosch ausdehnen.
    Die Wilhelma selbst sammelt seit September 2009 ausgediente Mobiltelefone und leitet sie an eine Recyclingfirma weiter. Anstatt überschüssigen Elektroschrott zu produzieren, werden die Handys also entweder wieder flott gemacht – die direkteste Form des Recyclings – oder die wertvollen Bestandteile inklusive des Metalls Tantal recycelt. Außerdem geht der Restwert der gespendeten Geräte zu 100 Prozent an die Berggorilla & Regenwalddirekthilfe, die damit Schutzprojekte vor Ort fördert.
    Jede Unterstützung – wie von der Firma Bosch sowie mittlerweile auch von vielen Schulen und der BW-Bank, die in ihren Filialen sammelt – ist dabei willkommen. Und natürlich können die Wilhelma-Besucher, denen bislang über 4000 Handy-Spenden zu verdanken sind, ebenfalls weiterhin ihre alten Geräte in der Wilhelma abgeben: entweder durch einen Wurf in die Sammelbox im Menschenaffenhaus oder direkt an der Hauptkasse. Weitere Infos zur Aktion gibt es außerdem unter www.wilhelma.de/handys-spenden

    Bild: Werkfeuerwehrmann Udo Geiger (3. von links) und sein Kollege Rainer Strietter (2. von links) übergeben der Wilhelma 1507 Handys – gesammelt von der Bosch-Belegschaft in Feuerbach. Wilhelma-schulleiterin Stefanie Reska (links) und Revierleiterin Bea Jarczewski (rechts) nehmen den Handy-Berg unter „notarieller Aufsicht“ der Gorillafamilie im Menschenaffenhaus entgegen. (Fotos: Wilhelma)

    (03.03.2011)
    Wilhelma:   Kinderturn-Welt in der Wilhelma
    Neuer Bewegungsparcours ab 15. April 2011 fest in der Wilhelma verankert

    Die Echse Carlos, das Mufflon Mona und Feli, die Häsin – das sind drei von acht tierischen Comic-Helden, welche die kleinen Wilhelma-Besucher ab Mitte April durch die neue "Kinderturn-Welt in der Wilhelma" begleiten werden. Diese besteht aus acht, direkt bei den Gehegen angelegten Bewegungsarealen, an denen die Kinder die Bewegungen der Tiere spielerisch und sportlich nachahmen können. Die Kinderturn-Welt entsteht als gemeinsames Projekt der Kinderturnstiftung Baden-Württemberg, des zoologisch-botanischen Gartens Wilhelma und des Vereins der Freunde und Förderer der Wilhelma e.V. Mit dem Bau der Stationen wurde vor Kurzem planmäßig begonnen, ab dem 15. April 2011 sollen die Kinder die Bewegungsareale der Kinderturn-Welt „in Betrieb nehmen“ können.


    Tiere als Bewegungsvorbilder
    Die Grundidee stammt von dem Projekt „Kinderturnen on Tour“, der bereits seit 2008 aktiven mobilen Kinderturn-Welt der Kinderturnstiftung. Diese nimmt auf sieben Kontinenten Tiere zum Vorbild, und lässt Kinder zum Beispiel springen wie ein Känguru oder klettern wie ein Affe. Was liegt da näher, als mit diesem Konzept genau dorthin zu gehen, wo sich Kinder und Tiere direkt begegnen? Denn im Zoo können die kleinen Besucher die tierischen Vorbilder zunächst genau beobachten, und das Gesehene dann sofort in eigene Bewegungen umsetzen. Die vorerst acht Stationen befinden sich aus diesem Grund stets unmittelbar neben den Tiergehegen, an jeder Station wird eine andere motorische Fähigkeit nach tierischem Vorbild geschult. Kindgerecht aufbereitete Informationstafeln liefern eine Bewegungsanleitung dazu und vermitteln Wissenswertes über die jeweiligen Tiere, ihre körperlichen Eigenschaften und Lebensräume.

    Verantwortungsträger erreichen
    Für die Kinderturnstiftung ist die Wilhelma mit über zwei Millionen Besuchern jährlich – darunter viele Familien, Schulklassen und Kindergärten – der ideale Ort, um Kindern spielerisch Spaß an der Bewegung zu vermitteln. Gleichzeitig gilt es, den Eltern, Verwandten, Lehrer/innen und Erzieher/innen bewusst zu machen, wie wichtig die richtige Bewegung für die gesunde, körperliche, geistige und soziale Entwicklung von Kindern ist.

    Mit Bildungsplänen der Schulen und Kindergärten vernetzen
    Eine Besonderheit an der Kinderturn-Welt ist, dass ihr Konzept direkt mit dem Bildungsplan für Grundschulen und dem Orientierungsplan der Kindergärten verknüpft ist und in enger Abstimmung mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport und dem Landesinstitut für Schulsport, Schulmusik und Schulkunst umgesetzt wird. Die Wilhelma, die bereits einen attraktiven außerschulischen Lernort für den Biologie- und Naturkundeunterricht darstellt, wird mit der Kinderturn-Welt um ein zusätzliches, bewegungsorientiertes Lernprogramm bereichert.

    Kinder als Entdecker
    Ein sogenanntes „Reiseheft“ begleitet die Kinder durch die Kinderturn-Welt in der Wilhelma. In diesem Heft werden die Themen Bewegung und Tiere kindgerecht aufgearbeitet. Gleichzeitig erhalten die Erwachsenen Tipps, wie sie mehr Bewegung im Alltag ihrer Kinder verankern können und wo sie Angebote rund um das Kinderturnen finden. Außerdem enthält das Reiseheft eine praktische Testaufgabe für jede Station. Diese ermöglicht, die individuelle motorische Fähigkeit der Kinder zu überprüfen und Fortschritte gleich direkt vor Ort zu messen.

    Start zur Saison 2011
    Bis zum Frühjahr 2011 entwickeln und bauen die Kinderturnstiftung und die Wilhelma gemeinsam mit der Agentur spiel & sport team GmbH die Bewegungsareale. Die Eröffnung der Kinderturn-Welt ist für 15. April 2011 geplant. Dann können die kleinen Wilhelma-Besucher endlich mit Känguru, Affe und Co um die Wette turnen!

    (28.02.2011)
    Wilhelma:   “Yara, Myles and more”:
    Brülläffchen Nummer Neun ist geboren

    Ein freudiges Ereignis gibt es aus der Familie der Schwarzen Brüllaffen zu vermelden. Es heißt Filipe und ist bereits der neunte Sprössling von Oberhaupt Myles und seiner Gefährtin Yara. Eine hervorragende „Quote“: Seit 2002, seit das Paar zusammenlebt, kam bislang jedes Jahr ein kleines Brülläffchen hinzu. Vielleicht liegt es ja am stressfreien Dasein – denn anstatt sein Revier im Amazonienhaus gegen Rivalen verteidigen zu müssen, kann Myles entspannt seinen Hobbys frönen: futtern, Siesta halten und Nachwuchs produzieren.
    Mit dem jüngsten Ergebnis ihrer fruchtbaren Partnerschaft können Myles und Yara einmal mehr sehr zufrieden sein. Denn Filipe ist ein sehr aufgeweckter Brüllaffenjunge. Vor rund einem Monat kam er auf die Welt – am Tag mit dem schönen Datum 11.1.11 – und schon zwei Wochen später verließ er erstmals Mutters sicheres Bauchfell und erklomm ihren Rücken. Von hier hat der neugierige Kerl einfach den besten Ausblick auf seine Heimat, den Amazonaswald im Schwabenland. Außer ihm und Yara leben hier noch Vater Myles und drei ältere Geschwister von Filipe: die zweieinhalbjährige Dominga, die knapp ein Jahr jüngere Montega sowie der im März 2010 geborene Chepe. Diesen hat Filipe nun als Mamas Liebling Nummer eins abgelöst, was auch im Leben eines Brüllaffen keinen angenehmen Einschnitt bedeutet. Zum Glück hat dafür die zierliche Montega Bruder Chepe als liebsten Spielgefährten adoptiert, was diesen sicher ein wenig darüber hinweg tröstet, dass nun ein anderer das Alleinrecht auf Mutters Milchbar genießt. Die älteste Schwester Dominga hingegen entwickelt selbst bereits erste Muttergefühle und würde das neue Baby ganz gerne mal zum Üben ausleihen. Doch noch hält Yara ihre Tochter offenbar für zu ungestüm, um ihr Filipe anzuvertrauen. Und Myles findet Yaras kleine Anhängsel ohnehin erst interessant, wenn sie aus dem Gröbsten heraus sind. Dann spielt er jedoch gerne den liebevollen Papa, lässt seinen Nachwuchs geduldig auf sich herumhüpfen und kuschelt mit ihm. Wer in der Brüllaffenfamilie wer ist, können die Besucher leicht erkennen: Männer wie Myles tragen ihr Fell grundsätzlich schwarz, Frauen sind blond und der Nachwuchs startet ebenfalls blond ins Leben – wobei sich das Fell der Jungs im Laufe der drei ersten Lebensjahre allmählich schwarz färbt.
    Brüllaffen fallen weder im Schwabenland noch in ihrer alten Heimat Südamerika durch übertriebene Hektik auf. Gelassen bewegen sich die Vegetarier durchs Geäst und verspeisen Blätter in rauen Mengen. Keine leicht verdauliche Kost, weshalb rund 80 Prozent der Tageszeit effektiven Verdauungspäuschen gewidmet wird. Nur Fremde im Revier können die Affen aus der Ruhe bringen. Dann heißt es: Auf sie mit Gebrüll! Dieses Brüllen genügt aber glücklicherweise meistens, um Eindringlinge abzuschrecken, denn die Rufe dieser Affenart gelten mit als die lautesten Laute im Tierreich. In der Wilhelma allerdings brüllt die Affenbande mangels Rivalen so gut wie nie. Lediglich das Geräusch, wenn die Pflegerinnen die Putzeimer ausspritzen, animiert vor allem zwei Tiere, ihre Stimmen zu trainieren: die beiden drei- und vierjährigen Söhne Santiago und Rodrigo, die wegen innerfamiliärer Unverträglichkeiten bereits ein eigenes Gehege bewohnen. Nicht selten stimmen Myles und Yara dann in den Chor ein. Wer ihre Brüll-Gesänge einmal live erleben will, sollte also rechtzeitig zur täglichen „Putzete“ vor Ort sein: kurz nach 13.30 Uhr im schwäbischen Urwald.

    Foto: Brüllaffenfrau Yara mit Filipe, ihrem neunten Kind (Wilhelma)
    (16.02.2011)
    Wilhelma:   Eine Flüstergalerie in der Wilhelma:
    Seltenes akustisches Phänomen im Wandelgang entdeckt
    Für ihre historischen Bauwerke im maurischen Stil ist die Wilhelma seit langem bekannt. Noch nicht lange bekannt ist dagegen, dass sie eine „Flüstergalerie“ besitzt. Eine kleine Sensation, denn Flüstergalerien sind selten. Entdeckt hat sie der Wilhelma-Besucher und Physiker Uwe Laun im Wandelgang rund um den Maurischen Garten.
    Nur sehr wenige Bauwerke der Welt beherbergen eine „Flüstergalerie“. Zu finden ist eine Spielart davon, ein Flüstergewölbe, zum Beispiel in der St. Paul's Cathedral in London. Ihren Namen verdanken Flüstergalerien ihrer außergewöhnlichen Akustik: Diese erlaubt, dass sich zwei Personen nahezu im Flüsterton über eine größere Entfernung hinweg unterhalten und trotzdem laut und deutlich verstehen können.
    Die neu entdeckte Flüstergalerie der Wilhelma befindet sich in den Wandelgängen des Maurischen Gartens, die rund um den Magnolienhain und Seerosenteich führen. Genau genommen handelt es sich sogar um vier Flüstergalerien, denn jede der vier äußeren Kurven des Wandelgangs weist die akustische Eigenartigkeit auf. Besonders gut funktioniert die ungewöhnlich weite Schallübertragung in der Kurve zwischen dem Durchlass beim Aquarienhaus-Eingang und dem Durchlass in Richtung Menschenaffenhaus sowie in der Kurve genau gegenüber. Hier können sich zwei Gesprächspartner in normaler Lautstärke über eine Distanz von ungefähr 30 bis 40 Metern hinweg unterhalten und dennoch jedes Wort verstehen. Am besten klappt die Verständigung, wenn sich je ein Gesprächspartner auf eine Bank direkt bei den Durchgängen setzt, der Sprecher in Richtung Wand spricht und der Zuhörer sein Ohr ebenfalls in der Nähe der Mauer platziert. Neben einer dieser Bänke, am Durchgang zum Aquarienhaus, weist die Besucher künftig auch eine Info-Tafel auf die Flüstergalerie hin.
    Und wie lässt sich das Phänomen physikalisch erklären? Die fachmännische Antwort darauf gibt der Entdecker der Flüstergalerie und Akustik-Experte Uwe Laun: „Durch die gewölbte Form der Galerie können sich die Schallwellen nicht gleichmäßig in der Umgebung verteilen und damit abschwächen. Der größte Teil des Schalls wird statt dessen an der gewölbten Wand der Galerie entlang geleitet und auch mithilfe von Decke und Boden immer wieder so reflektiert, dass er die Galerie seitlich nicht verlassen kann. So überwindet der Schall mit geringerem Streuverlust als üblich eine größere Distanz als üblich.“
    Übrigens: Am besten lassen sich die akustischen Eigenheiten der Flüstergalerie testen, wenn es im Wandelgang ruhig ist, ihn also nur wenige Besucher während des „Sound-Checks“ bevölkern – sprich, jetzt im Winter. Noch bis Ende Februar gilt dabei überdies der günstige Wintertarif ...

    (09.02.2011)
    Wilhelma:   Nachwuchs im Jungtieraufzuchthaus:
    Kleine Springteufel vom Amazonas

    Seit neun Jahren gab es bei den Springtamarinen, einer kleinen Affenart aus dem Amazonasgebiet, keinen Nachwuchs mehr in der Wilhelma. Jetzt hat das neue Zuchtpaar Carmen und Diabolo sein erstes Baby bekommen: ein kleines, schwarzhaariges „Teufelchen“, das seinen Eltern wie aus dem Gesicht und Fell geschnitten ist.

    Wer dieser Tage das Jungtieraufzuchthaus besucht, kann beim Anblick des Springtamarin-Weibchens Carmen durchaus kurz ins Grübeln geraten: Hat die schwarze Äffin etwa zwei Köpfe? Nein, das hat sie natürlich nicht. Aber ein rund zwei Wochen altes Baby. Und das trägt sie derzeit fast rund um die Uhr huckepack. Da beide pechschwarz sind, ist das kleine Rucksäckchen in Mutters Fell im ersten Moment leicht zu übersehen. Bis es das schwarze Wuschelköpfchen hebt und aus großen Mandelaugen neugierig herüber schaut ...

    Bei seinen Eltern Diabolo und Carmen war es Liebe auf den ersten Blick, als sie Anfang 2010 in der Wilhelma zusammentrafen – was bei diesen eigenwilligen Äffchen nicht selbstverständlich ist. Seither leben die beiden einträchtig miteinander, ein echtes Traumpaar. Jetzt, gut ein Jahr später, sind sie Eltern geworden – für beide Tiere ist es der erste Nachwuchs, den sie aufziehen. „Carmen war als unerfahrene Mutter anfangs ziemlich zickig, wenn wir ihr und dem Kind nahe kamen“ erzählt Revierleiterin Manuela Krön-Folkers. „Dann hieß es, gut auf der Hut zu sein.“ Denn die Äffchen sehen nicht nur aus wie schwarze Teufelchen, ein wenig von diesen steckt ihnen tatsächlich im Leib. Notfalls springen sie vermeintliche oder echte Feinde blitzschnell an: Ihre spitzen Zähne und scharfen Krallen sind dann nicht zu unterschätzen. Mittlerweile hat sich Carmen jedoch beruhigt, säugt und pflegt ihr Kind sehr fürsorglich, so dass dieses sein Geburtsgewicht von rund 60 Gramm mittlerweile sicher schon verdoppelt hat. Kein Wunder, denn Springtamarine haben als Einzelkinder Mutters Milchbar grundsätzlich für sich allein. Im Gegensatz zu ihren Verwandten, den Krallenaffen, spielen die Väter beim Kinderhüten anfangs keine aktive Rolle, sondern springen erst nach einigen Wochen als Babysitter ein.

    In ihrer Heimat, dem Oberlauf des Amazonas samt seinen Nebenflüssen, halten sich die Springtamarine vorwiegend in den unteren Baumwipfeln auf. Ihr großes Sprungtalent beweisen sie hier durch teils bis zu vier Meter weite Sätze von Ast zu Ast. Sie ernähren sich von Insekten und Früchten, leben in Kleingruppen eng zusammen und verständigen sich durch Schreie, Pfeifen und schrille Alarmrufe. Die größte Gefahr droht ihnen neben der Jagd durch das Abholzen der Wälder, die Art gilt als gefährdet. Geht alles gut, werden Springtamarine 15 bis 18 Jahre alt, so heißt es. Doch hinter den Kulissen der Wilhelma lebt – gemeinsam mit ihrem elfjährigen Sohn Mephisto – noch das frühere Springtamarin-Zuchtweibchen „Nudel“, das dies ganz anders sieht: Stolze 24 Jahre alt ist es schon – der Altersrekord in Europa. Und dabei ist die betagte schwarze Signora so fit und wehrhaft wie eh und je.
    (02.02.2011)
    Wilhelma:   Exklusive Freiflugvoliere für „Kooki“:
    Ein Kookaburra unter Krokodilen
    Die Leistenkrokodile der Wilhelma haben einen neuen Mitbewohner bekommen: allerdings kein weiteres Krokodil, sondern einen australischen Eisvogel der Art „Lachender Hans“ – auch „Kookaburra“ genannt. Das Besondere: „Kooki“ darf in der Krokodilhalle wie in einer großen Voliere frei umherfliegen. Wer ihn hier also beim nächsten Besuch gemütlich auf einem Geländer sitzend antrifft: Bitte weder wundern, noch zu streicheln versuchen! Denn Kookis Schnabel ist nicht nur groß, sondern auch scharf. Und dauerhaft in der Halle bleiben kann Kooki nur, wenn auch die Besucher mit der ungewöhnlichen Nähe respektvoll umgehen.
    Eigentlich sollte ja alles ganz anders kommen: Denn geplant war, dass Kooki als neue Partnerin des seit 2010 in der Wilhelma lebenden Artgenossen „Hansi“ auf den Subtropenterrassen einzieht. Auf dass sie fortan im Duett lachend den singenden Gibbons Konkurrenz machen und viele kleine „Lachenden Hänse“ aufziehen würden. Kooki war dafür letztes Jahr als passende Kandidatin in Krakau gefunden worden. Doch als das Paar vereint werden sollte, leistete es heftigen Widerstand. Eine Überraschung, denn Kookaburras gelten in Partnerfragen nicht eben als wählerisch. Warum gab es in diesem Fall dann aber nur Zoff statt Balz? Ein DNA-Test brachte es an den Tag: Kooki war ebenfalls ein Männchen!
    Nun ist es so, dass sich bei vielen Vögeln das Geschlecht nur per DNA-Test sicher bestimmen lässt. Allerdings nicht immer, Irrtümer kommen vor. Wie bei Kooki, bei dem das Rätsel nun zwar gelöst war, aber nicht das Problem, wo er fortan bleiben sollte. Der Zoo in Krakau versprach zwar, eine jüngere Schwester bald als „Ersatz“ zu schicken, konnte Kooki aber nicht zurücknehmen. Und so kam eines Tages die Idee auf, den Vogel, wenn schon nicht bei einem Artgenossen, so wenigstens bei Landsleuten aus Australien unterzubringen: in der Krokodilhalle. Hier konnte zudem ein wenig Leben in der Bude nicht schaden, denn die gepanzerten Mitbewohner sind eher statisch veranlagt. Ein Rest Besorgnis blieb, denn die Echsen mögen Geflügel und könnten angesichts des kleinen gefiederten Imbisses plötzlich sehr lebendig werden – zumal Kooki, kaum in seiner neuen Luxusvoliere eingetroffen, ganz ungeniert Planschbäder im Kroko-Pool nahm. Doch alles ging gut. Die nächste Herausforderung war daher die Glastür zum Terrarium, die per Lichtschranke gesteuert automatisch öffnet und schließt. Bald hatte Kooki kapiert, wie er den Mechanismus auslöst, und wurde im Terrarium nebenan bei einem Schaufensterbummel gesichtet – vermutlich auf der Suche nach geeigneten Snacks. Dank fester Fütterungszeiten in der Krokohalle mit Mäusen, einer der Lieblingsspeisen auch seiner Verwandten in Australien, und weil die Glastür per Schattiervorhang weitgehend „Kooki-dicht“ gemacht wurde, ließen sich weitere Ausflüge verhindern. Damit der schlaue Vogel aber aus Sehnsucht nach einer Braut nicht erneut in die Ferne zu schweifen versucht, soll er nun eine Gefährtin bekommen: Eine Lachende Hänsin aus Herborn sitzt schon in den Startlöchern und wird, wenn alles klappt, nächste Woche eintreffen. Bleiben die beiden dann trotzdem nicht in der sicheren Krokohalle, sondern büxen künftig eben gemeinsam aus, müssen sie am Ende wohl doch in eine Voliere, oder notfalls in einen anderen Zoo, umziehen. Es bleibt also spannend – und Fortsetzung folgt, etwa auf der Internetseite der Wilhelma.

    Foto: Geschickt schleudert Kooki die Maus in seinen Rachen, um sie am Stück zu verschlucken
    (24.01.2011)
    Wilhelma:   Orang-Utan „Buschi“ ist tot

    Die Wilhelma hat eine beliebte Tierpersönlichkeit und gleichzeitig ihren dienstältesten tierischen „Mitarbeiter“ verloren: den Orang-Utan-Mann „Buschi“. Er lebte bereits seit 1962 in der Wilhelma – also über 48 Jahre! – und wurde hier Vater von sieben Kindern. Wegen eines inoperablen, bösartigen Tumors im Oberkiefer musste er heute eingeschläfert werden, um ihm weiteres Leid zu ersparen.
    Ungefähr drei Jahre alt war Buschi, als er vor 48 ½ Jahren, am 1. Juli 1962, in die Wilhelma kam. Damals war der Handel mit Menschenaffen noch erlaubt (seit dem ab 1973 eingeführten Washingtoner Artenschutzabkommen ist er das zum Glück nicht mehr), und auch Buschi wurde als Jungtier in Sumatra gefangen. Als er jetzt im Alter von über 51 Jahren starb, war er einer der vier letzten männlichen Sumatra-Wildfänge Europas (Europäisches Erhaltungszuchtprogramm EEP), alle anderen 150 heute im EEP erfassten Vertreter dieser Art wurden bereits in Zoos geboren. Mit Buschis Tod sind nur noch drei der einst wild gefangenen Orangs übrig, darunter der etwa ein Jahr ältere „Charly“ in Frankfurt, der bis 1978 ebenfalls in der Wilhelma zu Hause war. Charly und Buschi hielten auch den Altersrekord im EEP, nur ein Weibchen wurde älter: Es starb 2007 53-jährig im Zoo Osnabrück.
    Heute musste Buschi nun eingeschläfert werden, da gegen den wuchernden, bösartigen Tumor im Oberkiefer auch eine Operation nichts mehr ausrichten konnte. Die gesamte Belegschaft der Wilhelma wird den langjährigen „Kollegen“ im Menschenaffenhaus jedenfalls sehr vermissen, ebenso viele Besucher. Gleichzeitig ist die Wilhelma froh, dass Buschi so lange – und bis auf altersbedingte Zahnprobleme auch stets gesund – im Menschenaffenhaus gelebt hat. „Er war ein lieber Typ“, versucht einer der trauernden Tierpfleger ihn kurz zu beschreiben. „Buschi war einfach Buschi, mehr braucht man über ihn nicht zu sagen.“
    Sieben Kinder hat Buschi im Laufe seines Lebens in der Wilhelma gezeugt, sechs davon mit Suma, die bis zu ihrem Tod 1994 Buschis Gefährtin war. Insgesamt sind aus seiner direkten Nachkommenschaft heute noch zwei Töchter, vier Enkel und zwei Urenkel in Zoos weltweit zu finden. Seine beiden Töchter Moni und Carolin sowie die Enkelin Conny leben nach wie vor in Stuttgart. In ihnen wird Buschi also in gewisser Weise weiterleben. Und vielleicht klappt es ja, dass der 15-jährige zweite Orang-Mann der Wilhelma, Moritz, bald gemeinsam mit der 18-jährigen Conny ein weiteres Urenkelkind von Buschi zeugt. Zudem wird das Rosensteinmuseum zumindest Buschis Körper für die Nachwelt erhalten. Bleibt nur die Hoffnung, dass die schwer bedrohten Orang-Utans nicht eines Tages nur noch in Zoos oder Museen existieren werden.

    (21.01.2011)
    Wilhelma:  
    Die Titanenwurz bei der Vorsorgeuntersuchung:
    „La Diva“ auf Diät – Macht sie sich fit für den nächsten Weltrekord?
    „La Diva“, die berühmte Titanenwurz der Wilhelma im Maurischen Landhaus, hat offenbar eine Schlankheitskur gemacht und dabei deutlich an Gewicht verloren: Das ergab die jüngste „Vorsorgeuntersuchung“ ihrer Wurzelknolle. Rund 44 Kilogramm bringt diese derzeit auf die Waage. Damit hat „La Diva“ – nach 52,5 Kilo in 2008 – nun fast wieder ihr Kampfgewicht von 40 Kilogramm im Jahr 2005, als sie erstmals den Weltrekord im Blütenhochbau holte. Macht sie sich womöglich „fit“ für den nächsten Rekordversuch?
    Nur 2,5 Kilo wog die Knolle der Titanenwurz, als sie 1994 in die Wilhelma kam, 2005 waren es bereits 40 Kilo bei einem Durchmesser von 55 Zentimetern: Damit hatte sie ihr bestes blühfähiges Alter, oder besser Gewicht, erreicht – und gab sofort ein triumphales Debüt. Mit einer gigantischen Blüte knackte sie die damalige Weltrekordmarke von 2,76 Metern und erreichte am Ende stolze 2,94 Meter. Weil sie sich vor ihrem großen Auftritt aber reichlich zierte, erhielt sie den Spitznamen „La Diva“. Doch mit Überraschungen ist bei einer launischen Diva jederzeit zu rechnen, sogar während einer simplen Routineuntersuchung, die immer nach dem Einzug des Laubblattes erfolgt. Und so war am 12. Januar die Spannung groß, als die Gärtner „La Diva“ aus ihrem erdigen Bett im Maurischen Landhaus herausschälten und auf das vorbereitete Tragetuch legten. War sie gewachsen? Schwerer geworden? Schon der erste Blick sprach dagegen – obwohl von Ihresgleichen bekannt ist, dass sie von Blüte zu Blüte ihr Gewicht oftmals sogar verdoppeln. Nicht so die eigenwillige Stuttgarter Diva: Die derzeit blatt- und blütenlose, nackte Knolle der Titanenwurz wirkte ranker und schlanker denn je. Das rasch gezückte Maßband ermittelte einen Knollenumfang von 1,83 Zentimetern. Gewachsen war sie also in der Tat kaum. Bei einem sanften „Peeling“ mit dem Kehrbesen wurde die Diva nun von weiterer Erde befreit, um sie eingehender zu untersuchen. Die zufriedene Diagnose ihrer „Ärzteschar“: Gesund wirkende Knolle und guter Gesamteindruck. Die große Waage in der Futterküche offenbarte schließlich auch ihr Gewicht: Fast zehn Kilo hat die Diva gegenüber der Untersuchung von 2008 abgespeckt – und wiegt nun mit 44 Kilogramm fast so wenig wie in ihrem Rekordjahr 2005.
    Doch die Diva wäre nicht die Diva, könnte man dies nun als gezielte Vorbereitung auf einen neuen Blütenrekordversuch werten. Zwar ist in der Mitte der Knolle bereits ein winziger Austrieb zu sehen, aus dem bald die nächste Blüte emporwächst – oder aber wieder nur ein riesiges Blatt wie letztes Mal. Vorerst wird das wohl das süße Geheimnis der Diva bleiben. Denn jetzt geht es erst einmal zu einer einwöchigen „Kur“ an einen warmen, trockenen Ort hinter den Kulissen, wo auch kleinere Verletzungen behandelt werden, bevor sie in ihr Domizil im Maurischen Landhaus zurückkehrt. Und dann bleibt ihren Fans nichts weiter übrig, als mindestens bis zum April abzuwarten – bis es wieder heißt: Blatt oder Blüte?

    (13.01.2011)
    Wilhelma:   Blaue Skudden auf dem Wilhelma-Schaubauernhof:
    Alter preußischer Landadel im blauen Wollkleid
    Bislang weideten nur weiße Skudden auf dem Schaubauernhof, doch jetzt haben sich auch zwei „blaue“ Vertreter dieser alten preußischen Schafrasse unter die Herde gemischt. Die beiden Neulinge sind aber nicht etwa in den Farbtopf gefallen – ihre Wollkleider zeigen lediglich einen ursprünglichen, fast verschwundenen Farbschlag der selten Nutztierrasse.
    Schafe sind nicht unbedingt von Natur aus weiß. Weil aber die Tuchfärber die leichter zu färbende weiße Wolle stets bevorzugten, passten die Schafzüchter im Laufe der Zeit ihr Angebot der Nachfrage an. So auch bei den Skudden. Obwohl in deren ursprünglicher Heimat Ostpreußen und Masuren gerade blaue Vertreter einst sehr häufig vorkamen, ist diese Farbe heute nahezu verschwunden. Die zwei blauen Skudden, die seit Kurzem die kleine Herde im Streichelzoo bereichern, fand die Wilhelma bei einem Züchter in Nord-Württemberg, dessen 200-köpfige Herde noch alle bei Skudden möglichen Farbschläge aufweist: Weiß, Braun, Schwarz und eben auch Blau – das wir unserem Farbempfinden nach aber wohl eher als „Graublau“ bezeichnen würden.
    Erstmals namentlich erwähnt wurde die Skudde, die zur Gruppe der mischwolligen, kurzschwänzigen Heideschafe gehört, im Jahr 1884. Im 19. Jahrhundert war sie das Landschaf Ostpreußens schlechthin, denn sie ist widerstandsfähig, anspruchslos und fruchtbar. Dennoch fanden sich im Jahr 1945 nur noch 1000 Skudden in diesem Landstrich – und auch diese fielen schließlich den Nachkriegswirren zum Opfer. Somit galt die Schafrasse in ihrer alten Heimat als ausgestorben. Gesunken war ihr Stern als landwirtschaftliches Nutztier in der Nachkriegszeit wohl vor allem wegen ihres geringen Schlachtgewichts und der eher mäßigen Wollqualität. Nur dank einiger Hobbyschäfer und zoologischer Gärten überlebte die Rasse: Alle heutigen Skudden dürften auf eine kleine Herde zurückgehen, die der Münchener Tierpark Hellabrunn ab 1941 hielt.
    Erst in den 90er Jahren stieg das Interesse an den Skudden wieder: Zwar ist mit ihrer Wolle nach wie vor kein Staat zu machen, dafür gilt ihr mageres Fleisch bei Liebhabern mittlerweile als Delikatesse. Auch leisten die Heideschafe gute Dienste in der Landschaftspflege und in Streichelgehegen, zumal selbst die Böcke sehr friedlich sind. Skudden sind daher heute wieder in allen Bundesländern zu finden. Seit 1984 führt sie überdies ein eigener Zuchtverband als Herdbuchrasse in den Farbschlägen Weiß, Braun und Schwarz. Mit den blauen Vertretern bewahrt die Wilhelma nun nicht nur die Rasse selbst, sondern auch ein Stück ihrer Geschichte vor dem Vergessen. Und wer weiß: Wenn im Frühjahr die nächsten Lämmer kommen, werden sich vielleicht auch die blauen Farbtupfer in der nunmehr weiß-blauen Herde des Streichelzoos weiter vermehren.
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    Bilder 1/2: Ob weiß oder blau: Skudden sind mit ihren schmalen Köpfen und kleinen, spitzen Öhrchen nicht nur eine alte und seltene, sondern auch eine sehr hübsche Schafrasse. Während die weiblichen Tiere keine Hörner oder nur kurze Hornstummel tragen, entsprechen die Böcke dank ihrer schön gewundenen Schneckengehörne geradezu dem Urbild des stolzen Widders. (Fotos: Wilhelma)

    (06.01.2011)
    Wilhelma:   Mit Schwung ins Neue Jahr:
    Nachwuchs bei den Meistern im Schwinghangeln
    Man muss schon genau hinschauen, um das rund einen Monat junge Nesthäkchen der Weißhandgibbons zu entdecken. Denn das Äffchen ist ebenso „blond“ wie Mama Domino, noch sehr klein und meist lugt nur sein winziges, zerknautschtes Gesicht aus dem Bauchfell der Mutter hervor. Der thailändische Name des neuen Erdenbürgers und künftigen Luftakrobaten: „Narumol“.
    Ob der am 17. November geborene kleine Gibbon ein Junge oder Mädchen ist, wird wohl noch eine Weile im Dunkeln bleiben. Denn um das Geschlecht bei diesen Primaten sicher bestimmen zu können, müsste man Domino das Baby wegnehmen. Ein Stress, dem man Mutter und Kind aber nicht zumuten will, nur um nach dem kleinen Unterschied zu fahnden. Entsprechend „geschlechtsneutral“ fällt daher eine frühzeitige Namenswahl der Tierpfleger aus. Narumol ist es gleich, für sie/ihn gibt es ohnehin erst einmal Wichtigeres als die Namens- und Geschlechterfrage: viel leckere Muttermilch trinken, das noch spärlich behaarte Bäuchlein mithilfe von Mutters warmem Fell vor der Winterkälte schützen und immer gut festhalten, wenn Domino artistische Luftnummern am „Trapez“ des Schwingaffenhauses vollführt. Erst mit etwa vier bis sechs Monaten wird der Nachwuchs Ausflüge jenseits von Mamas Fellzipfel unternehmen – vielleicht lässt sich dann ja eher erkennen, ob Domino diesmal Sohn oder Tochter geboren hat. Bis zu zwei Jahre betreuen Gibbonmütter ihre Jungen, erst mit sieben Jahren werden die virtuosen Schwinghangler aus den Regenwäldern Chinas, Malaysias, Thailands und Sumatras geschlechtsreif.
    Für die erfahrene 27-jährige Domino ist Narumol schon das achte Kind – und der erste blonde Nachwuchs seit sechs Jahren: Ihre ebenfalls noch in der Familie lebenden, 2007 und 2008 geborenen Söhne Manis und Jambi sind beide schwarzhaarig wie Papa Porgy. Doch über das Geschlecht sagt auch die Fellfarbe nichts aus, bei männlichen wie weiblichen Weißhandgibbons kommen alle möglichen Farbvarianten vor. Domino wurde 1983 in der Wilhelma geboren und lebt hier seit 1996 mit dem rund sechs Jahre älteren Porgy in einer festen Paarbeziehung, auch in der Wildnis bleiben die Partner lebenslänglich beieinander. Ihren familiären Zusammenhalt und ihre Revieransprüche pflegen die auch „kleine Menschenaffen“ genannten Gibbons vor allem morgens und abends lautstark aber melodisch zu verkünden. Dann erklingt ihr oft im Duett vorgetragener Reviergesang, in deren Genuss vor allem frühe und späte Wilhelma-Besucher kommen – und dasim Sommer wie im Winter.
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    Foto: Domino und ihr noch recht zerknautscht in die Welt blickendes Jüngstes namens Narumol: Selbst jetzt, in der Winterkälte, ist die Gibbonmutter mit ihrem Baby fast den ganzen Tag im Außengehege des Schwingaffenhauses unterwegs.
    (03.01.2011)
    Wilhelma:   Bilanz 2010 – Ausblick 2011:
    2,14 Millionen Besucher und wichtige Bauten für die Zukunft

    Stuttgart, 15.12.2010. Ein langer Winter, ein verregnetes Frühjahr, ein mäßiger Sommer: Welchen Einfluss das Wetter auf die Besucherzahlen von Einrichtungen wie der Wilhelma ausübt, hat sich im Jahr 2010 erneut gezeigt. Insgesamt haben 2,14 Millionen Menschen 2010 die Wilhelma besucht, die Besucherzahl sank gegenüber dem Vorjahr (ca. 2,22 Mill. Besucher) um rund 3,45 Prozent. Somit setzte sich der Besucherrückgang nach dem Rekordjahr 2008 fort, fiel jedoch schwächer aus als 2009 gegenüber 2008 (7,86 Prozent). Doch trotz dieser Einbußen hatte das Jahr auch seine guten Seiten für die Wilhelma, denn zwei für ihre Zukunft wichtige Bauprojekte gingen an den Start: der Bau der neuen Menschenaffenanlage und des neuen Wilhelmaschulgebäudes.
    Die gute Nachricht: Ohne ihre treuen Stammbesucher hätte die Besucherbilanz der Wilhelma angesichts der oft ungünstigen Wetterverhältnisse im Jahr 2010 deutlich schlechter ausfallen können. Denn die Gesamtzahl von immerhin wieder gut über zwei Millionen Besucher ist dem fast gleich bleibend hohen Anteil der Jahreskartenbesitzer und der weiter wachsenden Zahl der Fördervereinsmitglieder zu verdanken. So sank der Verkauf von normalen Jahreskarten im Vergleich zum Vorjahr nur leicht um ca. ein Prozent, die Zahl der Fördermitglieder mit Jahreskarten stieg zwischen November 2009 und November 2010 um rund 4,5 Prozent auf mittlerweile über 25.900 Mitglieder. Die schlechte Nachricht und Wermutstropfen dabei: Der für die Einnahmen der Wilhelma besonders wichtige Verkauf von Tageskarten ging gegenüber dem Vorjahr um rund 7 Prozent zurück. (Von 2008 auf 2009 betrug der Rückgang über 13 Prozent.)
    Schwaches 1. Halbjahr
    Wie bereits im Jahr 2009 blieben die Besucherströme vor allem im ersten Quartal, das mit viel Schnee und Kälte aufwartete, sehr verhalten. Danach bescherte zwar der April ein kleines Zwischenhoch pünktlich zu Ostern und einer herrlichen Magnolienblüte, doch dafür fiel der sonst recht besucherstarke Wonnemonat Mai diesmal fast komplett „ins Wasser“. Entsprechend bescheiden sah die Zwischenbilanz zur Jahresmitte aus: Die Besucherzahlen waren im Vergleich zum ebenfalls schwachen ersten Halbjahr 2009 nochmals um 11,7 Prozent gesunken. Allerdings hatten auch die meisten anderen deutschen Zoos zu diesem Zeitpunkt sinkende Besucherzahlen zu vermelden: Die des Allwetterzoos Münster waren im ersten Halbjahr um 9,78 Prozent, die des Leipziger Zoos um 20,88 Prozent und die des Wuppertaler Zoos sogar um 35,22 Prozent zurückgegangen. Im generell besucherstärkeren zweiten Halbjahr hat sich dieser Abwärtstrend glücklicherweise abgeschwächt – wie die Wilhelma, so dürften daher auch die anderen Zoos wieder etwas „Boden gut gemacht“ haben. Bergauf ging es im Sommer jedoch erst im August, der dank der Sommerferien mit 382 862 Besuchern wieder der stärkste Monat des Jahres war (August 2009: 355.506 Besucher). Im September und November überflügelten die Besucherzahlen die von 2009 ebenfalls leicht, so dass sich der Besucherrückgang bis zum Ende des Jahres voraussichtlich bei ca. 3,45 Prozent einpendeln wird.
    Instandhaltung, Sanierung und Baumaßnahmen 2010
    Ein nicht unerheblicher Teil der Aufwendungen fließt jedes Jahr in die Instandhaltung, also die Erhaltung der Gebäudesubstanz im teils denkmalgeschützten, historischen Park. Hierfür hat die Wilhelma 2010 rund 3,4 Millionen Euro ausgegeben, im Vorjahr waren es ca. 3,3 Millionen Euro. Am 21. April dieses Jahres erfolgte zudem der erste Spatenstich für den Bau der neuen Menschenaffenanlage – und damit der Startschuss für eines der wichtigsten Bauprojekte der Wilhelma seit dem Amazonienhaus vor über zehn Jahren. Der Bau schreitet seither sichtlich voran, so dass nach aktuellem Stand der Dinge der geplanten Eröffnung der Anlage im März 2012 nichts im Wege stehen dürfte. Seit Mitte September entsteht am Rand des Maurischen Gartens auf 275 Quadratmetern zudem ein neues Wilhelma-Schulgebäude aus Beton und Glas. Nach Fertigstellung soll es zwei Klassenräume beinhalten, die sich zu einem Vortragsraum für rund 100 Zuhörer kombinieren lassen und mit moderner Medientechnik ausgestattet sein werden. Zudem enthält das Gebäude einen Vorbereitungsraum, ein Materiallager sowie einen Raum, in dem Tiere für den Unterricht gehalten werden können; ein kleiner Hof samt Schulgarten runden die neue Wilhelmaschule ab. Erwartete Gesamtkosten für das Gebäude ohne Inneneinrichtung und Außenanlagen: rund 870.000 Euro.
    Ausblick auf 2011: Umbau der Elefantenanlage geplant
    In Planung befindet sich derzeit zudem der Umbau der Elefantenanlage, ein Entwurf liegt vor und soll diesen Winter vollendet werden. Umgebaut wird dann im Herbst und Winter 2011/2012, also bewusst in der besucherarmen Zeit, zumal sich diese Baustelle direkt neben derjenigen der neuen Menschenaffenanlage befinden wird. Die wichtigsten Ziele bei der Umgestaltung der Elefantenanlage: Sie soll erstens keinen Graben mehr besitzen – ein Punkt, der seit dem Tod der alten Elefantenkuh Vilja mehr denn je unter den Nägeln brennt. Zweitens soll die Anlage den Elefantendamen mehr Raum bieten. Und drittens soll sie später ohne weitere große Veränderung von ihren Nachbarn, den Panzernashörnern, genutzt werden können, sobald die Elefanten in eine komplett neue Anlage umgezogen sind. Diese ist seit längerem geplant, ein Baubeginn aber leider erst nach Fertigstellung des Rosensteintunnels möglich. Zudem sind 2011 weitere Investitionen in die Infrastruktur notwendig, etwa in Wege, Gehege (z.B. Klammeraffeninsel), Dächer, Heizanlage, Elektrik, Gewächshäuser etc. Die Wilhelma hat daher rund 3 Millionen Euro für Instandhaltungen im Jahr 2011 veranschlagt.

    (15.12.2010)
    Wilhelma:   Erstmals Riesentukane in der Wilhelma zu sehen:
    Die Vögel mit dem Kühler-Schnabel

    Erstmals in der Wilhelma zu sehen sind ab sofort die Riesentukane, prächtige Vögel mit gewal-tigen Schnäbeln aus Südamerika. Zu finden sind sie an einem angesichts des winterlichen Schmuddelwetters derzeit besonders attraktiven Ort: im üppig grünen, kuschelige 28 Grad warmen Amazonienhaus.
    Sie sind Geschwister, am 28. Mai in Wuppertal aus ihren Eiern geschlüpft und damit etwa ein halbes Jahr alt, die beiden neuen Riesentukane in der Wilhelma. Im November kamen sie als Leihgabe des Wuppertaler Zoos nach Stuttgart, wo sie nach kurzer Quarantäne ihre Voliere im Amazonienhaus bezogen. In der Wilhelma leben auch Fischer- und Dottertukan, doch Riesentukane sind noch einen „Tick“ größer als diese: Bis zu 60 Zentimeter lang und mehr als 800 Gramm schwer werden die Männchen – die optisch identischen Weibchen bleiben etwas kleiner. Noch ist unklar, ob die beiden Neulinge männlich oder weiblich sind, denn das bringt nur der DNA-Test einer Federprobe ans Licht.
    Das auffälligste Merkmal der überwiegend schwarz gefiederten Riesentukane ist natürlich ihr Schnabel: knallgelb-orange gefärbt und von wahrhaft beeindruckender Größe. Bis zu 23 Zentimeter lang wird er bei Tukan-Männchen, bei Weibchen ist er wenig kürzer. Beim „Schnäbeln“ brauchen diese Vögel mit Materialeinsatz also nicht zu geizen. Tatsächlich spielt der Schnabel bei Balz und Partnerwahl eine Rolle – aber er kann noch mehr: Gute Dienste leistet er auch als eingebaute Klimaanlage, denn überschüssige Wärme wird über feine Äderchen unter seiner Oberfläche abgeleitet. Keine schlechte Einrichtung so ein Kühler-Schnabel, wenn man im tropisch heißen Dschungel zu Hause ist ...
    Die ursprüngliche Heimat der Riesentukane sind die Wälder und Baumsavannen im Osten Südamerikas. Dank eher mäßiger Flugkünste hüpfen die Wipfelbewohner lieber ihrer Wege, anstatt zu fliegen, und wenn sie sich einmal aufschwingen, setzen sie auf Gleitflug. Den Boden suchen sie selten auf. Tukane bilden gern kleine Familiengruppen, die gemeinsam in Baumhöhlen übernachten – um dabei Platz zu sparen, wird der Schwanz am Rücken hochgeklappt. Auf ihrem Speiseplan stehen vor allem Früchte, doch auch Insekten, Frösche, Echsen, Eier und Jungvögel sind als Imbiss willkommen. Größere Früchte pflückt, zerquetscht und „entsaftet“ der Tukan mithilfe des Schnabels, kleine Früchte schluckt er am Stück. Ein kleines Kunststück vollbringt er stets, um Leckerbissen aus der Schnabelspitze in die Kehle zu befördern: kurzes Rucken des Kopfes nach oben, eleganter Wurf rückwärts und schwupp ist der Fall erledigt. Nur beim Bau einer Bruthöhle ist der große Schnabel etwas hinderlich, weshalb sich der Riesentukan gerne in vorgefertigte Baumhöhlen anderer Vögel, etwa seiner kleineren Spechtverwandtschaft, einmietet. Den anfangs federlosen, blinden Nachwuchs ziehen die Tukan-Eltern gemeinsam auf. Nach etwas weniger als zwei Monaten sind die Jungen flügge – und wenn alles gut geht, können sie etwa 20 Jahre alt werden.

    Foto: Riesentukan (Wilhelma)
    (09.12.2010)
    Wilhelma:   Wickelschwanzskinke:

    Echsen mit fünfter Hand

    Im Terrarium der Wilhelma lässt sich derzeit die ungewöhnliche Brutpflege der Wickelschwanzskinke, einer Echsenart von den Salomonen-Inseln, am lebenden Beispiel beobachten. Denn seit rund zwei Wochen teilt sich ein Jungtier mit Mutter und Vater Skink das Terrarium – und darf mitunter sogar huckepack auf Mutters Rücken reiten.
    Mit bis zu 75 Zentimetern Länge sind Wickelschwanzskinke die größten Skinke der Welt und kommen ursprünglich nur in den Küsten- und Bergregenwäldern auf den Salomonen-Inseln vor. Neben den Schlangen und Chamäleons sind sie die einzigen Reptilien, die gemütlich abhängen können – dank Greifschwanz, einer für tropische Baumbewohner durchaus nützlichen Einrichtung: Beim Herumklettern im Geäst sorgt diese „fünfte Hand“ nicht nur für sicheren Halt, sondern ermöglicht es auch, sich nach dem Abhängen wieder am Ast emporzuziehen.
    Seit 1975 lebt im Terrarium der Wilhelma eine Gruppe dieser tarnfarben grau-grün gescheckten, dämmerungsaktiven Kletterkünstler. Die Stammväter kamen aus den Zoos von Zürich und Berlin nach Stuttgart und sorgten in der Wilhelma alsbald regelmäßig für Nachwuchs. Dabei sind Wickelschwanzskinke lebend gebärend: Einmal im Jahr bringen die Weibchen nach sechs Monaten Tragzeit ein bis zwei Junge zur Welt, die bei der Geburt bereits 20 Zentimeter lang und 100 Gramm schwer sind. Die Geburt findet in aller Regel in der Dämmerung statt, so dass der Neuzugang im Terrarium auch diesmal erst am nächsten Tag bemerkt wurde. Bei diesen Echsen ist das nicht weiter dramatisch, da sie sich vegetarisch von allerlei Blättern und Früchten ernähren und – im Gegensatz zu manch anderer Echsenart – kein kulinarisches Interesse am eigenen Nachwuchs haben. Im Gegenteil: Obwohl das Jungtier von Anfang an selbstständig ist, bleibt es etwa sechs Monate lang nah bei der Mutter, wird von ihr beschützt und teilweise auch auf dem Rücken durchs Geäst getragen – eine für Reptilien durchaus ungewöhnliche Brutpflege!
    Erst mit drei bis vier Jahren werden Skinke geschlechtsreif, in Menschenobhut können sie durchaus 20 Jahre alt werden. Erwachsene Wickelschwanzskinke sind wehrhafte Tiere, die kratzen, fauchen und kräftig zubeißen können, wenn unliebsame Artgenossen oder Feinde ihren Weg kreuzen.



    (01.12.2010)
    Wilhelma:   Orchideenblüte in der Wilhelma:
    Etwas Farbe braucht der Mensch

    Unser mitteleuropäisches Novemberwetter ist nicht jedermanns Sache und kann schon gewaltig auf die Stimmung drücken. Gegen ein Zuviel an Regen, Dunkelheit und Kälte helfen aber Licht, Wärme und bunte Farben. Eine gute Dosis davon kann man sich bei einem Besuch der Wilhelma gönnen.
    Ein Gang durch die Gewächshäuser der Wilhelma wärmt nicht nur die kalten Hände und Füße, sondern erfreut zudem die Sinne mit Farben und Düften! Winterzeit ist unter anderem Orchideenzeit – die Wilhelma besitzt mit über 5000 Pflanzen aus 1200 Arten und Sorten eine der größten Orchideensammlungen in Deutschland, aber andererseits nur einen kleinen Ausschnitt aus den über 18.500 Arten und Tausenden von Zuchtformen, die eine der größten Familien im Pflanzenreich insgesamt zu bieten hat. Für die Besucher ist allerdings immer nur eine Auswahl der herrlichen Pflanzen zu sehen: In ihrer oftmals langen Ruhephase zwischen den Blütezeiten sind Orchideen eher unattraktiv und verbringen diese Zeit daher bei sorgfältiger Pflege hinter den Kulissen. Im Schaugewächshaus wetteifern die Schönheiten mit den klangvollen Namen in einem Farbenrausch von porzellanweiß über sonnengelb, bonbonrosa, bordeauxrot, zartviolett und dunkelpurpur um die Gunst der Besucher. Auch das Lieblingsgewürz der Gutslebäcker gehört zu den Orchideen und rankt über den Vitrinen - Vanilleduft erwartet man allerdings vergebens, denn es duften nicht die Blüten, sondern nur die Früchte mit den winzigen Samen.
    Dass Orchideenblüten uns Menschen bezaubern, ist biologisch gesehen ein ungewollter, überflüssiger Nebeneffekt. Die bizarren Blüten sollen vor allem die Bestäuber anlocken, damit die Fortpflanzung gewährleistet ist. In der Natur erfüllen je nach Konstruktion der hochspezialisierten Blüten u.a. Bienen, Fliegen, Ameisen, Käfer, Schmetterlinge, Kolibris, Fledermäuse und sogar Frösche diese wichtige Aufgabe. Die Bestäuber werden dabei in aller Regel optisch angelockt – Düfte gehören eher nicht zum Verführungsrepertoire der Orchideen. In der Wilhelma liegt nicht nur das Wohl sondern auch die Fortpflanzung der Orchideen in den Händen der Gärtner: In 4 Gewächshäusern mit unterschiedlichem Klima werden die Orchideen liebevoll gepflegt und vegetativ vermehrt. Die kleinen Pflänzchen werden gepäppelt, bis auch sie einmal in voller Blüte stehend eine Zeit lang ins Schaugewächshaus gesetzt werden, um die Besucher zu verzaubern - bis Ende Februar übrigens noch zum günstigen Wintertarif!

    (24.11.2010)
    Wilhelma:   Neuer Mitarbeiter in der Nordseeabteilung in der Wilhelma:
    Der Seehase

    Der Seehase im Aquarium der Wilhelma ist irgendwie auch ein „Keinohrhase“, denn es handelt sich bei diesem Tier mitnichten um einen submarinen pelzigen Möhrenvernichter, sondern um einen Fisch aus der Ordnung der Drachenkopfartigen!
    Die Seehasen bilden dort eine eigene Familie, denn es sind schon sehr spezielle Fische: Sie haben keine Schuppen – ihr Körper ist mit Knochenplatten bedeckt, die an in 4 Längsreihen angeordneten Knochendornen deutlich erkennbar sind. Seehasen haben auch keine Schwimmblase – als benthische Lauerjäger, die viel Zeit sozusagen sitzend am Boden verbringen, sind schwimmen und tarieren für sie zu minder wichtigen Fähigkeiten geworden. Dafür sind die Bauchflossen zu einer Art Saugscheibe verwachsen, die die Bodenhaftung dieser Fische sehr verbessert. So lauern sie denn auf ihre Lieblingsnahrung – Quallen, Rippenquallen, Krebstiere und kleine Fische – und wachsen langsam aber sicher zu stattlichen 70 cm Länge heran (wobei nur die Weibchen so groß werden, die Männchen bleiben deutlich kleiner).
    Seehasen kommen normalerweise in einer schlichten graublauen Tarnfärbung daher. Zur Laichzeit färben sich die Männchen in leuchtendes Orange um. Sie betreiben auch Brutpflege und bewachen die bis zu 200 000 Eier bis zum Schlupf der Jungen. Die Eier der Seehasen sind aber nicht nur für die Fische selbst und einige Laichräuber von Interesse: Die eigentlich zart rosafarbenen Eier werden schwarz eingefärbt im Handel als „Deutscher Kaviar“ vermarktet.
    Seehasen sind Kaltwasserfische und kommen in natura in der Nordsee und im Atlantik von Norwegen bis Portugal vor. Das Seehäschen in der Wilhelma stammt aus Stralsund: Es ging dort Fischern ins Netz, landete zunächst im Ozeaneum und wurde von den Kollegen dort in der Wilhelma gegen ein paar Seepferdchennachzuchten getauscht. Nun hoffen wir, dass die Stuttgarter Pferdchen in Stralsund die Basis für eine eigene Seepferdchenzucht bilden, und dass der (noch) kleine Seehase den Besuchern im Aquarium der Wilhelma lange Freude machen wird.

    (17.11.2010)
    Ronald Masell:   @MM wie gesagt, eine Woche
    (15.11.2010)
    Michael Mettler:   Wie lange braucht denn eine Bambusnatter, um ihre beiden wöchtlichen Mäuse zu nagen? :-)
    (11.11.2010)
    Wilhelma:   Die Rote Bambusnatter
    Neuer Farbtupfer im Wilhelma-Terrarium

    Die kleine Schlange ist eine Neuheit im Wilhelma-Terrarium, sieht aus wie ein Werbetierchen für Gartenschläuche und hört auf den poetischen Namen „Oreocryptophis porphyraceus coxi“, zu deutsch „Rote Bambusnatter“.

    Die Heimat der schönen Roten Bambusnatter ist Thailand. Dort kommt sie aber nur in zwei Provinzen vor, ist nicht häufig und daher in ihrem Heimatland geschützt. Sie ist sehr scheu, kein Kulturfolger und meidet normalerweise die Nähe des Menschen – ihr Lebensraum ist der Bergregenwald bis in Höhen von 2600 Meter. Und sie schätzt keine durchgehend tropisch heißen Temperaturen: Bis 25 Grad Celsius tagsüber sind genug, und nachts darf es gerne etwas kühler sein. Um in Fortpflanzungslaune zu kommen, ist sogar eine knapp zwei Monate lange Winterruhe bei zehn bis 15 Grad Celsius nötig!

    Die Wilhelma hat Ende 2009 zwei bezaubernde kleine Bambusnatternachzuchten bekommen. Allerdings hatten diese zunächst nur Länge und Durchmesser von schlanken Buntstiften und mussten erst mal hinter den Kulissen zu ordentlichen Jungschlangen hochgepäppelt werden – damit sie vom Besucher auch gesehen werden und nicht durch das Lüftungsgitter flutschen. Nun aber leben sie zunächst in einem der kleinen Terrarien gegenüber von der Krokodilhalle. Bambusnattern ernähren sich vorwiegend von Nagen. So dünn die Schlangen auch aussehen, so sind sie doch dehnbar genug, dass sie ohne Probleme wöchentlich zwei kleine Mäuse verputzen können. Zwischen 70 und 90 Zentimeter werden die Tiere später einmal lang sein, wobei die Weibchen etwas größer werden als die Männchen. Geschlechtsreif sind die Roten Bambusnattern erst mit knapp drei Jahren. Es wird also noch ein bisschen dauern, bis hier Nachwuchs zu erwarten ist.

    Foto: eine der jungen Roten Bambusnattern
    (11.11.2010)
    Wilhelma:   Kampfmittelbeseitigung im Rosensteinpark:
    Am 28. November bleibt die Wilhelma geschlossen

    Seit dem 8. November wird im Rosensteinpark nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg gesucht. Jetzt, am dritten Tag, hat der Kampfmittelbeseitigungsdienst etwa 100 Meter von der Wilhelma entfernt einen ersten Blindgänger gefunden, der kontrolliert entschärft werden muss. Unabhängig davon, ob noch weitere entdeckt werden, wird also am bereits dafür eingeplanten Tag, dem 28. November, eine Entschärfung statt finden. Aus Sicherheitsgründen wird daher die Wilhelma an diesem Tag komplett für die Besucher geschlossen bleiben – ein bislang einmaliger Fall in ihrer Geschichte. Doch ist dies nötig, da die Sicherheitszone rund um den Ort – oder eventuell auch weitere Orte – der Kampfmittelbeseitigung in Bereiche der Wilhelma hineinreichen.

    Doch nicht nur an die Sicherheit der Besucher wird an diesem Tag gedacht. Vielmehr wird gemäß eines genauen Notfallplans natürlich auch für den Schutz der Mitarbeiter und Tiere in der Wilhelma gesorgt. Zum Glück ist dank der Erfahrung des Kampfmittelbeseitigungsdienstes die Wahrscheinlichkeit äußerst gering, dass ein Blindgänger bei der Entschärfung doch einmal explodiert. Weil dieser Fall aber dennoch nie hundertprozentig auszuschließen ist, müssen auch die Mitarbeiter und Tiere der Wilhelma in diesem Zeitraum außer Reichweite von Splittern und Co. sein, die bei einer Detonation umherfliegen würden. Die Tiere der Wilhelma werden daher morgens wie gewohnt versorgt und gefüttert, danach bleiben sie jedoch in den Ställen und Unterkünften, bis der Kampfmittelbeseitigungsdienst seine Arbeit beendet hat. Nur bei Bedarf und Möglichkeit werden einzelne Behausungen zusätzlich mit Strohballen geschützt. Eine vorbeugende Evakuierung aller eventuell betroffenen Bereiche kommt mangels Ausweichquartieren und dem damit verbundenen zu hohen Stress für die Tiere nicht in Frage.

    Die Mitarbeiter begeben sich zudem an sichere Orte innerhalb oder außerhalb der Wilhelma, aber auf jeden Fall außerhalb der Risikozonen, und warten dort ab, bis der Kampfmittelbeseitigungsdienst Entwarnung gibt. Sobald dies der Fall ist, können die Tiere die sicheren vier Wände verlassen und die Tierpfleger ihre Arbeit wieder aufnehmen. Da sich weder Uhrzeit noch Dauer der Bombenentschärfung im Vorfeld präzise vorhersagen lassen, bleibt die Wilhelma aber auf jeden Fall den ganzen Tag über geschlossen.

    (11.11.2010)
    Wilhelma:   Frischlinge in der Wilhelma:
    Kleine Saubande mit sechs jungen Wilden

    Im Wildschweingehege auf dem Schaubauernhof geht die Post ab: Sechs Ferkel – halt nein, „Frischlinge“ heißt das ja bei Wildschweinen – lassen hier derzeit „die Sau raus“. Die Eltern der kleinen Saubande sind Tristan und Isolde. Ganz anders als die berühmten Namensvettern aus der Wagner-Oper führt das Wilhelma-Paar jedoch eine ganz undramatische und für Wildschweinverhältnisse obendrein recht intensive Beziehung – die überdies jedes Jahr Früchte trägt.
    Eigentlich waren es diesmal gleich sieben Frischlinge auf einen Streich, welche die Bache Isolde Ende September auf die Welt brachte. Doch das siebte Jungtier kam leider tot zur Welt. Dafür ist der sechsköpfige Rest umso springlebendiger und das muntere Treiben des kleinen Sauhaufens unterhaltsamer als manche Sportsendung. Ganz oben in der Beliebtheitsskala rangiert neben der Disziplin „Schlamm-Catchen“ das „Formel-1-Wettrennen“, für das den Frischlingen das richtige Design quasi in die Wiege gelegt wurde: schmucke, stromlinienförmige Rallyestreifen an den Flanken. Natürlich wird nach jeder Runde auch ein Boxenstop eingelegt, um frische Muttermilch zu tanken. Startnummern für ihre Wettkämpfe benötigen die Frischlinge aber keine: Die Streifen und Flecken ihrer Kinderkleider sind einzigartig, jedes Jungtier ist somit eindeutig identifizierbar.
    Für die Tragzeit gibt es bei Wild- und anderen Schweinen eine Art Faustformel: Danach kommen die Jungen nach drei Monaten, drei Wochen und drei Tagen zur Welt. Etwa drei weitere Monate tragen Frischlinge dann die gestreiften Tarnanzüge, die ihnen im Unterholz beste Dienste leisten, bevor sie es gegen ein einfaches, braunes Jugendfell und noch später gegen die struppigen „Schwarzkittel“ der erwachsenen Tiere tauschen. In der Natur bilden die Mütter mit ihrem Nachwuchs in der Regel so genannte Mutterfamilien, die Keiler streifen außerhalb der Paarungszeit als Singles umher. Nicht so der Wilhelma-Keiler Tristan: Er lebt mit Isolde quasi in Dauer-Ehe, darf durchgängig am Familienleben teilnehmen und erträgt dafür auch die wildesten Spiele seines Nachwuchses meist ganz gelassen. Nur wenn sie es für seinen Geschmack gar zu bunt treiben, schubst er sie mit seinem hauerbewehrten Haupt schon mal kurzerhand zur Seite.
    Auf dem Schaubauernhof werden die Wildschweine getreu des Konzepts „Vom Wildtier zum Haustier“ als lebendes Beispiel für einen Urahn unserer Hausschweine gezeigt. Oft mit ihnen verwechselt wird zudem eine andere wilde Schweineart im Park: das Halsbandpekari. Es gehört allerdings nicht zu den „echten Schweinen“ der Alten Welt, sondern zur neuweltlichen Familie der Nabelschweine, die vom südlichen Nordamerika bis hinunter nach Argentinien zu finden sind. Und in der Wilhelma – derzeit ebenfalls samt einem Jungtier – auf der Südamerikaanlage.

    Foto: Wildschwein-Frischlinge sind immer zu kleinen Keilereien und anderem Schabernack aufgelegt.
    (03.11.2010)
    Wilhelma:   Nachwuchs bei den Maras oder Pampashasen:
    „Falsche Hasen“ mit großer Sprungkraft

    Die Maras oder Pampashasen gehören zusammen mit den Nandus, Ameisenbären und Alpakas zur „Südamerika-WG“ der Wilhelma und sorgen bei den Besuchern immer wieder für Verwirrung: Sind das Riesenmeerschweinchen auf Stelzen? Oder richtige Hasen? Sicher ist: Sie sind Nagetiere aus der Familie der Meerschweinchen, stammen von den argentinischen Pampas und haben in der Wilhelma gerade Junge bekommen, die seit Kurzem gemeinsam mit den großen Maras über die Wiese hoppeln. Oder hüpfen? Oder doch galoppieren?

    Vermutlich sind sie die am wenigsten beachteten Tiere in der Südamerika-WG gegenüber der Bärenanlage – zu Unrecht, denn Maras sind in jeder Hinsicht außergewöhnlich. Immer scheinen sie irgendwie aus dem Rahmen zu fallen, nicht nur in Sachen Aussehen. Sie können mit ihren langen Beinen sehr schnell laufen, springen oder sich mit allen Vieren gleichzeitig in die Luft katapultieren, als hätten sie Sprungfedern unter den Füßen. Wenn sie beim Galoppieren abrupt Sprünge einbauen, erinnern sie an Huftiere, und sie beherrschen wie Giraffen oder Kamele auch den Passgang. Ruhen sie, verschränken sie – ebenfalls völlig nagetier-untypisch – ihre Beine nicht selten wie Katzen unter der Brust. Auch ihr Sozialverhalten ist eigenartig und flexibel. Im Prinzip leben sie als monogame Paare, zur Jungenaufzucht schließen sie sich zu Kolonien zusammen, und auch als Haremsgruppe mit einem Bock und mehreren Weibchen, wie in der Wilhelma, funktioniert das Zusammenleben. In der Natur legen die Weibchen einen Bau an, der als gemeinsame Kinderstube dient. Obwohl der Nachwuchs von Anfang an sehen, hören und laufen kann, also eigentlich als Nestflüchter „konzipiert“ ist, bleibt er die ersten Lebenswochen wie ein Nesthocker in der Erdhöhle sitzen – aus gutem Grund: Wer will schon vorzeitig im Magen eines Räubers enden? Nur wenn die Mütter sie pfeifend an die „Milchbar“ rufen, kommen die Jungen heraus. Nach dem Säugen verschwinden sie flugs wieder im Bau und die Mütter ziehen von dannen, um sich selbst an Gräsern, Kräutern und Büschen zu laben.

    In der Wilhelma wurde für die Maras auf der Anlage eigens ein kleines Rückzugsgehege mit zwei Schutzhütten angelegt – denn auch die Alpakas spielen, wenn sie der Hafer sticht, gerne mal „Maras jagen“ – und der Nachwuchs erhielt zusätzlich einen künstlichen Bau. Allerdings wagen die Sprösslinge hier deutlich früher erste Ausflüge als in den Pampas. Was leider nicht immer gut geht, da selbst im Zoo Gefahren auf sie lauern. Vor allem die klugen und in der Wilhelma von Jahr zu Jahr zahlreicher werdenden Krähen schaffen es immer wieder, eines der Jungen zu stibitzen. Auch von den zunächst vier Nachkommen, die Ende September und Anfang Oktober zur Welt kamen, ist eines verschwunden. Die übrigen drei sind nun jedoch aus dem Gröbsten raus und glücklicherweise groß genug, um nicht länger als „Krähensnack“ betrachtet zu werden. Weitere drei Monate werden nun ins Land gehen, bis sie ausgewachsen sind, umziehen können – und dann die Besucher in einem anderen Zoo mit ihrem eigenartigen Aussehen und Bewegungsstil verwirren werden.

    Foto: Nicht alles was hoppelt, ist ein Hase: Dieses kleine Mara und seine Mutter heißen mit Zweitnamen zwar „Pampashase“, sie gehören aber zur Familie der Meerschweinchen.
    (28.10.2010)
    Wilhelma:   Auch ein Beitrag zu Artenschutz und Artenvielfalt:
    Felix, das 100. Hinterwälder Kalb – und weiterer Kälbersegen

    Seit Eröffnung des Schaubauernhofs 1993 züchtet die Wilhelma die seltenen, bedrohten Nutztierrassen der Limpurger und Hinterwälder Rinder – mit Erfolg. Bei den Hinterwäldern kam am 5. Oktober mit dem kleinen Bullen „Felix“ bereits das 100. Kalb zur Welt, bei den Limpurgern ist das Ende September geborene Kuhkalb „Shiva“ immerhin schon Nummer 76.

    Das Limpurger Rind gilt als extrem gefährdet: Nur noch 420 Kühe dieser ältesten württembergischen Rinderrasse gibt es – der Beitrag der Wilhelma zu ihrer Erhaltung mit bislang 76 Kälbern kann sich also sehen lassen. Im Vergleich stehen die Hinterwälder, bei denen Kalb „Felix“ nun die Hundert in der Wilhelma-Zucht voll machte, fast noch gut da: Ihr Gesamtbestand umfasst immerhin wieder etwa 5000 Tiere, die Rasse gilt entsprechend „nur“ als gefährdet. Beiden Rassen gemein ist jedenfalls, dass sie Opfer eines wirtschaftlich-industriellen Leistungsdenkens wurden, in dem plötzlich nur noch „Turbokühe“ Platz hatten. Tatsächlich kann die Jahresleistung einzelner Rekord-Superkühe heute Schwindel erregende Mengen von 10.000 Kilogramm und mehr erreichen – und dagegen nehmen sich die rund 3500 Kilo bei Hinterwäldern und durchschnittlich 4715 Kilo bei Limpurgern natürlich eher bescheiden aus. Dafür sind sie robuster und vielseitiger: Den Bauern im Welzheimer Wald etwa schenkte das Limpurger „Dreinutzungsrind“ einst Milch, Fleisch und seine enorme Zugkraft – die vor Kurzem auch das Kuhgespann der Wilhelma beim Umzug des Cannstatter Volksfestes unter Beweis stellte. Doch Traktoren haben noch mehr Zugkraft, die anderen Rassen gaben mehr Milch und so kamen die Limpurger als nicht mehr rentabel aufs Abstellgleis. Als nur noch 17 Kühe und ein Bulle übrig waren, griffen Liebhaber ein und retteten die Rasse vor dem endgültigen Aus. Ähnlich erging es den Hinterwäldern, die früher von den Menschen vor allem des Südschwarzwalds als genügsame, fruchtbare und trittsichere Gefährten geschätzt wurden. Auch bei ihnen kam die Rettung nicht zu früh.
    Heute kümmern sich Züchtervereinigungen um beide Rassen und führen genau Buch über die Bestandsentwicklung. Denn man hat verstanden, dass diese alten Nutztierrassen durchaus nicht nutzlos geworden sind. Im Gegenteil: Sie sind eine wertvolle genetische Reserve für die krankheitsanfälligeren Hochleistungsrassen – und damit ebenfalls von ökonomischer Bedeutung – sowie eine grundsätzliche Bereicherung der Artenvielfalt. Auch die Wilhelma hilft daher, bedrohte Nutztierrassen wie sie zu erhalten, was ihr inzwischen das Prädikat „Arche-Park“ der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) eingetragen hat. Ob sich die Kühe auf dem Schaubauernhof dank dieser Ehrung noch mehr ins Zeug legen? Wohl nicht. Zumal sie schon ihr Bestes geben: Bei den Limpurger Kühen Paula, Svenja, Nike, Sarah und Stina kamen dieses Jahr bereits drei Kälber, bei den Hinterwälder Kühen Wolke, Dahomé, Dori, Tine, Dharma und Frieda schon vier Kälber zur Welt. Und jeweils eines wird bei beiden Rassen im November noch erwartet ...

    Foto: Felix trinkt bei Mutter Frieda.
    (20.10.2010)
    Wilhelma:   Nachwuchs bei den Viscachas – oder:
    Wenn Pampabewohner pampig werden ...

    Sie tragen schwarze Binden über Augen und Nase und erinnern damit ein wenig an Zorro und die Panzerknacker aus den Comics: die Viscachas. Tatsächlich besitzen die großen Nagetiere aus Südamerika starke Zähne, die sie auch zu nutzen wissen. In der Wilhelma haben sie diesen Sommer Nachwuchs bekommen – ein Weibchen namens Anne. Zu sehen ist dieses aber erst jetzt im Kleinsäugerhaus, denn die erste Zeit verbrachte es von der Gruppe getrennt mit seiner Mutter hinter den Kulissen. Eine Art Sicherungsverwahrung, die bei den mitunter etwas pampigen Pampabewohner leider nötig ist ...
    Zwar sind Viscachas gesellige Wesen, wie die Kolonien mit bis zu 30 Tieren in ihrer Heimat, der argentinischen Pampa, belegen. Aber der Gemeinschaftssinn hat unter Nagetieren seine Grenzen und ihre teils aggressiven Umgangsformen machen selbst vor dem Nachwuchs nicht halt. Weil besonders Neugeborene vor den Attacken gerade der weiblichen Gruppenmitglieder nicht sicher sind, gräbt eine werdende Mutter innerhalb des unterirdischen Gemeinschaftsbaus ein „Separée“, in das sie sich zur Geburt zurückzieht. Meist bringt sie dann ein bis vier fertig ausgebildete, voll behaarte Nestflüchter zur Welt. Doch erst, wenn diese kräftig und wehrhaft genug sind, verlässt die Mutter mit ihnen die Kinderstube und führt sie in die Gesellschaft ein. Deshalb blieben auch in der Wilhelma die Viscacha-Mutter Esmée und ihre Tochter Anne die ersten Monate in einem eigenen Gehege hinter den Kulissen. Inzwischen sind sie mit den anderen vereint: mit den Weibchen Basra und Billy sowie Papa Frodo, der erst 2009 selbst in der Wilhelma geboren wurde. Da er, wie bei Viscachas üblich, doppelt so groß wie die Weibchen ist und meist vorn links in der einsehbaren Höhle sitzt, können die Besucher ihn leicht erkennen.
    Anne dagegen ist eindeutig noch die Kleinste in der Runde – aber längst kein wehrloses Küken mehr. Im Gegenteil: „Die lässt sich nichts gefallen, vor allem wenn’s ums Futter geht“, sagt Revierleiter Jens Schwarz. Mit anderen Worten: Anne ist auf dem besten Weg, ein typisches Viscacha-Weibchen zu werden. Denn bei diesen Tieren haben die Frauen die Hosen an, während die körperlich überlegenen Männchen sich unterordnen und ihren Platz im Clan auch untereinander hart erkämpfen müssen. Doch Viscachas haben noch weitere spannende Eigenarten, wie zum Beispiel ihr Talent als Baumeister: Bis zu 600 Quadratmeter groß können ihre verzweigten unterirdischen Bauten werden, bis zu 30 Eingänge sowie zahlreiche Tunnel und Kammern beinhalten – genügend Wohnraum, um darin sogar Vögel, Insekten, Echsen, Schlangen oder Skunks als Untermieter aufzunehmen. Den Menschen allerdings sind die Höhlensysteme auf den Weideflächen ein Dorn im Auge, zumal als Stolperfallen für ihre Pferde. Auch mögen sie es nicht, dass die vegetarisch lebenden Nagetiere ihrem Vieh das Pampasgras wegfressen. Also rücken sie den „Schädlingen“ seit jeher auf den Pelz. Mit fatalen Folgen: Heute ist die größte Art aus der Chinchilla-Familie stark bedroht.

    Foto: Seit Kurzem in den Kreis der Viscacha-Familie aufgenommen: Anne – hier mit ihrer Mutter Esmée.
    (14.10.2010)
    Liz Thieme:   Der Leoparden-Kater "Sadegh" ist nach Bern gezogen, um dort den im Juni verstorbenen Kater "Rigo" zu ersetzen und soll nun mit "Saphira" züchten.
    Damit hat Stuttgart nun wieder bisschen mehr Platz.
    Nun leben noch seine Eltern, die Jaguarin und ein(?) Serval in den Käfigen.
    (12.10.2010)
    Wilhelma:   Kleiner Ameisenbär jetzt für Besucher zu sehen:
    Auf Mutters Rücken durch die Welt

    Nach rund zweistündiger Geburt erblickte es am 9. August 2010 das Licht der Wilhelma – das Ameisenbär-Mädchen „Pina“. Es ist das fünfte Kind des Ameisenbär-Paares Paco und Daniela und laut seinen Pflegerinnen ein besonders „cooles Mädchen“: aktiv, unerschrocken, neugierig und sehr reif für sein Alter. Lebte es bislang für das Publikum unsichtbar im Innengehege, so können die Besucher Pina nun seit Kurzem und mit etwas Glück auf Mamas Rücken durch das Freigehege „reiten“ sehen.

    Am frühen Nachmittag bei schönem Wetter ist die Chance derzeit am größten, Ameisenbärin Daniela mit ihrer Tochter Pina auf der Außenanlage zu entdecken. Vormittags gehört das Gehege meist Papa Paco, doch mittags wird gewechselt: Dann hält Paco sein Nickerchen drinnen und die Pflegerinnen lassen dafür Daniela und Pina an die frische Luft. Alle drei gemeinsam erleben wird der Besucher jedenfalls nie: Ameisenbären sind außerhalb der Paarungszeit Einzelgänger und Mütter stets allein erziehend. Auch Daniela und Pina bleiben daher nachmittags auf der Anlage unter sich – und sind, wenn sie nicht gerade Siesta halten, nicht selten beim gemeinsamen „Ausritt“ zu beobachten: Denn das Glück der Erde liegt für die kleine Pina auf dem Rücken von Mama. Dort sind Ameisenbärchen wie sie nicht nur sehr energiesparend unterwegs, sondern auch gut getarnt: Farbe und Muster des Jungtierfells ergänzen sich perfekt mit dem Design des mütterlichen Fellkleids. In der Natur ist das für die Kleinen im Zweifel überlebenswichtig, denn dadurch sind sie für mögliche Fressfeinde wie Raubkatzen und Greifvögel sehr leicht zu übersehen.
    In puncto Feinde muss sich die fürsorgliche Mutter Daniela in der Wilhelma keine Sorgen machen. Und auch mit dem Milchfluss klappte es diesmal auf Anhieb: Während die Pflegerinnen Danielas letzten Nachwuchs Pedro – der mittlerweile im englischen Chester lebt – mangels Muttermilch fast gänzlich mit der Flasche aufziehen mussten, kann Daniela die kleine Pina das übliche halbe Jahr nun selbst säugen. Mit erstem spürbaren Erfolg: „Pina wiegt mit sechs Kilo mittlerweile dreimal so viel wie bei der Geburt“, berichtet Pflegerin Karina Maurer. „Und sogar von Mamas Futter nascht die frühreife Kleine schon – und das ließ ihre Geschwister in dem Alter noch völlig kalt.“ Im Zoo erhalten die Südamerikaner mit dem außergewöhnlichen Aussehen einen ausgewogenen Ameisen-Ersatzbrei aus Katzen- oder Hundefutter, Hackfleisch, Getreide und Ei. In der Wildbahn dagegen vertilgt ein Ameisenbär bis zu 35 000 Ameisen oder Termiten täglich! Starke Krallen, die lange Schnauze und vor allem die rund einen halben Meter lange, klebrige Zunge helfen ihm, an die leckeren Krabbeltiere heran zu kommen. Zähne hat der Ameisenbär als Mitglied der Tiergruppe der „Zahnarmen“ jedoch keine: Die Beute wird daher einfach geschluckt und anschließend im muskulösen Magen zerrieben.
    (07.10.2010)
    Wilhelma:   Nachwuchs bei den Poitoueseln:
    Hurra, es ist ein Mädchen

    Dieses Jahr schien bei den Poitoueseln auf dem Schaubauernhof der Wilhelma zu einem Totalausfall in puncto Arterhalt zu werden: Trotz aller Bemühungen von Hengst „Nepomuk“ (9) wurde „Garie“ (16) nicht trächtig. „Hamrah“ (15) hatte eine Totgeburt, und „Laika“ (11) ließ auf sich warten. Aber schließlich brachte sie am 29. August ein bezauberndes Stutfohlen zur Welt – und die kleine „Amy“ bezaubert seither Pfleger, Zoologen und Besucher: Samtweiches, fast schwarzes Fell, große Augen, ellenlange Beine und winzige Hüfchen, charmant abkippende Langohren und eine wie in Mehl getauchte Knuddelschnute – da schlägt das Kindchenschema zu, Fohlen muss man niedlich finden! Beim erwachsenen Esel hingegen ist der Charme schon herber und muss unter dem langen Zottelfell erst gesucht werden, wird manchmal vielleicht auch gar nicht gefunden - wahre Schönheit liegt schließlich im Auge des Betrachters.
    Der Poitouesel ist die größte Eselrasse der Welt und stammt ursprünglich aus der Grafschaft Poitou im Westen Frankreichs. Früher wurden große Esel gebraucht, um daraus mit Pferden Maultiere als Zug- und Tragtiere zu züchten. Die fortschreitende Motorisierung machte nicht nur die Maultiere, sondern auch die Esel überflüssig – dass es diese großen, sanften Langohren heute noch gibt, ist ein paar dickköpfigen französischen Bauern und einigen Eselfreunden zu verdanken, die sich von ihren Tieren nicht trennen mochten, moderne Zeiten hin oder her. Auf dieser sehr schmalen Basis baute der Zuchtverband den Bestand langsam wieder auf . Laut Zuchtbuch gibt es etwa 400 Tiere – man kann also noch nicht von einem gesicherten Bestand sprechen. In der Wilhelma sind seit 1993 insgesamt 18 Poitoueselfohlen geboren worden – ein schöner Beitrag zum Erhalt dieser alten Eselrasse! Die wenigen Poitouesel führen heute wohl meist ein Leben „wie Gott in Frankreich“ - arbeiten müssen sie kaum, auch keine Maultiere mehr produzieren – was einer der Vorgänger von „Nepomuk“ nicht wusste: Das Muli „Viska“ ist das Ergebnis einer (ungewollten) Liason mit einer Shetlandponystute. Esel können über 30 über 30 Jahre alt werden und auch recht lange Nachwuchs bekommen – so wird man an der kleinen Wilhelmaherde hoffentlich noch lange Freude haben.

    (22.09.2010)
    Wilhelma:   Wilhelma-Tag der „offenen Tür“ am 19. September 2010:
    Hinter die Kulissen blicken, fragen, mitmachen

    Wie viel frisst eine Tigerpython? Müssen Elefanten auch zum Zahnarzt? Warum bekommt mein Oleander gelbe Blätter? Mit Fragen wie diesen dürfen die Besucher die Tierpfleger und Gärtner am Wilhelma-Tag, dem 19. September 2010, nach Herzenslust löchern. Denn an diesem Tag öffnen sich im zoologisch-botanischen Garten Stuttgart für die Besucher Bereiche hinter den Kulissen, die ihnen sonst verborgen bleiben, ob in Futterküche,
    Krankenstation, Aquarientechnik oder Gewächshäuser. Überall im Wilhelma-Park haben die Mitarbeiter zudem Informationsstände aufgebaut, es gibt Sonderfütterungen sowie zahlreiche Mitmachaktionen – insbesondere für Kinder – vom Pflanzentopfen, Beschäftigungsmaterial für Tiere basteln über den Tierpfleger-Eignungstest bis zum Baumklettern. Auch der traditionelle Verkauf überzähliger Wilhelma-Pflanzen findet wieder statt – solange der Vorrat reicht. Das Programm beginnt zwischen 8.15 und 9 Uhr, endet
    gegen 17 Uhr und kostet die Besucher nicht mehr als ein „normaler“ Wilhelma-Besuch: Erwachsene zahlen 12 Euro, Kinder die Hälfte. Der Wilhelma-Tag ist die einzige zoologisch-botanische Spielart des „Zootags“, den der Verband
    der Berufstierpfleger vor etwa 17 Jahren ins Leben gerufen hatte. Die ausführlichen Programme für diesen Tag der Wilhelma-Bereiche Zoologie, Botanik und Parkpflege sowie des Fördervereins
    gibt es im Internet unter www.wilhelma.de/wilhelmatag zum Herunterladen – und am Wilhelma-
    Tag als Aushang an den Eingängen, Gewächs- und Tierhäusern.
    (14.09.2010)
    Michael Mettler:   Um die aktuelle Bemerkung von Oliver Jahn über Takine im Thread "Tierpark Berlin" aufzugreifen: Zu der Zeit, als der erste Takinbulle dort ankam, waren auch Vikunjas noch etwas sehr Seltenes in Zoos, vor allem war es kaum möglich, an Stuten zu kommen. In Hannover bedrängte der Hengst die einzige verfügbare Stute so sehr, dass man Alpakastuten hinzu gesellte, um den "Druck" besser zu verteilen, und die daraus entstehenden, übrigens sehr vikunjaähnlichen Bastarde bis zum möglichen Erwerb weiterer Vikunjastuten behielt, um die Alpakas wieder herausnehmen zu können. Der Knoten der reinblütigen Zucht platzte erst einige Zeit später, meiner Erinnerung nach mussten dazu auch noch mehrfach Individuen ausgetauscht werden.

    Heute nehmen wir Vikunja-Nachwuchs als relativ normal hin, und überzählige Hengste finden sich sogar als Einstellungen in kleineren Zoos wie Aschersleben. 1974, als der erste Takin in Berlin eintraf, gab es nur in 14 Haltungen Europas Vikunjas (in 6 davon nur Einzeltiere) und europaweit lediglich 7 Nachzuchten - darunter nur eine Stute... Auch hier sei also mal eine Erfolgsgeschichte aufgezeigt, gerade weil das Vikunja trotz allem nicht zu den "mythischen" Zootieren á la Okapi gehört.
    (08.09.2010)
    Wilhelma:   Ein Vikunja-Fohlen namens Xano:
    Kleines Kamel mit großem Kuschelfaktor

    Er heißt Xano, ist ein Vikunja-Hengstfohlen und seit seiner Geburt am 14. August der Liebling der kleinen Andenkamel-Herde oberhalb der Bären- und Kletteranlage. Und auch die Besucher finden das langbeinige, süße Fohlen mit den großen braunen Augen einfach zum Knuddeln ...
    Morgens um neun Uhr auf der Südamerika-Anlage: Höchste Zeit für die Kleinkamele aus dem südamerikanischen Hochland, sich vom Stall ins Freigehege zu begeben – sofern nicht gerade übelstes Schmuddelwetter herrscht. Neben den drei Vikunja-Stuten Lara, Lima und Xenia trabt dann seit Kurzem auch der erst drei Wochen alte Xano mit nach draußen. Dort angekommen, geht der kleine Kamelhengst zuerst mal eine Runde „Joggen“. Wie vom Hafer gestochen saust er auf seinen langen Stelzen los, einmal quer über die Wiese und wieder zurück – tollkühne Vollbremsungen mit allen Vieren inklusive. Ein begeistertes Publikum am Gehegezaun ist ihm bei solcherlei Kapriolen gewiss. Aber selbst wenn Xano einfach ruhig neben seiner Mutter Xenia steht, ist er eine Augenweide: Große braune Augen, lange Wimpern – und dieser kuschelweiche, hellbraune Wollpullover, den er da trägt! Wenn es demnächst Herbst wird, würde mancher Besucher sicher gerne mit ihm die Kleider tauschen. Zumal Vikunja-Wolle als die seltenste und teuerste der Welt gilt.
    Zwar ist Xano gebürtiger Schwabe, doch nach Stuttgart war er im Juni als kleines „Überraschungsei“ gekommen: Dass seine siebenjährige Mutter Xenia mit ihm trächtig war, als sie vom Zoo Hannover in die Wilhelma umzog, wusste damals keiner. Xanos Vater ist also nicht der Wilhelma-Hengst Casper, sondern ein Hannoveraner Vikunja-Mann. Weil Casper aber die Nachkommen von potenziellen Rivalen nicht leiden kann und sie das auch deutlich spüren lassen würde, musste er zu Xanos Schutz vorübergehend von der Gruppe getrennt werden. Obwohl ihrem Fohlen also keinerlei Gefahr droht, hat Mutter Xenia stets ein wachsames Auge auf Xano – und wehe, es kommt ihm ein Fremdling zu nahe! Beim Kinderhüten zur Seite stehen ihr „Tante“ Lara und die erst zweijährige Stute Lima, die eifrig die große Schwester und mit Klein-Xano am liebsten „Necken“ spielt.
    Vikunjas gehören mit Guanakos, Lamas und Alpakas zu den vier Neuweltkamelen Südamerikas und kommen in den Anden bis in unwirtliche Höhen von 5500 Metern vor. Ihre dichte Wolle schützt sie vor Kälte und das große Herz versorgt sie trotz dünner Höhenluft mit genug Sauerstoff. Zudem wachsen ihre unteren Schneidezähne wie bei Nagetieren ständig nach – was unter Paarhufern einmalig ist – so dass Vikunjas sogar das kurze, störrische Hochlandgras klein kriegen. Ihrer feinen Wolle wegen wurde die Art fast ausgerottet, nur dank strengen Schutzes hat sich der Bestand wieder erholt.

    (08.09.2010)
    Mirko Schmidkunz:   Die Schwarzwaldziege ist jetzt auch zu sehen. Bei den Straußen sind mindestens zwei Dorkasgazellen untergebracht.
    (02.09.2010)
    Wilhelma:   Nachwuchs bei den Kängurus:
    Judith macht das Dutzend voll
    Ein kleines Rotes Riesenkänguru namens Ines ist im August erstmals dem mütterlichen Beutel entsprungen – und das ist der Moment, ab dem ein Känguru in der Wilhelma offiziell als geboren gilt. Ihre Mutter ist die 13-jährige und damit schon recht betagte Kängurufrau Judith. Mit ihrer jüngsten Tochter Ines hat sie nun das Dutzend ihrer Kinderschar voll gemacht.
    Für ihr Alter ist die „Känguru-Oma“ Judith, die vor mehr als 13 Jahren selbst in der Wilhelma geboren wurde, noch topfit: Nie hatte die Stammesälteste der Gruppe größere gesundheitliche Probleme – auf schwäbisch „Zipperlein“ genannt – und mittlerweile hat sie zwölf Jungtieren das Leben geschenkt. Judiths jüngster Nachwuchs Ines hüpfte am 10. August erstmals aus dem Beutel. Den Mutterleib verließ Klein-Ines, wie alle Kängurubabys, allerdings schon viel früher – nämlich bereits 33 Tage nach der Befruchtung. Das Erstaunliche: Obgleich die Jungen zu diesem Zeitpunkt noch eher Embryos als fertige Kängurus sind und gerade mal so groß, dass sie auf einen menschlichen Daumennagel passen, krabbeln sie aus eigener Kraft und zielsicher in Mutters Beutel. Hier tun sie fortan nichts anderes, als an Mamas Zitze zu hängen, zu trinken und zu wachsen. So geht das rund vier Monate, bevor erstmals ein kleiner Kängurukopf aus dem Beutel lugt. Nochmals zwei Monate später ist es soweit: Der junge Hüpfer wagt sich ganz aus seinem Beutel heraus und kommt damit quasi zum zweiten Mal auf die Welt. In der Wilhelma wird dieser Moment dann als eigentlicher Geburtstermin in die „Känguru-Kartei“ eingetragen.
    Fast ihr ganzes Leben lang hat Judith jedes Jahr Nachwuchs bekommen, in manchen Jahren sogar zwei mal – insgesamt sieben Töchter und fünf Söhne, die in anderen Zoos weltweit Judith inzwischen auch viele Enkel und Urenkel geschenkt haben dürften. Denn Babypausen gibt es bei Kängurus normalerweise nicht: Kaum hat ein Junges den Beutel verlassen, „dockt“ kurz darauf schon das nächste an Mutters Zitze an. Voraussetzung für diese „Fließbandproduktion“ nach Känguruart ist es natürlich, dass stets ein Kängurumann als Vater zur Verfügung steht.
    In der Wilhelma übernimmt diesen Part derzeit der 2007 in Stuttgart geborene Pepe. Zu seiner „Herde“ gehören neben Judith noch deren 2006 geborene Tochter Jennifer, die drei Kängurufrauen Fergie, Bingara und Crimson – sowie derzeit mit Ines nunmehr vier Jungtiere. Obgleich eindeutig die Kleinste im Ring, misst Ines aufgerichtet immerhin ebenfalls schon über einen Meter. Gegenüber einem erwachsenen Riesenkängurumann, der bis zu zwei Meter erreichen kann, ist sie allerdings immer noch ein ziemlich kleines Riesenkänguru ...

    Bild: Das kleine Rote Riesenkänguru Ines im Kreis einiger erwachsenen Artgenossen.
    (01.09.2010)
    Wilhelma:   Kaiserschnurrbarttamarin-Nachwuchs im Doppelpack:
    Sind Krallenäffchen-Männer die besseren Väter?

    Sie sind nicht halb so groß, wir ihr Name vermuten lässt, und sie haben in der Wilhelma gerade Zwillinge bekommen: die Kaiserschnurrbarttamarine. Die Kleinen sind der erste Nachwuchs von „Malou“ und entsprechend unsicher ist diese noch in Sachen Säuglingspflege. Aber zum Glück gibt es ja „Ant“, der dies als erfahrener Vater locker wettmacht.
    Revierleiterin Manuela Krön stellt Kaiserschnurrbarttamarin-Mann Ant nur das beste Zeugnis aus. „Er ist ein toller Papa“, erklärt sie. „Sofort nach der Geburt war er zur Stelle, hat die beiden Neugeborenen versorgt und der noch unerfahrenen Mutter Malou gezeigt, was sie tun soll.“ So mancher Menschenvater könnte sich von Ant also eine Scheibe abschneiden. Doch bei den kleinen Krallenäffchen ist väterliche Fürsorge ganz normal, bei ihnen herrscht absolute Gleichberechtigung: Das Babysitten ist ebenso wenig reine Frauensache wie das Tragen schöner Bärte – bei deren Anblick selbst Kaiser Wilhelm II. vor Neid erblasst wäre – den Männern vorbehalten ist. Ant konnte zudem schon recht viel „Know-how“ im Kinderhüten sammeln. Schließlich hatte er mit seiner „ersten Frau“ Teresa, die Anfang 2009 starb, zehn Junge erfolgreich aufgezogen.
    Auch in ihrer Heimat, den brasilianischen Tieflandregenwäldern, kümmern sich Männlein und Weiblein gemeinsam um den Nachwuchs. Zudem frönen die weiblichen Krallenäffchen dort der „Vielmännerei“. Der Vorteil für den Nachwuchs: Seine Überlebenschancen steigen, wenn sich neben den älteren Geschwistern auch alle potenziellen Väter in der Gruppe um ihn kümmern, als Kinderwagen und Klettergerüst dienen und damit den Müttern den Rücken frei halten. Diese können sich dadurch ganz auf Futtersuche und Milchproduktion konzentrieren, auf dass die Winzlinge schnell wachsen. Und das ist nötig, denn direkt nach der Geburt ist so ein kleiner Kaiserschnurrbarttamarin von Kopf bis Po gerade mal fünf Zentimeter lang und wiegt weniger als ein Standardbrief. Ansonsten gleichen die Kleinen ihren Eltern, die ohne Schwanz auch nur 20 bis 25 Zentimeter messen, fast bis aufs Haar – selbst weißer Bartflaum sprießt bereits um die Mäulchen. Entsprechend gut sind die pelzigen „Rucksäckchen“ im Fell ihrer Eltern getarnt und entsprechend entzückt reagieren derzeit die Wilhelma-Besucher, wenn sie die Kleinen dort dennoch entdecken.
    Die am 4. August geborenen Zwillinge von Malou und Ant sind jetzt drei Wochen alt, aber immer noch keine zehn Zentimeter lang, und einige ihrer Bewegungen wirken nach wie vor etwas wackelig. Das sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie eine Sache von der ersten Minute an zu 100 Prozent im Griff hatten: das Festkrallen im Fell ihres erwachsenen „Vehikels“. Denn nicht abzustürzen ist zumindest im Regenwald das A und O im Überlebenstraining jedes Krallenäffchens.

    Foto (Wilhelma):
    Huckepack: Die Zwillinge von Ant und Malou kleben fest in Papas Rückenfell. Ihren Namen verdanken die Kaiserschnurrbarttamarine übrigens dem Scherz eines Zoologen, der den ersten nach Deutschland importierten Äffchen die Hängebärte hochzwirbelte – ganz nach dem bärtigen Vorbild von Kaiser Wilhelm II.

    (25.08.2010)
    Wilhelma:   Nachwuchs bei Gänsegeiern:
    Serbi, der Spätzünder

    Besser spät als nie: Als kaum einer mehr damit rechnete, schlüpfte bei den Gänsegeiern doch noch ein Küken – fast drei Monate später als üblich. Bislang lag es jedoch vor Besucheraugen gut versteckt in seinem Geierhorst. Seit Kurzem jedoch reckt es den Kopf immer häufiger aus dem Horst oder robbt nah an dessen Rand heran. Die Chancen für das Wilhelma-Publikum, einen Blick auf den Junggeier zu erhaschen, steigen damit täglich.
    Am besten sind die Aussichten, das zwei Monate alte Gänsegeierküken in seinem Horst zu Gesicht zu bekommen, wenn man unterhalb der Voliere steht und die niedrigste von drei Plattformen im Auge behält. Denn auf dieser befindet sich die einzige diesjährige Geierkinderstube, in der sich zudem erstaunlich spät erst Leben regte. Normalerweise legen Geierfrauen schon Ende Januar je ein Ei, bebrüten es dann abwechselnd über zwei Monate hinweg und Ende März schlüpft das Küken. Da aber der erste Brutversuch scheiterte, nahmen die Geiereltern einen zweiten Anlauf – mit Erfolg: Der kleine Geier kam am 18. Juni zur Welt, just an dem Tag, als Serbien Deutschland bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1:0 schlug. Daher gaben die Pflegerinnen und Pfleger dem Kleinen den Spitznamen „Serbi“. Die anderen derzeit neun Geier in der Voliere haben dagegen keine Namen.
    Serbi ist das 29. Küken, das seit Beginn der Gänsegeierhaltung 1981 in der Wilhelma schlüpfte und das 27., das von seinen Eltern bislang erfolgreich großgezogen wird. Vier Monate lang sind die bei der Geburt fast 200 Gramm schweren Gänsegeierküken vom elterlichen „Futter-Express“ abhängig. Auf dem Speiseplan steht Fleischbrei aus Mamas Kropf. Je älter das Junge wird, desto früher und weniger vorverdaut wandern die Happen vom großen in den kleinen Schnabel. So gewöhnt sich der Jungvogel allmählich daran, immer größere Fleischbrocken zu verschlingen. Diese stammen auch in der Natur generell von toten Tieren. Denn Gänsegeier befreien als „Gesundheitspolizisten der Lüfte“ die Landschaft von Aas. Früher verrichteten die Vögel die seuchenhygienisch wertvollen Dienste auch auf der Schwäbischen Alb. Die Menschen aber „belohnten“ die Abfallentsorger mit ihrer Ausrottung. Und da tote Schafe und andere Kadaver heute gemäß EU-Verordnung in ganz Europa sofort zu beseitigen sind, geht den Geiern langsam überall das Futter aus – seit einigen Jahren nun auch in Spanien, wo bis dato immerhin noch 18.000 Brutpaare lebten. Auf der Flucht vor dem Hunger tauchten auch in Deutschland und auf der Alb wieder einige Geier auf. Allerdings wird das wohl ein Intermezzo bleiben, denn ohne ausreichendes Aas-Angebot können sie hier auf Dauer nicht überleben.
    Serbi dagegen muss als Zoogeier keinen Hunger fürchten. Denn sobald die elterlichen Spenden aus dem Kropf versiegen, kümmern sich Tierpfleger um sein leibliches Wohl. Mit rund einem halben Jahr wird der Junggeier flügge sein und dann in den Wildpark Potzberg in Rheinland-Pfalz umziehen – im Tausch gegen ein Pärchen Bartkäuze. Doch das ist eine neue Geschichte ...

    Foto (Wilhelma): Schützend beugt sich die Gänsegeiermutter über ihr Küken... doch da der Fotograf nicht weicht, richtet sie sich drohend auf und signalisiert: „Komm ja nicht näher!“
    (18.08.2010)
    Wilhelma:   Neue Eingangsgestaltung der Wilhelma:
    Kunstvolle Schattenrisse stimmen künftig auf den Besuch ein

    Den Eingangsbereich der Wilhelma zwischen Parkhaus und Hauptkassen zieren seit heute neue Schautafeln: Fünf große Schattenrissbilder mit Motiven aus der Wilhelma stimmen hier künftig auf den Besuch im „Garten des Königs“ ein.

    Die Schaufafeln veranschaulichen einerseits den Werdegang des Parks: vom persönlichen Lustgarten des Königs Wilhelm I. und seiner maurischen Architektur bis hin zum einzigen zoologisch-botanischen Garten Europas. Andererseits hebt jede Tafel eine Besonderheit der Wilhelma hervor – ihre Historie, ihre botanische und ihre zoologische Seite ebenso wie das Zusammenspiel aller dieser Aspekte. Und nicht zuletzt ihre Bedeutung für die Menschen als ein Zugang zur Natur mitten in der Stadt, als ein Ort der Erholung und Bildung.

    Zeitlos und zum historischen Ambiente passend sollten die Tafeln gestaltet werden. Und anstatt die Besucher schon vor dem Betreten des Parks mit Informationen zu überhäufen, sollen sie die Phantasie anregen und Lust auf die Wilhelma und vielfältige Entdeckungen machen. Soweit das Konzept. Umgesetzt und künstlerisch mit Leben gefüllt hat es die Grafikerin Jutta Sailer-Paysan, die schon seit vielen Jahren Informationstafeln für den Wilhelma-Park gestaltet. Die technische Realisierung und Produktion der Schautafeln übernahm das Ingenieurbüro Wegweiser von Michael Welsch in Sinzheim.

    Im Hintergrund: Die Geschichte des Schattenrisses

    Eigentlich waren bereits viele Höhlenmalereien Schattenrisse. Als Kunstform seit Jahrtausenden gepflegt wurden Schattenriss und Scherenschnitt jedoch vor allem in China. In Europa wurde diese Art der darstellenden Kunst Anfang des 18. Jahrhunderts dank Étienne de Silhouette bekannt. Der als Geizhals verschriene Finanzminister von Ludwig XV. verbot Farbportraits, um teure Ölfarbe zu sparen, und wünschte stattdessen einfache „Profilrisse“. Damit haftete den ersten Schattenrissen der Makel des „Ärmlichen“ an, was zur Redewendung „à la Silhouette“ führte.
    Bald aber emanzipierte sich die Schattenkunst von diesem Makel und wurde zu einem beliebten Stilmittel. In Deutschland erlebte sie in der Goethezeit eine Hochkonjunktur, wie umfangreiche Sammlungen mit den schattenhaften Köpfen von Adeligen, Intellektuellen und Künstlern aus dieser Zeit belegen. In der Neuzeit wurde der künstlerische Umgang mit Schatten und Umrissen in vielen Variationen neu belebt – durch zeitgenössische Künstler wie die Dadaisten, wie Picasso und Matisse oder gar Andy Warhol. Auch heutige junge Künstler interessieren sich wieder zunehmend für diese Kunstform. Und in Vreden gibt es seit 2006 das erste deutsche Schattenrissmuseum: mit mehr als 14.000 traditionellen wie modernen Schattenrissen und Scherenschnitten von Künstlern aus aller Welt.

    (Foto: Wilhelma)
    (13.08.2010)
    Wilhelma:   Auszeichnung der GEH für die Wilhelma:
    Eine Arche für bedrohte Haustiere

    Künftig darf die Wilhelma den Titel „Arche-Park“ tragen: Verliehen wurde er ihr von der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) in Witzenhausen. Und verdient hat sich die Wilhelma die Auszeichnung „für die Erhaltungszucht, die vorbildliche Betreuung und die ansprechende Präsentation gefährdeter Haustierrassen“. So verkündet wörtlich die Urkunde, welche die GEH-Geschäftsführerin Antje Feldmann dem Revierleiter des Schaubauernhofs Stephan Paspalaris überreichte.
    Die GEH vergibt die Auszeichnung „Arche-Park“ erst seit rund fünf Jahren – in Abwandlung eines anderen Prädikats, das sie bereits 1995 für landwirtschaftliche Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe eingeführt hatte: den „Arche-Hof“. Dieses Prädikat können Betriebe erwerben, die Produkte alter und gefährdeter Nutztierrassen erzeugen und vertreiben. Da Tierparks in der Regel aber andere Schwerpunkte verfolgen als die Direktvermarktung tierischer Produkte, hat die GEH für Zoos und Haustierparks im Jahr 2005 zusätzlich den „Arche-Park“ als eigenes Programm ins Leben gerufen. Bei diesem liegt die Betonung nun auf der Präsentation alter Haustierrassen und auf der Öffentlichkeitsarbeit.
    Die Wilhelma hat sich den Titel „Arche-Park“ daher zum einen verdient, weil sie seltene, vom Aussterben bedrohte Haustierrassen wie Poitouesel, Limpurger Rinder, Schwäbisch Hällische Landschweine sowie elf weitere Rassen aus der Roten Liste der GEH nachzüchtet und einem breiten Publikum zeigt. Auf der anderen Seite schlugen ihre vielfältigen, öffentlichkeitswirksamen Aktionen und Angebote zu Buche. Dazu gehören Tierbegegnungen, Kindergeburtstage, Melken am Kunsteuter und Ponyreiten auf dem Schaubauernhof selbst, aber auch regelmäßige Auftritte außerhalb des zoologisch-botanischen Gartens. So sind Vertreter alter Nutztierrassen aus der Wilhelma beispielsweise beim Mannheimer Maimarkt zu bewundern, bei Aktionstagen des Hohenloher Freilandmuseums in Wackershofen nahe Schwäbisch Hall oder bei der großen Rasseschau der Limpurger Rinder in Schechingen im Ostalbkreis. Den nächsten großen Auftritt wird das Limpurger Kuhgespann der Wilhelma übrigens beim traditionellen Festzug zur Eröffnung des 165. Cannstatter Volksfestes Ende September haben: Wie bereits letztes Jahr wird es dann wieder den Festwagen mit der Nachbildung der historischen Fruchtsäule ziehen.

    Foto: Revierleiter Stephan Paspalaris mit einem Kalb der Limpurger Rinder, einer bedrohten Nutztierrasse aus dem Welzheimer Wald.
    (11.08.2010)
    Wilhelma:   Die Seerosen stehen in voller Blüte:
    „Wilhelma“, die neue Seerose im Teich
    Seit diesem Sommer ziert eine neue Seerose den Teich im Zentrum des Maurischen Gartens. Doch nicht nur das, sie heißt auch so wie ihre neue Heimat: „Wilhelma“. Die künftige Teichbewohnerin ist ein Geschenk der Gesellschaft der Wasserpflanzenfreunde Unterasbach und wurde der Wilhelma bei einer offiziellen Taufe 2009 samt Urkunde, Brief und Siegel überreicht. Dieses Jahr gibt die „Wilhelma“ nun ihr Debüt vor dem geneigten Publikum am tropischen Teich.
    Sie ist strahlend gelb, treibt üppige, über das Wasser ragende Blüten aus und wurde vom bekannten österreichischen Züchter Hans Weber kreiert – die Seerose namens Wilhelma. Und weil sie der Gesellschaft der Wassergartenfreunde Unterasbach, in der Weber Mitglied ist, so gut gefiel, wollten sie ihr einen besonderen Namen geben. Sie tauften sie deshalb nach einem Ort, der selbst für seinen Seerosenteich berühmt ist und zudem kurz davor dessen 50-jähriges Jubiläum feierte: nach der Wilhelma.
    Dieses Jahr erhielt nun eine original „Wilhelma“ erstmals ein Plätzchen in einem der 71 Betonkübel am Teichgrund, in die jeweils im Mai die Seerosen eingepflanzt werden. Damit sich die tropischen Schönen hier wohl fühlen, fließt ständig frisches Cannstatter Mineralwasser in den Teich und eine „Fußbodenheizung“ sorgt für mollig-warme Badetemperaturen von konstant 28 bis 30 Grad Celsius – denn im Gegensatz zu den Tropen kann im unzuverlässigen deutschen Sommer die Temperatur schon mal in den Keller sacken. Außerdem heißt es für die Gärtner mindestens zweimal pro Woche: zuerst in den Neoprenanzug und dann mitten hinein ins nasse Seerosenparadies steigen, um Pflanzen auszuputzen, Blätter auszuschneiden, Algen zu entfernen – was eben so zum Kosmetikprogramm für verwöhnte Tropengewächse gehört. Die Neoprenhülle soll die Gärtner dabei nicht etwa vor der Kälte, sondern vor den messerscharfen Stacheln an den Blättern der Victorien schützen. Die an Kuchenbleche erinnernden Blätter der Riesenseerosen erreichen in unseren Breiten bis zu zwei Meter, in ihrer Heimat Südamerika sogar bis zu vier Meter Durchmesser und besitzen erstaunliche Tragkraft: Einen Reiher spüren sie kaum, ein Kind tragen sie immer noch mühelos. Umgeben sind die Seerosenköniginnen von 36 in allen Formen und Farben blühenden Nymphaea-Arten und -Sorten, und auch eine Stachelseerosen-Art ist mit von der Partie.
    Vor Wintereinbruch zieht die ganze feine Teich-Gesellschaft dann in ihre warme Gewächshaus-Residenz um. Die ganze? Nein. Eine Mitbewohnerin, die Lotosblume, harrt selbst in der kalten Jahreszeit im leeren, aber frostfrei gehaltenen Teich aus. Bislang als einzige. Künftig aber erhält sie Gesellschaft. Denn die „Wilhelma“, die dank Einkreuzung einer Kaltwasserseerose ebenfalls als winterhart gilt, wird versuchsweise ebenfalls im Teich überwintern. Sollte es schief gehen – nun dann gibt es hinter den Kulissen noch ein paar Reservepflanzen. Nur so zur Sicherheit.

    (04.08.2010)
    Wilhelma:   Somali-Wildeselfohlen geboren:
    Die Esel mit den Zebrastreifen

    Lange, spitze Ohren, ein seidiges, sandfarbenes Fell, weiße Mehlschnute, gestreifte Zebrabeine und etwas über zwei Wochen jung: das ist Tibor, der kleine Somali-Wildesel. Er kam am 11. Juli morgens zur Welt und ist das 11. Fohlen dieser vom Aussterben akut bedrohten Art, das nun in der Wilhelma groß wird.
    Somali-Wildeselstuten gebären im Liegen und das sehr schnell: In wenigen Minuten ist alles vorbei. Nur eine Stunde später staksen dann die Fohlen auf langen gestreiften Beinen hinter den Müttern her. In der Wildbahn ist das hohe Tempo, in dem Geburten „erledigt“ werden, überlebenswichtig, denn dort würden Raubtiere die Hilflosigkeit von Mutter und Kind sofort ausnutzen. Der kleine Tibor weiß von alledem nichts. Für das Somali-Wildeselfohlen der Wilhelma gibt es keine Löwen und Hyänen, sondern nur Mutter Sarina, seine ältere Schwester Henrike und Halbschwester Sina sowie die „Tanten“ Shebili, Simone, Sayla und Thea. Vater Luciano dagegen ist für Tibor bislang ein Unbekannter, denn der lässt sich nur in der Paarungssaison bei der Herde blicken. Ansonsten lebt er wie seine wilden Vettern als Einzelgänger und residiert dann in der Wilhelma-Außenstation, dem Tennhof. Aber auf die ständige Anwesenheit des sehr stürmischen, wenig zartfühlenden Liebhabers und „lausigen“ Vaters können die Stuten auch leicht verzichten.
    Auch Luciano ist natürlich ein waschechter Somali-Wildesel, obwohl man beim Anblick von Tibors gestreiften Beinen meinen könnte, hier wurden Zebra und Esel gekreuzt. Doch neben dem hellen „Mehlmaul“ und dem dunklen Aalstrich auf dem Rücken besitzen alle Somali-Wildesel die auffälligen Zebrastreifen an den Beinen. Sie gelten als Erbe der „Ur-Equiden“ (Ur-Pferdeartigen), von denen man annimmt, dass sie alle mehr oder weniger gestreift waren. Sogar bei manchen Hauseseln, die durchweg von afrikanischen Wildeseln abstammen, sind noch Streifenreste erkennbar. In Haustiere verwandelt – domestiziert – wurden Wildesel übrigens ab etwa 5000 vor Christus. Ironie des Schicksals: Heute sind es vielerorts gerade Haustiere, die ihren wilden Vorfahren das wenige Futter im Freiland streitig und damit das Überleben schwer machen. So ergeht es auch dem Somali-Wildesel in seiner Heimat Somalia, Eritrea und Äthiopien. Zudem verhindern bei ihm Kriegswirren und die Jagd auf sein Fleisch, dass sich der verschwindend geringe Bestand von maximal wenigen hundert Tieren wieder erholen kann.
    Dabei nutzt es den Eseln auch wenig, dass sie an das Leben in felsigen Wüstengebieten bestens angepasst sind. Sie kommen sehr lange mit wenigen Schlucken Wasser aus, das notfalls sogar salzhaltig sein darf. Bevor sie welches finden, müssen die Tiere aber oft meilenweit wandern. Auch ihr Speiseplan ist von erlesener Kargheit, darauf stehen vor allem harte Gräser, Kräuter und kleine Büsche. Tibor und seine Artgenossen dagegen können sich in der Wilhelma den Bauch täglich mit leckerem Heu, Gras und Ästen voll schlagen, dazu gibt es mitunter Rüben und Möhren. Und an Wasser herrscht im Schwabenland ja zum Glück ohnehin kein Mangel.

    Foto: Das knapp drei Wochen alte Hengstfohlen Tibor mit Mutter Sarina.
    (28.07.2010)
    Wilhelma:   Von der „Mauser-Mode“ junger Basstölpel:
    Vöglein wechsel’ Dich!

    In der einzigen Basstölpel-Brutkolonie im Binnenland gibt es auch im Jahr 2010 wieder Nachwuchs: zwei kleine Tölpel schälten sich aus ihren Eiern. Kaum zu glauben, dass aus den anfangs eher „hässlichen Entlein“ einmal die schönen, weißen Vögel mit den markanten Augenmasken werden sollen! Aber was bei Schwänen klappt, klappt bei Tölpeln allemal. Die wundersame Verwandlung dauert nur seine Zeit. Nämlich ganze vier Jahre.
    Junge Tölpel sehen eigentlich ständig anders aus: Insgesamt ändern sie drei Mal ihr „Outfit“. Als Mitte Mai das erste Tölpel-Küken schlüpfte, war es noch fast nackt und schwarzhäutig. Ab der dritten Lebenswoche wuchs ihm dann ein weißer, flaumiger „Kapuzenpullover“, aus dem vorne ein schwarzes Vogelgesicht und ein schwarzer Schnabel lugten. Während das im Juni geborene, zweite Küken immer noch so aussieht, zieht sich das Mai-Küken bereits zum zweiten Mal um. Denn die Tölpeljugend trägt ab dem Alter von rund drei Monaten Dunkelbraun mit weißen Tupfen, um sich dann vom ersten bis zum vierten Lebensjahr allmählich zu einem blütenweißen Basstölpel zu mausern. Das fertig ausgebildete Jugendkleid und die Übergangsstadien zum Erwachsenengefieder können Besucher der Wilhelma ebenfalls bewundern: beim Nachwuchs der Vorjahre. Und das schneeweiße Endergebnis beim Rest der nunmehr 16-köpfigen Kolonie, deren erste Vertreter 1970 als Ölopfer in Stuttgart strandeten. Obwohl der Wilhelma-Tölpeltrupp im Vergleich zu den oft über 100.000 Paare umfassenden Freilandkolonien winzig ist, reicht diese Größe offenbar, damit die zu den Ruderfüßern gehörenden Seevögel auch im einzigen Binnenland-Brutgebiet in Brutstimmung kommen.
    In der Natur bauen die größten und schwersten Vertreter der Tölpelfamilie ihre Nester auf Felsinseln vor den Küsten – und das seit 1991 als einzige Tölpelart Europas auch auf Helgoland. Die Küken sind ausgesprochene Nesthocker und lassen sich im „Hotel Mama“ monatelang mit schönen fetten Heringen und Makrelen verwöhnen, die ihre Eltern bei rund 100 Stundenkilometer schnellen Sturzflügen ins Meer im Stoßtauchgang erbeuten. Auch in der Wilhelma hocken die Nesthocker meist gemütlich auf dem unordentlichen Haufen aus Ästen, Schilfhalmen und Gras, den Basstölpel so als Nest bezeichnen, und warten, dass die Eltern ihnen vorverdauten Fisch servieren. Na, dann guten Appetit!

    Foto (Wilhelma):
    Das Anfang Mai geborene, ältere Basstölpel-Küken steckt schon mitten im zweiten Kleiderwechsel und sieht daher etwas zerzaust aus. Teils trägt es noch Babydaunen, teils schon das braune Jugendkleid mit weißen Sprenkeln. Seinen weißen Eltern mit den ausdrucksvollen Augenmasken sieht es aber immer noch nicht allzu ähnlich.
    (22.07.2010)
    Wilhelma:   Junger Seelöwe in der Wilhelma geboren:
    Der scheue Eddy vom Seelöwensee

    Neben der Trauer über den Tod von Elefantin Vilja gibt es in der Wilhelma glücklicherweise derzeit auch Grund zur Freude über neues Leben. Dafür hat beispielsweise Unesco, seit 2007 Haremschef der Seelöwen-Gruppe, gemeinsam mit Evi gesorgt: Am 7. Juni kam – wenngleich etwas überraschend – der kleine Seelöwe Eddy zur Welt.
    Mit einem Seelöwenbaby hatte im Jahr 2010 eigentlich keiner in der Wilhelma gerechnet. Doch früh übt sich wohl, was ein Meister werden will: Normalerweise werden Seelöwenbullen mit fünf Jahren geschlechtsreif, Unesco aber war bei Eddys Zeugung erst drei. Somit erblickte Eddy, Evis fünftes Kind, nach fast zwölf Monaten Tragzeit gute zwei Jahre früher als erwartet das Licht der Welt.
    Aber dieses Licht scheint Eddy offenbar noch nicht ganz geheuer, denn er bleibt auch tagsüber bislang am liebsten in den dunklen, kühlen Innengehegen unterhalb des Seelöwenbeckens, wo er geboren wurde. „Die Welt draußen ist ihm offensichtlich noch zu groß und zu fremd – oder es ist ihm derzeit einfach zu heiß“, so Revierleiterin Bea Jarczewski. „Wir müssen unser ‚Kellerkind’ jedenfalls zwischendurch regelrecht an die frische Luft setzen, damit es sich außerhalb mal blicken lässt.“ Mit etwas Glück können mittlerweile also auch die Besucher den lichtscheuen Eddy beim Bad im 15 Grad kühlen Cannstatter Mineralwasser des Seelöwenpools entdecken. Während der Schaufütterungen verschwindet er jedoch wieder im „Seelöwenkeller“, wo er in dem Fall auch am besten aufgehoben ist. Denn dann geht es draußen hoch her, wird gesprungen, gespritzt und sogar gesungen – viel zu viel Trubel für den Kleinen. Seine Mutter Evi dagegen ist gerade bei den Fütterungen ganz in ihrem Element und kann gar nicht genug Fisch abkriegen. „Sie frisst uns derzeit fast die Haare vom Kopf und bekommt schon morgens eine Extraration“, erzählt Bea Jarczewski. Kein Wunder, denn Seelöwenmütter müssen für ihre Jungen jede Menge sehr nahrhafte, fett- und eiweißhaltige Milch produzieren. Und die macht müde Robbenbabys schnell molliger: Bei der Geburt wiegen die Kleinen etwa sechs bis acht Kilogramm, verdoppeln dieses Gewicht dann aber schon im ersten Lebensmonat.
    In der Natur ist das überlebenswichtig, da Jungrobben ausreichend Fettpolster für Fastenzeiten anlegen müssen. Denn nach sechs bis acht Monaten, wenn Mutters Milchbar für sie schließt, müssen sie selbst lernen, wie man Fische erbeutet, Seelöwenmütter stehen als Lehrerinnen dabei nicht zur Verfügung. Überhaupt kümmern diese sich nur eine Woche lang wirklich intensiv um den Nachwuchs und paaren sich anschließend wieder. Die Seelöwenbabys legen derweil ihr wollig-weiches Geburtsfell ab, in dem sie noch ertrinken würden, lernen ab der zweiten Lebenswoche schwimmen und bilden innerhalb einer Kolonie eigene Kindergruppen. Weil sie somit recht früh auf eigenen Flossen stehen, gehören Seelöwen zu den so genannten Nestflüchtern. Bei Eddy, dem Kellerkind, kann von Flucht aus dem Nest bislang allerdings kaum die Rede sein. Aber als gut umsorgter Zoo-Seelöwe kann man ja auch ruhig mit kleineren Schritten ins Leben starten ...

    (14.07.2010)
    Wilhelma:   Die Wilhelma trauert um Vilja

    Vilja, die älteste Elefantenkuh Europas, ist tot

    Am Samstag, dem 10.Juli 2010, gegen 16 Uhr starb Vilja, Europas älteste Elefantenkuh. Erst letztes Jahr hatte die Wilhelma ihren 60sten Geburtstag gefeiert. Jetzt trauert die ganze Wilhelma um die Elefantendame.
    Eine Tierpflegerin hatte Vilja beim Vorbeigehen auf der Außenanlage stehen sehen. Als sie kurz darauf, von Besuchern alarmiert, zurückkam, fand sie die Elefantin im Graben des Geheges liegend. Dort konnten die Elefantenpfleger wenige Minuten später nur noch ihren Tod feststellen. Besucher berichteten daraufhin, Vilja sei plötzlich auf der Anlage mit den Vorderbeinen eingeknickt, zusammengebrochen und dann in den Graben gerutscht. Bei der Bergung des toten Elefanten half die Feuerwehr, so dass ein Tierärzteteam des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes Stuttgart (CVUAS) in Fellbach und ein Tierarzt der Wilhelma noch am späten Nachmittag mit der Untersuchung beginnen konnten. Nach dem vorläufigen Sektionsergebnis hat Vilja auf der Anlage einen Kreislaufkollaps erlitten und ist infolge dessen in den Graben gerutscht. „Auch wenn wir sehr traurig sind, so können wir also zumindest sicher sein, dass Vilja sich nicht lange hat quälen müssen“, so Wilhelma-Direktor Professor Dieter Jauch.
    Wie Pfleger Volker Scholl berichtete, hatte Vilja in den Tagen vor ihrem Tod keine Anzeichen für eine Erkrankung oder besondere Schwäche gezeigt: Zwar hatte sie im letzten Jahr altersgemäß weiter abgebaut, aber in den letzten Tagen sei sie für ihre Verhältnisse besonders „fit“ und aktiv gewesen und hatte sich noch am Samstagvormittag ausgiebig mit kühlendem Schlamm beworfen.
    Im Januar 2008 war die Feuerwehr schon einmal für Vilja im Einsatz gewesen. Damals war die be¬tagte Elefantenkuh von einer Artgenossin geschubst worden und in den Graben gestürzt. Sie konnte jedoch in einer spektakulären Rettungsaktion mit Hilfe eines Kranes so gut wie unverletzt geborgen werden. Seither hatten die Tierpfleger sie mit Spezialfutter aufgepäppelt und viel Rücksicht auf ihre diversen Altersbeschwerden und Verwöhnwünsche genommen. So durfte Vilja morgens oft länger im Haus bleiben, um ihre Futterration „unbelästigt“ verspeisen zu können. Anfangs, nach dem Graben¬sturz 2008, hatte man ihr zudem aus Sicherheitsgründen eine abgesperrte Zone fernab vom Graben eingerichtet. Dort war sie jedoch von den anderen Elefanten isoliert und in ihrer Bewegungs¬freiheit und damit Lebensqualität eingeschränkt, so dass man sie später wieder ins große Gehege ließ.
    Vilja gehörte zu den bekanntesten Tierpersönlichkeiten im Zoologisch-Botanischen Garten, den sie 1952 noch als Jungtier bezogen hatte. Die gesamte Wilhelma, insbesondere ihre Pfleger, und sicher auch viele Besucher werden sie sehr vermissen.

    (11.07.2010)
    Wilhelma:   Erste Mandschurenkraniche „made in Wilhelma“:
    Zwei Überraschungseier auf der Stelzvogelwiese

    Erst seit 2008 gibt es Mandschurenkraniche in der Wilhelma, ein junges Paar. Mit Nachwuchs aber hatte noch keiner gerechnet, denn diese Art brütet eigentlich erst mit vier bis fünf Jahren erfolgreich. Nicht so das erst dreijährige Stuttgarter Paar, das offenbar zur schnellen Truppe gehört: Mitte Juni schlüpften die ersten beiden Mandschurenkraniche „made in Wilhelma“.

    Als vor einigen Jahren die Stelzvogelwiesen neu gestaltet wurden, bot das die Chance, eine weitere Kranichart zu halten. Und so kamen 2008 zwei im Zoo der lettischen Hauptstadt Riga erbrütete Mandschurenkraniche nach Stuttgart. Die Entscheidung für diese Vogelart fiel leicht, denn sie ist anmutig, schön und in ihrer ursprünglichen Heimat in Fernost geradezu Kult: In Japan heißt der weiß-schwarze Vogel mit dem roten Stirnfleck „Tancho“ – Rotkäppchen –, gilt als Symbol für ein gesundes, langes Leben und ist das mit Abstand beliebteste Tiermotiv auf Kunstwerken oder beim traditionellen Papierfalten, dem Origami. In China bewachen Mandschurenkranchiche den Kaiserthron in der Verbotenen Stadt und es heißt, dass die Seelen Verstorbener auf ihren Rücken in den Himmel reiten.

    In der Paarungszeit fallen die markanten Vögel zusätzlich durch elegante Balztänze und fanfarenartige Rufe auf. Gebalzt wird sehr früh im Jahr und auch das Wilhelma-Paar tanzte und trompetete schon tüchtig, als in Stuttgart noch Schnee lag. Dennoch glaubte keiner, dass gleich der erste Flirt Früchte tragen würde. Fest steht nun, dass sich das Paar in seinem offenen Gehege wohl und sicher genug fühlt, um darin zu brüten – vielleicht, weil die Vögel dafür auch in der Natur offene Sumpfgebiete mit guter Rundumsicht bevorzugen. Bei der Brutpflege setzen die in Dauerehe zusammenlebenden Kraniche auf vorbildliches Teamwork: Das Brüten übernimmt vorwiegend die Henne, die Jungen – meist zwei – schlüpfen in einem Abstand von ein bis zwei Tagen. Und während Mama das zweite Ei fertig bebrütet, hütet Papa schon mal das Erstgeborene – in der Wilhelma ist das mangels Feinden und dank fuchssicherem Elektrozaun zumindest kein Stressjob. Als Nestflüchter stehen und laufen Kranichküken überdies sehr schnell auf den eigenen langen Beinen und noch viel zu groß wirkenden Füßen umher. Ist dann auch das zweite Küken geschlüpft, stelzt die Familie fortan gemeinsam durchs Gras und pickt eifrig nach Insekten, Regenwürmern und kleinen Wirbeltieren. Außerhalb der Brutzeit ernähren sich die Kraniche allerdings stärker vegetarisch: von Körnern, Gräsern, Knollen.

    Leider stand bei dem gefiederten Symbol für langes Leben das eigene Überleben zeitweise auf der Kippe – durch direkte Verfolgung und Zerstörung seiner Lebensräume. Obwohl der Mandschurenkranich heute streng geschützt ist und sich die Population etwas erholt hat, ist die Art weiterhin stark gefährdet. Schon 1987 widmete man deshalb eines der ersten Europäischen Erhaltungszuchtprogramme (EEP) diesem Vogel, rund 300 in Zoos lebende Vertreter sind hier erfasst. Seit Juni nun bereichern zwei weitere Tiere, diesmal „made in Wilhelma“, den Bestand.

    Foto (Wilhelma):
    Kranichküken sind Nestflüchter: Sie folgen den Eltern schnell auf Schritt und Tritt und verspeisen auch von Anfang an, was diesen mundet. Den größeren Kranichvater erkennt man auf den Bildern am großen Ring über dem Laufgelenk, die Mutter am kleinen Ring ganz unten am Fuß.
    (07.07.2010)
    Wilhelma:   Nachwuchs bei den Goldstirnklammeraffen:
    Kleiner Wipfelakrobat mit fünf „Händen“

    Nicht allzu viel Zeit für eine ruhige Siesta bleibt derzeit der Goldstirnklammeraffenfrau namens „Siesta“ auf der Wilhelma-Affeninsel. Denn Ende Mai hat sie einen Sohn geboren – und seither heißt es für die Affenmutter rund um die Uhr: säugen und schleppen.
    Wie alle neugeborenen Vertreter der Goldstirnklammeraffen aus Südamerika ist auch Siestas Sohn „Inigo“ bereits ein Meister im Klammern – während der ersten Lebenswochen allerdings noch nicht an Äste, sondern ausschließlich an Mutters Bauchfell. Die besondere Technik: Die Arme und Beine werden um Mamas Bauch geschlungen, der Schwanz hinten als zusätzlicher Anker um den mütterlichen Schwanzansatz gewunden. So kann nichts mehr schief gehen, ganz egal, mit welchem Affenzahn sich die Mutter samt ihrem kleinen „Klammerbeutel“ durch die Urwaldwipfel hangelt. Gleichzeitig trainiert Inigo von Anfang an, mit seinen fünf Händen – der Schwanz zählt bei diesen Tieren stets mit – in jeder Lage sicheren Halt zu finden und nicht abzustürzen. Schließlich will er später einmal ein ebenso geschickter „Hochseilartist“ wie seine erwachsenen Vorbilder werden. Auf der Wilhelma-Affeninsel sind diese neben Vater Beppo und Mutter Siesta die „Tanten“ Sophie, Fudge und Speedy sowie die ein- und zweijährigen Geschwister und Halbgeschwister Oro, Perla, Pesi, Ivo und Isabo. Elf Tiere umfasst derzeit also die Affenbande, doch könnten es bald noch mehr werden. Denn die Weibchen bringen etwa alle zwei bis vier Jahre ein Junges, selten auch Zwillinge wie Ivo und Isabo, zur Welt.
    Nur ihre Nachbarn in der Wilhelma, die Gibbons, können den Klammeraffen in Sachen Wipfelakrobatik das Wasser reichen. Als Meister im Hangeln besitzen beide Arten deutlich längere Arme als Beine und überdies sehr lange Hände und Finger. Bei den Klammeraffen ist zudem der Daumen weit zurückgebildet, und im Gegensatz zu den Gibbons haben sie zusätzlich einen Greifschwanz, der als fünfte Hand, als Ankerhaken und Balancierstange dient. Seine langen und eher dünnen, sehnigen Gliedmaßen haben dem Klammeraffen im Englischen auch den Namen „Spinnenaffe“ eingetragen, in Quichua, der Sprache der indigenen Ureinwohner, heißt er dagegen einfach „Maquisapa“ – „Langhandaffe“. Den Namensbestandteil „Goldstirn“ wiederum verdankt die in der Wilhelma lebende Klammeraffenart dem hellen Dreieck auf der Stirn, das unterschiedlich ausgeprägt sein, bei manchen Individuen auch ganz fehlen kann – und bei Jungtieren wie Inigo anfangs ebenfalls noch fehlt. Rund ein Jahr werden die Jungtiere gesäugt, nach etwa zwei Jahren sind sie selbstständig. Im Zoo können Klammeraffen bis zu 35 Jahre alt werden, in der Natur schaffen sie das nicht, denn dort werden sie wegen ihres Fleisches nicht nur von Raubtieren, sondern auch von Menschen gejagt. Der Bestand vieler Klammeraffenarten ist deshalb gefährdet, zumal ihr Lebensraum – der Regenwald Venezuelas, Kolumbiens, Ecuadors, Perus und Brasiliens – zunehmend den Motorsägen zum Opfer fällt.
    (01.07.2010)
    Michael Mettler:   @Mirko Schmidkunz: So weit ich weiß, leistet sich nicht jeder Zoo, der Schmetterlinge ausstellt, auch deren recht aufwändige Nachzucht, da viele Arten auf eine einzige Wirtspflanzenart für ihre Raupen spezialisiert sind. Stattdessen werden dann Puppen aus Schmetterlingszuchten im In- und Ausland bezogen, die unabhängig von aller Fütterung "nur noch" bis zum Schlupf der Falter aufbewahrt (aufgehängt) werden müssen. Ich weiß jetzt nicht, wie das in Berlin ist, aber die Präsentation von wenigen Arten könnte immerhin auf eine tatsächlich eigene Zucht hindeuten.
    (25.06.2010)
    Liz Thieme:   Ich war zwar bei den Schmetterlingen drin, aber es war recht voll. Ich finde Schmetterlingshäuser toll, meinetwegen darf es gerne mehr in Deutschland geben.
    Aber ich finde die die Zoohäuser recht gering bestückt, was allerdings darausresultiert, dass ich richtige Schmetterlingsparks kenne und mit einem in der "Nachbarschaft" aufgewachsen bin. Die Frage ist wie viel ist Import und wie viel wird unter den Züchtern getauscht.
    (25.06.2010)
    Mirko Schmidkunz:   Ich habe zuletzt noch einen Klippspringer gesehen. Ich bin auch der größte Fan von dieser Subtropenterrasse, mit der großen Papageikollektion, die sich in diesen bepflanzten Nischen so wundervoll entspannend betrachten lassen. Tief begeistert war ich zuletzt auch von dem Schmetterlingshaus. Ist eigentlich der Import der Tiere so teuer, weil dock kaum ein anderer Zoo so viele Arten zeigt. Selbst Berlin hat doch nur 3-4 Arten.
    (25.06.2010)
    Liz Thieme:   Ich wollte sie auf die Wilhelma beschränken. Habe mich gewundert, dass sie zusammen in einer Anlage leben.
    Leben die Pekaris und Nandus eigentlich ab und an auch mit auf der großen Wiese, da sind sie auch ausgeschildert und ich habe sie (wenigstens die Pekaris) noch nie gesehen.
    (24.06.2010)
    Michael Mettler:   @Liz, falls die Vikunja-Alpaka-Frage nicht auf die Wilhelma beschränkt ist: Ja, gab es schon öfter in Zoos. Zeitweise wurde das Vikunja übrigens sogar als Stammform des Alpakas betrachtet.
    (24.06.2010)
    Liz Thieme:   Heute hab ich den endlich stabilen Sommer genutzt um die Wilhelma zu besuchen. Da ich schon in der U-Bahn von einer Kindergruppe begleitet wurde und rechtzeitig deren Laufweg erfahren habe, entschloss ich mich den Kleinsäugerbereich und die Reptilien zu erst ablaufen. Und ich sollte damit Recht behalten. Alle Säuger, bis auf den Kleinen Igeltanrek waren aktiv. Vor allem bei den Viscachas habe ich mich darüber gefreut. Das Aquarium und der Reptilienbereich wurde schon von den ersten Halbstarken in Beschlag genommen, so dass ich möglichst schnell zu meinen "Models" gegangen bin. Lustig zu erleben waren die Jungtiere der Jemenchämaleons, die so "fotogeil" waren, dass sie sich gegenseitig fast vom Pflanzenwedel geschupst haben und mich an die Piraten aus "Asterix in Amerika" erinnert haben, die als Kokosnüsse sich an einer Palme tarnen wollten.
    Raus aus dem Aquarium begrüßten mich lautstark die Gibbons mit ihren Rufen. Bei denen die letzten beiden Jungtiere währenddessen ihr Morgentraining absolvierten.
    Weiter ging es über die Vogelterrassen zu meinen Lieblingen den Keas und Kakas. Und die Mission war mal wieder possible. Neben den Keas die ihre Einrichtung testeten, hatte ich die Gelegenheit drei der x (lt. ISIS 1,3) Kakas beobachten zu können. Schade, dass sie sonst scheinbar nur in Neuseeland gehalten werden, es sind tolle Vögel.
    Vom Belvedere ergab sich ein wunderschöner Blick über die Parkanlage und die Blumenmeere. Immer wieder toll, wie die Gärtner dies hinbekommen. Aber dieses Leuchten der Blumen vor dem strahlenden Himmel lies einen träumen und Sehnsucht wach werden. Einfach herrlich - fast perfekt.
    Da meine Lieblinge hier leider schlecht zu fotografieren sind bzw. lieber im hintersten Schatten liegen - bis auf die laufenden Rollmöpse, musste ich auf andere Tiere umsteigen. Die Flusspferde genossen ihren Pool und der Zwergflusspferde-Bulle sein Sandbad. Schade, dass es nach deren Tod keine Flusspferde mehr dann dort geben wird.
    Die Baustelle des Menschenaffenhauses schreitet voran und ein großer Bereich des Zoos ist mit einem Bauzaun ummauert, lässt aber Blicke auf die Baustelle zu. Gegenüber des Straußenhauses ist ein Baucontainer mit einem Modell errichtet und der Bau wird über Infotafeln erklärt.
    Die weiteren Wege um den Bauernhof und den Gebirgsbereich habe ich dann noch mitgenommen, aber spannend ist was anderes. Ist es eigentlich schon mal zu Hybriden zwischen Vikunas und Alpakas gekommen? Kontrollgang durch die Afrika-Huftiere und wieder einmal ohne Klippspringer. Aber Neues konnte ich nicht feststellen.
    Da die Bänke im Schatten und kleinen Verstecken alle belegt waren habe ich mich dann entschlossen noch die Schmetterlinge und die Flugvoliere hinter mich zu bringen und dann nach Hause zu fahren.

    Es war ein schöner Tag, aber ich bin nun auch froh in meinem Sessel liegen zu können und die Beine hochzulegen.
    (24.06.2010)
    Wilhelma:   Agavenblüte in der Wilhelma:
    Stachelige Gipfelstürmerin – die Wilhelma öffnet das Gewächshausdach für eine Agave.

    Ganz hoch hinaus wollen nicht nur Jogis Jungs, sondern auch eine mexikanische Agave in der Wilhelma. Sie wurde 2007 im reifen Alter von 25 bis 30 Jahren in den Eingangsbereich des neu gestalteten Kakteenhauses verpflanzt, und will nun – ja, wohin, zur Sonne, zur Freiheit? Weder noch, ran an die Bestäuber will sie!

    Der Großteil des Lebens einer Agave findet in Bodennähe statt. Dort wächst sie unter meist wasserarmen Bedingungen mehr schlecht als recht langsam vor sich hin und plagt vorbeieilende Tiere und Besucher mit ihren Stacheln. Dank der wasserspeichernden Blätter übersteht sie auch dürre Zeiten, und dank der großzügigen Bestachelung trotzt sie auch den meisten Fressfeinden. Ein Leben ohne große Höhepunkte also, zumal in der Wilhelma, wo die Besucher hurtig zu den blühenden Pflanzen streben, oft ohne den schlicht gräulichgrünen Sukkulenten auch nur einen Blick zuzuwerfen.
    Aber dann, nach vielen Jahren, kommt der Moment im Leben einer Agave, in dem auch sie zu Höherem strebt! Das Ereignis hat sich schon Wochen vorher angekündigt, denn die Pflanze hat Kindel ausgebildet. Das sind Tochterpflanzen, die ungeschlechtlich gebildet werden und ebenso wie die geschlechtliche Samenproduktion dem Arterhalt dienen. Alsdann treibt die Agave in kürzester Zeit einen 4 m hohen Blütenstand in die Höhe. Im Gewächshaus bleibt dann nur eins: nämlich das Dach für die Expansionsbestrebungen der Pflanze an der Stelle auszuglasen und der Natur ihren Lauf zu lassen.
    Agaven blühen nur ein einziges Mal in ihrem Leben, danach sterben sie ab. Es ist für die Pflanze also extrem wichtig, dass